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Dienstag, 19.05.2026
Sascha am 19.05.2026 um 05:53 (UTC)
 Am Tag nach einem Preisflug bekommen unsere Witwervögel in der Regel keinen Freiflug sondern verbleiben zur Regeneration im Schlag. Gestern hatte es während des Tages viel geregnet, aber gegen Abend wurde das Wetter richtig schön und so habe ich einfach die Ausflüge geöffnet und die Vögel für etwa eine Stunde machen lassen was sie wollen. Sie konnten herausgehen und fliegen oder im Schlag bleiben so wie sie es bevorzugten. Es warend dann irgendwann aber fast alle Witwer draußen und sie flogen und ich sehe mir das dann sehr gerne aus dem Garten an, wenn sie landen, in den Schlag gehen, wieder herauskommen, balzen usw. Als nur noch etwa zehn Witwer draußen waren flogen diese plötzlich vom Dach ab und mit vollem Tempo davon. Den Grund konnte ich schnell ausmachen. Ein Wanderfalke flog am Himmel genau von Ost nach West. Er stellte den Tauben nicht nach (vielleicht hatte er keinen Hunger), aber selbstverständlich hatten sie Angst und es dauerte später eine ganze Weile bis diese Vögel wieder im Schlag waren.
Es wird nun also auch hier beim Training am Haus immer problematischer. Erst waren es Habicht und Sperber und nun schaut der Wanderfalke regelmäßig vorbei. So können Reisetauben verständlicherweise nicht in Bestform kommen.
Große Sorgen mache ich mir diesbezüglich um unsere Jungtauben. Wenn diese nun auch noch immer wieder von Greifvögeln gejagd werden, dann steht zu befürchten, dass viele verloren gehen oder geschlagen werden.
Gestern hat mir ein Sportfreund aus der Gegend in der unsere Tauben gestartet werden und die sie durchfliegen müssen netterweise eine Auflistung der Wanderfalkenhorste in seiner Region zugeschickt. Ich bin gerade dabei damit eine Karte zu gestalten um das Ganze etwas übersichtlicher zu machen. Diese Karte werde ich gelegentlich hier veröffentlichen. Aber was ich jetzt schon sagen kann: Es ist Woche für Woche reines Harakiri was wir auf unserer Flugroute mit den Tauben veranstalten. Ich weiß nicht wie es auf anderen Richtungen ist. Ich beobachte aber, dass beispielsweise unser Nachbar-Regionalverband 250, der zum Südwesten reist, in Relation deutlich weniger Taubenverluste durch Greifvögel hat.
Gestern telefonierte ich mit einem Sportfreund unserer RV, der bisher sehr gut reist und der auch am Wochenende wieder Tauben in der Spitze der Preisliste hatte usw. Ihm fehlten vom Flug noch fünf Tauben, darunter zwei dreijährige Täubinnen, die bislang auf jedem Flug einen Preis geflogen hatten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich gut verstehen kann wenn solche Züchter einfach nur noch frustriert sind.
Für uns steht am kommenden Wochenende schon der erste 400-Kilometer-Flug auf dem Plan. Das ist schon ein sehr strammes Programm was wir in diesem Jahr fliegen, wobei ich sagen muss, dass es das Wetter bisher gut mit uns gemeint hat und die Flüge durch südliche Winde immer mit hohen Fluggeschwindigkeiten begünstigt wurden. Es stehen nun drei 400er hintereinander auf dem Programm. Sollte das so funktionieren, dann haben unsere Tauben schon einiges geleistet und das ist am Ende ja auch gut so, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass man es insgesamt etas langsamer und später hätte angehen sollen.
Wenn ich mir aber andere Vereinigungen und Regionalverbände ansehe, dann macht das Programm dort auf mich eher den Eindruck eines Kurzstreckenclubs im deutschen Programm. Es gibt tatsächlich RVen, die Plan nicht einen echten 500er haben und da hört es für mich dann auch auf. Das sind Reisepläne, die kaum noch irgendwelche Anforderungen an die Tauben stellen. Das kann am Ende ja auch nicht das Ziel sein.
 

