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Donnerstag, 30.04.2026
Sascha am 30.04.2026 um 17:36 (UTC)
 Wenn wir an der Nordsee im Urlaub sind, dann mag ich es sehr gerne am Strand, in den Dünen oder auf dem Deich herumzulaufen und mir richtig den Wind um die Nase wehen zu lassen. Hier bei uns erinnerte mich heute und in den letzten Tagen der recht böige Wind auch an unsere Nordseeurlaube. Wenn die Tauben dann Freiflug haben befürchte ich von Zeit zu Zeit, dass sie sich bei dem böigen Wind verletzten, weil sie irgendwo anschlagen. Aber meistens ist es doch so, dass man beobachtet, dass die Tauben im Freiflug es lieben mit dem Wind zu spielen, sich treiben zu lassen, schnell gegen den Wind zu fliegen und dann mit viel Tempo Kurven zu schlagen und wieder in die andere Richtung zu fliegen. Besonders heute war wieder so ein Tag an dem die Witwervögel sich so benahmen.
Auch für das kommende Flugwochenende ist teilweise wieder recht starker Wind angesagt auch wenn er im Vergleich zu heute wohl etwas die Richtung verändern wird. Wir setzen am Samstag Abend für unseren Flug über 270 KM am Sonntag ein und müssen erst einmal abwarten wie sich das Wetter für Sonntag entwickelt und auch der Wind. Wenn Tauben erst einmal richtig in der Saison sind und eingeflogen, dann macht ihnen auch recht böiger Wind nichts aus, aber zu Saisonbeginn tun sich besonders die jährigen Tauben und da insbesondere die Männchen doch oftmals schwer, wenn der Wind sie von hinten oder seitlich von hinten über das Ziel hinaus bläst. Auch das müssen die Tauben lernen, aber es kommt bei solchen Bedingungen dann doch auch immer mal wieder zu Verlusten.
Der Vorteil an dem recht böigen Wind hier am Haus ist allerdings, dass man fast sicher sein kann, dass der Habicht nicht angreift, denn bei böigem Wind hat er eigentlich keine Chance Tauben zu schlagen. So hat alles seine Vor- und Nachteile.
Insgesamt merke ich dass die Witwer nun langsam in ganz gute Form kommen und muss für den 2. Preisflug am kommenden Sonntag eher schauen, dass sie nicht überdrehen und zu wild sind. Unsere Tauben tun sich eigentlich seit je her bei hohen Fluggeschwindigkeiten, wie wir sie für Sonntag erwarten können, eher schwer. Wenn ich es mir aussuchen könnte, dann würde ich mir ein Reisejahr wünschen in dem der Wind Woche für Woche von Vorne als Gegenwind kommen würde. Bei solchen Verhältnissen schneiden wir eigentlich meistens recht gut ab.
Es gibt Sportfreunde, die sagen, dass man bei angesagtem Rückewind und zu erwartender hoher Fluggeschwindigkeit die Tauben leichter und eventuell auch knapper füttern soll. Es gibt wenige Dinge, die sich im deutschen Brieftaubensport so über die Jahrzehnte gehalten haben, wie dieser Unsinn. Eine Taube fliegt nicht einen Meter weniger weit über das Ziel hinaus weil man sie leichter oder knapper füttert. Sie kehrt auch nicht früher um, weil man sie etwas weniger gehaltvoll füttert. Im Gegenteil: es ist eigentlich besser wenn eine Taube, beispielsweise aus Unerfahrenheit, zu weit über das Ziel hinaus geflogen ist, auch noch körperlich ein bißchen was zuzusetzen hat und dann nach hause fliegen kann.
Ich glaube übrigens auch, dass man Tauben, die mehrfach bei sehr hohen Fluggeschwindigkeiten in die Spitze der Preisliste fliegen können, gut im Auge behalten sollte, auch wenn sie vielleicht bei schwereren Bedingungen nicht so gut ihre Preise fliegen. Tauben, die bei schnellen Flügen mehrfach vorne sind haben aus meiner Sicht eine besonders gute Orientierung und aus solchen Tieren mal Junge zu züchten lohnt sich doch recht häufig.
