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Donnerstag, 12.02.2026
Sascha am 12.02.2026 um 07:27 (UTC)
 In einem Interview vor einigen Jahren sagte Wolfgang Roeper einmal, dass das Wichtigste für ihn hinsichtlich der Versorgung der Reisetauben neben dem Futter die sehr regelmäßige Gabe von Gritmischung sei. Sportfreund Roeper berichtete, dass er seinen Reisetauben in der Saison jeden Tag morgens und abends im gemeinsamen Trog frischen Grit fütterte, von dem die Tauben dann ein wenig fressen und diesen dann wieder entfernte. Er mischte zur Versorgung der Tiere drei verschiedene Gritsorten und verbrauchte davon erhebliche Mengen.
Wenn man Brieftauben beobachtet, dann fressen sie eigentlich fortdauernd ganz wenige Mineralien, wenn man sie lässt und wenn die Mineralien frisch sind. Ich denke auch, dass für eine Taube, egal ob in Zucht-, Mauser- oder Reisezeit nichts Wichtiger ist als immer wieder frische Mineralien und Spurenelemente aufnehmen zu können.
Persönlich habe ich eine Abneigung gegen all die verschiedenen, sogenannten Mineralmischungen, in denen sich neben den verschiedenen Mineralien noch diverse andere Dinge befinden. Wenn ich den Tauben beispielsweise Sämereien geben möchte, dann möchte ich das extra tun und keine Sämereien in einer Mineralmischung vorfinden. Auch Backerzeugnisse, Korrels, Eiweißpulver, Öle. Hefen, Nussmischungen usw. haben aus meiner Sicht nichts in Mineralmischungen verloren. V.a. deswegen nicht, weil viele dieser Ergänzungsstoffe schnell schlecht und ranzig werden können und weil sie einfach nur als Lockstoffe dienen, welche dazu führen sollen, dass die Tauben möglichst viel von dem Produkt aufnehmen.
Wenn ich Tauben Mineralien und Spurenelemente geben möchte, dann möchte ich das in einer Form tun, dass sie diese fressen können wenn sie möchten, oder eben nicht und sie sollen dein eben nur die reinen Mineralien zur Verfügung haben.
Aus diesem Grund füttern wir hier seit vielen Jahren das Picbobal der Firma Klaus. Dieses ist eine reine und recht fein gemahlene Mineralmischung, welche Calciumcarbonat, Quarz-Griess, Kohlensaurer Algenkalk, Dicalciumphosphat, Calcium Natrium Phosphat, Calcium-Magnesiumcarbonat, Natriumchlorid enthält und sonst nichts.
Das Picobal wird von den Tauben sehr gut aufgenommen und es bleibt, wenn man erst einmal weiß welche Mengen die Tiere pro Tag etwa fressen, fast nichts liegen. Allerdings hat diese Mischung wirklich ihren Preis dafür, dass man nur Steine, Muschelschalen usw. erhält.
Ich habe nun gesucht ob es günstigere Mischungen gibt. Selbstverständlich gibt es auch sehr günstige Mineralmischungen für teilweise ein Viertel des Preises des Picobal. Aber diese sind oft sehr grob und enthalten diese recht großen scharfkantigen Muschelschalen und viel Rotstein. Ob Rotstein wirklich gut ist für die Tauben, darüber scheiden sich auch noch die Geister.
Ich habe aber letztens einmal wieder solch einen Sack von der Firma Paloma gekauft und davon den Tauben gefüttert. Der Rotstein wurde super gefressen, aber die Muschelschalen etc blieben sehr viel im Trog liegen, weil sie schlicht zu groß und zu scharfkantig sind. Dann fiel mir in einem unserer Schränke eine uralte, elektrische Kaffeemühle in die Hände. Meine Eltern nutzten diese früher. Sie ist von der Firma Krupps und sicherlich schon 40 Jahre alt. Sie ist noch voll funktionsfähig,. Mit dieser Kaffeemühle habe ich etwas von der günstigen und groben Mineralmischung klein gemahlen. Anschließend habe ich die gemahlene Mischnung den Tauben gegeben und es wurde dann viel besser gefressen und es blieb weniger liegen. Aktuell mische ich nun das Picobal mit dem gemahlenen, günstigen Grit und damit bin ich wirklich sehr zufrieden. Die Tauben bekommen davon täglich und so möchte ich die Mischung auch in der Reisesaison einsetzen.