Montag, 18.05.2026
Sascha am 18.05.2026 um 02:28 (UTC)
 Obwohl unser vierter Preisflug für unseren Schlag kein wirklich gutes Ergebnis brachte, bin ich doch am Ende zufrieden, denn erstmals seit Wochen sind alle Tauben vollzählig und unverletzt wieder im Schlag. Der Auflass in Parsberg war bereits um 7.10 Uhr erfolgt und nachdem der Wind vom Samstag auf den Sonntag wieder auf südliche Richtungen gedreht hatte, flogen die ersten Tauben die 360 Kilometer lange Strecke in nur knapp über vier Stunden.
Schon unser erster Vogel kam hoch aus dem Norden zurück und kreiste obendrein noch sehr lange um den Schlag ehe er einsprang. Auch die nachfolgenden Tauben kamen allesamt aus nördlicher Richtung und auch diese Tiere flogen teilweise sehr lange um den Schlag.
Meine Meinung dazu ist immer: Tauben in Bestform überfliegen nicht bei leichtem Rückenwind, wie wir ihn gestern hatten und Tauben in Bestform machen auch kein Schaufliegen um den Schlag, sondern fliegen schnell an und gehen schnell hinein.
Insofern waren unsere Vögel sicherlich nicht in bester Verfassung. Woran das nun im Einzelnen liegt kann ich nicht sagen, aber nach der Rückkehr hatten mehrere unserer Vögel auch sehr viel Durst, was mich doch etwas wunderte, denn der Flug war nicht sehr schwer und es war auch nicht besonders warm. Möglicherweise haben die meisten Vögel im Kabinenexpress nicht getrunken was meiner Meinung nach gerade bei recht frühen Auflässen häufig der Fall ist. Zumal dann, wenn die Boxen in den Geraldy-Fahrzeugen mit zwanzig Tauben oder mehr besetzt sind.
Nachdem ich dann den Fernabschlag gemacht hatte war die Situation erneut so, wie schon in den vergangenen Wochen: es fehlten zu viele Tauben und sie kamen kaum nach. Daher rechnete ich erneut damit, dass nicht alle Tauben heimkerhen würden. Aber dieses Mal war es anders und als ich schon dabei war Vögel und Täubinnen am Nachmittag zu trennen kam gegen 16.15 Uhr auch der letzte noch fehlende Vogel wieder heim.
Nun hatte ich ja bereits geschrieben, dass unsere Witwer in der vergangenen Woche nur drei Mal sehr früh am Morgen Freiflug hatten als es noch sehr kühl war und teilweise auch regnete. Aber ob das letztlich dafür verantwortlich für die schwache Form an diesem Wochenende war kann ich nicht sagen. Es ist natürlich auch immer denkbar dass die Tauben sich nun nach sieben Kabi-Aufenthalten und dem sehr wechselhaften und oftmals auch sehr kühlen Wetter einen leichten Infekt eingefangen haben. Ich muss schauen wie ich jetzt weiter vorgehe. Grundsätzlich sehen die Vögel aber gut aus und ich denke nicht, dass wir hier ein sehr großes Problem haben. Was insgesamt jedoch weiterhin - nicht nur in unserer RV, sondern in vielen Preislisten - auffällt ist die Tatsache wie sehr die Weibchen inzwischen oft die Preislisten der Spitze und auch in der Menge der Preise dominieren. Gerade in diesem Jahr auf unserer Südost-Richtung mit bislang sehr schnellen Flügen tun sich die Täubinnen doch, so scheint es mir, erheblich leichter.
 

Sonntag, 17.05.2026
Sascha am 17.05.2026 um 03:22 (UTC)
 Unser heutiger vierter Preisflug soll in Parsberg gestartet werden bei einer Entfernung von 360 Kilometer. Da ab dem Mittag im Heimatbereich nach und nach Regen hereinziehen soll wird der Auflass wohl recht frühzeitig erfolgen. Viele Gespräche beim Einsetzen drehen sich aktuell nicht um hervorragende Leistungen, das Wetter oder andere Dinge, sondern um fehlende und v.a. auch vom Flug verletzt heimkehrende Tauben. Es hat in diesem Jahr bisher einfach überhand genommen und geht nicht nur mir selbst, sondern auch mehreren anderen Sportfreunden sehr stark an die Nerven.
Aus Zeitgründen hatten unsere Witwervögel in der vergangenen Woche nur ganze drei Mal jeweils früh morgens Freiflug. Ich kann nicht einschätzen wie sich das auf ihre Verfassung ausgewirkt hat. In der Hand schienen sie beim Einkorben bei guter Konstitution zu sein. Aber ob die Form dann für den heutigen Flug wirklich richtig da ist möchte ich ein wenig bezweifeln. Ich finde es persönlich aber derzeit auch nicht so wichtig und wäre einfach mal nur froh, wenn alle Tauben unverletzt wieder nach hause kämen. Beim Einsatzgeschäft heute habe ich noch zu einem Züchter gesagt, dass die vielen verletzten Tauben und auch die durch die Greifvögel fehlenden Tiere eine Beurteilung der Leistungsfähigkeit der einzelnen Tauben ohnehin sehr erschweren.
Wenn unsere Vögel heute vom Flug nach hause kommen werden sie bei der Ankunft zum ersten Mal in dieser Saison auch einige Sämereien und Hanf in ihrem Zellennapf vorfinden. Nach den bisher recht leichten Flügen hatten sie auch bei der Rückkehr noch keinen Appetit, aber so langsam wird es anspruchsvoller für die Tauben und so sollen sie zuhause auch die Möglichkeit haben etwas zu fressen, wenn sie möchten. So geht dann hoffentlich die Regeneration möglichst schnell vonstatten. In die Tränke gibt es bei der Rückkehr Elektrolyte in Form von Bony Bolectrol, einem Produkt von Dr. Boskamp.

