Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Montag, 14.09.2026
Sascha am 14.09.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern hat es hier bis in den späten Nachmittag hinein durchgängig mal mehr oder weniger geregnet. Es hat der Natur sicher gut getan. Unsere Tauben in den Schlägen mit vorgebauten Volieren waren immer wieder draußen um zu baden und sich berieseln zu lassen. Gerade jetzt in der Mauserzeit mögen die Tauben es sehr sich im Wasser die Federn zu pflegen. Unser Jungtierschlag oben auf dem Dachboden hat keine vorgebaute Voliere. Dort lasse ich die Jungtiere im Schlag baden, wenn es warm ist und die Sonne scheint, damit anschließend der Schlagboden schnell abtrocknet. Weil es aber so schön regnete habe ich die Jungtauben dann gestern morgen schon recht früh zum Freiflug herausgelassen. Sie flogen im Regen, badeten auf dem Dach und ließen es sich gut gehen. Als ich irgendwann die Jungtiere wieder zur Fütterung hereinrief fehlte allerdings eine Jungtaube. Ich hatte nicht wirklich eine Erklärung dafür. Irgendwann vermutete ich, dass vielleicht ein Sperber im Regen eine Taube vom Dach gegriffen hatte. Aber gegen 17 Uhr tauchte die fehlende Jungtaube dann doch plötzlich völlig unversehrt wieder auf. Ich habe keine Ahnung wo sie den ganzen Tag gewesen ist. Aber es ist gut, dass sie wieder im Schlag ist.
Unter unseren Witwerweibchen in ihrer überdachten Voliere sind einige Täubinnen, die kahle Stellen vorne am Hals haben. Es gibt Tierärzte, die behaupten, dass dort aufgrund einer Pilzinfektion Federn abbrechen. Ich glaube nicht daran, dass Täubinnen in einer Voliere plötzlich Pilze am Kropf haben. Sehr wohl kann es aber sein, dass dort Federbalgmilben sitzen und daher die Federn abbrechen. So hat es mir der leider viel zu früh verstorbene Dr. Kamphausen aus der Verbandsklinik vor sicher 20 Jahren mal erklärt. Tierarzt Burkhard Sudhoff hat vor langer Zeit einmal dazu geraten die Tauben irgendwann um diese Zeit mit einem Tropfen eines bestimmten Anitprasitikums zu behandeln. Dann zwei Wochen später noch einmal und nochmal etwa vier Wochen später, wenn die Mauser weitgehend abgeschlossen ist, ein drittes Mal. Vor einigen Jahren hatten wir dieses Problem mal bei einigen Reisevögeln und ich bin genau so vorgegangen und das hat hervorragend funktioniert. Bei den Täubinnen werde ich es jetzt ähnlich machen, auch wenn es etwas Arbeit ist.
Den Flugverlauf beim Upland-Derby hätten sich vorgestern sowohl der Veranstalter, als auch die Teilnehmer und Zuschauer sicherlich besser vorgestellt. Ich habe zwar Vermutungen warum die Tauben so zäh wiederkamen, aber letztlich bin ich bei den One-Loft-Races zu weit weg um da irgendwelche Thesen in den Raum zu stellen was nicht so gut gelaufen sein könnte. Ich denke der Veranstalter hat über mehr als zwei Jahrzehnte gezeigt, dass man dort sehr umsichtig mit den Tauben umgeht und wenn dann mal ein Endflug nicht so gut läuft, dann sollte man sich dazu selbstverständlich Gedanken machen, aber nicht hingehen und den Verantwortlichen Vorwürfe machen. Was ich allerdings sagen kann: am Wetter hat es definitiv nicht gelegen, denn das war auf der gesamten Strecke prima und andere Flüge am gleichen Tag auf verschiedenen Richtungen und in unterschiedlichen Regionalverbänden sind insgesamt doch völlig normal und glatt verlaufen.
 

Sonntag, 13.09.2026
Sascha am 13.09.2026 um 04:29 (UTC)
 Wie geplant habe ich mich gestern auf den Weg zum Endflug des Internationalen Upland-Derbys nach Eimelrod im Sauerland gemacht. Das Wetter war sehr gut und es war, wie immer, alles hervorragend vorbereitet. Das Zelt war aufgebaut und es war für reichlich Speisen und Getränke gesorgt worden und viele Sportfreunde hatten sich auf den Weg zum Rennen gemacht und waren teilweise schon am Vortag angereist.



