Brieftauben Mimberg

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Mittwoch, 18.02.2026
Sascha am 18.02.2026 um 16:42 (UTC)
 Heute in einer Woche werde ich, wenn nicht noch etwas Unerwartetes dazwischen kommt, die Reisevögel mit ihren Täubinnen verpaaren. Es wird jetzt langsam Zeit, denn die zukünftigen Witwervögel zeigen doch an ihrem Verhalten, dass sie Paarungsbereit sind. Ihre Witwerweibchen werde ich nun noch ein wenig mit Mineralien und Vitaminen etc. vorbereiten. Zusätzliches Licht gibt es allerdings nicht, denn die Tauben kommen um diese Zeit schon sehr gut von selbst in Paarungsstimmung.
Später entscheide ich dann noch ob ich die Reisevögel nach relativ kurzer Zeit auf dem Nest wieder trenne und vielleicht später nochmal verpaare oder ob ich sie einfach überbrüten lasse und dann nicht mehr anpaare. Das hängt davon ab wie es hier mit der Paarung klappt und v.a. wie dann die ersten Freiflüge verlaufen, d.h. wie hoch der Druck und die Gefahr durch die Greifvögel ist. Heute Nachmittag flog hier in hohem Tempo wieder ein Sperberterzel durch den Garten. Der ist für die Tauben zwar nicht gefährlich, aber wo ein Männchen ist, ist meistens auch ein Weibchen und das wäre dann für die ersten Freiflüge am Haus schon deutlich unangenehmer.
Letztlich ist es nicht entscheidend ob die späteren Reisevögel Jungtiere ziehen würden oder ein Mal gepaart werden oder zwei Mal. Das macht für die Leistung am Ende praktisch keinen Unterschied. Die Tauben müssen gesund sein und gut anfangen zu trainieren und dann muss vielleicht auch das Wetter mitspielen, sodass sie nach und nach ihre Form langsam aufbauen können. Das Zeitfenster für die Herstellung einer Verfassung in der die Tauben gut ihre Flüge bestreiten können ist hier leider in jedem Jahr sehr kurz und ich halte es auch für zu kurz. Aber im deutschen Brieftaubensport ist Geduld inzwischen weitgehend ein Fremdwort.
Auf einer niederländischen Homepage eines Sportfreundes, der etwa ein Mal in der Woche einen kleinen Blog schreibt, las ich heute folgendes:
"Auch der Taubensport nervt mich zunehmend. Er hat sich von einem schönen Hobby zu einer Art Geschäftsmodell entwickelt, bei dem es immer mehr ums Geldverdienen geht. Plötzlich scheint jeder Spitzentauben zu haben, die fantastische Jungtiere hervorbringen oder Super-Eier legen; es macht mich krank, das alles zu lesen. Warum können wir unser wunderbares Hobby nicht einfach gesellig und unterhaltsam gestalten? Was ist denn daran falsch? Ist der Taubensport zu teuer? Dann hält man weniger Tauben. Hoffnungslos? Dann genießt doch einfach die Tauben, ihre Ausdauer und ihre Ankunft."
Ich bin aktuell was die Reisesaison betrift wieder etwas mehr motiviert als in den letzten beiden Jahren, aber ich kann das was der Züchter hier schreibt komplett unterschreiben und mir geht es oftmals ganz genauso. Mir geht diese ganze Kommerzialisierung unseres schönen Hobbys nur noch auf die Nerven. Die vielen Taubenverkäufe, die Internet-Auktionen, die Gutscheinverkäufe und dann auch ein Stück weit die ganze Verlogenheit, die in der Werbung rund um die Taubenverkäufe steckt. Die Scheinbieter bei Auktionen im Saal oder im Internet, die angeblichen Telefon-Bieter, die plötzlich auftauchen, das ganze Drumherum. Leider kann man sich dem nur sehr schwer entziehen. Das Wichtigste kommt dabei oft zu kurz. Der Spaß an der Taube. Die Beschäftigung mit der Taube und v.a. die Wertschätzung für die Taube und das was unsere Tiere leisten können.
 

Dienstag, 17.02.2026
Sascha am 17.02.2026 um 17:46 (UTC)
 Ein Sportfreund hat mir gemailt und mich nach meiner Meinung zu einem Produkt befragt, welches eigentlich als Nahrungsergänzungspräparat für uns Menschen gedacht ist. Er überlegt dieses bei seinen Tauben einzusetzen und fragte, was ich davon halte. In diesem Produkt sind Mineralien und Spurenelemente enthalten, außerdem viele Vitamine und dazu Kräuterauszüge, Fruchtsäfte usw.)
