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Mittwoch, 03.06.2026
Sascha am 03.06.2026 um 03:18 (UTC)
 Bei allem Ärger und Frust, den ich persönlich oft über unseren Brieftaubensport habe, gibt es auch immer wieder schöne Dinge, über die ich mich sehr freuen kann. So erhielt ich jetzt die Rückmeldung, dass die Schlaggemeinschaft Karl-Heinz und Michael Stumme aus der RV Hameln mal wieder einen 1. Konkurs in der Regionalverbandsgruppe gegen 2.388 Tauben geflogen hat. Auf diesem Flug ab Mondercange (380 KM) flog eine Enkelin eines Vogels, den die SG Stumme von uns erhalten hatte, dieses tolle Ergebnis. In diesem Jahr hat dieses super Weibchen im RV-Programm damit schon einen 1.2. und 2. Konkurs errungen und auch im vergangenen Jahr flog das Weibchen schon einen 1. Konkurs in der RV. Jetzt also sogar in der Regionalverbandsgruppe.
Vor einiger Zeit schrieb ich hier, dass der Sportfreund Thorsten Bornhoff einen 1. Konkurs in der Fluggemeinschaft mit einer Nachzuchttaube aus einem von uns gezüchteten Vogel geflogen hatte. Thorsten hat auch in den Folgewochen jeweils super geflogen und hat nun einen Reisevogel, der in der vorletzten Woche den 1. Konkurs im Regionalverband gegen 6.468 Tauben auf einem 320-KM-Flug erringen konnte und am Folgewochenende erneut den 1. Konkurs in der Fluggemeinschaft gegen 2.221 Tauben über 263 KM flog.
Es ist eine ganz interessante Geschichte mit dieser Taube: Thorsten erhielt im Jahr 2023 von uns eine Täubin (übrigens eine Schwester zu einem Weibchen, dass nun woanders im dritten Jahr nacheinander sehr gut fliegt) aus der er einen jungen Vogel züchtete, der im Jungtierprogramm den 1.1.3. und 7. Konkurs flog und damit im Wettbewerb "Beste Jungtaube der Welt" deutschlandweit auf dem 6. Platz landete. Diesen jungen Vogel aus dem Weibchen von uns setzte er gleich in die Zucht und zieht nun im letzten Jahr daraus diesen Vogel, der jetzt zwei Mal hintereinander den 1. Konkurs in großer Konkurrenz geflogen hat und der auch schon als Jungtaube ein Mal einen 1. Konkurs flog. Dieser jährige Vogel hat nun in seiner noch recht kurzen Flugkarriere schon drei erste Konkurse erfolgen.
Nun will ich es nicht größer machen als es ist. Sowohl die Täubin der SG Stumme, als auch der Vogel von Thorsten Bornhoff sind nur Enkel einer Taube von uns und damit ist, wenn man es so rechnen will, der genetische Anteil einer solchen Taube nur 25 Prozent von uns gezüchtet (bezogen auf seine Großeltern). Aber es bestätigt mich einfach darin, dass man versuchen sollte - wenn man schon Tauben abgibt - Kinder aus guten Tauben abzugeben. Dann kann die Enkelgeneration zeigen ob sie fliegen kann. Bei den vielen Verkäufen und Auktionen in der Herbst- und Winterzeit sehe ich aber selten direkte Kinder von guten Tauben, sondern Enkel, Urenkel, Nichten und Neffen etc. Und da wird halt die Wahrscheinlichkeit dass man selbst wieder gute Tiere daraus züchtet immer geringer.
Da wir in jedem Jahr nur sehr wenige Tauben abgeben zu anderen Züchter kann ich mich sehr freuen, wenn die Nachzucht dann gute Leistungen dort bringt. Wenn man dann selbst nicht reist oder wenig Zeit hat ist es zumindest ein Hinweis darauf, dass man selbst züchterisch nicht ganz auf dem falschen Weg ist.
 

Dienstag, 02.06.2026
Sascha am 02.06.2026 um 05:33 (UTC)
 Mein gestriger Beitrag hat in verschiedene Richtungen doch recht viele Reaktionen provoziert. Es gibt Sportfreunde, die sagen, dass ich alles zu negativ sehen und schreiben würde. Es gibt Züchter, die mir zustimmen. Aber der Beitrag hat schon irgendwie einen Punkt getroffen, der viele Züchter interessiert hat.
