| | In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "De Duif" findet sich ein ausführlicher Rückblick auf die Brieftauben-Olympiade in Dortmund am vergangenen Wochenende. Es ist immer gut, wenn unsere Verantwortlichen auch einmal den Spiegel vorgehalten bekommen und darüber berichtet wird, was gut und was weniger gut oder schlecht angekommen ist.
Ich hatte hier schon geschrieben, dass ich krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte und mir daher kein Urteil erlauben mag. Aber wenn ein Standbetreiber, wie die Herausgeber der Fachzeitschrift "De Duif", der stets auf allen Olympiaden zu Gast war, einen ausführlichen Beitrag zu solch einer Veranstaltung schreibt, dann kann man schon sagen, dass dieser Artikel sicherlich Hand und Fuß hat.
Leider kommt unser Verband als Ausrichter und kommen v.a. die Vertreter unseres Verbandes, d.h. unser Verbandspräsidium an verschiedenen Stellen in der Beurteilung gar nicht gut weg.
So hinterließ der Umstand, dass die Verantwortlichen kaum Kontakt zu den Ausstellern suchten, keinen guten Eindruck. In "De Duif" schreibt man dazu: "Übrigens war der Deutsche Taubenverband während der gesamten Messe auffällig abwesend. Es gab beispielsweise keine Ansprechpartner unter den Mitarbeitern. Das Ganze wirkte sehr undeutsch."
Der Freitag und auch der Sonntag waren von den Besucherzahlen und finanziell für die Aussteller wohl ein ziemlicher Reinfall. Zum Freitag und den Öffnungszeiten liest man in "De Duif":
"Der erste Tag war wirtschaftlich ein Desaster, da kaum Besucher kamen. Verständlich: Wer würde schon für einen dreistündigen Messetag mitten im Berufsverkehr so weit fahren? Warum die späte Öffnungszeit? Alle Stände sind seit Donnerstagabend aufgebaut, alle Aussteller sind da und tun nichts. Öffnet man die Messetore erst um 9 oder 10 Uhr, kann man nachmittags immer noch eine offizielle Eröffnungsfeier abhalten." Ergänzend dazu schreuibt man zum Messesonntag:
"Während der Freitag als Messetag zu kurz war, war der Sonntag zu lang. Es gab kaum mehr Besucher als Aussteller, und noch vor dem Mittagessen begannen die ersten Stände abgebaut zu werden. Alle wollten die Halle verlassen und mit dem Verladen beginnen, doch das Sicherheitspersonal hielt sie davon ab. Von Organisation war einmal mehr nichts zu spüren. Und so endete die Messe wie schon an all den Tagen zuvor: in Chaos und Traurigkeit."
Ein weiterer großer Kritikpunkt war der Umgang mit den ausgestellten Olympiatauben:
"Der größte Ärgernispunkt war jedoch die Sicherheit der Olympiatauben. An einem Eingang zum Ausstellungsbereich saß ein Wachmann auf einem Stuhl, am zweiten Ausgang war keiner. Mehrere Kameras überwachten die Taubenreihen. Es grenzt an ein Wunder, dass keine Tauben gestohlen wurden. Seit Freitagmorgen flogen außerdem entflogene Tauben in der Halle herum; wir wissen mit Sicherheit, dass eine davon eine kroatische Olympiataube war. Das ist schlichtweg eine Schande. Teilnehmer, die Tauben mitbrachten, berichteten, dass das Einsetzen und Abnehmen der Tauben am Mittwoch- und Sonntagnachmittag sehr chaotisch und schlampig verlaufen sei und die Pflege mangelhaft gewesen sei (die Tauben befanden sich in ungereinigten Käfigen, und das Futter lag am Sonntagmittag einfach im Kot)."
Diese Worte sind bezogen auf die Olympiade-Ausstellung und die Messe schon starker Tobak. Aber aus meiner Sicht kann ich dazu sagen, dass sich der gleiche Eindruck bestätigt hat, den ich auf den letzten Verbands-Ausstellungen in Dortmund hatte. Unser Verband war und ist mit der Ausrichtung einer solchen Veranstaltung einfach überfordert. Über die Gründe dieser Überforderung kann man nur Mutmaßungen anstellen. Wenn man aber kurzfristig die Ausrichtung der Olympiade übernimmt, dann sollte man sie auch zur Zufriedenheit aller durchführen.
In "De Duif" wurden die beiden Festabende insgesamt gelobt und positiv hervorgehoben und auch der FCI-Kongress lief wohl insgesamt sehr gut ab. Warum dieser Kongress gleichzeitig zum Tierärzte-Kongress stattfand war aber auch dem Autor der belgischen Fachzeitschrift nicht ganz klar.
Ich hatte zuletzt auch noch privat Rückmeldung bekommen, dass beispielsweise Sportfreunde aus Polen, welche die weite Reise zur Brieftauben-Olympiade angetreten hatten, sehr enttäuscht über den relativ geringen Besuch und den sehr kleine Industrie-Messe waren. In "De Duif" schreibt man zur Industrie-Ausstellung kurz und knapp:
"Unserer Meinung nach war die Messe etwas enttäuschend. Es war die kleinste Olympiade-Messe, die wir je gesehen haben. Es ist schon merkwürdig, dass man als Veranstalter des angeblich größten Taubensportevents der Welt nicht mehr Aussteller für die Messe gewinnen kann. Die einzige Halle, in der die Messe stattfand, war kaum halb voll."
Ich bin gespannt darauf wie die Berichterstattung in unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" zu dieser Veranstaltung in der nächsten Ausgabe sich gestaltet und wie andere Zeitschriften sich zur "Brieftauben-Olympiade" äußern. Für mich persönlich, der leider nicht teilnehmen konnte, verfestigt sich einmal mehr der Eindruck, den ich schon seit längerer Zeit zu verschiedenen Veranstaltungen unseres Verbandes und zu den Verantwortlichen habe: Viel gewollt und wenig gekonnt.
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