Brieftauben Mimberg

Dezember 2011

31.12.11 Vor drei Tagen hatte ich geschrieben, dass aufgrund der Bauarbeiten an unserem Haus der Schlag für die Ammentauben vorerst abgerissen werden muss. Ich habe nun die Ammenweibchen zu den Zuchtweibchen gesetzt. Es ist dort genug Platz in der Voliere und ich habe lediglich einen Trog hinzu gestellt, sodass alle in Ruhe und ausreichend fressen können. Die Ammenvögel sind vorerst auf den Jungtaubenschlag gewandert. Wenn die Betondecke dann fertig gegossen ist werde ich versuchen schnell einen neuen Schlag für die Ammentauben, zumindest provisorisch, zu errichten. Später soll an dieser Stelle dann ja mal ein Weibchenschlag erstellt werden, von dem wir Weibchen auf Witwerschaft reisen können.
Zum Jahresabschluss möchte ich an dieser Stelle noch einmal Danke sagen an alle Sportfreunde, die hier unregelmäßig oder regelmäßig meine Zeilen lesen und v.a. auch an jene Züchter, die mir auf den unterschiedlichsten Wegen positives oder auch negatives Feedback haben zukommen lassen. Es ist wichtig, wenn man eine Homepage so gestaltet, wie ich das hier tue, immer mal wieder Reaktionen zu bekommen, um Fehler zu korrigieren, alles interessanter zu gestalten und den Taubensport einfach positiv in der Öffentlichkeit darzustellen.
Allen Sportfreunden wünsche ich Glück, Erfolg und v.a. Gesundheit für das Jahr 2012. Ich wünsche den Mut auch einmal Veränderungen anzugehen, den Brieftaubensport positiv mitzugestalten und die Begeisterung, den dieser Sport doch sehr vielen von uns immernoch beschert, weiter zu tragen.


In diesem Sinne allen einen guten Rutsch!


30.12.11
Das Vorwort zur aktuellen "Brieftaube" stammt heute von Verbands-Vizepräsident Richard Reiss. Und als ich es las, ging mir schon wieder die Hutschnur hoch. Deswegen hatte ich mir fest vorgenommen am Abend über eben jenes Vorwort einige Zeilen zu schreiben. Etwas später las ich dann das Vorwort von Jochen Höinghaus zur neuesten Ausgabe der "Rauschende Schwingen" und siehe da: Sportfreund Höinghaus formuliert darin sehr klar und vermutlich um einiges besser als ich es kann, was ihm u.a. an der derzeitigen Verbandsführung so stinkt. (das Vorwort von Höinghaus findet man hier:
www.internet-taubenschlag.de/neu/newscenter.htm
In der aktuellen Verbandszeitschrift liest man auch wieder diesen Sermon, der uns regelmäßig, aber garantiert zu Weihnachten und/oder zum Jahreswechsel von den Verbandsoberen vorgesetzt wird. Ich zitiere Richard Reiß: "Wir müssen jedoch aufpassen, dass der Brieftaubensport nicht allgemein zum "Verlierer" wird. (...) Dem Brieftaubensport die Chance der Zukunft zu verwehren ist nicht nur grundlegend falsch, sondern ist auch ein Schlag ins Gesicht für unsere Jugend, für alle ehrenamtlich engagiert arbeitenden Züchter mit ihren Familien in ihren Vereinen, Reisevereinigungen und Regionalverbänden und für uns Züchter. (...) Rücken wir enger zusammen, achten wir uns und denken ganz schnell darüber nach, was wir sofort verändern können." usw. usw.
Ich kann diese Phrasendrescherei, welche uns alljährlich spätestens kurz vor den Wahlen auf der anstehenden Mitgliederversammlung erreicht, nicht mehr ertragen. Dieses Präsidium hatte nun wirklich jahrelang Zeit die Weichen anders zu stellen, Ideen umzusetzen, zukunftsgerichtete Konzepte zu entwickeln und den Brieftaubensport zu reformieren. Geblieben ist es bei Durchhalteparolen, beim Herumdoktorn am Sportkonzept, beim Postengeschacher zum Machterhalt, bei teilweise dilletantischer Arbeit hinsichtlich der Verbandsfinanzen und bei Unruhe und Unzufriedenheit in weiten Teilen der Züchterschaft.
Jochen Höinghaus äußert in seinem Editorial die Hoffnung auf einen personellen Neuanfang durch die Wahlen auf der Mitgliederversammlung. Ich teile diese Hoffnung nicht. Ich fürchte, dass sich unsere Herren im Verbandspräsidium schon jetzt auf die bereits bekannte Art und Weise mit Beziehungsgeflecht und Filz ihre Macht organisiert haben.
Deswegen kann ich an dieser Stelle nur folgendes feststellen: alle jene Regionalverbandsfunktionäre, welche auf den anstehenden Wahlen erneut diesem Präsidium das Vertrauen aussprechen (wobei die Frage erlaubt sein muss, womit sich der Präsident und seine Mitarbeiter dieses Vertrauen eigentlich in den letzten Jahren "erarbeitet" haben), machen sich schuldig am weiteren Niedergang des Brieftaubensports. Einer derjenigen Sportfreunde, der seit Jahren einen engen Draht zur aktuell tätigen Verbandsführung pflegt, kommt übrigens aus unserem Regionalverband (über dessen Verfassung ich ja schon häufiger geschrieben habe) und hat sich im letzten Jahr (zunächst einmal) als Vertreter in ein Gremium wählen lassen. Unter seiner Führung scheint der Regionalverband 412 zerstritten wie kaum zuvor und scheint die Jugendarbeit praktisch zum Erliegen gekommen (mit Ausnahme sehr weniger RVen - u.a. unserer eigenen) zu sein. Wenn solche Menschen die Zukunft des Brieftaubensports organisieren sollen, dann ist es in Kürze tatsächlich vorbei mit unserem schönen Hobby.


29.12.11
Nachdem die Behandlung unserer Zuchttauben gegen Trichomonaden nun abgeschlossen ist, habe ich heute nochmals von drei Vögeln und drei Weibchen Abstriche genommen und diese mikroskopiert. Es war nichts zu erkennen und die Tauben waren sauber von Trichomonaden. So soll es sein. In einer Woche werde ich aber nochmals einige Tauben nachsehen, um sicher zu sein, dass sich nicht gleich wieder einige dieser Parasiten vermehrt haben.
Mir graut es davor, dass ich unser komplettes Abstammungsprogramm neu in den PC eingeben muss. Nach dem PC-Crash vor einiger Zeit habe ich ja leider keinerlei Daten mehr. Bei 36 Zuchttauben, die ich mir drei oder vier Generationen eingebe, kann sich jeder ausmalen, was das noch für eine Arbeit wird. Es kann daher auch sein, dass ich hier auf der Homepage einige Zuchtpaare erst ganz kurz vor dem Anpaaren oder auch noch danach online stellen kann. Man muss ja auch entsprechend Zeit haben das alles in den PC einzugeben.
Heute war es hier übrigens so stürmisch, dass wir das Fenster zur Dachvoliere geschlossen gelassen haben. Es bläst doch sonst sehr stark in den Schlag und das ist für Züchter und Taube eher unangenehm.
Zum Abschluss heute der Hinweis auf den neuesten Artikel von Michel van Lint in seinem Internet-Blog:
www.vanlint.be/blog_de.asp

28.12.11
Was für Temperaturen! Heute mittag waren es hier 11°C. Die Tauben brechen die Bude ab und haben Frühlingsgefühle. Das habe ich nicht gerne um diese Jahreszeit. Die Futtermenge hab ich ja schon heruntergefahren. Jetzt habe ich das Futter auch nochmals "verdünnt". Heute gabe es zum Mischfutter 60 Prozent Paddy Reis und Gerste (Verhältnis 2/3 zu 1/3).
Auf dem Papier habe ich heute weiter an der Zuchtplanung gearbeitet. So einige Paare habe ich bereits fest im Kopf. Ich muss da aber auch noch einmal drüber nachdenken und bestimmte Dinge beachten (z.b. wie die Tauben im letzten Jahr gepaart waren, denn umpaaren ist ja auf dem gleichen Schlag auch nicht ganz so einfach).
Durch unseren Hausumbau muss nun bald der Schlag für die Ammentauben vorerst weichen. Dann haben wir das Problem, dass wir die Tauben nicht anpaaren können. Wir müssen sowieso erst noch einen Platz für die Tiere finden. Vorübergehend könnten sie auf den Jungtierschlag, aber auf Dauer ist das auch nichts. Und nochmals was im Garten installieren möchten wir eigentlich auch nicht, wenn hier ohnehin genug Durcheinander wegen der Bauarbeiten ist. Es ist nicht so einfach alles....eine Lösung haben wir noch nicht wirklich.
Inzwischen bin ich ja auch Besitzer einer neuen Fotokamera. Ich hatte noch nicht viel Zeit sie auszuprobieren. Aber unseren 149 konnte ich schonmal ablichten. Deswegen heute mal ein Bild an dieser Stelle.