Ein Züchter rief mich an und berichtete darüber, dass in seiner RV und seinem Regionalverband einfach aufgrund vieler Umstände zu viele Tauben verloren gehen und das sei sehr frustrierend. Ein anderer rief mich an und berichtete mir telefonisch, dass seine Tauben auch dieses auffällige Krankheitsbild mit einem sehr ähnlichen Verlauf hatten, wie es hier bei uns der Fall war. Er berichtete mir dann auch von seinem Frust darüber, dass in seiner Region nur wenige Züchter frühzeitig über Auflassorte, Verlegungen usw. informiert werde und der Rest erst sehr spät usw.
Ein anderer Sportfreund erzählte, dass er in einer Region reist, in der am letzten Wochenende durchaus Flüge über größere Entfernungen als von der FSK genehmigt durchführbar gewesen seien und entsprechend seien viele Sportfreunde verärgert, dass nun irgendwann wieder Druck aufkomme Flüge durchzuführen wegen der Meisterschaftsbedingungen während man bei bestem Wetter nicht fliegen dürfe.
Es ist immer sehr interessant zu hören wie andere Sportfreunde unser Hobby erleben auch wenn deren Erleben und Sichtweisen immer subjektiv sind. Häufig sind die Züchter schon Rentner und für sie sind Verlegungen etc. oftmals nicht so ein ganz großes Problem. Aber eine Mehrzahl der Sportfreunde, die mich kontaktieren ist einfach mit vielen Abläufen in unserem Hobby unzufrieden und empfindet sich aber auch als machtlos dort etwas zu ändern.
Der Flug unserer RV war auch wieder alles andere als einfach. Die Tauben wurden wetterbedingt erst um 11.40 Uhr auf 300 KM in Lauf an der Pegnitz gestartet. Ich war froh, dass meine Vögel nicht im Kabi waren.
Einige Sportfreunde bekamen ihre Tauben richtig gut und schnell nach hause, andere warten heute morgen noch auf eine nicht geringe Anzahl an Tieren, wobei ich schon denke, dass die fehlenden Tauben sehr gut nachkommen werden.
Über die inzwischen teilweise extremen Leistungsunterschiede in unserem Hobby müsste man jedoch eigentlich auch einmal schreiben und diese untersuchen.
Aber auch der gestrige Flug unserer FG war vermutlich für so manchen Züchter nicht wirklich zufriedenstellend. Tauben, die vielleicht heute erst wieder kommen werden dann am kommenden Wochenende wieder im Kabi fehlen. Hinzu kommt, dass die Zahl der reisenden Schläge schon vor der Hälfte der Reisesaison deutlich gesunken ist. In unserer RV von 37 auf 32 teilnehmende Schläge, bei unserer Nachbar RV von 27 auf 21 reisende Schläge. Das ist nach 6 Flügen ein Rückgang der Teilnehmerzahlen um 17 Prozent. Die Zahl der gesetzten Tauben ist insgesamt um noch einen größeren Faktor um etwa 30 'Prozent gesunken, wobei man nicht sagen kann, dass wir hier wirklich schlechte Flugverläufe hatten. Wenn nun aber jetzt erst die anspruchsvolleren Flüge ab 400 KM anstehen und vielleicht auch durchgeführt werden können, dann ist absehbar wie sich die Teilnehmer- und Taubenzahlen in der zweiten Saisonhälfte entwickeln werden.
 

Montag, 01.06.2026
Sascha am 01.06.2026 um 03:16 (UTC)
 Dieses Flugwochenende ist einmal mehr ein Beispiel dafür was mir persönlich den Brieftaubensport immer schwerer erträglich macht. Nachdem unsere Tauben ihre Krankheit soweit überstanden hatten und seit dem vergangenen Dienstag keine neuen Erkrankungsfälle dazu gekommen waren habe ich versucht die Vögel wieder in eine ordentliche Flugverfassung zu bringen. Sie wurden für einen 400-Kilometer-Flug vorbereitet und auch wenn die Forn sicherlich nicht so da war, wie es sein kann, zeigen sie sich aktuell doch in ordentlicher Verfassung.
