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Mittwoch, 21.01.2026
Sascha am 21.01.2026 um 07:18 (UTC)
 Neben diversen Brieftaubenzeitschriften gibt es inzwischen viele Möglichkeiten sich per Internet über unser Hobby Brieftaubensport zu infomieren. Ich nutze das auch recht viel. Gerne lese ich auch in alten Büchern oder schaue einmal ältere Filme auf DVD an, aber online finde ich auch fast täglich interessante und lehrsame Filme und Beiträge. In anderen Ländern wie Polen, den Niederlanden oder auch Enland und den USA gibt es viele Sportfreunde, die unser Hobby in verschiedenen Formen im Netz präsentieren.
Meistens schaue ich diese Filme und Podcasts am Laptop und dann habe ich hier immer einen kleinen Kalender neben mir liegen, den ich auch als Notizbuch nutze und schreibe mir dann gelegentlichd das ein oder andere auf, was mir interessant erscheint.
Der niederländische Jungtaubenspezialist Willem de Bruijn veröffentlichte zuletzt einen Beitrag, in dem er beschrieb, dass er seine Jungtauben immer mit etwa 24 Tagen absetzt. Dann hat er in seinem Schlag einen bestimmten Bereich mit einer Holzlatte abgeteilt und in dem abgeteilten Bereich hat er Hanfstreu liegen über einer Heizplatte. So setzen sich die Jungtiere genau in diesen Bereich bis sie später in die Regale gehen. Er stellt auch mehrere Schalen mit Futter auf und achtet sehr darauf, dass die Jungtiere schnell trinken. Willem de Bruijn sagt, dass er damit die Phase, in der die Jungtauben nach dem Absetzen etwas "abbauen" nach der reichlichen Fütterung durch ihre Eltern so überbrückt, dass sie eben nicht "abbauen". In unserem Schlag kann ich keine Heizung anbringen, aber ich überlege schon ob es Sinn machen kann so eine Ecke abzuteilen, in der ich die Jungen für die erste Zeit auf einer weiteren Unterlage wie Stroh oder Hanfstreu oder Buchenspäne (oder alles zusammen) sitzen lasse. Das ist vielleicht nicht verkehrt, auch wenn unser Schlag oben im Dachfirst wirklich sehr trocken ist. Die Idee verschiedene Schalen mit Futter hinzustellen, damit die Jungtiere auf jeden Fall schnell fressen finde ich auch sehr gut.
In einem anderen Beitrag im Internet berichtete ein Sportfreund über die Verwendung verschiedener Kräuter als Badewasserzusatz. Er erklärte, dass die ätherischen Öle aus den Kräutern, wenn man sie regelmäßig anwendet, sich an die Federn und auf die Haut "heften". Wenn man dann die "richtigen" Kräuter verwendet hat man eine Art antibakterielle oder antivirale Wirkung "von außen". Ich selbst verwende ungerne Badesalz oder andere Zuätze, sondern habe oft, als es noch auf dem Markt war, das Produkt "Avibac Stabilizer", verwendet. Inzwischen habe ich auch einen Tipp zu einer Alternative für dieses Mittel bekommen, aber ich habe es noch nicht bestellt und getestet. Die Idee mit dem "Kräuterbad" finde ich allerdings auch sehr spannend und werde versuchen es in nächster Zeit einmal zu testen. Ich schaue dann wie die Tauben es annehmen und ob ich irgendetwas feststelle. Solche Versuche finde ich spannend und so finde ich immer mal wieder neue Ideen für Tests im eigenen Schlag.
Für die kommende Zeit habe ich übrigens von zwei Sportfreunden zwei, bzw. drei neue Beiprodukte zugesandt bekommen, um diese zu testen. Da bin ich auch schon sehr gespannt. Solche Versuche mache ich immer gerne, wenn es hier in unser Versorgungssystem passt und dann schaue ich ob sich irgendetwas bei den Tauben verändert. In diesem Jahr werde ich versuchen bei den Jungtauben etwas auszuprobieren und auch bei den Alttauben vor der Reise. Ich werde dann zu gegebener Zeit darüber schreiben, aber das dauert noch ein wenig. Es ist für mich einfach spannend zu sehen ob die Tauben und wie die Tauben auf neue oder andere Produkte reagieren, zumal ich, was die Wirkung und den Nutzen verschiedenster Mittel, ja immer sehr skeptisch bin.