Grundsätzlich ist es sicherlich ein sehr gutes Präparat und da es für uns Menschen hergestellt ist, kann man wohl auch davon ausgehen, dass es gewisse Qualitätsstandarts erfüllt. Der Sportfreund schrieb mir außerdem, dass er gerne auf synthetische Viamine zur Versorgung seiner Tauben verzichten wollte. Da allerdings entsteht dann schon das erste kleine Problem. Denn auch die Vitamine, die diesem Mittel zugesetzt sind, sind synthetisch hergestellt. Es macht also keinen Unterschied zu einem Beiprodukt, welches extra für unsere Tauben hergestellt ist.
Darüber hinaus muss man bei solchen Mitteln, die für uns Menschen produziert werden, auch immer besonders darauf achten, wie sie in Bezug auf ihre Wirkstoffe dosiert werden. In diesem Fall wird empfohlen, dass wir Menschen von dem Mittel ein Mal täglich 10 ML einnehmen sollen. Gehen wir mal von einem Mann mit 80 KG aus und rechnen es 1:1 um, dann könnten wir mit 10 ML von dem Produkt etwa 160 Tauben am Tag versorgen. Benötigt man das Mittel für weniger Tauben, dann muss man es mindestens entsprechend herunter rechnen in der Versorgung. Also beispielsweise auf 2,5 ML für 40 Tauben.
Grundsätzlich finde ich es nicht falsch Nahrungsergänzungsmittel, die für uns Menschen hergestellt sind, auch für unsere Tauben zu nutzen. Einfach weil die Qualität der Produkte in der Regel sehr gut ist und sie dann auch teilweise günstiger sind. Aber man muss sich dann schon mit dem Beipackzettel befassen und schauen, wie man die Dosierung eines Mittels für unsere Tauben anpasst.
Bzgl der Frage hinischtlich der synthetischen Vitamine kann ich den Gedankengang des -Sportfreundes wohl nachvollziehen. Synthetisch erzeugte Vitamine und Mineralstoffe unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur zwar nicht von den in Lebensmitteln natürlich vorkommenden Nährstoffen und er Körper kann daher zunächst nicht zwischen synthetisch hergestellten und in Lebensmitteln vorkommenden Mikronährstoffen unterscheiden. Allerdings kann die Aufnahmefähigkeit (Bioverfügbarkeit) in der Tat unterschiedlich sein. Synthetisch hergestellt sind die Mikronährstoffe meist wesentlich besser verfügbar, da sie isoliert vorliegen. Entscheidend ist jedoch, dass die Mikronährstoffe so gut wie nie isoliert vorkommen. Erst das Zusammenspiel der natürlich vorkommenden Vitamine, Mineralstoffe und der zahlreichen Begleitstoffe, wie zum Beispiel der sekundären Pflanzenstoffe, macht die eigentliche gesundheitsfördernde Wirkung aus. Insofern bleibt für uns Züchter bei der Ernährung unserer Brieftauben immer abzuwägen was sie benötigen und wie wir es den Tauben geben.
Das ist übrigens einer der Gründe warum wir selbst regelmäßig unseren Gemüsemix einsetzen. Wir hoffen damit den Tauben sowohl Vitamine und Mineralstoffe in natürlicher Form zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die benötigten Mineralien, Spurenelemte und sekundären Pflanzenstoffe zu füttern.
Am Ende können wir immer nur die Tauben beobachten und Rückschlüsse ziehen. Am Besten funktioniert das, wenn man ein Abteil Tauben auf die eine Art versorgt und ein anderes Abteil anders - z.b. ohne irgendein Produkt. Vor Jahren habe ich das beispielsweise mal mit der viel gelobten Buttermilch in der Mauserzeit getan. Ein Schlag bei den Jungtauben wurde sehr regelmäßig mit Buttermilch versorgt, der andere Schlag nicht. Das Ergebnis war: die Tauben mauserten nicht unterschiedlich schnell, sie mauserten nicht besser oder schlechter und sie hatten nicht mehr oder weniger Mauserschäden oder Krankheiten oder irgendetwas. Im Ergebnis habe ich danach für mich beschlossen bei unseren Tauben keine Buttermilch mehr zu nutzen. Aber auch das kann jeder Sportfreund so handhaben, wie er es möchte. Man sollte es einfach probieren und gut beobachten und sich v.a. dabei nichts vormachen. Aus meiner Erfahrung ändert ich bei Gabe oder Nichtgabe bei den allermeisten Produkten einfach gar nichts für unsere Tauben.
