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Donnerstag, 09.07.2026
Sascha am 09.07.2026 um 06:30 (UTC)
 Die meisten Sportfreunde werden es bereits gestern erfahren haben: unsere Flugsicherungskomission hat für das kommende Wochenende erneut Kilometer-Beschränkungen vorgegeben und zwar dergerstalt, dass man diese für unterschiedliche Flugrouten und Regionen angepasst hat. Ich möchte mich heute gar nicht mehr dazu auslassen ob das nun richtig oder falsch ist und was es für Auswirkungen hat. Was wir einfach feststellen müssen ist, dass die Veränderungen des Wetters in den letzten Jahren und auch die Änderungen im Bereich des Tierschutzes dazu führen, dass es für praktisch ganz Deutschland nahezu unmöglich ist auch nur annähernd die im Winter in langen Disskussionen aufgestellten Reisepläne einzuhalten und das für sehr viele Regionen auch die Erfüllung der Meisterschaftsbedingungen auf Verbands- und Regionalverbandsebene nicht machbar ist.
Als Folge daraus sollte man in diesem Jahr meiner Meinung nach auf die Ehrung der deutschen Meisterschaften verzichten und den Regionalverbänden freie Hand geben bis zum Ende der Reise (natürlich immer im Rahmen der geltenden Beschränkungen) und dann auf der DBA die Regionalverbandssieger gebührend auf der Bühne ehren.
Für die Zukunft kann die aktuelle Situation eigentlich nur bedeuten, dass man künftig die gesamte Reisesaison anders plant und gestaltet und Meisterschaften und Titel ganz anders ausfliegt, als es sonst üblich war. Denn perspektivisch werden sich die Wetterverhältnisse nicht bessern.
Deswegen muss das oberste Ziel für künftige Reiseprogramme sein möglichst viele Sportfreunde zufrieden zu stellen mit dem Flugprogramm, Meisterschaften hinten an zu stellen und einfach mehr Spaß am Hobby zu generieren ohne den ständigen Druck noch diesen oder jenen Flug durchführen zu müssen wegen irgendwelcher Bedingungen.
Hier in der Gegend sind heute dann auch schon einzelne Reisevereinigungen aus unserem Regionalverband mit ihren Jungtauben zum Vorflug unterwegs. Man bekommt die Altreise nicht auf die Reihe, die Züchterzahlen gehen massiv in den Keller und heute fährt man dann mit Jungtauben los bei dicht aufliegender Wolkendecke, die sich, wenn überhaupt, wohl erst zum Nachmittag lockern wird. Man versteht es einfach alles nicht mehr.
Jetzt, da ich hier diese paar Zeilen schreibe, sind unsere Vögel im Freiflug. Sie sind immernoch getrennt und werden wahrscheinlich am Wochenende oder Anfang nächster Woche angepaart. Sie fliegen ordentlich. Gehen hoch, fliegen flach, balzen auf dem Dach usw. Ich gehe dann immer mal wieder zum Fenster und sehe mir das an und gleich setze ich mich noch kurz in den Garten und beobachte unsere Tauben. Das ist auch schön und gefällt mir auch sehr gut und ich bin froh, dass ich aktuell dieses ganze Durcheinander im deutschen Brieftaubensport nicht so intensiv mitmachen muss wie die Sportfreunde, die jetzt noch gerne einfach ihre Tauben reisen und ein paar schöne Flüge haben möchten.
 

Mittwoch, 08.07.2026
Sascha am 08.07.2026 um 05:45 (UTC)
 Gestern meldete sich schon früh am Morgen ein Sportfreund bei mir, der auf der Südwestrichtung reist mit der Frage ob ich schon etwas für das kommende Wochenende hinsichtlich Kilometer-Beschränkungen etc. gehört hätte. Ich verneinte das. Ich habe mir dann das Wetter angesehen für Frankreich. Der sportfreund wohnt weit entfernt von mir und man reist dort weit nach Frankreich hinein und habe ich gesagt, dass ich nicht davon ausgehe, dass auf der Südwestrichtung weite Flüge veranstaltet werden dürfen. Die Temperaturen, speziell in Frankreich und auch schon früh am Morgen, scheinen doch sehr sehr hoch zu werden.
