| | Heute werde ich in den Mittagsstunden zum Endflug beim Internationalen Uplandderby fahren und mir die Ankunft der Tauben dort ansehen. Dieses One-Loft-Race wird seit vielen Jahren von den Veranstaltern sehr vernünftig geführt und der Endflug ist immer eine sehr schöne Zusammenkunft von vielen Sportfreunden aus dem In- und Ausland. Egal wie man insgesamt zu One-Loft-Races steht so kann man doch feststellen, dass diese Rennen mit ihren Endflügen viele Brieftaubenfreunde zusammenführen, die sich treffen und kennenlernen können, die sich austauschen und miteinander feiern können. Selbst wenn jeder Teilnehmer selbstverständlich gerne gewinnen möchte, so ist doch bei diesen Rennen der Egoismus wesentlich geringer als in so mancher RV oder so manchem Regionalverband. Die One-Loft-Rennen sind wie sie sind und auch wenn es selbst dort während der Wochen und Monate in denen die Tauben dort antrainiert und gereist werden einzelne Züchter gibt, welche telefonisch etc. versuchen bei den Veranstaltern Einfluß zu nehmen, so ist es doch in der Regel nicht so, dass um Auflassplätze, Wind und 20 KM mehr oder weniger gefeilscht wird, wie man es doch leider in vielen RVen immer wieder erleben muss. Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass es heute ein glatter und schöner Flug wird und werde dann morgen darüber berichten.
In dem Zusammenhang hatte ich gestern ein Gepräch mit einem Flugleiter, der auch heute mit seinem Regionalverband noch einmal zu einem Preisflug unterwegs ist. Er berichtete mir, dass es inzwischen so weit ist, dass man mit vier oder fünf Kabis zum Auflassort fahren muss statt mir zwei oder drei wie es die Taubenzahl zulassen würde, weil sich die teilnehmenden RVen nicht mal mehr auf gemeinsame Transporte einigen können. Die einen wollen nicht in diesen Kabi, sondern in ihren eigenen, die anderen wollen nicht später einsetzen als eine andere RV usw. usw. Er sagte mir es sei langsam zum Verzweifeln, weil damit auch viel Geld unnütz verbrannt werde. Aber er hat damit genau die Situation im deutschen Brieftaubensport treffend beschrieben. Jeder denkt nur an sich und das in einer Zeit, in der schon aufgrund der immer weniger werdenden reisenden Schläge unbedingt mehr Zusammenarbeit notwendig wäre.
In der zurückliegenden Woche nach unserem letzten Preisflug habe ich unseren Jungtauben fast täglich Freiflug gegeben und obwohl sie schon recht stark in die Mauser fallen gehen sie immernoch sehr gerne nach draußen und fliegen auch gut. Immer wenn es Wetter und Zeit zulassen, werde ich versuchen es so beizubehalten solange nicht ständig Greifvogelangriffe erfolgen. Auch unseren Reisevögeln in den Witwerschlägen möchte ich weiterhin so gut es geht ab und an Freiflug gewähren. Ich bin es einfach leid die Tauben sechs oder sieben Monate bis in den März hinein einzusperren und dann unter teils extremem Zeit- und Greifvogeldruck die Tauben in ganz wenigen Wochen auf die Flüge vorzubereiten.
Ich kann gut verstehen, dass viele Züchter ihre Tauben nun festsetzen und bis zum Frühjahr nicht mehr herauslassen. Aber es tut den Tauben nicht gut und es tut auch mir als Züchter nicht gut, denn ich will Tauben fliegen sehen. Das ist für mich einfach das Allerschönste an unserem Hobby.
Gestern war ich, während die Jungtauben draußen waren, im Garten beschäftigt und ich konnte immer wieder schauen wie sie flogen, wie sie im Wind spielten, wie einzelne Vögel balzend und segelnd alleine flogen und wie sie dann landeten, in den Schlag gingen, wieder herauskamen, erneut los flogen usw. Das ist für mich eben auch mein Brieftaubenhobby und allemal genauso wichtig wie die Wettflüge in der Sommerzeit.
Ich kann natürlich überhaupt nicht sagen wie es hier hinsichtlich der Greifvögel weitergeht. Aber ich möchte doch trotzdem versuchen die Tauben ein bißchen natürlicher und noch mehr zu meiner Freude zu halten und dazu gehört eben auch der Freiflug mehrmals in einer Woche. Ob und wie lange das gut funktioniert ohne dass ständig Tauben geschlagen oder verletzt werden weiß ich nicht. Was ich aber sagen kann: es ist bisher deutlich ruhiger als im Frühjahr und auch das sollte man bedenken, wenn man Reisepläne aufstellt. Man kann getrost Alt- und Jungreise schon in der Planung mindestens zwei Wochen nach hinten schieben. Das wäre für viele RVen und Regionalverbände ein großer Fortschritt. | | | |
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