Bevor die Tauben erwartet wurden konnte ich alte Bekannte wieder treffen zu einem Gepräch und auch einige sehr nette Sportfreunde neu kennenlernen. Ich erfahre dann auch immer dass so eine Menge Sportfreunde hier auf dieser Seite lesen und ich bekomme entsprechend Rückmeldung. Zwar habe ich hier selbstverständlich eine Möglichkeit täglich die Zugriffszahlen auf meinen Blog anzusehen, aber es ist dann doch immer etwas anderes und für mich sehr schön, wenn ich Leser meiner Zeilen persönlich kennenlerne.



Die ganz überwiegende Zahl der Rückmeldungen, die ich bekomme, ist durchaus positiv. Mir wird dann gesagt, dass ich vieles treffend beschreibe oder dass ein Leser es sehr ähnlich sieht usw. Nun weiß ich nicht, ob ich mit meinen Zeilen tatsächlich in der Mehrheit einen Nerv treffe, oder ob die Leser, die dass was ich hier niederschreibe für falsch oder für Blödsinn halten, einfach nicht mit mir darüber sprechen. Was ich aber weiß: es wird gelesen (zunehmend mehr) und es löst Reaktionen und Diskussionen aus und das ist doch das Ziel was man als Blog-Schreiber erreichen möchte. Auch wenn das Hobby Brieftauben insgesamt leider immer weiter rückgängig ist, so sind doch sehr viele Züchter noch sehr interessiert an unserem Brieftaubensport. Und mir scheint, dass sie inbesondere an Themen interessiert sind, die sich in unseren Fachzeitschriften und auch in den diversen Internet-Foren und Gruppen einfach kaum wiederfinden.



Ich frage mich dann aber, warum eigentlich diese vielen interessanten Themen kaum angesprochen werden. Beispielsweise in unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube". Insgesamt habe ich hier inzwischen über eine Woche oder über einen Monat deutlich mehr Leser als unsere Verbandszeitschrift vermutlich Abonennten. Das muss doch einen Grund haben. Selbst wenn vieles von dem was hier von mir geschrieben wird falsch wäre, so scheinen es doch die Themen zu sein, die Brieftaubenzüchter, zumindest teilweise, sehr stark beschäftigen. Warum findet sich das nicht in unseren Zeitschriften und stattdessen immer das gleiche Einerlei aus immer gleichen Schlagberichten oder anderen Artikeln, die wenig beim Leser auslösen?
Jedenfalls geben mir solche Treffen mit anderen Sportfreunden und die Rückmeldungen, die ich erhalte, doch Motivation hier weiter zu schreiben und zu versuchen auf diese Art und Weise auch das Brieftaubenwesen "am Leben zu halten".
Zum Upland-Derby selbst , zum Flugverlauf und allem was ich dort sonst noch aufgeschnappt habe, werde ich in Kürze noch einmal ausführlicher berichten. Auch da gibt es sichrlich noch einiges zu diskutieren.
 

