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Donnerstag, 27.08.2026
Sascha am 27.08.2026 um 05:06 (UTC)
 Die Ausflüge unseres Jungtierschlags liegen oben im Dachfirst auf unserem Haus direkt in östlicher Richtung. Es sind herkömmliche Dachfenster, die ich in verschiedenen Stufen öffnen kann. In den letzten Tagen allerdings herrscht hier durchgehend recht spürbarer Wind aus östlichen Richtungen. Egal wie ich einen oder beide Ausflüge dann öffne - der Wind bläst doch immer sehr merklich in den Schlag. Das ist seit vielen Jahren so, aber ich habe mir doch vorgenommen im Herbst etwas dahingehend zu verändern, sodas ich die Ausflüge zwar weiterhin öffnen kann, aber der Wind nicht so in den Schlag weht. Wahrscheinlich werde ich mit Plexiglas arbeiten, damit nicht noch mehr Licht im Schlag fehlt. Sowohl im Schlag, als auch draußen beim Freiflug merke ich einfach immer wieder, dass Brieftauben diese östlichen Winde, insbesondere wenn sie etwas kräftiger wegen, nicht besonders mögen. Das Verhalten der Tiere ist ganz anders als bei Westwind in gleicher Stärke. Das meine ich jedenfalls zu beobachten seit langer Zeit.
Gestern wurden hier direkt hinter unserem Haus während der Bauarbeiten an unserer neuen Terrasse während des ganzen Tages Verdichtungsarbeiten mit einer großen Rüttelplatte gemacht. Im ganzen Haus wackelte und klapperte es und auch die Tauben wirkten doch sichtlich nervös. Aber das kann ich aktuell nicht ändern. Wenn die arbeiten in einiger Zeit abgeschlossen sind wird wieder Ruhe einkehren. Dann ist allerdings die Reisesaison vorbei. Aktuell kann ich aber auch noch keinen besonderen negativen Einfluss des ganzen Lärms auf die Flugresultate feststellen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Allerdings ist hier scheinbar auch noch nicht klar, wann und wo der nächste Flug stattfinden soll. Wenn der Flug wieder unter der Woche stattfindet, dann kann es sein, dass ich arbeitsbedingt gar nicht mehr setzen kann.

Im vergangenen Herbst und Winter habe ich an dieser Stelle mehrfach über die Problematik mit entzündeten Augen bei Jungtauben geschrieben. Auch aktuell oder in den vergangenen Wochen wurden mir von einzelnen Sportfreunden diesbezüglich Berichte über Schwierigkeiten in ihren Beständen geschildert. Unsere Taubenklinik versucht derzeit eine Studie durchzuführen und man kann betroffene Tauben dort untersuchen lassen, damit Abstriche an den Augen genommen werden können, um erst einmal den Erreger zu isolieren. Denn bisher weiß man nicht welcher oder welche Erreger für die oft einseitigen und trockenen Entzündungsreaktionen verantwortlich sind.
Leider neigen Züchter dazu erst einmal im Falle eines solchen Ausbruchs irgendwelche Medikamente einzusetzen, die sie noch im Schrank haben, wundern sich dann, dass die Medikation wenig oder nicht viel nutzt und gehen dann zum Tierarzt. Für die Untersuchung in der Verbandsklinik wären aber unbehandelte Tauben mit einer solchen Symptomatik wichtig.
Gerne verschreiben Tierärzte im Falle einer derartigen Augeninfektion Augentropfen auf der Basis des Antibiotkums Gentamycin. Ich selbst bezweifle allerdings ein wenig, dass diese s Medikament überhaupt eine entscheidende Wirkung hat. Wenn wir schnell den Erreger isolieren könnten, dann wüsste man vermutlich auch sehr schnell was zu tun ist.
Hier in unserem Schlag hatte ich in diesem Jahr bislang kein einziges Tier mit einer solchen Augeninfektion. Woran es liegt kann ich nicht sagen. Es gibt Sporfreunde, die glauben, dass eine Impfung mit dem Impfstoff PHA (Paramyxo-Herpes-Adeno) hilft. Aber die meisten Tierärzte sagen, dass eine Wirkung dieses Impfstoffs zur Vermeidung dieser Augeninfektionen nicht vorhanden ist.
Ich selbst impfe unsere Tauben niemals mit PHA, weil ich diesen Impfstoff für vollkommen überflüssig halte. Warum hier in diesem Jahr noch keine Jungtaube offensichtlich von dieser Augenerkrankung betroffen war kann ich überhaupt nicht sagen. Aber es ist insgesamt sehr erfreulich dass die Jungtiere weiter einen guten Eindruck machen und gesund scheinen ohne dass ich hier bisher während der Jungreise mit Medikamenten gearbeitet habe. Ich halte es an dieser Stelle doch sehr mit Dr. Marien, der sagt, dass sogenannte prophylaktische Medikamentengaben einfach mehr kaputt machen, als dass sie einen Nutzen haben. Da hier bisher kein Jungtier in der Reise negativ aufgefallen ist - sei es mit Augenproblemen oder mit anderen Schwierigkeiten - gibt es auch keine Medizin.
 