 

Mittwoch, 29.04.2026
Sascha am 29.04.2026 um 19:19 (UTC)
 Auch heute haben unsere Witwervögel wieder sehr ordentlich trainiert. Das Trainingsverhalten insgesamt unterscheidet sich schon von früheren Zeit, in denen die Vögel zwei Mal täglich Freiflug erhielten. Sie trainieren aktuell bei ein Mal Freiflug länger und intensiver. Andererseits: wenn ich es zeitlich schaffen würde und die Umstände entsprechend wären, dann würde ich immer hingehen und den Witwervögeln zwei Mal am Tag Freiflug geben. Einfach weil es meiner Ansicht nach für den Stoffwechsel der Witwervögel besser ist. Sie fliegen am Ende nicht mehr pro Tag, aber sie fressen noch etwas besser. Und viel fressen ist mit Blick auf ein langes und anstrengendes Reisejahr wohl immer das Wichtigste.
Im Zuchtschlag liegt nun die zweite Runde Jungtauben geringt und wohlgenährt in ihren Nestern. Es gab bei der zweiten Zucht nur ein Ei was nicht ausgefallen ist. Alle anderen Jungtiere sind gut geschlüpft und jetzt auch schon gut gewachsen. Mehrere Weibchen haben nun schon ihr drittes Gelege in der Schale liegen. Einige Jungtauben werde ich noch aufziehen zum Abgeben auf Gutscheine etc. Die anderen Paare werden erst einmal getrennt und in Kürze setze ich dann noch einmal einzelne Paare in Linie oder Inzucht zusammen um mir ganz gezielt einige, wenige Zuchttauben für die nächsten Jahre zu züchten. Gerade wenn man in Linie oder Inzucht züchtet finde ich es immer sehr spannend wie sich die Jungtiere später körperlich entwickeln. Hin und wieder hat man dann Tauben, die nicht wirklich schön sind, aber ab und an auch in der Hand nahezu perfekte Tauben.
In der Zeit der Trennung bekommen die Zuchttauben übrigens eine einwöchige "Kur" mit Usnea-Plus von Bonypharma. Durch die Gabe dieses Produkts sind die Tauben dann bei einer erneuten Paarung praktisch trichomonadenfrei und in einer wirklich sehr guten Verfassung.
 

Dienstag, 28.04.2026
Sascha am 28.04.2026 um 19:00 (UTC)
 Die neue Woche hat gerade erst angefangen und schon gehen hier und da die ersten Diskussionen wieder los: müssen wir den nächsten Flug vielleicht auf Samstag vorziehen? Wie wird das Wetter am kommenden Wochenende? Die Wettervorhersagen sind seit Wochen und Monaten so ungenau, dass es gar nicht lohnt vor Mittwoch Abend überhaupt darüber zu sprechen wie das Wetter am nächsten Flugwochenende wird. Und selbst am Mittwoch Abend sind die Vorhersagen für Samstag oder Sonntag noch extrem ungenau. Ich hoffe nur, dass bei uns nicht jetzt schon wieder auf dem zweiten Preisflug die Verschieberei losgeht. Leider ist es im deutschen Brieftaubensport inzwischen so, dass Flugleiter schon dazu tendieren Flüge zu verlegen, wenn die Möglichkeit besteht, dass an einem Tag vielleicht einige Tropfen Regen in der Strecke fallen oder die Sicht mal nicht ideal ist.
Am Sonntag Abend nach dem Flug habe ich erstmals in dieser Saison den Konditionssirup von Dr. Marien eingesetzt und mit Mineralpulver über das Futter gegeben. Ob es daran lag weiß ich nicht, aber die Vögel haben heute Abend fast genau eine Stunde mit hohem Tempo trainiert. Das war schön anzusehen. Allerdings gehen doch immer zwei, drei Vögel aus dem Schwarm früher auf das Dach. Das sind allesamt Vögel, die in diesem Jahr oder auch in der letzten Saison vom Greifvogel verletzt wurden. Es ist wirklich schwierig solche Tauben noch einmal richtig in sehr gute Verfassung zu bekommen. Ansonsten tut den Witwervögeln natürlich die Sonne und die Wärme in unseren Dachbodenschlägen gut und auch, dass sie gestern und heute endlich einmal zwei Tage hintereinander ohne Angriffe durch Greifvogel am Haus fliegen konnten.
Man merkt wie sie dabei einfach in bessere Form kommen auch wenn es nachts noch recht kalt ist. In unserem Dachbodenschlägen ist es aber auch nachts immer noch etwas angenehmer und wärmer als in Gartenschläghen, wie sie die meisten Züchter haben.
