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Sonntag, 23.08.2026
Sascha am 23.08.2026 um 18:03 (UTC)
 Da wir nun heute keinen Flug hatten und die Tauben erst am frühen Abend für den morgigen Flug einsetzen mussten, bin ich in der Mittagszeit nach Geseke-Mönninghausen gefahren. Dort findet in diesem Jahr wieder ein kleines One-Loft-Rennen statt. Die Tauben werden mit den RV-Tauben der RV Geseke im Programm aufgelassen bzw. dann auch in der entsprechenden Fluggemeinschaft. Heute fand dort ein Flug über gut 190 Kilometer statt und ich habe mit dann die Ankunft der Tiere dort angesehen. Die Tauben kamen gut, aber nicht in größeren Schwärmen an. Insgesamt war es aber ein glatter Flugverlauf. Was mir auffiel: praktisch keine einzige Taube kam "aus der Richtung". Alle Tiere kamen von hinten wieder zurück. Bereist wird dort die Südwest-Richtung und der Wind wehte, nicht stark, aber spürbar, aus Nordwest. Die Tauben werden, so vermute ich, insgesamt alle südlich überflogen haben und kamen dann von hinten wieder. Das ist grundsätzlich ja kein Problem, allerdings war es für mich schon wirklich extrem zu sehen, dass keine einzige Taube auch nur annähernd aus der richtigen Richtung kam. Das ist einfach meiner Meinung nach das Problem auf der Südwest-Richtung. In aller Regel gewinnen dort immer die Schläge bzw. Züchter mit den längeren Vermessungen. Das ist im Jungflug so und auf der Altreise ist es, wenn man mal über Jahre die Preislisten auswertet, in der Regel nicht viel anders. Aber für ein One-Loft-Race spielt es am Ende ja keine Rolle und es war schön anzusehen, dass die Tauben gut und fit wieder zuhause eintrafen und jetzt am Abend fehlen dort auch nur sehr wenige Tiere.
Als ich dann wieder zuhause war und kurz nach unseren Jungtauben geschaut habe, konnte ich feststellen, dass die Jungtaube, die mir vom ersten Preisflug noch fehlte und die am 12.08. in Korbach gemeldet worden war, auch wieder im Schlag saß. Ursprünglich war geplant die Taube über Sportfreunde zurück zu transportieren, aber die Täubin war ihrem Melder entwischt und nun ist sie auch wieder zuhause und hat die 45 Kilometer aus Korbach im Flug bewältigt. Das ist mir natürlich noch mal lieber und es ist schön, dass auch dieses Tier wieder da ist.
Jetzt hoffe ich, dass auch der morgige Flug über 200 Kilometer glatt und ohne größere Verluste verläuft. Leider weiß man das gerade bei Jungtauben nie. Man kann einfach nur die Daumen drücken, dass der Flug einen normalen und guten Verlauf nimmt.

 

Samstag, 22.08.2026
Sascha am 22.08.2026 um 04:38 (UTC)
 Im Lauf des gestrigen Nachmittags erhielten wir die Information, dass unser nächster Preisflug nicht morgen am Sonntag, sondern erst übermorgen stattfinden soll. Der Grund für die Verlegung ist in diesem Fall nicht das Wetter, sondern schlichtweg die Tatsache, dass unser Fahrer aufgrund eines beruflichen Bereitschaftsdienstes von Samstag auf Sonntag verhindert ist. Unser Fahrer macht tatsächlich während der Saison vieles möglich um neben seiner Arbeit unsere Tauben stets pünktlich zu den Auflassorten zu fahren, aber in diesem Fall war es leider nicht machbar seinen Bereitschaftsdienst noch zu tauschen.
Grundsätzlich ist das kein Problem, denn das Wetter scheint auch am Montag gut zu werden. Aber Montag sind wir als Reisevereinigung fast alleine unterwegs und das ist bzgl der Greifvogelangriffe auf der 200-Kilometer langen Strecke dann vielleicht schon ein Problem. Mir ist es immer am Liebsten, wenn die Auflässe zu einem Zeitpunkt stattfinden können, wenn auf unserer Südost-Richtung möglichst viele andere RVen unterwegs sind. Andererseits ist es manchmal, speziell auf der Jungtierreise, gar nicht falsch wenn nicht dauernd auch noch Tauben in anderen Richtung kreuz und quer fliegen, wie es leider im deutschen Brieftaubensport üblich ist. Diese zig unterschiedlichen Flugrouten sind ein großes Problem aus meiner Sicht. Je weniger Züchter und RVen wir haben, desto mehr Reiserichtungen beschicken wir in Deutschland. Vernünftig ist das nicht.
