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Samstag, 27.06.2026
Sascha am 27.06.2026 um 05:08 (UTC)
 Am gestrigen Abend hatte der Vorstand unserer Reisevereinigung kurzfristig zu einer Vereinsvertreter-Versammlung eingeladen um abzufragen wie die RV-Mitglieder sich nach der Hitze-Unterbrechung den Fortgang der Altreisesaison wünschen und vorstellen. Zuvor hatten sich einige RV-Vertreter innerhalb des Regionalverbandes besprochen und versucht einen Plan zur Weiterführung des Reiseprogramms zu erstellen.
Da nun durch unseren Verband die kommende Woche für Flüge komplett freigegeben ist, soll nun versucht werden mit einem relativ kurzen Flug über 270 KM am Dienstag wieder einzusteigen wenn das Wetter mitspielt. Anschließend soll am kommenden Wochenende ein 400 KM-Flug als Regionalverbandsflug gestartet werden und danach wird dann geschaut, ob man noch den Nationalflug ab Vilshofen mit dem Regionalverband 402 machen kann und abschließend dann irgendwie noch einen 500er.
Dabei wären verständlicherweise auch diese Pläne und Überlegungen Makulatur, wenn das Wetter nicht mitspielt.
Insgesamt finde ich es aber ausgesprochen positiv, dass man in unserer RV seitens des Vorstandes bemüht ist alle Züchter mit ins Boot zu nehmen und zu versuchen Lösungen zu finden, mit denen die Mehrheit der Sportfreunde leben kann und zufrieden ist.
Mein Eindruck ist, dass in anderen RVen ein solches Vorgehen eher nicht der Fall ist und Verantwortliche, teils nach eigenem Gutdünken, entscheiden wie man nun irgendwie weiter machen möchte. Da kommt es dann zu solch bizarren Auswüchsen, dass einzelne Sportfreunde darauf bestehen, dass man nun 250 KM macht, dann 400 KM, dann den Nationalflug mt dem Regionalverband 402 und abschließend noch einen 600er. Ich weiß nicht auf welchen Planeten, ganz abgesehen vom Wetter oder ob die Tauben das alles nun so schaffen, solche Sportfreunde leben, aber bei diesem Programm könnten sie spätestens zum Saisonabschluss über 600 KM die Tauben des ganzen Regionalverbandes mit einer Handkarre einsammeln und zum Auflassort nach Micheldorf fahren um einen 600 KM-Flug zu starten.
Aber es scheint so zu sein, wie ich es auch zuletzt geschrieben habe: so mancher Verantwortliche denkt nicht daran den Brieftaubensport so zu gestalten, dass er für möglichst viele Sportfreunde ein schönes Hobby ist, sondern fast ausschließlich an seine Eigeninteressen. Auch hier im Regionalverband merkt man teilweise, dass nur noch einzelne Sportfreunde (teilweise im Hintergrund) bestimmen möchten wie unser Hobby abzulaufen hat. Das führt dann zu solchen Auswüchsen wie am vergangenen Wochenende, als man die Tauben einsetzte obwohl die Wettervorhersagen es nicht hergaben und dann zu den Auflassorten fuhr und von dort wieder zurück in die Heimat und die Tauben auf kurzen Entfernungen fliegen ließ. Es ist teilweise ein blanker Unfug, der da durchgeführt wird, weil einige, wenige Sportfreunde es, aus was für Gründen auch immer, so wünschen.
Gestern habe ich in Anbetracht der extremen Hitze darauf verzichtet unseren Jungtauben Freiflug zu geben. Das machte dann wirklich keinen Sinn mehr. Stattdessen habe ich ihnen die Badewanne hingestellt und sie konnten ausgiebig baden. Auch heute werde ich die Jungtauben wohl im Schlag lassen. Da ist Zeit habe sprühe ich dann mit einer Gartenspritze ab und an etwa Wasser von innen an die Dachpfannen sodass ein kleiner Kühlungs- und Verdunstungseffekt entsteht. So gut unsere Dachbodenschläge grundsätzlich funktionieren. Bei hohen Temperaturen ist es in den Schlägen dann teilweise wirklich extrem. Andererseits muss ich sagen, dass die Photovoltaik-Anlage mit ihren Platten, von der ich insgesamt noch nicht weiß ob sie sich nicht auch negativ (wegen der Elektrizität) auf die Tauben ausüben, schon einen enorm kühlenden Effekt für unseren gesamten Dachboden haben. Insbesondere in den Witwerschlägen merkt man gegenüber früher schon einen sehr deutlichen Effekt.
