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Montag, 31.08.2026
Sascha am 31.08.2026 um 04:17 (UTC)
 Bevor ich heute etwas ausführlicher zu unserem gestrigen Preisflug ab Würzburg etwas schreibe, möchte ich es nicht versäumen meinem Taubenfreund Michael Kemper ( kemper racing pigeons germany" ) dafür zu danken, dass er am Samstag auf seiner Reise zu den Sportfreunden Herbots in Belgien unsere verflogene Taube im Raum Düren eingesammelt und wieder mit zu uns nach Hause gebracht hat. So einen zusätzlichen Aufwand zu betreiben und einen Umweg zu fahren ist wirklich nicht selbstverständlich und ich bin froh, dass unsere Schecktäubin 101 wieder daheim ist.
Nachdem wir am vergangenen Montag einen Flug mit östlichen Winden hatten bei dem die Tauben doch deutlich westlich geflogen sind, hatten wir nun einen Preisflug auf dem unsere Jungtauben auf der gesamten Strecke mit starken west-südwestlichen Winden zu kämpfen hatten. Der Auflass erfolgte um 10.15 Uhr in Würzburg bei einer Entfernung von etwa 230 Kilometern zu unserem Schlag. Ich hatte auch dieses Mal wieder unsere Jungtaube mit der Nummer 163 mit einem Tracking-Ring auf die Reise geschickt. Zu meiner Überraschung orientierte sich die Taube nach dem Start trotz des Windes deutlich westlich und flog sogar noch westlich unseres letzten Auflassortes in Karlstadt über Lohr am Main zurück in Richtung Heimat und wurde dort um 10.46 Uhr nach etwa 40 Kilometern Flug registriert. Dann aber orientierte sich die Taube doch, wahrscheinlich durch den recht starken Wind bedingt, deutlich nördlicher. Bedingt durch die andere Flugroute als beim vergangenen Flug und die weniger dicht besiedelten Regionen dort, erfolgten dieses Mal doch deutlich weniger Registrierungen des Tracking-Rings als zuletzt. Aber um 11.52 Uhr, also nach gut eineinhalb Stunden Flugzeit war die Taube dann in Kirtorf, gar nicht weit von unserem Auflassort des ersten Preisfluges in Alsfeld unterwegs. Von dort aus flog sie dann auf einer eher etwas zu östlichen Route und wurde nach einer weiteren Stunde Flugzeit in Thülen registriert. Thülen liegt etwas östlich vom äußeren östlichen Rand unseres RV-Gebietes. Von dort sind es bis zu unserem Schlag noch etwa 30 Kilometer.
Wir saßen wieder mit mehreren Sportfreunden auf der Bank bei meinem Nachbarn und warteten auf die Tauben und erhielten dann erste Meldungen aus der RV. Allerdings waren bei uns noch keine Tauben zu sehen und wir rechneten bei dem immernoch sehr starken Winden auch nicht mit frühen Tauben hier am westlichen Rand unserer doch flächenmäßig recht großen Reisevereinigung.
Irgendwann flog dann, aus Nordosten kommend, bei uns eine Taube an und es folgten sofort weitere Tiere (darunter waren allerdings auch, wie sich später herausstellte, zwei fremde Tauben), die auf unserem Dach landeten.
Ich ging dann zu uns herüber um die Tauben hereinzurufen. Dadurch haben die Tiere wahrscheinlich etwas Zeit verloren, denn sie kamen erst in den Schlag als ich sie zuhause rief. Mir ist das alles auf der Jungreise nicht ganz so wichtig und so haben die Tauben da vielleicht eine Minute verloren. Aber das ist kein Problem.
Als ich dann im Schlag war, war zu meiner Überraschung tatsächlich unsere 163, die Tauben, die mit dem Tracking-Ring unterwegs war, als Erste eingesprungen.
Wenn man sich nun die Karte mit ihrem Flugverlauf ansieht, dann muss die Taube nach ihrer letzten Registrierung vor der Heimat noch ein Stück nördlicher geflogen (ohne nochmals registriert zu werden) und dann aus Nordosten zurückgekehrt sein. Wir sahen die Tauben deutlich aus Nordosten anfliegen und für die letzten 30 Kilometer vom letzten Markierungspunkt hatte sie exakt 35 Minuten benötigt, was ein wenig länger ist, als normal.