27.12.11
In der neuen Ausgabe der "Brieftaubensport International" gibt es wieder einige ganz ausgezeichnete Artikel. Zwischenzeitlich war das Blatt von Herrn Püttmann sehr stark zu einem Werbeblättchen mutiert, aber inzwischen hat der Herausgeber doch die Kehrtwende geschafft und produziert jeden Monat die, aus meiner Sicht, beste deutsche Brieftaubenzeitschrift. Mittlerweile spart Rainer Püttmann auch nicht an (sehr berechtigter) Kritik an unseren Verbansoberen. Diese versuchen erneut, die in weiten Teilen der Züchterschaft beliebteste und akzeptierteste Meisterschaft, die RV-Meisterschaft des Verbandes mit vier von acht Vorbenannten, komplett abzuschaffen. Stattdessen wollen die Verbandsoberen die Mittel- und Weitstreckenmeisterschaft stärken, für die sich viele Züchter nicht interessieren.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass man hier auf recht krummen und möglichst undurchsichtigen Wegen versucht ein komplett anderes Reisesystem in Deutschland zu installieren. Dieses Präsidium wird künftig, davon bin ich überzeugt, eher dahin arbeiten eine Spezialisierung auf Kurz-, Mittel- und Weitstrecke zu etablieren und weggehen vom bisherigen RV-Programm.
Ich halte das grundsätzlich für einen richtigen Weg. Aber, wenn man das schon tun will, dann bitte mit offenem Visier und nicht auf die krumme Art, wie es Menzel, Fitzner und andere nun wieder versuchen. Ohnehin wäre es ratsam auf der Mitgliederversammlung mal den ein oder anderen neuen Mann ins Rennen um die Ämter zu schicken. Aber das wird wieder nichts werden. Stattdessen kommen da dann solche "Experten" wie unser Regionalverbandsvorsitzender zu Amt und Würden. Da kommt in der breiten Züchterschaft Freude auf.
In der "Brieftaubensport International" ist auch ein sehr schönes Interview mit Günter Prange. Thema ist dessen Weg in der Zucht. Seine Vorstellungen von einer guten Taube, von Zuchtpaaren usw. Und auch hier liest man wieder, dass er Ausgleichspaarungen für falsch hält und selbst nicht praktiziert.
Ich hatte vor längerer Zeit schonmal darüber geschrieben, dass ich davon auch weitgehend ab gehen möchte in unserer Zuchtplanung. Ich werde versuchen kleine Mängel oder Defizite im Körperbau durch den jeweiligen Partner etwas zu kompensieren, aber nicht groß an klein paaren oder langes Brustbein an kurzes Brustbein usw.
Leider kommte ich aus Zeitgründen im Moment kaum zu einer gezielten Zuchtplanung. Aber es ist ja noch etwas Zeit bis zum Anpaaren. Ich hoffe, dass ich meine Vorstellungen bis dahin auf Papier gebracht habe.


26.12.11
Heute gibt es nicht viel zu schreiben außer der Tatsache, dass ich bei den derzeitigen Temperaturen um die 10°C die Futtermenge auf 25 Gramm pro Tag pro Taube sehr genau abmesse. Die Tauben verbrauchen nichts bei den Temperaturen und werden sonst wirklich sehr schnell fett. Es ist schon ungewöhnlich warm derzeit und das merkt man den Tauben dann auch an.
Nicht einmal zu Weihnachten hat es unser Verband übrigens geschafft auf der Verbandshomepage den Mitgliedern "Frohe Weihnachten" oder ähnliches zu wünschen. Immerhin wird der Verband jetzt durch einen jungen Züchter auf der Facebook-Plattform vertreten, aber der Internet-Auftritt insgesamt ist ebenso erschreckend, wie der Zustand unseres Verbandes im Allgemeinen: antiquiert und altbacken bis zum Dorthinaus. Und nach der nächsten Mitgliederversammlung in gut zwei Wochen geht es dann weiter wie bisher. Soviel kann man leider jetzt schon prophezeien.


25.12.11
An den Feiertagen halte ich mich zumeist sehr wenig bei den Tauben auf. In diesem Jahr ist die Zeit noch kürzer, da ich über Weihnachten viel arbeiten muss. Ich versuche aber zumindest die Zuchttauben, die ja jetzt gegen Trichomonaden behandelt werden, gut im Auge zu behalten. Dazu möchte ich folgendes raten: es wird oft gesagt, dass man die Tauben, wenn man gegen Trichos kuren muss oder will, auf dem ersten Gelege behandeln soll. Ich halte diese sehr alte Theorie für Quatsch! Wenn die Taube beim Anpaaren, beim Treiben, während der Zeit der Befruchtung durch Trichos belastet ist, dann kommt es (wenn man davon ausgeht, dass Trichomonaden wirklich einen Schaden tun - es gibt da ja auch gegenteilige Meinungen) doch fast zwangsläufig dazu, dass die Befruchtungsrate vielleicht nicht ganz so hoch ist, wie sei sein könnte. Oder dass die Eier nicht ganz so ideal sind oder dass es länger dauert bis die Tauben legen usw.usw. D.h. wenn ich gegen Trichos behandeln möchte, dann  mit ordentlich Abstand zur Anpaarung, damit die Medikamente zur Anpaarung ausgeschieden sind und ich wette, dass ich allemal bessere Jungtauben züchte, als bei einer Behandlung auf Eiern. Aber selbst von Tierärzten wird ja immernoch zur Behandlung auf Eiern geraten. Logisch erscheint mir das nicht und deswegen machen wir es anders.
Einige Züchter freuen sich jetzt schon über ihre gepaarten Tauben, über Eier und Junge. Es ist in diesem Jahr recht warm draußen, kaum Frost und kein Eis und Schnee. Insofern sollte das recht gut funktionieren. Man verlängert dann die Tage mit künstlichem Licht, um den Tauben das Frühjahr vorzugaukeln. Das geht natürlich alles. Aber ob die Jungen wirklich so gut werden, wie in der warmen Jahreszeit? Ich glaube da nicht dran. Man muss nur mal daran denken, wie Junge werden, die man im Sommer bei langen Tagen und hohen Temperaturen aufzieht. Da braucht man praktisch nicht nach den Tauben zu sehen und sie werden bei Futter und Wasser prächtige Tauben. Im Winter ist das doch alles mit sehr viel mehr Aufwand verbunden. Natürlich funktioniert das. Aber es ist doch deutlich weniger schön für den Züchter, als zu einer anderen Jahreszeit, wo es wärmer und angenehmer ist. Da sollte man sich nicht in die Tasche lügen.


24.12.11
Wir wünschen allen Lesern und Sportfreunden ein frohes, gesundes und erholsames Weihnachtsfest und viele Geschenke!


23.12.11
Heute morgen habe ich mir einige Zuchttauben in den Korb gesetzt und dann Abstriche von ihnen gemacht. Ich habe ja ein eigenes Mikroskop mit dem man einige Untersuchungen sehr gut selbst anstellen kann. Das Mikroskop war seinerzeit nicht ganz billig und ist sicher keines von denen, die man sonst so im Handel für Hobby-Mikroskopierer bekommt, aber es hat sich wirklich gelohnt es zu kaufen. Gerade bei der Untersuchung auf Trichos ist das immer sehr praktisch.
Wie auch immer: es waren sowohl bei den Vögeln, als auch bei den Weibchen einige Trichomonaden zu finden. Das hatte ich auch nicht anders erwartet, denn es ist sicherlich schon zwei Jahre oder länger her, dass die Zuchttauben mal etwas gegen Trichomonaden bekommen haben. In diesem Zeitraum sind aber immer wieder auch neue Tauben auf den Zuchtschlag gekommen und genau das ist manchmal ein wenig das Problem. Die bringen vielleicht mal Trichomonaden mit oder sie sind anfälliger als die eigenen Tauben. Das muss man immer sehr gut beobachten, wenn man insgesamt sehr wenig Medizin gebraucht.
Hintergrund der Untersuchung war im Grunde, dass wir in diesem Jahr ja auch mal Probleme mit den Jungtauben (Jungtaubenkrankheit) hatten und ich denke, dass die Problematik auch darauf zurückzuführen ist, dass die Jungen Trichos schon frühzeitig mit sich schleppen.
Im Mai war ich ja mit einigen Tauben bei Rene Becker und zu der Zeit hatte auch eine Junge, die mir nicht so gefiel, Trichos. Ich habe dann irgendwann auch gegen die Trichomonaden behandelt, aber ich glaube, wenn man bei Jungtauben schon damit anfangen muss, ist das Elend schon halb vorprogrammiert.
Nach der heutigen Untersuchung und mit Blick auf die Impfung bzw. die Anpaarung Anfang Februar habe ich mich also entschlossen die Zuchttauben (und wirklich nur diese) 6 Tage über das Futter gegen Trichos zu behandeln. Um diese Jahreszeit ist eine Behandlung über das Futter am Sinnvollsten, denn die Tauben trinken einfach nicht genug. Zum Anrühren des Pulvers an das Futter verwende ich flüssige Hefe, Leinöl oder auch Moorkonzentrat. Alles geht sehr gut. Danach sollte dann alles ok sein. Ich werde die Tauben dann nochmals im Abstrich überprüfen.
Sehr schön war in dieser Woche die aktuelle Ausgabe von "De Duif" - ein ausgezeichneter und ausführlicher Bericht über Gaby Vandenabeele war u.a. darin. Ein Züchter, den ich gerne einmal kennenlernen möchte. Der Mann macht nicht so sehr viel Aufhebens um die Versorgung seiner Tauben, sondern konzentriert sich auf einige wesentliche Dinge und ganz besonders auf die Qualität der Tauben. So etwas finde ich immer sehr sympathisch und wesentlich.
In der aktuellen Verbandszeitschrift sind wieder die Meister des Jahres 2011 abgedruckt und man kann allen nur sehr herzlich gratulieren. Aufgefallen ist mir aber auch etwas, was ich nicht unerwähnt lassen möchte: es ist sicherlich in verschiedenden Gegenden Deutschlands nicht leicht den Brieftaubensport noch anständig und einigermaßen gerecht zu betreiben. Einfach weil die Zahl der Brieftaubenzüchter in diesen Gegenden sehr stark ausgedünnt ist.
Wenn ich aber in unseren Regionalverband 412 sehe und feststelle, dass da eine RV mit 17 reisenden Schlägen zu Saisonbeginn an den Start geht (am Ende waren es noch 4(!!!), und von diesen 17 Schlägen genau 3 Schläge (davon zwei Schläge aus einer Familie) fast die Hälfte der eingesetzten Tauben spielen, dann kann ich nur noch den Kopf schütteln. Hier, wo wirklich noch eine relativ hohe Züchterdichte herrscht, sollte es doch möglich sein, dass sich die Züchter einer Reisevereinigung wie der RV Achenbach-Brambauer an anderer Stelle anschließen. Solche winzigen RVen sind doch hier wirklich nicht notwendig.
Im Regionalverband 402 gibt es mit der RV Nordberg-Bergkamen einen ähnlich traurigen Fall mit 16 reisenden Schlägen zu Saisonbeginn. Einfach nur albern und zumindest hier in Nordrhein-Westfalen völlig unsinnig. Man fragt sich, warum solche RVen aufrecht erhalten werden statt sich größeren Organisationen anzuschließen, was zweifellos möglich wäre. Wenn diese RVen dann innerhalb ihres Regionalverbandes teilweise auch noch das gleiche Stimmrecht erhalten wie RVen mit an die 100 Mitgliedern, dann wird es wirklich bizarr und lächerlich. Aber so ist das halt von Zeit zu Zeit. Aufregen nützt da ohnehin nichts.