Paloma Gritmischung


Paloma Gritmischung gemahlen
 

Mittwoch, 11.02.2026
Sascha am 11.02.2026 um 07:07 (UTC)
 Ein befreundeter Züchter berichtete mir dieser Tage, dass seine Zuchttauben das Futter, welches er mit Beiprodukten angerührt hatte, einfach nicht so gut fressen wollten, wie sonst das Futter ohne Zusätze. Obwohl die die Beiprodukte kennen und er nichts verändert hatte, blieb das Futter länger im Trog liegen und wurde nicht so aufgenommen wie an anderen Tagen.
In der Zeitschrift "De Duif" las ich jetzt in einem Interview folgende Sätze eines Sportfreundes:
"Früher hatte ich die Angewohnheit, viele Nebenprodukte zu verfüttern, und sie sahen beim Einsetzen immer so gut aus. Das Einsatz-Team fragte mich dann, wie ich das schaffe. Die Ergebnisse waren gut, aber nie spektakulär. Bis ich 2019 aufgrund bestimmter Umstände plötzlich meine Vorgehensweise änderte. Zu meiner Überraschung fraßen die Tauben im selben Schlag plötzlich 2 kg ohne Nebenprodukte anstatt 1 kg mit. Sie holten nun das Beste aus den ausgewogenen Mischungen heraus, die speziell
für diesen Zweck entwickelt worden waren. Drei Wochen später gewann ich 3 Provinzsiege in 7 Tagen und hatte die Saison meines Lebens."
Wenn man die Tauben gut und regelmäßig beobachtet, dann stellt man fest, dass die Tiere ein Futter, dass mit diversen Produkten angerührt ist, selten so gut fressen wie unbehandeltes Futter. Das ist einer der Gründe dafür, warum wir hier seit je her sehr wenig Beiprodukte über das Futter geben und diese auch praktisch nie ändern. Die Tauben bekommen die Pulver von Dr. Marien und das rund um das Jahr. Immer gleich, in immer derselben Dosierung. Wir rühren sie mit flüssiger Hefe oder unserem Gemüsemix an, lassen das Futter abtrocknen und dann wird es verfüttert. Im Herbst und Winter bekommen die Tauben die Pulver über die gesamte Futtermenge. In der Reisezeit füttern wir in der Regel immer auch noch einmal unbehandeltes Futter nach, damit unsere Reisevögel sich wirklich satt fressen können. Hier wird immer satt gefüttert. Es wird nicht abgewogen, es wird nicht knapp gehalten. Die Tauben bekommen so viel Futter, dass sie immer satt sind und nach der Mahlzit meistens noch einige, wenige Körner im Trog liegen.
Das Mineralpulver von Dr. Marien gebe ich auch immer öfter an das Futter ohne die Körner vorher anzufeuchten. Ich gebe einen Esslöffel von dem roten Pulver über ein Kilogramm Futter, verrühre alles und füttere sofort. Es haftet dann auch so genug Pulver an den einzelnen Körnern.
Die Produkte von Dr. Marien enthalten Mineralien, Spurenelemente, Eiweiße bzw. Aminosäuren und Vitamine. Kurzum: gemeinsam mit dem Gemüse oder der flüssigen Hefe ist alles darin enthalten was die Tauben brauchen. Wenn man dann eine reichhalte und gut ausgewogene Körnermischung füttert, die nach dem entsprechenden Bedarf in der Reise-, Mauser- oder Zuchtsaison zusammengestellt ist, dann benötigen die Tauben nichts anderes außer noch einer guten und ausgewogenen Grit- und Mineralienmischung.
Das Wichtigste zu jeder Zeit ist, dass die Tauben gut und gerne fressen. V.a. in der Reisesaison scheint es mir wichtig, dass die Tauben viel fressen und über das Futter ausreichend Energie aufnehmen.
Gleiches wie für das Futter gilt übrigens auch für das Trinkwasser. Idealerweise stellt man den Tauben möglichst häufig klares Wasser zur Verfügung. Ich habe hier eine saubere 10-Liter-Gießkanne. Diese fülle ich auf und lasse das Wasser darin stehen. Sie ist oben abgedeckt. Nach und nach brauche ich das Wasser aus der Kanne bei den Reisevögeln dann auf. Sie bekommen also, wenn man so will, ein wenig abgestandenes Wasser und meine Beobachtung ist, dass sie dieses am Liebsten trinken und gerne trinken.
Nach einem schweren Flug geben wir schon mal ein Aminosäurenpräparat über das Wasser um die Tauben zu unterstützen. Aber das Wasser steht dann nur relativ kurze Zeit nach dem Flug oder eine Mahlzeit, dann gibt es wieder klares Wasser. Mitten in der Woche gibt es "Blitz". Sehr gering dosiert mit vielleicht 0,2 ML "Blitz" pro Liter Wasser. Für eine ausreichende Jod-Versorgung der Tauben reicht das allemal. Die Tauben saufen das Wasser dann besser und wenn die Tränke nach der Mahlzeit leer getrunken ist, dann gibt es wieder klares und etwas abgestandenes Wasser.
Ich probiere gerne Dinge aus. Auch verschiedene Beiprodukte bei unseren Tauben. Sei es mal über das Futter oder auch über das Trinkwasser. Sehr selten merke ich dabei eine wirklich positive Veränderung. In diesem Winter habe ich regelmäßig Usnea-Plus von Bonypharma über die Tränke eingesetzt. Die Tauben trinken es ordentlich und ich meine, dass es dem Gesundheitszustand der Tauben sehr gut bekommen ist. Wirklich sehen werde ich die Wirkung des Produktes in drei Wochen. wenn die Tauben untersucht werden. Ebenso habe ich das Previsal von der gleichen Firma eingesetzt. Aber über das Futter gemeinsam mit dem Gemüse und flüssiger Hefe. Es war ein Versuch. Ich werde sehen was dabei herausgekommen ist. Aber insgesamt sind wir doch sehr, sehr vorsichtig mit der Gabe diverser Beiprodukte. Denn erst einmal müssen die Tauben gut fressen und gut trinken. Es gibt nichts Wichtigeres!
 

