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Samstag, 12.09.2026
Sascha am 12.09.2026 um 04:44 (UTC)
 Heute werde ich in den Mittagsstunden zum Endflug beim Internationalen Uplandderby fahren und mir die Ankunft der Tauben dort ansehen. Dieses One-Loft-Race wird seit vielen Jahren von den Veranstaltern sehr vernünftig geführt und der Endflug ist immer eine sehr schöne Zusammenkunft von vielen Sportfreunden aus dem In- und Ausland. Egal wie man insgesamt zu One-Loft-Races steht so kann man doch feststellen, dass diese Rennen mit ihren Endflügen viele Brieftaubenfreunde zusammenführen, die sich treffen und kennenlernen können, die sich austauschen und miteinander feiern können. Selbst wenn jeder Teilnehmer selbstverständlich gerne gewinnen möchte, so ist doch bei diesen Rennen der Egoismus wesentlich geringer als in so mancher RV oder so manchem Regionalverband. Die One-Loft-Rennen sind wie sie sind und auch wenn es selbst dort während der Wochen und Monate in denen die Tauben dort antrainiert und gereist werden einzelne Züchter gibt, welche telefonisch etc. versuchen bei den Veranstaltern Einfluß zu nehmen, so ist es doch in der Regel nicht so, dass um Auflassplätze, Wind und 20 KM mehr oder weniger gefeilscht wird, wie man es doch leider in vielen RVen immer wieder erleben muss. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass es heute ein glatter und schöner Flug wird und werde dann morgen darüber berichten.
In dem Zusammenhang hatte ich gestern ein Gepräch mit einem Flugleiter, der auch heute mit seinem Regionalverband noch einmal zu einem Preisflug unterwegs ist. Er berichtete mir, dass es inzwischen so weit ist, dass man mit vier oder fünf Kabis zum Auflassort fahren muss statt mir zwei oder drei wie es die Taubenzahl zulassen würde, weil sich die teilnehmenden RVen nicht mal mehr auf gemeinsame Transporte einigen können. Die einen wollen nicht in diesen Kabi, sondern in ihren eigenen, die anderen wollen nicht später einsetzen als eine andere RV usw. usw. Er sagte mir es sei langsam zum Verzweifeln, weil damit auch viel Geld unnütz verbrannt werde. Aber er hat damit genau die Situation im deutschen Brieftaubensport treffend beschrieben. Jeder denkt nur an sich und das in einer Zeit, in der schon aufgrund der immer weniger werdenden reisenden Schläge unbedingt mehr Zusammenarbeit notwendig wäre.
In der zurückliegenden Woche nach unserem letzten Preisflug habe ich unseren Jungtauben fast täglich Freiflug gegeben und obwohl sie schon recht stark in die Mauser fallen gehen sie immernoch sehr gerne nach draußen und fliegen auch gut. Immer wenn es Wetter und Zeit zulassen, werde ich versuchen es so beizubehalten solange nicht ständig Greifvogelangriffe erfolgen. Auch unseren Reisevögeln in den Witwerschlägen möchte ich weiterhin so gut es geht ab und an Freiflug gewähren. Ich bin es einfach leid die Tauben sechs oder sieben Monate bis in den März hinein einzusperren und dann unter teils extremem Zeit- und Greifvogeldruck die Tauben in ganz wenigen Wochen auf die Flüge vorzubereiten.
Ich kann gut verstehen, dass viele Züchter ihre Tauben nun festsetzen und bis zum Frühjahr nicht mehr herauslassen. Aber es tut den Tauben nicht gut und es tut auch mir als Züchter nicht gut, denn ich will Tauben fliegen sehen. Das ist für mich einfach das Allerschönste an unserem Hobby.
Gestern war ich, während die Jungtauben draußen waren, im Garten beschäftigt und ich konnte immer wieder schauen wie sie flogen, wie sie im Wind spielten, wie einzelne Vögel balzend und segelnd alleine flogen und wie sie dann landeten, in den Schlag gingen, wieder herauskamen, erneut los flogen usw. Das ist für mich eben auch mein Brieftaubenhobby und allemal genauso wichtig wie die Wettflüge in der Sommerzeit.