Am vergangenen Donnerstag dann wurde der geplante Flug dann vom Sonntag auf den Montag verschoben, da die Wetteraussichten für den Sonntag zu schlecht waren. Gleichzeitig wurde mitgteilt, dass der Flug um etwa 40 Kilometer verkürzt werden sollte. U.a. wahrscheinlich, weil die andere Gruppe unseres Regionalverbandes (es sollte ja jetzt ein gemeinsamer Auflass erfolgen) in der zurückliegenden Woche einen recht schweren Flugverlauf über 300 KM hatte. Das Alles war für mich insofern schlecht als dass wir am Sonntag durch einen ganz lieben Freund eingeladen waren und ich aus diesem Grund Probleme mit der Einsatzzeit am Nachmittag bekam. Dieser Freunde hatte uns schon vor einiger Zeit eingeladen und ich hatte damals, wie wir Brieftaubenzüchter so sind, gesagt: "Ja, an dem Tag kommen die Tauben vom Flug. Das wird vielleicht schwierig, aber ich bekomme das schon irgendwie hin." Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass der Flug und die Einsatzzeit verschoben wird.
Als Weiteres kam dann kurzfristig hinzu, dass ich auf der Arbeit von Samstag auf Sonntag eine Nachtschicht eingeschoben hatte, da ein Kollege kurzfristig nicht da war.
Also war der Plan: wenig Schlaf, zum Freund fahren, irgendwie dort wieder frühzeitig weg fahren und die Tauben einsetzen.
Es war dann aber auch am Samstag und spätestens am Sonntag morgen schon klar, dass das Wetter für einen Auflass in Parsberg auf 360 KM schwierig werden könnte. Ich habe dann am späten Vormittag, nachdem ich etwa geschlafen hatte und wir dann los wollten zu unserer Einladung, unseren Flugleiter angerufen und gefragt was er denkt. Er sagte mir, dass er aufgrund des Regionalfluges ja nicht wirklich zuständig sei - das seit Thema anderer Flugleiter im Regionalverband und dass das Wetter nicht so einfach sei, aber dass er denke, dass man vielleicht am Montag gegen 10 Uhr in Pasberg auflassen könne.
Ich habe dann wirklich hin und her überlegt was ich mache. Hinzu kam, dass unsere Tauben zwar anscheinen fit waren und sind, aber mir ihr ganzes Benehmen einfach nicht gefällt - ich werde morgen noch einmal genauer darüber schreiben.
Kurzum: ich habe dann entschieden die Tauben nicht zu setzen und mir einfach einen schönen Sonntag mit der Familie und Freunden zu machen. Das ist mir alles nicht leicht gefallen, aber irgendwann ist es auch mal gut und andere Dinge sind wichtiger als die Brieftauben zu schicken.
Abends, kurz bevor ich ins Bett ging, kam dann noch die Mitteilung, dass der Regionalflug für den heutigen Montag aufgelöst ist. Die Nordgruppe plane nach Erlangen zu fahren, unsere Gruppe fahre nach Lauf an der Pegnitz. Zu diesem Zeitpunkt rollten die Kabis bereits über die Autobahnen.
Da konnte ich doch wirklich nur noch den Kopf schütteln. Denn diese Entscheidung hätte auch schon allerspätestens am Sonntag Vormittag getroffen werden können.
Aber es geht da natürlich auch um Zuständigkeiten: wenn die Kabis rollen, dann entscheiden die Flugleiter. Wenn ein Flug im Vorfeld verlegt wird, dann entscheidet ein anderes Gremium.
Alle Entscheidungen, die an diesem Wochenende getroffen wurden, sind für mich inhaltlich erst einmal nachvollziehbar. Die Verlegung des Fluges, die geplante Verkürzung des Regionalfluges, die Auflösung des Regionalfluges und damit verbunden die nochmalige Verkürzung des Fluges. Es ist alles ok so wie es ist. Aber ganz ehrlich: wer soll solch einen Zirkus denn noch mitmachen?! Hätte man frühzeitig am Donnerstag aufgrund des Wetters und der anderen Umstände gesagt: der Regionalflug ist für dieses Wochenende aufgelöst, die Gruppe Nord fährt Montag nach Erlangen und die Gruppe Süd fährt nach Lauf, dann wäre das eine klare und nachvollziehbare Sache gewesen. Die Einsatzzeiten hätten daran angepasst werden können und alles wäre ok gewesen. So ist es wieder einmal nur ein Durcheinander. Und ich frage mich: wofür das Ganze?!