Später erfuhr ich, dass der Regionalverband 250, der auch auf der Südwestrichtung reist, gestern schon beschlossen hat nur 300 Kilometer zu fliegen ohne auf irgendwelche Anweisungen des Verbandes zu warten.
Es ist eine sehr bedenkliche Entwicklung in unserem Brieftaubensport, dass die Züchter Anfang bis Mitte der Woche nur noch damit beschäftigt sind zu schauen wie das Wetter wird, ob weite Flüge gemacht werden können oder nicht, ob Flüge verschoben werden oder nicht und dass sie darauf warten was unsere Flugsicherungskomission am Mittwoch Mittag mal wieder zum Besten gibt.
Das Wetter können wir weder machen noch ändern. Aber ständig darauf warten und reagieren zu müssen was einige, wenige Personen im Verband entscheiden kann nicht richtig sein.
Auf unserer Südostrichtung haben viele Organisationen noch keinen 500-Kilometer-Flug veranstaltet. Nun sind noch zwei wochen Zeit und man steht unter Druck (wegen ganz weniger Züchter) noch zwei solche Flüge veranstalten zu müssen. Und man kann sicher davon ausgehen, dass einige wenige Züchter, die gerade in den großen Meisterschaften vorne stehen, all ihren Einfluß geltend machen werden, damit man diese Flüge veranstaltet. Das ist auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber für die meisten Sportfreunde ist das alles nicht wichtig und nicht interessant. Sie wollen Flüge haben von denen ihre Tauben nach hause kommen und die dem Wetter angemessen sind.
So kommt man in die Situation, dass immer mehr Sportfreunde die Reise einstellen, weil ihnen das Programm nicht passt. In unserer Reisevereinigung möchte eine große Mehrheit der Züchter am kommeden Wochenende nicht am Nationalflug Vilshofen teilnehmen (wenn er denn stattfindet). Das ergab eine Abfrage. Sie möchten nach dem anspruchsvollen Flug vom vergangenen Wochenende einen kürzeren Flug machen.
Auch das ist verständlich. Selbst Züchter, die sonst eher die weiteren Flüge bevorzugen und deren Tauben sich am vergangenen Wochenende schwer taten, möchten plötzlich keinen Nationalflug mehr und auf kürzerer Entfernung fliegen. Es ist für die Verantwortlichen in den RVen und Regionalverbänden praktisch unmöglich die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bekommen. Das wiederum liegt daran, dass unser ganzes Reise- und Meisterschaftssystem so veraltet ist und niemand hingeht und dieses verändert und erneuert.
Angenommen das Wetter gibt für unsere Südostrichtung am kommenden Wochenende einen 500 Km-Flug her. Wo läge eigentlich das Problem einen Nationalflug mit den Regionalverbänden 356, 402, 403, 405, 408, 409, 412 und 416 anzubieten und zu organisieren, an dem alle Sportfreunde, die das möchten teilnehmen können und ihre Tauben dann in die Wertung z.b. für die deutsche Meisterschaft bringen können? Als Preisliste könnte man bei diesem gemeinsamen Auflass trotzdem weiter die Regionalverbandspreisliste heranziehen oder wie auch immer. Als Auflassorte würden sich (jetzt ganz spontan geschrieben ohne es genauer zu analysieren) Plattling, Vilhofen oder Osterhofen eignen.
Alle anderen Sportfreunde, die einen kürzeren Flug bevorzugen, könnten dann in ihren RVen und Regionalverbänden 300 KM oder was auch immer fliegen. Und somit käme dann auch ein wenig Druck aus diesem ganzen System heraus. Stattdessen wird nun wieder überall hin und her überlegt was man tun kann und was das Wetter zulässt.
Man muss sich doch nur einmal die Teilnehmerzahlen an den Flügen vom vergangenen Wochenende ansehen. Sie gehen fast überall massiv in den Keller und das wird zum kommenden Wochenende so weiter gehen. Das kann doch alles nicht unser Ziel sein. Dieser Tage habe ich zu einem Sportfreund ein bißchen im Spaß gesagt: "Am Ende kriegt in den RVen und Regionalverbänden jeder eine Urkunde oder einen Pokal, der bis zum Ende durch geschickt hat." Ich denke ein bißchen was ist an dieser eher spaßig gemeinten Aussage aber dran.