Da die Tauben in unserer Reisevereinigung zu diesem Zeitpunkt im nordöstlichen Bereich bereits sehr gut und schnell heimkehrten wird sie sicher noch ein wenig mit dorthin geflogen sein und sich dann nach hause orientiert haben.
So war unser Ergebnis am Ende mit etwas über 23 Prozent Preisausbeute auch nicht wirklich gut, aber das spielt für mich keine Rolle, denn die Jungtierreise ist zum Lernen da. Der starke Wind gestern beeinflusste das Ergebnis dann eben auch ein ganzes Stück. Das ist nicht zu ändern. Man sieht aber, dass unsere 163 Woche für Woche etwas dazulernt und immer sicherer wird.
Der durchgängig starke Wind in der Strecke mit fast durchgängig Böen um die 50 Stundenkilometern hatte den Tauben schon zu schaffen gemacht und einige Tiere waren nach der Heimkehr doch deutlich erschöpft. Sie erholten sich dann aber recht schnell. Es bleibt natürlich auch nicht aus, dass so ein Flug für eine Taube anstrengend ist, die vielleicht noch drei oder vier Schwungfedern stehen hat.
Deswegen muss ich in dieser Woche schauen wie sich das Wetter entwickelt, was am nächsten Wochenende dann für ein Flug durchgeführt werden kann und soll und wie ich es zeitlich schaffe, denn ich habe am nächsten Wochenende auch wieder Dienst auf der Arbeit. Ob ich noch einmal Tauben mit schicken kann auf dem letzten Flug des Jahres steht also noch nicht fest.

 

Samstag, 29.08.2026
Sascha am 29.08.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern in den Mittagsstunden meldete mir eine besorgte Dame telefonisch eine fehlende junge Täubin vom Flug am vergangenen Montag. Das Tier hatte sich in ihrem Garten in der Nähe einer Vogelvoliere aufgehalten und konnte von der Frau festgesetzt und erst einmal mit etwas Vogelfutter versorgt werden. Die Dame wohnt in der Nähe von Düren zwischen Köln und Aachen. Unsere Jungtaube war also in einer völlig falschen Region unterwegs. Nach zwei, drei Telefonaten konnte ich einen Rücktransport der Taube organisieren und das Jungtier wird schon heute nachmittag wieder hier eintreffen. Dann werde ich die Taube gut versorgen sodass sie sich erholen kann.
Ich frage mich allerding wie es kommt, dass auch dieses Tier, wie weitere Tauben, die vom Flug am Montag gemeldet wurden, einfach immer weiter westlich geflogen und nicht in unsere Richtung abgebogen sind.
Gestern Abend, als unsere Jungtiere im Freiflug waren saß ich, wie recht häufig, bei meinem Nachbarn, der dann auch seine Tauben fliegen lässt, auf einer Bank. Wir unterhalten uns dann über dies und das und selbstverständlich viel über die Tauben. Es sind dann auch immer mal wieder Sportfreunde anwesend, die selbst keine Tauben mehr halten (können), aber gerne zusehen wenn die Tauben fliegen und die immernoch sehr viel Interesse an den Brieftauben haben. Einer der gestern anwesenden Sportfreunde, der in seiner aktiven Zeit sehr erfolgreich reiste, und der auch heute noch bei Bedarf Züchtern hilft und immer wieder mit seinem Rad zu verschiedenen Brieftaubenzüchtern fährt um z.b. die Ankunft der Tauben vom Flug zu erwarten, sagte irgendwann: "Die Tauben sind nicht richtig im Kopf. Irgendwas stimmt da nicht." Der ehemalige Züchter war auch in seiner aktiven Zeit bekannt dafür, dass er seine Tauben sehr genau und ausgiebig beobachtete und dann versuchte seine Schlüsse aus ihrem Verhalten zu ziehen. Er umschrieb mit seinen Worten etwas, was ich auch schon seit Wochen als Gefühl so teilen muss, ohne dass ich einen Grund dafür benennen könnte. Ich will auch keine Vermutungen dahingehend öffentlich anstellen. Aber irgendwie habe auch ich das Gefühl, dass unsere Brieftauben, zumindest zeitweise, nicht "richtig im Kopf" sind und damit meine ich v.a. ihre Orientierung. Es macht den Eindruck als sei diese zeitweise und teilweise gestört. Warum und wodurch auch immer.