Ich bin wirklich durch mit diesem deutschen Brieftaubensport. Eine FSK beschränkt die Flüge für ganz Deutschland in ihrer Entfernung, obwohl es für mehrere Regionen nicht nötig gewesen wäre. Bei uns war im Grunde seit letzter Woche klar, dass die Nordgruppe gerne einen kürzeren Flug will, aber das die Südgruppe eher nicht wollte, Dann wurde ein Kompromiss gesucht und gefunden und die Strecke verkürzt. Dann wurde die Einsatzzeit auf Sonntag und dann der Flug auf Montag veschoben. Dann wurde die Strecke nochmals verkürzt. Und ich soll das mit Familie, Freunden und meiner Arbeit alles in Einklang bringen und mein Leben um einen Taubenflug herum organisieren, der dann auch (für mich persönlich) keinerlei Wertigkeit hat, sondern nur gemacht wird, weil eben ein Flug gemacht werden muss? Nein, ganz ehrlich: das möchte ich nicht mehr und das mache ich nicht mehr. Das gibt es alles in keinem anderen Hobby und ich habe keine Lust mehr auf diese Dinge. Ich habe an der Stelle nicht mehr die Zeit und den Ehrgeiz mich für dieses sogenannte Hobby quer zu legen und mein halbes Leben daran anzupassen. Wer das kann und will, der soll es gerne tun. Es ist ok. Aber ich möchte das einfach persönlich nicht mehr. Irgendwann ist es zu viel und steht in keinem Verhältnis mehr zu anderen wichtigen Dingen in meinem Leben.
 

Samstag, 30.05.2026
Sascha am 30.05.2026 um 07:46 (UTC)
 Gestern hat der Kindergarten hier in unserem kleinen Dorf sein 50-jähriges Bestehen mit einem großen Sommerfest gefeiert. Man hatte mich im Vorfeld gefragt ob ich mit einigen Tauben dort teilnehmen könne, welche sich die Kinder ansehen konnten und von denen ich einige fliegen lassen sollte. Das habe ich selbstverständlich getan und habe in eine Trainingsbox einige Witwervögel gesetzt, diese dort gezeigt und durch die Kinder fühlen und streicheln lassen etc. Später habe ich sie dann fliegen lassen und hatte zuvor hier die Ausflüge geöffnet und das Tipes Mobil angestellt und so konnten die Kinder dann auf meinem Handy sehen als die Tauben wieder zuhause eintrafen. Einige Kinder waren wirklich begeistert und konnten kaum glauben, dass die Tauben jetzt einfach so nach hause geflogen waren (es war eine gewaltige Strecke von 1,5 KM).
Was ich bei solchen Veranstaltungen immer wieder feststelle: die meisten Kinder heute haben gar kein richtiges Verhältnis mehr zu Tieren. Neben mir war ein Kaninchenzüchter, der in einem Gehege einige alte und junge Kaninchen dort ausgestellt hatte. Natürlich machten die Kaninchen bei den meisten Kindern erheblich mehr Aufsehen als die Tauben. Aber insgesamt zeigten sich die Kleinen oft sehr interessiert. Selbst die Eltern aber scheinen kein wirkliches Verständnis mehr für Tiere zu haben. Häufig hört man dann: "Vorsicht, die Beißen oder Vorsicht, die Picken" oder "Ach, sind die süß!" Ein vernünftiger, naturnaher und verständiger Bezug zum Tier ist nach meinem Eindruck (auch gestern wieder) in unserer Gesellschaft leider in weiten Teilen nicht mehr vorhanden.
Trotzdem hat es mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht und ich hatte dann auch noch ein kurzes Gespräch mit unserem aktuellen Bürgermeister, der den erheblichen Rückgang der Brieftaubenhaltung auch schon beobachtet hatte. Gleiche Probleme wie wir Brieftaubezüchter sie haben beklagte übrigens der Kaninchenzüchter neben mir. Viele Kinder können mit drei, vier, fünf Jahren inzwischen ein Handy bedienen oder ein Tablet, aber kein Tier mehr vernünftig anfassen. Es ist einfach nur traurig und ich tue mich persönlich sehr schwer mit dieser gesellschaftlichen Entwicklung.
Während ich gestern an dieser Veranstaltung teilnahm hat sich ein sportfreund telefonisch bei mir gemeldet und mir von einem weiteren Fall dieses seltsamen Krankheitsbildes, welches wir bei den Tauben hier hatten, bei einem sehr stark spielenden Züchter seiner Region berichtet. Auch hier aus der Gegend hörte ich von mindestens einem weiteren Fall.
