| | Am Tag nach einem Preisflug bekommen unsere Witwervögel in der Regel keinen Freiflug sondern verbleiben zur Regeneration im Schlag. Gestern hatte es während des Tages viel geregnet, aber gegen Abend wurde das Wetter richtig schön und so habe ich einfach die Ausflüge geöffnet und die Vögel für etwa eine Stunde machen lassen was sie wollen. Sie konnten herausgehen und fliegen oder im Schlag bleiben so wie sie es bevorzugten. Es warend dann irgendwann aber fast alle Witwer draußen und sie flogen und ich sehe mir das dann sehr gerne aus dem Garten an, wenn sie landen, in den Schlag gehen, wieder herauskommen, balzen usw. Als nur noch etwa zehn Witwer draußen waren flogen diese plötzlich vom Dach ab und mit vollem Tempo davon. Den Grund konnte ich schnell ausmachen. Ein Wanderfalke flog am Himmel genau von Ost nach West. Er stellte den Tauben nicht nach (vielleicht hatte er keinen Hunger), aber selbstverständlich hatten sie Angst und es dauerte später eine ganze Weile bis diese Vögel wieder im Schlag waren.
Es wird nun also auch hier beim Training am Haus immer problematischer. Erst waren es Habicht und Sperber und nun schaut der Wanderfalke regelmäßig vorbei. So können Reisetauben verständlicherweise nicht in Bestform kommen.
Große Sorgen mache ich mir diesbezüglich um unsere Jungtauben. Wenn diese nun auch noch immer wieder von Greifvögeln gejagd werden, dann steht zu befürchten, dass viele verloren gehen oder geschlagen werden.
Gestern hat mir ein Sportfreund aus der Gegend in der unsere Tauben gestartet werden und die sie durchfliegen müssen netterweise eine Auflistung der Wanderfalkenhorste in seiner Region zugeschickt. Ich bin gerade dabei damit eine Karte zu gestalten um das Ganze etwas übersichtlicher zu machen. Diese Karte werde ich gelegentlich hier veröffentlichen. Aber was ich jetzt schon sagen kann: Es ist Woche für Woche reines Harakiri was wir auf unserer Flugroute mit den Tauben veranstalten. Ich weiß nicht wie es auf anderen Richtungen ist. Ich beobachte aber, dass beispielsweise unser Nachbar-Regionalverband 250, der zum Südwesten reist, in Relation deutlich weniger Taubenverluste durch Greifvögel hat.
Gestern telefonierte ich mit einem Sportfreund unserer RV, der bisher sehr gut reist und der auch am Wochenende wieder Tauben in der Spitze der Preisliste hatte usw. Ihm fehlten vom Flug noch fünf Tauben, darunter zwei dreijährige Täubinnen, die bislang auf jedem Flug einen Preis geflogen hatten. Ich muss ehrlich sagen, dass ich gut verstehen kann wenn solche Züchter einfach nur noch frustriert sind.
Für uns steht am kommenden Wochenende schon der erste 400-Kilometer-Flug auf dem Plan. Das ist schon ein sehr strammes Programm was wir in diesem Jahr fliegen, wobei ich sagen muss, dass es das Wetter bisher gut mit uns gemeint hat und die Flüge durch südliche Winde immer mit hohen Fluggeschwindigkeiten begünstigt wurden. Es stehen nun drei 400er hintereinander auf dem Programm. Sollte das so funktionieren, dann haben unsere Tauben schon einiges geleistet und das ist am Ende ja auch gut so, auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass man es insgesamt etas langsamer und später hätte angehen sollen.
Wenn ich mir aber andere Vereinigungen und Regionalverbände ansehe, dann macht das Programm dort auf mich eher den Eindruck eines Kurzstreckenclubs im deutschen Programm. Es gibt tatsächlich RVen, die Plan nicht einen echten 500er haben und da hört es für mich dann auch auf. Das sind Reisepläne, die kaum noch irgendwelche Anforderungen an die Tauben stellen. Das kann am Ende ja auch nicht das Ziel sein. | | | |
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