Mittwoch, 26.08.2026
Sascha am 26.08.2026 um 04:34 (UTC)
 Etwa eine gute Stunde nach dem Auflass unserer Tauben am Montag schrieb ich mit einem Sportfreund aus unserer Reisevereinigung. Ich hatte bereits die ersten Daten der Taube empfangen, die mit dem "GPS-Ring" unterwegs war und ich sagte zu dem Züchter, dass es ein schwerer Flug werden würde. Als er mich fragte warum, antwortete ich ihm, dass meine Taube viel zu weit westlich abgezogen und unterwegs sei.
Nach 30 Minuten Flugzeit hatte die Taube bereits gute 50 Kilometer zurückgelegt. Sie flog aber deutlich zu weit westlich, Nach etwa einer Stunde Flugzeit war die Taube über 90 Kilometer geflogen. Das heißt das Tier flog vermutlich in einem Schwarm, denn auf sich allein gestellt fliegt keine Taube so schnell. Sie hatte zum Zeitpunkt dieser Messung aber bereits 30 Kilometer westlich "Versatz" zur gedachten Ideallinie vom Auflassort zum Heimatschlag. Ich sagte dann noch, dass die Taube bei diesem hohe Tempo sicherlich nicht entscheidend die Richtung korrigiert nach Norden und so kam es dann auch. Die flog weiter gerade aus und erst südwestlich von Siegen mit bis zu 60 Kilometer "Versatz" zur Idealroute korrigierte das Tier dann seinen Kurs und flog, dann auch deutlich langsamer, genau Richtung Norden. Diesen Punkt erreichte sie in dem Ort Mudersbach-Niederschelderhütte nach etwa 110 Minuten Flugzeit. In dieser Zeit hatte die Taube also schon mehr als 160 Kilometer zurückgelegt. Sie war aber gleichtzeitig noch 75 Kilometer südwestlich von unserem Schlag unterwegs.
Das Tier flog dann tatsächlich direkt in Richtung Norden über die Orte Finnentrop und Sundern, in denen Auch Sportfreunde aus unserer Nachar-RV wohnen und stoppte dann fast genau 20 Kilometer westlich von unserem Schlag in Ense. Dort muss die Taube eine Weile gesessen haben (etwa 15 Minuten) bevor sie sich wieder aufmachte und begann zu suchen. Sie flog zunächst etwa 3 Kilometer in die richtige Richtung, bevor sie umdrehte und sich aufmachte in Richtung Wickede, Fröndenberg und dann auf Dortmund zu. In Holzwickede stoppte die Taube, drehte um, flog wieder zu einem Ort in Wickede, an dem sie schon einmal war und dann auch wieder über Ense und schließlich in Richtung unseres Schlages wo sie gegen 14.15 Uhr nach vier Stunden und vierzig Minuten nach dem Auflass ankam. In dieser Zeit hatte die Taube mehr als 320 Kilometer zurückgelegt, statt einer Strecke von 205 Kilometer bei Direktflug auf der "Idealroute":
Interessant zu verfolgen war das Verhalten der Taube hier in Heimatnähe als sie zwanzig Kilometer westlich von hier entfernt begann zu suchen. Ich habe dazu die entsprechende Grafik hier angehängt.