 

Montag, 19.01.2026
Sascha am 19.01.2026 um 17:07 (UTC)
 Wir haben hier seit einigen Tagen blauen, wolkenlosen Himmel und den ganzen Tag über Sonne. Es ist tolles Wetter und das merkt man den Tauben auch an. Besonders die Vögel sind wie aufgedreht. Es ist eigentlich ideales Wetter um die Tauben anzupaaren, aber das schaffe ich zeitlich nicht und es wäre mir auch noch etwas zu früh.
So liegen die Tauben viel in der Sonne und wenn ich ihnen die Badewanne hinstelle, dann sind sie ganz verrückt auf ihr Bad und sie springen teilweise übereinander in die Wanne.
Heute hörte ich im Witwerschlag einen Vogel laut brummen und locken und als ich nachsah lagen zwei jährige Tiere zusammen in einer Zelle und schmusten. Eines der beiden hatte ich in der Hoffnung, dass es doch ein Vogel ist, mit in den Witwerschlag gesetzt, aber letztlich ist es eine Täubin geworden. So wie die drei Geschwister auch, die ich im vergangen Jahr aus diesem Paar gezogen hatte. Alle sehen prima aus und haben die Jungtierreise gut gemeistert, aber nun sind es alles Weibchen und da wir nur Vögel reisen kann ich leider kein einziges Nachzuchttier dieses Paares auf der Altreise testen. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Die Zeit reicht leider nicht dafür auf der Altreise beide Geschlechter zu reisen und selbst nur Männchen zu reisen ist oft zeit- und arbeitsaufwändig genug.

 

Sonntag, 18.01.2026
Sascha am 18.01.2026 um 10:37 (UTC)
 Beim Stöbern im Internet stieß ich auf den Zuchtkatalog eines sehr erfolgreichen Züchters. Er hat schon seine Zuchtpaarungen für 2026 veröffentlicht. Abstammungen und Bilder der Tauben und dazu die Preise für eine Jungtaube. Ich frage mich gelegentlich wirklich wo wir eigentlich hingekommen sind. Da werden dann Preise pro Jungtaube von 500 bis 1000 Euro aufgerufen. So soll beispielsweise ein Jungtier aus einem erwiesenen Zuchtvogel mit einer nun zweijährigen Täubin, von der man noch gar nichts weiß, schmale 1000 Euro kosten.
Es kann jeder für Jungtauben verlangen was er will und jeder soll bezahlen was er will und wenn der Sportfreund die Tauben für diese (meiner Ansicht nach viel zu hohen) Preise los wird, dann gratuliere ich ihm. Aber ich persönlich empfinde solche Zahlen einfach nur noch als völlig daneben. Man muss sich immer vor Augen halten was die Folgen davon sind, wenn Sportfreunde so viel Geld in Jungtauben investieren. Die Erwartungen sind groß, sie glauben und hoffen, dass sie damit hervorragende Tauben gekauft haben. Aber auch dieser Sportfreund züchtet, wie jeder andere auch, zu 90 Prozent Tauben, die einfach nichts taugen. Und dann hat jemand 500 oder 750 oder 1000 Euro für eine junge Taube ausgegeben, aus der er dann zwei, drei, vier Jahre nur weitgehend unbrauchbaren Nachwuchs züchtet. So etwas schafft Unruhe und Unzufriedenheit.
Ich habe es hier schon gelegentlich geschrieben: es ist sehr schwer gute Tauben zu finden und einen Sportfreund, bei dem man Tauben holt und der auch zu einem selbst passt. Dessen Führung der Tauben zu dem passt, was man selbst mit den Tauben macht und zeitlich und finanziell machen kann.
Unsere Führung der Tauben stelle ich hier immer mal wieder dar. Wir machen hier von je her wenig Aufwand um die Tauben. Wenn wir nun Tauben von einem erfolgreichen Schlag holen, der die Tauben 24 Stunden rund um die Uhr betreut, zig Beiprodukte gibt, der sie vor und in der Reise häufig privat trainiert usw. - dann kann ich doch gar nicht erwarten dass die Tauben dieses Schlages mich in der Zucht weiterbringen. Es kann selbstverständlich ein Treffer dabei sein. Aber mir wäre das Risiko viel zu groß für 10 Tauben 5.000 bis 10.000 Euro auszugeben und dann zu sehen, dass mich diese Tiere gar nicht oder kaum weiter bringen.
