| | Auf meinen gestrigen Beitrag gab es insgesamt sehr viele Reaktionen. Ich finde es angenehm, dass man Themen wie Hitzeflüge und Auflässe bei hohen Temperaturen durchaus kontrovers diskutieren kann, ohne dass man sich gleich angiftet, weil man unterschiedlicher Meinung gibt.
Es gibt Sportfreunde, die ihren Tauben Flüge bei hohen Temperaturen zutrauen und es gibt Züchter, die das nicht möchten. Ich finde beides in Ordnung. Ich denke auch, dass die allermeisten Sportfreunde sehr verantwortungsvoll mit so einer Wetterlage umgehen und sich Gedanken machen und v.a. auch ihren Flugleitern vertrauen, dass diese die richtigen Entscheidungen treffen.
Aktuell sieht es so aus, als ob auf der Südwest- oder Westrichtung der Samstag der bessere Flugtag ist und auf der Südostrichtung und vielleicht auch auf der Ostrichtung (ich habe da nicht immer alles genau im Blick) der Sonntag.
Das Wetter scheint so, als ob Flüge ordentlich möglich sind, wenn die Tauben in ihrer Mehrheit zwischen 10 und 11 Uhr daheim sein können. Man darf nicht vergessen, dass die Tiere inzwischen in bestern Verfassung sein sollten und eingeflogen sind und auch wissen was sie tun müssen. Das wäre zu einem früheren Zeitpunkt in der Saison schwieriger.
Ein anderer Punkt ist das Einkorben der Tauben bei hohen Temperaturen, der Transport zur Einsatzstelle und das Einsatzgeschäft. Da ist entwickeln die Tauben schon ordentlich Durst und am wichtigsten ist, dass sie schon beim Einsetzen, beim Transport und am Auflassort immer gut getränkt werden. Auch direkt vor dem Auflass sollten die Fahrer noch einmal frisches Wasser nachlaufen lassen. Allerdings ist es so, dass die Tauben oft frühmorgens zwischen 5 und 6 Uhr nur wenig trinken, selbst wenn man die Tränken im Kabi frisch befüllt. Aber aufgrund der Temperaturen müssen die Tauben an diesem Flugwochenende halt früh aufgelassen werden.
Ein Problem bekommen leider jene Tauben, die es, aus welchen Gründen auch immer, nicht rechtzeitig nach hause schaffen, denn wenn sie bei den hohen Temperaturen erst einmal sitzen, dann sitzen sie.
Letztlich bleibt es dabei, dass der Züchter individuell entscheiden muss was er möchte, was er den Tauben zutraut und wie er selbst die Wetterbedingungen einschätzt.
Es wäre auch alles kein großes Thema, wenn wir in Deutschland nicht so ein veraltetes Reisesystem hätten. Die Züchter und Flugkeiter treffen in aller Regel richtige Entscheidungen. Fehlentscheidungen hinsichtlich Auflässen oder ob man seine Tauben überhaupt reist, entstehen v.a. durch unsere Meisterschaftsmodelle und dadurch, dass in Deutschland praktisch nichts mehr wichtig ist im Brieftaubensport als irgendeine Meisterschaft auf RV-, Regionalverbands- oder Bundesebene.
Dieser Druck bestimmte Flüge durchzuführen oder der Druck unbedingt Tauben reisen zu müssen, wenn man eine Meisterschaft gewinnen will, muss aus unserem Reisesystem heraus. Wir sollten viel mehr Wert auf einzelne Flüge legen - wie auch immer diese dann gestaltet sind. Das würde es praktisch allen Beteiligten vom Züchter, über die Flugleiter bis hin zur Flugsicherungskomission viel einfacher und leichter machen. | | | |
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