22.12.11
Der 217, von dem ich gestern schrieb, dass er nicht gefressen hat, verhielt sich heute wieder ganz normal. Also kein größeres Problem. Wer weiß, was er hatte.
Wenn ich mir unsere Tauben nun ansehe, dann merke ich gleich, dass ich das Futter umgestellt habe. Sie erhalten ja jetzt leichteres Futter mit etwa einem Drittel Gerste bzw. Paddy-Reis. Das macht sich sofort im Brustfleisch bemerkbar. Es ist gleich heller und auch etwas sauberer. Dunkles bzw. blaues Brustfleisch hat immer nur mit der Ernährung oder allenfalls noch mit einer Krankheit zu tun. Nicht mit Sauerstoffmangel oder etwas in der Art, so wie es leider noch oft behauptet wird. Zu beobachten ist das an unseren Witwerweibchen. Die sitzen ja wirklich nur im Sauerstoff in einer überdachten Voliere. Und diese Weibchen haben trotzdem immer ein etwas dunkleres Brustfleisch, weil sie schwerer und etwas eiweißreicher gefüttert werden. Wir nehmen für die Weibchen eine einfache Mischung von Beyers mit Mais, Erbsen, Weizen etc. und etwa einem Viertel Gerste. Das ist alles. Und dabei ist das Brustfleisch immer etwas dunkler. Gesundere Tauben wie diese Weibchen findet man dabei wirklich nicht.

Michel van Lint hat in seinem Blog mal wieder einen lesenswerten Beitrag geschrieben. Er geht natürlich auch immer sehr frei mit Medikamenten um. Sicherlich weiß ein so erfahrener Mann schon was er da tut und wie er die Medikamentengaben in Bezug auf seine Tauben einzuschätzen hat. Aber wieviele Züchter können das wirklich? Ich denke, es sind die Wenigsten.
Und wenn ich lese, dass er mit Ampicillin hantiert, dann zweifel ich das in seiner Wirksamkeit doch etwas an...gleiches gilt für die von ihm empfohlene "blinde" Wurmkur. In meinen Augen ist v.a. Letzteres kompletter Unfug, denn Tauben, die jetzt Würmer haben, die fallen um diese Jahreszeit auf. Wenn es kälter wird bringen sie sich vor Hunger fast um. Aber jeder soll es so machen, wie er meint.
Und dass er dann auch noch ein Produkt von Herbots empfiehlt, in dem standardmäßig mit Dexpanthenol ein Medikament enthalten ist, welches z.b. zur Wundheilung gebraucht wird und welches dann zwei Mal wöchentlich gegeben werden soll, finde ich wirklich grenzwertig.
Hier gehts zum Beitrag von Michel van Lint:
www.vanlint.be/blog_de.asp

21.12.11
Als ich heute morgen unsere Vögel fütterte, blieb der 10-217, ein kleiner, blauer Vogel, der in diesem Jahr jährig sieben Preise geflogen hat, in der Zelle sitzen und fraß nicht. Der Kot in seiner Zelle war normal, bei der Handbeurteilung war nichts festzustellen. Mal sehen wie er sich morgen verhält.  Es muss ja nichts Schlimmes sein, aber im Auge behalten muss man den Vogel die nächsten Tage mal.
Ich probiere ja immer mal gerne irgendwelche Produkte aus. Als ich am Montag Futter holte, bekam ich netterweise von meinem Händer eine Flasche Herba von Beyers geschenkt. Es läuft lt. Mindesthaltbarkeitsdatum Ende Januar ab. Natürlich macht es nichts, wenn man es etwas länger verwendet, aber ich gebe das Mittel jetzt mal den Zuchttauben und beobachte, ob sie irgendwie darauf reagieren. Leider ist auf vielen dieser Produkte keine richtige Inhaltsangabe. Das müsste eigentlich verboten sein. Wer etwas verkaufen will, der muss auch genau schreiben, was er da verkauft. Man liest da in diesem Fall:

"Herba für Tauben ist ein flüssiger Taubentee, der in organischen Säuren gelöst ist und zusätzlich Mineralien (u.a. Meeresalgenjod) und Vitamine enthält. Es fördert die Kondition und erhöht die Abwehrkraft. Es fördert die Erholung nach Krankheiten und anstrengenden Flügen. Es kann während des ganzen Jahres vorbeugend gegeben werden. Es ist unentbehrlich während der Zuchtzeit."
Ich finde, dass das Produkt in erster Linie nach Obstessig riecht. Aber mal sehen. Vielleicht ist es ja nicht schlecht. Gerade jetzt wo es auf die Impfung zugeht, ist es nicht möglicherweise nicht verkehrt das Produkt ab und an einzusetzen.

20.12.11
Jetzt, wo über Nacht ordentlich Schnee gefallen ist, tun die Tauben nichts lieber, als den frisch gefallen Schnee zu fressen. Man fragt sich immer warum sie das tun. Ebenso bei Regen das Saufen am Gitter der Voliere, obwohl frisches, klares Wasser in der Tränke ist. Günter Prange vermutet ja, dass die Tauben damit irgendwelche Mikroorganismen aufnehmen, die wir ihnen über Futter oder Wasser nicht bieten können. Das mag sein. Jedenfalls bevorzugen Tauben oft frisches Regenwasser oder Wasser in irgendwelchen Regentonnen gegenüber frischen Wasser aus der Leitung, dass ja weitgehend keimfrei ist. Wenn sie dieses Wasser krank machen würde, dann würden sie es nicht aufnehmen. Insofern gibt es sicher viele Dinge, die wir einfach noch gar nicht wissen. Uns bleibt nur, den Tauben eine möglichst breite Palette aller möglichen Dinge zur Verfügung zu stellen, um sie möglichst ausgewogen zu ernähren.
Das war es für heute hier schon im Tagebuch, denn jetzt geht es gleich nach Düsseldorf zum Pokalspiel des BVB bei der Fortuna. Mal sehen was das heute wird...die Borussia ist ja nicht gerade ein Pokalschreck


19.12.11
Bevor ich heute auf den Taubensport eingehe möchte ich kurz meine allerherzlichsten Glückwünsche dem ruhmreichen Deutschen Meister Borussia Dortmund zu seinem 102. Geburtstag aussprechen. Liebe, alte Tante Borussia - bleib so wie du bist!



