Brieftauben Mimberg

Gesundheitsmamangement

In der Winterzeit erhalten unsere Tauben keinerlei Medikamente. Es werden jedoch die Impfungen gegen Paramyxovirose und Pocken im gesamten Bestand durchgeführt, wobei wir inzwischen dazu übergegangen sind die Impfungen der Reisetauben erst etwa 6 bzw. 4 Wochen vor den Vorflügen vorzunehmen.
Die Paratyphusimpfung wurde ebenfalls einige Jahre durchgeführt, inzwischen aber nicht mehr, da wir für uns festgestellt haben, dass die Befruchtungsrate trotz ausreichendem Abstand von der Impfung zur Anpaarung deutlich schwächer war, als ohne Impfung.

Unsere Zuchttauben erhalten insgesamt sehr wenig Medikamente. Sie müssen ausser der Aufzucht von zwei bis drei Runden Jungtauben über das Jahr nichts leisten. Daher sind wir der Meinung, dass sie mit gesundheitlichen Problemen weitgehend selbstständig fertig werden müssen.
Allerdings sind wir inzwischen wieder dazu übergegangen die Zuchttauben bei einem entsprechenden Befall - und der liegt doch meistens ein Mal im Jahr vor - gegen Trichomonaden über eine Woche mit Ronidazol zu behandeln. Dieses geschieht meistens etwa 4 Wochen vor der Anpaarung der Tauben. Die Erfahrung zeigt, dass dann die Jungtauben deutlich besser und ohne größere Erkrankungen aufwachsen.

Auch das Schlagmanagement bei den Zuchttauben ist insgesamt auf eine Steigerung des Immunsystems ausgelegt. So wird der Schlag nur vor der Anpaarung ordentlich gereinigt, dann erst wieder nach der Aufzucht einer Runde Jungtiere. Drer Platz um die Nistschalen herum wird etwa ein Mal wöchentlich gesäubert.

Die Jungtauben werden mit etwa 23 Tagen abgesetzt und im Alter von etwa 40 Tagen gegen Paramyxo geimpft. Der Jungtaubenschlag wird erst vier bis sechs Wochen nach dem Absetzen der Jungtiere erstmals gereinigt. Von diesem Zeitpunkt an erfolgt die Reinigung dann mehrmals wöchentlich. Durch dieses System erhalten die Tauben unserer Meinung nach ein sehr gutes Immunsystem.

Mit der Jungtaubenkrankheit hatten wir bis zum Jahr 2010 wenige bis gar keine Probleme. Durch die Einführung anderer Tauben haben wir jedoch auch auf diesem Gebiet leider unsere Erfahrungen sammeln müssen. Deswegen haben wir inzwischen zur Behandlung der Jungtaubenkrankheit immer ein Medikament im Schrank, welches wir gegebenenfalls sehr schnell einsetzen können. Sehr gute Erfahrungen haben wir dabei übrigens mit einer Behandlung auf Tabletten- bzw. Kapselbasis gemacht. Jede Jungtaube erhält die ersten beiden Tage nach Ausbruch der Jungtierkrankheit eine Tablette. Auf diese Weise erhält jede Taube eine ausreichende Menge des entsprechenden Wirkstoffes und die Gesundung schreitet deutlich schneller voran. Danach wird auf eine Behandlung über das Trinkwasser umgestellt.

Für die Witwervögel und ihre Weibchen halten wir während der Reise Chevicol-Kapseln von Chevita oder Belga-Magix von De Weerd gegen Trichomonaden vorrätig, um diese prophylaktisch Nachzüglern zu verabreichen. Auch eine Kropfspülung mit Metronidzol können wir bei Bedarf durchführen. Ebenso verfahren wir mit Tabletten gegen Kokzidien.

Eine regelmäßige Behandlung gegen Trichomonaden erfolgt während der Reise nicht. Wir verlassen uns bei der Behandlung eher auf unsere Beobachtungen. So erhielten unsere Witwer beispielsweise im Jahr 2014 während der Reisezeit kein Medikament gegen Trichomonaden und waren dennoch bei der Untersuchung im August 2014 trichomonadenfrei. In anderen Jahren waren hingegen bei Untersuchungen hier und da geringgradig Trichomonaden feststellbar und wir haben dann entsprechend behandelt.

Ein großes Thema ist immer wieder die Behandlung von Luftwegs-Erkrankungen während der Reise. Auch hier
sorgen wir vor der Reise dafür, dass die Tauben möglichst erregerfrei sind. Dieses erfolgt durch eine Abstrichuntersuchung mit anschließendem Erstellen eines Antibiogramms beim Tierarzt. 

Regelmäßige prophylaktische Kuren während der Reise führen wir in der Regel nicht durch. Während der Reise behandeln wir im Normalfall auf Befund und Anraten durch den Tierarzt. Dazu halten wir ein wirksames Antibiotikum entsprechend des vor der Reise erstellten Antibiogramms vorrätig. Sollten wir den Tierarzt einmal nicht aufsuchen können und einen Formabfall feststellen, so kann es sein, dass wir auch hier einmal ein Antibiotikum einsetzen. Auch hier gehen wir mehr und mehr dazu über dieses auf Tablettenbasis eintzsetzen.

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