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Donnerstag, 18.06.2026
Sascha am 18.06.2026 um 07:22 (UTC)
 Gestern nachmittag kam, wie erwartet, die Kilometer-Beschränkung für das kommende Flugwochenende aufgrund der anstehenden Hitzwelle durch die Flugsicherungskomission. Es ist schon sehr seltsam was dort veröffentlicht wurde. 275 Kilometer mittlere Entfernung sollen die Flüge maximal betragen.Außer für den Norden Deutschlands ab Sonntag, wo man erst einmal über 400 KM Entfernung erlaubt, da sich dort die Temperaturen bessern sollen.
Nachdem man vor drei Wochen eine Beschränkung für ganz Deutschland ausgesprochen hatte, obwohl es auch seinerzeit im Norden sehr gut über weitere Entfernungen gegangen wäre, macht man nun regionale Unterschiede. Warum man jetzt doch die Entfernungen regional anpassen kann und das vor Kurzem nicht gemacht wurde, ist allerdings nicht nachvollziehbar.
Noch seltsamer wird dann die Empfehlung für die Südwestrichtung. Da liest man: "Wir bitten dringend, dass Flüge, die in Frankreich gestartet werden sollen, eine noch geringere Distanz haben sollten."
Was ist das denn? Macht das Wetter und machen die Temperaturen jetzt genau an der Grenze einen Halt? Was ist so schwer daran, wenn man für den Norden die Beschränkung lockert, für die Südwestrichtung alles noch etwas zu straffen? Im Südwesten kann man wegen des Sonnentstandes nicht ganz so früh auflassen wie auf den östlichen Reiserichtungen. Hinzu kommt für das Wochenende neben den Temperaturen, dass ein leichter Nordostwind vorhergesagt wird. Für die Südwest-Tauben also Kopfwind.
Fährt eine Transportgemeinschaft nun beispielsweise 270 KM mittlere Entfernung an, dann liegen die hinteren Schläge bereits auf gut 300 KM. Rechnet man 4 Stunden Flugzeit, dann kommen die Tauben, die nicht in die Preise kommen, bereits in die Mittagshitze und Schwüle. Da können 300 KM schon zu weit sein, wie man es auch bei einigen Flügen vor drei Wochen beobachten konnte. Es war an dem Wochenende zwar sehr schnell warm geworden, aber längst nicht so warm wie das kommende Wochenende vorhergesagt ist.
Für unsere Südostrichtung ist es ebenfalls so, dass 275 KM mittlere Entfernung eher grenzwertig sind, aber vielleicht machbar. Die Tauben, die es aber nicht frühzeitig nach hause schaffen, werden auch dann ein ernstes Problem haben aufgrund der Schwüle und Hitze. Unsere Gruppe plant zunächst einmal Höchstadt an der Aisch anzufahren. Das sind für die weitesten Schläge etwa 280 KM Entfernung. Bei Auflass um 6 Uhr und dreieinhalb bis vier Stunden Flugzeit für die Preistauben könnte es sich dann knapp ausgehen sodass auch die Nicht-Preistauben noch ordentlich wieder kommen können.
Eines möchte ich aber aus meiner Sicht auch mal sagen: ich weiß nicht ob es Sportreunde gibt, denen Flüge bei diesen Bedingungen Spaß machen, aber vorstellen kann ich es mir nicht. Letztlich setzen viele Züchter ihre Tauben nur ein, weil eben ein Flug stattfindet, weil man Meisterschaften gewinnen will oder weil man halt Tauben reist, wenn der Kabi fährt. Angenehm sind Flüge bei solchen Bedinungen nicht. Nicht für den Züchter und erst recht nicht für die Tauben. Und ob solche Flüge in irgendeiner Form am Ende für eine Selektion oder Auslese hinsichtlich der Taubenqualität taugen, das möchte ich doch einmal stark dahingestellt lassen. Oftmals tun sich gerade gute und sichere Tiere bei solchen Wetterbedinungen schwer oder bleiben sogar aus.
