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Mittwoch, 27.05.2026
Sascha am 27.05.2026 um 19:14 (UTC)
 Heute hat keine weitere Taube schlechten Kot abgesetzt oder erbrochen. Ich hoffe nun, dass es auch so bleibt, aber sicher bin ich noch nicht. Es waren schon letzte Woche zwei Mal zwei Tage Abstand zwischen neuen Krankheitsfällen. Ich habe inzwischen Kontakt zu anderen Züchtern, welche die gleiche Symptomatik bei ihren Reisetauben hatten oder haben und versuche auch mit Tierärzten der Sache auf den Grund zu gehen. Es sollte ja herauszukriegen sein was da los ist. So haben wir es damals bei der Erforschung der Jungtierkrankheit auch angefangen, wobei es damals einen Ansatz aus Australien gab nach was man suchen muss.
Aktuell scheint das schwieriger zu sein. Aber vielleicht ergibt sich trotzdem etwas.
Ein Vogel, der am Montagnachmittag Krankheitsanzeichen zeigte, sitzt noch alleine. Nachdem er gestern einen Tag lang praktisch nur Wasser ausgeschieden hatte, lag heute seine Einzelbox voller Daunen, die er in der Nacht alle fallen gelassen hatte. Er wirkt auch wieder fit, aber ich will gerade diese Taube doch mal genauer beobachten und habe ihn noch alleine sitzen lassen.
Gestern Abend, als ich nach hause kam, habe ich dann auch noch geschaut ob unsere Jungtauben, die noch vom Freiflug fehlten, wieder heim gekommen waren. Es fehlten 3 Tiere von 31 und eine weitere war mit gebrochenem Bein heimgekehrt. Das deutet darauf hin, dass wieder einmal ein Greifvogel attackiert hatte, denn sonst brechen sich die Tiere hier nicht so schnell die Beine. Hochspannungsleitungen gibt es hier in der Nähe nicht mehr.
Heute ist im Lauf des Tages noch eine Jungtaube von gestern nach hause gekommen, sodas nun noch zwei Tiere fehlen und eines schwer verletzt ist. Das ist irgendwo normal bei den Jungtieren, aber andererseits will ich mich daran nicht gewöhnen. V.a. zeigt es leider auch, dass hier weiterhin diverse Greifvögel aktiv sind und es wird sicher in der nächsten Zeit nicht besser.
Ob unser nächster Preisflug am Wochenende stattfinden kann oder eventuell auf Montag geschoben werden muss erfahren wir morgen. Die Wettervorhersagen sind tatsächlich noch etwas unsicher. Aber meiner Meinung nach geht es - Stand jetzt am Mittwoch Abend - weder Samstag, noch Sonntag. Eigentlich ist lt. Reiseplan der erste gemeinsame Regionalflug beider Gruppen geplant, aber da die eine Gruppe am vergangenen Wochenende unbedingt 300 KM machen wollte und teilweise zu viele Tauben fehlten, ist auch das noch nicht sicher. So geht es jedes Jahr: im Winter wird ein Reiseplan zusammengestellt, es wird diskutiert, es werden Kompromisse gesucht und dann gehen drei, vier Wochen ins Land und vieles muss über den Haufen geworfen werden. Aber das bleibt nicht aus solange wir in Deutschland Brieftaubensport aus dem Mittelalter betreiben, der sich in der Planung nur an irgendwelchen sogenannten höherwertigen Meisterschaften für vielleicht fünf Prozent der Züchter orientiert. Gerade auf unserer Südostrichtung geht das im Grunde genommen Jahr für Jahr so. Aber auf die Idee einmal grundsätzlich etwas zu verändern kommt niemand. Wie sagte heute ein Züchter zu mir? "Das sind jetzt noch die letzten Zuckungen des deutschen Brieftaubensports."
 

Dienstag, 26.05.2026
Sascha am 26.05.2026 um 15:07 (UTC)
 So eine Situation wie aktuell bei unseren Reisevögeln habe ich in 4 Jahrzehnten Brieftaubensport noch nicht kennengelernt. Auch gestern Nachmittag erbrach wieder ein Vogel sein Futter und setzte wässrigen Kot ab. Heute morgen hatten die anderen Vögel Freiflug. Sie flogen sehr gut, kamen herein, fraßen und tranken und alles schien in Ordnung zu sein. Zwei Stunden später hatten zwei weitere Tiere erbrochen. Ein jähriger Vogel und ein vierjähriger Vogel. Während der jährige Witwer etwas angeschlagen schien, brummte der alte Vogel in seiner Zelle und schien ansonsten völlig normal - bis auf den wässrigen Kot.