Ich kann natürlich überhaupt nicht sagen wie es hier hinsichtlich der Greifvögel weitergeht. Aber ich möchte doch trotzdem versuchen die Tauben ein bißchen natürlicher und noch mehr zu meiner Freude zu halten und dazu gehört eben auch der Freiflug mehrmals in einer Woche. Ob und wie lange das gut funktioniert ohne dass ständig Tauben geschlagen oder verletzt werden weiß ich nicht. Was ich aber sagen kann: es ist bisher deutlich ruhiger als im Frühjahr und auch das sollte man bedenken, wenn man Reisepläne aufstellt. Man kann getrost Alt- und Jungreise schon in der Planung mindestens zwei Wochen nach hinten schieben. Das wäre für viele RVen und Regionalverbände ein großer Fortschritt.
 

Freitag, 11.09.2026
Sascha am 11.09.2026 um 04:29 (UTC)
 Mein letzter Eintrag hier war wohl dahingehend etwas missverständlich, dass mehrere Leser dieses Blogs davon ausgingen, dass das Futter, welches auf dem Foto abgebildet war, unser Mauserfutter ist. Das ist nicht der Fall. Wie schon erwähnt füttere ich jetzt in der Hauptmauser eine Mischung, die ich in einer großen Tonne zusammengemischt habe und die aus mehrere Sorten Reisefutter und unserem Zuchtfutter besteht. Zum besseren Verständnis habe ich das aktuelle Futter hier noch einmal auf einem Foto abgebildet.



Ich mische allerdings auch immer einen Teil des Futters dazu, welches auf dem Foto in meinem letzten Beitrag zu sehen war. Dieser Anteil wird gegen Ende der Mauser immer größer und zum Abschluss der Mauserzeit und während des Winters bekommen alle Tauben dann ausschließlich die leichte Mischung.
Ich bin allerdings auch überzeugt, dass die Tauben nicht viel schlechter mausern würden, wenn man ihnen während der gesamten Mauserzeit die Wintermischung geben würde und sie, so wie ich es mache, zwei Mal in der Woche mit entsprechenden Beiprodukten ergänzt - so wie hier beispielsweise die Pulver von Dr. Marien.
Mein Vater hatte früher einmal in einer Wiese ein wenig von unserem Grundstück entfernt einen alten Bauwagen mit einer vorgebauten Voliere. Darin hielt er einige alte Reisetauben, Weibchen, auch mal Zuflieger usw. Die Tauben bekamen Regenwasser in die Tränke, bekamen billigen Grit und das billigste Futter und manchmal - gerade jetzt in der Erntezeit - auch für einen längeren Zeitraum nur reinen Weizen vom Bauern nebenan und vielleicht etwas Raps etc. Am Ende mauserten diese Tauben nicht schlechter als unsere Reise- und Zuchttauben, die wir viel "besser" und gehaltvoller versorgt hatten.
Es wird aus meiner Sicht viel zu viel Aufhebens um den natürlichen Prozess der Mauser gemacht. Es ist ein völlig normaler Vorgang für die Taube, der sicherlich auch belastend ist. Deswegen brechen gerade in der Mauserzeit auch Krankheiten wie Paratyphus oder Ornithose gerne einmal aus. Aber dem kann man mit entsprechender Hygiene, mit einer Kotprobe oder einer tierärztlichen Untersuchung um diese Zeit schon einmal sehr gut vorbeugen. Wenn die Tauben dann ausreichend Mineralien täglich frisch, dazu von Zeit zu Zeit etwas tierisches Eiweiß und ein normales, nicht zu teures Mischfutter, vielleicht hier und da ergänzt um einige Sämereien bzw. fett- und eiweißhaltige Körner wie Hanf oder Raps bekommen, dann mausern sie ausgezeichnet und problemlos.
Alles darüber hinaus in der Versorgung mit den Empfehlungen ständig irgendwelche hochwichtigen Beiprodukte und dies und das an die Tauben zu geben ist im Zweifelsfall eher belastend für die Tauben und teuer für den Geldbeutel des Züchters. Die Tauben fliegen im Folgejahr keinen Preis mehr und züchten keinen Funken bessere Jungtiere, wenn man ihnen in der Mauserzeit ständig etwas ins Wasser gibt oder ans Futter rührt.