An dieser Stelle ist auch immer Ehrlichkeit wichtig: wenn ein Züchter einen großen Aufwand in der Betreuung seiner Tauben betreibt und damit erfolgreich ist, dann ist das sein Weg die Tiere zu versorgen und alles ist in Ordnung. Aber er sollte dann schon klar machen, dass die Erfolge eben auch mit diesem großen Aufwand zusammen hängen und die Taubenqualität an sich vielleicht gut, aber nicht so überragend ist, wie es die Erfolge suggerieren.
Brieftaubensport ist immer ein Gesamtpaket. Versorgung, Training, Gesundheitsmanagement, Taubenqualität und letztlich auch die zeitlichen Möglichkeiten sind Faktoren, die bei den Erfolgen eine Rolle spielen. Diese Faktoren sind in jedem Schlag anders.
Es macht für viele Sportfreunde einfach gar keinen Sinn viel Geld in Tauben zu investieren, die von Schlägen kommen wo sich 24 Stunden am Tag alles um die Tauben dreht. Ganz einfach weil sie in der Regel mit diesen Tauben nicht weiter kommen. Wer große Summen in eine Jungtaube investieren will, der soll das gerne tun. Aber dann sollte man sich nachher nicht beklagen, wenn das Geld futsch ist und die Ergebnisse trotzdem nicht besser als vorher. Aber ganz abgesehen davon: wieviele Jungtauben sind wirklich 500 oder 1000 Euro wert, wenn man sie kauft? Ich denke der Prozentsatz an allen gekauften und verkauften Tauben eines Jahres hier in Deutschland ist verschwindend gering.
 

Samstag, 17.01.2025
Sascha am 17.01.2026 um 07:24 (UTC)
 In der Mitgliederversammlung unseres Verbandes stellte ein Vertreter eines Regionalverbandes die Frage, ob es nicht an der Zeit sei die Bedingungen für die Erstellung einer Preisliste anzupassen und die Mindestzahl von 150 Tauben für eine Liste abzusenken. Es wurde kurz diskutiert und dann wurde abgestimmt und das Ansinnen des Sportfreundes mehrheitlich abgelehnt.
Vielleicht ist es von mir zu kurz gedacht, aber ich halte diese Regelungen bzgl irgendwelcher Mindest-Taubenzahlen grundsätzlich für falsch und möchte dazu mal ein Beispiel bringen:
in einer kleinen Rv sind noch 6 Züchter organisiert. Fünf sportfreunde nehmen mit 10 bis 15 Tauben an den Flügen teil und ein Züchter bringt 120 Tauben an den Start (solche Taubenzahlen sind heute ja keine Seltenheit). Diese RV dürfte dann eine Preisliste erstellen, weil sie über 150 Tauben kommt. In einer anderen RV sind 9 Züchter organisiert, von denen aber jeder ebenfalls nur 10 bis 15 Tauben an den Start bringt. Diese RV kommt dann auf maximal 135 gesetzte Tauben und dürfte keine Preisliste erstellen. Sie hat aber letztlich mehr Züchter. Warum will man diesen Sportfreunden eine Preisliste untersagen, wenn es die RV noch gibt?
Aus meiner Sicht sollten die Preislisten sich eher an der Anzahl der reisenden Schläge als an der Zahl der eingesetzten Tauben orientieren.
So könnte man sagen: für eine RV-Preisliste müssen mindestens 10 Schläge zusammen reisen, für eine Regionalverbandsgruppen-Preisliste mindestens 30, für eine Regionalverbands-Preisliste mindestens 60 und für eine Verbandsflug- oder Nationalflug-Preisliste minedstens 100 reisende Schläge.
Das ist jetzt nur ein Beispiel und überhaupt nicht ganz zu Ende gedacht. Aber ich denke, dass dieser Ansatz ein Weg dahin wäre, dass RVen fusionieren und sich zusammenschließen müssen und dass Regionalverbandsgruppen oder Regionalverbände nicht zu klein werden und dass auch die sogenannten Verbands- oder Nationalflüge noch eine gewisse Wertigkeit behalten.
Weiterhin sollte für Sportfreunde, die sich in kleineren Gruppen als 10 teilnehmenden Schläge zusammenfinden (sei es als RV oder wie immer sich es am Ende nennen mag) trotzdem möglich sein Preislisten zu erstellen wie sie möchten. Aus diesen Preislisten können dann aber keine offiziellen Meisterschaften des Verbandes (z.b. eine RV-Meisterschaft des Verbandes) oder Medaillen oder sonst eine offizielle Auszeichnung unseres Verbandes ausgeflogen werden.