Es haben sich mehrere Sportfreunde bei mir gemeldet und mir über sehr ähnliche Probleme in ihrem Schlag oder sogar bei mehreren Züchtern in ihren RVen berichtet. Es war fast immer das gleiche Bild: Tauben erbrachen, setzen schlechten Kot ab und nach sehr kurzer Zeit war plötzlich alles wieder in Ordnung. Allerdings zog sich das ganze Geschehen stets über mehrere Tage hin.
Ein erfahrener und sehr gut informierter Züchter hat sich heute morgen bei mir gemeldet und mir berichtet, dass es eine solche Symptomatik schon in einer anderen Region im vergangenen Jahr gegeben habe. Man habe Tauben untersuchen lassen in einem Institut und man habe da einen Erreger isoliert bei dem allerdings aktuell keine Medizin helfe. Insofern mache es keinen Sinn einfach mit irgendwelchen Medikamenten zu hantieren.
Andere Züchter berichteten von Medikamentengaben auf Anraten der Tierärzte. Aber wirklich zielführend war das alles auch nicht. So sagte mir beispielsweise der Züchter aus unserer RV, der auch betroffenen war, dass die Tiere, die mit einem Antibiotikum per Tabletten behandelt worden waren, deutlich am längsten Zeit benötigt hätten um sich zu erholen. Hier bei uns hat das ganze Geschehen bei keiner Taube bisher länger als 24 oder maximal 36 Stunden gedauert. Danach stehen die Tauben wieder da als wenn nichts wäre. Sie fressen gut, setzen wieder normalen und gut geformten Kot ab und trainieren auch wieder gut.
Bei uns ist es nun genau eine Woche her, dass der erste Vogel Symptome zeigte und seitdem waren nicht einmal ein Drittel der Tauben sichtbar betroffen. Aber ich habe überhaupt keine Ahnung wie lange das Ganze noch andauern kann und wird. Zumal bei den aktuell hohen Temperaturen v.a. der Wasserverlust zu einem Problem werden kann. Leider befinden wir uns mitten in der Reisesaison und ich kann unsere Tauben unter solchen Umständen ja nicht guten Gewissens zu einem Flug einkorben.
Gleichzeitig sorge ich mich selbstverständlich um unsere Jungtauben. Was passiert wenn diese sich irgendwie infizieren? Ich wechsele zwischen den Schlägen, wenn ich sie betrete, die Schuhe und versuche auch bei der Kleidung aufzupassen. Aber ob es etwas nutzt weiß ich nicht.
Vom Freiflug am Haus fehlen dann aktuell auch noch einige Jungtauben. Schon gestern ist ein Jungtier der ersten Zucht abhanden gekommen, aber heute fehlen deutlich mehr Tiere und auch da weiß ich nicht was passiert ist. Entweder war mal wieder ein Greifvogel da oder aber die Jungtauben sind am Vormittag mitgezogen als hier Trainingstauben durchflogen. Es gibt ja leider mehr und mehr Züchter, die ihre Tauben ständig privat fahren und fliegen lassen und diese Unsitte hat hier in den letzten Jahren schon mehrfach zu Jungtaubenverlusten geführt, weil die Jungtiere, die gerade anfangen vernünftig zu fliegen, einfach irgendwohin mitfliegen. Bei Temperaturen wie heute kommen sie dann nur schwer wieder nach hause.
Ich bin sehr dankbar wenn Züchter sich melden, mir Erfahrungen mitteilen oder versuchen Hilfestellung zu geben. Aber ich muss auch sagen, dass es einfach alles nur noch frustrierend ist: erst muss man die Tauben den ganzen Winter über festsetzen, dann hat man zwei Monate lang praktisch täglich Probleme mit den Greifvogelangriffen und wenn das endlich ein wenig besser wird (ohne dass es ganz aufhört), dann kommt mitten in der Reise so ein Krankheitsgeschehen. Für mich hat das nicht mehr viel mit einem schönen Hobby zu tun.