Wichtig hingegen ist tatsächlich ein Bad ein oder zwei Mal in der Woche. Für die Federqualität und v.a. für das Wohlbefinden der Tauben.
Gestern abend war ich dann mit einem Züchter, der einen Gutschein einlösen wollte, mal wieder beim Sportfreund Marc Musiol im Münsterland. Marc und ich kennen uns seit einigen Jahren und ich habe von ihm schon wirklich gute Tauben bekommen. Er hat einen top besetzten Zuchtschlag und fliegt mit seinen Reiseweibchen im Regionalverband 408 ganz ausgezeichnet. V.a. viele Spitzenpreise sind das Markenzeichen seiner Tauben. Wir wurden toll empfangen und hatten zwei sehr kurzweilige Stunden auf Marcs wunderschönem Grundstück und seinen recht neuen, sehr funktionellen Taubenschlägen. Selbstverständlich bekamen wir auch mehrere hervorragende Reise- und Zuchttauben in die Hand und wieder einmal konnte ich feststellen, dass hervorragende Reiseergebnisse einfach auch mit der Qualität der Tauben zusammenhängen. Man fühlt das einfach an den Tieren. Sie sind anders als Durchschnittstauben. Nicht jede Taube, die sich toll anfühlt und gut aussieht ist ein As. Aber eine Taube, die in der Hand nicht gefällt und deren Federwerk nicht so gut ist etc. wird noch viel seltener ein As. Es gibt überall Ausnahmen von der Regel. Trotzdem ist meine Erfahrung, dass die meisten Topper einfach andere und bessere Qualitäten haben als die weniger guten Tiere.
 

Mittwoch, 09.09.2026
Sascha am 09.09.2026 um 18:16 (UTC)
 Ende der Woche bekomme das Futter, welches ich während der Mauser und den ganzen Winter über füttern werde, wenn die Reste des Reise- und Zuchtfutters, die ich im Moment in einer großen Tonne zusammen gemischt habe, aufgebraucht sind. Ich hatte letztens schon einmal geschrieben, dass hier kein Mauserfutter gefüttert wird und dass ich denke, dass die Tauben weder ein solch spezielles Futter benötigen, noch besonders viele Beiprodukte etc. Sehr regelmäßig ein Bad, täglich eine handvoll frische Mineralien und zwei Mal die Woche die Pulver von Dr. Marien reichen meiner Ansicht nach völlig aus um die Tauben gut durch die Mauser zu bekommen.


Unser Futter in Herbst und Winter.

Auf einer niederländischen Seite eines sehr erfolgreichen Züchters las ich jetzt, dass der Züchter direkt nach dem nun anstehenden letzten Flug selektiert und dann unmittelbar mit Medikamenten eine längere Kur gegen Paratyphus durchführt, um danach dann all seine Tauben mit einem Totimpfstoff gegen Salmonellen zu impfen. Das ist ein Vorgehen was in unseren westlichen Nachbarländern immernoch von sehr vielen Sportfreunden praktiziert wird.
Ich denke, dass das in der Form überhaupt nicht notwendig ist. Salmonellen sind sehr widerstandsfähig und oft auch mit blinden Kuren über zehn oder vierzehn Tage kaum gänzlich auszurotten (wenn sie denn im Bestand sind).
In einem Interview in De Duif sagte Dr. Fernand Marien zum Thema Salmonellen folgendes:
"Wenn es ein echtes Problem gibt, muss man natürlich eingreifen. Solange meine Tauben gesund aussehen, untersuche ich sie nicht einmal; aber wenn Sie Zweifel haben, lassen Sie eine Kotuntersuchung machen – dann wissen Sie es genau. Nach der Untersuchung kann man sogar ein maßgeschneidertes Medikament für die Behandlung herstellen lassen, sodass man sicher sein kann, dass es optimal wirkt. Man sollte niemals blindlings eingreifen – ein Eingriff bedeutet ja eine Antibiotikabehandlung. Und wenn diese nötig ist, muss man sicherstellen, dass sie lange genug dauert; sonst bringt sie nichts. Eine solche Behandlung zerstört jedoch alles; die guten Darmbakterien werden schneller vernichtet als die schlechten. Nach einer solchen Kur ist das Innere des Vogels völlig ruiniert – die gesamte Darmflora ist zerstört und muss erst wieder aufgebaut werden. Oft treten die eigentlichen Probleme erst zwei Wochen nach der Behandlung auf. Die Tiere haben keine Abwehrkräfte mehr, die Darmflora funktioniert noch nicht richtig, und genau dann setzen Infektionen ein."