 

Donnerstag, 14.05.2026
Sascha am 14.05.2026 um 06:55 (UTC)
 Unsere Witwervögel sind jetzt gerade vom Training am Haus wieder im Schlag. Sie haben gut geflogen, aber es ist auch sehr kalt. Jetzt fängt es schon wieder an zu regnen. Es ist kein Wetter für Brieftauben. Zum Wochenende melden die Vorhersagen aber ansteigende Temperaturen und auch insgesamt weniger Regen und Wind, sodass die Flüge wohl normal gestartet werden können.
Als mein Nachbar mit gestern berichtete, dass zwei Wanderfalken Jagd auf seine Reiseweibchen gemacht haben und am Abend noch drei Täubinnen fehlten, da kamen mir wieder Zweifel ob das alles so wirklich noch Sinn macht, was wir mit unseren Brieftauben betreiben. Es ist am Ende oftmals überhaupt kein Hobby mehr im Sinne eines Stressausgleichs und Vergnügens. Stattdessen werden die Tauben am Haus gejagd, auf den Flügen gejagd, verletzt und geschlagen. Ich weiß aktuell keine Lösung, aber ich ringe doch ständig mit mir ob das alles in der Form so noch richtig ist für mich persönlich. Aber so geht es sicher auch vielen anderen Sportfreunden.
Gestern rief mich ein Sportfreund mit einer Frage an: er wollte meine Meinung zum Thema Kokzidien wissen. Er war vor der Reise beim Tierarzt und hatte eine Kotprobe eingereicht wo ein leichter Kokzidienbefall festgestellt wurde. Er sollte diesen nicht behandeln und bekam einige Produkte auf natürlicher Basis mit, die er den Tauben regelmäßig geben sollte.
Nun ist ein leichter Kokzidienbefall auch aus meiner Sicht erst einmal kein Problem. Die Taube werden damit außerhalb der Reisesaison fertig und das Immunsystem wird durch die Erreger auch immer ein wenig gefordert und stimuliert. Anders sehe ich es allerdings in der Reise. Da werden Kokzidien, gerade wenn es, wie aktuell, länger kalt und nass ist, schnell zu einem Problem. Unter der Belastung der Flüge vermehren sie sich irgendwann trotz aller Hygiene im Schlag und dann kommt früher oder später der Formeinbruch. Es folgen wenige Preise, schlecht Flugergebnisse und möglicherweise auch Verluste.
Insofern würde ich zur Reisesaison hin auch einen leichten Kokzidienbefund immer behandeln. Dazu kann man vor der Saison das flüssige Baycox über zwei, drei Tage geben, welches der Tierarzt verschreiben kann. In der Reise wiederum geht auch eine Behandlung mit Baycox aller Erfahrung nach mit einer Formverschlechterung einher und dann ist auch niemandem geholfen.
Früher gab es hier in Deutschland die Appertex-Tabletten. Diese konnte man in der Reise hervorragend und ohne Formverlust (eher im Gegenteil) gegen Kokzidien einsetzen. Der Wirkstoff war Clazuril. Inzwischen sind diese Tabletten nicht mehr am Markt erhältlich und deutsche Tierärzte haben soweit mir jedenfalls bekannt ist, keine Alternative in Tablettenform, die hier zugelassen ist.
In den Niederlanden oder Belgien hingegen gibt es Taubentierärzte, die Tabletten gegen Kokzidien verschreiben können mit dem Wirkstoff Diclazuril und wenn ich hier Probleme hätte, dann würde ich mich an diese Ärzte wenden. Man muss sich und seinen Tauben halt irgendwie helfen.
Ich erinnere mich daran, dass Wolfgang Roeper einmal in einem Interview berichtete, dass er bei sich im Schlag ständig Probleme mit Kokzidien hatte. Obwohl er viel Wert auf Sauberkeit legte und den Schlag auch immer wieder mit dem Brenner ausbrannte. Aber das Dach eines Schlages und die Umgebung kann man einfach nicht dauerhaft frei von Kokzidieneiern halten und so infizieren sich die Tauben doch immer wieder. Außerhalb der Reise kann an da auch sehr gut unterstützend auf der Basis von Oregano-Extrakten arbeiten, aber es sollte niemand glauben, dass die ein oder zweimalige Gabe unter der Woche in der Reise den Tauben wirklich etwas nutzt. Dafür sind die Anstrengungen und Belastungen in der Saison einfach zu groß.
Ich denke übrigens dass auf die gesamte Saison betrachtet Kokzidien ein viel größeres Problem für die Reisetauben sein können, als ein paar Trichomonaden. Insofern kann es durchaus Sinn machen regelmäßig auch in der Saison Kot untersuchen zu lassen.