Im vergangenen Jahr habe ich einmal einen Flug ausgesetzt, weil es mir zu heiß und zu schwül war. Das Einkorben hätte ich bei Temperaturen über 30 Grad vornehmen müssen. Ich habe darauf verzichtet weil Brieftaubensport ein Hobby ist und ich ihn so betreiben möchte, dass ich Spaß daran habe. Wenn mir aber schon beim einkorben der Tauben der Schweiß am Rücken herunter läuft und ich dann bei der Ankunft der Tauben auch nur im Schatten stehen muss, damit es erträglich ist, dann macht es mir keinen Spaß. Insofern halte ich es für unnötig Flüge durchzuführen, um der Flüge willen oder damit man das Programm nicht unterbricht oder damit man an bestimmten Meisterschaften teilnehmen kann. Am Ende müssen es die Tauben ausbaden und mancher Züchter ist schlecht gelaunt und verliert Tauben und damit die Lust. Ich weiß nicht ob das unbedingt nötig ist.
Letztlich liegt die Entscheidung über die Teilnahme am Flug aber beim Züchter. Er muss die Prioritäten für sich selbst setzen und entscheiden was er seinen Tauben zumuten und zutrauen kann und was er selbst möchte. Es wäre nur viel besser, wenn wir ein Reise- und Meisterschaftssystem hätten, in dem ein Züchter nicht praktisch genötigt wird seine Tauben zu schicken, damit er weiter an diversen Meisterschaften teilnehmen kann.
 

Mittwoch, 17.06.2026
Sascha am 17.06.2026 um 05:48 (UTC)
 Die Wetterprognosen für das kommende Wochenende sagen eine ordentliche Hitzewelle voraus. Temperaturen deutlich über 30 Grad am Tag und Tropennächte mit Temperaturen von um die 20 Grad. Ich denke schon heute nachmittag wird durch die Flugsicherungskomission eine Entfernungsbeschränkung für das Flugwochenende herausgegeben auf maximal 250 KM oder ähnlich. Ich denke mir bei solchen Wetterlagen immer: was hat man als Züchter davon dann die Tauben einzusetzen für einen kurzen Flug? In solch einem Fall ist es im Grunde besser die Tauben zuhause zu lassen. Hier sieht man allerdings wieder deutlich die Schwächen unseres völlig veralteten Reisesystems. Denn wer die Tauben zuhause lässt ist letztlich aus vielen Meisterschaften heraus. Und leider zählen bei uns in Deutschland am Ende nur die Meisterschaften. Nicht so sehr einzelne Flüge.
Ich bin gespannt ob die Flugsicherungskomission erneut Beschränkungen für ganz Deutschland herausgibt und wie sich diese dann gestalten, denn aktuell besteht zumindest für Norddeutschland noch Hoffnung, dass man dort Sonntag oder Montag bei angenehmeren Temperaturen Flüge durchführen kann. Sicher ist das aber auch noch nicht.
Für unsere Region hingegen scheint es so zu sein, dass selbst Flüge über 200 oder 250 KM bis Anfang nächster Woche kaum machbar sein werden bzw dann bei schon sehr hohen Temperaturen durchgeführt werden müssen. Ist es das wert die Tiere bei tropischen Temperaturen einzukorben und zu schicken? Will man die Tauben riskieren? Ich würde es nicht tun, aber das muss jeder Züchter letztlich selbst entscheiden.
Wenn solch eine Hitze ansteht bekommen unsere Tauben regelmäßig über das Trinkwasser eine Tränke, die schnell geleert ist, mit Elektrolyte und Vitamin C gegen Hitzestress. Sobald die Tränke leer ist gebe ich dann eine frische Tränke, die ich mit einer Säure "desinfiziere". Ich meine zu beobachten, dass die Elektrolyte und das Vitamin C den Tauben einfach gut tun bei hohen Temperaturen. Ob es tatsächlich so ist weiß ich nicht.