Außerdem war ich heute noch ein bißchen Futter holen, damit unsere Tauben über die Feiertage nicht hungern müssen. Ich betrete also die Räumlichkeiten unseres Futtermittelhändlers und was sagt er? "Deinen Namen hab ich vor fünfzehn Minuten noch gehört. Wegen des Internets. Wegen deines Besuchs bei Udo Schenkel." Ich hab nicht weiter nachgefragt was da besprochen wurde und ob es positiv oder negativ war. Das ist mir egal. Ich freue mich aber weiterhin, dass hier eifrig gelesen wird und das hier und da auch diskutiert wird. Unabhängig von unserer Seite hier müsste das im Taubensport viel häufiger so sein. Man muss sich austauschen, diskutieren und offen sein für alles, was mit Brieftauben zusammenhängt. Und man muss versuchen unser Hobby positiv darzustellen, statt stets nur über alles mögliche zu nölen (wobei ich ja auch mit Kritik von Zeit zu Zeit nicht spare...v.a. mit Kritik an einigen Verantwortlichen in unserem Verband und ganz besonders auch in unserem Regionalverband).
Ich habe heute beim Futtermittelhändler nur einen Sack Paddy-Reis mitgenommen und zwei Mischungen einer Zucht- und Mausermischung. Die beiden Mischungen (Natural und Versele) mische ich zusammen, mische dazu Gerste und Paddy-Reis und das reicht dann für die Zuchttauben. Ich will sie ja in diesem Winter nicht so "herunter füttern", weil einige späte Jungtiere dazu gekommen sind und die auch jetzt noch im Wachstum sind und dann sehr gut versorgt werden sollen.
Heute habe ich einmal meinen Dienstplan durchforstet und den Kalender (die Mondphasen) angesehen und habe entschieden, dass wir in diesem Jahr, wenn das Wetter nicht zu winterlich ist, am Wochenende 04./05. Februar anpaaren werden. Am 07. Februar ist dann Vollmond und so passt das einigermaßen. Auch wenn ich sonst nicht an Hokuspokus glaube, so haben wir oft schon gute Erfahrungen mit der Paarung in der zunehmenden Mondphase zum Vollmond hin gemacht. Warum auch immer. Bis dahin muss unser Paarungsplan stehen, mit dem ich dieses Jahr sehr spät dran bin. Aber es wird bis dahin schon werden. Und wenn nicht, dann verlasse ich mich auf mein Gefühl und das Gefühl der Tauben. Nur nichts in Stress ausarten lassen. Es ist "nur" ein schönes Hobby.


18.12.11
Bei genauerer Betrachtung der aktuellen Verbandszeitschrift und der darin enthaltenen Anträge an die Mitgliederversammlung muss ich für mich zumindest eines feststellen: richtig ist der Ansatz Fluggemeinschaften und Regionalverbände insgesamt zu stärken. Der Trend muss einfach dahin gehen, dass Meisterschaften nur über große Auflässe zu erringen sind. Es geht dabei nicht um die Konkurrenzen. Die kann man der Gerechtigkeit halber auf kleine Konkurrenzen herunterbrechen. Aber die Auflässe müssen groß sein. Und an diesem Punkt verstehe ich bis heute eines nicht: warum geht man nicht endlich hin und schreibt folgendes vor: RVen eines Regionalverbandes, welche die gleiche Reiserichtung beschicken haben ab einer Mindestentfernung von 300 KIlometer gemeinsame Auflässe durchzuführen, um an Meisterschaft X oder Y teilnehmen zu können. Damit wäre dieser elenden Schacherei um Lage und Aufassorte und Wind usw. endlich ein Riegel vorgeschoben.
Auf unserem Schlag beobachte ich derzeit v.a. die Witwer ganz genau. Das Futter ist ja nun auf Wintermischung umgestellt und es liegt etwas Schnee, also ist es etwas kälter als zuletzt. Da gibt es Vögel, die ganz normal fressen und sich normal benehmen. Und dann gibt es einzelne Vögel, die immer Hunger zu haben scheinen (wir füttern aktuell um die 30 Gramm pro Taube pro Tag). Die Vögel , welche mir jetzt durch recht viel Appetit auffallen werde ich regelmäßig in der Hand kontrollieren und mir auch notieren. Ich glaube nicht, dass das die besten Reisetauben werden.


17.12.11
Zunächst einmal ein Danke an unseren aufmerksamen Leser Uwe. Er hatte mich darauf hingewiesen, dass ich in den letzten Tagen das Datum falsch notiert hatte und mich im November befand. Ist nun korrigiert. Vielleicht lag der Fehler darin begründet, dass so ein Jahr einfach ruckzuck vorbei ist. Wir Taubenzüchter denken ja eher in "Taubenjahren". Los geht das mit der Anpaarung, dann Zucht, dann Altreise, dann Jungreise, dann Mauser....und dann geht es bald wieder von vorne los
Im Internet-Taubenschlag diskutiert man mal wieder die Zukunft des Brieftaubensports. Natürlich ist unser Mitgliederschwund dramatisch und natürlich wissen wir seit Jahren allesamt nicht, wie wir diesen Trend stoppen oder umkehren können. Wahrscheinlich hilft tatsächlich nur eine gnadenlose Kommerzialisierung, wie sie im Forum u.a. von Johannes Jakobs beschrieben und angedacht ist. Dass so ein Ansatz dann in der Folge auch mit viel krimineller Energie verbunden ist, ist die Kehrseite der Medaille.
Dennoch ist es der einzig mögliche Weg den Brieftaubensport attraktiver zu gestalten, in dem man ihn für die Teilnahme von Nicht-Brieftaubenzüchtern öffnet. Nur so besteht überhaupt die Möglichkeit ihn einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen und ihn interessant zu gestalten. Wenn das über den Weg von Sportwetten o.ä. geht, dann sollte man ihn versuchen zu beschreiten. Allerdings nicht mit einem Verbandspräsidium, welches den Taubensport eigentlich schon abgeschrieben hat und sich nur noch als Nachlassverwalter betätigt.
Leider kann ich durch meinen Wochenenddienst nicht an der tollen Veranstaltung unseres Nachbar-Regionalverbandes 250 an diesem Wochenende teilnehmen. Das Züchterforum mit Henk de Weerd, Franz-Wilhelm Gonschior, Klaus Steinbrink und Alfred Berger am Freitag hätte ich sehr gerne besucht. Auch die Versteigerung am Sonntag ist immer ganz ausgezeichnet.
Heute habe ich, nachdem der Sturm abgezogen war, die Witwer mal wieder in die Dachvoliere gelassen. Es ist für die Tauben schon besser, wenn sie auch mal heraus können. Frische Luft, ab und an etwas Sonne und natürlich auch Abwechslung durch alles, was draußen so unterwegs ist, machen den Tauben das Festsitzen im Winter zumindest ein klein wenig angenehmer.
In Kürze werden wir nun den ganzen Bestand gegen Paramyxo impfen. In diesem Jahr ist es ja ein Drama mit dem Impfstoff. Aber unsere Tierärztin vor Ort hat nun Impfstoff bekommen und so kann es losgehen. Sollte ich auch an Pinselimpfstoff gegen die Pocken kommen, werde ich sie auch noch gegen Pocken impfen.
Nachdem wir in den letzten Jahren auch gegen Salmonellen geimpft haben, werde ich zumindest bei den Zuchttauben in diesem Jahr darauf verzichten. Trotz eines Abstandes von etwa 6 Wochen zur Anpaarung, hatte ich den Eindruck, dass sich die Impfung negativ auf das Befruchtungsergebnis beim ersten Gelege ausgewirkt hat.


16.12.11
In der aktuellen Ausgabe der Verbandszeitschrift standen heute die Anträge an die bevorstehende Mitgliederversammlung. Wie in jedem Jahr drehen sich viele Anträge um die Gestaltung der Meisterschaften, insbesondere der deutschen Meisterschaften auf Verbandsebene. Dazu hat man in der Zeitschrift natürlich noch einen passenden Artikel von Sportfreund Fitzner platziert, der die aktuellen Regelungen natürlich gut heißt. Die Prawda hätte es nicht besser machen können.
Ich will jetzt gar nicht im Einzelnen darauf eingehen, was an der aktuellen Regelung vielleicht falsch oder richtig ist. Oder was an den dort dokumentierten Anträgen falsch oder richtig ist. Für mich gehören sämtliche Meisterschaften auf Verbandsebene ausnahmslos abgeschafft. Damit wäre den allermeisten Züchtern am Besten gedient und das elende, alljährliche Gezerre in der Mitgliederversammlung hätte endlich ein Ende. Letzten Endes geht es bei den Meisterschaften nämlich nicht, wie Fitzner in seinem Artikel behauptet, um eine entsprechende Außendarstellung und Außenwirkung unsere Hobbys, sondern ausschließlich um den schnöden Mammon. Aber vielleicht hat Herr Fitzner das auch auf der letzten gemeinsamen Chinareise mit einem mehrfachen deutschen Meister verdrängt...


15.12.11
Nach meinem Computer-Absturz muss ich nun die Zuchtplanung wieder nach alter Väter Sitte auf dem Papier vornehmen. Gut, dass ich alle Abstammungen etc. auch auf Papier habe und immer alles notiert hab. Sonst wäre ich jetzt aufgeschmissen. Dabei ist die Zuchtplanung doch immer eine sehr interessante Sache. Am Ende zieht man zwar kaum mehr brauchbare Junge, als wenn man die freie Paarung paktizieren würde, aber es macht doch sehr viel Spaß sich auszumalen, wie die Jungen aus Vogel X und Weibchen Y werden könnten.
Unser Futter bei den Reisetauben habe ich nun umgestellt. Das Prange Grand Prix ist nun gemischt mit der Light-Mischung von Udo Schenkel, über die ich geschrieben hatte. Beides halb und halb. Dieser Mischung habe ich dann 10 Prozent Braugerste von Spinne und 20 Prozent Paddy-Reise zugesetzt. Das Futter bleibt nun so bis zum Zeitpunkt der ersten Vorflüge, mit dem Unterschied, dass ich ab etwa Mitte März, wenn die ersten Freiflüge am Haus stattfinden, die Gerste herausnehme.