 

Mittwoch, 13.05.2026
Sascha am 13.05.2026 um 07:46 (UTC)
 Auch gestern haben mich noch verschiedene Nachrichten zu den massiven Schwierigkeiten mit Greifvögeln erreicht. Eine Nachricht hat mich besonders entsetzt. Da schreibt mir ein Sportfreund, dass in seiner Gegend auf etwa 20 x 20 KM etwa 8 Wanderfalkenpaare künstlich angesiedelt wurden und er zählt mir auch auf wo genau die Horste dieser Paare sind. Das ist einfach unglaublich. Wenn man in die Webcams verschiedener Wanderfalkenpaare in ganz Deutschland schaut, dann sieht man reihenweise Brieftaubenringe. Wer kommt eigentlich für den Schaden auf? Wer ist für die Herausgabe der Ringe zuständig? Diese sind Eigentum des Züchters. Ich denke es wird Zeit dass unser Verband da einmal für alle Züchter tätig wird und einen versierten Anwalt einschaltet.
Bezüglich der Greifvögel haben wir hier am Schlag übrigens jetzt noch ein ganz anderes Phänomen. Ein Rotmilan hat sich angewöhnt hier ständig ganz knapp über unser Dach zu segeln. Das ist erst einmal nicht schlimm, da der Milan den Tauben nichts tut. Aber unsere Jungtauben der ersten Zucht, die seit ein paar Tagen (wegen der Habichtsprobleme) erst im Freiflug sind, erschrecken sich doch ständig vor dem großen Greifvogel. Also fliegen sie los, gehen hoch in die Luft (alle einzeln) und kommen dann früher oder später wieder herunter und landen. Auch das wäre kein Problem, wenn die TAuben danach nicht unmittelbar im Schlag verschwinden und nicht wieder herauskommen würden. D.h. vor Schreck verkriechen sie sich im Schlag und wollen nicht mehr herauskommen. So etwas hatten wir hier auch noch nicht, obwohl wir hier immer viele Rotmilane und Bussarde haben, von denen uns auch immer erzählt wird sie seien sehr selten geworden. Aber so ein Verhalten eines einzelnen Vogels haben wir bislang noch nicht erlebt.

Moin das geht hier nicht mehr lange gut
Habe hier im Durchmesser von 20 km um meinen schlag dieses wanderfalken Paare
1 paar Werdohl Kraftwerk
1 paar Storo papierfabrik hagen
1 paar hagen eilpe funkmast
1 paar müllverbrennug hagen
1 paar lüdenscheid Kirmes funkmast
1 paar Herdecke Kraftwerk
1 paar nordhelle herrscheid
1 paar müllverbrennung iserlohn.

Das sind nur die ich kenne
Also 8 Paare auf 20 km Durchmesser circa hier bei mir..
 