Samstag, 12.09.2026
Sascha am 12.09.2026 um 04:44 (UTC)
 Heute werde ich in den Mittagsstunden zum Endflug beim Internationalen Uplandderby fahren und mir die Ankunft der Tauben dort ansehen. Dieses One-Loft-Race wird seit vielen Jahren von den Veranstaltern sehr vernünftig geführt und der Endflug ist immer eine sehr schöne Zusammenkunft von vielen Sportfreunden aus dem In- und Ausland. Egal wie man insgesamt zu One-Loft-Races steht so kann man doch feststellen, dass diese Rennen mit ihren Endflügen viele Brieftaubenfreunde zusammenführen, die sich treffen und kennenlernen können, die sich austauschen und miteinander feiern können. Selbst wenn jeder Teilnehmer selbstverständlich gerne gewinnen möchte, so ist doch bei diesen Rennen der Egoismus wesentlich geringer als in so mancher RV oder so manchem Regionalverband. Die One-Loft-Rennen sind wie sie sind und auch wenn es selbst dort während der Wochen und Monate in denen die Tauben dort antrainiert und gereist werden einzelne Züchter gibt, welche telefonisch etc. versuchen bei den Veranstaltern Einfluß zu nehmen, so ist es doch in der Regel nicht so, dass um Auflassplätze, Wind und 20 KM mehr oder weniger gefeilscht wird, wie man es doch leider in vielen RVen immer wieder erleben muss. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass es heute ein glatter und schöner Flug wird und werde dann morgen darüber berichten.
In dem Zusammenhang hatte ich gestern ein Gepräch mit einem Flugleiter, der auch heute mit seinem Regionalverband noch einmal zu einem Preisflug unterwegs ist. Er berichtete mir, dass es inzwischen so weit ist, dass man mit vier oder fünf Kabis zum Auflassort fahren muss statt mir zwei oder drei wie es die Taubenzahl zulassen würde, weil sich die teilnehmenden RVen nicht mal mehr auf gemeinsame Transporte einigen können. Die einen wollen nicht in diesen Kabi, sondern in ihren eigenen, die anderen wollen nicht später einsetzen als eine andere RV usw. usw. Er sagte mir es sei langsam zum Verzweifeln, weil damit auch viel Geld unnütz verbrannt werde. Aber er hat damit genau die Situation im deutschen Brieftaubensport treffend beschrieben. Jeder denkt nur an sich und das in einer Zeit, in der schon aufgrund der immer weniger werdenden reisenden Schläge unbedingt mehr Zusammenarbeit notwendig wäre.
In der zurückliegenden Woche nach unserem letzten Preisflug habe ich unseren Jungtauben fast täglich Freiflug gegeben und obwohl sie schon recht stark in die Mauser fallen gehen sie immernoch sehr gerne nach draußen und fliegen auch gut. Immer wenn es Wetter und Zeit zulassen, werde ich versuchen es so beizubehalten solange nicht ständig Greifvogelangriffe erfolgen. Auch unseren Reisevögeln in den Witwerschlägen möchte ich weiterhin so gut es geht ab und an Freiflug gewähren. Ich bin es einfach leid die Tauben sechs oder sieben Monate bis in den März hinein einzusperren und dann unter teils extremem Zeit- und Greifvogeldruck die Tauben in ganz wenigen Wochen auf die Flüge vorzubereiten.
Ich kann gut verstehen, dass viele Züchter ihre Tauben nun festsetzen und bis zum Frühjahr nicht mehr herauslassen. Aber es tut den Tauben nicht gut und es tut auch mir als Züchter nicht gut, denn ich will Tauben fliegen sehen. Das ist für mich einfach das Allerschönste an unserem Hobby.
Gestern war ich, während die Jungtauben draußen waren, im Garten beschäftigt und ich konnte immer wieder schauen wie sie flogen, wie sie im Wind spielten, wie einzelne Vögel balzend und segelnd alleine flogen und wie sie dann landeten, in den Schlag gingen, wieder herauskamen, erneut los flogen usw. Das ist für mich eben auch mein Brieftaubenhobby und allemal genauso wichtig wie die Wettflüge in der Sommerzeit.
Ich kann natürlich überhaupt nicht sagen wie es hier hinsichtlich der Greifvögel weitergeht. Aber ich möchte doch trotzdem versuchen die Tauben ein bißchen natürlicher und noch mehr zu meiner Freude zu halten und dazu gehört eben auch der Freiflug mehrmals in einer Woche. Ob und wie lange das gut funktioniert ohne dass ständig Tauben geschlagen oder verletzt werden weiß ich nicht. Was ich aber sagen kann: es ist bisher deutlich ruhiger als im Frühjahr und auch das sollte man bedenken, wenn man Reisepläne aufstellt. Man kann getrost Alt- und Jungreise schon in der Planung mindestens zwei Wochen nach hinten schieben. Das wäre für viele RVen und Regionalverbände ein großer Fortschritt.
 

Freitag, 11.09.2026
Sascha am 11.09.2026 um 04:29 (UTC)
 Mein letzter Eintrag hier war wohl dahingehend etwas missverständlich, dass mehrere Leser dieses Blogs davon ausgingen, dass das Futter, welches auf dem Foto abgebildet war, unser Mauserfutter ist. Das ist nicht der Fall. Wie schon erwähnt füttere ich jetzt in der Hauptmauser eine Mischung, die ich in einer großen Tonne zusammengemischt habe und die aus mehrere Sorten Reisefutter und unserem Zuchtfutter besteht. Zum besseren Verständnis habe ich das aktuelle Futter hier noch einmal auf einem Foto abgebildet.



