Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Sonntag, 01.03.2026
Sascha am 01.03.2026 um 07:00 (UTC)
 Der Reiseplan unseres Regionalverbandes, der jetzt vorab besprochen wurde in den Gremien, sieht für die kommende Saison zwei, bzw. sogar drei Flüge vor, die gegebenenfalls gemeinsam als Nationalflüge bestritten werden sollen. Zwei 500-Kilometer-Flüge (mittlere Entfernung) ab Vilshofen und ab Pocking und ein 600-Kilometer-Flug ab Petzenkirchen. Grundsätzlich ist es sicherlich nicht falsch möglichst viele Flüge über 400 und 500 Kilometer in ein Programm aufzunehmen. Allerdings zeigt die Realität dann in den Sommermonaten, gerade auf unserer Südost-Richtung, dass diese Flüge oftmals so nicht durchführbar sind, da spätestens ab Mitte/Ende Juni seit vielen Jahren immer mal wieder an der gesamten Donau herunter Gewitterluft herrscht, die sich sehr häufig auch lange hält. Insofern ist es immer wichtig zu überlegen wie man so einen Reiseplan mit gemeinsamen Auflässen als National- oder Verbandsflügen durchführen kann, ohne dass man ständig die Flüge verlegen und alles über den Haufen werfen muss, was im Winter geplant wurde.
Ich habe mir nun in der Folge 5 der Verbandszeitschrift einmal die Ausschreibung zu den National- bzw. Verbandsflügen angesehen und ehrlich gesagt kann ich da insgesamt fast keinen Unterschied erkennen. Was unterscheidet denn am Ende einen Nationalflug von einem Verbandsflug? Beide müssen beantragt und vom Verband ausgeschrieben werden und beide haben eine Mindestentfernung von 500 KM (mittlere Entfernung der teilnehmenden Organisationen) für Alttauben. Wo liegt der Unterschied? Beim Nationalflug können und sollen Zonen gebildet werden, beim Verbandsflug kann man parallel auch kürzere Flüge als Regionalverband veranstalten. Es wäre - nach meinem Verständnis - gut gewesen, wenn man beide Ausschreibungen zusammengeführt hätte zu einer Ausschreibung "National-Verbands-Flug":
In unserem Regionalverband und auch in vielen anderen beobachtet man seit Jahren, dass die Teilnehmer- und Taubenzahlen spätestens mit dem ersten 500-Kilometer-Flug deutlich sinken und danach auch nicht mehr ansteigen. Sportfreunde stellen die Reise ein oder lassen ihre jährigen Tauben zuhause usw. Das mag man beurteilen wie man will - es ist so und es wird sich auch nicht mehr ändern.
Um diesen Züchter, die aus persönlichen Gründen die 500er und weitere Flüge nicht bestreiten oder nur teilweise bestreiten weiter im Programm zu halten, wäre es auch für unseren Regionalverband dringend angezeigt die geplanten Flüge als Verbandsflüge zu beantragen und dann mit einem weiteren Kabi einen kürzeren Flug parallel zu organisieren (beispielsweise über 300 Kilometer) um Tauben und Schläge weiter an der Reise zu beteiligen, die sonst einfach nicht mehr mitmachen würden. Die Ausschreibung zu den Verbandsflügen würde dieses zulassen. Wenn man bereits auf Flug 7, 8 oder 9 der Altreise auf 500 KM ist, dann wäre es wichtig Sportfreunden durch diese kürzeren Flüge die Möglichkeit zu bieten weiter zu reisen, wenn sie nicht am Verbandsflug über größere Distanz teilnehmen möchten. Gleichzeitig wäre das auch für andere Züchter eine Möglichkeit Tauben wieder anzuspielen, die mal pausieren mussten etc. Unsere Reiseordnung gibt uns in diesem Punkt inzwischen durchaus Möglichkeiten. Wir müssen sie aber auch nutzen.
Im vergangenen Jahr spielte unser Regionalverband den Nationalflug Vilshofen am ersten Juli-Wochenende gemeinsam mit dem Regionalverband 402. Die Woche zuvor waren noch 113 Schläge im Regionalverband mit 2.400 Tauben am Start. Den Nationalflug setzten dann noch 88 Züchter mit 1.909 Tauben. D.h. von einer Woche zu anderen setzten nur wegen des Nationalfluges und der größeren Distanz 25 Schläge keine Tauben mehr und es waren 500 Tiere weniger am Start.