14.12.11
In einem interessanten Artikel aus dem Bereich der Humanmedizin las ich heute über Vitamin D. In der Forschung spielt das Vitamin D in der letzten Zeit eine große Rolle, da man ihm inzwischen deutlich mehr positive Wirkungen zutraut, als in der Vergangenheit. Lange Zeit ging man davon aus, dass das Cholecalciferol (Vitamin D3) in erster Linie für den Aufbau der Knochen und des Blutes zuständig ist. Dabei können Menschen und Tiere das Vitamin D größtenteils selbst im Körper herstellen. Notwendig ist dazu in erster Linie das Sonnenlicht (das ultraviolette Licht), welches über die Haut dann die Produktion von Vitamin D ankurbelt.
Dieses alles ist soweit bekannt. Neu ist in der Humanmedizin allerdings die Tatsache, dass aktuelle Forschungen zeigen, dass die Richtwerte für das Vitamin D bislang deutlich zu niedrig angesetzt wurden und eben dieses Vitamin deutlich mehr "leisten kann", als bisher bekannt. Man geht inzwischen davon aus, dass Vitamin D auch wichtig für die Immunabwehr und das Nervensystem ist.
Diese Annahmen gelten möglicherweise auch für Vögel und eben auch unsere Brieftauben. Natürlich gibt es keine Richtwerte für die Aufnahme von Vitamin D bei Vögeln. Aber es scheint doch so zu sein, dass gerade hier in den nördlicheren Gegenden unsere Tauben während des Winters, in dem sie häufig nicht einmal Freiflug bekommen, selbst nicht in der Lage sind ausreichend Vitamin D zu produzieren, selbst wenn sie Zugang zu einer Voliere haben und sich (wenn sie denn scheint) der Sonne aussetzen können.
Nun sind viele Produkte im Brieftaubensport mit fettlöslichen Vitaminen (insbesondere auch mit synthetisch hergestelltemVitamin D3) ergänzt und können den Tauben zur Verfügung gestellt werden. Trotzdem sollte man im Hinterkopf behalten, dass der Vitamin D-Bedarf unserer Tauben, wie schon in der Humanmedizin, vielleicht deutlich höher ist, als bisher angenommen. Und wenn das so ist, dann könnte es sein, dass speziell im Frühjahr, wenn die ersten Freiflüge anstehen, die Vitamin D-Vorräte im Körper unserer Tauben (denn Vitamin D kann ja gespeichert werden) zu einem großen Teil aufgebraucht sind. Ausgerechnet in jener Phase, in der wir die ersten Jungtiere züchten und die ersten Freiflüge, nach dem leider oftmals notwendigen Einsperren der Tauben im Winter, stattfinden.
Da Vitamin D nicht nur wichtig für die Knochen ist, sondern vermutlich eben auch für die Muskeln, Sehnen etc. und wahrscheinlich auch für die Immunabwehr, könnte man hier vielleicht auch einen Zusammenhang mit der zunehmenden "Anfälligkeit" unserer Jungtauben für Krankheiten und eventuell auch mit dem Problem Schieffliegersyndrom herstellen. Sind unsere Jungen anfälliger, weil es an Vitamin D mangelt (Speziell bei Jungtauben der Winterzucht)? Beruht das Schieffliegersyndrom vielleicht auch auf einem Mangel an Vitamin D durch das lange Einsperren im Winter, verbunden mit einer sehr leichten, eiweißarmen Fütterung? (Vitamin D ist über die Nahrung fast nur über tierische Produkte verfügbar) Das sind Fragen, die mir so durch den Kopf gingen. Interessant wäre es allemal, wenn man in dieser Richtung bei unseren Tauben einmal forschen könnte.

Hier noch ein interessanter Artikel zum Thema Vitamin D.

www.zeit.de/wissen/2011-03/sonne-hormon-vitamin-d/seite-1


13.12.11
Leider habe ich durch einen Virus große Probleme mit meinem PC. Ich wollte auf die Seite der Futtermittelfirma Beyers zugreifen, um etwas nachzusehen und dann meldete mein Virenprogramm einen Alarm. Seitdem habe ich größere Schwierigkeiten mit verschiedenen Funktionen. Dem Leser hier kann nichts passieren - keine Sorge. Ich aber werde meinen PC neu aufsetzen müssen und dabei gehen vermutlich auch die Daten meines Abstammungsprogramms flöten. Es wird verdammt viel Arbeit das neu einzugeben, wenn ich es vorher nicht noch retten kann.
Bei dem Sturm heute blieb das Dachfenster zu. Da wären die Tauben ohnehin nicht auf das Dach gegangen. Wir haben dieses Jahr mehrere Vögel, die nun schon die vierte Feder in der zweiten Ordnung stoßen. Das ist sicherlich ein sehr gutes Zeichen für eine ordentliche Verfassung der Tauben. Eigentlich wollen wir nun bald impfen, aber das gestaltet sich dieses Jahr schwieriger als nötig, weil diverse Taubentierärzte Impfstoff in Massen gebunkert haben und anderer nur schwierig verfügbar ist. So sind die einfachen Tierärzte vor Ort teilweise wirklich gefordert um ihre Kunden zu bedienen. Ich sehe schwarz für die Zukunft was die Impferei bei unseren Tauben angeht.


12.12.11
Im Internet-Taubenschlag gibt es aktuell einen Thread zum Thema Chlamydien. Ich habe mich vor zwei Jahren intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und werde hier mal mein Meinung dazu schreiben.
Im November 2009 mussten wir die Tauben für die Ausstellung benennen. Unser zweitbester Vogel des Jahres, der Nr. 07-57 war für die Ausstellung vorgesehen. Er hatte aber dann plötzlich ein nasses Auge einseitig. Nachdem ich ihn drei Tage alleine gesetzt hatte und keine Besserung auftrat fuhr ich zur Tierärztin Maren Neumann-Aukthun hier in der Nähe (Ovator-Expertenteam). Es wurde ein Schnelltest auf Chlamydien gemacht. Er war positiv. Die Tierärztin riet mir zu meinem Erstaunen zu einer Bestandsbehandlung mit einem Tetracyclin (Doxycyclin oder Chlortetracyclin) über mindestens zehn, besser vierzehn Tage. Ich hatte zu dem Zeitpunkt keinerlei Erfahrung mit dem Thema Chlamydien und rief zur Sicherheit auch noch Tierarzt Rene Becker an. Auch er riet mir zur Bestandsbehandlung mit 7 Tagen Baytril gefolgt von 7 Tagen Doxycyclin. Mir war nicht wohl dabei, aber ich habe dann entsprechend der Anweisung von Rene behandelt. Anschließend habe ich den Schlag zwei Mal ausgiebig desinfiziert.
Allerdings war das Auge des 57 weiterhin nass. Ich fuhr mit ihm zu Rene. Es wurde ein weiterer Test auf Chlamydien gemacht. Mit Hilfe einer Sammelkotprobe. Er war trotz der Behandlung wieder positiv. Rene wusste keinen rechten Rat und ich auch nicht. Da kurze Zeit später auch die Verbandsausstellung war, suchte ich dort sämtliche verfügbaren Tierärzte auf: Henk de Weerd, Peter Boskamp, Burkhard Sudhoff, Raf Herbots, Ludger Kamphausen und nochmal Rene Becker und bat um Rat. Jeder sagte mir etwas anderes. Der eine riet zu einer neuerlichen Behandlung über 14 Tage mit Doxycyclin, der nächste riet zu Gyrasehemmern (Baytril), zwei weitere rieten gar nichts zu machen und Henk de Weerd riet mir, nur den 57 mit einer speziellen
Lösung am Auge zu spülen - das Rezept schrieb er mir auf.
Ich habe dann in der Apotheke die Lösung herstellen lassen, habe nach Anweisung behandelt. Das Auge blieb weiterhin nass. Es ging dabei übrigens nur darum dass de Weerd vermutete, dass der Tränenkanal der Taube zu saß und somit die Flüssigkeit nicht abfließen konnte.
Bzgl. der Chlamydieninfektion war ich völlig durcheinander, weil jeder etwas anderes gesagt hatte. Es wurde mir gesagt, dass 60-80 Prozent der Bestände Chlamydien haben und diese manchmal nachweisbar sind und manchmal nicht. Es wurde auch gesagt, dass man diese Bakterien ohnehin nicht aus den Beständen bekommt, selbst bei bester Behandlung und Desinfektion nicht. Andere sagten, dass man auf jeden Fall etwas tun muss....ich überlegte hin und her und entschied mich Ende Februar nochmals mit Doxycyclin über zwei Wochen zu behandeln. Der nächste Chlamydientest aus der Kotprobe Anfang März war dann ok und ohne Befund. Das Reisejahr 2010 verlief dann gut.
Das Auge des 57 blieb übrigens weiterhin nass. Er wanderte zu den Ammentauben und irgendwann wuchs ihm ein Geschwür an der betroffenen Seite, dass immer größer wurde. Ich musste ihn dann leider töten. Der Grund für all den Zirkus bzgl. der Chlamydien war also eine Erkrankung dieses Vogels, die nichts mit diesen Bakterien zu tun hatte.
Ich habe mich während der ganzen Zeit intensiv mit dem Thema Chlamydien beschäftigt und versucht zu begreifen, wie sie leben, wie sie krank machen usw. Chlamydien leben in den Zellen und sind beispielsweise in der nicht-akuten Form (d.h. wenn eine Taube nicht sichtbar krank ist) nicht mit Gyrasehemmern zu behandeln. Baytril, Dicural oder andere Gyrasehemmer zeigen dann kaum Wirkung. Ist die Krankheit unterschwellig vorhanden helfen also nur Tetracycline, weil sie innerhalb der Körperzelle gegen die Chlamydien wirken. Doxycyclin ist da das beste Mittel, weil es recht niedrig dosiert werden kann und weil es wenig Nebenwirkungen hat.
Aber heute lasse ich gar keinen Chlamydientest mehr bei unseren Tauben machen. Warum? Nach dem Reisejahr 2010, das wirklich bei den Jungen und den alten Tauben sehr ordentlich verlief, war der Test mal wieder positiv. Auch der bislang letzte Test im Februar diesen Jahres war positiv. Ich habe nicht behandelt und unsere Reiseleistung lag bei etwa 50 Prozent mit sehr wenigen Verlusten und ausgezeichneten Leistungen der jährigen Tauben. Von daher glaube ich nicht, dass die eventuell vorhandene Chlamydien-Infektion irgendwie leistungsmindernd gewirkt hat.
Wenn wir nun eine Taube mit nassem Auge haben, dann setzen wir sie fünf Tage bei Futter und Wasser einzeln und hoffen, dass es besser wird. Wird es nicht besser, dann trennen wir uns von der Taube. Das ist alles. Die letzte Taube mit einem nassen Auge hatten wir vor etwa 13 Monaten. Es war damals ein junger Vogel. Er wurde alleine gesetzt und nach 4 Tagen war alles wieder ok. Als Jähriger brachte er allerdings wenig Leistung und blieb auf dem siebten Flug aus. Von daher ist die Frage, ob eine Taube, die einmal auf diese Weise erkrankt ist, später noch zu guten Leistungen fähig ist. Das kann ich aber nicht beurteilen, weil mir die Erfahrungswerte fehlen. Solange man nicht massenhaft Tauben mit nassen Augen und ornithoseähnlichen Symptomen hat und es sich auf Einzeltiere beschränkt sollte man nicht überdrehen und der Natur ihren Lauf lassen.