Ich hatte ja bereits mehrfach das Verhalten unserer Jungtauben beschrieben, die in diesem Jahr nie mehr als maximal vielleicht einen Kilometer vom Haus weggezogen sind. Sie fliegen gerne und gut und teilweise auch ausgiebig. Aber sie gehen nicht von ihrem Heimatschlag weg. Da ich immer mal wieder Tauben mit Tracking-Ringen auch hier zuhause ausstatte kann ich das sehr gut sehen. Die Tauben bleiben über die gesamte Freiflugzeit in der Nähe ihres sicheren Schlages. Dafür muss es irgendeinen Grund geben, den ich aber nicht kenne.
Beim Freiflug am Mittwoch abend war es so ungewöhnlich, dass die Tauben fast eine Stunde lang immer in ganz engen Kreisen extrem schnell um das Haus flogen. Die Schläge waren geöffnet. Sie hätten auch hinein gehen können. Aber sie flogen wirklich mit Tempo und immer rund und rund und rund wie ein Karussel.
Wir schauen hier auch immer ob es Greifvogel-Angriffe gibt, aber auch diesnbezüglich konnten wir bisher gottseidank nichts feststellen.
Die Reisesaison neigt sich nun insgesamt dem Ende entgegen. Für unsere Reisevereinigung stehen noch zwei Flüge auf dem Programm. Morgen soll es nach Würzburg gehen. Ich werde aber heute erst im Lauf des Tages entscheiden ob ich noch Tauben auf den Flug mitgebe. Ich möchte mir noch die Wettervorhersagen ansehen und Flugverläufe heute abwarten. Das Wetter heute ist insgesamt gut. Aber es soll doch recht windig werden und der Wind soll morgen nochmals zunehmen. Ich muss sagen dass ich schlecht einschätzen kann inwieweit der teils böige Südwest-Wind die Tauben dann östlich aus der Strecke drücken würde.
 

Freitag, 28.08.2026
Sascha am 28.08.2026 um 04:41 (UTC)
 Vor etwa zehn Tagen telefonierte ich mit einem Sportfreund, der mit seinen Jungtauben zwei schwierig verlaufende Flüge hatte. Während der erste Flug für die gesamte Reisevereinigung nicht leicht war, taten sich beim dem anderen Flug fast nur seine Jungtauben sehr schwer. Der Züchter berichtete mir, dass er sich das nicht erklären konnte. Die Jungtauben sahen gut aus, fraßen gut und trainierten gut. Da er aber sicher gehen wollte, dass die Tiere gesund sind, fuhr er mit mehreren Jungtauben zu einem bekannten Taubentierarzt in seiner Nähe. Die Kropf- und Kloakenabstriche waren absolut in Ordnung. Es waren keine Krankheitszeichen und Erreger zu finden. Aber der Tierarzt sagte zu diesem Züchter: "Deine Tauben haben Probleme mit den Augen." Der Sportfreund konnte nichts erkennen und so zeigte ihm der Tierarzt die Symptomatik am Auge und auch nach einem Augenabstrich unter dem Mikroskop. Der Sportfreund bekam Augentropfen für seine Tiere verschrieben und sollte sie entsprechend damt behandeln. Seitdem haben wir noch nicht wieder telefoniert, aber ich hoffe, dass die Probleme nun beseitigt sind.