Ich habe von Zeit zu Zeit hier bereits über den sogenannten "Haarstrang" geschrieben. Das ist ein etwa 300 Meter hoher Höhenzug, der parallel zur A44 verläuft und der das Sauerland von der Soester Börde und dem anschließenenden Münsterland trennt. Ich beobachte seit vielen Jahren dass die Tauben sich schwer tun dort hinüber zu fliegen. Sei es aus südlichen Richtungen nach Norden oder umgekehrt. Speziell Jungtauben haben dort oftmals Schwierigkeiten. Ich habe keine Ahnung warum es so ist und Sportfreunde hatten sich bei mir gemeldet und mir gesagt, dass das nicht sein könne. so hoch sei dieser Höhenzug nicht und die Tauben flögen doch viel höher etc.
Mit liegen Daten von Tauben vor, die ebenfalls mit GPS-Ringen geflogen sind und ins Münsterland musste von Südosten her und die ebenfalls nicht über diesen "Haarstrang" fliegen mochten, sondern immer wieder davor herum flogen von West nach Ost und umgekehrt.
Schaut man sich nun die Daten unserer Taube an so ist ähnliches passiert. Das Tier hat praktisch vor und fast auf dem Höhenzug gestoppt und ist dann nicht in Richtung Heimat nach Osten, sondern erst einmal über 20 Kilometer nach Westen in Richtung Dortmund geflogen, ist dann umgekehrt und dann doch nach hause gekommen.
Nun möchte ich aus dieser einen Beobachtung keine weiteren Rückschlüsse ziehen, aber ich werde das Verhalten der Tauben diesbezüglich weiter verfolgen.
Auch die Flugbahn der Taube in dem Bereich wo sie sich endlich nach Norden orientiert hat war am Ende so, wie wir es hier seit Jahren kennen und wie ich es auch von anderen Gps-Daten von Sportfreunden kenne, die z.b. im Ruhrgebiet wohnen. Die Tiere bevorzugen bestimmte Routen, die über bestimmte Orte führen. Fast unabhänhig von Wind und Wetter.
Unsere Taube hat es gottseidank nach Hause geschafft. Auch wenn sie einen relativ großen Umweg geflogen ist. Warum sie sich vom Auflass an so weit westlich orientierte kann ich nicht sagen. Aber Ad Schaerlaeckens in Belgien berichtet immer wieder darüber, dass Untersuchungen mit Tauben per GPS zeigen, dass sich die Tauben nach dem Auflass fast immer westlicher orientieren, als sie das in Bezug auf die ideale Flugroute eigentlich müssten. Auch das müsste man weiter erforschen.
Bezogen auf unseren Flug ist es so, dass der östliche und nordöstliche Wind, wenngleich er gar nicht stark war, den Effekt der westlichen Orientierung noch verstärkt zu haben scheint. Es wurden bereites verflogene Tauben von Züchtern unserer RV in Luxemburg und in Hockenheim gemeldet. Diese Tiere haben die Nordorientierung nicht geschafft so wie unsere Taube und haben sich dann scheinbar vom Wind immer weiter west-südwestlich treiben lassen.
Ich weiß noch nicht wie das Flugprogramm hier in der RV weiter geht. Auch das Wetter wird in den nächsten Tagen nicht einfach. Aber ich werde sicherlich die Taube nochmals mit GPS fliegen lassen, wenn wir noch an einem Flug teilnehmen.