Dienstag, 10.02.2026
Sascha am 10.02.2026 um 09:28 (UTC)
 Außer den Tauben Futter, Wasser und Mineralien bereit zu stellen geschieht aktuell nichts in unseren Taubenschlägen. Ich bin froh, wenn ich das hinter mir habe und wieder liegen kann. Ich hoffe es geht bald besser und ich kann die Schläge reinigen usw. Den Zuchttauben habe ich vorhin auch noch schnell etwas Nistmaterial in den Schlag geworfen sodass sie beginnen können ihr Nest zu bauen, wenn sie wollen. In unsere Tonnistschalen habe ich aber auch Nestmatten mit doppelseitigem Klebeband geklebt, sodass die Eier auf jeden Fall auf weichen Untergrund gelegt werden.
Gestern konnte ich aus dem Küchenfenster dann auch sehen, dass hier ein Sperberweibchen unterwegs ist und sich deswegen, wie ich es beschrieben hatte, auch die Tauben in den Volieren immer mal wieder erschrecken.
Gar nicht weit von hier, vorne in unserem RV-Gebiet, hat man in den letzten zwei, drei Tagen 22.000 Putenhähne gekeult, weil in einem Geflügelbetrieb möglicherweise die Geflügelpest ausgebrochen ist. Aktuell ist noch nicht einmal nachgewiesen, dass es sich bei den erkrankten Tieren tatsächlich um an Geflügelpest erkrankte Tiere handelt. Dieses wird aktuell noch untersucht. Aber man hat die Tiere dort nun "vorsorglich" getötet.
Unabhängig von den Maßnahmen, welche eine Ausbreitung des Virus unterbinden soillen, frage ich mich oft wie wohl der Erreger in die Bestände kommt und wie anfällig die Tiere dort sein müssen, wenn ein erkrankter Wildvogel im Stall oder womöglich ein Kothaufen eines Wildvogels ausreichen, dass reihenweise Geflügel umfällt. Ehrlich gesagt kommt mir das alles etwas seltsam vor, aber ich bin kein Fachmann.
Wir sind jetzt mit unseren Brieftauben noch weit vor der Reisesaison, aber irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass wir in diesem Reisejahr mit den Maßnahmen zur Eindämmung der Geflügelpest noch erhebliche Probleme für unsere Brietauben bekommen könnten.
 