In der aktuellen "De Duif" ist ein sehr interessantes Interview mit Dr. Fernand Marien zu lesen. Man muss nicht alle Ansichten dieses erfahrenen Taubenzüchters und Taubentierarzte teilen. Aber auf jedem seiner Sätze kann man immer nur herauslesen, dass er schlichtweg viel von Brieftauben versteht, Er stellt stets die Taube in den Mittelpunkt. Hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, hinsichtlich ihrer Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger, hinsichtlich ihres Charakters usw.

Er zijn meer goede duiven dan goede melkers"

Würden alle Brieftaubenzüchter den Brieftaubensport so angehen wie es Dr. Marien immer wieder propagiert, so hätten wir im Taubensport viele Probleme weniger. Davon bin ich überzeugt. Und ich bin ebenfalls überzeugt davon, dass Dr. Marien mit seiner Aussage: "Es gibt viel mehr gute Tauben als gute Züchter." vollkommen richtig liegt.
So wie in der Leichtathletik, im Fußball oder im Radsport gibt es auch im Brieftaubensport Menschen mit viel Talent und Menschen mit weniger Talent. Vieles kann man sich durch Fleiß und Interesse erarbeiten und erlernen. Aber das Talent zur Taubenbeobachtung und dazu aus den Beobahtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen scheint mir nicht jedem gegeben zu sein.
Im Brieftaubensport kann man aus meiner Sicht aufgrund unserer Bestimmungen, Meisterschaftsbedingungen usw. heutzutage mit sehr viel Fleiß und Geld durchaus erfolgreich sein, alle Meisterschaften gewinnen usw. Aber gute Tauben züchten, mit einem relativ kleinen Bestand erfolgreich sein, einen nachhaltigen Stamm aufbauen usw. - das können erfahrungsgemäß nur ganz wenige, wirklich talentierte Sporfreunde und diese reisen dann oft auch über Jahre und Jahrzehnte fast durchgängig erfolgreich. Von diesen Züchtern kann man, wenn man mit ihnen persönlich gut harmoniert, eine ganze Menge lernen. Dr. Marien ist einer dieser Sportfreunde von denen man so unendlich viel lernen kann.
 

Freitag, 21.08.2026
Sascha am 21.08.2026 um 04:44 (UTC)
 Aufgrund der Arbeiten an unserer Terrasse bekommen die Jungtauben derzeit etwas später Freiflug als sonst. Wenn die Arbeiter Feierabend gemacht haben lasse ich die Jungtiere so gegen 17 Uhr heraus. Dann steht der Ausflug für 90 Minuten oder zwei Stunden offen und die Tiere können tun und lassen was sie wollen. Meistens sind irgendwann alle in der Luft und fliegen, aber einige fliegen mehr und sind fast die volle Zeit draußen und im Freiflug und andere fliegen weniger und gehen schneller wieder in den Schlag, Ich schaue nicht genau welche Taube sie wie verhält und ob sie viel oder wenig fliegen. Viele, speziell mit Julngtauben erfolgreiche Sportfreunde führen teilweise ein sehr strenges Regiment mit ihren Tauben. Die Freiflug-, Trainings- und Fütterungszeiten werden recht exakt eingehalten, die Tiere müssen fliegen und trainieren, die Ausflüge sind dann geschlossen usw. Der Erfolg gibt diesen Züchter meistens recht. Hier machen wir da alles sehr viel anders und denken uns: gesunde Jungtauben trainieren freiwillig - und wenn nicht, dann ist das auch kein Weltuntergang. Das Wichtigste ist, dass die jungen Tauben sich hier wohl fühlen!
Wenn ich die Jungtauben gegen 18.30 Uhr oder 19 Uhr herein rufe sind meistens einige wenige Tauben im Schlag und die meisten draußen. So war es auch gestern und zu meiner Freude war unter den Tauben im Schlag auch das letzte, noch fehlende Jungtier vom vergangenen Sonntag. Die blaue Täubin muss in der Zeit wiedergekommen sein, in der unsere Jungtauben Freiflug hatten und ist dann eingesprungen. Sie hatte Futter im Kropf und war zwar nicht ganz rund, aber doch deutlich besser in Verfassung als die Jungtaube, die am Tag zuvor wiedergekommen war.