Aber wenn diese weniger Sportfreunde es organisieren möchten, bezahlen wollen usw. dann sollen sie doch gerne eine eigene Preisliste haben. So könnten beispielsweise noch größere Vereine ihre eigene Vereinspreisliste erstellen und eine Vereinsmeisterschaft ausfliegen. Oder verschiedene Züchter einer größeren RV könnten sich zusammenschließen und eine irgend geartete Meisterschaft ausfliegen. Wichtig ist, dass sie Spaß am Brieftaubensport haben.
Unser RV-Vorsitzender regte in der letzten Versammlung an, dass wir hier in der RV mal eine Meisterschaft der über 80-jährigen Sportfreunde ausfliegen. Das finde ich eine tolle Idee. Und warum sollte man das nicht in einer eigenen Preisliste, die nur für diese Sportfreunde erstellt wird, tun? Das wäre, so denke ich, eine tolle Sache, die den Züchtern sicherlich viel Spaß machen würde und selbst für die unter 80-jährigen Sportfreunde spannend zu verfolgen wäre.
 

Freitag, 16.01.2026
Sascha am 16.01.2026 um 04:23 (UTC)
 In den letzten Tagen habe ich mir Stück für Stück immer in kleinen Häppchen so wie es die Zeit zuließ das Video von der Mitgliederversammlung unseres Verbandes am vergangenen Samstag angesehen. Ich kann mich als Züchter erst einmal nur bedanken, dass es Sportfreunde gibt, die sich so intentsiv um unser Hobby kümmern, die an solchen Versammlungen teilnehmen und die v.a. auch die Vorarbeiten zu so einer Mitgliederversammlung treffen. Dieses Mal ging es v.a. darum unsere Reiseordnung auf einen neuen Stand zu bringen und den aktuellen Gegebenheiten im deutschen Brieftaubensport anzupassen. Das Ergebnis der Versammlung wird dann sicher schon bald in der Verbandszeitschrift zu lesen sein.
Es ist für alle Verantwortlichen schwer in Anbetracht des Mitgliedeschwundes, der auch in der Versammlung besprochen wurde, aber auch in Anbetracht der gesellschaftlichen Umstände, z.b. der steigenden Anforderungen durch Behörden oder selbsternannte Tierschützer unser Hobby anzupassen und die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.
Persönlich habe ich den Eindruck, dass unser Verbandspräsidium oft mehr ändern und reformieren würde, aber die Regionalverbandsvertreter diesen Wünschen nicht immer folgen. Auch wenn sich dort immer mal wieder etwas tut, so empfinde ich dieses Gremium der Mitgliederversammlung durch Regionalverbandsvertreter als den eigentlichen Hemmschuh in unserem Hobby. Es ist mir bewusst, dass es viele Dinge gibt, die man bei Änderungen und Reformen mit bedenken muss und dass es so manchen Aspekt gibt, der regeional einfach unterschiedlich betrachtet werden muss beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Züchter- und Taubenzahlen. Es ist also alles nicht einfach. Aber genau deswegen verstehe ich einfach nicht warum wir es uns immernoch leisten praktisch jede Änderung und jedes kleine Reförmchen von "oben herab zu denken". D.h. es gibt Ideen zur Veränderung unseres Hobbys, zur Veränderung des Reisegeschehens und die erste Frage, die fast immer gestellt wird und an der diese oft notwendigen Anpassungen dann scheitern ist die Frage: "Wie wirkt sich das auf die deutschen Meisterschaften, die As-Tauben oder die Regionalverbandsmeisterschaften aus?" Dabei sind die Meisterschaften letztlich das geringste Problem was wir haben, wenn es in vielen Regionen bald aufgrund mangelnder Züchter- und Taubenzahlen kaum noch möglich sein wird ein angemessenes Reiseprogramm auf die Beine zu stellen. Mir ist es ein völliges Rätsel warum wir in unserem Bestreben den Brieftaubensport in Deutschland zu reformieren und zu erhalten immer wieder anfangen von irgendwelchen Meisterschaften zu sprechen, welche aber für die große Mehrheit der Züchter überhaupt keine Rolle spielen.