Auch weiterhin bekommen die Tauben derzeit ein Mal am Tag eine Tränke mit Elektrolyte in Form von Bony Bolectrol und wenn diese leer getrunken ist bekommen sie Wasser, dass zur "Desinfektion" mit einer Säure versetzt ist und wo dadurch der PH-Wert abgesenkt wird. Bei den aktuellen Temperaturen können sich im Trinkwasser ansonsten Keime und v.a. auch Trichomonaden fast explosionsartig vermehren. Das möchte ich vermeiden bzw. einschränken. Über die Hälfte des Tages-Futters bekommen alle Tauben aktuell so etwa alle zwei Tage Ropa 10 lüssig, dass ich dann mit Mineralien und Heilerde abtrockne. Ob es etwas nutzt weiß ich nicht, aber vielleicht hilft es den Tauben aktuell ein wenig diese doch ungewohnt Hitze-Phase gut zu überstehen.
 

Freitag, 26.06.2026
Sascha am 26.06.2026 um 05:45 (UTC)
 Gestern rief mich am Nachmittag ein Sportfreund an, den ich seit vielen Jahren nicht gesprochen hatte. Er hatte meine Telefonnummer in seinen Unterlagen gefunden und wollte sich einfach einmal melden. Nach so langer Zeit ( es waren sicherlich fast 10 Jahre) freut mich so ein Anruf sehr. Der Züchter berichtete mir, dass er gesundheitlich angeschlagen ist, dass er nur noch einen kleinen Taubenbestand hält mit dem er aber weiter an der Reise teilnimmt und dass ihm seine Frau sehr viel hilft bei den Tauben, sonst ginge es leider nicht mehr.
Wir tauschten uns dann über dies und das aus und kamen selbstverständlich auch auf die aktuelle Situation im deutschen Brieftaubensport, die Entfernungsbegrenzungen, die Flugverbote aufgrund der Hitze usw. zu sprechen. Der Sportfreund reist in einem ganz anderen Regionalverband in einer anderen Region und auf einer anderen Reiserichtung als wir und trotzdem berichtete er mir von exakt den gleichen Umständen, wie sie hier und anderswo zu beobachten sind. Er selbst und viele andere Sportfreunde wollen, wenn es das Wetter wieder zulässt, gerne noch einige Flüge entspannt die Tauben schicken und dabei käme es ihm nicht darauf an, ob das nun 250 oder 300 Kilometer-Flüge seien oder es auch einmal weiter gehe. Er stelle aber fest, dass einige Züchter, doch schon wieder darauf drängten nun einen Flugplan zu erstellen und umzusetzen, der zuallererst auf die Erfüllung der Bedingungen zu den deutschen Meisterschaften abziele. Er verstehe das nicht. Es gehe doch darum dass möglichst viele Züchter noch weiter reisen und Spaß an der Reise hätten und nicht um das erreichen irgendwelcher Bedingungen.
Nachdem wir eine Weile telefoniert und uns verabschiedet hatten rief mich ein weiterer Züchter aus einem anderen Regionalveband an, mit dem ich recht regelmäßig in Kontakt stehe. Er berichtete, dass in seinem Regionalverband ein sehr erfolgsorientierter und auch auf Taubenverkauf ausgerichteter Sportfreunde bereits verkündet habe, wie man die nächsten zwei, drei Flüge angehen solle, damit man noch "die Bedingungen erfülle".
Es ist überall das Gleiche: einige sehr ehrgeizige Sportfreunde möchten unbedingt irgendwie noch die Flüge so durchführen, dass sie am Ende auf höchster Ebene erfolgreich sein können und alle anderen, für die das Flugjahr ohnehin schwierig ist mit Verschiebungen und Ausfällen etc., müssen irgendwie hinterher, wenn sie noch mitmachen möchten.