Das ist für unser Hobby nicht zuträglich. Wir haben die Möglichkeit über die Ausschreibung zum Verbandsflug diese Schläge und Tauben zu einem Teil "bei der Stange" zu halten, indem wir für diese Sportfreunde einen kurzen Flug anbieten auf dem sie ihre Tauben spielen können. Man könnte Ehrenpreise ausfliegen etc. Ich hielte das für wichtig um einfach auch einmal zu versuchen etwas mehr Bewegung und Abwechslung in unser Reiseprogramm zu bekommen. Aber ob irgendetwas in dieser Richtung geschieht möchte ich eher bezweifeln.
 

Samstag, 28.02.2026
Sascha am 28.02.2026 um 06:27 (UTC)
 Die Verpaarung der Reisetauben geht hier weiter gut voran. Gestern habe ich die Paare über den ganzen Tag hinweg einzeln und wechselnd aus ihren Zellen gelassen. Zwei, drei Paare, bei denen zwei jährige Partner zusammen verpaart sind, hatten noch etwas Mühe ihre Zellen wieder zu finden und anzufliegen, aber das ist wohl normal und wird sich in den nächsten Tagen finden. Ansonsten bin ich weiterhin sehr zufrieden.
Zwischen dem wechselndem Freilassen und Festsetzen der Tauben habe ich einige Artikel in verschiedenen Brieftaubenzeitschriften gelesen und mir im Internet hier und da einige Brieftauben-Videos angesehen.
In "De Duif" findet sich aktuell eine sechsteilige Serie zum Thema Zucht und Vererbung. Für mich sind das hochinteressante Artikel, in denen Zusammenhänge in der Vererbung erklärt werden auf wissenschaftlicher Basis und daraus Schlußfolgerungen für unsere Zuchtbemühungen gezogen werden. Ich wünschte mir etwas in der Art einmal in einer deutschen Fachzeitschrift zu lesen, aber ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren einmal so etwas Gutes in einer deutschen Zeitschrift gelesen zu haben.
Auch die Schlagberichte in "De Duif" sind oftmals deutlich ausführlicher und interessanter als das was man in unseren deutschen Zeitschriften so liest. Ausnehmen möchte ich davon die "Brieftaubensport International" von Rainer Püttmann, in der auch häufig sehr lesenswerte Schlagberichte zu finden sind. Allerdings sind das eben auch oft Übersetzungen aus Zeitschriften unserer westlichen Nachbarländer. Beispielsweise die Artikel vom Sportfreund Stefan Mertens.
In unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" schreiben zunehmen (jedenfalls ist das mein Eindruck) nur noch Sportfreunde, die den Brieftaubensport in irgendeiner Form kommerziell betreiben.
Früher war es Sportfreund Franz Steffl, der zuminest indirekt mit seinem Sohn Martin und dessen Unternehmen kommerzielle Interessen am Brieftaubensport hat. Zuletzt las man von Sportfreund Robert Maas, der für die Firma Mifuma im Futterbereich arbeitet und jetzt gab es auch Artikel von Alfred Berger, der sich, wie die meisten wohl wissen, inzwischen mit einer eigenen Produktlinie für Brieftauben selbstständig gemacht hat.
Ich finde es grundsätzlich nicht so schlimm, wenn Sportfreunde in der BT schreiben, die unser Hobby auch kommerziell betreiben., denn die Beiträge sind oft von großem Fachwissen geprägt und interessant zu lesen, solange nicht allzu unverhohlen auf die eigenen Produkte oder den eigenen Internet-Auftritt hingewiesen wird.
Ich erinnere mich noch daran, dass es Zeiten gab, in denen für die BT Schlagberichte erstellt wurden, wo man nicht einmal als Züchter, der porträtiert wurde, die Futtermarke nennen durfte, die man einsetzte. Grund dafür war, dass man seitens unserer Verbandszeitschrift keine Werbung für Firma X oder Y machen, bzw. die Firmen nicht ungleich behandeln wollte. Das war auch sehr extrem, aber was aktuell in der BT gemacht wird, halte ich so auch für nicht ideal.