 

Dienstag, 25.08.2026
Sascha am 25.08.2026 um 04:39 (UTC)
 Während der Jungtaubenreise bekommt scheinbar fast jede Reisevereinigung irgendwann einen schlechten Flug. Oft zu Beginn der Saison. Manchmal auch später. Für unsere RV war es gestern soweit, dass der nun insgesamt 8. Flug, der über 200 KM in Karlstadt gestartet wurde, einen relativ schweren Verlauf nahm. Die Konkurszeit betrug über 40 Minuten und auch danach kamen die Tauben nur zögerlich nach. So manchem Züchter fehlten am Abend doch noch recht viele Tauben. Uns selbst fehlten gestern Abend noch sechs unserer 50 eingesetzten Tiere. Ich bin aber guter Hoffnung, dass heute noch Jungtauben nachkommen. Mit sechs fehlenden von 50 Tauben scheinen wir aber nach dem wenigen, was ich von anderen Sportfreunden gehört habe, noch gut dazustehen.
Die Jungtauben wurden gestern um 9.35 Uhr in Karlstadt aufgelassen. Das Wetter war auf der für unseren Schlag 205 Kilometer langen Strecke prima. Gute Sichten, Wolken und blauer Himmel im Wechsel und leichte Winde aus Nordost bis Ost. Eigentlich waren keine größeren Schwierigkeiten zu erwarten.
Ich hatte allerdings ein Jungtier mit einem dieser neuen Tracking-Ringe eingesetzt und schon relativ zeitnah nach dem Auflass konnte ich sehen, dass sich die Taube direkt nach dem Start deutlich zu weit westlich orientiert hatte. Sie flog auch mit hohem Tempo und hatte nach etwa einer Stunde Flugzeit bereits über 90 Kilometer zurückgelegt. Allerdings eben zu weit in westlicher Richtung. Ich werde den Flug morgen anhand der Daten noch näher analysieren. Nur so viel vorab: die Taube flog irgendwann südwestlich von Siegen, orientierte sich dann nach Norden und hatte dann hier recht heimatnah noch einige Schwierigkeiten. Sie kam dann aber etwa zwei Stunden nach den ersten Tauben wohlbehalten hier zuhause an. Es ist wirklich sehr spannend ihre Flugroute zu sehen, denn es erklärt einiges zum Flugverlauf, da auch fast alle anderen Tauben von hinten aus dem Westen zurück in die Heimat kamen.
Die Jungtauben, die am Nachmittag und gegen Abend eintrafen waren dann auch entsprechend erschöpft, da sie aus dem Westen gegen den inzwischen deutlich stärkeren Ostwind anfliegen mussten. Wie es aber bei Jungtauben so ist werden sie sich hoffentlich sehr schnell erholen.
In der Preisliste beginnen wir dieses Mal recht früh mit dem 10. Konkurs gegen 1.150 Tauben und erzielen von unseren 50 eingesetzten Jungtauben 22 Preise, was erneut absolut in Ordnung ist.
Was ich in den letzten Tagen feststelle ist, dass viele Jungtauben nun, trotz Belichtung, schon relativ stark in die Mauser des Deckgefieders fallen. Nachdem es lange sehr warm war hat es sich in den letzten Tagen ja deutlich abgekühlt und ich beobachte schon seit vielen Jahren, dass mit dem kälteren Wetter plötzlich auch die Mauser stärker einsetzt. Warum das so ist weiß ich nicht, da die Mauser eigentlich eher über das Licht gesteuert wird. Da es nun aber wieder zwei, drei Tage wärmer werden soll, hoffe ich, dass die Jungtiere noch einige Zeit so in den Federn bleiben, dass ich sie weiterhin auf die letzten beiden Flüge setzen kann.

 

Sonntag, 23.08.2026
Sascha am 23.08.2026 um 18:03 (UTC)
 Da wir nun heute keinen Flug hatten und die Tauben erst am frühen Abend für den morgigen Flug einsetzen mussten, bin ich in der Mittagszeit nach Geseke-Mönninghausen gefahren. Dort findet in diesem Jahr wieder ein kleines One-Loft-Rennen statt. Die Tauben werden mit den RV-Tauben der RV Geseke im Programm aufgelassen bzw. dann auch in der entsprechenden Fluggemeinschaft. Heute fand dort ein Flug über gut 190 Kilometer statt und ich habe mit dann die Ankunft der Tiere dort angesehen. Die Tauben kamen gut, aber nicht in größeren Schwärmen an. Insgesamt war es aber ein glatter Flugverlauf. Was mir auffiel: praktisch keine einzige Taube kam "aus der Richtung". Alle Tiere kamen von hinten wieder zurück. Bereist wird dort die Südwest-Richtung und der Wind wehte, nicht stark, aber spürbar, aus Nordwest. Die Tauben werden, so vermute ich, insgesamt alle südlich überflogen haben und kamen dann von hinten wieder. Das ist grundsätzlich ja kein Problem, allerdings war es für mich schon wirklich extrem zu sehen, dass keine einzige Taube auch nur annähernd aus der richtigen Richtung kam. Das ist einfach meiner Meinung nach das Problem auf der Südwest-Richtung. In aller Regel gewinnen dort immer die Schläge bzw. Züchter mit den längeren Vermessungen. Das ist im Jungflug so und auf der Altreise ist es, wenn man mal über Jahre die Preislisten auswertet, in der Regel nicht viel anders. Aber für ein One-Loft-Race spielt es am Ende ja keine Rolle und es war schön anzusehen, dass die Tauben gut und fit wieder zuhause eintrafen und jetzt am Abend fehlen dort auch nur sehr wenige Tiere.
Als ich dann wieder zuhause war und kurz nach unseren Jungtauben geschaut habe, konnte ich feststellen, dass die Jungtaube, die mir vom ersten Preisflug noch fehlte und die am 12.08. in Korbach gemeldet worden war, auch wieder im Schlag saß. Ursprünglich war geplant die Taube über Sportfreunde zurück zu transportieren, aber die Täubin war ihrem Melder entwischt und nun ist sie auch wieder zuhause und hat die 45 Kilometer aus Korbach im Flug bewältigt. Das ist mir natürlich noch mal lieber und es ist schön, dass auch dieses Tier wieder da ist.
Jetzt hoffe ich, dass auch der morgige Flug über 200 Kilometer glatt und ohne größere Verluste verläuft. Leider weiß man das gerade bei Jungtauben nie. Man kann einfach nur die Daumen drücken, dass der Flug einen normalen und guten Verlauf nimmt.