Montag, 09.02.2026
Sascha am 09.02.2026 um 06:49 (UTC)
 Leider ist aus meinem Vorhaben die Brieftauben-Olympiade in Dortmund zu besuchen nichts geworden. Seit drei Tagen plagt mich ein heftiger Infekt mit Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und zwischenzeitlich auch erhöhter Temperatur, sodass an einen Besuch der Ausstellung und der Messe nicht zu denken war. Das ist wirklich schade. Ich wäre sehr gern dorthin gefahren, aber was nicht geht, das geht eben nicht. Einige Sportfreunde, welche in Dortmund zu Gast waren, haben mir berichtet. Die Meinungen waren doch recht unterschiedlich von: "Man sah den Niedergang des deutschen Taubensports" bis zu "Eine tolle Veranstaltung mit allem was Wichtig ist." Da ich nicht vor Ort war kann und will ich mir kein Urteil erlauben. Was mich abschließend allerdings doch interessiert ist der Kostenfaktor. Was hat diese Olympiade insgesamt unseren Verband gekostet?
Hier zuhause bin ich über das Wochenende eigentlich nur vom Sofa zu den Tauben und wieder zurück gegangen. Die Zuchttauben wurden noch wechselseitig aus ihren Zellen gelassen, hatten dann Gelegenheit zu fressen, zu trinken oder Mineralien aufzunehmen und dort ist alles in Ordnung. Nun hoffe ich, dass Ende der Woche die ersten Eier fallen.
Irgendwie muss hier in der Nähe auch ein Greifvogel sehr aktiv sein, denn mehrmals konnte ich zuletzt beobachten, dass die Witwerweibchen in ihrer Voliere aufschreckten und hoch flogen und sich in den geschützten oberen Teil der Voliere in Sicherheit brachten. Aber es ging immer alles so schnell, dass ich nicht erkennen konnte was für ein Greifvogel hier unterwegs ist. Ich vermute ein Sperber.
Während der Messe in Dortmund posteten einige der teilnehmenden Firmen auch immer mal wieder kurze Videos im Internet und so konnte ich sehen, dass die Firma Vanrobayes unter dem Namen "Flight Force" neue Reisefutter in einem Dreiphasensystem auf den Markt gebracht hat. Man hat auch eine entsprechende Informationseite im Internet aufgebaut und ich habe mir das einmal angesehen. Ich werde in der kommenden Reisesaison hier wieder Matador füttern, aber diese Mischungen und dieses System wäre für uns hier auch interessant:

Vanrobaeys Flight Force

Auch die Firma Beyers hat ein neues Witwerfutter konzipiert und ebenso eines für Täubinnen. Auch das finde ich insgesamt sehr interessant.

Beyers Premium Widowhood Cocks

Da ich selbst wieder auf Matador zurückgreifen möchte bei der Versorgung unserer Reisetauben hätte ich mir in Dortmund sehr gerne auch dort die neue Mischung angesehen, die Teil des neuen Versorgungsplans "Reise Südost" ist. Aber selbst werde ich herkömmlich bei der Versorgung nach dem alten Plan mit der Mischung "Premium Super Start" bleiben und nicht die neue Mischng "Premium Alpha 1 " einsetzen, die hier beschrieben ist:

Matador Premium Alpha 1

Es tut sich also auch auf dem Futtermarkt immernoch mal wieder etwas. Auch für unser deutsches Reiseprogramm gibt es immer mal wieder neue Ideen. Ob das nun letztlich alles notwendig und wichtig ist, muss dann jeder Züchter selbst für sich entscheiden. Ich halte es aber insgesamt für wichtig, dass sich die verschiedenen Futtermittelfirmen Gedanken um Verbesserungen und neue Ansätze machen.
 