Ich hatte dieser Tage schon geschrieben, dass man Tauben immer auch an ihre Aufgaben heranführen muss. Das gilt auch hinsichtlich der Flugzeiten. Wenn man Tauben Woche für Woche nur bei bestem Wetter fliegen lässt und die Flugzeiten kaum einmal über fünf Stunden gehen bei fast immer idealem Wetter und man dann Tauben mal bei Bedinungen fliegen lässt, wo sie sieben, acht oder neun Stunden fliegen müssen und das Wetter vielleicht nicht durchgehend super ist, dann darf man sich am Ende nicht wundern, wenn ein Flug mal schwerer wird und hier und da auch einmal Tauben fehlen, die das dann nicht schaffen. Dann heißt es am Ende wieder: "Die Tauben können das einfach nicht mehr." Und damit ist gemeint 500 oder 600 KM zu fliegen und bald sind wir soweit, dass selbst 400 KM-Flüge bei denen der Konkurs mal etwas länger als 20 oder 30 Minuten dauert schon als Katastrophenflüge empfunden werden. Viele Sportfreunde haben inzwischen deutlich den Kompass dafür verloren was Tauben leisten können und sollten. Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass wir Woche für Woche hingehen und die Flüge stets auf den Tag verschieben, wo die vermeintlich besten und leichtesten Bedinungen herrschen. Irgendwann geht das aber vielleicht mal nicht mehr und dann wird ein Flug - auch wegen der Meisterschaftsbedingungen - durchgezogen obwohl die Verhältnisse etwas schwerer (aber bei weitem nicht unmöglich) sind und schon tun sich die Tauben schwer und die Züchter sind unzufrieden. Unser ganzes Reise- und Meisterschaftssystem mit all den Vorgaben und Regelungen durch Verband, FSK usw. führt aktuell dazu, dass im ganzen Brieftaubensport nur noch Frust herrscht und es immer schneller bergab geht. Es muss an dieser Stelle endlich Änderung herbei geführt werden.
 

Montag, 06.07.2026
Sascha am 06.07.2026 um 18:07 (UTC)
 Gestern hatte ich Besuch von einem sehr netten Sportfreund, der im vergangenen Winter einen Gutschein von uns ersteigert hatte. Er hatte mehr als vier Stunden Anfahrt auf ich genommen um sich die Jungtaube abzuholen. So etwa bewundere ich doch immer, denn letztlich ist es ja so: dass eine einzige Jungtaube einen Züchter irgendwie weiter bringt ist fast so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Deswegen hatte ich dem Sportfreund vorher ein Jungtier vorgeschlagen aus einem vielleicht guten Paar und ihm ein Video von der jungen Taube gesendet und daraufhin hatte er sich entschieden zu kommen und die Taube zu holen. Ich hoffe, dass er Glück mit dem Tier hat.
Wir haben uns dann über dieses und jenes im Taubensport ausgetauscht. Der Züchter reist auch erfolgreich und hatte am Tag zuvor noch einen 1. Konkurs geflogen und so sind solche Gespräche immer sehr interessant. Ganz spannend wurde es dann für mich als er mir über die gleiche Problematik berichtete, wie wie sie hier auch seit mehreren Jahren haben: er bekommt seine Jungtauben nicht ans Fliegen. Der Sportfreund erzählte mir davon, dass seine Jungtauben das exakt gleiche Verhalten zeigen wie ich es hier auch seit einigen Jahren beobachte. Die Tauben gehen extrem ungern in die Luft und wenn sie sich mal vom Dach bewegen, dann macht es oft den Eindruck als ob sie Angst hätten zu fliegen. Sie fliegen dann ganz schnell immer im Kreis um den Schlag und dann landen sie wieder. Es ist aber einfach nichts zu beobachten wovor die Tiere Angst haben könnten. Mir ist es unerklärlich und dem Züchter, der bei uns zu Gast war, war es ebenso unbegreiflich. Zumal die Tauben seines Bruders, der nur wenig entfernt wohnt, ein ganz anderes Verhalten zeigen und hervorragend fliegen und trainieren.