Wenn ich dann noch über unseren Schlag und unsere RV hinausblicke und viele Flugverläufe vom vergangenen Wochenende betrachte - teilweise mit viel zu langen Konkurszeiten und fehlenden Tauben - dann kann ich für mich nur feststellen, dass der Brieftaubensport in dieser Form für mich keinen Sinn macht. Wenn ich aufgrund der Erkrankung unserer Tauben auch am kommenden Wochenende nicht an der Reise teilnehmen kann, dann ist die Saison gelaufen, denn dann bringt es auch wenig wieder einzusteigen. Ich möchte mich aber auch nicht darauf einlassen - so wie es halt leider viele Züchter tun - den Tauben praktisch Woche für Woche Medikamente zu verabreichen, von denen ich nicht einmal weiß ob sie dann etwas nutzen. Das hat für mich nichts mit Brieftaubensport zu tun. Dann lasse ich lieber nur ein paar Tiere um das Haus fliegen und erfreue mich daran sie fliegen zu sehen.
 

Montag, 25.05.2026
Sascha am 25.05.2026 um 05:06 (UTC)
 Das zurückliegende Pfingstwochenende war für uns ein sehr ungewöhnliches Brieftaubenwochenende. Es begann damit, dass mich zu meinem letzten Eintrag am vergangenen Freitag ein sehr erfahrener Flugleiter anrief, der auch sehr nah an der Flugsicherungskomission ist (allerdings nicht Mitglied dort ist) und mir erklärte warum die FSK in der vergangenen Woche eine Kilometer-Beschränkung auf 300 - 350 KM empfahl.
Er hatte selbst im vergangenen Jahr bei ähnlichen Wetterbedingungen (innerhalb von zwei Tagen stark ansteigende Temperaturen) eine Flug auf 380 KM aufgelassen, der einen sehr schweren Verlauf nahm. Auch weitere Erfahrungen verschiedener Flugleiter waren bei solchen Verhältnissen sehr negativ, weil die Tauben sich noch nicht an die Wärme gewöhnt haben. Ich konnte das gut nachvollziehen. Unsere Tauben wurden aber in der zurückliegenden Woche erst einmal so vorbereitet, als ginge es für uns auf 400 KM.
Ich hatte außerdem am Freitag geschrieben, dass mir die Form der Tauben nicht so gefällt und dass zwei jährige Vögel im Verlauf der letzten Woche gesundheitliche Probleme hatten. Es war so, dass einer der beiden am vergangenen Dienstag morgen schlechten, grünen Kot abgesetzt und etwas in seine Zelle erbrochen hatte. Ich hatte ihn zunächst separiert. Alle Tauben wurden dann nicht mit Medikamenten behandelt (auch der kranke Vogel nicht), sondern erhielt über mehrere Mahlzeiten über das Futter Moorkonzentrat, Heilerde und Probiotika. Der Vogel erholte sich innerhalb eines Tages. Der Kot war gut, er fraß.. Es war alles ok.
Am Donnerstag nachmittag dann hatte ein weiterer jähriger Vogel erbrochen und wässrigen, aber nicht grünen Kot abgesetzt. Es erfolgte das gleiche Procedere: er wurde separiert alle Tauben erhielt Donnerstag abend und Freitag morgen wieder Moorkonzentrat, Heilerde und Probiotika. Auch dieser Vogel erholte sich schnell innerhalb weniger Stunden und Freitag mittag war der Kot wieder gut, er fraß usw.
Ich hatte dann einen Verantwortlichen unserer RV informiert, dass ich aufgrund der Krankheitsfälle vielleicht die Tauben nicht schicke. Sagte aber zu, dass ich mich noch einmal melde.
Am Freitag abend erhielt wir die Mitteilung, dass unsere Regionalverbandsgruppe trotz der Empfehlung der FSK plante auf 400 KM zu fahren. Nach dem Gespräch mit dem Flugleiter am Mittag und den beiden Krankheitsfällen war mir dann etwas mulmig und ich habe hin und her überlegt ob ich schicken soll und war dann bei der Überlegung ob ich nur eine Kabi-Box alte Vögel auf den Flug setze.