Wenn es beispielsweise um gemeinsame Auflässe geht, dann wird immer wieder darüber gesprochen wie sich diese großen Auflässe dann auf Meisterschaftsergebnisse und Resultate einzelner RVen oder Regionalverbände auswirken. Dabei wäre der große, gemeinsame Auflass eigentlich das übergeordnete Ziel, dass viel wichtiger ist als eine deutsche Meisterschaft o.ä. Man kann auch Tauben auf 250 oder 300 KM Entfernung im großen Verbund auflassen. In Belgien wird das auf der Kurzstrecke seit Jahren und Jahrzehnten so gemacht. Aber dann benötigt man eben kleine Preislisten zur Auswertung und keine Preislisten, die teilweise völlig unsinnig und nicht aussagekräftig sind, so wie es hier bei uns auf den National- oder Verbandsflügen immer noch ist. Wir blockieren uns seit Jahren selbst durch die Meisterschaften statt erst einmal die Reformen grundsätzlich und von unten nach oben anzugehen.
Insofern denke ich, dass bei aller Arbeit und bei allem Bemühen zur Reform der Reiseordnung und bei allem Respekt vor dem Zeit- und Arbeitsaufwand der Verantwortlichen auch mit dieser Mitgliederversammlung wieder ein weiteres Jahr weitgehend verschenkt wurde. Leider rennt uns die Zeit aber ein wenig davon.
 

Mittwoch, 14.01.2026
Sascha am 14.01.2026 um 04:22 (UTC)
 Gestern berichtete mir ein Sportfreund, dass er eine Kotprobe seiner zukünftigen Reisetauben beim spezialisierten Tierarzt hatte untersuchen lassen. Es wurde nur ein sehr geringer Befall mit Kokzidien festgestellt. Der Tierarzt riet davon ab die Kokzidien zu diesem Zeitpunkt des Jahres zu behandeln.
Das ist ein Vorgehen welches sehr viele Taubentierärzte inzwischen empfehlen. Außerhalb der Reisesaison sollen nach Meinung der Ärzte sehr geringe Infektionen mit Kokzidien nicht behandelt werden. Vor mehr als 15 Jahren erklärte mir der leider verstorbene Dr. Kamphausen in der Verbandsklinik einmal nach einem ähnlichen Befund in der Winterzeit bei unseren Tauben, dass er diese geringen Befälle mit Kokzidien oder auch Trichomonaden eher für förderlich für unsere Tauben insgesamt hält, weil sie das Immunsystem der Tiere immer ein wenig beanspruchen und damit fördern und das Tier damit insgesamt in einem besseren Zustand ist.
Behandlungen von Kokzidien empfehlen die Veterinäre dann erst zur Reise hin, denn wenn irgendwann die Belastung für die Tauben durch den Wettflug erfolgt, können diese Erreger doch Schwierigkeiten machen und sie werden auch beim Suchen nach den Gründen für Formschwäche oder schwache Leistungen oft einfach vergessen.
Normalerweise ist es so, dass Kokzidien gerade im Sommer, wenn es trocken ist und die Hygiene in den Schlägen gut, keine Schwierigkeiten machen. Aber in der Reisesaison können sie sich schon unter dem Anspruch des täglichen Tranings und der wöchentlichen Flüge zu stark vermehren.
Wolfgang Roeper berichtete einmal in einem Video, dass er an seinem Schlag fast ständig Probleme mit Kokzidien hatte. Das hatte vermutlich eher mit dem Umfeld des Schlages zu tun, als mit dem Schlag selbst, denn die Oozysten, also letztlich die Eier der Kokzidien, überleben rund um den Schlag oder auch auf dem Dach des Schlages über sehr lange Zeiträume. Wenn Tauben also auf dem Rasen laufen oder auf dem Dach picken und selbstverständlich auch im Kabi unterwegs besteht immer die Gefahr, dass sie sich wieder infizieren.
Es gab mal eine Studie vor vielen Jahren, dass die konzentrierten Oregano-Produkte die Ausscheidung der Kokzidien hemmen und damit eine gegenseitige Infektion der Tauben erschweren können. Aber man kann mit diesen Produkten keinen mittel- oder hochgradigen Befall aus der Tauben kuren. Bei einem nur geringen Befall können diese Mittel bei sehr regelmäßigem Einsatz helfen den Befall zu begrenzen. Selbstverständlich neben einer vernünftigen Schlaghygiene. Ich denke aber nicht, dass es einen großen Nutzen hat in der Reise ein oder zwei Mal in der Woche einen Oregano-Extrakt über Futter oder Wasser zu geben. Das kann man sich sparen. Außerhalb der Saison allerdings kann ein mehrmaliger Einsatz dieser Mittel pro Woche wohl helfen.
 

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