Gestern schrieb ich dann hier an dieser Stelle auch kurz über diese neuartige Augeninfektion und bekam sehr verschiedene und für mich sehr interessante Rückmeldungen. Ein Sportfreund berichtete mir, dass er seine Jungtauben dieses Jahr mit einem bestimmten Impfstoff zwei Mal geimpft habe und erstmals seit mehreren Jahren keine Probleme habe. Ein Züchter berichtete mir, dass er die Tauben, nachdem die Infektion ausgebrochen war, mit sogenannten Rauchtabletten im Schlag behandelt habe und nach zwei Tagen sei "der Spuk vorbei gewesen". Ein dritter Züchter schrieb, dass er im Falle einer Infektion die Jungtauben sofort mit einer bestimmten Antibiotikaspritze behandeln würde, die dann schnell Besserung bringe. Weiterhin erfuhr ich, dass andere Züchter bestimmte Desinfektionsmittel einsetzen auf verschiedene Arten um dieser Augeninfektion vorzubeugen oder sie zu bekämpfen. Wieder andere setzen Salben aus dem Humanbereich ein und hoffen, dass sie Wirkung tun.
Ich will all diese Vorgehen weder in Abrede stellen, noch irgendeinen Weg als besonders zielführend erklären. Ich nenne hier auch absichtlich keine Namen von Produkten oder Impfstoffen oder Medikamenten. Ich sehe nur, dass wir teilweise vor einem Problem mit einer Krankheit bei unseren Tauben stehen, über die wir sehr wenig wissen und deren Auswirkungen wir auch nicht wirklich beurteilen können.
Vieles erinnert mich an die Zeit, als wir diese massiven Probleme mit der sogenannten Jungtaubenkrankheit hatten. Was haben unsere Jungtauben in all den Jahren für Massen an Medikamenten schlucken müssen um den Auswirkungen der Krankheit irgendwie Herr zu werden. Gegen Trichomonaden und Hexamiten, gegen Pilzinfektionen, Antibiotika-Mixe gegen diverse Erreger usw. Und trotzdem erkrankten viele Tiere, starben etc. Es war teilweise wirklich dramatisch.
Die Beiprodukte-Industrie verkaufte uns Züchtern zig verschiedene Produkte, die allesamt helfen sollten und es in der Regel kaum taten. Auf Kräuterbasis, auf Basis von Beeren, verschiedene Probiotika usw. Ich erinnere mich daran, dass es einmal ein Video gab und auch einen Bericht in der Verbandzeitschrift, dass ein Sportfreund nun die Lösung gegen die Jungtierkrankheit habe: er rührte einen Sud aus Datteln an. Im Nachhinein muss ich etwas darüber lachen und sagen: wir Taubenzüchter haben uns benommen wie irgendwelche Heiler im Mittelalter. Nur hatten diese Heiler seinerzeit vielleicht noch etwas mehr Ahnung als wir.
Seit es unsere Studiengruppe zur Jungtierkrankheit ab den Jahren 2017/2018 gab und seit andere Forscher (z.b. in Australien) der Krankheit gezielt nachgingen, ist der Erreger bekannt, es gibt einen Impfstoff und der tut auch seine Wirkung, auch wenn einige Züchter derzeit wieder anderes behaupten.
Da wird dann gesagt: "Die Tauben sind zwei Mal gegen das Rotavirus geimpft aber haben trotzdem die Jungtierkrankheit bekommen."
An der Stelle möchte ich sagen: nicht jede Jungtaube, die erbricht oder schlechten Kot absetzt tut das aufgrund des Rotavirus. In erster Linie können Colibakterien (und auch andere Erreger) auch aufgrund anderer Ursachen in den Beständen Probleme machen. Die Impfung tut trotzdem, nach allem was bekannt ist, weiter ihren Dienst und wirkt. Es wird leider im Brieftaubensport sehr viel Unfug verbreitet.
Wenn man nun auf diese relativ neuartige Augeninfektion schaut, dann geht nun das experimentieren wieder los, Mit diversen Medikamenten, mit Kräutern, Tropfen und Tinkturen usw. Wir fangen wieder mit unserem mittelalterlichen Gehabe an. Die Tauben scheinen erkankt zu sein. Manchmal sieht man es, manchmal nicht (wie bei dem oben genannten Sportfreund) und schon wird irgendetwas an die Jungtauben verabreicht, in der Hoffnung, dass es in Bezug auf die Erkrankung Besserung bringt.
