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Dienstag, 09.06.2026
Sascha am 09.06.2026 um 06:00 (UTC)
 Gestern las ich einen sehr interessanten, wissenschaftlichen Artikel über eine Studie zur Orientierung bei Fledermäusen. In dieser Studie wurde festgestellt, dass diese Tiere in ihrer Orientierung sehr deutlich durch den sogenannten Eletrosmog gestört werden. U.a. wurde in dieser Studie festgestellt, dass Fledermäuse, die für 30 Minuten schwachem Elektrosmog ausgesetzt waren, sogar mehrere Stunden später noch Probleme mit der Orientierung hatten, selbst wenn dieser Elektrosmog gar nicht mehr vorhanden war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass elektromagnetische Störfelder Tiere auch über den unmittelbare Einfluss hinaus beeinträchtigen.
Auch für Zugvögel gibt es teilweise schon solche Untersuchungen und ich kann mir gut vorstellen, dass auch unsere Brieftauben zumindest unter dem Einfluss von Elektrosmog in ihrer Orientierung leider oder gestört werden können.
Ich finde das alles insofern interessant, da ich nicht nur in unserem Regionalverband, sondern eigentlich deutschlandweit sehr interessiert die Preislisten lese und die Entwicklung der Taubenzahlen beobachte und doch hier und da erhebliche Rückgänge der Satzzahlen beobachte. Ich will nun nicht sagen, dass dieser Rückgang unmittelbar mit dem Einfluss elektromagnetischer Felder und damit verbundenen Taubenverlusten einhergeht. Aber mir kam dazu ein Gedanke: seit Jahren beklagen Sportfreunde allenthalben ja, dass die Tauben einfach schlecht nachkommen zum Abend hin oder am nächsten und übernächsten Tag. Oft hört man: "Was am Flugtag abends nicht da ist, das kann man abschreiben." Das ist einfach eine etwas überspitzte Formulierung für die Beobachtung, dass die Tiere nach schwierigen Flugverläufen oder anderen Problemen viel schlechter wiederkehren als das früher der Fall war.
Leider wird man kaum untersuchen können woran das schlechte Heimkehrverhalten wirklich liegt, aber es kann ja an dieser Stelle durchaus Zusammenhänge geben, die wir einfach noch gar nicht kennen.
Auch hier bei uns hatte ich ja schon die Vermutung angestellt, dass unsere Photovoltaik-Anlage auf dem Dach vielleicht einen negativen Einfluss auf unsere Tauben haben könnte. Es ist jedenfalls so, dass die Tauben seit einigen Jahren einfach ein verändertes Verhalten zeigen. Ich bekomme sie als Jungtiere viel schlechter ans Fliegen und die Alttauben schwieriger in Form und das zeigt sich z.b. darin, dass die Reisevögel einfach kaum noch vom Schlag weg ziehen. Wenn wir sie früher herausließen - besonders morgens - dann zogen sie weg für 15 bis 30 Minuten und kamen dann oft in breiter Front wieder und flogen noch einige Zeit am Haus oder zogen sogar nochmals kurz weg. Inzwischen ist es so, dass sie immer nur in Schlagnähe verbleiben. Selbst dann,wenn bzgl der Greifvogelangriffe endlich irgendwann Ruhe eingekehrt ist.
Ich habe keine Ahnung ob es da irgendwelche Zusammenhänge gibt. Dafür verstehe ich von dieser Materie einfach viel zu wenig. Aber wenn man sich teilweise die Rückgänge der Taubenzahlen ansieht, dann muss es jenseits der Greifvogelplage aus meiner Sicht noch andere Dinge geben, die unseren Tauben Schwierigkeiten bereiten. Ob das am Ende tatsächlich auch der Elektrosmog ist das kann ich aber allenfalls vermuten.
