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Mittwoch, 07.01.2025
Sascha am 07.01.2026 um 16:05 (UTC)
 Am kommenden Wochenende veranstaltet unsere Reisevereinigung "Möhnetal" Warstein wieder ihre jährliche RV-Ausstellung. Auch in diesem Jahr werden wieder um die 200 Tauben von unseren Züchtern ausgestellt und von Preisrichtern bewertet. Ich hätte in diesem Jahr auch sehr gerne mit einigen Tauben an der Ausstellung teilgenommen, aber berufsbedingt bekomme ich es zeitlich einfach überhaupt nicht hin die Tauben einigermaßen pünktlich anzuliefern oder sie nach Ende der Ausstellung wieder abzuholen.
Neben der Ausstellung und der Siegerehrung, sowie unserer RV-Siegerehrung für das vergangene Reisejahr stehen auch wieder eine kleine Auktion und ein Züchterforum statt. Anlässlich des Züchterforums stell der Sportfreund David Balk die neuen Produkte und das Versorgungskonzept von "Bergerpigeons" vor.
David Balk hat hautnah die Gründung von Bergerpigeons begleitet und ist so als interessierter Züchter Moderator und Markenbotschafter beim Internet-Podcast "Frag den Berger" geworden und gibt erstmals die Möglichkeit, seine Erfahrungen und seinen Blick hinter die Kulissen kennenzulernen. Der Vortrag findet am Sonntagvormittag, den 11. Januar ab etwa 10 Uhr in der Einsatzhalle der RV Möhnetal-Warstein e.V, Romeckeweg 2, 59581 Warstein statt.
Im Anschluss an diesen Vortrag werden dann die aktuell in einer Pre-Auktion zum Gebot stehenden Gutscheine und Tauben verschiedener, erfolgreicher Sportfreunde vor Ort versteigert.
Mir persönlich ist es ein Anliegen heute einmal auf den Gutschein der Schlaggemeinschaft Karl-Heinz und Michael Stumme hinzuweisen, da es sich hier nicht um irgendeinen Gutschein handelt, sondern um einen Gutschein für zwei Jungtauben aus der besten Täubin der "Regionalverbandsgruppe Nord" im Regionalverband 258. Die Täubin flog im vergangenen Jahr im RV-Programm 11/12 Preise und auf den Regionalverbandsgruppenflügen 9/9 Preise. Sie flog in der RV-Preisliste u.a. den 1.3.5. und 9. Konkurs, wobei der 1. Konkurs auch in der Fluggemeinschaft gegen 1.201 Tauben auf einer Entfernung von 548 KM errungen wurde.
Ich denke es ist schon etwas Besonderes wenn Sportfreunde bereit sind gleich zwei Jungtiere aus solch einer Täubin zu spenden.
Der Vater der beiden Gutschein-Jungtauben ist aus meiner Sicht aber auch etwas Besonders. Er kommt vom Schlag Georg und Michl Endress aus der RV Forchheim. Er ist ein Enkel des bekannten "Hurrican 1272". Warum auch der Vater aus meiner Sicht etwas Besonderes ist? Vor einigen Jahren erhielt wir selbst von der SG Endress einen Halbbruder zu dieser Taube, der hier sehr gut vererbt hat. Aus ihm stammten u.a. unser 575, der maßgeblich am Gewinn der deutschen Jährigenmeisterschaft beteiigt war (genau wie sein Nestbruder 576). Der 575 flog als Jähriger 10 Preise mit 829 As-Punkten und wurde damit 15. bester jähriger in der Westfalenmeisterschaft. Im vergangenen Jahr habe ich hier an dieser Stelle über unseren 381 geschrieben. Ein Vogel, der auf seinen Einsätzen in 3 Jahren (Jungreise und 2x Altreise) nur ein einziges Mal keinen Preis flog und der leider (und darum trauere ich immernoch) im vergangenen Jahr mit 7/7 Preisen beim 8. Flug ausblieb.