Ich finde es wirklich positiv, dass nun alle Jungtauben vom Flug am vergangenen Sonntag wieder zuhause sind. Von den vergangenen drei Flügen fehlt uns nun nur ein Jungtier, Diese wurde aber gemeldet und wird in Kürze hierher transportiert (ich hatte darüber geschrieben). Ich hoffe, dass die Verluste auch auf den weiteren Flügen gering bleiben. Das ist das Wichtigste!
Bzgl meine gestrigen Beitrags haben mir zwei Sportfreunde geschrieben: einer schreibt mir, dass er viele Jahre Flugleiter gewesen sei und seine Erfahrung sei, dass die Jungtauben-nicht zu früh auflassen dürfe, sondern erst, wenn die Temperaturen steigen und die Luftfeuchtigkeit sinkt. Ein anderer Sportfreund klagt darüber dass die Tauben wegen der angeblichen Inversionen viel zu spät aufgelassen würden und die hinteren Tauben dann in die Wärme und Hitze kämen und die Tauben dann nicht mehr nach kämen.
Da sieht man einmal wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema sind. Ich denke weiterhin, dass wir eigentlich reichlich und ausreichend Daten haben müssten um da zumindest weitgehend beurteilen zu können. Die Flugleiter müssen die Flüge inzwischen so ausführlich dokumentieren, dass man annehmen sollte, dass wir massenweise Datenmaterial hätten um relativ schnell klar stellen zu können welche Auflasszeiten für die Tauben, und ganz besonders die Jungtauben, die Besten sind. Aber scheinbar haben wir da bisher noch immer keine wirkliche Tendenz gefunden. Entweder sammeln wir also die falschen Daten oder aber wir haben reichlich Daten und werten sie nicht oder falsch aus. Aber wozu müssen die Flugleiter heutzutage so viele Angaben zu ihren Flügen machen, wenn wir am Ende nichts mit ihren Eingaben anstellen? Es kann doch nicht nur darum gehen am Ende, wenn ein Flug nicht gut verlaufen ist, eine mögliche Fehlerkette nachzuweisen oder andersherum nachzuweisen, dass den Flugleiter keine Schuld trifft. Wenn wir schon Daten sammeln und die Flugleiter teils viel Arbeit haben, dann sollten wir die Daten auch zielgerichtet nutzen.
 

Donnerstag, 20.08.2026
Sascha am 20.08.2026 um 05:00 (UTC)
 Gestern um kurz vor Mittag kam eine der beiden vom Flug am Sonntag fehlenden Jungtauben nach hause. Der gehämmerte Vogel aus der zweiten Zucht war zwar unverletzt, aber er hatte sich wirklich abgekämpft und viel an Gewicht verloren. Ich habe ihn erst einmal mit reichlich Futter versorgt und ihn alleine gesetzt. Den Vogel jetzt im Schlag zu belassen hätte keinen Sinn gemacht. Er muss sich erst einmal erholen. Aber solche Tauben weiß ich sehr zu schätzen, denn er hat bewiesen, dass er den Willen hat nach hause zu kommen. Man weiß leider nicht was der Taube vielleicht unterwegs zugestoßen ist, wo sie gesessen hat und aus welcher Entfernung sie sich schließlich nach hause gekämpft hat. Aber eines weiß ich sicher: auch wenn ich diesen jungen Vogel auf der Jungreise nicht mehr reisen kann, so verbleibt er doch auf jeden Fall hier im Schlag.
Gestern Abend hatte ich noch ein kurzes Telefonat mit einem Sportfreund der Reisevereinigung über die ich berichtet hatte, dass sie am vergangenen Sonntag einen Konkurs über sechs Stunden hatte, während andere RVen, die gleichzeitig aufließen und deren Tauben teilweise sogar im gleichen Kabinenexpress saßen, deutlich weniger schwierige Flüge hatten. Er kann sich diesen sehr speziellen und schlechten Flugverlauf auch überhaupt nicht erklären. Der Züchter hatte bereits zwei Taubenmeldungen von anderen Sportfreunden erhalten, bei denen die Tiere mit eingesprungen waren. Beide Tauben waren absolut in die richtige Richtung gezogen und saßen eine etwas westlich, die andere etwas östlich der direkten Strecke nach hause. Also zumindest bezogen auf diese beiden Tiere war da nichts auffälliges außer der Tatsache, dass sie nur etwa die Hälfte der Strecke geschafft hatten.