 

Montag, 08.06.2026
Sascha am 08.06.2026 um 05:56 (UTC)
 Wenn man heute auf die Auflasskarte unseres Verbandes schaut, dann sieht man weit im Süden, dass dort ein einzelner Kabinenexpress um 7 Uhr seine Tauben gestartet hat. Es sind die Tauben der RV Hamm an der Lippe aus unserem Regionalverband. Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass diese RV mit ihren Züchtern beschlossen hatte nach dem recht schweren letzten Flug am vergangenen Montag nicht schon wieder freitags für den Regionalflug über mehr als 400 KM einzusetzen.
Der Regionalflug am Samstag verlief aufgrund der Wetterbedingungen glatt. Die Tauben waren schnell und es gab kaum Verluste. Allerdings war der Flug ursprünglich auf den Sonntag terminiert und auch das wäre machbar gewesen. Die Regionalverbände 403, 404 und 455 haben gestern auf unserer Südostrichtung ihre Flüge durchführen können. Hier hat man stattdessen wieder einmal munter hin und her verschoben.
Ein Sportfreund aus einem anderen Regionalverband auf der Südostrichtung berichtete mir, dass sein Regionalverband ebenfalls von sonntags auf samstags vorgezogen habe. Als er beim Einsetzen am Freitag diese Verschiebungen thematisierte, weil auch er noch berufstätig ist und nicht einfach seine Arbeit mal eben verlassen kann, weil Tauben eingesetzt werden müssen, sei das Erstaunen groß gewesen. Nur wenige, ebenfalls berufstätige, Sportfreunde hätten ihm zugestimmt. Er hatte u.a. gesagt: "Wenn ihr so weiter macht, dann verliert ihr die berufstätigen Züchter noch schneller als die Züchter, die aus Altersgründen aufhören." Aber auch da sei die Resonanz zurückhaltend gewesen. Man muss leider feststellen, dass hier im deutschen Brieftaubensport auf solche Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen wird und die Flüge ständig unter Anleitung unseres Verbandes in Form von FSK und Wettermanufaktur hin und hergeschoben werden.
Gestern gratulierte ich Dirk de Beer zum 1. Konkurs über 650 KM in seiner Reisevereinigung. Dirk reist seit dem letzten Jahr in den Niederlanden in der Afdeling 10. Schon vor zwei Wochen hatte Dirk den 1. Konkurs über 615 KM geflogen - dazwischen hatte er eine Woche bei Hitze mit seinen Tauben ausgesetzt. Dirk schrieb mir u.a.: "Letzte Woche haben wir nach dem Hitzeflug Pause gemacht. Vielleicht nächste Woche wieder. Das ist das Gute ja in Holland. Da schaut keiner auf Meisterschaften, dort zählt einfach jeder Flug in mehreren Gruppen. Vorziehen und später einsetzen gibt es hier nicht. Es ist immer donnerstags um 17 Uhr einsetzen. Das ist hier Klasse."
In den Niederlanden gibt es noch deutlich mehr junge Brieftaubenzüchter als hier in Deutschland. Diese sind auch berufstätig. Aber es funktioniert aufgrund der Planbarkeit viel besser als hier in Deutschland wo die Flüge ständig hin und her geschoben werden. Wieso geht es in den Niederlanden was hier nicht geht? Hat man dort anderes Wetter? Hat man andere Tauben? Würden wir hier in Deutschland endlich dazu übergehen ebenfalls feste Einsatztermine zu machen und einzuhalten, dann wäre vieles einfacher. Man müsste nicht mal zwei Tage vorher einsetzen, wenn das aus Kosten- oder sonstigen Gründen nicht gewünscht ist. Einsetzen freitags 17 Uhr, wenn das Wetter gut ist, dann ist samstags der Flug und wenn nicht, dann kann man auch stehen bleiben bis sonntags. Es ist so vieles möglich was es v.a. den berufstätigen Züchtern leichter machen könnte Tauben zu reisen. Aber scheinbar will man es nicht.