Hier bei uns ist es inzwischen so, dass die Jungtauben das Dach wohl regelmäßig verlassen. Aber sie ziehen nicht vom Haus weg und sie fliegen auch nicht sonderlich lange. Teilweise gehen immernoch einzelne Tiere aus dem Schwarm fast im "Sturzflug" wieder auf das Dach. Die Tauben sind gesund und in guter Verfassung und es waren zuletzt auch keine regelmäßigen Greifvogelangriffe. Irgendwie ist das alles weiter ein großes Rätsel für mich.
Insgesamt war es aber wieder eine schöne Begegnung für mich und ich durfte einen sehr netten Züchter kennenlernen und dafür hat sich das Stiften des Gutscheines dann doch einmal wieder gelohnt.
 

Sonntag, 05.07.2026
Sascha am 05.07.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern nachmittag haben wir mit der Familie einen kleinen Ausflug in die Innenstadt von Soest hier in der Nähe unternommen. Irgendwann musste mein Sohn auf die Toilette. Im Keller des Rathauses der Stadt Soest sind saubere öffentliche Toiletten, die wir aufsuchten. Direkt neben den Treppen in den Keller saß eine abgekämpfte Taube mit Ring, die mir auf Anhieb gefiel. Also haben wir sie gefangen. Das Tier war in der Hand noch rund, aber verletzt am Kropf und müde. Die gehämmerte, zweijährige Täubin trug nur ihren normalen Ring und einen Telefonring. Wir fuhren dann nach hause und ich nahm die Taube mit und habe sie gemeldet. Sie stammt von einem bekannten und erfolgreichen Schlag nicht weit von hier. Bis zu ihrem Heimatschlag waren es nur 20 Kilometer. Der Sportfreund war gerade mit dem Fahrrad unterwegs und wusste mit der Ringnummer der Taube nichts anzufangen auf Anhieb. Er hat mir zugesagt nachzuschauen was mit dieser Taube ist und er möchte sich heute bei mir melden. Die Verletzung am Kropf war so, dass das Wasser herauslief. Wir haben die Tauben noch zuhause genäht und den Kropf hoffentlich wieder dicht bekommen. Ich bin wirklich gespannt wann diese Taube abhanden gekommen ist. Vielleicht schon als Jungtier, da sie keinen Elektronikring trug. Aber ich weiß nicht ob sie sich tatsächlich 2 Jahre lang in der Soester Innenstadt herumgetrieben hat. so sah sie eigentlich nicht aus.





Ein Sportfreund mit dem ich gelegentlich in Kontakt stehe hatte auch Tauben auf dem Barcelona-Flug gesetzt. Gestern am späten Nachmittag habe ich ihn gefragt wie der Stand ist. Er hatte sieben Tauben gesetzt und um 18 Uhr bereits 5 Tiere zuhause. Das finde ich eine beeindruckende Leistung auf einer Entfernung von mehr als 900 Kilometern. Den ersten Platz national in Deutschland fliegt übrigens eine Taube in Ahaus nahe der niederländischen Grenze bei mehr als 1200 KM Entfernung. Das ist einfach nur beeindruckend.
Ein anderer Weitstreckenspieler hat mich gestern informiert, dass die Taube, die international den ersten Preis fliegt und sehr früh morgens konstatiert wurde bei 1050 KM nahe der Atlantikküste beheimatet ist und wahrscheinlich nachts geflogen ist, da der Himmel klar und der Mond noch fast voll war. So etwas gäbe es immer mal wieder. Das ist für mich auch faszinierend.
Die Tauben unseres Regionalverbandes wurden eben um 7.30 Uhr auf der Südostrichtung in Wörth an der Donau gestartet, Es wird sicher kein leichter Flug bei Kopfwind. Aber die Sichten sind gut, vom angekündigten Regen ist wenig zu sehen.