Man weiß nicht wie das Wetter sich entwickelt, aber es wäre aus meiner Sicht gescheiter, wenn unser Verband sagen würde: "Wir lassen dieses Jahr alle deutschen Meisterschaften ausfallen. Entscheidet in den Regionalverbänden wie ihr eure Flüge zu Ende bringen wollt und wie ihr die Meisterschaften nun weiter ausfliegt und dann ehren wir in Kassel alle gut 60 Regionalverbandsmeister auf der Bühne." Damit wäre zumindest ein Stück weit der Druck aus dem Reiseprogramm genommenn nun in den verbleibenden vier, fünf Wochen der Reisesaison noch alle möglichen, sehr anspruchsvollen Flüge durchzuführen. Man hat hier und da kaum 400er gehabt, von 500-KM-Flügen ganz zu schweigen. Das Wetter müsste jetzt schon extrem stabil werden, damit man diese Flüge noch komplett durchführen kann. Aber ich fürchte in den meisten Regionalverbänden wird man es auf Biegen und Brechen versuchen. Das ist aus meiner Sicht aber nicht der Sinn des Hobbys.
Auch gestern hatten unsere Jungtauben wieder fast den ganzen Tag Freiflug bis gegen Abends 19 Uhr. Es ist interessantt das Verhalten der Tauben bei den sehr hohen Temperaturen zu beobachten. Sie fliegen verständlicherweise nicht lange am Stück, aber sie bewegen sich doch immer wieder für fünf oder zehn Minuten, laufen wieder in den Schlag, trinken, gehen wieder heraus, sitzen auf dem Dach in der Sonne usw. Unsere jungen Vögel der ersten Zucht balzen nun bereits und suchen nach Partnerinnen. Sie hecheln nach dem Fliegen dann auch mehr oder weniger um sich abzukühlen, aber die Temperaturen machen den Tauben doch etwas weniger aus als uns Menschen. Ich sitze dann im Schatten und beobachte die Tauben und das ist für mich einfach eine schöne Sache, wenn die Tiere tun und lassen können was sie wollen. Insgesamt bin ich auch der Meinung, dass es diese Form der Haltung den jungen Tauben aktuell besser tut als sie nur morgens recht früh für ein oder zwei Stunden in den Freiflug zu lassen und sie dann wieder im Schlag festzusetzen. Allerdings habe ich auch immer ein wenig Sorgen, dass mal ein Greifvogel kommt. Besonders ein Wanderfalkenangriff bei der Hitze wäre für viele Tauben wohl ein Problem, wenn sie in Panik weit weg fliegen. Ich hoffe aber immer, dass auch die Greivögel in der größten Hitze nicht jagen. Ich bin aber, darüber hatte ich schon geschrieben, davon überzeugt, dass die Attacken der Greivögel massiv werden für mehrere Tage. sobald es sich abgekühlt hat.
 

Donnerstag, 25.06.2026
Sascha am 25.06.2026 um 06:07 (UTC)
 Wie erwartet wurden gestern alle Flüge für das kommende Wochenende durch die Flugsicherungskomission verboten. Ob ab Montag wieder Flüge möglich sind und in welchem Rahmen, das wird noch entschieden. Ich gehe persönlich weiter davon aus, dass man Flüge ab Dienstag freigeben wird und ausnahmsweise unter der Woche genehmigt.
Auch in den Niederlanden hat die NPO erhebliche Beschränkungen für die Flüge beschlossen und den sogenannten "Code Rood" ausgesprochen für Vitesse-, Midfond- und Jungtaubenflüge und selbst in Belgien hat der KBDB folgendes zum kommenden Wochenende veröffentlich:
"Unter Berücksichtigung der für die kommenden Tage vorhergesagten außergewöhnlich hohen Temperaturen, die in den letzten Jahren kaum beobachtet oder nie beobachtet wurden, hat die KBDB nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden beschlossen hat, alle Wett- und Lernflüge bis zum Wochenende des 27. und 28. Juni 2026 abzusagen."