Direkt vor unserem Haus finden derzeit Arbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln statt. Die Tauben reagieren empfindlich auf den Lärm. Hier bei uns ist direkt unter der Oberfläche des Bodens blanker Fels. Die Arbeiter hier fluchen und schimpfen darüber wie sie hier die Kabel verlegen müssen. Es wird gebohrt und gehämmert und es entsteht dabei ein teilweise gewaltiger Krach. Viele unserer Jungtauben wollten gestern nicht aus dem Schlag. Jene, die flogen landeten wieder und verschwanden wieder im Schlag. Berfördert wurde das noch durch viele Greifvögel, die hier über frisch gemähten Wiesen nach toten Mäusen etc. suchten. Gestern waren hier sehr viele Bussarde, Milane und auch Turmfalken unterweg. Das sind alles Greifvögel, die unseren Tauben nichts antun. Trotzdem reagieren v.a. die Jungtauben in diesem Jahr - ich weiß ncht warum - doch sehr ängstlich auf die Greifer.
Ich hoffe, dass zumindest die Arbeiten direkt bei uns am Haus heute fertig gestellt werden können. Jetzt, da ich hier schreibe, geht es draußen wieder los.
 

Montag, 15.06.2026
Sascha am 15.06.2026 um 10:15 (UTC)
 Die Verschiebungen oder Verlegungen wie ich sie Ende letzter Woche hier für unseren Regionalverband beschrieben hatte, waren für das zurückliegende Flugwochenende noch nicht das Ende der Fahnenstange.
Nachdem unsere Regionalverbandsgruppe ursprünglich geplant hatte am Sonntag nach Wörth an der Donau zu fahren, musste auch dieses Ansinnen wieder geändert werden. Der Regionalverband 402 wollte schon am Samstag in Wörth auflassen und musste diesen Auflass jedoch kurzfristig umdisponieren, da aufgrund von Bauarbeiten der Auflassplatz in Wörth nicht anfahrbar war. Also startete der Regionalverband 402 am Samstag morgen in Regensburg-Neutraubling.
Für unsere Gruppe wurde daraufhin auch Wörth für den Sonntag abgesagt und es wurde beschlossen 40 KM kürzer nach Parsberg zu fahren. Dort wurden die Tauben am Sonntag aufgelassen und es gab einen glatten Flug. Die andere Gruppe unseres Regionalverbandes hatte noch am Donnerstag geplant nach Hemau zu fahren. Auch das wurde kurzfristig wieder geändert und es ging nach Lauf an der Pegnitz (etwa 60 KM kürzer). Die Gründe für diese Änderung sind mir nicht bekannt, aber auch dort gab es dann einen normalen Flug.
So startete also auf unserer Südostrichtung der Regionalverband 402 am Samstag die Tauben, unser Regionalverband am Sonntag (wie auch beispielsweise die Regionalverbände 256, 401, 403, 408 oder 409) und um dem allem die Krone aufzusetzen waren dann am heutigen Montagmorgen auf der gleichen Flugroute Auflässe der Regionalverbände 405, 407 und 416.
Mir geht das alles nicht mehr in den Kopf. Flugwetter war an allen drei Tagen. Sowohl Samstag, als auch Sonntag oder heute am Montag konnte man Tauben starten. Das gaben die Wetterberichte am vergangenen Mittwoch und spätetens am Donnerstag morgen auch her. Inzwischen scheint es aber so zu sein, dass die Flugleiter nicht mehr schauen, ob am angesetzten Flugtag ein Flug möglich ist, sondern dass die Gremien schauen: wann ist vielleicht der beste Tag für einen Flug, auch wenn am ursprünglich angesetzten Flugtermin auch ein Flug möglich wäre. Das führt dann dazu, dass praktisch während der ganzen Woche die Wetterberichte beobachtet werden und dann oftmals sehr kurzfristig entschieden wird vorzuziehen, nach hinten zu schieben oder die Strecke zu verändern. Dieses kann aber nicht die Aufgabe der Flugleiter sein. Die Flugleiter haben eigentlich genug zu tun und es würde vollkommen ausreichend wenn sie beurteilen ob am geplanten Flugtag ein Flug und eine sichere Heimkehr der Tauben möglich ist. Wenn ein Auflass und Heimflug machbar ist, dann sollte man auch für den geplanten Tag einsetzen und auflassen. Mehr müsste und sollte nicht sein.