 

Montag, 16.02.2026
Sascha am 16.02.2026 um 07:43 (UTC)
 In der vergangenen Nacht und heute am frühen Morgen ist hier wieder eine ordentliche Menge Schnee herunter gekommen. Er wird vermutlich nicht lange liegen bleiben, aber der Winter zieht sich in diesem Jahr doch recht lange. Für diese Jahreszeit ist das Wetter normal, aber in den letzten Jahren war es doch häufig anders. Ich denke, dass der anhaltende Winter, v.a. auch in anderen Regionen Deutschlands wohl dazu führen wird, das viele Greifvögel in diesem Frühjahr erst etwas später auf das Nest gehen und für uns würde das wieder bedeuten, dass wir relativ lange und vermutlich auch intensiv Probleme mit Sperber und v.a. Habicht haben werden, wenn die Tauben wieder in den Freiflug gehen.
Auffällig ist hier in der Gegend in diesem Jahr, dass der Wind nun schon Wochen und Monate aus südlichen Richtungen weht. Mal mehr südöstlich, mal südwestlich und oft direkt aus Süd. So etwas kennen wir eigentlich nicht. Entweder kam der Wind aus eher westlicher Richtung im Winter oder östlich, aber nicht so sehr und so lange aus dieser Richtung. Ich finde es interessant zu beobachten wie sich das im Frühjahr entwickelt. Denn es hat schon Einfluss auf das Wetter.
In unserem Zuchtschlag fallen nun die Eier. Ich hoffe, dass die Weibchen relativ gleichmäßig legen. Dann ist es später beim Absetzen der Jungtiere angenehmer wenn man die jungen Tauben in relativ kurzer Zeit nacheinander in den Jungtierschlag setzen kann. Entscheidend wird sein wie schnell und regelmäßig die jährigen Täubinnen legen, die ich neu in den Zuchtbestand übernommen habe. Sobald die Eier dann gelegt sind werde ich für etwa zwei Wochen das Futter wieder etwas leichter und dünner machen. Dazu werde ich unter das Zuchtfutter wieder einen ordentlichen Anteil unserer Wintermischung mischen,
 

Sonntag, 15.02.2026
Sascha am 15.02.2026 um 06:24 (UTC)
 In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "De Duif" findet sich ein ausführlicher Rückblick auf die Brieftauben-Olympiade in Dortmund am vergangenen Wochenende. Es ist immer gut, wenn unsere Verantwortlichen auch einmal den Spiegel vorgehalten bekommen und darüber berichtet wird, was gut und was weniger gut oder schlecht angekommen ist.
Ich hatte hier schon geschrieben, dass ich krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte und mir daher kein Urteil erlauben mag. Aber wenn ein Standbetreiber, wie die Herausgeber der Fachzeitschrift "De Duif", der stets auf allen Olympiaden zu Gast war, einen ausführlichen Beitrag zu solch einer Veranstaltung schreibt, dann kann man schon sagen, dass dieser Artikel sicherlich Hand und Fuß hat.
Leider kommt unser Verband als Ausrichter und kommen v.a. die Vertreter unseres Verbandes, d.h. unser Verbandspräsidium an verschiedenen Stellen in der Beurteilung gar nicht gut weg.
So hinterließ der Umstand, dass die Verantwortlichen kaum Kontakt zu den Ausstellern suchten, keinen guten Eindruck. In "De Duif" schreibt man dazu: "Übrigens war der Deutsche Taubenverband während der gesamten Messe auffällig abwesend. Es gab beispielsweise keine Ansprechpartner unter den Mitarbeitern. Das Ganze wirkte sehr undeutsch."