Brieftaubenzüchter sind allerdings ein sehr spezielles Volk. Bevor sie darüber sprechen, dass ihre Tauben vielleicht krank sind, haben sie erst einmal (meistens ohne Hilfe durch den Tierarzt) zwei, drei verschiedene Medikamenten-Mixturen selbstständig ausprobiert in der Hoffnung auf Besserung. Erst wenn das nicht oder wenig hilft kommen sie irgendwann heraus mit der Sprache. Als sei es ein Makel oder etwas Schlimmes wenn die eigenen Tauben mal krank sind. So etwas passiert halt und oft kann man als Züchter gar nichts dafür. Aber um nichts wird im deutschen Brieftaubenwesen mehr verschwiegen, gelogen und Blödsinn erzählt als um Krankheiten und Medikamente. Das ist auch einer der Punkte, die mir dieses Hobby, welches ich nun wirklich mein ganzes Leben lang betreibe, nur noch schwer erträglich machen. Ich gewöhne mich einfach mehr und mehr daran einfach ein paar Tauben um das Haus fliegen zu lassen und mich an ihnen zu erfreuen. Zumal dann, wenn, wie an diesem Wochenende, die Wettervorhersagen und die daraus folgenden Umstände bzgl der Flüge den ganzen anderen beruflichen und familiären Alltag durcheinander bringen.
 

Freitag, 29.05.2026
Sascha am 29.05.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern Nachmittag wurden wir informiert dass unser geplanter Regionalflug auf Montag verschoben ist und in Parsberg statt in Wörth an der Donau gestartet werden soll Das sind etwa 40 Kilometer weniger Entfernung. Für mich ist die Entscheidung in Anbetracht der Wettervorhersagen erst einmal nachvollziehbar. Weitere Informationen gibt es heute, denn dann werden auch mögliche weitere Entscheidungen der Flugsicherungskomission bekannt gegeben. Ob am Montag dann wirklich ein Flug ab Parsberg (360 KM für uns) möglich ist möchte ich in Anbetracht der aktuellen Wetterprognosen mal aucn noch ein wenig anzweifeln, aber da werden wir abwarten müssen.
Es ist für alle Verantwortlichen in den Regionalverbänden und in der Flugsicherungskomission schwierig mit Blick auf die Wetterlage richtige Entscheidungen zu treffen, Insbesondere nach den teils schwierigen Flugverläufen bei Wärme und Schwüle am vergangenen Wochenende.
Wenn dann aber Beschränkungen auch für Regionen ausgesprochen werden, die gar nicht von dem schwierigen Wetter betroffen sind, dann liegt das wieder einmal in letzter Konsequenz daran, dass man für die deutschen Meisterschaften, As-Tauben usw. alle Organisationen mit ihrem angeschlossenen Züchtern gleich behandeln und gleiche Bedinungen und Abläufe schaffen will. So wurde es wohl in der Mitgliederversammlung unseres Verbandes beschlossen. Es wäre, wie so viele Entscheidungen dieses Gremiums in den letzten Jahren, weitgehend unsinnig, denn es ist einfach kaum möglich für alle Sportfreunde in ganz Deutschland gleiche und richtige Entscheidungen zu treffen.
Aber die Strukturen sind so wie sie sind und so lange sie so bleiben wird gerade die Mitgliederversammlung des Verbandes mit den Vertretern der Regionalverbände der große Bremsklotz für wichtige Änderungen und Reformen im deutschen Taubensport bleiben. Das hat sich aus meiner Sicht alles komplett überlebt und wäre dringend reformbedürftig. Genauso wie unser ganzes Reisesystem. Aber dazu habe ich schon sehr häufig hier geschrieben möchte es heute nicht alles wiederholen.

Das Krankheitsgeschehen in unserem Witwerschlag scheint abzuflauen. Seit Dienstag sind mit keine Tauben mehr sichtbar erkrankt, haben erbrochen oder schlechten Kot abgesetzt. Ich hoffe, dass es so bleibt.
In dieser Sache habe ich mich mit Fachleuten in Verbindung gesetzt und ich möchte darum bitte, dass Sportfreunde, die hier lesen und die möglicherweise in ihrem Bestand gerade eine ähnliche Problematik beobachten oder vermuten sich einmal bei mir melden.