Stattdessen wird unnötig verschoben und verlegt und geschaut ob man auch die Flüge hinbekommt für irgendwelche Meisterschaftsbedinungen und so kommt es dass z.b. auf unserer Südostrichtung bei sehr ähnlichem Wetter an drei aufeinanderfolgenden Tagen an sehr ähnlichen Auflassorten Tauben gestartet werden, die man, wenn man es so wollte, sogar fast alle gemeinsam starten könnte.
Das ganze Gebahren führt darüber hinaus dann zu solch seltsamen Entwicklungen wie beispielsweise im Regionalverband 416. Dort stand für dieses Wochenende ein Flug ab Landau-Pilsting auf dem Reiseplan. Man ist nun aber am heutigen Montag nochmals etwa 30 KM weiter gefahren und hat die Tauben um 8 Uhr in Falkenberg gestartet. Das macht am Ende vielleicht alles keinen großen Unterschied. Aber trotzdem hält man sich nicht an den Reiseplan, der vor der Saison an den Verband gesendet wurde. Ich finde es ist in keiner Weise Sinn der Sache ohne Not von den Plänen abzuweichen. Wozu werden vor der Saison die Reisepläne durch die Regionalverbände mit einer bestimmten Frist an den Verband gesendet und dort veröffentlicht. wenn davon am Ende ohnehin immer wieder abgewichen wird?

 

Freitag, 12.06.2026
Sascha am 12.06.2026 um 03:03 (UTC)
 Gestern rief ein Sportfreund unserer Reisevereinigung bei mir an und meldete mir eine tote Taube aus unserem Verein. Der Züchter arbeitet bei Straßen-NRW und man ist dort derzeit mit der Überprüfung und Sanierung von Brücken beschäftigt. In der Nähe von Bad Wünnenberg - das liegt etwa 30 Kilometer Luftlinie östlich von uns - hatte man in dieser Woche eine Brücke kontrolliert und auf drei Brückenpfeilern hat der Züchter insgesamt, so schätzt er, bislang 60 bis 70 Brieftaubenringe eingesammelt. Zwei weitere Brückenpfeiler muss man noch kontrollieren und er schätzt dass dort nochmal etwa so viele Ringe liegen.
Unter dieser Brücke haben auch in diesem Jahr wieder Wanderfalken genistet und mehrere Jungtiere groß gezogen und leider haben sich diese Greifvögel wieder überwiegend von Brieftauben ernährt. Der Sportfreund erzählte mir, dass er bislang vornehmlich Ringe aus den Jahren 2023 bis 2025 dort gefunden habe. Auch schon einige wenige Ringe aus dem Jahr 2026.
Wie gesagt fand sich unter den Ringen auch ein Ring unseres Vereins aus dem Jahr 2024. Ich habe den Vereinskollegen, dem die Taube gehörte, bereits unterrichtet.
Viele weitere Ringe, die dort gefunden wurden, kommen v.a. aus dem Münsterland und Ostwestfalen. Ich habe den Züchter gebeten alle Ringe aufzuschreiben oder mir die Ringe zukommen zu lassen. Ich würde dann eine Liste erstellen und hier veröffentlichen und gegebenenfalls auch an unsere Verbandszeitschrift zur Veröffentlichung senden.
Wenn alleine unter dieser Brücke zwischen 100 und 150 Ringen liegen, dann kann sich jeder Brieftaubenfreund vorstellen wie es auch an vielen anderen Orten aussieht, an denen Wanderfalken nisten und gerade auf unserer Flugroute auf der Südostrichtung ist das teilweise sehr extrem.
Ich weiß nicht welche Möglichkeiten wir als Brieftaubenzüchter insgesamt haben, aber zumindest bei den vielen künstlichen Wanderfalkenhorsten in Kirchtürmen oder Burgen würde es vielleicht einmal Sinn machen auf Herausgabe der Ringe durch den Eigentümer der Gebäude zu klagen und gegebenenfalls sogar eine Sammelklage auf Schadensersatz durchzuführen. Die Zustände hinsichtlich der Wanderfalkenüberpopulation haben inzwischen jedenfalls teils unhaltbare Zustände angenommen.