Der Freitag und auch der Sonntag waren von den Besucherzahlen und finanziell für die Aussteller wohl ein ziemlicher Reinfall. Zum Freitag und den Öffnungszeiten liest man in "De Duif":
"Der erste Tag war wirtschaftlich ein Desaster, da kaum Besucher kamen. Verständlich: Wer würde schon für einen dreistündigen Messetag mitten im Berufsverkehr so ​​weit fahren? Warum die späte Öffnungszeit? Alle Stände sind seit Donnerstagabend aufgebaut, alle Aussteller sind da und tun nichts. Öffnet man die Messetore erst um 9 oder 10 Uhr, kann man nachmittags immer noch eine offizielle Eröffnungsfeier abhalten." Ergänzend dazu schreuibt man zum Messesonntag:
"Während der Freitag als Messetag zu kurz war, war der Sonntag zu lang. Es gab kaum mehr Besucher als Aussteller, und noch vor dem Mittagessen begannen die ersten Stände abgebaut zu werden. Alle wollten die Halle verlassen und mit dem Verladen beginnen, doch das Sicherheitspersonal hielt sie davon ab. Von Organisation war einmal mehr nichts zu spüren. Und so endete die Messe wie schon an all den Tagen zuvor: in Chaos und Traurigkeit."
Ein weiterer großer Kritikpunkt war der Umgang mit den ausgestellten Olympiatauben:
"Der größte Ärgernispunkt war jedoch die Sicherheit der Olympiatauben. An einem Eingang zum Ausstellungsbereich saß ein Wachmann auf einem Stuhl, am zweiten Ausgang war keiner. Mehrere Kameras überwachten die Taubenreihen. Es grenzt an ein Wunder, dass keine Tauben gestohlen wurden. Seit Freitagmorgen flogen außerdem entflogene Tauben in der Halle herum; wir wissen mit Sicherheit, dass eine davon eine kroatische Olympiataube war. Das ist schlichtweg eine Schande. Teilnehmer, die Tauben mitbrachten, berichteten, dass das Einsetzen und Abnehmen der Tauben am Mittwoch- und Sonntagnachmittag sehr chaotisch und schlampig verlaufen sei und die Pflege mangelhaft gewesen sei (die Tauben befanden sich in ungereinigten Käfigen, und das Futter lag am Sonntagmittag einfach im Kot)."
Diese Worte sind bezogen auf die Olympiade-Ausstellung und die Messe schon starker Tobak. Aber aus meiner Sicht kann ich dazu sagen, dass sich der gleiche Eindruck bestätigt hat, den ich auf den letzten Verbands-Ausstellungen in Dortmund hatte. Unser Verband war und ist mit der Ausrichtung einer solchen Veranstaltung einfach überfordert. Über die Gründe dieser Überforderung kann man nur Mutmaßungen anstellen. Wenn man aber kurzfristig die Ausrichtung der Olympiade übernimmt, dann sollte man sie auch zur Zufriedenheit aller durchführen.
In "De Duif" wurden die beiden Festabende insgesamt gelobt und positiv hervorgehoben und auch der FCI-Kongress lief wohl insgesamt sehr gut ab. Warum dieser Kongress gleichzeitig zum Tierärzte-Kongress stattfand war aber auch dem Autor der belgischen Fachzeitschrift nicht ganz klar.
Ich hatte zuletzt auch noch privat Rückmeldung bekommen, dass beispielsweise Sportfreunde aus Polen, welche die weite Reise zur Brieftauben-Olympiade angetreten hatten, sehr enttäuscht über den relativ geringen Besuch und den sehr kleine Industrie-Messe waren. In "De Duif" schreibt man zur Industrie-Ausstellung kurz und knapp:
"Unserer Meinung nach war die Messe etwas enttäuschend. Es war die kleinste Olympiade-Messe, die wir je gesehen haben. Es ist schon merkwürdig, dass man als Veranstalter des angeblich größten Taubensportevents der Welt nicht mehr Aussteller für die Messe gewinnen kann. Die einzige Halle, in der die Messe stattfand, war kaum halb voll."
Ich bin gespannt darauf wie die Berichterstattung in unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" zu dieser Veranstaltung in der nächsten Ausgabe sich gestaltet und wie andere Zeitschriften sich zur "Brieftauben-Olympiade" äußern. Für mich persönlich, der leider nicht teilnehmen konnte, verfestigt sich einmal mehr der Eindruck, den ich schon seit längerer Zeit zu verschiedenen Veranstaltungen unseres Verbandes und zu den Verantwortlichen habe: Viel gewollt und wenig gekonnt.
 

Samstag, 14.02.2026
Sascha am 14.02.2026 um 07:27 (UTC)
 Gestern rief mich ein Sportfreund an und berichtete mir, dass er überlege ein bestimmtes Versorgungsprogramm künftig bei seinen Reisetauben durchzuführen und konsequent einzusetzen. Mir war weder der Hersteller bekannt, noch die Produkte dieser Firma. Ich habe mich dann nach unserem Telefonat über diese Beiprodukte informiert. Sie unterscheiden sich letztlich nicht von den Mitteln vieler anderer Firmen, aber scheinen doch insgesamt sinnvoll in ihrer Zusammenstellung zu sein.