In der Taubenklinik kann man derzeit betroffene Jungtauben zu Studienzwecken in Bezug auf diese Augenprobleme untersuchen lassen. Es werden Proben entnommen um den Erreger zu isolieren. Wichtig wäre natürlich, dass erkrankte Tiere sofort vorgestellt werden und nicht erst nach einer Behandlung mit diversen Mitteln.
Das ist der einzige und richtige Weg eine Krankheit zu erfassen. Wir müssen versuchen den Erreger zu isolieren und herauszufinden was unseren Tauben Probleme macht. Danach kann entsprechend versucht werden ein wirksames Medikament zu finden oder einen Impfstoff zu entwickeln.
Wir selbst haben in diesem Jahr bisher keinerlei Probleme in unserem Jungtierschlag mit den sogenannten "entzündeten Augen". Das ist vermutlich einfach Glück, denn ich würde keinesfalls soweit gehen zu behaupten, dass es in irgendeiner Form damit zu tun hat, wie die Tauben hier geführt und versorgt werden.
 

Donnerstag, 27.08.2026
Sascha am 27.08.2026 um 05:06 (UTC)
 Die Ausflüge unseres Jungtierschlags liegen oben im Dachfirst auf unserem Haus direkt in östlicher Richtung. Es sind herkömmliche Dachfenster, die ich in verschiedenen Stufen öffnen kann. In den letzten Tagen allerdings herrscht hier durchgehend recht spürbarer Wind aus östlichen Richtungen. Egal wie ich einen oder beide Ausflüge dann öffne - der Wind bläst doch immer sehr merklich in den Schlag. Das ist seit vielen Jahren so, aber ich habe mir doch vorgenommen im Herbst etwas dahingehend zu verändern, sodas ich die Ausflüge zwar weiterhin öffnen kann, aber der Wind nicht so in den Schlag weht. Wahrscheinlich werde ich mit Plexiglas arbeiten, damit nicht noch mehr Licht im Schlag fehlt. Sowohl im Schlag, als auch draußen beim Freiflug merke ich einfach immer wieder, dass Brieftauben diese östlichen Winde, insbesondere wenn sie etwas kräftiger wegen, nicht besonders mögen. Das Verhalten der Tiere ist ganz anders als bei Westwind in gleicher Stärke. Das meine ich jedenfalls zu beobachten seit langer Zeit.
Gestern wurden hier direkt hinter unserem Haus während der Bauarbeiten an unserer neuen Terrasse während des ganzen Tages Verdichtungsarbeiten mit einer großen Rüttelplatte gemacht. Im ganzen Haus wackelte und klapperte es und auch die Tauben wirkten doch sichtlich nervös. Aber das kann ich aktuell nicht ändern. Wenn die arbeiten in einiger Zeit abgeschlossen sind wird wieder Ruhe einkehren. Dann ist allerdings die Reisesaison vorbei. Aktuell kann ich aber auch noch keinen besonderen negativen Einfluss des ganzen Lärms auf die Flugresultate feststellen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Allerdings ist hier scheinbar auch noch nicht klar, wann und wo der nächste Flug stattfinden soll. Wenn der Flug wieder unter der Woche stattfindet, dann kann es sein, dass ich arbeitsbedingt gar nicht mehr setzen kann.

Im vergangenen Herbst und Winter habe ich an dieser Stelle mehrfach über die Problematik mit entzündeten Augen bei Jungtauben geschrieben. Auch aktuell oder in den vergangenen Wochen wurden mir von einzelnen Sportfreunden diesbezüglich Berichte über Schwierigkeiten in ihren Beständen geschildert. Unsere Taubenklinik versucht derzeit eine Studie durchzuführen und man kann betroffene Tauben dort untersuchen lassen, damit Abstriche an den Augen genommen werden können, um erst einmal den Erreger zu isolieren. Denn bisher weiß man nicht welcher oder welche Erreger für die oft einseitigen und trockenen Entzündungsreaktionen verantwortlich sind.