Um die Tauben an die Wärme zu gewöhnen hatte ich ihnen am Freitag abend dann auch noch einmal etwas Freiflug gegeben. Als ich die Tauben wieder herein holte benahm sich ein jähriger Vogel ganz seltsam: er flog immer wieder von der Dachspitze über die Ausflüge und flatterte dort als würde er vor irgendetwas scheuen. Dann drehte er eine Runde, flog wieder auf die Dachspitze und das ganze begann von Neuem. Es dauerte alles eine ganze Weile bis der Vogel am Dach herunter kletterte bis etwas über den Ausflug und dann auf das Brett flog und einsprang. Er fraß und trank anschließend ganz normal und sah gut aus. Ich konnte das Verhalten nicht wirklich einordnen.
Am Samstag morgen dann die Bescherung: genau dieser Vogel hatte in seine Zelle erbrochen und der Kot war sehr wässrig. Daraufhin habe ich früh am Vormittag den Verantwortlichen Züchter unserer RV angerufen um ihm mitzuteilen, dass ich keine Tauben reisen werde. Dieser berichtete mir dann zu meinem Erstaunen, dass er exakt die gleichen Probleme bei seinen Tauben habe. Und zwar bei deutlich mehr Tieren als hier bei mir. Etwa zwanzig Prozent seiner Tauben waren betroffen. Zunächst seien die Reisevögel angefangen, aber inzwischen seien auch die Reiseweibchen erkrankt. U.a. habe seine beste Reisetäubin, ein drei Jahre altes Weibchen, noch am Samstag morgen erbrochen. Auch er entschied dann nicht reisen zu wollen. V.a. auch angesichts der Schwüle und der Temperaturen. Kranke Tauben oder möglicherweise erkrankte Tiere gehören nicht in den Kabi.
Nachdem wir beiden das so besprochen hatten erhielten wir gegen Mittag die Nachricht, dass unsere Gruppe doch nicht auf 400 KM fahre, sondern kürzer. Aber erst am Abend solle die Information kommen wo es hingeht.
Hintergrund war, dass am Samstag zu diesem Zeitpunkt schon absehbar war, dass viele Flüge an diesem Tag einen schweren Verlauf nahmen und endlich war man dann auch bei uns so vernünftig gewesen zu besprechen, dass man einen kürzeren Flug macht.
Ich musste dann, obwohl ich entschieden hatte die Tauben nicht zu setzen, zur Einsatzstelle fahren, da ich für den Dienst am Computer eingeteilt war. Letztlich setzten alle Sportfreunde ihre Tauben ein. Nur ich selbst nicht und der Züchter mit dem ich telefoniert hatte. Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass nur wir beiden Probleme im Schlag hatten. Möglicherweise hatte der ein oder andere Sportfreund auch nicht gesehen, dass bei ihm Tiere krank waren oder es (was ich nicht hoffe) ignoriert. Kurz bevor ich zur Einsatzstelle fuhr war ich nochmal im Schlag und sah dort, dass eine weitere Taube schlechten Kot abgesetzt hatte auf dem Schlagboden. Ich konnte zu dem Zeitpunkt noch nicht erkennen welche Taube es war. Abends stellte ich fest, dass es ein dreijähriger Vogel war.
Am Abend dann kam die Nachricht, dass die Tauben unserer Gruppe in Schlüsselfeld (etwa 250 KM) gestartet werden sollten am Sonntag, was in Anbetracht der Wetterlage und der Flüge am Samstag auch vernünftig erschien.
Der Flug nahm gestern einen normalen Verlauf, allerdings war es so, dass einige Züchter die Tauben wirklich hervorragend und schnell nach hause bekamen und bei anderen Sportfreunden auch nachmittags teilweise noch allzu viele Tauben fehlten. Ich kann es nicht mit Bestimmtheit sagen, aber möglicherweise waren auch bei diesen Züchter einige Tauben unterschwellig erkrankt und die hohen Temperaturen im Kabi und unterwegs haben sicherlich nicht dazu beigetragen, dass die Tauben gut heimkehren konnten.
Damit der Bericht heute nicht allzu lang wird ende ich hier zunächst mit der Beschreibung der Situation. Ich werde morgen aber noch einmal auf die Erkrankung der einzelnen Tauben hier im Schlag zurückkommen und auch darauf, was ich dann an diesem Wochenende noch so erfuhr in dieser Hinsicht.