11.12.11
Häufiger erhalte ich Anfragen zu den Produkten von Dr. Marien, die wir einsetzen. Nur zur Information: wir können die Produkte nicht für andere Züchter besorgen. Dieses geht nur direkt über Dr. Marien. Wer also Interesse an den Präparaten hat, der muss sich an den Tierarzt selbst wenden.
Zu den Produkten selbst muss ich sagen: es sind keine Wundermittel. Wir setzen sie deshalb ein, weil es ein sehr einfaches System ist. Es wäre mit zwei, maximal drei anderen auf dem Markt erhältlichen Produkten aber ganz genauso umsetzbar. Wenn wir also die Pulver von Fernand Marien nicht bekämen, dann nähmen wir andere Produkte, die wirklich nicht schlechter sind. Es sind genauso wenig Wundermittel, wie alle anderen auf dem Markt erhältlichen Mittel. Letztlich müssen es Züchter und Taube bringen und nicht die Dinge, die man an das Futter rührt oder ins Wasser mischt. Wenn man dieses System verfolgen will, dann muss man sich einfach Gedanken darüber machen, wie man es zur Not auch ohne die Mittel von Fernand Marien umsetzen kann.
Es ist dabei genauso wie beim Füttern der Tauben. Man muss sich Gedanken darüber machen, wie man die Tauben führt, was man von den Tauben erwartet und wie man das dann durch eine gezielte Fütterung möglichst gut umsetzen kann. Man kann doch nicht erwarten, dass man Produkt X oder Futter Y gibt und dann fliegen die Tauben die Pfannen vom Dach. Vor allem anderen muss die Taube gut sein. Wenn sie das ist (und wir alle haben viel zu wenig bis gar keine guten Tauben), dann kann man sich überlegen, wie man sie entsprechend zu den eigenen Möglichkeiten mit Futter und Zusatzprodukten versorgt, damit sie möglichst optimale Leistungen bringt. Diese Überlegungen erlebe ich im Gespräch Spitzenzüchtern immer wieder. Da wird überlegt: wie komme ich an die gute Taube und wie versorge ich diese Taube dann optimal. Bei anderen Züchtern ist es häufig so, dass man sagt: die Taube ist bestimmt gut, ich brauche nur ein anderes Mittel, damit sie das abruft. Und Letzteres ist einfach der falsche Denkansatz in meinen Augen.


10.12.11
Im Laufe des heutigen Samstags habe ich mich lange mit dem beschäftigt, was ich gestern bei Udo Schenkel erfahren habe. Mit seinem System die Tauben zu führen, der Fütterung usw. Ich denke, dass ich da schon etwas für uns rausziehen kann. Ich werde unser System sicher nicht komplett umschmeissen. Es funktioniert ja. Aber einige Ideen kann man sich schon abschauen, v.a. vor dem Hintergrund, dass ich versuchen möchte unsere Tauben etwas stärker ans Trainieren am Haus zu bekommen. Ich denke, dass man das mit einer etwas verfeinerten Fütterung ein wenig beeinflussen kann. Natürlich könnte man darüber hinaus noch vermeintlich formsteigernde Produkte einsetzen, aber davon bin ich persönlich nicht so ein Freund. Da erzeugt man häufig auch nur kurze Strohfeuer und die Tauben sind insgesamt weniger konstant in ihrer Form. Man darf ja nicht vergessen, dass unsere Reiseleistung in der letzten Saison wirklich sehr gut war. Wenn es also was zu verbessern gibt, dann eher in der Hinsicht, dass wir versuchen müssen etwas mehr Spitze zu fliegen. Das kann man hier und da sicher über das Futter beeinflussen. Aber in erster Linie liegt es an den Tauben.
Udo Schenkel hat eine eigene Basismischung, die um einiges leichter ist, als unser Prange-Grand-Prix. Sie gleicht in ihrer Zusammensetzung eher dem Super-Diät der Firma Beyers. Diese Mischung ergänzt er dann aber während der Reise mit einer selbst zusammengestellten Mischung, die wirklich sehr stark ist und auch ordentlich eiweißlastig. Ich denke, dass dieses System auch zu den jeweiligen Tauben und ihrem Trainingsverhalten passen muss. Andererseits kann man durch das entsprechende Futter natürlich auch das Training beeinflussen. Für unsere Führung der Tauben heißt das, dass ich evtl. unsere Basismischung am Anfang der Woche etwas "dünner", also v.a. leichter verdaulich machen werde und das mit anderen Körnern als ausschließlich dem Paddy-Reis, wie bisher. Etwas mehr Körner, welche die Form der Tauben positiv beeinflussen.
Zum Ende der Woche ergänzen wir ja ohnehin immer mit Hanf, Sämereien, Sonnenblumenkernen, Mais oder auch Erdnüssen. Da müssen wir nicht so viel ändern.
Entscheidend bei Udos Versorgung ist für mich aber etwas anderes: ich konnte wieder einmal sehen, dass sehr starke Züchter die Tauben unglaublich vielseitig ernähren. So wird versucht wirklich alles zur Verfügung zu stellen, was man über das Körnerfutter leisten kann. Dem werde ich vielleicht auch Rechnung tragen, in dem ich künftig der Prange-Mischung noch Einzelsaaten zufüge, mit denen wir dann gezielt das Nährstoffspektrum noch ein wenig verbreitern. Ich werde weiter drüber nachdenken und an unserem Plan für das nächste Jahr basteln.