Auf der anderen Seite erinnere ich mich auch, dass vor einigen Jahren mal jemand hier war, der für den "Taubenmarkt" einen Artikel schreiben wollte über unsere Schlaggemeinschaft. Irgendwann kamen wir auf das Thema Beiprodukte. "Was setzt ihr ein?" Als ich dann unser Gemüse nannte und die Produkte von Dr. Marien und flüssige Hefe, da war das dem Autor des Beitrags nicht ausreichend. "Ihr müsst doch noch mehr geben.", sagte er. Als ich antwortete dass das eigentlich nicht regelmäßig der Fall wäre, meinte er, dass er gerne noch etwas platzieren würde. Es ging dabei darum, dass man mit solch einer Produktplatzierung in der Zeitschrift immer auch hofft, dass die entsprechende Firma in der Folge Werbung platziert.
Damals testete ich gerade über den Winter das Produkt "Darba Complete" von der Firma DHP-Cultura. Das erwähnte ich nebenbei und später fand sich dann das Mittel auch im Schlagbericht wieder.
Es ist in der heutigen Zeit sicherlich nicht einfach immer wieder interessante und fachlich gute Artikel in einer Zeitschrift zu veröffentlichen. Vieles wurde schon geschrieben und gelesen. Insofern ist es gelegentlich auch gut, wenn Fachleute uns Züchter auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. Sei es hinsichtlich der Versorgung der Tauben in Zucht oder Reise, oder sei es, wie in "De Duif" hinsichtlich der Vererbung, Genetik etc. Trotzdem fehlen mir, gerade in unseren deutschen Zeitschriften, zu sehr die Beiträge aus Sicht der einfachen und vielleicht erfolgreichen Sportfreunde. Ich möchte da einmal an frühere Zeiten erinnern, wo Züchter wie Harry Tamsen, Werner Grundel und andere sehr regelmäßig herausragende und lesenswerte Artikel schrieben.
 

Freitag, 27.02.2026
Sascha am 27.02.2026 um 06:41 (UTC)
 Die reine Verpaarung der Reisevögel mit ihren Täubinnen hat bisher so gut funktioniert wie seit vielen, vielen Jahren nicht. Sowohl die jährigen Vögel, als auch die jährigen Täubinnen waren und sind sehr paarig und es haben sich sehr schnell Paare gesucht und gefunden. In dieser Form habe ich das in den letzten zwei Jahrzehnten kaum einmal hier bei uns erlebt. Jetzt werden die Paare jeweils einzeln aus ihren Witwerzellen gelassen, können fressen, trinken und sich auf dem Schlagboden paaren und dann setze ich sie wieder fest und das nächste Paar geht heraus. In den Witwerzellen stehen jetzt unsere Motivationsboxen und in diese hinein kommen nun nach und nach Pappnistschalen in denen die Tauben dann ihre Nester bauen können. Man sieht immer wie wohl sich die Tauben in den Boxen fühlen und wie sie sich gerne darin aneinander kuscheln.
Hier auf dem Bild, das ich vor längerer Zeit einmal gemacht habe, sieht man wie solch eine Box mit einer Schale in der Witwerzelle steht.



In der aktuellen "Brieftaube" Folge Nr. 5 finden sich wieder alle Regelungen und Bestimmungen für das kommende Reisejahr. Ich werde mir bei Gelegenheit noch einmal in Ruhe alles ansehen. Außerdem wird u.a. die "neue" Flugsicherungskomission "FSK" in Wort und Bild in Kurzportraets vorgestellt. Ich wünsche den Mitgliedern der FSK für das kommende Jahr ein gutes Händchen bei ihrer schwierigen Aufgabe. Allerdings hätte mich sehr wohl immernoch interessiert warum aus der FSK der vergangenen Saison nur noch der Vorsitzende im Amt verblieben und die weiteren Mitglieder nicht mehr kandidiert haben. Ich finde es bedenklich, dass die Verbandsmitglieder und reisenden Sportfreunde nicht darüber informiert werden, wenn Mitglieder einer Komission ihre Ämter Ruhen lassen oder zurücktreten oder was auch immer. Und bei solch einer wichtigen Komission wäre es auch interessant gewesen warum die bisherigen Mitglieder nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung standen - zumindest dann, wenn die Gründe vielleicht in der Zusammenarbeit innerhalb der Komission oder gar mit dem Verbandspräsidium zu suchen und nicht privater Natur sind. In den Kurzporträts welche die Mitglieder der neu gewählten FSK vorstellen findet man u,a. einen Punkt in dem die Mitglieder der FSK kurz ihre Ziele und Motivation für die Arbeit in der FSK vorstellen.