Wir könnten versuchen dort wichtige Untersuchungen durchzuführen. Darüber hinaus kann ich nur bitten die Finger von den Medizin-Flaschen und Töpfen zu lassen. Es bringt gar nichts irgendwelche Medikamente in die Tauben hinein zu schütten. Davon wird es, nach dem was ich aktuell sagen kann, nicht besser, sondern der Krankheitsverlauf verlängert sich eher. Vermutlich weil die diversen Medikamenten- und Antibiotikamischungen das Gleichgewicht im Darm der Tauben dann nur noch mehr durcheinander bringen. Ich kann sagen, dass hier bei uns ohne Medikamente bei den einzelnen Tauben der "Spuk" jeweils nach 12 bis 24 Stunden vorbei war. Es war insgesamt nicht einmal ein Drittel der Tauben offensichtlich betroffen. Die anderen zeigten sich bisher durchgängig in ordentlicher Verfassung. Ich denke, so ärgerlich ein solches Krankheitsgeschehen auch ist in der Reisesaison, dass man Geduld haben muss.
 

Mittwoch, 27.05.2026
Sascha am 27.05.2026 um 19:14 (UTC)
 Heute hat keine weitere Taube schlechten Kot abgesetzt oder erbrochen. Ich hoffe nun, dass es auch so bleibt, aber sicher bin ich noch nicht. Es waren schon letzte Woche zwei Mal zwei Tage Abstand zwischen neuen Krankheitsfällen. Ich habe inzwischen Kontakt zu anderen Züchtern, welche die gleiche Symptomatik bei ihren Reisetauben hatten oder haben und versuche auch mit Tierärzten der Sache auf den Grund zu gehen. Es sollte ja herauszukriegen sein was da los ist. So haben wir es damals bei der Erforschung der Jungtierkrankheit auch angefangen, wobei es damals einen Ansatz aus Australien gab nach was man suchen muss.
Aktuell scheint das schwieriger zu sein. Aber vielleicht ergibt sich trotzdem etwas.
Ein Vogel, der am Montagnachmittag Krankheitsanzeichen zeigte, sitzt noch alleine. Nachdem er gestern einen Tag lang praktisch nur Wasser ausgeschieden hatte, lag heute seine Einzelbox voller Daunen, die er in der Nacht alle fallen gelassen hatte. Er wirkt auch wieder fit, aber ich will gerade diese Taube doch mal genauer beobachten und habe ihn noch alleine sitzen lassen.
Gestern Abend, als ich nach hause kam, habe ich dann auch noch geschaut ob unsere Jungtauben, die noch vom Freiflug fehlten, wieder heim gekommen waren. Es fehlten 3 Tiere von 31 und eine weitere war mit gebrochenem Bein heimgekehrt. Das deutet darauf hin, dass wieder einmal ein Greifvogel attackiert hatte, denn sonst brechen sich die Tiere hier nicht so schnell die Beine. Hochspannungsleitungen gibt es hier in der Nähe nicht mehr.
Heute ist im Lauf des Tages noch eine Jungtaube von gestern nach hause gekommen, sodas nun noch zwei Tiere fehlen und eines schwer verletzt ist. Das ist irgendwo normal bei den Jungtieren, aber andererseits will ich mich daran nicht gewöhnen. V.a. zeigt es leider auch, dass hier weiterhin diverse Greifvögel aktiv sind und es wird sicher in der nächsten Zeit nicht besser.
Ob unser nächster Preisflug am Wochenende stattfinden kann oder eventuell auf Montag geschoben werden muss erfahren wir morgen. Die Wettervorhersagen sind tatsächlich noch etwas unsicher. Aber meiner Meinung nach geht es - Stand jetzt am Mittwoch Abend - weder Samstag, noch Sonntag. Eigentlich ist lt. Reiseplan der erste gemeinsame Regionalflug beider Gruppen geplant, aber da die eine Gruppe am vergangenen Wochenende unbedingt 300 KM machen wollte und teilweise zu viele Tauben fehlten, ist auch das noch nicht sicher. So geht es jedes Jahr: im Winter wird ein Reiseplan zusammengestellt, es wird diskutiert, es werden Kompromisse gesucht und dann gehen drei, vier Wochen ins Land und vieles muss über den Haufen geworfen werden. Aber das bleibt nicht aus solange wir in Deutschland Brieftaubensport aus dem Mittelalter betreiben, der sich in der Planung nur an irgendwelchen sogenannten höherwertigen Meisterschaften für vielleicht fünf Prozent der Züchter orientiert. Gerade auf unserer Südostrichtung geht das im Grunde genommen Jahr für Jahr so. Aber auf die Idee einmal grundsätzlich etwas zu verändern kommt niemand. Wie sagte heute ein Züchter zu mir? "Das sind jetzt noch die letzten Zuckungen des deutschen Brieftaubensports."
 

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