Ich bin weiter der Meinung: wenn wir jetzt irgendwann mit den Vorflügen beginnen und die Preisflüge dann in ganz Deutschland etwa Mitte Mai starten würden, dann wäre das für alle Beteiligten, bis auf einige wenige überehrgeizige Sportfreunde, deutlich besser und besonders für die Tauben wäre es ein großer Fortschritt.
Ich kann dabei immer nur an das Coronajahr 2020 erinnern wo es genau so abgelaufen ist, weil wir nicht eher reisen durften und es funktionierte herausragend gut in ganz Deutschland mit wenigen Verlusten und vielen, vielen glatten Flügen.
 

Montag, 27.04.2026
Sascha am 27.04.2026 um 05:58 (UTC)
 Nun liegt der erste Preisflug der Saison hinter uns. Insgesamt ist er für die meisten Schläge wohl recht glatt verlaufen mit wenigen fehlenden Tauben. Persönlich bin ich teils zufrieden mit dem Verlauf für uns und teils nicht so zufrieden. Die Tauben wurden um 9.55 Uhr in Würzburg aufgelassen (für unseren Schlag sind das fast genau 230 KM) und die ersten Tiere kamen nach weniger als drei Stunden Flugzeit hier zuhause an. Schon bei unserem ersten Vogel, der zuhause anflog, merkte ich wie nervös die Tiere teilweise sind. Er flog schön an, drehte noch eine Runde, landete und als eine Ringeltaube vorbei flog schreckte er auf, flog nochmals los, drehte noch zwei, drei Runden und landete dann und ging in den Schlag. Er belegt am Ende bei 1.134 Tauben den 19. Konkurs was absolut ok ist. Die nächsten Tauben kamen dann recht flott, sodass von unseren 37 eingesetzten Witwern 15 Tauben in den Preisen waren bis zur Hälfte der Preisliste. D.h. unsere 15. Preistaube flog noch knapp unter 50 As-Punkte. Soweit war das also sehr gut und zufriedenstellend. Dann aber begannen die Pausen und Lücken. Nur noch eine weitere Taube kam in die Preise, ein weiterer Vogel steht als vierte Taube knapp unter den Preisen. Es fehlten dann zunächst noch einige Tauben, aber sie kamen weiter nach bis noch zwei Vögel fehlten (ein Zweijähriger und ein Jähriger) und diese beiden sind leider bis zum heutigen Morgen nicht aufgetaucht. Erklären kann ich mir das nicht so recht. Stattdessen piepte unser Tipes-Gerät als ich gerade im Schlag war und ein jähriger Vogel sprang ein, der noch vom ersten Vorflug fehlte. Ich hatte über ihn geschrieben. Er war im vergangenen Jahr auf der Jungreise schon früh auf den Vorflügen ausgeblieben, wurde gemeldet und ich hatte ihn abgeholt und wieder aufgepäppelt, aber nicht mehr gereist. Dann fehlte er wieder vom ersten Vorflug und gestern kehrte er dann zurück. Was soll ich mit dieser Taube machen? Ihn jetzt zu reisen macht keinen Sinn zumal er auch etwas brauchen wird bis er wieder in sehr guter körperlicher Verfassung ist. Die einzige Möglichkeit scheint mit ihn mit den Jungtauben zu reisen. Aber ob der Aufwand lohnt?
Insgesamt war gestern das Ergebnis unserer jährigen Vögel nicht gut, während die alten Tauben doch gut gekommen sind. Das wird hoffentlich mit der Zeit besser werden. Es wundert mich aber auch nicht, denn in Anbetracht der Umstände hier in den letzten Wochen seit dem ersten Freiflug haben besonders die jährigen Vögel doch arge Schwierigkeiten ruhig und selbstbewusst zu werden und in Flugverfassung zu kommen.
Gestern erfolgte der Start unserer Tauben gemeinsam mit den Tauben der RV Sauerland. Eigentlich war der Wind recht schwach, aber die nordöstlichen Winde haben dann wohl doch dazu geführt, dass die Tauben zu einem Teil weit südwestlich eingeflogen sind. Der Schlag, der die schnellste Taube in der Fluggemeinschaft hat liegt knapp 40 KM südwestlich von uns hat aber in der Vermessung nur 17 KM weniger und konstatiert die Taube aber 21 Minuten früher als wir selbst. Auch die weiteren frühen Tauben in der FG fallen fast ausschließlich weit im Südwesten. Das ist nicht schlimm und auch völlig normal wenn Tauben in einer Konkurrenz fliegen, die eine so große Fläche aufweist. Aber die Tiere müssen es halt wieder lernen und besonders die jährigen Tauben brauchen da sicherlich noch eine Zeit bis sie es verstanden haben. Der 1. Konkurssieger in unserer RV liegt übrigens fast 60 KM entfernt vom schnellsten Schlag der FG. Es ist wichtig dass die Tauben lernen sich über die Ausdehnungen zu orientieren. Aber es ist in Anbetracht der kurzen Vorbereitungszeit und der ständigen Angriffe durch Greifvögel wirklich nicht einfach für die Tiere und so kommt es hier und da dann doch zu Verlusten oder Tauben, die erst deutlich später wieder kommen.