Ich möchte aber folgendes sagen: es war ein großes Glück, dass unser Flug für den Sonntag angesetzt war. Hätte der eine jährige Vogel am Samstag morgen nicht erbrochen, dann hätte ich wahrscheinlich Tauben gesetzt. Und diese wären auf 400 KM gefahren und aufgelassen worden, wenn nicht schon am Samstag vormittag viele Flüge so schwer verlaufen wären. Weil irgendwelche Verantwortlichen oder Züchter das Schreiben der FSK ignorieren wollten.
Wer sich die Flugverläufe einiger Organisationen von Samstag, die auf 360 oder 380 Km aufgelassen hatten einmal ansieht, der kann sich ausmalen was dieser Flug für uns auf über 400 KM für einen Verlauf genommen hätte. Er wäre für viele Tauben ein riesiges Problem geworden und für unsere eigenen Tiere mit möglicherweise einzelnen weiteren erkrankten Tieren vermutlich eine Katastrophe. Ich bin froh, dass ich unsere Tauben zuhause lassen konnte.
 

Freitag, 22.05.2026
Sascha am 22.05.2026 um 06:31 (UTC)
 Gestern am späten Nachmittag erreichte mich hier eine Meldung der Flugsicherungskomission, die mich doch etwas überrascht hat:
"Grundsätzlich ist für dieses Wochenende gutes bis sehr gutes Wetter zu erwarten-
Allerdings zeigt die Erfahrung der letzten Jahre, dass es bei schnell ansteigenden Temperaturen und vorraussichtlich aufkommender Schwüle durchaus schwierige Flugverläufe geben kann. Dies gilt insbesondere für die Routen auf denen keine Windunterstützung zu erwarten ist. Daher seid bitte vorsichtitg denn es sollen alle Tauben gut und heil nach hause kommen. Die FSK empfiehlt daher eine Begrenzung der Flüge auf eine mittlere Entfernung von 350 KM. Bei fehlender Windunterstützung ist gegebenenfalls eine weitere Verkürzung zu prüfen.

Wenn ich mir die Wettervorhersagen ansehe, dann ist dieser Hinweis exakt zutreffend auf unseren geplanten Flug. Es ist für unsere Flugroute leichter Kopfwind vorhergesagt, wir haben über 400 Kilometer geplant und es werden sowohl am Auflassplatz, als auch im Heimatbereich schon morgens recht hohe Temperaturen erreicht.
Nun kenne ich noch Zeiten in denen sich über solch ein Wetter niemand Gedanken gemacht hätte. Die Tauben wären früh aufgelassen worden und dann hätte es in der Regel einen normalen Flug gegeben. Heute ist das aber möglicherweise anders. Da bin ich wieder bei dem Punkt Wasserversorgung, Trinken unterwegs usw. Man sieht an dieser Nachricht wie extrem vorsichtig man von Seiten der Flugsicherungskomission geworden ist mit den Tauben. Ob das immer richtig ist sei mal dahingestellt.
Für die Flugleiter besteht nun folgendes Dilemma: fahren sie 400 KM an und lassen früh auf und der Flug geht nicht ganz glatt, dann bekommen sie Schwierigkeiten mit der FSK. Andererseits: wann will man solche Flüge machen, wenn nicht bei solchen "Brieftaubenwettter"?
Bezogen auf unsere eigenen Tauben kann ich nur feststellen, dass sie nicht in bester Verfassung sind. Woran das im Einzelnen liegt kann ich nicht detailliert einschätzen Aber ich sehe es an ihrem Verhalten beim Training, beim Hereinkommen und im Schlag. Zwei jährige Vögel hatten bzw haben leichte gesundheitliche Probleme und dann ist da ja auch noch der zweijährige Vogel, der Flügelprobleme hat, die sich aber langsam bessern.
Insgesamt ist aber wieder einmal etwas der Wurm drin. Ich kann nicht mehr tun als die Tauben gut zu versorgen und versuchen gesund zu halten. Aber es ist jetzt das dritte Jahr nacheinander, dass es eher schwierig ist die Vögel in beste Verfassung zu bringen und diese zu halten und ich weiß nicht woran es liegt. Manchmal spinne ich mir zusammen, dass es seit der Zeit ist, als wir die Photovoltaikanlage auf das Hausdach gebaut haben, aber warum sollte das die Tauben in Schwierigkeiten bringen?
Wie auch immer: ich bin gespannt was das Flugwochenende bringt.