Das ist für mich sehr richtig und schlüssig und insofern lasse ich jetzt auch in Kürze eine Kotprobe untersuchen und die Tauben bekommen lediglich über fast drei Wochen das Produkt Bony Previsal.über das Trinkwasser. Das Previsal besteht aus Mono-, Di- und Triglyceriden von Propionsäure und Buttersäure. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Glyceride zur Reduzierung von Salmonellen-Infektionen beitragen und eine natürliche Verteidigungslinie gegen Salmonellen bilden, denn diese Glyceride haben starke antibakterielle Eigenschaften. Sie dringen in die Zellwände von pathogenen Bakterien wie Salmonella ein und zerstören diese.
Es gibt inzwischen von fast allen Herstellern von Beiprodukten Mittel, die auf Basis dieser Glyceride hergestellt und sehr gut wirksam sind. Wir praktizieren dieses Vorgehen nun seit mehreren Jahren und es gefällt und allemal viel besser als "vorbeugend" über zehn oder vierzehn Tage Medikamente zu geben, von denen man nicht einmal weiß ob sie tatsächlich wirken.
 

Dienstag, 08.09.2026
Sascha am 08.09.2026 um 17:01 (UTC)
 Heute Nachmittag ist eine junge Täubin vom Flug ab Karlstadt am 27.08. heimgekehrt. Sie hatte abgewaschene Füße und etwas an Gewicht verloren. Aber insgesamt ist sie in einem ordentlichen Zustand und wird sich bald erholen. Ich denke, dass es nicht die letzte Jungtaube sein wird, die noch heimkehrt, aber allzu viele fehlen uns auch von den letzten sechs oder sieben Flügen nicht. Im Gegenteil: die Verluste auf der Jungtierreise waren für unseren Schlag tatsächlich sehr gering und vermutlich werden von den wenigen fehlenden Jungtieren die Mehrheit ein Opfer der Greifvögel geworden sein.
Am Rande des One-Loft-Races am vergangenen Wochenende habe ich mich mit verschiedenen Sportfreunden unterhalten, die allesamt noch berufstätig sind. Letztlich sind die andauernden Flugverlegungen und Verschiebungen auf der Alt- und Jungreise bei all diesen Züchtern ein Thema. Ein Sportfreund, der noch im vergangenen Jahr überaus erfolgreich mit einem kleinen Bestand gereist hat, erklärte, dass er im kommenden Jahr nur noch an One-Loft-Races teilnehmen wolle und nicht mehr an den Flügen seiner RV. Er habe auf diese ständige Verschieberei einfach keine Lust mehr. Ich kann es verstehen. Ein anderer Züchter, der auch als Flugleiter tätig ist, erläuterte dann seine Sicht auf die Reisesaison und dass es manchmal nicht so einfach sei richtige Entscheidungen im Sinne der Tauben zu treffen. Ich erklärte dann, dass ich weiter der Meinung bin, dass wir feste Einsatztermine brauchen und brachte das Beispiel des Reiseplans in den Niederlanden und sagte, dass es vielleicht sinnvoll sei immer freitags einzusetzen und dann zur Not, wenn am Samstag das Wetter schlecht ist, auf Sonntag oder gar Montag stehen zu bleiben. Der Sportfreund, der auch als Flugleiter und RV-Vorsitzender engagiert ist, brachte dann (richtigerweise) den Kostenfaktor ins Spiel und auch die Frage, ob das für die Fahrer alles immer so möglich sei.