Leider neigen Züchter dazu erst einmal im Falle eines solchen Ausbruchs irgendwelche Medikamente einzusetzen, die sie noch im Schrank haben, wundern sich dann, dass die Medikation wenig oder nicht viel nutzt und gehen dann zum Tierarzt. Für die Untersuchung in der Verbandsklinik wären aber unbehandelte Tauben mit einer solchen Symptomatik wichtig.
Gerne verschreiben Tierärzte im Falle einer derartigen Augeninfektion Augentropfen auf der Basis des Antibiotkums Gentamycin. Ich selbst bezweifle allerdings ein wenig, dass diese s Medikament überhaupt eine entscheidende Wirkung hat. Wenn wir schnell den Erreger isolieren könnten, dann wüsste man vermutlich auch sehr schnell was zu tun ist.
Hier in unserem Schlag hatte ich in diesem Jahr bislang kein einziges Tier mit einer solchen Augeninfektion. Woran es liegt kann ich nicht sagen. Es gibt Sporfreunde, die glauben, dass eine Impfung mit dem Impfstoff PHA (Paramyxo-Herpes-Adeno) hilft. Aber die meisten Tierärzte sagen, dass eine Wirkung dieses Impfstoffs zur Vermeidung dieser Augeninfektionen nicht vorhanden ist.
Ich selbst impfe unsere Tauben niemals mit PHA, weil ich diesen Impfstoff für vollkommen überflüssig halte. Warum hier in diesem Jahr noch keine Jungtaube offensichtlich von dieser Augenerkrankung betroffen war kann ich überhaupt nicht sagen. Aber es ist insgesamt sehr erfreulich dass die Jungtiere weiter einen guten Eindruck machen und gesund scheinen ohne dass ich hier bisher während der Jungreise mit Medikamenten gearbeitet habe. Ich halte es an dieser Stelle doch sehr mit Dr. Marien, der sagt, dass sogenannte prophylaktische Medikamentengaben einfach mehr kaputt machen, als dass sie einen Nutzen haben. Da hier bisher kein Jungtier in der Reise negativ aufgefallen ist - sei es mit Augenproblemen oder mit anderen Schwierigkeiten - gibt es auch keine Medizin.
 

Mittwoch, 26.08.2026
Sascha am 26.08.2026 um 04:34 (UTC)
 Etwa eine gute Stunde nach dem Auflass unserer Tauben am Montag schrieb ich mit einem Sportfreund aus unserer Reisevereinigung. Ich hatte bereits die ersten Daten der Taube empfangen, die mit dem "GPS-Ring" unterwegs war und ich sagte zu dem Züchter, dass es ein schwerer Flug werden würde. Als er mich fragte warum, antwortete ich ihm, dass meine Taube viel zu weit westlich abgezogen und unterwegs sei.
Nach 30 Minuten Flugzeit hatte die Taube bereits gute 50 Kilometer zurückgelegt. Sie flog aber deutlich zu weit westlich, Nach etwa einer Stunde Flugzeit war die Taube über 90 Kilometer geflogen. Das heißt das Tier flog vermutlich in einem Schwarm, denn auf sich allein gestellt fliegt keine Taube so schnell. Sie hatte zum Zeitpunkt dieser Messung aber bereits 30 Kilometer westlich "Versatz" zur gedachten Ideallinie vom Auflassort zum Heimatschlag. Ich sagte dann noch, dass die Taube bei diesem hohe Tempo sicherlich nicht entscheidend die Richtung korrigiert nach Norden und so kam es dann auch. Die flog weiter gerade aus und erst südwestlich von Siegen mit bis zu 60 Kilometer "Versatz" zur Idealroute korrigierte das Tier dann seinen Kurs und flog, dann auch deutlich langsamer, genau Richtung Norden. Diesen Punkt erreichte sie in dem Ort Mudersbach-Niederschelderhütte nach etwa 110 Minuten Flugzeit. In dieser Zeit hatte die Taube also schon mehr als 160 Kilometer zurückgelegt. Sie war aber gleichtzeitig noch 75 Kilometer südwestlich von unserem Schlag unterwegs.