 

Sonntag, 26.04.2026
Sascha am 26.04.2026 um 05:55 (UTC)
 Unsere Tauben stehen aktuell noch an ihrem Auflassort in Würzburg. Das Wetter ist gut und sobald es wärmer geworden ist wird dann der Auflass gegen 10 Uhr wohl erfolgen. Die meisten Organisationen auf unserer Südost-Richtung hatten gestern schon ihre Flüge. Diese sind einwandfrei verlaufen, denke ich. Wir gehören noch zu den wenigen Regionalverbänden auf unserer Flugroute, die sonntags ihre Flüge machen. Ideal ist das nicht, denn die Greifvögel stürzen sich dann v.a. auf unsere Tauben. Es sind allerdings noch recht viele andere RVen unterwegs die andere Routen beschicken. Es ist ein einziges kreuz und quer in Deutschland. Von West nach Ost, von Nordost nach Südwest, von Südost nach Norwest usw. Je weniger Züchter es im Brieftaubensport gibt, desto mehr Reiserichtungen haben wir. Inzwischen sind wir soweit, dass eine RV auf der Südwestrichtung mit etwa 20 reisenden Schlägen an diesem Wochenende noch einen Vorflug macht und diesen gesplittet hat in zwei Gruppen. Die eine Gruppe hat gestern einen Auflass gemacht und die andere fährt heute zum Auflass. Von unterschiedlichen Auflassorten. Mit der Argumentation der Lage und damit sich die Tauben nicht "falsch einfliegen". Besser kann man den ganzen Verfall im deutschen Brieftaubensport einfach nicht dokumentieren. Vielleicht wäre es am besten für einige RVen wenn jeder Schlag seine eigene Preisliste bekommt und dann jeweils mindestens 50 Prozent der Tauben einen Preis fliegen. Aber selbst dann wären bestimmt noch Züchter unzufrieden.
Schaut man sich die Preislisten von gestern an, dann sieht man auch wieder einmal, dass oftmals die Preislisten einfach nur noch einseitig von wenigen Schlägen dominiert werden. Diese Schläge machen 70 oder 80 Prozent Preise mit viel Spitze (und setzen teilweise auch noch große Mengen an Tauben ein) und viele andere müssen froh sein hier oder da einen Preis zu machen. Es fliegen Profis gegen absolute Amateure im gleichen Wettbewerb. Das geht dann vier bis sechs Wochen so und dann brechen die Tauben- und Teilnehmerzahlen bei den Flügen massiv ein.
Bei uns in der RV hat ein Züchter seine Tauben gar nicht erst an den Start gebracht gestern, weil ein Freiflug wegen der Greifvogelplage faktisch unmöglich ist. Mein Nachbar hatte vorgestern nicht nur die verletzte Taube, über die ich kurz geschrieben hatte, sondern hat später eine weitere Täubin gefunden, die sich erschrocken haben muss und dann verunglückt ist und sich das Genick gebrochen hat. Von vielen Sportfreunden hier im Sauerland höre ich wie extrem die Verluste und die Angriffe durch die Greifvögel in diesem Jahr sind. Auch das ist wirklich frustrierend und macht die Ausübung unseres Hobbys schwer.
Ich hoffe dass der heutige Flug weitgehend ohne Verluste oder verletzte Tauben über die Bühne geht. Alles andere wird sich zeigen. Ich denke dass unsere Vögel noch etwas Zeit benötigen um in richtig gute Form zu bekommen. Wenn es überhaupt möglich ist unter den aktuellen Umständen.
Sehr erfreut bin ich darüber, dass bei Sportfreund Thorsten Bornhoff gestern ein Vogel den 1. Konkurs in der Fluggemeinschaft gegen fast 3.200 Tauben fliegt, dessen Vater aus unserem Zuchtschlag kommt. Solche Ergebnisse sind immer schön zu hören.