Auch am Montag waren Auflässe - dieses Mal auf der Südostrichtung - die sehr schwere Flüge mit zu vielen fehlenden Tauben nach sich zogen. Montag war das Wetter zumindest hier in der Region und weiter südöstlich wirklich schwierig. Die Flugleiter entschieden sich erst kurz nach Mittag oder am Nachmittag aufzulassen. Gerade Auflässe in der Mittagszeit halte ich für ein riesiges Problem. Mittags ruht die Natur. Mittags ruhen in der Regel auch unsere Tauben. Wenn man Jungtauben morgens zum Freiflug herauslässt und sie den ganzen Tag über machen lässt was sie möchten, dann sind während der Mittagszeit (also etwa von 12 - 14 Uhr) stets fast alle Tauben im Schlag verschwunden und ruhen. In dieser Zeit Tauben dann aufzulassen ist grundsätzlich immer schwierig. Wenn es dann noch so ist, dass das Wetter erst schlecht ist, dann besser wird und man unmittelbar nachdem das schlechte Wetter durchgezogen ist und die sonne herauskommt auflässt, dann ziehen die Tauben wohl (warum auch immer) nach dem Start nicht ins Helle hinein (und damit in Flugrichtung), sondern ins Dunkle - dort wo das schlechte Wetter ist. Das hat mir ein sehr erfahrener Flugleiter mal berichtet, als wir einen sehr schlechten Flug hatten bei dem unsere Tauben direkt nach dem Durchzug einer Schlechtwetterfront gestartet wurden.
Im Übrigens sind das alles Daten, die wir in unserem Verband gezielt sammeln müssten. Flugverläufe, Wetter, Wind, Fernsichten, Temperaturen usw. usw. Ich würde darauf wetten, dass wir damit durchaus ein großes Stück dazu beitragen könnten schlechte Flugverläufe zu vermeiden.
Genauso wie man bei der Erstellung der Reisepläne oft weitgehend gedankenlos Auflassorte wählt, die für einige Regionen aus topographischen Gründen kaum geeignet sind. Auch da sollte man doch Erfahrungswerte sammeln und nutzen.
Seit zwei Jahrzehnten sind Inversionen und Inversionswetterlagen ein Thema bei Brieftaubenauflässen. Hier in Deutschland sowieso. Aber auch in den Niederlanden und Belgien. In unseren westlichen Nachbarländen wird oft darüber gespottet, wenngleich die NPO in den Niederlanden sehr oft und wiederholt auf die möglichen Gefahren duch Inversionen hinweist und Auflässe erst später am Tag, wenn die Inversion sich aufgelöst hat, durchführen lässt.
Dass wir es aber in zwei Jahrzehnten nicht geschafft haben in Bezug auf Inversionen einmal Fakten zu schaffen, indem wir Daten sammeln und zusammentragen und Flugverläufe etc. analysieren - das ist schon traurig und ziemlich mittelalterlich. Zu einem großen Teil hätten wir längst wissen können und wissen müssen ob und wie sich Inversionen auf unsere Brieftauben auswirken.
Ich denke schon, dass es aufgrund verschiedener Umstände in der Umwelt für unsere Brieftauben insgesamt schwieriger geworden ist nach hause zu finden. Ich denke aber auch, dass so mancher verlustreiche Flug einfach hausgemacht ist, Nicht absichtlich, denn die Flugleiter geben sich doch große Mühe. Aber es passiert weil man es nicht besser weiß und Situationen falsch einschätzt. Wir könnten es aber alle, zumindest in Teilen, besser wissen, wenn wir einfach mal Daten sammeln, zusammentragen und analysieren würden. Auch mit diesen neuen Tracking-Ringen mit denen man Flugrouten von Tauben verfolgen kann. Letztlich sind wir an diesem Punkt einfach sehr schlecht organisiert und gehen nicht mit der Zeit.
 

Mittwoch, 19.08.2026
Sascha am 19.08.2026 um 05:49 (UTC)
 Persönlich sind mir die Preislisten der Jungtaubenflüge nicht so sehr wichtig. Ich freue mich selbstverständlich über gute Resultate, weil sie in der Regel zeigen, dass die Jungtauben gesund und in guter Verfassung sind. Aber die Jungtauben-Ergebnisse selbst sagen so gut wie nichts über die spätere Eignung einer Jungtaube auf der Altreise aus.