Hier in den RVen im Regionalverband waren zu Saisonbeginn insgesamt 148 Schläge an den Flügen beteiligt. Jetzt ist die Hälfte der Saison erreicht und es nahmen am Regionalflug am Samstag noch 92 Schläge teil. Dazu kommen heute etwa 20 Züchter der RV Hamm an der Lippe. Als nächstes kommen nun die Flüge auf denen in jedem Jahr viele Züchter ihre Tauben aus unterschiedlichen Gründen nicht setzen. Die Züchterzahlen werden weiter sinken. Wenn das der Sinn unseres Hobbys sein soll, dann verstehe ich es wohl alles falsch.
 

Freitag, 05.06.2026
Sascha am 05.06.2026 um 03:20 (UTC)
 Während ich hier gestern Nachmittag meinen Eintrag hier im Blog schrieb, erreichten mich gleich mehrere Nachrichten. Darin wurde u.a. mitgeteilt, dass eine Reisevereinigung von den fünf RVen unseres Regionalverbandes kurzfristig beschlossen hat ihre Tauben nicht am Freitag zum Regionalflug ab Wörth an der Donau einzusetzen, sondern später eigenständig für einen eigenen, kürzeren Flug einsetzen möchte.
Ein Sportfreund schrieb:
"Hier läuft was ab. Unsere Tauben sind Montag Nachmittag zurückgekommen und haben zwei schwere Flüge in den Knochen. Wir waren bisher auf 350 KM. Jetzt gibt die Flugleitung heute bekannt, dass morgen (Freitag) eingesetzt wird für Wörth, 450 km am Samstag. Tauben mit 2 schweren Flügen nacheinander, gerade mal drei Tage zuhause und dann ein Sprung von über 100 KM. Wie bekloppt kann man sein?"
In einer weiteren Nachricht schrieb mir jemand aus der RV, die nun ausscheren möchte aus dem Programm:
"Wir haben uns gegen den Flug entschieden und hatten unsere Mitglieder abstimmen lassen. Eindeutige Mehrheit war gegen das Einsetzen morgen für Wörth und wir schicken jetzt außerhalb des Regionalverbandes 412 am Montag ab Parsberg. Es kann nicht sein, dass nach den beiden letzten schweren Flügen schon wieder morgen eingesetzt wird nur für ein paar wenige Züchter, die meinen Deutscher Meister werden zu können."
Ich habe das hier einmal niedergeschrieben um zu verdeutlichen wie teilweise die Stimmung unter den Sportfreunden hier im Regionalverband ist. Auch aus unserer Reisevereinigung schrieb ein Züchter:
"Sportfreunde, denkt ihr nicht an die Tauben, die am Montag später oder erst am Dienstag gekommen sind? Laut Wetterbericht wäre Sonntag ein Flug machbar. Wir hätten aber Westwind."
Wenn ich also, obwohl ich nicht am Flug teilnehmen werde, hier darüber so ausführlich schreibe, dann v.a. deswegen um anhand dieser Beispiele einmal zu verdeutlichen was so schief läuft im deutschen Brieftaubensport. Unser Regionalverband ist ja bei weitem nicht der einzige Regionalverband, in dem es solche Diskussionen und Probleme gibt. Das oberste Ziel von Entscheidern und Verantwortlichen bei der Durchführung der Flüge in der Saison muss doch sein, dass möglichst alle Tauben nach hause kommen und dass man alle Sportfreunde mitnimmt und zwar dergestalt, dass sie einfach Spaß und Freude daran haben ihre Tauben zu schicken. Immer wieder entsteht bei mir und vielen anderen Züchtern aber seit mehreren Jahren der Eindruck, dass die Erfüllung der Bedingungen für beispielsweise die deutschen Meisterschaften über allem anderen stehen.
Wenn nun eine RV aus guten Gründen aus dem Programm ausschert, dann ist doch wirklich niemandem gedient und zuvorderst sollten wir doch immer an die Tauben der Hobby-Züchter denken, die nicht um die ganz großen Meisterschaften spielen.