Ich möchte damit nur sagen, dass man solche Jungtauben auf einen Gutschein nicht alle Tage gespendet bekommt und kann sie jedem Sportfreund, der noch versucht gute Tauben zu kaufen, nur wärmstens ans Herz legen, zumal ich aus persönlicher Erfahrung weiß (wir tauschen immer mal wieder Tauben), dass die Tauben der SG Stumme immer voll den körperlichen Ansprüchen genügen und einfach prima in der Hand sind.

Die Gutscheine und Tauben unserer Reisevereinigung in der Pre-Auktion sind seit einigen Tagen hier online zu sehen. Darunter auch der beschriebene Gutschein der Schlaggemeinschaft Stumme.

Pre-Auktion der Reisevereinigung Möhnetal Warstein
 

Dienstag, 06.01.2026
Sascha am 06.01.2026 um 15:49 (UTC)
 Wenn ich an dieser Stelle darüber schreibe, dass erfolgreiche Sportfreunde ehrlich im Hinblick auf den Gebrauch und den Umgang mit Medikamenten in ihrem Bestand sein sollen, dann möchte ich damit nicht unterstellen, dass jeder erfolgreiche Schlag auch ständig Medikamente einsetzt. Wie so oft im Leben gibt es auch in dieser Hinsicht solche und solche Brieftaubenzüchter.
Im Herbst und Winter 2024/25 hatte ich nach dem plötzlichen Tod meines Vaters hier sehr viel schleifen lassen mit den Tauben. Mir fehlte völlig die Motivation. In den Reiseschlägen schlich sich in der Mauserzeit eine Krankheit ein und auch im Frühjahr bei der tierärztlichen Untersuchung war der Zustand der Tauben nicht wirklich ideal. Sie hatten zu viele Trichomonaden und auch der bakterielle Abstrich war nicht gut. Ich behandelte die Tauben damals nach Anweisung von Dr. Boskamp und die Reisesaison war dann in Ordnung so lange bis ich die Reise mangels Motivation und aufgrund fortdauernder Flugverlegungen einstellte. Wir hatten v.a. einige sehr gute jährige Tauben in RV und FG und lagen dort bei den Einzeltauben und in den Meisterschaften weit vorne im Wettbewerb. Insgesamt waren die Resultate in Anbetracht der Umstände zufriedenstellend. Ich habe dann aber vorzeitig die Reise eingestellt, weil ich schlicht keine Lust mehr hatte. Ein Züchter sagte später zu mir: „Es war doch so gut. Da durftest du nicht aufhören.“ Aber es war aus meiner Sicht genau richtig die Reise einzustellen, weil mir zu viel auf und an die Nerven ging.
Wären die Tauben im Frühjahr bei der Untersuchung noch etwas besser zurecht gewesen, dann hätte es durchaus ein super Reisejahr werden können. Aber wenn man erst verschiedene Dinge kuren und medikamentös behandeln muss, dann kommen die Tauben nicht in die absolute Hochform. Sie kommen in Form, sie fliegen gut, aber die letzte und v.a. ganz stabile Hochform kriegen sie nicht so. Das ist jedenfalls meine Erfahrung in all den Jahren.
Aus diesem Grund müssen Züchter, die sehr viel mit Medikamenten arbeiten, auch ständig wieder Medizin geben. Die Tauben sind ein Stück weit daran gewöhnt und halten die Form nur durch eine häufige medikamentöse Unterstützung noch auf hohem Niveau.
Die Fahrt zu Tierarzt Dr. Boskamp unternahm ich im letzten Frühjahr mit weiteren Sportfreunden. Diese hatten ihre Tauben zu dem Zeitpunkt Ende Februar in einer super Verfassung. Peter Boskamp sagte ihnen nach der Untersuchung: „Ihr müsst nichts machen. Die Tauben haben nichts. Wenn die Tauben zu diesem Zeitpunkt so aussehen wird es ein sehr gutes Reisejahr.“ So kam es dann auch. Die Züchter reisten sehr stark in RV und Regionalverband mit vielen vorderen Platzierungen.