Dieses erwähne ich hier deshalb weil es leider immer noch einige Sportfreunde gibt, die gerne behaupten in den Niederlanden und Belgien würde man ganz anders mit den Tauben umgehen, deswegen bessere Tauben über die Jahre züchten usw. Hätten wir in Deutschland insgesamt endlich ein anderes Reisesystem, dann könnten wir, so wie in unseren westlichen Nachbarländern, auch etwas flexibler auf das Wetter reagieren. Leider ist es hier aber immernoch so, dass es aufgrund der unsinnigen Meisterschaften dazu kommt, dass Flüge, z.b. bei Hitze, gestartet werden, weil man noch irgendwie einen 400er oder einen 500er benötigt. Von diesem System müssen wir endlich weg.
Sowohl die NPO als auch der KBDB in Holland und Belgien haben übrigens darauf hingwiesen, dass die Weitstreckenflüge, zu denen die Tauben bereits im Kabi saßen und unterwegs waren, unter sehr strenger Beobachtung stehen und schon jetzt hat man dort diverse Auflagen festgelegt, sodass die Tauben nicht einfach in die Hitze gestartet werden können.
Auch künftig werden wir mit solchen Hitzewellen rechnen müssen - und das vermehrt. Wir müssen für den deutschen Brieftaubensport schnellstens Konzepte entwickeln, wie wir diesen Veränderungen von Wetter und Klima begegnen und wie wir flexibel reagieren können. Wir müssen endlich weg vom RV- und Regionalverbandsspiel über 12 - 14 Wochen mit tendentiell sich steigernden Entfernungen. Ich hoffe dass das nun auch von den Verantwortlichen in den Regionalverbänden etc. erkannt wird.
 

Mittwoch, 24.06.2026
Sascha am 24.06.2026 um 06:12 (UTC)
 Wir nutzen hier schon seit vielen Jahren für die Versorgung der Jung- und der Reisetauben die sogenannten Herwi-Tränken bei denen die Tauben, wie im Kabinenexpress, durch Stäbe trinken müssen und bei denen das Wasser aus einem Gefäß oberhalb der Trinkrinne herunter plätscher. Das funktioniert v.a. bei den Jungtauben sehr gut. Sie lernen das Trinken prima und man hat keine Arbeit damit Jungtiere einmal ins Wasser zu halten zum Trinken o.ä.
In diesem Jahr habe ich zusätzlich zu den Herwi-Tränken beim direkt beim Absetzen der Jungtiere eine herkömmliche, weiße 4-Liter-Tränke mit blauem Untersatz in den Schlag gestellt, weil ich wollte, dass die Jungtauben auch diese Tränke gleich kennenlernen. Auch das hat sehr gut funktioniert. In den letzten Wochen ist mir dann aber etwas aufgefallen, was ich sehr bemerkenswert finde: stehen sowohl die Herwi-Tränke, als auch die herkömmliche Tränke gleichzeitig gefüllt im Schlag, dann trinken die Tauben deutlich mehr und lieber aus der herkömmlichen Tränke. Woran das liegt kann ich nicht sagen, aber wenn ich beide Tränken jeweils mit 2 Litern Wasser befülle, dann ist die herkömmliche Tränke irgendwann leer, während in der Herwi-Tränke oft noch ein knapper Liter Wasser steht.
Auch gestern hörte ich von zwei Sportfreunden, hier aus der Nähe, dass dort Jungtauben abhanden gekommen seien. Es ist natürlich so, dass die Greifvögel auch weiter hungrig sind und gerade bei Angriffen durch Wanderfalken geraten die Jungtauben oft so in panik, dass sie viel zu weit weg fliegen um dann bei der Hitze heimzukehren. Besonders heftig wird es übrigens, so ist meine Erfahrung, mit den Angriffen der Greivögel nach Abklingen der Hitzewelle. Sie jagen dann extrem aktiv. Wahrscheinlich, weil sie während der Hitze nicht so viel jagen und auch nicht so viel Beute finden.