Am Abend kontaktierte mich ein Züchter und befragte mich u.a. zu einem bestimmten Beiprodukt, welches relativ neu auf dem Markt ist und wollte meine Meinung dazu wissen.
Es ist für mich schwer etwas zu Produkten zu sagen, die ich selbst gar nicht getestet habe. Ich bin überzeugt, dass in der heutigen Zeit die Hersteller der verschiedenen Beiprodukte darauf achten, dass diese von guter Qualität sind und dass die Firmen versuchen alles zu tun, damit die Tauben über ihre Produkte in der Zucht-, Reise- oder Mauserzeit gut versorgt sind.
Insofern denke ich, dass es am Ende nicht entscheidend ist ob man sich bei der Versorgung seiner Tiere auf die Mittel von Hersteller X, Y oder Z verlässt. Sie sind sicherlich alle gut. Nur bin ich der Meinung, dass man sich besonders bei der Versorgung seiner Reisetauben auf das Konzept eines einzigen Produzenten konzentrieren sollte.
Wir machen das hier seit vielen Jahren mit den Produkten von Dr. Marien, weil wir damit zufrieden sind. Wir könnten es genauso gut mit den Produkten eines anderen Herstellers machen. Das würde vermutlich nicht viel ändern.
Wenn Sportfreunde mich zu meiner Meinung zu diversen Produkten fragen, dann schwingt da aus meiner Sicht auch immer die Hoffnung mit, dass man die eigenen Leistungen mit entsprechenden Beiprodukten verbessert.
Das wiederum ist - und das betone ich in solchen Gesprächen auch immer - etwas an das ich kaum glaube. Brieftauben benötigen besonders in der Reisezeit sicherlich eine gewisse Grundversorgung mit Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und vielleicht auch Eiweißbausteinen neben dem eigentlichen Futter. Diese Grundversorgung sollte man über Beiprodukte sicherstellen. Man kann sich Gedanken darüber machen wann und wie man die Mittel einsetzt, man kann sich da letztlich auch auf das Konzept eines Herstellers verlassen.
Aber ob ich am Flugtag schließlich 20 Prozent Preise fliege oder 50 Prozent oder gar 70 Prozent hängt meiner Meinung nach wenig mit den eingesetzten Produkten zusammen. Denn ob ich die Mittel von Firma X zur Regeneration einsetze oder von Firma Y oder Z macht am Ende kaum einen Unterschied. Genauso gilt das beim Formaufbau zum nächsten Flug hin. Die Produkte ähneln sich alle sehr und sind sehr ähnlich hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe. Insofern glaube ich einfach nicht daran, dass es für die Ergebnisse entscheidend ist welche Produkte von welcher Firma ich schließlich nutze.
Ich muss für mich als Züchter nur entscheiden wieviel ich einsetze und wann ich es einsetze. Die einen Sportfreunde glauben daran, dass man den Tauben jeden Tag irgendetwas geben sollte, die anderen glauben weniger daran. Ich persönlich glaube sehr wenig an den Nutzen der meisten Mittel und wir beschränken uns hier zur Unterstützung unserer Tauben auf ganz wenige Produkte. Wichtig ist dass die Tauben gesund sind, angemessenes Futter bekommen und das ausreichend und dann spielt einfach auch manchmal der Wind und die Lage eine Rolle, aber v.a. auch die Form der Tauben. Brieftauben in sehr guter Form und Verfassung lassen sich von Wind und Schwarmverhalten weniger beeinflussen als Tiere in nicht so guter Form. Die Form wiederum wird beeinflusst dadurch dass der Schlag bei möglichst vielen Witterungsbedingungen gut funktioniert, durch eine Regelmäßigkeit in der Versorgung, dadurch dass sich ein Tier in seinem Schlag wohlfühlt und durch eine Bindung an das Revier, ihren Partner und an den Züchter. Aus Letzterem zieht die Taube ihre Motivation. Eine gesunde Taube, die in einem sehr gut funktionierenden Schlag lebt, die sich wohl fühlt und die motiviert ist, kann (übertrieben gesagt) mit Futter, Wasser und Mineralien hervorragende Leistungen bringen über eine ganze Saison hinweg.