 

Samstag, 22.08.2026
Sascha am 22.08.2026 um 04:38 (UTC)
 Im Lauf des gestrigen Nachmittags erhielten wir die Information, dass unser nächster Preisflug nicht morgen am Sonntag, sondern erst übermorgen stattfinden soll. Der Grund für die Verlegung ist in diesem Fall nicht das Wetter, sondern schlichtweg die Tatsache, dass unser Fahrer aufgrund eines beruflichen Bereitschaftsdienstes von Samstag auf Sonntag verhindert ist. Unser Fahrer macht tatsächlich während der Saison vieles möglich um neben seiner Arbeit unsere Tauben stets pünktlich zu den Auflassorten zu fahren, aber in diesem Fall war es leider nicht machbar seinen Bereitschaftsdienst noch zu tauschen.
Grundsätzlich ist das kein Problem, denn das Wetter scheint auch am Montag gut zu werden. Aber Montag sind wir als Reisevereinigung fast alleine unterwegs und das ist bzgl der Greifvogelangriffe auf der 200-Kilometer langen Strecke dann vielleicht schon ein Problem. Mir ist es immer am Liebsten, wenn die Auflässe zu einem Zeitpunkt stattfinden können, wenn auf unserer Südost-Richtung möglichst viele andere RVen unterwegs sind. Andererseits ist es manchmal, speziell auf der Jungtierreise, gar nicht falsch wenn nicht dauernd auch noch Tauben in anderen Richtung kreuz und quer fliegen, wie es leider im deutschen Brieftaubensport üblich ist. Diese zig unterschiedlichen Flugrouten sind ein großes Problem aus meiner Sicht. Je weniger Züchter und RVen wir haben, desto mehr Reiserichtungen beschicken wir in Deutschland. Vernünftig ist das nicht.
In der aktuellen "De Duif" ist ein sehr interessantes Interview mit Dr. Fernand Marien zu lesen. Man muss nicht alle Ansichten dieses erfahrenen Taubenzüchters und Taubentierarzte teilen. Aber auf jedem seiner Sätze kann man immer nur herauslesen, dass er schlichtweg viel von Brieftauben versteht, Er stellt stets die Taube in den Mittelpunkt. Hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit, hinsichtlich ihrer Abwehrkräfte gegen Krankheitserreger, hinsichtlich ihres Charakters usw.

Er zijn meer goede duiven dan goede melkers"

Würden alle Brieftaubenzüchter den Brieftaubensport so angehen wie es Dr. Marien immer wieder propagiert, so hätten wir im Taubensport viele Probleme weniger. Davon bin ich überzeugt. Und ich bin ebenfalls überzeugt davon, dass Dr. Marien mit seiner Aussage: "Es gibt viel mehr gute Tauben als gute Züchter." vollkommen richtig liegt.
So wie in der Leichtathletik, im Fußball oder im Radsport gibt es auch im Brieftaubensport Menschen mit viel Talent und Menschen mit weniger Talent. Vieles kann man sich durch Fleiß und Interesse erarbeiten und erlernen. Aber das Talent zur Taubenbeobachtung und dazu aus den Beobahtungen die richtigen Schlüsse zu ziehen scheint mir nicht jedem gegeben zu sein.
Im Brieftaubensport kann man aus meiner Sicht aufgrund unserer Bestimmungen, Meisterschaftsbedingungen usw. heutzutage mit sehr viel Fleiß und Geld durchaus erfolgreich sein, alle Meisterschaften gewinnen usw. Aber gute Tauben züchten, mit einem relativ kleinen Bestand erfolgreich sein, einen nachhaltigen Stamm aufbauen usw. - das können erfahrungsgemäß nur ganz wenige, wirklich talentierte Sporfreunde und diese reisen dann oft auch über Jahre und Jahrzehnte fast durchgängig erfolgreich. Von diesen Züchtern kann man, wenn man mit ihnen persönlich gut harmoniert, eine ganze Menge lernen. Dr. Marien ist einer dieser Sportfreunde von denen man so unendlich viel lernen kann.
 