 

Freitag, 24.04.2026
Sascha am 24.04.2026 um 18:42 (UTC)
 Heute am späten Nachmittag fand für unsere Witwervögel das letzte Training am Haus vor dem 1. Preisflug statt. Die Vögel flogen eine Weile schön mit viel Tempo, waren dann für einige Minuten außer sich und kehrten wieder. Einige landeten auf dem Dach, andere flogen noch. Die Witwer, die gelandet waren flogen auch wieder los und plötzlich war der Schwarm verschwunden und kehrte für längere Zeit nicht zurück. Dann tauchten erst zwei Witwer wieder auf, dann weitere zehn und irgendwann schien der ganze Schwarm wieder am Haus zu sein. Mit kam das alles seltsam vor und ich habe die Ausflüge geöffnet und die Witwer herein gelassen. Es kamen auch schnell fast alle Tiere in den Schlag mit Ausnahme von zwei Vögeln, die noch fast eine Stunde wie angewurzelt auf dem Dach sitzen blieben.
In der Zwischenzeit hatte unser Nachbar seine Weibchen herausgelassen und nach einiger Zeit stellte sich heraus warum unsere Vögel sich so ungewöhnlich verhalten hatten: der Habicht flog beim Nachbar einen Angriff und konnte eine Täubin schnappen.
Mein Nachbar konnte dafür sorgen, dass der Greifvogel die Taube los ließ und anschließend das stark blutende Tier - es war übrigens seine beste Jungtaube vom vergangenen Jahr - in Sicherheit bringen.
So sind hier also die Voraussetzungen vor dem 1. Preisflug und ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen wo es mir fast egal ist ob die Tauben Preise fliegen oder nicht. Wenn hier nicht irgendwann Ruhe einkehrt mit dem Habicht, dann werden wir die Saison ohnehin nicht durch schicken können. Ich möchte meinen Tauben beim Freiflug zusehen. Das ist für mich eigentlich das Schönste am Brieftauben-Hobby. Und ich möchte sehen wie sie vom Vor- oder Preisflug wiederkommen. Das kann ich auch sehr genießen, wenn sie sich aus großer Höhe herunterschrauben oder wie ein Pfeil herangeschossen kommen. Wenn das aber alles nicht oder nur eingeschränkt möglich ist wegen der Greifvogelplage, dann macht es mir keinen Spaß. Man bekommt die Tauben unter diesen Umständen auch einfach nicht in eine richtig gute Verfassung, weil sie nicht sicher und selbstbewusst werden.
Zur Versorgung der Tauben am Tag vor dem Einsetzen und auch am Einsatztag kamen mir gestern und heute auch noch so verschiedene Gedanken: neben der Fütterung haben viele Hersteller von Beiprodukten in ihren Programmen speziell an den beiden Tagen vor dem Einsetzen noch diverse Mittel in ihren Versorgungsplänen, die man zur Leistungssteigerung geben soll. Jetzt zu Saisonbeginn, wenn die Tauben vielleicht zwei oder drei Stunden fliegen halte ich persönlich das ohnehin für völligen Unsinn. Für so eine kurze Flugzeit benötigt eine Taube zusätzlich gar nichts. Futter, Wasser, Mineralien. Damit kann sie alles sehr gut bewältigen. Ich glaube aber auch in keiner Weise daran, dass es irgendeinen Nutzen für die Leistung einer Taube hat, wenn man ihr an den Tagen vor dem Einsatz oder gar am Einsatztag selbst noch irgendwelche Vitamine oder sonstige Ergänzungsstoffe gibt.
Ich muss oft ein an ein Interview mit Günter Prange denken: er berichtete einmal, dass er in früheren Jahren immer am Tag vor dem Einsetzen nach dem Freiflug eine "Vitamintränke" bereit stellte. Die Tauben hatten dann Durst und tranken davon. Mit Ausnahme eines Vogels, der erst wieder an die Tränke ging, wenn klares Wasser darin war. Sportfreund Prange erklärte dann aber, dass dieser Vogel einfach sein bester war....auch ohne die Vitamine. Und so sehe ich es auch mit vielen anderen Produkten, die gerade zum Einsatz hin den Tauben verabreicht werden. Sie haben wenig Nutzen für die Tiere.....allenfalls für den Kopf des Züchters.
 

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