 

Donnerstag, 04.06.2026
Sascha am 04.06.2026 um 14:38 (UTC)
 Es hat tatsächlich sehr viel Positives wenn man sich einmal entschlossen hat die Tauben nicht mehr zu reisen.
Unsere Reisevereinigung hatte am vergangenen Montag nach der Flugverlegung keinen leichten Flug ab Lauf an der Pegnitz. Die Tauben wurden erst gegen Mittag aufgelassen und kamen bis in den Abend hinein, wobei dem ein oder anderen Züchter auch dann noch Tiere fehlten, die teilweise am Dienstag morgen heimkehrten.
Heute nun wurden die Züchter informiert, dass die Gremien des Regionalverbandes entschieden haben, schon am morgigen Freitag wieder einzusetzen für den ersten 400-Kilometer-Flug ab Wörth an der Donau.
Man will hier, so scheint es mir, ein bißchen mit Gewalt dafür sorgen dass die Taubenzahlen immer weiter in den Keller gehen. Ich habe heute morgen mal grob überschlagen das schon zum letzten Flug am Montag die Taubensatzzahlen in unserem Regionalverband seit Saisonbeginn an die 30 Prozent gefallen sind.
Da man nun unbedingt den 400er am Samstag durchführen will, werden die Satzzahlen weiter deutlich in den Keller gehen, denn viele Sportfreunde, die nicht unbedingt an den Meisterschaften interessiert sind, verstehen diesen Unfug inzwischen nicht mehr.
Allerdings scheint es so zu sein, dass man am Samstag den Flug wetterbedingt wohl auf jeden Fall hinbekommt. Das ist wichtig für fünf Prozent der Züchter, die höhere Meisterschaften erringen wollen und nach denen richtet sich schließlich das gesamte Reiseprogramm.
Auch für den Sonntag sehen die Wetteraussichten nicht so schlecht aus, aber jetzt will man sicher nichts mehr riskieren und dann wird eben Samstag geflogen. Im hinteren Teil unseres Regionalverbandes freut man sich bestimmt schon über den angesagten Rückenwind, während für den Sonntag eher Gegenwind prognostiziert wird. Man könnte glatt auf die Idee kommen, dass da einige Verantwortliche Entscheidungen v.a. aus Eigeninteresse fällen. Aber das will ich ja niemandem unterstellen.
Durch die erneute Verlegung des Fluges musste ich dann auch meinen Einsatzdienst am Computer für den morgigen Freitag arbeitsbedingt absagen. Da ich am Samstag frei habe, hatte ich mich für den Dienst gemeldet. Am Freitag geht es leider nicht und die Verantwortlichen unserer RV müssen nun sehen dass jemand anders den Dienst übernimmt.
Aber im heutigen Brieftaubensport sind all solche Dinge nicht mehr wichtig. Überhaupt ist es nicht wichtig, dass es eigentlich ein Hobby für alle Brieftaubenfreunde sein soll. Es ist überhaupt nur noch wichtig, dass einige wenige Schläge irgendwie ein Reiseprogramm gebastelt bekommen, bei dem unbedingt versucht wird die Bedingungen für hohe Meisterschaften zu erfüllen. Alle anderen können sehen wo sie bleiben. Am Wenigsten eine Rolle bei all den Entscheidungen spielen übrigens die Tauben. Die müssen irgendwie damit fertig werden.
Persönlich kann ich allen Sportfreunden unserer RV, aber auch in Nachbar-RVen, die wenig Verständnis für solche Entscheidungen haben, nur raten: lasst eure Tauben zuhause. Es ist gar nicht so schlimm wenn man freie Wochenenden hat. Ich kann das aus persönlicher Erfahrung sehr gut sagen.
Und davon abgesehen sind die derzeitigen Wetteraussichten bei praktisch allen Portalen so, dass auch am Sonntag ein Flug ab Wörth an der Donau für unseren Regionalverband sehr gut möglich sein sollte. Aber wie gesagt: möglicherweise hat das Vorziehen des Fluges auch andere Gründe.