 

Donnerstag, 21.05.2026
Sascha am 21.05.2026 um 07:11 (UTC)
 Über die Verfassung unserer Reisevögel mache ich mir in den letzten Tagen sehr viele Gedanken. Nicht so sehr darüber, ob sie gesund sind, richtig versorgt und in Form, sondern über ihr Nervenkostüm. Es ist jetzt eigentlich die Zeit, in der die Witwer mit steigenden Temperaturen richtig in Form kommen. In der Regel dauert es hier jetzt noch zwei Wochen etwas bis sie die erste Feder stoßen - das ist dann etwa zur Hälfte der Reisesaison und dann ist oft eine Phase der besten Form erreicht. Ich fürchte aber dass die Witwer in diesem Jahr diese richtig gute Form nicht erreichen werden und das hängt mit dem Zustand ihres Nervenkostüms zusammen.
Ein zweijähriger Vogel, der bislang drei Preise von vier Flügen hat ist so ängstlich, dass er den Schlag kaum verlassen möchte. Wenn er hinausgeht, dann ist es immer als Letzter und er fliegt dann erst einmal das Hausdach an und sitzt dort eine Weile. Ein dreijähriger Vogel, der die Saison mit 3/3 Preisen begann kam vom zurückliegenden vierten Flug erst am Nachmittag heim. Auch er will seitdem den Schlag nur noch ungern verlassen. Ein jähriger Vogel tut auch fast alles um nicht nach draußen zu müssen.
Mir selbst ist es absolut zuwider unsere Vögel zu irgendetwas zu drängen oder zu zwingen. Also habe ich den Witwern nun mehrfach in der Form Freiflug gegeben, dass ich einfach nur die Ausflüge geöffnet habe und sie tun können was sie wollen. Aber das führt dazu dass einige Vögel den Schlag gar nicht verlassen. Ideal ist das alles nicht, wobei ich auch oft darüber nachdenke wie wichtig zu dieser Zeit der Saison da Training am Haus überhaupt noch für die Tauben ist. Die Kondition für längere Strecken ist nun da. Aber Tauben haben normalerweise auch das Bedürfnis zu fliegen und sich zu bewegen und gerade Witwervögel brauchen die Bewegung letztlich auch für ihren Stoffwechsel und damit sie gut am Fressen bleiben
Heute morgen habe ich die Tauben, die nicht freiwillig herausgingen, ganz vorsichtig herausgetrieben. Sie trainieren dann auch gut. Aber es ist irgendwie immer auch ein "Angstfliegen". Wenn nur eine Ringeltaube oder ein anderer Vogel über das Dach kommt verändern die Vögel ihr Flugverhalten oder fliegen aufgeschreckt vom Dach ab. Dazu kommt dieser "irre" Milan, der sich hier aus mir unerklärlichen Gründen angewöhnt hat, ganz flach hier über unserem Haus zu kreisen und das teilweise auch für lange Zeit.
Wenn ich die geschlossenen Ausflüge, so wie heute morgen, nach dem Freiflug wieder öffne, dann kommen die meisten Tauben herein als sei "der Teufel hinter ihnen her". Grundsätzlich ist das ja gar nicht schlimm - viele Züchter wünschen sich das ja sogar so. Aber ich kenne es anders hier bei unserer Taubenführung und wenn die Reisevögel wirklich in Form kommen.
Kurzum: die Tauben haben teilweise sehr viel Angst und sind unsicher und es gibt meiner Ansicht nach für Reisevögel nichts Schlimmeres als Unsicherheit.
Im Schlag versuche ich mich sehr vorsichtig zu bewegen, spreche viel mit den Tauben und sie bekommen neben der normalen Fütterung noch einige Leckereien in einem Zellennapf und auch Nüsse aus der Hand bei den Vögeln, die mir aus der Hand fressen (das tun nicht alle). So erhoffe ich mir auch mehr Ruhe und Sicherheit für die Tauben, aber insgesamt ist die Situation unbefriedigend für mich.
Auch unsere Jungtauben verlassen den Schlag nur noch ungern. Etwa die Hälfte geht nach draußen und fliegt. Der Rest verbleibt im Schlag. Ich werde nicht umhin kommen da nun etwas nachzuhelfen und sie aus dem Schlag zu treiben. Sie müssen alles lernen und fliegen - ansonsten kann man sie nicht als spätere Reisetauben gebrauchen.
