| | Heute am späten Nachmittag setzen wir unsere Tauben zum dritten Preisflug ab Lauf an der Pegnitz ein. Das Wetter sollte morgen gut werden. Heute sind ist das Wetter ebenfalls prima und die meisten Kabis sind heute schon unterwegs und stehen an ihren Auflassorten.
Unsere Witwervögel haben gestern abend noch ordentlich trainiert und sie fressen derzeit auch sehr gut und mit großem Appetit. Die Form scheint gut zu sein, aber ob es dann auch morgen für ein gutes Ergebnis reicht weiß ich schlecht einzuschätzen. Insgesamt denke ich allerdings dass die Tauben gut vorbereitet sind.
Gestern gab es noch einmal eine Meldung unseres Verbandes über das Auftreten der Newcastle-Krankheit bzw. Paramyxo-Infektionen im Land Brandenburg. Dort dürfen aktuell leider keine Tauben eingesetzt oder aufgelassen werden. Besonders das Verbot des Einsetzens ist für die betroffenen Sportfreunde und RVen dort selbstverständlich eine Katastrophe. Auflässe kann man so organisieren, dass man die Starts auf Auflassorte ausserhalb des Landes Brandenburg verlegt. Aber wenn das Einsetzen nicht möglich ist, dann hat mein ein echtes Problem.
Das ganze Dilemma zeigt sich heute dann aber auch darin, dass heute nun Kabis am Rand von Brandenburg, also im Bundesland Berlin beispielsweise zum Auflass stehen. Berlin liegt mitten in Brandenburg und dort kann man dann starten, in Brandenburg selbst aber nicht. So ist es leider im deutschen Behördendschungel.
Was aber v.a. als Lehre aus der aktuellen Situation für uns Brieftaubenzüchter bleiben sollte ist, dass man sich darum kümmert, dass der eigene, gesamte Bestand gegen Paramyxo geimpft ist und die Impfung auch jährlich wiederholt wird. Darüber hinaus ist es wirklich wichtig darauf zu achten, dass hinzugeholte Tauben entweder bereits geimpt sind oder aber sofort geimpft werden.
Ein Sportfreund berichtete mir in dem Zusammenhang gestern, dass seine Jungtauben Anzeichen der sogenannten Jungtierkrankheit zeigen. Er hatte sich auch vor einiger Zeit einige Jungtiere von anderen Schlägen geholt und er hat die gesamte Jungtaubenmannschaft dann am vergangenen Wochenende impfen lassen gegen PMV/Rota. Nun fielen mehrere Jungtiere durch schlechten Kot und etwas apathisches Verhalten auf. Interessanterweise hatte ich am Tag zuvor noch mit Dr. Dennis Rubbenstroth, der ja immernoch zur Jungtaubenkrankheit forscht, genau über solch einen Fall aus früheren Jahren, der mir bekannt ist, gesprochen. Es steht zu vermuten, dass durch das Zusammenführen der Jungtauben aus verschiedenen Beständen unterschwellig Infektionen in den Bestand getragen werden und dann in einen latent infizieten Bestand hinein geimpft wird und es dann zu Erkrankungsfällen kommt.
Die Impfung bietet da durchaus einen guten Schutz und wenn man relativ zeitnah zur Anpaarung auch die Zuchttauben gegen PMV/Rota (besonders die Zuchtweibchen) impft, dann hat man über die Weitergabe der Antikörper über das Ei eine recht große Wahrscheinlichkeit, dass man die sogenannte Jungtaubenkrankheit nicht in seinem Bestand beklagen muss.
Unsere Jungtauben der ersten Zucht sind bereits ein Mal gegen PMV/Rota geimpft. Sobald die letzten Jungtiere der zweiten Zucht abgesetzt sind wird die erste Runde das zweite Mal geimpft und gleichzeitig auch die zweite Zucht. Diese zweite Impfung wird dann drei Wochen später auch nochmals wiederholt. Mit diesem Vorgehen sind wir die letzten sieben Jahre hervorragend gefahren und hatten keine Jungtaubenkrankheit im Bestand. Und ich kann sagen dass wir einer der ersten Schläge, wahrscheinlich sogar der erste Schlag waren, der in Deutschland überhaupt gegen die Jungtierkrankheit geimpft hat.
Diese Impfungen gegen Paramyxo und Rota sind wichtiger als alle anderen Impfungen, denke ich. Wer obendrein noch gegen Salmonellen impfen will oder Pocken, der macht da sicherlich auch einiges richtig. Weitere Impfungen wie Paramyxo-Herpes-Adeno (PHA) oder Circoviren oder Mycoplasmen und was es da sonst noch alles so gibt, erscheinen mir allerdings weitgehend nutzlos und überflüssig. | | | |
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