Es ist sicherlich nicht so einfach alle Sportfreunde einer RV oder eine Transportgemeinschaft zufrieden zu stellen. Aber man muss es diskutieren und nach Lösungen suchen. Und das geht immer nur gemeinsam in den RVen, Fluggemeinschaften und Regionalverbänden. Und zuvorderst sollte immer das Wohl der Tauben und die Zufriedenheit der Mehrheit der Züchter stehen und nicht irgendeine Meisterschaft.
In den Gesprächen zeigen sich insbesondere die berufstätigen Züchter enttäuscht darüber, dass unsere Verbandsspitze keinerlei Anstrengungen zu unternehmen scheint hier endlich Lösungen zu finden. Stattdessen gibt es (wie vor zwei Jahren) solch irrsinnige Vorschläge alle Wochentage für Preisflüge frei zu geben oder es werden immer weitere (überflüssige) Meisterschaften aus dem Boden gestampft oder die Bedingungen angepasst.
WIe wichtig man diese Meisterschaften nimmt dokumentiert sich auch an den vielen Kontrollen (beim Einsatzgeschäft oder auf Dopind etc), die unser Verband in diesem Jahr in vielen Regionalverbänden durchgeführt hat. Als gäbe es nichts Wichtigeres. Ich will es ganz klar sagen: wer im Brieftaubensport betrügen will, der schafft es auch. Da helfen zig Kontrollen nichts. Es gäbe viel wichtigere Dinge als diese ewigen Kontrollen, die zu nichts führen. Aber mein Eindruck ist: auch da geht es letztlich immer nur um den Kommerz. Solange wir unser Hobby aber nicht von den Züchtern aus denken, die einfach nur mit mehr oder weniger Erfolg an der Reise teilnehmen möchten, wird die Unzufriedenheit immer größer werden. In dem Punkt waren auch die Sportfreunde, mit denen ich diskutiert habe, einig. Leider ist bei allen diesen Züchtern in den letzten zwei, drei Jahren der Eindruck entstanden, dass unser Verbandspräsidium genau an der Stelle genau andersherum denkt und zuvorderst Interesse daran hat den Brieftaubensport in Deutschland so lange es noch geht weiter zu kommerzialisieren.
 

Montag, 07.09.2026
Sascha am 07.09.2026 um 03:07 (UTC)
 Unser letzter Preisflug der Jungtaubensaison ist einwandfrei über die Bühne gegangen. In gut einer Viertelstunde waren die Preise vergeben und ich denke, dass kaum irgendwo groß Tauben fehlen. Für uns selbst war es vom Ergebnis her ein schlechter Flug. Wir bekommen eine sehr frühe Taube, die in der RV den 10. Konkurs fliegt und dann kommt 12 Minuten lang keine Taube und der Konkurs ist beendet. Danach kamen unsere Tiere dann aber sehr zügig. Das ist alles kein Drama. Ich weiß dass es gegen verdunkelte und gut privat trainierte Jungtauben schwer ist anzufliegen. Hinzu kommt, dass ich die Jungtauben zuletzt recht gehaltvoll und vermutlich auch insgesamt ein wenig zu viel gefüttert hatte. Da fehlen dann schon mal ein paar Minuten. Aber das ist nicht so entscheidend, denn es ging nur darum, dass die Tauben noch einmal etwas lernen. Dieses sieht man auch an unserer GPS-Taube, die dieses mal auf recht geradem Weg Richtung Heimat geflogen ist, aber dann, wie schon beim Flug in der Vorwoche, ein wenig zu weit östlich eingeflogen ist und damit einige, wenige Minuten nach dem Konkurs zuhause ankam. Da ich arbeiten musste habe ich auch insgesamt nicht so sehr viel von unseren Jungtauben sehen können, aber auch das nicht in diesem Fall nicht so wichtig.
Nach dem Abschlagen unserer Uhr bin ich dann gleich nach Geseke-Mönninghausen gefahren wo der Endflug des Corvey-One-Loft-Race über etwa 290 Kilometer stattfand. Das Ergebnis dieses Rennens entschädigte mich dann für das schlechte Ergebnis beim RV-Preisflug, denn unsere Taube 2597-26-138 (siehe Foto) dort kam mit dem ersten Schwarm an und errang am Ende einen sehr schönen 7. Platz. Die Täubin stammt aus einem Sohn unseres 526 (14.A-Vogel BRD 2020) x einer Halbschwester unseres 150 (8. AS-Vogel in Westfalen 2021).