 

Mittwoch, 20.05.2026
Sascha am 20.05.2026 um 05:35 (UTC)
 Heute soll hier der vorerst letzte kältere Tag sein mit Regen und Wind bevor es dann schnell sonniger und wärmer werden soll in den nächsten Tagen. Für das kommende Wochenende sind schon beinahe sommerliche Temperaturen vorhergesagt. So wie wir Menschen und auch erst mit der Zeit an Wärme oder Kälte gewöhnen ist es, denke ich, auch bei unseren Brieftauben. Speziell wenn die Temperaturen plötzlich steigen tun sich die Tiere oft schwer, entwickeln mehr Durst oder hecheln auch mal auf dem Dach nach dem Training um Wärme abzugeben.
Ein Sportfreund hatte mir gemailt und mich nach meiner Meinung gefragt wie man Tauben bei hohen Temperaturen so versorgen kann, dass sie im Kabi und auf dem Flug nicht zu viel Durst haben. Zu diesem Thema mache ich mir seit langem Gedanken, weil gerade unsere Witwervögel nach dem Zeigen der Weibchen vor dem Flug oft schon beim Einkorben wieder Durst haben.
Ich habe schonmal ein Jahr die Weibchen nicht gezeigt. Die Vögel waren dann ruhiger, hatten vielleicht auch weniger Durst, aber ehrlich gesagt gefiel mir das gar nicht. Einige Witwer wurden mit der Zeit immer scheuer.
Eine richtige Lösung zu dem Thema habe ich bis heute nicht. Was ich aber aus vielen Beobachtungen weiß ist folgendes: gerade bei Wärme und hohen Nachttemperaturen sind viele Kabi-Boxen in den Geraldy-Fahrzeugen überbesetzt. Wenn mehr als 16 oder 17, maximal 18 Tiere in den Kabinen sind, dann saufen doch viele Tiere nicht. Speziell Vögel, die an der Trinkrinne sitzen, verteidigen dann ihren Platz oft vehement.
Ein anderes Thema ist dabei das Tränken und Saufen am Auflassort. Die Fahrer tränken nach der Ankunft und dann manchmal auch noch einmal morgens vor dem Auflass. Aber: wenn die Auflässe sehr früh erfolgen, dann trinken auch viele Tauben nicht im Kabi am Morgen. Es ist also nicht so einfach die Tauben gut mit Wasser zu versorgen. Ich habe wirklich schon verschiedene Versuche gemacht. Einer der größten Fehler ist meiner Meinung nach die Tauben eine oder zwei Stunden vor dem Einsetzen nochmal mit etwas Sämereien oder Sonnenblumenkernen etc. zu füttern, damit sie noch einmal trinken. Es ist en Irrglaube dass alle Tauben sofort nach dem Fressen trinken. Sie tun es nicht und entwickeln dann möglicherweise noch mehr Durst.
Auch das Trinken unterwegs nach dem Start der Tauben ist oftmals für die Tiere nicht mehr so leicht, denn es gibt nicht mehr so viele Wasserstellen wie es früher einmal gab und mein Eindruck ist, ohne dass ich es weiß, dass die Tauben es sich auch nicht mehr so sehr gegenseitig Beibringen wie es früher einmal der Fall war wo es junge und jährige Tauben von alten Tieren lernten. Die Tauben kennen oft nur noch: raus aus dem Kabi und ab nach hause und sie fliegen bis der Tank leer ist. Und der limitierende Faktor ist da nicht mangelnde Energie (also Kohlehydrate oder Fett), sondern schlcht der Wassermangel, wenn Flüge bei Wärme oder Hitze stattfinden.
Nebenbei bemerkt: wenn ich Kabis bauen würde - ich verstehe von so etwas überhaupt nichts - dann hätte ich zumindest die Idee Trinkrinnen an drei Seiten einer Box anzubringen. und ein anderes Tränkensystem zu bauen. Aber das ist ein anderes Thema und ich weiß nicht ob so etwas überhaupt möglich wäre.
Nachdem vom letzten Flug alle Tauben wieder zuhause waren hatte ich mich sehr gefreut. Leider gibt es nun trotzdem wieder eine schlechte Nachricht: ein zweijähriger Vögel hat Probleme mit dem Flügel und ich kann ihn erst einmal nicht reisen. Es scheint eine Muskelverletzung zu sein. So gibt es halt jede Woche andere Schwierigkeiten. Das ist einfach sehr schade und nervt mich.
 

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