Anscheinend konnten die Mitglieder des Vorjahres keine Motivation mehr finden um erneut dieses Amt zu übernehmen und sich in der Mitgliederversammlung wählenn zu lassen. Es wäre schon interessant zu wissen warum sie diese Motivation nicht mehr finden konnten und ob die Gründe möglicherweise in der Schwere der Aufgabe, bei uns in der Züchterschaft oder in schlechter Zusammenarbeit in der Komission oder mit dem Verbandspräsidium liegen oder einfach private Gründe haben.
 

Donnerstag, 26.02.2026
Sascha am 26.02.2026 um 06:40 (UTC)
 Gestern habe ich bei traumhaften Frühlingswetter die Reisevögel angepaart. Blauer Himmel, Temperaturen um die 15 Grad. Da macht es schon Spaß sich mit den Tauben zu beschäftigen. So ist es allemal besser als in Kälte, Dunkelheit und Nässe auf dem Taubenschlag zu sein. Es war einfach auch Glück, dass das Wetter so mitgespielt hat, denn den Termin hatte ich so ja schon lange geplant.
Insgesamt ist die Paarung bisher sehr ordentlich verlaufen. Die jährigen Vögel, aber auch die Täubinnen, die nun neu im Witwerschlag angepaart werden, waren doch insgesamt sehr paarig. Aber sie waren auch nicht zu wild, sodass es bislang auch nicht zu Beißereien o.ä. gekommen ist. Selbstverständlich haben sich noch nicht alle Paare gefunden. Aber das wird alles mit der Zeit. Da wir keine Jungtauben züchten ist es insgesamt doch recht entspannt und man hat gar keinen Zeitdruck. Wichtig ist, dass alle Vögel mit ihren Täubinnen bald eine Zelle haben und diese anfliegen und gegebenenfalls verteidigen.
Die Tauben im Witwerschlag werden übrigens jetzt nur mit dem Winterfutter, mit Grit und Mineralpulver, Gemüsemix und Wasser versorgt. Es gibt keine zusätzlichen Vitamine oder andere Beiprodukte. Das Ziel ist, dass die Taube ganz natürlich nach und nach in Form kommen. Selbstverständlich sollen dann auch bald die ersten Freiflüge am Haus dazu beitragen.
In der nächsten Woche steht dann mit einigen der künftigen Reisetauben ein Tierarztbesuch an. Ich sammele bereits eine Kotprobe und dann werden die Tauben ordentlich untersucht und wenn irgendeine Behandlung notwendig ist, dann wird sie entsprechend der tierärztlichen Empfehlung durchgeführt. Da die Tauben dann ja verpaart sind könnte ich bei Bedarf Vögel und Weibchen sofort gleichzeitig behandeln.
Im Zuchtschlag hat nun endlich auch die letzte jährige Täubin gelegt. Ich hoffe, dass auch ihre Eier dann befruchtet sind. Dadurch dass ich relativ viele jährige Weibchen dort neu verpaart habe, war das Legen insgesamt etwas holpriger als in Vorjahren, aber es ist doch alles im Rahmen und nun hoffe ich, dass die Jungen demnächst gut schlüpfen und aufwachsen.
Am kommenden Wochenende findet wieder die Frühjahrsmesse im niederländischen Houten statt. Ich habe diese schöne Messe schon häufiger besucht. In diesem Jahr fahre ich allerdings nicht hin, da ich mich hier um die Tauben kümmern möchte. Die Messe findet aber nun, wie auch unsere DBA in Kassel ohne Tauben statt, da wieder Vogelgrippefälle aufgetreten sind. Ich fürchte wirklich, dass es in diesem Jahr regional in den Niederlanden oder auch hier bei uns in Deutschland Probleme mit der Reisesaison geben könnte. Die Zugvögel kommen nun wieder und das wird uns dann als Grund dafür präsentiert, dass sich die Vogelgrippe hier und da in den großen Geflügelbeständen ausbreitet. Ich glaube allerdings wenig davon, dass das Virus über Zugvögel in die teils fast hermetisch abgeriegelten Geflügelbetriebe getragen wird. Von unseren Brieftauben möchte ich da gar nicht sprechen. Aber da niemand Verantwortung tragen möchte in unseren Behörden wird eben alles verboten und dann hat man Ruhe. So geht es inzwischen leider in vielen Bereichen des Lebens.