Freitag, 06.02.2026
Sascha am 06.02.2026 um 07:06 (UTC)
 Morgen werde ich mich auf den Weg zur "Brieftauben-Olympiade" nach Dortmund machen. Ich freue mich schon darauf mir die hervorragenden Tauben in natura anzusehen. Ich kann mich immer wieder für solche Spitzentauben begeistern. Tauben, die mehrfach Spitze, teilweise in sehr großer Konkurrenz fliegen - für solche Tiere machen wir doch am Ende unsere Zuchtbemühungen. Hin und wieder hatten wir hier ja auch das Glück gute Tauben zu züchten. Auch wenn noch niemals eine so gute Taube dabei war, dass sie auf der Olympiade hätte stehen dürfen. Aber trotzdem waren ab und an gute Tauben auch bei uns dabei und es ist für mich persönlich das Schönste am Brieftaubensport, wenn man am Flugtag auf die Tauben wartet und dann fast Woche für Woche die gleichen Tauben früh zuhause ankommen und in die Spitze fliegen. Für mich ist das viel schöner als jede Meisterschaft mit den 5 besten Tauben oder sonst etwas in der Art. Wenn man Meisterschaften erringen kann, dann ist das auch eine tolle Sache, aber bei mir selbst liegt der Aspekt viel mehr darauf, dass man einzelne super Tauben hat, die viele Preise fliegen und v.a. auch Spitze fliegen können. Allerdings ist es inzwischen ja auch so, dass das eine das andere oft bedingt. Wenn man mehrere Tauben hat, die häufig in die spitze fliegen, dann liegt man auch in den Meisterschaften oft vorne.
Andererseits gibt es auch Züchter, bei denen die Prioritäten anders gelagert sind. Diese Sportreunde haben Jahr für Jahr viele Tauben mit hoher Preiszahl, viele Tauben mit zweistelliger Preiszahl und auch Tauben, die ab und an mal in die Spitze fliegen. Aber sie haben selten oder nie Tiere, die dann mit 12 oder 13 Preisen auch mal 900 oder 1000 und mehr As-Punkte fliegen. Diese Sportfreunde haben selbstverständlich auch super Tauben, denn im deutschen Programm zweistellig zu fliegen ist für eine Taube auch eine hervorragende Leistung. Für mich selbst ist das aber nicht ganz so interessant.
Das "Spitzefliegen" muss in der Taube stecken und so schaue ich mich auch nach vermeintlichen Verstärkungen für unseren Zuchtschlag um. Da ich die As-Tauben selbst aus finanziellen Gründen nicht kaufen kann, versuche ich an Kinder von diesen "Spitzefliegern" zu kommen oder auch mal an Geschwister und diese dann mit unseren Tauben zu verpaaren. Immer in der Hoffnung, dass mal wieder ein "Spitzeflieger" da heraus kommt. So habe ich es auch zurückliegend getan und habe nun mehrere zugeholte Tauben vorgestern im Zuchtschlag verpaart. Allen ist gemein, dass sie direkt aus "Spitzefliegern" kommen oder sehr eng mit diesen verwandt sind. Meine Meinung ist immer: wenn es in den Tauben nicht drin steckt, dann kann ich tun was ich will - ich kriege nicht mehr aus ihnen heraus. Zum "Spitzefliegen" muss dann noch einiges mehr hinzu kommen. Die Form der Tauben muss stimmen, die Gesundheit, die Motivation usw. Das ist dann Sache des Züchters und ich muss mich bemühen es aus den Tauben herauszuholen. Aber wenn es nicht drin steckt, dann kommt es niemals heraus.
 