Ich mische allerdings auch immer einen Teil des Futters dazu, welches auf dem Foto in meinem letzten Beitrag zu sehen war. Dieser Anteil wird gegen Ende der Mauser immer größer und zum Abschluss der Mauserzeit und während des Winters bekommen alle Tauben dann ausschließlich die leichte Mischung.
Ich bin allerdings auch überzeugt, dass die Tauben nicht viel schlechter mausern würden, wenn man ihnen während der gesamten Mauserzeit die Wintermischung geben würde und sie, so wie ich es mache, zwei Mal in der Woche mit entsprechenden Beiprodukten ergänzt - so wie hier beispielsweise die Pulver von Dr. Marien.
Mein Vater hatte früher einmal in einer Wiese ein wenig von unserem Grundstück entfernt einen alten Bauwagen mit einer vorgebauten Voliere. Darin hielt er einige alte Reisetauben, Weibchen, auch mal Zuflieger usw. Die Tauben bekamen Regenwasser in die Tränke, bekamen billigen Grit und das billigste Futter und manchmal - gerade jetzt in der Erntezeit - auch für einen längeren Zeitraum nur reinen Weizen vom Bauern nebenan und vielleicht etwas Raps etc. Am Ende mauserten diese Tauben nicht schlechter als unsere Reise- und Zuchttauben, die wir viel "besser" und gehaltvoller versorgt hatten.
Es wird aus meiner Sicht viel zu viel Aufhebens um den natürlichen Prozess der Mauser gemacht. Es ist ein völlig normaler Vorgang für die Taube, der sicherlich auch belastend ist. Deswegen brechen gerade in der Mauserzeit auch Krankheiten wie Paratyphus oder Ornithose gerne einmal aus. Aber dem kann man mit entsprechender Hygiene, mit einer Kotprobe oder einer tierärztlichen Untersuchung um diese Zeit schon einmal sehr gut vorbeugen. Wenn die Tauben dann ausreichend Mineralien täglich frisch, dazu von Zeit zu Zeit etwas tierisches Eiweiß und ein normales, nicht zu teures Mischfutter, vielleicht hier und da ergänzt um einige Sämereien bzw. fett- und eiweißhaltige Körner wie Hanf oder Raps bekommen, dann mausern sie ausgezeichnet und problemlos.
Alles darüber hinaus in der Versorgung mit den Empfehlungen ständig irgendwelche hochwichtigen Beiprodukte und dies und das an die Tauben zu geben ist im Zweifelsfall eher belastend für die Tauben und teuer für den Geldbeutel des Züchters. Die Tauben fliegen im Folgejahr keinen Preis mehr und züchten keinen Funken bessere Jungtiere, wenn man ihnen in der Mauserzeit ständig etwas ins Wasser gibt oder ans Futter rührt.
Wichtig hingegen ist tatsächlich ein Bad ein oder zwei Mal in der Woche. Für die Federqualität und v.a. für das Wohlbefinden der Tauben.
Gestern abend war ich dann mit einem Züchter, der einen Gutschein einlösen wollte, mal wieder beim Sportfreund Marc Musiol im Münsterland. Marc und ich kennen uns seit einigen Jahren und ich habe von ihm schon wirklich gute Tauben bekommen. Er hat einen top besetzten Zuchtschlag und fliegt mit seinen Reiseweibchen im Regionalverband 408 ganz ausgezeichnet. V.a. viele Spitzenpreise sind das Markenzeichen seiner Tauben. Wir wurden toll empfangen und hatten zwei sehr kurzweilige Stunden auf Marcs wunderschönem Grundstück und seinen recht neuen, sehr funktionellen Taubenschlägen. Selbstverständlich bekamen wir auch mehrere hervorragende Reise- und Zuchttauben in die Hand und wieder einmal konnte ich feststellen, dass hervorragende Reiseergebnisse einfach auch mit der Qualität der Tauben zusammenhängen. Man fühlt das einfach an den Tieren. Sie sind anders als Durchschnittstauben. Nicht jede Taube, die sich toll anfühlt und gut aussieht ist ein As. Aber eine Taube, die in der Hand nicht gefällt und deren Federwerk nicht so gut ist etc. wird noch viel seltener ein As. Es gibt überall Ausnahmen von der Regel. Trotzdem ist meine Erfahrung, dass die meisten Topper einfach andere und bessere Qualitäten haben als die weniger guten Tiere.
 