Heute wird wohl sie Absage für das komplette nächste Wochenende durch die FSK für Taubenflüge kommen. Dann wird es wieder Geschrei geben und einige Züchter werden wieder kundtun, dass man früher auch bei Hitze geschickt habe. Aber die Zeiten haben sich halt geändert. Übrigens hört man von den vermeintlich besten Züchtern in Deutschland nie Klagen darüber, dass Flüge ausfallen oder dass es Flugbeschränkungen gibt. Diese Sportfreunde haben wenig Probleme damit und bereiten ihre Tauben so vor, dass sie trotzdem wieder gute Resultate erzielen.
 

Dienstag, 23.06.2026
Sascha am 23.06.2026 um 06:02 (UTC)
 Gestern hat die Flugsicherungskomission bereits eine Vorabinformation an die Flugleiter für das kommende Wochenende herausgegeben. Da die Hitzewelle wohl anhalten und sich zum Ende der Woche eher noch steigern wird, ist es möglich, dass auch am kommenden Wochenende Flugbeschränkungen oder gar eine komplette Flugsperre erteilt wird. Aktuell melden die Wetterberichte dann für die kommende Woche weiter sonniges Wetter, jedoch mit angenehmeren Temperaturen. Vermutlich spekuliert man seitens der Verantwortlichen dararuf, dass man dann Flüge am Montag oder ausnahmsweise auch am Dienstag oder Mittwoch genehmigt und durchführt.
Insgesamt ist die Situation sicher nicht einfach, aber wir machen uns mit unserem veralteten Reisesystem auch selbst das Leben schwer. Wenn dann tatsächlich Alttaubenflüge unter der Woche stattfinden und überall aufgelassen werden darf, dann kann man hinsichtlich der Jungtauben sehen wie man klar kommt. Ein Herauslassen am Vormittag wäre dann ein sehr großes Risiko, denn dort wo größere Schwärme Alttauben durchziehen, da fliegen die Jungtiere auch gerne mal mit - und das durchaus auf große Entfernungen und kommen dann, zumindest teilweise, nicht zurück.
Gestern berichteten mir unabhängig voneinander zwei Züchter von größeren Jungtaubenverlusten, die sie sich nicht erklären konnten. Der eine hatte seine Tiere früg morgens herausgelassen, sie waren weg gezogen und kamen dann in Grüppchen nach längerer Zeit und dann auch einzeln wieder. Am Abend fehlten 15 Prozent seiner Tiere.
Ein anderer Sportfreund in einer anderen Region hatte den Tauben erst kurz nach Mittag Freiflug gewährt. Auch dort kamen die Tiere in Grüppchen heim und dann einzeln und es fehlten am Abend 40 Prozent der Tiere.
Was passiert ist kann man nicht sagen. Es gibt sicherlich sogenannte Sportfreunde, welche die aktuelle Situation in der Altreise nicht aushalten und dann meinen ihre Alttiere privat trainieren zu müssen. Da ist es schon vorstellbar dass Jungtiere mal mitfliegen und nicht wieder zurückfinden. V.a. aufgrund der aufkommenden, hohen Temperaturen. Man weiß leider auch nie wann hier Auflässe polnischer Verbände irgendwo durchgeführt werden. Wenn aber nachmittags Jungtauben verloren gehen, dann liegt das möglicherweise eher an Greifvogelangriffen o.ä. Es ist tatsächlich schwer zu sagen. Vielleicht werden den Züchtern verflogene Jungtauben gemeldet und sie wissend dann, wo die Tiere hingezogen sind.
Unsere eigenen Jungtauben bekommen derzeit Freiflug so gut wie es die Zeit zulässt und können dann den ganzen Tag machen was sie wollen. Auf dem Dach sitzen, fliegen, sich im Schlag aufhalten. Erst am Abend rufe ich sie herein und füttere sie. Wichtig ist, dass sie den ganzen Tag über ausreichend Trinkwasser haben. Dazu stehen im Schlag drei große Tränken. Da unser Jungtaubenschlag oben im Dachfirst ist und es auch aufgrund der dunklen Dachpfannen dort teilweise sehr heiß wird, sitzen die Tiere manchmal trotz der Hitze lieber draußen als im Schlag. Wenn ausreichend Wasser zur Verfügung steht, dann wissen die Tauben, so denke ich, selbst am Besten was gut für sie ist.