Man kann wieder einmal feststellen, dass das Vorziehen, wie es viele Regionalverbände an diesem Wochenende trotz Flügen am Dienstag getan haben, völlig unnötig war und man erneut den berufstätigen Sportfreunden mit Anlauf in den Hintern getreten hat. Das ist der Brieftaubensport in Deutschland heute.
Gestern waren übrigens auch Flüge dabei, die keinen leichten Verlauf nahmen. Beispielsweise im Regionalverband 408 über 500 KM ab Straubing. Dass der Flug schwer werden würde war aufgrund des Windes klar. Aber hier in Deutschland passiert ja noch etwas anderes: da man immer die besten und leichtesten Tage für die Tauben aussucht, sind die Flüge oft einfach und schnell. 400 Km werden dann in viereinhalb oder fünf Stunden geflogen. Dann kommt der erste weite Flug mit Kopfwind. Die Tauben wurden nie daran gewöhnt auch mal sieben oder acht Stunden oder mehr auf dem Flügel zu sein und es fehlen dann abends viele Tiere. Dann heißt es wieder: die Tauben können das nicht mehr! Das ist großer Quatsch! Die Tauben können sehr viel. Das haben sie an diesem Wochenende auf Barcelona etc. gezeigt. Wenn man aber ein Reisesystem und eine Reiseorganisation pflegt, auf der nur noch "Hurra-Flüge" veranstaltet werden und wo nur noch der Spitzenpreis zählt, dann muss man sich nicht wundern, wenn der erste weite Flug bei anspruchsvollen Bedingungen dazu führt., dass viele Tauben zumindest am Abend nicht zuhause sind. Auch diese Probleme sind allesamt hausgemacht und werden durch die ewigen Verschiebereien unter Leitung der Flugsicherungskomission gefördert. So züchten wir uns tatsächlich Tauben, die nicht mehr sonderlich viel leisten können. Das Problem liegt oft nicht an Wind und Wetter, sondern an unserem Umgehen mit dem Reiseprogramm.
 

Samstag, 04.07.2026
Sascha am 04.07.2026 um 06:19 (UTC)
 Es ist jetzt 8.30 Uhr am Morgen und von Barcelona sind 24 Stunden nach dem Auflass jetzt 6 Tauben gemeldet. Eine auf mehr als 1050 KM Entfernung und die anderen auf knapp unter bzw. über 900 KM Entfernung. Ich verstehe wenig von den Weitstreckenflügen, aber dass auf kürzeren Entfernungen kaum Tauben gemeldet sind, aber eine schon um 6.05 Uhr auf 1050 KM gemeldet wurde, finde ich sehr ungewöhnlich.
Die Tauben, die diese Leistungen vollbringen, kann ich nur bewundern. Leider sind aber auch viele Tiere unterweg, die es gar nicht mehr wieder nach hause schaffen. An diesem Punkt stehe ich dem Weitstreckenspiel doch eher ablehnend gegenüber.
Einige niederländische Sportfreunde lassen sowohl auf dem Barcelona-Flug, als auch auf dem gestern ebenfalls gestarteten Weitstreckenflug ab Bressols einige Tauben mit Trackern fliegen und man kann aktuell auf einer Karte nahezu live verfolgen wo die Tauben sich befinden. Das ist sehr interessant zu beobachten.
Hier bei uns in Deutschland sind fast alle für heute angesetzten Flüge auch bereits aufgelassen. Das Wetter ist gut. Der Wind ist viel weniger stark in weiten Teilen der Strecke als noch gestern vorhergesagt und wird wohl erst am nachmittag aufleben, wenn die meisten Tauben zuhause sein sollten oder zumindest heimatnah sind.
Zu meinem gestrigen Beitrag hat mich ein Sportfreund aus dem Münsterland angerufen und mir entrüstet berichtet, dass man dort am Donnerstag Nachmittag darüber informiert wurde, dass der Flug auf Samstag vorgezogen wird mit Einsetzen am Freitag nachmittag. Er ist berufstätig und hatte nun erhebliche Schwierigkeiten seine Tauben um Flug fertig zu machen und einzusetzen. Ebenso ging es wohl weiteren Züchtern in seinem Regionalverband. Er berichtete von berufstätigen Züchtern, die komplett frustriert sind über die Vorgänge im deutschen Brieftaubensport und die ständigen Verschiebungen und kurzfristigen Verlegungen. Das führt so weit, dass ein sehr gut reisender, berufstätiger Züchter dieses Jahr schon keine Jungtauben mehr gezüchtet hat, weil er einfach das Hobby so nicht mehr betreiben will.