 

Montag, 23.02.2026
Sascha am 23.02.2026 um 17:07 (UTC)
 Übermorgen sollen hier die Reisevögel zum ersten Mal in diesem Jahr verpaart werden und sehr pünktlich zu diesem Termin stellt sich hier frühlingshaftes Wetter ein mit sehr angenehmen Temperaturen und wahrscheinlich auch ein wenig Sonnenschein. Das ist für die Anpaarung der Tauben erfahrungsgemäß eine gute Sache. Aber da wir aus den Reisetauben keine Jungtiere züchten kommt es auch nicht so ganz darauf an dass sie alle pünktlich und gleichmäßig auf die Eier kommen.
Im Zuchtschlag hat sich ein jähriges Weibchen noch nicht dazu durchringen können ihr erstes Ei zu legen. Alle anderen Paare sitzen auf dem Nest und ich muss in Kürze mal kontrollien wie es mit der Beruchtung der Eier aussieht. Ich hatte auch unseren 13 Jahre alten Zuchtvogel B563 wieder angepaart. Bei ihm gehe ich nicht davon aus, dass dieses Gelege befruchtet ist. Aber im vergangenen Jahr hatte er auch erst das dritte und vierte Gelege dann einwandfrei befruchtet. Ich möchte aus ihm auch nicht unbedingt noch Reisetauben züchten, aber es wäre schön, wenn ich zu irgendeinem Zeitpunkt in diesem Jahr noch etwas für die Weiterzucht aus ihm bekomme.
Ob die Jungtiere, die man dann in einem Jahrgang züchtet, die notwendige Qualität haben und das ein oder andere sehr gute Tier darunter ist, kann man leider erst wirklich in zwei, drei Jahren wirklich beurteilen. Bis dahin sollte man die Tauben ordentlich versorgen und reisen und dann sieht man was mit ihnen los ist. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass rundum bestens mit allem was es gibt versorgte Zuchttauben und später auch Jungtauben am Ende insgesamt mehr bessere Tauben hervorbringt, Ich vergleiche das immer mit uns Menschen. Es gibt beispielsweise viele Sportarten, in denen Menschen aus Ländern die Wettbewerbe dominieren, die als Kinder oder Jugendliche wahrlich nicht die Möglichkeiten hinsichtlich der Ernährung hatten, wie es Gleichaltrige aus den Hochindustrieländern haben. Ginge es danach wie schon Kinder und Jugendliche ernährt werden, dann müssten z.b. in der Leichtathletik oder im Fußball die besten Sportler aus wenigen Ländern kommen. Das tun sie aber nicht.
Selbstverständlich sollte bei unseren Tauben die Elterntiere keinen erheblichen Mangel leiden und die Nachzucht sollte auch angemessen ernährt werden. Aber sowohl hinsichtlich des Futters, als auch hinsichtlich der Versorgung mit Beiprodukten übertreiben wir Brieftaubenzüchter es doch sehr oft am anderen Ende. Eine Jungtaube wird nicht dadurch eine bessere Reisetaube im späteren Leben, dass ich ihr das "perfekte Futter" reiche und ihr ständige alle Vitamine usw. gebe. So einfach ist es nicht und so einfach wird es auch nie werden. Den größten Faktor spielt die Genetik und die ist so variantenreich, dass wir letztlich auch da zu einem großen Teil von Zufall sprechen können welche Gene sich zusammen finden, zumal heute vielfach aus Tauben gezüchtet wird, bei denen nicht einmal die guten genetischen Grundlagen wirklich klar sind, denn aus Enkel x Nichte Super-As eine herausragende Taube zu züchten ist ähnlich wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie in 6er im Lotto.
All das macht aber den Reiz der Brieftaubenzucht und unseres Hobbys auch aus. Sonst wäre es wirklich zu einfach.