Donnerstag, 05.02.2026
Sascha am 05.02.2026 um 06:47 (UTC)
 Die Verpaarung unserer Zuchttauben gestern verlief bei blauem Himmel und recht angenehmen Temperaturen insgesamt etwas holpriger, als ich es erwartet hatte. Der Grunnd dafür lag letztlich im Verhalten nur eines Vogels. Die Tauben waren paarig und in guter Form. Ich habe dann immer eine Liste mit den Paaren, wie ich sie mir wünsche. Außerdem eine Art Reihenfolge. D.h. oben stehen die vermeintlich besten Zuchtvögel und Zuchtweibchen, die schon gute Nachzucht gebracht haben und weiter unten stehen dann eher Versuchstauben. Ich beginne dann damit, wenn man so will, dne besten Vogel an das beste Weibchen zu paaren, wenn die beiden nicht zu eng verwandt sind und körperlich zueinander passen.
Gestern passierte nun folgendes: unser alter 16-483, ein Vogel, der sehr gut gereist hat und auch als Zuchtvogel schon mehrere gute Tauben gegeben hat, sollte an eine bestimmte Täubin gepaart werden. Seine alte Stammtäubin hatte im vergangenen ja - ich hatte das hier auch beschrieben - Legenot und sie ist zwar inzwischen wieder in guter Verfassung, aber ich wollte sie nun noch nicht anpaaren. Leider zeigte sich der Vogel dann extrem wählerisch. Er war so wild, dass er nach kurzer Zeit begann das für ihn angedachte Weibchen zu beißen. Ich finde das sehr ungewöhnlich bei einem doch schon recht alten Vogel. Aber kurz gesagt: es harmonierte nicht. Er bekam also das nächte Weibchen oben von der Liste....und es begann das gleiche Spiel. Auch die dritte Täubin mochte er nicht.
Ich bin dann dazu übergegangen und habe erst einmal die Tauben weiter unten von der Liste so wie geplant verpaart. Das ging auch ausgezeichnet. Nach und nach habe ich alle Paare in der Reihenfolge von unten nach oben zusammen gesetzt. Als ich bei den vermeintlich besten Zuchttauben wieder abgekommen war habe ich noch bei einer weiteren Paarung eine Änderung vornehmen müssen, weil die Partner nicht so gut harmonierten. Aber schließlich ging alles recht gut. Sogar unser "Alter Belgier", der inzwischen 13 Jahre alt ist und von dem ich nicht weiß, ob er dieses Jahr noch befruchtet, nahm - im Gegensatz zu früheren Jahren - seine angedachte jährige Täubin mit Begeisterung an. Auch er hat sich in früheren Jahren oft nur sehr schwer umpaaren lassen.
Der 483 nahm schließlich auch ein jähriges Weibchen an mit dem es ganz gut harmonierte. Ich habe die beiden Partner aber über Nacht noch durch ein Gitter getrennt in der Zelle sitzen lassen und werde den 483 dann heute mit seinem Weibchen zusammen laufen lassen.
Heute werde ich die Partner wechseln aus den Zellen lassen, damit sie fressen und trinken können und dann wieder festsetzen. Das werde ich dann zwei, drei Tage so tun, wobei ich Samstag ja auch zur Olympiade nach Dortmund fahren möchte und da muss ich mal schauen wie ich es anstelle.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Paarungen und auch damit wie die Tauben sich - mit Ausnahme des alten Vogels - verhielten. Ich habe in diesem Jahr mehrere jährige Weibchen im Zuchtschlag neu verpaart, sodass das Legen vielleicht nicht ganz so einheitlich erfolgen wird, als wenn man nur alte Zuchttäubinnen anpaart. Aber das ist letztlich auch nicht so ein Drama. Die jährigen Täubinnen waren insgesamt aber allesamt sehr paarig und verhielten sich prima. So bin ich insgesamt zuversichtlich, dass es wieder eine schön Runde Jungtauben geben wird. Ob Gute dabei sind weiß ich aber letztlich erst in zwei, drei Jahren.
 

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