09.12.11
Auf unserer RV-Ausstellung letzte Woche habe ich u.a. Udo Schenkel kennengelernt. Udo stellt gemeinsam mit seinem Vater einen der stärksten Schläge in unserem Regionalverband in den letzten Jahren. Schon auf der Ausstellung kamen wir über diverse Themen rund um den Taubensport ins Gespräch und ich habe sehr schnell gemerkt, dass Udo ein echter Fachmann ist. Was Tauben angeht, aber auch rund um die Versorgung und Fütterung der Tauben. Ein Züchter, der sich um sehr viele Dinge Gedanken macht und der sehr viel Wissen hat.
Von solchen Sportfreunden gibt es leider viel zu wenige, aber wenn man sie kennenlernt, dann muss man das nutzen. Also wurde ein Termin vereinbart und heute war ich zu einem Schlagbesuch bei Udo. Ich bin sehr freundlich aufgenommen worden und konnte viele Tauben aus dem erstklassigen Bestand der Schenkels in die Hand nehmen. Dort sitzt ganz hervorragendes Taubenmaterial. Udo ist ständig auf der Suche nach besseren Tauben und scheut sich nicht auch Tauben anzuschaffen, bei denen es sich aufgrund ihrer Qualität schwierig gestaltet, sie zu erwerben und auf den eigenen Schlag zu holen. So ist er sehr viel in Belgien unterwegs und auch in Deutschland pflegt er beispielsweise einen sehr engen Kontakt zu Günter Prange.
Im Anschluss an die Besichtigung des Schlages - bei der wir dann in Gemeinschaftsarbeit einen am Vormittag auf den Dachboden entwichenen Vogel wieder eingefangen haben - haben wir uns dann noch recht lange über die Versorgung der Tauben, über das Trainingsprogramm usw. unterhalten. Ich habe sehr viel lernen können. Mit Udo kann man sich über Dinge im Bereich der Versorgung unterhalten, von denen die allermeisten Züchter kaum einen Schimmer haben.
Anschließend fuhren wir gemeinsam dann noch zum Futtermittelhandel von Uwe Kundrun in Hamm. Uwe hatte ich ebenfalls vor zwei Wochen kennengelernt. Ich war aber dort auch schon im letzten Winter, als Andre Roodhoft einen sehr interessanten Vortrag hielt. Uwe hatte "Taubentag" und einige Züchter waren aufgrund dessen anwesend, um ihre Tauben vom ebenfalls anwesenden Tierarzt Ralf Niesbach untersuchen zu lassen. Auch hier wurden dann Tauben begutachtet und es wurde über diverse Themen rund um den Taubensport geklönt.
Interessant war für mich an diesem Nachmittag v.a. das Thema Fütterung der Tauben. Udo Schenkel lässt sich eine eigene Basismischung mischen und ergänzt diese während der Reise mit einer anderen Mischung. Ich hatte letztens an dieser Stelle schon einmal angedeutet, dass ich darüber nachdenke unser Futtersystem im nächsten Reisejahr ein wenig zu modifizieren. Testweise habe ich mir deswegen einen Sack der Basismischung mitgenommen und werde sie in Kürze mal an unsere Tauben verfüttern und sehen, wie sie mit dem Futter zurecht kommen. Zumindest ist der Ansatz der Versorgung der Tauben, wie Udo Schenkel ihn verfolgt, sehr interessant. Da kann man sicher einiges herausziehen. Ich werde aber in den nächsten Tagen noch drüber nachdenken und dann sicher hier an dieser Stelle noch darüber schreiben.


Zur Homepage der Schenkels geht es hier: www.schenkel-tauben.de/

Und das hier ist die Homepage von Uwe Kundrun: brieftauben-kundrun.jimdo.com/


08.12.11
Wenn ich Spätdienst habe, dann füttert mein Vater ja nachmittags die Tauben noch einmal und macht das Dachfenster zur Voliere zu. Als ich heute morgen gefüttert habe und dann das Dachfenster wieder öffnete, kamen mir drei Vögel aus der Voliere entgegen gelaufen. Als ich meinen Vater darauf ansprach, dass er gestern wohl drei Tauben ausgesperrt hatte, meinte er, das Fenster sei bei der nachmittäglichen Fütterung  bereits geschlossen gewesen. Er habe sich schon gewundert. Es ist wohl durch den Sturm hier gestern zugefallen und die drei Vögel mussten eine ungemütliche Nacht in Sturm und Regen auf dem Dach verbringen. Die armen Kerle! Es war der 09-20....und zwei Jährige, die ich so schnell wie sie vorbei flitzten, gar nicht erkennen konnte. Ich werde in den nächsten Tagen nochmal verstärkt beobachten, ob alles gesund ist auf dem Schlag.
Seit sicherlich zehn Jahren bin ich schon im Internet-Taubenschlag angemeldet und ich habe dort im Forum immer gerne geschrieben und gelesen. Über dieses Forum habe ich einige sehr nette und v.a. kompetente Sportfreunde kennengelernt. Leider tummeln sich dort über die Jahre hinweg immer wieder einige Idioten, die jeden Beitrag und jede Diskussion mit unsinnigen Beiträgen torpedieren. Aktuell kommentiert dort jemand einen Beitrag von mir, in dem ich mich lediglich zu den Möglichkeiten medizinischer Betreuung der Tauben geäußert habe, ohne diese gut zu heißen. Im Gegenteil: ich habe darauf hingewiesen, dass ich Gaben von Medizin ohne Indikation ablehne. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen auf solche schwachsinnigen Beiträge gar nicht mehr zu antworten, aber ich kann dann ja auch meinen Mund nicht halten, zumal es sich da um einen User handelt, der wirklich nur aus seiner Höhle gekrochen kommt, wenn es um die Medizin im Taubensport geht und der dann ganz obendrein mit Laien- oder Nichtwissen "glänzt".
Wie auch immer: diese Beiträge verleiden mir das Schreiben in diesem Forum immer mehr.
Da ich weiß, dass viele Leser hier natürlich v.a. den Internet-Taubenschlag nutzen, möchte ich nur darauf hinweisen, dass es sein kann, dass ich mich dort in nächster Zeit deutlich zurückhalte. Teilweise ist es nur noch nervig was dort abläuft ....und ich bin ja nicht der einzige, dem bestimmte User dort auf die Nerven gehen. Gut, dass ich die Möglichkeit habe mich auch hier auf unserer Seite mitteilen. Wenn ich dann etwas falsches oder Uninteressantes schreibe, dann werde ich es an den Zugriffszahlen schnell merken und im Grunde kann mir das auch jeder Leser gerne mitteilen. Im Moment wachsen die Zugriffe noch immer ein wenig. Das ist sehr schön und zeigt mir, dass ich nicht nur Blödsinn schreibe - hoffentlich

Hatte ich übrigens schon auf den Dezember-Newsbrief von Tierarzt Peter Boskamp hingewiesen? Keine Ahnung. Aber hier ist er:
www.pigeonvetcenter.com/de/newsletters-2011/258-nieuwsbrief-december-2011.html


07.12.11
Brieftauben sind schon bemerkenswerte Tiere! Bei 3°C, stürmischem Wind und starkem Regen liegen sie in aller Seelenruhe in der Voliere und baden. Unsereiner packt sich in die dicke Winterjacke und den Tauben macht das Herbst-/Winterwetter gar nichts aus. Das ist sehr schön zu beobachten.
Nach dem Trennen der Zuchttauben hatte ich ja in den Zuchtschlag, in dem sich nun die Zuchtvögel befinden, erstmals seit langer Zeit mal wieder Stroh gegeben und ich muss sagen, dass mir das sehr, sehr gut gefällt. Gerade bei diesem Wetter ist es im Schlag einfach trockener und angenehmer und man hat auch das Gefühl, dass sich die Tauben so wohler fühlen. Unsere Witwerschäge sind ja wirklich sehr trocken hier auf dem Hausboden.  Wenn man aber sieht wie wohl sich die Zuchtvögel fühlen, dann überlegt man doch, ob man nicht auch Stroh auf die Witwerschläge geben soll. Einfach für den Wohlfühlfaktor. Entweder mache ich das jetzt in Kürze noch oder aber ich lasse es erst so und mache das im nächsten Jahr mal direkt nach dem Trennen der Tauben.
Der neue "Rhönfried-Kurier 2012" ist nun schon online einsehbar. Für Interessierte geht es hier lang:

www.brieftauben-markt.de/Portals/8/Roehnfried/R%C3%B6hnfried_Courier_2012.pdf


06.12.11
Vor einiger Zeit hatte ich schonmal darüber geschrieben, wie verschiedene Züchter ihre Tauben bewerten und entsprechend zusammen paaren. Als Beispiel hatte ich z.b. die Familie Steffl genannt. Neben der Augentheorie benutzen sie auch das Bewertungssystem von Ernst-Dieter Jacobi für bestimmte körperliche Merkmale und sie achten auf bestimmte andere Aspekte.
Heute morgen habe ich mir diesbezüglich mal unsere Zuchtvögel vorgenommen und mir alles in einer Tabelle notiert. Ich glaube das kann mir bei der Zusammenstellung der Zuchtpaare helfen. Denn wenn man dabei geschickt vorgeht, so hat es mir auch Franz Steffl mal gesagt, kann man Schwächen bestimmter Tiere kompensieren oder weitgehend vermeiden, dass Tauben mit schwachem Rücken oder anderen Defiziten auf die Welt kommen. Ob man am Ende Tauben von insgesamt besserer Qualität züchtet weiß ich natürlich nicht. Aber ich denke man züchtet vielleicht einige Tauben mehr, die zumindest die körperlichen Voraussetzungen haben eine gute Reisetaube zu werden.
Was habe ich nun in meiner Tabelle aufgeführt? Zunächst mal die Farbe der Taube, dann die Farbe des Untergefieders (also hell oder dunkel) und die Form der Herzfedern. Ich habe notiert ob der Schwanz sehr schmal ist oder dazu neigt etwas fächerförmig zu werden. Weiterhin habe ich aufgeschrieben, ob die oben aufliegende Schwanzfeder den Kiel mittig hat oder ob die breite Seite der Feder rechts oder links liegt. Weiterhin habe ich auf die Stärke des Rückens geachtet, insgesamt die Größe der Taube notiert und auch ein wenig versucht die Muskulatur zu bewerten. Schließlich war mir noch wichtig, ob die Taube tiefer gekielt ist oder eher nicht und damit auch insgesamt die Länge des Brustbeins. Als Letztes habe ich mir die Kehle angesehen und notiert, ob sie tief liegt oder weiter oben und ob sie einen schmalen Luftschlitz hat oder einen größeren.
Das Gleiche werde ich in den nächsten Tagen auch mit unseren Zuchtweibchen tun. Anschließend nehme ich mir dann diese Unterlagen und meine Notizen zu den Zuchtpaaren für das nächste Jahr, wie ich sie jetzt teilweise schon als Ideen auf dem Papier habe. Da vergleiche ich dann die einzelnen Punkte, sehe nach ob es passen könnte oder ob alternativ eine andere Taube besser wäre als Partner...und so nach und nach entstehen dann hoffentlich unsere geplanten Zuchtpaare für die kommende Zuchtsaison. Abschließend entscheidet sich das aber sowieso erst direkt bei der Anpaarung. Stelle ich fest, dass zwei Tiere nicht auf einander reagieren oder sich gar bekämpfen, dann kommt das geplante Paar garantiert nicht zusammen. Ich glaube wirklich daran, dass man gute Tauben nur aus Paarungen zieht, bei denen die Partner sich auch mögen und entsprechend mit Eifer ihre Jungen aufziehen.


