| | Dieses Flugwochenende ist einmal mehr ein Beispiel dafür was mir persönlich den Brieftaubensport immer schwerer erträglich macht. Nachdem unsere Tauben ihre Krankheit soweit überstanden hatten und seit dem vergangenen Dienstag keine neuen Erkrankungsfälle dazu gekommen waren habe ich versucht die Vögel wieder in eine ordentliche Flugverfassung zu bringen. Sie wurden für einen 400-Kilometer-Flug vorbereitet und auch wenn die Forn sicherlich nicht so da war, wie es sein kann, zeigen sie sich aktuell doch in ordentlicher Verfassung.
Am vergangenen Donnerstag dann wurde der geplante Flug dann vom Sonntag auf den Montag verschoben, da die Wetteraussichten für den Sonntag zu schlecht waren. Gleichzeitig wurde mitgteilt, dass der Flug um etwa 40 Kilometer verkürzt werden sollte. U.a. wahrscheinlich, weil die andere Gruppe unseres Regionalverbandes (es sollte ja jetzt ein gemeinsamer Auflass erfolgen) in der zurückliegenden Woche einen recht schweren Flugverlauf über 300 KM hatte. Das Alles war für mich insofern schlecht als dass wir am Sonntag durch einen ganz lieben Freund eingeladen waren und ich aus diesem Grund Probleme mit der Einsatzzeit am Nachmittag bekam. Dieser Freunde hatte uns schon vor einiger Zeit eingeladen und ich hatte damals, wie wir Brieftaubenzüchter so sind, gesagt: "Ja, an dem Tag kommen die Tauben vom Flug. Das wird vielleicht schwierig, aber ich bekomme das schon irgendwie hin." Ich hatte aber nicht damit gerechnet, dass der Flug und die Einsatzzeit verschoben wird.
Als Weiteres kam dann kurzfristig hinzu, dass ich auf der Arbeit von Samstag auf Sonntag eine Nachtschicht eingeschoben hatte, da ein Kollege kurzfristig nicht da war.
Also war der Plan: wenig Schlaf, zum Freund fahren, irgendwie dort wieder frühzeitig weg fahren und die Tauben einsetzen.
Es war dann aber auch am Samstag und spätestens am Sonntag morgen schon klar, dass das Wetter für einen Auflass in Parsberg auf 360 KM schwierig werden könnte. Ich habe dann am späten Vormittag, nachdem ich etwa geschlafen hatte und wir dann los wollten zu unserer Einladung, unseren Flugleiter angerufen und gefragt was er denkt. Er sagte mir, dass er aufgrund des Regionalfluges ja nicht wirklich zuständig sei - das seit Thema anderer Flugleiter im Regionalverband und dass das Wetter nicht so einfach sei, aber dass er denke, dass man vielleicht am Montag gegen 10 Uhr in Pasberg auflassen könne.
Ich habe dann wirklich hin und her überlegt was ich mache. Hinzu kam, dass unsere Tauben zwar anscheinen fit waren und sind, aber mir ihr ganzes Benehmen einfach nicht gefällt - ich werde morgen noch einmal genauer darüber schreiben.
Kurzum: ich habe dann entschieden die Tauben nicht zu setzen und mir einfach einen schönen Sonntag mit der Familie und Freunden zu machen. Das ist mir alles nicht leicht gefallen, aber irgendwann ist es auch mal gut und andere Dinge sind wichtiger als die Brieftauben zu schicken.
Abends, kurz bevor ich ins Bett ging, kam dann noch die Mitteilung, dass der Regionalflug für den heutigen Montag aufgelöst ist. Die Nordgruppe plane nach Erlangen zu fahren, unsere Gruppe fahre nach Lauf an der Pegnitz. Zu diesem Zeitpunkt rollten die Kabis bereits über die Autobahnen.
Da konnte ich doch wirklich nur noch den Kopf schütteln. Denn diese Entscheidung hätte auch schon allerspätestens am Sonntag Vormittag getroffen werden können.
Aber es geht da natürlich auch um Zuständigkeiten: wenn die Kabis rollen, dann entscheiden die Flugleiter. Wenn ein Flug im Vorfeld verlegt wird, dann entscheidet ein anderes Gremium.
Alle Entscheidungen, die an diesem Wochenende getroffen wurden, sind für mich inhaltlich erst einmal nachvollziehbar. Die Verlegung des Fluges, die geplante Verkürzung des Regionalfluges, die Auflösung des Regionalfluges und damit verbunden die nochmalige Verkürzung des Fluges. Es ist alles ok so wie es ist. Aber ganz ehrlich: wer soll solch einen Zirkus denn noch mitmachen?! Hätte man frühzeitig am Donnerstag aufgrund des Wetters und der anderen Umstände gesagt: der Regionalflug ist für dieses Wochenende aufgelöst, die Gruppe Nord fährt Montag nach Erlangen und die Gruppe Süd fährt nach Lauf, dann wäre das eine klare und nachvollziehbare Sache gewesen. Die Einsatzzeiten hätten daran angepasst werden können und alles wäre ok gewesen. So ist es wieder einmal nur ein Durcheinander. Und ich frage mich: wofür das Ganze?!
Ich bin wirklich durch mit diesem deutschen Brieftaubensport. Eine FSK beschränkt die Flüge für ganz Deutschland in ihrer Entfernung, obwohl es für mehrere Regionen nicht nötig gewesen wäre. Bei uns war im Grunde seit letzter Woche klar, dass die Nordgruppe gerne einen kürzeren Flug will, aber das die Südgruppe eher nicht wollte, Dann wurde ein Kompromiss gesucht und gefunden und die Strecke verkürzt. Dann wurde die Einsatzzeit auf Sonntag und dann der Flug auf Montag veschoben. Dann wurde die Strecke nochmals verkürzt. Und ich soll das mit Familie, Freunden und meiner Arbeit alles in Einklang bringen und mein Leben um einen Taubenflug herum organisieren, der dann auch (für mich persönlich) keinerlei Wertigkeit hat, sondern nur gemacht wird, weil eben ein Flug gemacht werden muss? Nein, ganz ehrlich: das möchte ich nicht mehr und das mache ich nicht mehr. Das gibt es alles in keinem anderen Hobby und ich habe keine Lust mehr auf diese Dinge. Ich habe an der Stelle nicht mehr die Zeit und den Ehrgeiz mich für dieses sogenannte Hobby quer zu legen und mein halbes Leben daran anzupassen. Wer das kann und will, der soll es gerne tun. Es ist ok. Aber ich möchte das einfach persönlich nicht mehr. Irgendwann ist es zu viel und steht in keinem Verhältnis mehr zu anderen wichtigen Dingen in meinem Leben. | | | |
|