| | Was für ein Wetter! Kälte, Wind, Regen und etwas weiter südlich im Sauerland liegt sogar eine leichte Schneedecke. So wird es wohl die ganze Woche bis Freitag bleiben. Unsere Witwer müssen nun, da ich Spätdienst habe, bei dem Sauwetter morgens trainieren. Das ist für die Tauben ungewohnt und es ist auch sehr kalt und nass. Aber anders geht es nicht. Ich werde sie aber nicht rauslassen, wenn das Wetter zu schlecht ist. Dann werde ich lieber auf einen Freiflug verzichten.
Zu meinem gestrigen Beitrag habe ich sehr viele Reaktionen bekommen auf verschiedenen Wegen. Tipps und Überlegungen von Züchtern woran Verluste liegen können. Auch Klagen über verlorene und verletzte Tauben. Diskussionen um Auflassorte und Aufflasszeiten. Ich möchte mich für die vielen Reaktionen bedanken. Ich speichere mir das alles immer auf dem PC und kann dann im Herbst, wenn mehr Zeit ist, einmal darauf zurückgreifen und das alles genauer thematisieren.
Was uns Brieftaubenzüchtern in Deutschland fehlt - das merke ich immer wieder an den Zuschriften und Reaktionen zu meinen Beiträgen - ist eine Plattform auf der man sich austauschen kann. Früher gab es den Internet-Taubenschlag. Den gibt es leider nicht mehr und er wurde auch irgendwann kaum noch genutzt und von einigen Nutzern "kaputtgeschrieben".
Bei Facebook gibt es zig verschiedene Gruppen zum Thema Brieftauben, aber der Inhalt darin ist zumeist so, dass dort überhaupt nichts sinnvoll und zielführend diskutiert wird. Kurzfilme werden gepostet. Es werden Flugergebnisse präsentiert. Ab und an wird mal eine Frage gestellt und beantwortet. Aber ich habe die meisten dieser Gruppen wieder verlassen, weil sie Zeitverschwendung sind und keinen Inhalt bieten, der mich interessiert.
Von einem Sportfreund, der auch die Südostroute reist und dem vom Wochenende trotz guter Resultate auch wieder Tauben fehlen, las ich gestern: "Für mich ist diese Richtung schon lange überholt und nicht mehr zeitgemäß." Ich möchte das so nicht unbedingt unterschreiben, aber ich habe mir dann mal angesehen wo wir die Tauben entlang schicken und wie die Wanderfalkenpopulation auf der Flugroute ist. Nirgends gibt es nach meiner Wahrnehmung so viele künstliche Wanderfalkennistplätze wie entlang der Route, die wir mit unseren Tauben bereisen.
In Lauf an der Pegnitz, wo wir am Sonntag aufgelassen haben, ist nur 1 KM entfernt vom Auflassplatz ein Wanderfalkenhorst mit aktuell 4 jungtieren. In Nürnberg sind Wanderfalken, in Schweinfurt, in Neumarkt, in Regensburg, auf der Cadolzburg, in Feucht usw. usw.
Mir ist durchaus bewusst, dass derzeit in Deutschland fast überall Wanderfalken künstlich angesiedelt werden. Das sind Prestige-Projekte, die Geld bringen. Es geht dabei in keiner Weise um Natur- oder Umweltschutz. Aber ausgerechnet dort wo wir unsere Tauben entlang reisen ist es wirklich extrem und da müssen wir uns über Verluste und verletzte Tauben wirklich nicht beklagen. Zumal dann nicht, wenn wir, so wie es unser Regionalverband prakiziert, fast alleine sonntags unterwegs sind (wofür es wegen der arbeitenden Züchter gute Gründe gibt) und fast alle anderen Regionalverbände auf dieser Linie samstags reisen.
Ein befreundeter Züchter hat am Wochenende eine Täubin (als einzige) verloren, die im vergangenen Jahr unter den 10 besten Weibchen in seinem Regionalverband war. Ein anderer Züchter bekommt seinen RV-besten Vogel vom letzten Jahr nachmittags vom Greifvogel zerfetzt immerhin noch nach hause. Er kann diese Taube nun in den Zuchtschlag setzen. Ein weiterer Sportfreund, der u.a. am Wochenende den 1. Konkurs fliegt, schreibt: " Es fehlen noch drei jährige Vögel, die alle im Herbst bis 330km im Korb waren. Ich habe auch keine Erklärung." Noch ein Züchter schreibt mir: "Ich denke, dass die Wanderfalken der Hauptgrund für die Verluste sind. Uns fehlen von Wochenende zwei Weibchen, beide mit einem 1. Konkurs. Außerdem kamen zwei weitere verletzt zu Hause an. Insgesamt waren in unserer Einsatzstelle 8 verletzte Taube beim Uhrenauswerten zu verzeichnen und das bei ca. 200 gesetzten Tauben."
Wir können das eigentlich alles nicht weiter ignorieren und sollten dringend darüber sprechen ob es Strategien geben kann zumindest ein wenig die Verluste und Verletzungen ein wenig einzudämmen. Aber dafür fehlt eine Plattform oder eine Arbeitsgruppe etc. Es müssten dazu auch einmal gezielt Daten gesammelt werden. Das sollte eigentlich möglich sein.
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