| | Wenn wir an der Nordsee im Urlaub sind, dann mag ich es sehr gerne am Strand, in den Dünen oder auf dem Deich herumzulaufen und mir richtig den Wind um die Nase wehen zu lassen. Hier bei uns erinnerte mich heute und in den letzten Tagen der recht böige Wind auch an unsere Nordseeurlaube. Wenn die Tauben dann Freiflug haben befürchte ich von Zeit zu Zeit, dass sie sich bei dem böigen Wind verletzten, weil sie irgendwo anschlagen. Aber meistens ist es doch so, dass man beobachtet, dass die Tauben im Freiflug es lieben mit dem Wind zu spielen, sich treiben zu lassen, schnell gegen den Wind zu fliegen und dann mit viel Tempo Kurven zu schlagen und wieder in die andere Richtung zu fliegen. Besonders heute war wieder so ein Tag an dem die Witwervögel sich so benahmen.
Auch für das kommende Flugwochenende ist teilweise wieder recht starker Wind angesagt auch wenn er im Vergleich zu heute wohl etwas die Richtung verändern wird. Wir setzen am Samstag Abend für unseren Flug über 270 KM am Sonntag ein und müssen erst einmal abwarten wie sich das Wetter für Sonntag entwickelt und auch der Wind. Wenn Tauben erst einmal richtig in der Saison sind und eingeflogen, dann macht ihnen auch recht böiger Wind nichts aus, aber zu Saisonbeginn tun sich besonders die jährigen Tauben und da insbesondere die Männchen doch oftmals schwer, wenn der Wind sie von hinten oder seitlich von hinten über das Ziel hinaus bläst. Auch das müssen die Tauben lernen, aber es kommt bei solchen Bedingungen dann doch auch immer mal wieder zu Verlusten.
Der Vorteil an dem recht böigen Wind hier am Haus ist allerdings, dass man fast sicher sein kann, dass der Habicht nicht angreift, denn bei böigem Wind hat er eigentlich keine Chance Tauben zu schlagen. So hat alles seine Vor- und Nachteile.
Insgesamt merke ich dass die Witwer nun langsam in ganz gute Form kommen und muss für den 2. Preisflug am kommenden Sonntag eher schauen, dass sie nicht überdrehen und zu wild sind. Unsere Tauben tun sich eigentlich seit je her bei hohen Fluggeschwindigkeiten, wie wir sie für Sonntag erwarten können, eher schwer. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann würde ich mir ein Reisejahr wünschen in dem der Wind Woche für Woche von Vorne als Gegenwind kommen würde. Bei solchen Verhältnissen schneiden wir eigentlich meistens recht gut ab.
Es gibt Sportfreunde, die sagen, dass man bei angesagtem Rückewind und zu erwartender hoher Fluggeschwindigkeit die Tauben leichter und eventuell auch knapper füttern soll. Es gibt wenige Dinge, die sich im deutschen Brieftaubensport so über die Jahrzehnte gehalten haben, wie dieser Unsinn. Eine Taube fliegt nicht einen Meter weniger weit über das Ziel hinaus weil man sie leichter oder knapper füttert. Sie kehrt auch nicht früher um, weil man sie etwas weniger gehaltvoll füttert. Im Gegenteil: es ist eigentlich besser wenn eine Taube, beispielsweise aus Unerfahrenheit, zu weit über das Ziel hinaus geflogen ist, auch noch körperlich ein bißchen was zuzusetzen hat und dann nach hause fliegen kann.
Ich glaube übrigens auch, dass man Tauben, die mehrfach bei sehr hohen Fluggeschwindigkeiten in die Spitze der Preisliste fliegen können, gut im Auge behalten sollte, auch wenn sie vielleicht bei schwereren Bedingungen nicht so gut ihre Preise fliegen. Tauben, die bei schnellen Flügen mehrfach vorne sind haben aus meiner Sicht eine besonders gute Orientierung und aus solchen Tieren mal Junge zu züchten lohnt sich doch recht häufig.
| | | |
|