Ich studiere auch immer wieder gerne Preislisten anderer RVen und Regionalverbände. Gerade auf der Jungtierreise fallen mir da oft Serienergebnisse einzelner Schläge auf, welche teilweise ihre ganzen RV nach Belieben dominieren. Das sind für gewöhnlich Schläge, die sehr viel Aufwand mit den Jungtauben betreiben. Sie verdunkeln und/oder belichten ihre Jungtiere. Teilweise werden die Geschlechter getrennt. Es wird z.T. extrem viel privat mit den Tauben gefahren und auch die Versorgung mit Beiprodukten und/oder Medikamenten ist teils sehr umfangreich.
Wenn diese Züchter sich so viel Arbeit machen, dann ist es nur recht, dass sie auch den Erfolg entsprechend einfahren. Häufig sind auch Sportfreunde dabei, die ebenso erfolgreich auf der Altreise spielen. Über eines muss man sich aber klar sein: der Aufwand rund um die Tauben ist dann auf der Altreise bei diesen Züchtern um keinen Deut geringer.
Diese Züchter haben dann ihr System und das ist erfolgreich, aber eben auch entsprechend aufwändig, arbeits-, kosten- und zeitintensiv. Auch dagegen spricht gar nichts.
Allerdings sollte man sich als Züchter, der nicht so einen Aufwand um die Tauben betreiben kann oder will nicht vormachen, dass man sich bei den genannten Schlägen wirklich ernsthaft mit Tauben für den eigenen Bestand verstärken kann. Die Bestände dieser Sportfreunde sind oft über Jahre auf diese - ich nenne es mal - 24-Stunden-Rundumbetreuung ausgelesen und gezüchtet. Die Ergebnisse auf Alt.- und Jungreise entsprechend herausragend. Wer aber diese Betreuung nicht leisten kann, der kommt mit Tauben aus solchen Beständen in aller Regel nicht voran.
Das heißt nicht, dass dort keine guten Tauben sitzen oder dass man dort nicht auch gute Tauben bekommen könnte. Aber die Wahrscheinlichkeit ist einfach viel geringer, dass diese Tiere mit deutlich weniger Zeit-, Arbeits- und Geldaufwand wirklich erfolgreich sind.
Wolfgang Roeper sagte einmal: "Wenn du dir Tauben dazuholst, dann versuchst du es am besten bei einem hervorragend reisenden Schlag, der die Tauben noch "schlechter" hält als du es tust." D.h. letztlich, dass man sich Tauben holen sollte, aus denen man unter seinen eigenen Bedingungen vielleicht noch etwas herausholen kann.
Wie hier die Jung- und Alttauben geführt werden habe ich an dieser Stelle immer wieder beschrieben. Es würde in der Regel für uns überhaupt keinen Nutzen bringen Tauben irgendwo zu kaufen (ganz unabhängig vom Preis) wo auf Alt- und Jungreise Serienergebnisse am Stück hingelegt werden. Diese Resultate haben zuvorderst erst einmal nichts mit der Taubenqualität zu tun, sondern mit dem Einsatz und Engagement des Züchters und seinem entsprechenden Aufwand. Diese Tauben gehen hier bei uns unter, weil wir ihnen nicht das bieten an Aufwand, was sie auf ihrem Ursprungsschlag geboten bekommen.
Wenn nun also nach der Jungreise die Verkaufs- und Auktionssaison wieder los geht, dann sollte man sich schon Gedanken machen wo man sich Tauben holt, wenn man versuchen möchte sich zu verstärken. Wir sind hier immer am Besten mit Tauben gefahren von Sportfreunden, die nicht allzu viel Spektakel um ihre Tiere gemacht haben und einfach nur erfolgreich waren, weil die Qualität ihrer Tauben das hergab.
 

Dienstag, 18.08.2026
Sascha am 18.08.2026 um 04:30 (UTC)
 Es gibt gelegentlich Fugverläufe, die man einfach nicht erklären kann. Vor Kurzem hatte ich hier über einen Flug im Münsterland geschrieben, bei dem vier Reisevereinigungen gemeinsam gestartet hatten. Drei RVen hatten einen recht normalen Flugverlauf, eine weitere, die mitten zwischen diesen RVen etwas östlich liegt, hatte einen schlechten Konkurs mit einer Dauer von zweieinhalb Stunden.