Letztlich ist es so: der Fisch stinkt immer vom Kopf. Im Verband, in den Regionalverbänden, in den Komissionen usw. Ich denke, wenn die aktuell noch berufstätigen Sportfreunde in unserem Verband sich einmal organisieren würden, dann könnte man vielleicht in dieser Hinsicht noch eine Änderung herbeiführen. Leider gibt es aber auch in dieser Gruppe nicht wenige Züchter, die so krankhaft ehrgeizig sind, dass sie auch nachts um 2 Uhr Tauben einkorben würden, wenn sie nur einige Preise fliegen, nachdem man sie zuvor um 21 Uhr informiert hat, dass das Einsatzgeschäft dieses Mal nachts stattfindet.
Das habe ich nun selbstverständlich übertrieben formuliert, aber am Ende ist es so: es gibt inzwischen in Deutschland einige, wenige Schläge, die große Summen Geld mit dem Taubensport umsetzen und verdienen. Und manch ein Sportfreund träumt ebenfalls davon und nimmt dafür dann sehr viele Umstände auf sich. Die Kommerzialisierung unseres Hobby hat uns leider zu einem großen Teil in die aktuelle Situation getrieben.
Dabei wird aber eines oft vergessen: in aller Regel sind es nicht die Tauben, die so viel besser sind wie die Ergebnisse einiger herausragender Schläge es vermuten lassen. Es ist das was mit den Tauben gemacht wird. Hinsichtlich Versorgung, hinsichtlich Training, hinsichtlich Motivation usw. Genauer gesagt: geht man als normal reisender Züchter hin und kauft sich beim mehrfachen deutschen Meister oder Regionalverbandsmeister (ganz unabhängig von den Kosten) eine Runde Jungtauben, dann ist unser deutsches System so, dass diese neu gekauften Tiere am Ende beim Käufer fast keinen Leistungsschub nach vorne bringen und nach zwei, drei, vier Jahren steht der Züchter dann genau da wo er vorher war.
Unser deutsches Reisesystem setzt leider sehr falsche Anreize und fördert am Ende nicht die gute Taube, sondern eher das gute System und leider auch große Bestände. Aber diese Diskussion wird ungerne geführt und wenn, dann auch oft mit einer relativ großen Unredlichkeit.
 

Freitag, 03.07.3036
Sascha am 03.07.2026 um 05:48 (UTC)
 Der Brieftaubensport in Deutschland wird immer seltsamer. Nachdem aufgrund der Hitzeperiode viele Organisationen die durch den Verband geschaffene Möglichkeit genutzt haben am vergangenen Dienstag einen Preisflug zu machen und dann zu planen sonntags erneut zu fliegen, wurde dieses Ansinnen dann gestern nachmittag oftmals über den Haufen geworfen und der Flug für den Samstag terminiert, weil angeblich das Wetter am Sonntag zu schlecht sei.
Schaute man sich dann die Prognosen für den Sonntag an, so konnte man schnell feststellen, dass der einzige Unterschied zum Samstag ist, dass am Sonntag die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Tauben hier und da mal durch einen Schauer Regen fliegen müssten.
Warum man da gleich wieder vorziehen muss erschließt sich mir nicht wirklich, zumal z.b. auf unserer Südostrichtung an beiden Tagen recht böiger Kopfwind aus Nordwest vorhergesagt ist und da den Tauben ein Tag mehr des Auffütterns eher gut tut als unbedingt Regen zu vermeiden. Vielleicht hat man es vergessen, aber wir haben alle Brieftauben, die durchaus auch durch Regen fliegen können ohne dass ihnen das etwas ausmacht.