Dienstag, 12.05.2026
Sascha am 12.05.2026 um 05:58 (UTC)
 Was für ein Wetter! Kälte, Wind, Regen und etwas weiter südlich im Sauerland liegt sogar eine leichte Schneedecke. So wird es wohl die ganze Woche bis Freitag bleiben. Unsere Witwer müssen nun, da ich Spätdienst habe, bei dem Sauwetter morgens trainieren. Das ist für die Tauben ungewohnt und es ist auch sehr kalt und nass. Aber anders geht es nicht. Ich werde sie aber nicht rauslassen, wenn das Wetter zu schlecht ist. Dann werde ich lieber auf einen Freiflug verzichten.
Zu meinem gestrigen Beitrag habe ich sehr viele Reaktionen bekommen auf verschiedenen Wegen. Tipps und Überlegungen von Züchtern woran Verluste liegen können. Auch Klagen über verlorene und verletzte Tauben. Diskussionen um Auflassorte und Aufflasszeiten. Ich möchte mich für die vielen Reaktionen bedanken. Ich speichere mir das alles immer auf dem PC und kann dann im Herbst, wenn mehr Zeit ist, einmal darauf zurückgreifen und das alles genauer thematisieren.
Was uns Brieftaubenzüchtern in Deutschland fehlt - das merke ich immer wieder an den Zuschriften und Reaktionen zu meinen Beiträgen - ist eine Plattform auf der man sich austauschen kann. Früher gab es den Internet-Taubenschlag. Den gibt es leider nicht mehr und er wurde auch irgendwann kaum noch genutzt und von einigen Nutzern "kaputtgeschrieben".
Bei Facebook gibt es zig verschiedene Gruppen zum Thema Brieftauben, aber der Inhalt darin ist zumeist so, dass dort überhaupt nichts sinnvoll und zielführend diskutiert wird. Kurzfilme werden gepostet. Es werden Flugergebnisse präsentiert. Ab und an wird mal eine Frage gestellt und beantwortet. Aber ich habe die meisten dieser Gruppen wieder verlassen, weil sie Zeitverschwendung sind und keinen Inhalt bieten, der mich interessiert.
Von einem Sportfreund, der auch die Südostroute reist und dem vom Wochenende trotz guter Resultate auch wieder Tauben fehlen, las ich gestern: "Für mich ist diese Richtung schon lange überholt und nicht mehr zeitgemäß." Ich möchte das so nicht unbedingt unterschreiben, aber ich habe mir dann mal angesehen wo wir die Tauben entlang schicken und wie die Wanderfalkenpopulation auf der Flugroute ist. Nirgends gibt es nach meiner Wahrnehmung so viele künstliche Wanderfalkennistplätze wie entlang der Route, die wir mit unseren Tauben bereisen.
In Lauf an der Pegnitz, wo wir am Sonntag aufgelassen haben, ist nur 1 KM entfernt vom Auflassplatz ein Wanderfalkenhorst mit aktuell 4 jungtieren. In Nürnberg sind Wanderfalken, in Schweinfurt, in Neumarkt, in Regensburg, auf der Cadolzburg, in Feucht usw. usw.
Mir ist durchaus bewusst, dass derzeit in Deutschland fast überall Wanderfalken künstlich angesiedelt werden. Das sind Prestige-Projekte, die Geld bringen. Es geht dabei in keiner Weise um Natur- oder Umweltschutz. Aber ausgerechnet dort wo wir unsere Tauben entlang reisen ist es wirklich extrem und da müssen wir uns über Verluste und verletzte Tauben wirklich nicht beklagen. Zumal dann nicht, wenn wir, so wie es unser Regionalverband prakiziert, fast alleine sonntags unterwegs sind (wofür es wegen der arbeitenden Züchter gute Gründe gibt) und fast alle anderen Regionalverbände auf dieser Linie samstags reisen.
Ein befreundeter Züchter hat am Wochenende eine Täubin (als einzige) verloren, die im vergangenen Jahr unter den 10 besten Weibchen in seinem Regionalverband war. Ein anderer Züchter bekommt seinen RV-besten Vogel vom letzten Jahr nachmittags vom Greifvogel zerfetzt immerhin noch nach hause. Er kann diese Taube nun in den Zuchtschlag setzen. Ein weiterer Sportfreund, der u.a. am Wochenende den 1. Konkurs fliegt, schreibt: " Es fehlen noch drei jährige Vögel, die alle im Herbst bis 330km im Korb waren. Ich habe auch keine Erklärung." Noch ein Züchter schreibt mir: "Ich denke, dass die Wanderfalken der Hauptgrund für die Verluste sind. Uns fehlen von Wochenende zwei Weibchen, beide mit einem 1. Konkurs. Außerdem kamen zwei weitere verletzt zu Hause an. Insgesamt waren in unserer Einsatzstelle 8 verletzte Taube beim Uhrenauswerten zu verzeichnen und das bei ca. 200 gesetzten Tauben."
Wir können das eigentlich alles nicht weiter ignorieren und sollten dringend darüber sprechen ob es Strategien geben kann zumindest ein wenig die Verluste und Verletzungen ein wenig einzudämmen. Aber dafür fehlt eine Plattform oder eine Arbeitsgruppe etc. Es müssten dazu auch einmal gezielt Daten gesammelt werden. Das sollte eigentlich möglich sein.
 

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