In unserem Regionalverband gibt es nun am kommenden Wochenende wieder zwei Gruppenflüge. Die Nordgruppe fährt nach Hemau, die Südgruppe nach Wörth. Bemerkenswert in dem Zusammenhang ist, dass beide Gruppen weiter fahren als es ursprünglich im Reiseplan vorgesehen war und dass mit Hemau jetzt auch noch ein Auflassort gewählt wurde, der im gesamten Reiseplan überhaupt nicht vorgesehen war. Man macht hier einfach weiter was man will und wie man will. Beide Auflassorte liegen auch nur insgesamt 30 KM auseinander, sodass eigentlich ein gemeinsamer Auflass möglich sein sollte. Aber nicht einmal darauf kann man sich einigen. Mehr kann man dazu eigentlich auch gar nicht mehr sagen...

 

Donnerstag, 11.06.2026
Sascha am 11.06.2026 um 06:25 (UTC)
 Unser Regionalverband 412 ist eine ganz besondere Organisation unseres Verbandes. Es steht nun der achte Preisflug des Jahres an und wieder einmal hat man sich nicht darauf einigen können wo die Tauben denn nun gestartet werden sollen. Jedenfalls kam gestern die Information, dass die Tauben unserer Gruppe Süd in Wörth oder Straubung aufgelassen werden sollen, während die Gruppe Nord das nicht möchte und woanders hin fahren will.
Ich frage mich ernsthaft was sich die Verantwortlichen bei diesem ganzen Hin und Her eigentlich denken. Es steht nun für die Teilnehmer der achte Flug der Saison an und man hat es hier noch nicht ein Mal geschafft einen gemeinsamen Auflass aller RVen des Regionalverbandes zu organisieren. Der Reiseplan, welcher in gemeinsamen Beschlüssen im Winter erstellt wurde, ist völlig über den Haufen geworden worden. Am 31.5. sollte ursprünglich der erste gemeinsame Regionalflug über 400 KM ab Wörth stattfinden. Das wurde abgesagt, nachdem die Gruppe Nord in der Woche zuvor trotz der Hitzewarnung der FSK unbedingt 300 KM fliegen wollte und einen schweren Flug hatte.
In der letzten Woche dann mochte eine RV am Vorziehen des Fluges auf den Samstag nicht teilnehmen und fuhr alleine am Montag los.
Nun stand für das anstehende Wochenende ursprünglich ein 350-KM-Gruppenflug ab Parsberg im Plan. Aber das wurde jetzt wohl auch gestrichen. Unsere Gruppe Süd fährt nun nach Straubing oder Wörth auf 400 KM, die Gruppe Nord macht einen anderen Flug.
Da ich an den Flügen v.a. auch aufgrund dieses ewigen Hin und Her hier nicht mehr teilnehme, kann es mir eigentlich völlig egal sein. Aber als Mitglied dieses Regionalverbandes kann ich nur noch den Kopf darüber schütteln was hier abläuft.
In unserem Reiseplan steht für das kommende Wochenende Parsberg (355 KM) und als Alternative ein Flug ab Lauf (305 KM). Jetzt möchte man hier aber weiter fahren als geplant und das muss dann wieder alles an den Verband gemeldet werden aufgrund der Meisterschaftsbedingungen und Verbandsauszeichnungen und der ursprüngliche Reiseplan ist damit dann komplett hinfällig.
Für das übernächste Wochenende wäre dann ein Nationalflug ab Vilshofen geplant gemeinsam mit dem Regionalverband 402. Die Tauben unserer RV wurden bis dahin dann nicht ein einziges Mal überhaupt in unserem gesamten Regionalverband gestartet und sollen dann als Tauben der östlichsten RV gemeinam mit den mehreren tausend Tauben aus dem Dortmunder Regionalverband fliegen. Da können die teilnehmenden Sportfreunde hier dann nur hoffen dass starker Westwind ist, sonst gibt das ein böses Erwachen. Große, gemeinsame Aufflässe sind eine sehr gute Sache und sollten viel häufiger stattfinden. Man muss es den Tauben jedoch auch beibringen und sie schulen in großer Gemeinschaft zu fliegen, sich zu orientieren und dann nach hause zu fliegen. Das passiert hier in keiner Weise.