 

Mittwoch, 03.06.2026
Sascha am 03.06.2026 um 03:18 (UTC)
 Bei allem Ärger und Frust, den ich persönlich oft über unseren Brieftaubensport habe, gibt es auch immer wieder schöne Dinge, über die ich mich sehr freuen kann. So erhielt ich jetzt die Rückmeldung, dass die Schlaggemeinschaft Karl-Heinz und Michael Stumme aus der RV Hameln mal wieder einen 1. Konkurs in der Regionalverbandsgruppe gegen 2.388 Tauben geflogen hat. Auf diesem Flug ab Mondercange (380 KM) flog eine Enkelin eines Vogels, den die SG Stumme von uns erhalten hatte, dieses tolle Ergebnis. In diesem Jahr hat dieses super Weibchen im RV-Programm damit schon einen 1.2. und 2. Konkurs errungen und auch im vergangenen Jahr flog das Weibchen schon einen 1. Konkurs in der RV. Jetzt also sogar in der Regionalverbandsgruppe.
Vor einiger Zeit schrieb ich hier, dass der Sportfreund Thorsten Bornhoff einen 1. Konkurs in der Fluggemeinschaft mit einer Nachzuchttaube aus einem von uns gezüchteten Vogel geflogen hatte. Thorsten hat auch in den Folgewochen jeweils super geflogen und hat nun einen Reisevogel, der in der vorletzten Woche den 1. Konkurs im Regionalverband gegen 6.468 Tauben auf einem 320-KM-Flug erringen konnte und am Folgewochenende erneut den 1. Konkurs in der Fluggemeinschaft gegen 2.221 Tauben über 263 KM flog.
Es ist eine ganz interessante Geschichte mit dieser Taube: Thorsten erhielt im Jahr 2023 von uns eine Täubin (übrigens eine Schwester zu einem Weibchen, dass nun woanders im dritten Jahr nacheinander sehr gut fliegt) aus der er einen jungen Vogel züchtete, der im Jungtierprogramm den 1.1.3. und 7. Konkurs flog und damit im Wettbewerb "Beste Jungtaube der Welt" deutschlandweit auf dem 6. Platz landete. Diesen jungen Vogel aus dem Weibchen von uns setzte er gleich in die Zucht und zieht nun im letzten Jahr daraus diesen Vogel, der jetzt zwei Mal hintereinander den 1. Konkurs in großer Konkurrenz geflogen hat und der auch schon als Jungtaube ein Mal einen 1. Konkurs flog. Dieser jährige Vogel hat nun in seiner noch recht kurzen Flugkarriere schon drei erste Konkurse erfolgen.
Nun will ich es nicht größer machen als es ist. Sowohl die Täubin der SG Stumme, als auch der Vogel von Thorsten Bornhoff sind nur Enkel einer Taube von uns und damit ist, wenn man es so rechnen will, der genetische Anteil einer solchen Taube nur 25 Prozent von uns gezüchtet (bezogen auf seine Großeltern). Aber es bestätigt mich einfach darin, dass man versuchen sollte - wenn man schon Tauben abgibt - Kinder aus guten Tauben abzugeben. Dann kann die Enkelgeneration zeigen ob sie fliegen kann. Bei den vielen Verkäufen und Auktionen in der Herbst- und Winterzeit sehe ich aber selten direkte Kinder von guten Tauben, sondern Enkel, Urenkel, Nichten und Neffen etc. Und da wird halt die Wahrscheinlichkeit dass man selbst wieder gute Tiere daraus züchtet immer geringer.
Da wir in jedem Jahr nur sehr wenige Tauben abgeben zu anderen Züchter kann ich mich sehr freuen, wenn die Nachzucht dann gute Leistungen dort bringt. Wenn man dann selbst nicht reist oder wenig Zeit hat ist es zumindest ein Hinweis darauf, dass man selbst züchterisch nicht ganz auf dem falschen Weg ist.