05.12.11
Der erste Schnee in diesem Jahr ist nun da. Also ist jetzt, wo auch die Ausstellung gelaufen ist, wirklich Winterzeit. Für unsere Tauben geht allerdings erst noch die normale Mauserfütterung weiter. Einige müssen die letzten Federn noch hochschieben und da halte ich es nicht für sinnvoll jetzt weniger nährstoffhaltig zu füttern. Da stellen wir erst um, wenn wirklich alle fertig gemausert haben.
Alleine schon wegen der Wetterverhältnisse hätte ich keine Lust eine Winterzucht durchzuführen. Bei diesem Sauwetter stundenlang auf dem Taubenschlag herumzulaufen. Dazu hat man doch nicht wirklich Lust. Und die Tauben kann man zwar mit Licht und Futter entsprechend in die Verfassung bringen, aber wenn Jungtauben bei Kälte aufwachsen müssen - auch wenn sie bestens versorgt werden - ist das etwas, was mir absolut nicht gefallen würde. Für uns kommt eine Winterzucht einfach nicht in Frage.
Auf der Ausstellung am Wochenende gab es wieder sehr interessante Gespräche mit hervorragend reisenden Sportfreunden. Insbesondere das Thema Versorgung interessiert mich da ja immer. Da ging es um die Frage nach Erbsen im Futter und auch, wie man die Versorgung mit Zusatzprodukten gestaltet. Man sieht einfach, dass es ganz unterschiedliche Wege gibt erfolgreich zu sein. Sehr einfach, sehr kompliziert. Mit Erbsen im Futter, ganz ohne usw. Aber gerade weil so viele Dinge funktionieren zeigt mir das, dass es in erster Linie auf die gute Taube ankommt. Und da sind wir beim Punkt: es wird immer wieder erzählt, dass heute jeder gute Tauben habe. Das ist natürlich vollkommener Blödsinn. Gute Tauben gibt es wenig, herausragende Tauben sind extrem selten. Und nur mit Letzteren kommt man wirklich weiter. Sie zu suchen und zu finden oder v.a. selbst zu züchten ist das wirklich spannende im Taubensport. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Wir versuchen es nun sehr stark mit den Tieren von Dirk de Beer, von deren Qualität wir überzeugt sind. Natürlich sind nicht alle gut. Aber es werden schon Gute dabei sein. Das glaube ich ganz fest. Daneben setzen wir aber auch immernoch auf unsere alte Linie, damit uns diese nicht verloren geht. Da wissen wir, was wir haben. Und wenn man sich mal mit den wirklich starken Züchtern seiner Umgebung unterhält, dann haben sie v.a. eines gemein: sie sind immer auf der Suche nach besseren Tauben. Deswegen sind sie anderen Züchtern voraus. Nicht weil sie Produkt X oder Futter Y einsetzen.
Ich selbst denke übrigens darüber nach unser Futtersystem im nächsten Reisejahr leicht zu modifizieren. Eigentlich funktioniert es gut, aber evtl. kann ich doch noch ein wenig optimieren, gerade im Hinblick auf den ein oder anderen Spitzenpreis mehr. Basismischung bleibt aber weiterhin die Prange-Mischung von Beyers.


04.12.11
Natürlich waren wir auch heute wieder auf unserer Ausstellung. Es war eine tolle, sehr gut besuchte Veranstaltung. Unsere Einsatzhalle platzte Sonntag nachmittag aus allen Nähten. Sehr schön, dass sich die Arbeit bei der Vorbereitung der Ausstellung, die doch viele Sportfreunde auf sich genommen hatten, gelohnt hat. Bei der Ausgabe der Tauben ist meinem Vater dann noch der 149 entwischt, der sich dann auf einen Metallträger in der Einsatzhalle setzte. Gut, dass er sehr zahm ist. So flog er, obwohl die Sportfreunde zwischendurch weiter ihre Tauben aus den Käfigen holten, nicht unter das Hallendach. Er bewegte sich nur noch ein Mal auf die Käfige, wo er dann sitzen blieb. Wir haben dann, nachdem alle Tauben ausgegeben waren, das Licht in der Halle ausgemacht und ich konnte ihn dann von einem Stuhl aus greifen. Jetzt ist auch er wieder wohlbehalten in unserem Schlag.

03.12.11
Heute haben wir einen sehr schönen Nachmittag/Abend auf unserer RV-Versammlung verbracht. Es war eine rundum gelungene Veranstaltung mit viel Spaß, aber auch sehr vielen interessanten Gesprächen rund um den Taubensport. Viele Grüße von dieser Stelle an die Sportfreunde aus Hamm - jene, die ich schon kannte und mal wiedergesehen hab und natürlich auch jene, die ich heute neu kennenlernen durfte. Ich hoffe, dass man sich bald wieder sieht.
In der Gesamtwertung unserer RV liegen wir mit den drei am Besten bewerteten Tauben auf Platz 6 von 52 Züchtern, die an der Ausstellung teilgenommen haben. Das ist, so denke ich, ein sehr, sehr ordentliches Ergebnis. Morgen wird die Ausstellung dann fortgesetzt. Nach dem Dienst geht es hin. Ich freu mich drauf.


02.12.2011
Nach meinem Spätdienst war ich heute noch kurz zu unserer Einsatzhalle, wo die Preisrichter auf unserer Ausstellung noch am Werk waren. Mein Vater hatte unsere Tauben dort abgegeben, während ich arbeiten war. Ich habe dann gewartet bis alles ausgewertet war und bin schließlich sehr zufrieden heim. Von unseren sieben ausgestellten Jährigen erringen gleich drei einen Preis in dieser Klasse.
Der 191 macht sogar den 1.Platz. Er ist ein Vollbruder des 882, der in diesem Herbst mit 47 Preisen auf den Zuchtschlag gewandert ist und dessen Enkel 236 dieses Jahr als Jähriger 11/12 fliegt. Außerdem machen die beiden Nestbrüder 202 und 203 noch den 5. und 7. Platz in dieser Klasse. Sie sind beide Söhne des 268, über den ich gestern ja etwas ausführlicher geschrieben habe. Der 268 selbst wurde mit 93 Punkten ordentlich in der gestern beschriebenen "Standardklasse" bewertet, aber aufgrund seines fortgeschrittenen Alters auch nicht mehr ganz so gut wie früher. Insgesamt haben wir aber ein sehr schönes Ergebnis erzielt. Das freut einen dann doch auch mal.


01.12.2011
Da unsere Tauben morgen zur Ausstellung gebracht werden, habe ich sie heute nicht mehr in die Aussenvoliere gelassen. Es hat heute geregnet und dann baden sie sowieso wieder und waschen sich den Puder von den Federn. Meistens sehen es die Preisrichter aber lieber, wenn etwas mehr Puder aufliegt und so verblieben sie einfach im Schlag. Darüber hinaus machen wir aber nichts Besonderes wie ich schonmal schrieb. So wichtig ist eine Ausstellung dann doch nicht. Wichtig ist v.a. das gesellige Beisammensein und die Möglichkeit für alle Züchter, die eigenen Tauben einmal zu präsentieren.
In unserer RV hat man zu dieser Ausstellung übrigens eine besondere Klasse geschaffen, die der auch Nicht-Reisetauben ausgestellt werden können. Wenn also ein Züchter eine schöne Taube hat, die er nicht reist, so kann er sie trotzdem ausstellen. Das ist einfach ein zusätzliches Angebot und macht die Ausstellung sicher noch etwas interessanter. Wir stellen in dieser Klasse unseren "268" aus. Dieser Vogel war 2006 und 2007 jeweils Standardvogel auf der Ausstellung. Inzwischen sitzt er bei den Ammentauben. Da aber zwei jährige Vögel aus ihm in diesem Jahr sehr ordentlich gereist haben (die beiden werden morgen auch ausgestellt) kann es gut sein, dass wir im nächsten Jahr aus dem  "268" noch einmal Junge ziehen mit der gleichen Täubin aus der auch die beiden Jährigen stammen. Der "268" ist aus dem Jahr 2004 und sicher nicht mehr in absolutem Top-Zustand. Aber für diese Ausstellung reicht es allemal und solche eine schöne, standardgerechte Taube zieht man auch nicht alle Tage. Von daher präsentieren wir ihn morgen schon durchaus mit Stolz.
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