Es wird nun also in vielen Reisevereinigungen und Regionalverbänden so laufen: montags wurde eingesetzt für dienstags, mittwochs und donnerstags waren die Tauben zuhause und freitags wird dann eingesetzt für samstags. Dass man die Tauben auch in der kurzen Zeit ordentlich wieder vorbereiten kann - besonders übrigens mal wieder Reiseweibchen - möchte ich ja zugestehen. Aber wer in diesem Durcheinander noch berufstätig ist und arbeiten muss, der wird im deutschen Brieftaubensport nicht mehr wahrgenommen. Es interessiert die Entscheider nicht mehr. Nicht unsere Verbandsspitze, nicht die Flugsicherungskomission und auch nicht so manchen Flugleiter. Jeder muss sehen wie er klar kommt. Ein solch rücksichtsloses Vorgehen gegenüber den arbeitenden Sportfreunden gibt es in keinem anderen Hobby in unserem Land.
Warum macht man jetzt so einen Stress? Ich wiederhole mich da: weil man jetzt wieder krampfhaft versuchen wird noch die Bedingungen für diverse Meisterschaften in den letzten Wochen zu erfüllen. Das ist der einzige Grund. Die weiter sinkenden Züchter- und Taubenzahlen dokumentieren aber eindeutig, dass man damit nur weiter zum Niedergang unseres Hobbys beiträgt.
Hier bei uns ist es so, dass unsere Reisevögel, die nun schon weit mehreren Wochen nicht mehr an der Reise teilgenommen haben, weiter getrennt sind. Ich gebe ihnen so gut es die Zeit zulässt ein Mal am Tag Freiflug. Und erst jetzt merke ich so seit etwa einer Woche, dass sich ihr Benehmen ändert. Sie wollen freiwillig und gerne aus dem Schlag, sie fliegen freiwillig und gerne und sie trainieren dann auch ausgiebig. Es hat für mich eindeutig damit zu tun, dass sie nun seit längerer Zeit keinen Greifvogelangriff ertragen mussten. Es ist jetzt ein völlig anderes Verhalten wie noch vor einigen Wochen. So kenne ich es eigentlich während der Reisesaison. Aber in diesem Jahr war es aufgrund der massiven Angriffe bis weit in den Mai hinein einfach alles anders. Wenn die Jungtaubenvorflüge losgehen werde ich vielleicht die Vögel ein paar mal mit in den Kabi setzen und sie mit nach hause fliegen lassen. Ich möchte einfach mal sehen wie sie sich dann so verhalten. Ich werde aber vorher noch anfragen ob das auch möglich ist bei uns hier in der RV.
Was weiterhin überhaupt nicht passiert hier - sowohl bei den Alt- als auch bei den Jungtauben - ist, dass die Tiere ein Mal wegziehen und sich weiter vom Schlag entfernen. Sie tun es einfach nicht. Sie bleiben immer ganz in der Nähe des Schlages und vermitteln mir immer den Eindruck, dass sie sicher sein wollen jederzeit wieder in den Schlag hinein zu können. Woran das liegen mag kann ich wirklich nicht sagen. Für unsere Jungtiere ist das einfach alles nicht ideal. Aber ich weiß nicht was ich ändern könnte. Ich müsste sie vielleicht einkorben und vorsichtig immer ein Stück weiter trainieren. Aber dazu fehlt mir die Zeit und die Lust. Es ist einfach extrem viel Arbeit die Jungtauben einzukorben und jedes Mal vom Dachboden aus herunter zu tragen um sie dann auf einen, drei, fünf oder zehn Kilometer Entfernung zu fahren. Hätten wir Gartenschläge dann würde ich an der Stelle vielleicht etwas anders vorgehen.
In diesen Minuten wird gerade der "Königsflug" von Barcelona gestartet. In diesem Jahr haben die Tauben nahezu optimale Wetterverhältnisse. Sonne und Wolken auf der ganzen Strecke, sehr angenehme Temperaturen und nicht zu starke Winde von vorne. Auch aus Deutschland sind mehr als 1.300 Tauben in Barcelona am Start. Ich hoffe dass der Flug einen guten Verlauf nimmt!


 

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