 

Dienstag, 02.06.2026
Sascha am 02.06.2026 um 05:33 (UTC)
 Mein gestriger Beitrag hat in verschiedene Richtungen doch recht viele Reaktionen provoziert. Es gibt Sportfreunde, die sagen, dass ich alles zu negativ sehen und schreiben würde. Es gibt Züchter, die mir zustimmen. Aber der Beitrag hat schon irgendwie einen Punkt getroffen, der viele Züchter interessiert hat.
Ein Züchter rief mich an und berichtete darüber, dass in seiner RV und seinem Regionalverband einfach aufgrund vieler Umstände zu viele Tauben verloren gehen und das sei sehr frustrierend. Ein anderer rief mich an und berichtete mir telefonisch, dass seine Tauben auch dieses auffällige Krankheitsbild mit einem sehr ähnlichen Verlauf hatten, wie es hier bei uns der Fall war. Er berichtete mir dann auch von seinem Frust darüber, dass in seiner Region nur wenige Züchter frühzeitig über Auflassorte, Verlegungen usw. informiert werde und der Rest erst sehr spät usw.
Ein anderer Sportfreund erzählte, dass er in einer Region reist, in der am letzten Wochenende durchaus Flüge über größere Entfernungen als von der FSK genehmigt durchführbar gewesen seien und entsprechend seien viele Sportfreunde verärgert, dass nun irgendwann wieder Druck aufkomme Flüge durchzuführen wegen der Meisterschaftsbedingungen während man bei bestem Wetter nicht fliegen dürfe.
Es ist immer sehr interessant zu hören wie andere Sportfreunde unser Hobby erleben auch wenn deren Erleben und Sichtweisen immer subjektiv sind. Häufig sind die Züchter schon Rentner und für sie sind Verlegungen etc. oftmals nicht so ein ganz großes Problem. Aber eine Mehrzahl der Sportfreunde, die mich kontaktieren ist einfach mit vielen Abläufen in unserem Hobby unzufrieden und empfindet sich aber auch als machtlos dort etwas zu ändern.
Der Flug unserer RV war auch wieder alles andere als einfach. Die Tauben wurden wetterbedingt erst um 11.40 Uhr auf 300 KM in Lauf an der Pegnitz gestartet. Ich war froh, dass meine Vögel nicht im Kabi waren.
Einige Sportfreunde bekamen ihre Tauben richtig gut und schnell nach hause, andere warten heute morgen noch auf eine nicht geringe Anzahl an Tieren, wobei ich schon denke, dass die fehlenden Tauben sehr gut nachkommen werden.
Über die inzwischen teilweise extremen Leistungsunterschiede in unserem Hobby müsste man jedoch eigentlich auch einmal schreiben und diese untersuchen.
Aber auch der gestrige Flug unserer FG war vermutlich für so manchen Züchter nicht wirklich zufriedenstellend. Tauben, die vielleicht heute erst wieder kommen werden dann am kommenden Wochenende wieder im Kabi fehlen. Hinzu kommt, dass die Zahl der reisenden Schläge schon vor der Hälfte der Reisesaison deutlich gesunken ist. In unserer RV von 37 auf 32 teilnehmende Schläge, bei unserer Nachbar RV von 27 auf 21 reisende Schläge. Das ist nach 6 Flügen ein Rückgang der Teilnehmerzahlen um 17 Prozent. Die Zahl der gesetzten Tauben ist insgesamt um noch einen größeren Faktor um etwa 30 'Prozent gesunken, wobei man nicht sagen kann, dass wir hier wirklich schlechte Flugverläufe hatten. Wenn nun aber jetzt erst die anspruchsvolleren Flüge ab 400 KM anstehen und vielleicht auch durchgeführt werden können, dann ist absehbar wie sich die Teilnehmer- und Taubenzahlen in der zweiten Saisonhälfte entwickeln werden.
 

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