 

Montag, 22.06.2026
Sascha am 22.06.2026 um 05:23 (UTC)
 Gestern mittag hatte ich es mir in unserem Garten im Schatten bequem gemacht. Es war kurz nach 12 Uhr. Plötzlich rauschte es über mir und zwei große Taubenschwärme flogen direkt über mich hinweg. Leider ging alles so schnell, dass ich es nicht filmen oder fotografieren konnte. Ich dachte bei mir: "Wer lässt denn um diese Zeit Tauben auf?" Als ich dann die Auflasskarte unseres Verbandes im Handy ansah, konnt ich sehen, dass eine RV unseres Regionalverbandes vom Auflassort zurück gefahren war und die Tauben nun heimatnah, etwa fünf Kilometer entfernt, aufgelassen wurden um dann schnell nach hause zu fliegen. Ich denke das wird auch gut funktioniert haben.
Ähnliches haben gestern mehrere RVen auf unserer Südostrichtung praktiziert. Entweder heimatnah aufgelassen oder aber zurück in die Einsatzstelle gefahren und die Tauben aus dem Kabi gefangen. Auch unsere Nachbar-RV, die mit unserem Kabi unterwegs war, während unser Flugleiter für unsere RV abgesagt hatte, musste die Tauben wenige Kilometer von zuhause entfernt starten. Andere Organisationen sind auf sehr kurze Entfernungen zurück gefahren und haben dann Preisflüge von 150 KM o.ä. durchgeführt. Egal was nun im Einzelnen praktiziert wurde, es ist nicht leicht für die Flugleiter oder andere Verantwortliche richtige Entscheidungen zu treffen bei schwierigen Wetterbedingungen. Was mich aber immer wieder wundert: warum fahren einige RVen überhaupt los, wenn das Wetter doch spätestens am Nachmittag des Vortages so absehbar war? Jeder hätte beim Blick auf die Vorhersagen spätestens am Einsatztag ab 16 oder 17 Uhr sehen können, dass es keinen Sinn macht überhaupt die (schon verkürzten) Auflassorte anzufahren. Die Flugleiter sehen das doch auch.
Mein Eindruck ist aber, dass es zumindest einzelne, sehr erfolgsbesessene Sportfreunde gibt, die ihre Tauben und da speziell die Weibchen, lieber im Kabi sitzen haben (auch wenn sie nur durch die Gegend gefahren werden), als dass sie sie ohne Belastung zu hause haben.
Es ist aber so, dass die große Mehrheit der Züchter, die aktuell noch an der Reise teilnimmt, besser mit einer klaren Entscheidung leben können (z.b. einer Absage des Fluges), als mit einem Hin und Her und damit, dass dann, obwohl kein regulärer Flug stattfindet, fast der ganze Sonntag im Eimer ist.
Auch für die nun kommende Woche ist weiter große Hitze angesagt und wenn es so kommt, stehen viele Organisationen am kommenden Wochenende vor ähnlichen Problemen wie zuletzt. Ich denke, dass man sich schon jetzt darüber Gedanken machen sollte und dann frühzeitig Entscheidungen getroffen werden müssen.
Lange kann es in dem Zusammenhang auch nicht mehr dauern, bis unsere Verbandsgremien irgendwelche Anpassungen an den Meisterschaftsbedingungen und As-Tauben-Bedingungen etc. vornehmen werden. Denn es ist schon jetzt wieder absehbar, dass nur wenige Organisationen innerhalb des Verbandes die Mindetbedingungen für die Meisterschaften überhaupt erfüllen können. Einfacher wäre es die Meisterschaften auf Verbandsebene abzuschaffen und endlich wieder in die Hände der Regionalverbände oder was auch immer zu legen. Dann kann man sich dort Gedanken machen und entscheiden wie man auf Flugausfälle und Verlegungen und Veränderungen der Flugstrecken reagiert. Das wäre allemal besser als weiter auf deutschen Meisterschaften zu beharren, die in der aktuellen Situation überhaupt keinen Sinn mehr machen.
 

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