Aber erstmal ist das auch nur Zukunftsmusik, denn wer weiß was in der kommenden Woche wieder verschoben und verlegt wird.
Hier bei uns finden aktuell Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabel statt. Es ist den ganzen Tag über großes Getöse um das Haus herum. Man merkt es den Tauben ein wenig an. Sie sind doch unruhiger als sonst. Aber ich hoffe, dass die Arbeiten nicht mehr zu lange dauern werden. Die Jungtauben bekomme ich auch in diesem Jahr wieder nur schwer in die Luft. Ich weiß nicht woran es liegt, aber das geht nun schon mehrere Jahre so. In den vergangenen Jahren habe ich sie mehrmals mit Bällen von Dach gescheucht und irgendwann flogen sie dann auch. Aber ich habe auch darauf keine Lust mehr. Entweder sie fliegen von alleine oder sie lassen es. Ich möchte einfach all diesen Aufwand nicht mehr betreiben.

 

Mittwoch, 10.06.2026
Sascha am 10.06.2026 um 05:56 (UTC)
 Nachdem ich hier letztens über unsere für mich etwas unerklärlich erkrankten Witwer berichtet hatte und auch wusste, dass mindestens ein weiterer Schlag in unserer RV betroffen war, hörte ich nun, dass es auch hier in unserer Fluggemeinschaft weitere Fälle von erkrankten Reisetauben gab, wo die Tiere sich übergaben, wässrigen Kot absetzten und nach einem Tag bei den betroffenen Tauben alles wieder ok war. Zu meinem Entsetzen hörte ich aber auch, dass es durchaus auch Züchter gab, welche die Erkrankung in ihrem Bestand bemerkten und trotzdem die Tauben weiter gesetzt haben. Besser kann man eigentlich nicht dokumentieren wie krank unser deutsches Reisesystem ist. Statt die Tauben zu schonen aufgrund der Erkrankung, wird alles getan sie irgendwie fit zu bekommen um sie zum Wettflug zu setzen, damit man bloß nicht in irgendwelchen Meisterschaften einen zu großen Rückstand bekommt.
Dass das Reisesystem es praktisch erfordert Tauben aus einem erkrankten Bestand zu setzen ist schon schlimm genug. Dass es Züchter gibt, die ihre Tauben trotz erkrankter Tiere im Bestand trotzdem setzen ist dann nicht nur völlig daneben, sondern auch noch komplett verantwortungslos. Verantwortungslos gegenüber den Tauben und verantwortungslos gegenüber anderen Sportfreunden. Ich kann so etwas nicht verstehen. Aber der krankhafte Ehrgeiz einzelner Züchter führt uns wohl leider auch zu solchen Auswüchsen unseres Hobbys.
Insgesamt habe ich den Einduck dass die Probleme mit der Gesunderhaltung der Tauben in der Reisezeit von Jahr zu Jahr zunehmen. Ein Züchter meldete sich gestern bei mir und klagte trotz ausgezeichneter Ergebnisse darüber, dass er auf den letzten beiden Flügen so viele Tauben verloren habe, wie es noch nie in seiner Laufbahn an zwei Flügen nacheinander der Fall war. Die Bedingungen waren gut, aber auch andere Sportfreunde dort verloren trotz augenscheinlich guter Wetterverhältnisse zu viele Tauben. Möglicherweise ist dort ein Krankheitsgeschehen die Ursache. Der Sportfreund will Tauben, Kot uw. untersuchen lassen.
Ein weiterer Sportfreund schrieb mir gestern abend:
"Ich kann dir eins sagen, bei uns im Dorf wurde vor 15 Jahren ein Handy Masten aufgestellt. Vorher hatten wir gute bis sehr gute Jahre mit wenig Verlusten. Seit da her haben wir nichts mehr hin bekommen. Nur noch einzelne Tauben die es hin kriegen. Die Tauben Trainieren auch am Haus nicht mehr in die Richtung des Senders. Auch die Verluste sind extrem, werde nicht mehr Reisen dieses Jahr mit den Alten. Von 45 Weibchen im Frühjahr hab ich jetzt noch 17."