Mittwoch, 09.09.2026
Sascha am 09.09.2026 um 18:16 (UTC)
 Ende der Woche bekomme das Futter, welches ich während der Mauser und den ganzen Winter über füttern werde, wenn die Reste des Reise- und Zuchtfutters, die ich im Moment in einer großen Tonne zusammen gemischt habe, aufgebraucht sind. Ich hatte letztens schon einmal geschrieben, dass hier kein Mauserfutter gefüttert wird und dass ich denke, dass die Tauben weder ein solch spezielles Futter benötigen, noch besonders viele Beiprodukte etc. Sehr regelmäßig ein Bad, täglich eine handvoll frische Mineralien und zwei Mal die Woche die Pulver von Dr. Marien reichen meiner Ansicht nach völlig aus um die Tauben gut durch die Mauser zu bekommen.


Unser Futter in Herbst und Winter.

Auf einer niederländischen Seite eines sehr erfolgreichen Züchters las ich jetzt, dass der Züchter direkt nach dem nun anstehenden letzten Flug selektiert und dann unmittelbar mit Medikamenten eine längere Kur gegen Paratyphus durchführt, um danach dann all seine Tauben mit einem Totimpfstoff gegen Salmonellen zu impfen. Das ist ein Vorgehen was in unseren westlichen Nachbarländern immernoch von sehr vielen Sportfreunden praktiziert wird.
Ich denke, dass das in der Form überhaupt nicht notwendig ist. Salmonellen sind sehr widerstandsfähig und oft auch mit blinden Kuren über zehn oder vierzehn Tage kaum gänzlich auszurotten (wenn sie denn im Bestand sind).
In einem Interview in De Duif sagte Dr. Fernand Marien zum Thema Salmonellen folgendes:
"Wenn es ein echtes Problem gibt, muss man natürlich eingreifen. Solange meine Tauben gesund aussehen, untersuche ich sie nicht einmal; aber wenn Sie Zweifel haben, lassen Sie eine Kotuntersuchung machen – dann wissen Sie es genau. Nach der Untersuchung kann man sogar ein maßgeschneidertes Medikament für die Behandlung herstellen lassen, sodass man sicher sein kann, dass es optimal wirkt. Man sollte niemals blindlings eingreifen – ein Eingriff bedeutet ja eine Antibiotikabehandlung. Und wenn diese nötig ist, muss man sicherstellen, dass sie lange genug dauert; sonst bringt sie nichts. Eine solche Behandlung zerstört jedoch alles; die guten Darmbakterien werden schneller vernichtet als die schlechten. Nach einer solchen Kur ist das Innere des Vogels völlig ruiniert – die gesamte Darmflora ist zerstört und muss erst wieder aufgebaut werden. Oft treten die eigentlichen Probleme erst zwei Wochen nach der Behandlung auf. Die Tiere haben keine Abwehrkräfte mehr, die Darmflora funktioniert noch nicht richtig, und genau dann setzen Infektionen ein."
Das ist für mich sehr richtig und schlüssig und insofern lasse ich jetzt auch in Kürze eine Kotprobe untersuchen und die Tauben bekommen lediglich über fast drei Wochen das Produkt Bony Previsal.über das Trinkwasser. Das Previsal besteht aus Mono-, Di- und Triglyceriden von Propionsäure und Buttersäure. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Glyceride zur Reduzierung von Salmonellen-Infektionen beitragen und eine natürliche Verteidigungslinie gegen Salmonellen bilden, denn diese Glyceride haben starke antibakterielle Eigenschaften. Sie dringen in die Zellwände von pathogenen Bakterien wie Salmonella ein und zerstören diese.
Es gibt inzwischen von fast allen Herstellern von Beiprodukten Mittel, die auf Basis dieser Glyceride hergestellt und sehr gut wirksam sind. Wir praktizieren dieses Vorgehen nun seit mehreren Jahren und es gefällt und allemal viel besser als "vorbeugend" über zehn oder vierzehn Tage Medikamente zu geben, von denen man nicht einmal weiß ob sie tatsächlich wirken.
 