Noch erfreulicher war, dass gleich zwei weitere Jungtauben dort unter den ersten 10 Tauben aus unseren Linien kommen. Auf Platz 9 (und gleichzeitig 4.AS-Taube über alle Preisflüge) platzierte sich ein Jungtier der Sportfreunde Heinz und Jens Reinecke aus unserer RV. Der Vater dieser Taube kommt aus unserem Zuchtschlag und stammt aus einem Halbbruder unseres 526. x einer Tochter unseres 447, der 2017 RV-bester Vogel wurde. Die Mutter der Taube wiederum stammt aus einer Schwester unseres 575, der 2020 15. bester Jähriger Vogel in Westfalen wurde.
Und zur Krönung errang der Sportfreund Michael Kemper ( kemper racing pigeons germany" ) den 2. Platz bei diesem Rennen mit einer Taube, die direkt aus einer Halbschwester unseres 526 kommt. Drei Tauben aus der Linie unseres 526 unter den ersten 9 Tauben beim Finalflug dieses OLR - ich denke da kann man nicht meckern.








2597-26-138 - 7. Platz Endflug Corvey-One-Loft-Race
 

Sonntag, 06.09.2026
Sascha am 06.09.2026 um 05:36 (UTC)
 Zu unserem letzten Jungtier-Preisflug ab Erlangen habe ich gestern noch einmal 18 Jungtiere eingekorbt. Es sind in erster Linie Jungtauben aus Verpaarungen, wo ich von den Elterntieren noch sehr wenig über ihre Vererbungsstärke weiß. Die Jungtauben sollen noch einmal einen Flug bestreiten und zeigen dass sie gut nach hause kommen können. Ob am Ende Preise in der Preisliste dabei herum kommen ist mir nicht so wichtig.
Insgesamt sind in unserer Reisevereinigung zu diesem letzten Flug, an dem vier der fünf RVen in unserem Regionalverband teilnehmen, noch etwa 560 Jungtauben eingesetzt worden. Das ist doch noch eine recht ordentliche Zahl und es sind deutlich mehr Tauben als zum letzten Preisflug im vergangenen Jahr.
Wenn der Flug heute, was ich hoffe, normal verläuft, werde ich ab morgen ganz langsam über mehrere Wochen hinweg die Belichtung der Jungtauben herunterfahren. Da ich den Jungtieren, so wie es die Zeit, das Wetter und die Greifvögel zulassen, noch gerne weiter Freiflug geben möchte, möchte ich durch das langsame Ausschleichen der Belichtung verhindern, dass sie sofort extrem in die Mauser fallen und zu viel Deckgefieder mausern. Es soll alles langsam vonstatten gehen, sodass die Tauben noch einige Zeit ihre Fluglust behalten. Insgesamt tendiere ich mehr und mehr dazu allen Tauben, die im kommenden Jahr an der Reisesaison teilnehmen sollen, auch über den Herbst und Winter immer mal Freiflug zu geben. Das funktioniert selbstverständlich nur, wenn nicht bei jedem Freiflug ein Greifvogel seine Attacken startet. Im vergangenen Frühjahr war es bei uns mit den Habichts-Angriffen so extrem, dass die Tauben einfach nur noch Angst hatten, nicht aus dem Schlag wollten und entsprechend auch überhaupt nicht in eine richtige Flugform kamen. Aber im Frühjahr ist man mit Blick auf die Altreise ja fast genötigt die Tauben jeden Tag in den Freiflug zu lassen. Wenn es gelingt durch mehr oder weniger regelmäßigen, freiwilligen Freiflug am Haus die Flug-Verfassung der Tauben über den Winter etwas besser zu halten, dann habe ich im Frühjahr, wenn der Habicht vielleicht wieder so aktiv wird, nicht so einen Druck die Tiere ständig herauslassen zu müssen. Das sind jedenfalls aktuell meine Überlegungen. Es wird sich zeigen wie das alles am Ende funktioniert.
 

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