Das Tier flog dann tatsächlich direkt in Richtung Norden über die Orte Finnentrop und Sundern, in denen Auch Sportfreunde aus unserer Nachar-RV wohnen und stoppte dann fast genau 20 Kilometer westlich von unserem Schlag in Ense. Dort muss die Taube eine Weile gesessen haben (etwa 15 Minuten) bevor sie sich wieder aufmachte und begann zu suchen. Sie flog zunächst etwa 3 Kilometer in die richtige Richtung, bevor sie umdrehte und sich aufmachte in Richtung Wickede, Fröndenberg und dann auf Dortmund zu. In Holzwickede stoppte die Taube, drehte um, flog wieder zu einem Ort in Wickede, an dem sie schon einmal war und dann auch wieder über Ense und schließlich in Richtung unseres Schlages wo sie gegen 14.15 Uhr nach vier Stunden und vierzig Minuten nach dem Auflass ankam. In dieser Zeit hatte die Taube mehr als 320 Kilometer zurückgelegt, statt einer Strecke von 205 Kilometer bei Direktflug auf der "Idealroute":
Interessant zu verfolgen war das Verhalten der Taube hier in Heimatnähe als sie zwanzig Kilometer westlich von hier entfernt begann zu suchen. Ich habe dazu die entsprechende Grafik hier angehängt.
Ich habe von Zeit zu Zeit hier bereits über den sogenannten "Haarstrang" geschrieben. Das ist ein etwa 300 Meter hoher Höhenzug, der parallel zur A44 verläuft und der das Sauerland von der Soester Börde und dem anschließenenden Münsterland trennt. Ich beobachte seit vielen Jahren dass die Tauben sich schwer tun dort hinüber zu fliegen. Sei es aus südlichen Richtungen nach Norden oder umgekehrt. Speziell Jungtauben haben dort oftmals Schwierigkeiten. Ich habe keine Ahnung warum es so ist und Sportfreunde hatten sich bei mir gemeldet und mir gesagt, dass das nicht sein könne. so hoch sei dieser Höhenzug nicht und die Tauben flögen doch viel höher etc.
Mit liegen Daten von Tauben vor, die ebenfalls mit GPS-Ringen geflogen sind und ins Münsterland musste von Südosten her und die ebenfalls nicht über diesen "Haarstrang" fliegen mochten, sondern immer wieder davor herum flogen von West nach Ost und umgekehrt.
Schaut man sich nun die Daten unserer Taube an so ist ähnliches passiert. Das Tier hat praktisch vor und fast auf dem Höhenzug gestoppt und ist dann nicht in Richtung Heimat nach Osten, sondern erst einmal über 20 Kilometer nach Westen in Richtung Dortmund geflogen, ist dann umgekehrt und dann doch nach hause gekommen.
Nun möchte ich aus dieser einen Beobachtung keine weiteren Rückschlüsse ziehen, aber ich werde das Verhalten der Tauben diesbezüglich weiter verfolgen.
Auch die Flugbahn der Taube in dem Bereich wo sie sich endlich nach Norden orientiert hat war am Ende so, wie wir es hier seit Jahren kennen und wie ich es auch von anderen Gps-Daten von Sportfreunden kenne, die z.b. im Ruhrgebiet wohnen. Die Tiere bevorzugen bestimmte Routen, die über bestimmte Orte führen. Fast unabhänhig von Wind und Wetter.
Unsere Taube hat es gottseidank nach Hause geschafft. Auch wenn sie einen relativ großen Umweg geflogen ist. Warum sie sich vom Auflass an so weit westlich orientierte kann ich nicht sagen. Aber Ad Schaerlaeckens in Belgien berichtet immer wieder darüber, dass Untersuchungen mit Tauben per GPS zeigen, dass sich die Tauben nach dem Auflass fast immer westlicher orientieren, als sie das in Bezug auf die ideale Flugroute eigentlich müssten. Auch das müsste man weiter erforschen.
Bezogen auf unseren Flug ist es so, dass der östliche und nordöstliche Wind, wenngleich er gar nicht stark war, den Effekt der westlichen Orientierung noch verstärkt zu haben scheint. Es wurden bereites verflogene Tauben von Züchtern unserer RV in Luxemburg und in Hockenheim gemeldet. Diese Tiere haben die Nordorientierung nicht geschafft so wie unsere Taube und haben sich dann scheinbar vom Wind immer weiter west-südwestlich treiben lassen.