Am vergangenen Sonntag (also vorgestern) gab es so einen Flug auch im Regionalverband 250 auf der Südwest-Richtung. Vier Reisevereinigungen lassen zusammen auf. Die Tauben waren, soweit ich weiß, in 2 gemeinsamen Kabis unterwegs. Die Konkurszeiten betragen bezogen auf die einzelnen RVen 19 Minuten, 27 Minuten, 34 Minuten und bei einer RV 6 Stunden und 36 Minuten. Dort sind bei einigen Sportfreunden teilweise über Stunden überhaupt keine Tauben heimgekehrt. Das Wetter war in Ordnung und die betroffene RV liegt etwa 10 KM süd-südöstlich von der RV mit 27 Minuten Konkurs. Ich bin nicht mit allen Details des Fluges vertraut, aber was da passiert ist, das ist mir volllkommen unerklärlich.
Ein Sportfreund aus einer anderen RV, die auch am Sonntag keinen leichten Flug auf der Südostrichtung hatte, reist drei seiner Jungtiere mit diesen neuen "Tracking-Ringen" bei denen man schon während des Fluges etwas zeitversetzt sehen kann wo die Taube in etwa hergeflogen ist. Ein Tier mit so einem Ring hat es nicht nach Hause geschafft. Er sieht aber weiterhin wo die Taube unterwegs ist. Er hat mir gestern immer wieder Daten geschickt wo das Tier ist. Es war unglaublich wie diese Taube immer wieder versucht hat loszufliegen, wie sie oft viele Kilometer geflogen ist, aber nicht den richtigen Weg fand und wie sie dann mehrmals am Tag zu einem Punkt zurück gekehrt ist, wo sie sich einmal länger niedergelassen hatte. Es ist hochinteressant das alles zu verfolgen. Aber auch frustrierend für den Züchter, wenn die Taube sich so bemüht in die Heimat zu fliegen, aber einfach nicht die passende Route einschlägt. Leider ist das Wetter auch nicht ideal und man kann nur hoffen, dass sie es vielleicht heute noch schafft.
Einige Verantwortliche hatten an diesem Flugwochenende entschieden mit ihren RVen den Flug auf dem gestrigen Montag zu veranstalten. Da die Wettervorheragen derzeit sehr ungenau sind und man irgendwann einfach auch eine Entscheidung treffen muss, kann es für die Flugleiter schon mal passieren, dass man freitags entscheidet den Flug auf den Montag zu legen und später dan feststellt, dass sich das Wetter ganz anders zeiigt, als es erwartet war. So mussten gestern einige RVen auf der Südost-Richtung wirklich sehr lange warten bis ein Auflass für einen relativ kurzen Flug möglich war. Es gab dann Flüge, die trotz es schwierigen Wetters gut funktioniert haben und andere Flüge, die auf recht geringer Entfernung dann wieder Verläufe mit bis zu zwei Stunden Konkurszeit nahmen mit vielen fehlenden Tauben am Abend. Was ich bei so schwierigem Wetter dann immer wieder feststelle: die Flugleiter tun sich extrem schwer damit zu sagen, dass man sich geirrt hat, dass das Wetter leider nicht gut ist und man zur Sicherheit lieber wieder in die Heimat fährt. Stattdessen wird dann irgendwann aufgelassen, wenn die Sonne mal kurz durch die Wolken blickt und gehofft, dass der Flug irgendwie gut geht. Gottseidank geht der Flug dann auch oft gut, weil unsere Brieftauben schon einiges leisten können. Aber leider nicht immer. Die Frage ist also: muss man das Risiko wirklich eingehen für einen Flug über 130 oder 150 KM oder wäre es nicht viel mehr im Sinne der Jungtiere frühzeitig zu sagen: wir fahren nach hause?!
Der Regionalverband 403 hatte übrigens seinen Flug auch auf den gestrigen Montag geschoben und die Tauben erst am Nachmittag auflassen können. Der Flug scheint gut verlaufen zu sein. Alles ist erst einmal in Ordnung. Aber dass es dieser Regionalverband seit Jahren nicht schafft seine Flüge ordnungsgemäß auf der Verbandshomepage einzutragen ist schon ein starkes Stück. Es scheint die verantwortlichen unseres Verbandes nicht zu interessieren, dass da Auflässe stattffinden, die im Auflass-Programm auf der Verbandshomepage weder im Vorfeld des Fluges noch am Flugtag eingetragen werden. Es wäre vielleicht an der Zeit solche Regionalverbände einmal von den Verbands-Auszeichnungen genauso auszuschließen, wie man RVen oder Regionalverbände ausschließt, die in verschiedene Reiserichtungen fliegen oder bei denen sich einzelne RVen nicht an den Regionalflügen beteiligen etc. Für mich entsteht einfach immer wieder der Eindruck, dass unser Verband an verschiedenen Stellen mit zweierlei Maß misst.
 

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