Dienstag, 08.09.2026
Sascha am 08.09.2026 um 17:01 (UTC)
 Heute Nachmittag ist eine junge Täubin vom Flug ab Karlstadt am 27.08. heimgekehrt. Sie hatte abgewaschene Füße und etwas an Gewicht verloren. Aber insgesamt ist sie in einem ordentlichen Zustand und wird sich bald erholen. Ich denke, dass es nicht die letzte Jungtaube sein wird, die noch heimkehrt, aber allzu viele fehlen uns auch von den letzten sechs oder sieben Flügen nicht. Im Gegenteil: die Verluste auf der Jungtierreise waren für unseren Schlag tatsächlich sehr gering und vermutlich werden von den wenigen fehlenden Jungtieren die Mehrheit ein Opfer der Greifvögel geworden sein.
Am Rande des One-Loft-Races am vergangenen Wochenende habe ich mich mit verschiedenen Sportfreunden unterhalten, die allesamt noch berufstätig sind. Letztlich sind die andauernden Flugverlegungen und Verschiebungen auf der Alt- und Jungreise bei all diesen Züchtern ein Thema. Ein Sportfreund, der noch im vergangenen Jahr überaus erfolgreich mit einem kleinen Bestand gereist hat, erklärte, dass er im kommenden Jahr nur noch an One-Loft-Races teilnehmen wolle und nicht mehr an den Flügen seiner RV. Er habe auf diese ständige Verschieberei einfach keine Lust mehr. Ich kann es verstehen. Ein anderer Züchter, der auch als Flugleiter tätig ist, erläuterte dann seine Sicht auf die Reisesaison und dass es manchmal nicht so einfach sei richtige Entscheidungen im Sinne der Tauben zu treffen. Ich erklärte dann, dass ich weiter der Meinung bin, dass wir feste Einsatztermine brauchen und brachte das Beispiel des Reiseplans in den Niederlanden und sagte, dass es vielleicht sinnvoll sei immer freitags einzusetzen und dann zur Not, wenn am Samstag das Wetter schlecht ist, auf Sonntag oder gar Montag stehen zu bleiben. Der Sportfreund, der auch als Flugleiter und RV-Vorsitzender engagiert ist, brachte dann (richtigerweise) den Kostenfaktor ins Spiel und auch die Frage, ob das für die Fahrer alles immer so möglich sei.
Es ist sicherlich nicht so einfach alle Sportfreunde einer RV oder eine Transportgemeinschaft zufrieden zu stellen. Aber man muss es diskutieren und nach Lösungen suchen. Und das geht immer nur gemeinsam in den RVen, Fluggemeinschaften und Regionalverbänden. Und zuvorderst sollte immer das Wohl der Tauben und die Zufriedenheit der Mehrheit der Züchter stehen und nicht irgendeine Meisterschaft.
In den Gesprächen zeigen sich insbesondere die berufstätigen Züchter enttäuscht darüber, dass unsere Verbandsspitze keinerlei Anstrengungen zu unternehmen scheint hier endlich Lösungen zu finden. Stattdessen gibt es (wie vor zwei Jahren) solch irrsinnige Vorschläge alle Wochentage für Preisflüge frei zu geben oder es werden immer weitere (überflüssige) Meisterschaften aus dem Boden gestampft oder die Bedingungen angepasst.
WIe wichtig man diese Meisterschaften nimmt dokumentiert sich auch an den vielen Kontrollen (beim Einsatzgeschäft oder auf Dopind etc), die unser Verband in diesem Jahr in vielen Regionalverbänden durchgeführt hat. Als gäbe es nichts Wichtigeres. Ich will es ganz klar sagen: wer im Brieftaubensport betrügen will, der schafft es auch. Da helfen zig Kontrollen nichts. Es gäbe viel wichtigere Dinge als diese ewigen Kontrollen, die zu nichts führen. Aber mein Eindruck ist: auch da geht es letztlich immer nur um den Kommerz. Solange wir unser Hobby aber nicht von den Züchtern aus denken, die einfach nur mit mehr oder weniger Erfolg an der Reise teilnehmen möchten, wird die Unzufriedenheit immer größer werden. In dem Punkt waren auch die Sportfreunde, mit denen ich diskutiert habe, einig. Leider ist bei allen diesen Züchtern in den letzten zwei, drei Jahren der Eindruck entstanden, dass unser Verbandspräsidium genau an der Stelle genau andersherum denkt und zuvorderst Interesse daran hat den Brieftaubensport in Deutschland so lange es noch geht weiter zu kommerzialisieren.
 

<-Zurück

 1  2  3  4  5  6  7  8 ... 279Weiter ->