Freitag, 21.08.2026
Sascha am 21.08.2026 um 04:44 (UTC)
 Aufgrund der Arbeiten an unserer Terrasse bekommen die Jungtauben derzeit etwas später Freiflug als sonst. Wenn die Arbeiter Feierabend gemacht haben lasse ich die Jungtiere so gegen 17 Uhr heraus. Dann steht der Ausflug für 90 Minuten oder zwei Stunden offen und die Tiere können tun und lassen was sie wollen. Meistens sind irgendwann alle in der Luft und fliegen, aber einige fliegen mehr und sind fast die volle Zeit draußen und im Freiflug und andere fliegen weniger und gehen schneller wieder in den Schlag, Ich schaue nicht genau welche Taube sie wie verhält und ob sie viel oder wenig fliegen. Viele, speziell mit Julngtauben erfolgreiche Sportfreunde führen teilweise ein sehr strenges Regiment mit ihren Tauben. Die Freiflug-, Trainings- und Fütterungszeiten werden recht exakt eingehalten, die Tiere müssen fliegen und trainieren, die Ausflüge sind dann geschlossen usw. Der Erfolg gibt diesen Züchter meistens recht. Hier machen wir da alles sehr viel anders und denken uns: gesunde Jungtauben trainieren freiwillig - und wenn nicht, dann ist das auch kein Weltuntergang. Das Wichtigste ist, dass die jungen Tauben sich hier wohl fühlen!
Wenn ich die Jungtauben gegen 18.30 Uhr oder 19 Uhr herein rufe sind meistens einige wenige Tauben im Schlag und die meisten draußen. So war es auch gestern und zu meiner Freude war unter den Tauben im Schlag auch das letzte, noch fehlende Jungtier vom vergangenen Sonntag. Die blaue Täubin muss in der Zeit wiedergekommen sein, in der unsere Jungtauben Freiflug hatten und ist dann eingesprungen. Sie hatte Futter im Kropf und war zwar nicht ganz rund, aber doch deutlich besser in Verfassung als die Jungtaube, die am Tag zuvor wiedergekommen war.
Ich finde es wirklich positiv, dass nun alle Jungtauben vom Flug am vergangenen Sonntag wieder zuhause sind. Von den vergangenen drei Flügen fehlt uns nun nur ein Jungtier, Diese wurde aber gemeldet und wird in Kürze hierher transportiert (ich hatte darüber geschrieben). Ich hoffe, dass die Verluste auch auf den weiteren Flügen gering bleiben. Das ist das Wichtigste!
Bzgl meine gestrigen Beitrags haben mir zwei Sportfreunde geschrieben: einer schreibt mir, dass er viele Jahre Flugleiter gewesen sei und seine Erfahrung sei, dass die Jungtauben-nicht zu früh auflassen dürfe, sondern erst, wenn die Temperaturen steigen und die Luftfeuchtigkeit sinkt. Ein anderer Sportfreund klagt darüber dass die Tauben wegen der angeblichen Inversionen viel zu spät aufgelassen würden und die hinteren Tauben dann in die Wärme und Hitze kämen und die Tauben dann nicht mehr nach kämen.
Da sieht man einmal wie unterschiedlich die Meinungen zu diesem Thema sind. Ich denke weiterhin, dass wir eigentlich reichlich und ausreichend Daten haben müssten um da zumindest weitgehend beurteilen zu können. Die Flugleiter müssen die Flüge inzwischen so ausführlich dokumentieren, dass man annehmen sollte, dass wir massenweise Datenmaterial hätten um relativ schnell klar stellen zu können welche Auflasszeiten für die Tauben, und ganz besonders die Jungtauben, die Besten sind. Aber scheinbar haben wir da bisher noch immer keine wirkliche Tendenz gefunden. Entweder sammeln wir also die falschen Daten oder aber wir haben reichlich Daten und werten sie nicht oder falsch aus. Aber wozu müssen die Flugleiter heutzutage so viele Angaben zu ihren Flügen machen, wenn wir am Ende nichts mit ihren Eingaben anstellen? Es kann doch nicht nur darum gehen am Ende, wenn ein Flug nicht gut verlaufen ist, eine mögliche Fehlerkette nachzuweisen oder andersherum nachzuweisen, dass den Flugleiter keine Schuld trifft. Wenn wir schon Daten sammeln und die Flugleiter teils viel Arbeit haben, dann sollten wir die Daten auch zielgerichtet nutzen.
 

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