 

Samstag, 21.02.2026
Sascha am 21.02.2026 um 17:39 (UTC)
 In der letzten Sendung "Frag Röhnfried" von vorgestern, die ich mir im Nachgang einmal angesehen habe, stellte ein Sportfreund die Frage nach der Versorgung der Reisetauben mit reinem Standfutter. Ob das möglich sei, ob man damit erfolgreich sein könne usw. Bei der Beantwortung der Frage durch Sportfreund Frederik Wolf von der Firma Röhnfried fiel dann auch mein Name, weil er sich daran erinnerte, dass ich darüber hier geschrieben hatte.
In unserem letzten Reisejahr wurden von 13 angesetzten Flügen 10 verschoben, was am Ende dazu führte, dass ich die Reise vorzeitig eingestellt habe, obwohl wie hier und da noch sehr gute Platzierungen aufzuweisen hatten. Aber mit Beruf in Wechselschicht und Familie ist irgendwann eine Grenze erreicht, wo es einfach nicht mehr geht, wenn am Laufenden Band die Flüge (teils kurzfristig) verlegt werden.
Die Flüge, an denen wir teilgenommen haben, führten wir, so wie die Saisonvorbereitung auch, vollständig mit Standfutter durch. Im vorfeld hatte ich mich auch bei Sportfreuden erkundigt, welche mit echtem Standfutter rund um die Uhr sehr gute Ergebnisse erzielt hatten und weiter erzielen.
Ich hatte mir ein Futter zusammengestellt, was aus 6 verschiedenen Mischungen verschiedener Hersteller bestand und nicht so sehr fettreich war und auch nicht zu viel Rohfaser enthielt. Dieses Futter hatten die Tauben jeden Tag als Standfutter zur Verfügung.
Es sind einige Dinge anders gewesen als erwartet. Die Tauben waren beispielsweise nie zu schwer. Sie überfraßen sich nicht oder fraßen zu viel von bestimmten Körnersorten. Sie haben auch immer gut gefressen und nicht Ende der Woche weniger gefressen. Die Vögel waren rund und trainierten auch gut. Das war alles prima und funktionierte zu meiner Überraschung besser als gedacht. Es wurde auch nicht besonders viel Futter herumgeworfen.
Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Vögel nicht in absolute Hochform kamen. (Das kann auch ein leichtes gesundheitliches Problem gewesen sein). Aber es fehlten irgendwie die letzten fünf Prozent Form.
Vielleicht auch weil die Vögel nur 1x am Tag Freiflug haben konnten im Gegensatz zu all den Jahren vorher.
Aber ich konnte die Tauben einfach nicht so "Steuern" zum Flug hin, wie wir es gewohnt waren. Es war am Ende die gleiche "Problematik" wie bei einer Versorgung mit nur einer Futtermischung während der ganzen Woche, die wir einige Jahre zuvor einmal festgestellt hatten. Davon sind wir irgendwann auch wieder abgegangen, weil einige Vögel manchmal schon donnerstags in Höchstform waren und andere freitags und manchmal kamen sie auch vom Flug wieder und man dann dachte, wenn man sie in die Hand nahm und ihr Benehmen sah: "Jetzt sind sie so, wie sie beim Einsetzen sein müssten."
Ich denke schon, dass man mit echtem Standfutter durchaus erfolgreich reisen kann. Meiner Meinung nach wäre es aber besser wenn die Tauben dann zwei Mal pro Tag Freiflug bekommen könnten, was hier leider nicht möglich ist. Ich spreche hier auch nur von meinen Erfahrungen mit Witwervögeln. Bei Reiseweibchen kann ich das gar nicht beurteilen.
Dieses Jahr gehe ich wieder auf unser gewohntes 3-Phasen-System (Matador) zurück und habe mir zu einer relativ regelmäßigen Versorgung etwas überlegt. Dazu werde ich aber später noch einmal schreiben. Ich fühle mich bei der Versorgung der Tauben damit einfach wohler. Aber das ist insgesamt vermutlich auch bei jedem Sportfreund anders. Die Standfuttermethode müsste man, so denke ich, mehrere Jahre konsequent durchführen und beobachten und anpassen - dann kann man mit ihr ganz bestimmt genauso erfolgreich sein wie mit anderen Versorgungsmethoden.

So sah unser fertig gemisches Standfutter in 2025 aus:

 

<-Zurück

 1  2  3  4  5  6  7  8 ... 254Weiter ->