Das Alles wurde durch diese Sportfreunde mit einer sehr gezielten Versorgung ohne Medikamente während der Herbst- und Winterzeit erreicht. Auch in der Reise wurden dort kaum Medikamente eingesetzt. Man verfolgt in diesem Schlag ein Programm und zieht es konsequent durch und das funktioniert auch. Wenn dann mal mitten in der Reise die Form etwas nachlässt und ein Medikament eingesetzt werden muss, dann ist das an der Stelle auch überhaupt nicht bedenklich oder verwerflich.
Im Reisejahr 2010 hatte unser Freund Dirk de Beer ein herausragendes Jahr mit vielen ersten Konkursen, mit seiner Olympiatäubin usw. Dirk hatte damals auch dem ständigen Medikamentengebrauch abgeschworen. Nachdem er weniger Medikamente einsetzte wurde es jedes Jahr besser. Nach etwa zwei Dritteln der Reise 2010 tauschte ich mich nach einem Flug mit Dirk aus und er sagte mir: „Ich habe heute schon einen „Anpfiff“ bekommen von Wolfgang Roeper.“ Was war geschehen? Dirk hatte seinen Tauben nach dem Flug eine Tablette gegen Trichomonaden gegeben. Nicht weil sie schlecht gekommen waren, sondern eher aus dem Gefühl heraus etwas tun zu müssen. Es war die einzige Medikamentengabe in seinem Schlag in dieser Saison. Wolfgang Roeper hatte ihm darauf am Telefon gesagt: „Bist du verrückt? Deine Tauben sind super gekommen von 400 KM. Mit Spitze und allem. Warum gibst du Medizin?! Das muss du nicht machen!“ Es hat in diesem Fall Dirks Tauben am Ende nicht geschadet. Sie flogen weiter sehr gut. Aber ich persönlich habe mir das immer gemerkt. All die Jahre. Wenn es läuft und wenn die Tauben in Form sind und gut kommen, dann braucht es keine Medizin. Auch und erst recht nicht zur Vorbeugung. Man muss sie nur weiter gut beobachten, Hygienemaßnahmen konsequent einhalten usw. Es geht alles. Man sollte den Tauben und sich selbst an der Stelle nur vertrauen.
Am vergangenen Wochenende war ich zu Gast bei den Sportfreunden, mit denen ich auch bei Dr. Boskamp gewesen war im Vorjahr. Wir haben uns viele Tauben angesehen. Die Tiere befanden sich in einem exzellenten Zustand. Wieder ohne Medikamente. Es werden dort diverse Produkte auf „natürlicher Basis“ konsequent und relativ viel eingesetzt. Ich konnte mir wieder einiges abschauen und auch über das vergangene Jahr durch den regelmäßigen Austausch lernen. Wenn wir in einigen Wochen wieder zu Doktor Boskamp fahren, dann werden die Tauben dieser Züchter wieder sehr gut aussehen bei der Untersuchung. Davon bin ich fest überzeugt.
Aber ich habe hier bei uns im Schlag auch wieder etwas mehr Motivation, habe mich mehr um die Tauben gekümmert, habe meinen eigenen Ansatz zur Gesunderhaltung über Herbst und Winter (ich habe mehrfach darüber geschrieben) und bin zuversichtlich, dass unsere Tauben bei der Untersuchung in diesem Frühjahr auch besser zurecht sind und ich hoffe, dass ich ebenfalls keine Medikamente einsetzen muss um die Tiere in Reiseverfassung zu bekommen. Wenn ich dann gut aufpasse und die Tauben nach meinem Konzept konsequent versorge, dann sollte es auch für uns hier wieder möglich sein gute Ergebnisse in der Reise zu erzielen.