Ob da ein Zusammenhang besteht kann ich nicht beurteilen, aber es macht mich doch sehr nachdenklich.
Ein weiterer Sportfreund hatte nun innerhalb von zwei Wochen drei Tauben (zwei Vögel, ein Weibchen) mit Flügelproblemen. Die Tauben trainierten am Haus, kamen herein und ließen die Flügel hängen. Er kann sich das Geschehen nicht erklären. Die Reiseergebnisse sind hervorragend Woche für Woche. Ob dort unterschwellig ein Gesundheitsproblem vorliegt, ob es einfach nur Pech ist oder vielleicht in der Versorgung trotz der super Reiseleistungen etwas im Argen liegt weiß ich nicht und kann es nicht beurteilen. Aber der Sportfreund ist verständlicherweise frustriert wenn sehr gute Tauben plötzlich verletzt sind und sucht nach Lösungen.
Ein weiterer Züchter hat Probleme mit plötzlich sehr nassem Kot. Allerdings bei Zuchttauben. Diese sitzen auf frisch geringten Jungtieren. Ich vermute dass die Tauben zu viel Mineralien und zu viel Wasser aufgenommen haben und das Gleichgewicht gestört ist. Das wird sich wieder geben. Aber natürlich macht sich der Züchter Sorgen und Gedanken.
Jemand schrieb mir auch: "Gestern hatten 5 Weibchen total grünen Kot. Eine war dabei mit Blut. Heute war sie wieder Top. Ich komm da nicht mehr mit. Ich lass sie jetzt in Ruhe. So kann und will ich sie nicht mehr setzen."
Dann habe ich am zurückliegenden Wochenende von Todesfällen bei einem Züchter im Jungtierbestand gehört. Der Tauben sind wohl gegen PMV/Rota geimpft worden. Aber noch nicht lange zurückliegend. Die Jungtauben kümmern kurz und versterben dann. Möglicherweise wurde da in einen Bestand hinein geimpft, der bereits infiziert war. Auch das ist nur eine Vermutung. Die Todesfälle können auch auf andere Ursachen zurückgehen. Man müsste es genauer untersuchen. Aber das ist auch alles mit viel Aufwand und Kosten verbunden, wenn man nicht irgendwo einen Taubentierarzt in der Nähe hat.
Insgesamt entsteht bei mir schon seit Längerem der Eindruck, dass ein immer größerer Aufwand betrieben werden muss die Tauben gesund zu halten und reisefähig zu machen und zu halten. Es gibt auch Sportfreunde, die das gut hinbekommen. Teilweise Jahr für Jahr. Aber auch da steckt in der Regel ein enormer Aufwand (finanziell und zeitlich) für die versorgung und das Training der Tauben dahinter.
Viele Sportfreunde kennen noch die Zeit als die Tauben mit Futter, Wasser und Mineralien versorgt und dann gereist wurden. Und es funktionierte. Nicht immer erfolgreich hinsichtlich der Preise, aber die Tauben kamen nach Hause, waren gesund und mehr oder weniger leistungsfähig. Heute sieht das alles aus meiner Sicht sehr viel anders aus. Die Verluste sind oft viel zu groß, die Probleme mit der Gesunderhaltung steigen von Jahr zu Jahr obwohl es doch angeblich so viele sinnvolle und wirksame Beiprodukte gibt usw. Ich bin der Meinung dass wir in dieser Richtung einmal viel systematischer untersuchen sollten was in unserem Hobby überhaupt los ist. Wir müssen dann aber auch wirklich ehrlich mit allem sein. Daran hapert es leider oft. Aber so geht es doch einfach nicht weiter, wenn viele Sportfreunde aufgrund von Verlusten, Krankheiten, Greifvögeln usw. einfach nur noch frustriert sind.

 

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