Ich weiß noch nicht wie das Flugprogramm hier in der RV weiter geht. Auch das Wetter wird in den nächsten Tagen nicht einfach. Aber ich werde sicherlich die Taube nochmals mit GPS fliegen lassen, wenn wir noch an einem Flug teilnehmen.

 

Dienstag, 25.08.2026
Sascha am 25.08.2026 um 04:39 (UTC)
 Während der Jungtaubenreise bekommt scheinbar fast jede Reisevereinigung irgendwann einen schlechten Flug. Oft zu Beginn der Saison. Manchmal auch später. Für unsere RV war es gestern soweit, dass der nun insgesamt 8. Flug, der über 200 KM in Karlstadt gestartet wurde, einen relativ schweren Verlauf nahm. Die Konkurszeit betrug über 40 Minuten und auch danach kamen die Tauben nur zögerlich nach. So manchem Züchter fehlten am Abend doch noch recht viele Tauben. Uns selbst fehlten gestern Abend noch sechs unserer 50 eingesetzten Tiere. Ich bin aber guter Hoffnung, dass heute noch Jungtauben nachkommen. Mit sechs fehlenden von 50 Tauben scheinen wir aber nach dem wenigen, was ich von anderen Sportfreunden gehört habe, noch gut dazustehen.
Die Jungtauben wurden gestern um 9.35 Uhr in Karlstadt aufgelassen. Das Wetter war auf der für unseren Schlag 205 Kilometer langen Strecke prima. Gute Sichten, Wolken und blauer Himmel im Wechsel und leichte Winde aus Nordost bis Ost. Eigentlich waren keine größeren Schwierigkeiten zu erwarten.
Ich hatte allerdings ein Jungtier mit einem dieser neuen Tracking-Ringe eingesetzt und schon relativ zeitnah nach dem Auflass konnte ich sehen, dass sich die Taube direkt nach dem Start deutlich zu weit westlich orientiert hatte. Sie flog auch mit hohem Tempo und hatte nach etwa einer Stunde Flugzeit bereits über 90 Kilometer zurückgelegt. Allerdings eben zu weit in westlicher Richtung. Ich werde den Flug morgen anhand der Daten noch näher analysieren. Nur so viel vorab: die Taube flog irgendwann südwestlich von Siegen, orientierte sich dann nach Norden und hatte dann hier recht heimatnah noch einige Schwierigkeiten. Sie kam dann aber etwa zwei Stunden nach den ersten Tauben wohlbehalten hier zuhause an. Es ist wirklich sehr spannend ihre Flugroute zu sehen, denn es erklärt einiges zum Flugverlauf, da auch fast alle anderen Tauben von hinten aus dem Westen zurück in die Heimat kamen.
Die Jungtauben, die am Nachmittag und gegen Abend eintrafen waren dann auch entsprechend erschöpft, da sie aus dem Westen gegen den inzwischen deutlich stärkeren Ostwind anfliegen mussten. Wie es aber bei Jungtauben so ist werden sie sich hoffentlich sehr schnell erholen.
In der Preisliste beginnen wir dieses Mal recht früh mit dem 10. Konkurs gegen 1.150 Tauben und erzielen von unseren 50 eingesetzten Jungtauben 22 Preise, was erneut absolut in Ordnung ist.
Was ich in den letzten Tagen feststelle ist, dass viele Jungtauben nun, trotz Belichtung, schon relativ stark in die Mauser des Deckgefieders fallen. Nachdem es lange sehr warm war hat es sich in den letzten Tagen ja deutlich abgekühlt und ich beobachte schon seit vielen Jahren, dass mit dem kälteren Wetter plötzlich auch die Mauser stärker einsetzt. Warum das so ist weiß ich nicht, da die Mauser eigentlich eher über das Licht gesteuert wird. Da es nun aber wieder zwei, drei Tage wärmer werden soll, hoffe ich, dass die Jungtiere noch einige Zeit so in den Federn bleiben, dass ich sie weiterhin auf die letzten beiden Flüge setzen kann.

 

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