 

Donnerstag, 12.02.2026
Sascha am 12.02.2026 um 07:27 (UTC)
 In einem Interview vor einigen Jahren sagte Wolfgang Roeper einmal, dass das Wichtigste für ihn hinsichtlich der Versorgung der Reisetauben neben dem Futter die sehr regelmäßige Gabe von Gritmischung sei. Sportfreund Roeper berichtete, dass er seinen Reisetauben in der Saison jeden Tag morgens und abends im gemeinsamen Trog frischen Grit fütterte, von dem die Tauben dann ein wenig fressen und diesen dann wieder entfernte. Er mischte zur Versorgung der Tiere drei verschiedene Gritsorten und verbrauchte davon erhebliche Mengen.
Wenn man Brieftauben beobachtet, dann fressen sie eigentlich fortdauernd ganz wenige Mineralien, wenn man sie lässt und wenn die Mineralien frisch sind. Ich denke auch, dass für eine Taube, egal ob in Zucht-, Mauser- oder Reisezeit nichts Wichtiger ist als immer wieder frische Mineralien und Spurenelemente aufnehmen zu können.
Persönlich habe ich eine Abneigung gegen all die verschiedenen, sogenannten Mineralmischungen, in denen sich neben den verschiedenen Mineralien noch diverse andere Dinge befinden. Wenn ich den Tauben beispielsweise Sämereien geben möchte, dann möchte ich das extra tun und keine Sämereien in einer Mineralmischung vorfinden. Auch Backerzeugnisse, Korrels, Eiweißpulver, Öle. Hefen, Nussmischungen usw. haben aus meiner Sicht nichts in Mineralmischungen verloren. V.a. deswegen nicht, weil viele dieser Ergänzungsstoffe schnell schlecht und ranzig werden können und weil sie einfach nur als Lockstoffe dienen, welche dazu führen sollen, dass die Tauben möglichst viel von dem Produkt aufnehmen.
Wenn ich Tauben Mineralien und Spurenelemente geben möchte, dann möchte ich das in einer Form tun, dass sie diese fressen können wenn sie möchten, oder eben nicht und sie sollen dein eben nur die reinen Mineralien zur Verfügung haben.
Aus diesem Grund füttern wir hier seit vielen Jahren das Picbobal der Firma Klaus. Dieses ist eine reine und recht fein gemahlene Mineralmischung, welche Calciumcarbonat, Quarz-Griess, Kohlensaurer Algenkalk, Dicalciumphosphat, Calcium Natrium Phosphat, Calcium-Magnesiumcarbonat, Natriumchlorid enthält und sonst nichts.
Das Picobal wird von den Tauben sehr gut aufgenommen und es bleibt, wenn man erst einmal weiß welche Mengen die Tiere pro Tag etwa fressen, fast nichts liegen. Allerdings hat diese Mischung wirklich ihren Preis dafür, dass man nur Steine, Muschelschalen usw. erhält.
Ich habe nun gesucht ob es günstigere Mischungen gibt. Selbstverständlich gibt es auch sehr günstige Mineralmischungen für teilweise ein Viertel des Preises des Picobal. Aber diese sind oft sehr grob und enthalten diese recht großen scharfkantigen Muschelschalen und viel Rotstein. Ob Rotstein wirklich gut ist für die Tauben, darüber scheiden sich auch noch die Geister.
Ich habe aber letztens einmal wieder solch einen Sack von der Firma Paloma gekauft und davon den Tauben gefüttert. Der Rotstein wurde super gefressen, aber die Muschelschalen etc blieben sehr viel im Trog liegen, weil sie schlicht zu groß und zu scharfkantig sind. Dann fiel mir in einem unserer Schränke eine uralte, elektrische Kaffeemühle in die Hände. Meine Eltern nutzten diese früher. Sie ist von der Firma Krupps und sicherlich schon 40 Jahre alt. Sie ist noch voll funktionsfähig,. Mit dieser Kaffeemühle habe ich etwas von der günstigen und groben Mineralmischung klein gemahlen. Anschließend habe ich die gemahlene Mischnung den Tauben gegeben und es wurde dann viel besser gefressen und es blieb weniger liegen. Aktuell mische ich nun das Picobal mit dem gemahlenen, günstigen Grit und damit bin ich wirklich sehr zufrieden. Die Tauben bekommen davon täglich und so möchte ich die Mischung auch in der Reisesaison einsetzen.

Paloma Gritmischung


Paloma Gritmischung gemahlen
 

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