Es wird sicherlich nicht so wie 2020 als die Jährigen die deutsche Meisterschaft flogen. Dafür muss ich zu viel im Ablauf mit den Tauben verändern und es ist längst nicht so viel Zeit die Tauben zu versorgen wie damals, als mein Vater und ich es abwechselnd zu zweit machten. Aber auch damals ging es praktisch ohne Medikamente und die Tauben kamen in absolute Hochform über viele Wochen. Es gehört auch etwas Glück dazu. Man bekommt es nicht jedes Jahr gleich hin. Aber es ist allemal wert es auf so einem Weg zu versuchen.
 

Montag, 05.01.2025
Sascha am 05.01.2026 um 16:41 (UTC)
 Der Brieftaubensport ist, obwohl er für fast alle Brieftaubenfreunde immernoch ein Hobby ist, doch inzwischen ein nahezu professioneller Hochleistungssport geworden. Wer auch Regionalverbands- oder Deutscher Verbandsebene dauerhaft in der Spitze konkurrieren möchte, der muss heute schon sehr viel für und mit seinen Tauben tun. In einem Reisejahr kann man sich dann letztlich keine Schwäche leisten. Von daher ist es wichtig, dass die Taube über die gesamte Saison hinweg absolut leistungsfähig und kerngesund ist. Eine angemessene Ernährung mit den entsprechenden Wirkstoffen ist unbedingt notwendig und vielleicht kann man die Gesundheit der Tauben auch mit dem ein oder anderen Beiprodukt fördern und erhalten. Trotzdem spielt für die kerngesunde und leistungsfähige Brieftaube am Ende auch immer eine entsprechende medikamentöse Begleitung eine wichtige Rolle.
Wenn Sportfreunde im kleinen Kreis zusammen sitzen und darunter ist ein stark spielender Züchter, dann fällt irgendwann im Gespräch fast unweigerlich die Frage: "Was gibst du?" und damit sind nicht so sehr Futter oder Beiprodukte gemeint, sondern viel mehr Medikamente.
Medizin für kranke Tiere ist wichtig und richtig und im Leistungsbrieftaubensport scheinen Medikamentengaben fast notwendig zu sein, wenn man über eine Saison mit mehreren Vorflügen und 12, 13 oder 14 Preisflügen dauerhaft die Leistungsfähigkeit der Tiere auf einem hohen Niveau halten möchte.
Leider wird bei keinem Thema so häufig knapp an der Wahrheit vorbei geredet, wie beim Thema Medikamente vor und während der Reisezeit.
Ich erinnere mich daran wie ich vor vielleicht 15 Jahren Ende Februar oder Anfang März bei einem Brieftaubentierarzt im Wartezimmer saß. Neben mir saß ein bekannter und erfolgreicher Sportfreund und war dann zur Untersuchung vor mir an der Reihe. Er ging mit seinem Korb in den Untersuchungsraum und kam eine ganze Weile später wieder heraus. Er stellte den Korb ab, ging zum Tresen und erhielt dort verschiedene Präparate und einen Zettel. Er kam dann noch einmal wieder in den Wartebereich, legte seinen Zettel ab und zog sich seine Jacke an und legte einen Schal um, denn es war doch recht kalt zu der Zeit. Ich warf in dieser Zeit verstohlen einen Blick auf den auf dem Stuhl neben mit liegenden Zettel. Es war ein Wochenplan zur medikamentösen Versorgung der Tauben während der Reise nach dem Schema:
Woche 1 Medikament A
Woche 2 Medikament B
Woche 3 Medikament C und dann wieder von vorne bis zum Ende der Saison.
Später ging ich zur Untersuchung der Tauben und ließ Abstriche machen etc. Auch ich erhielt später noch so einen Zettel mit den entsprechenden Medikamenten. Der Versorgungsplan war sehr ähnlich (im Grunde genommen fast gleich) zu dem, den der Sportfreund vor mir erhalten hatte.
Über die Saison verfolgte ich dann die Reiseleistungen dieses Züchters interessiert. Er flog, wieder einmal, herausragend gut. So gut, dass weit nach der Saison, vielleicht im Winter oder im nächsten Frühjahr (das erinnere ich wirklich nicht mehr genau), über den Sportfreund ein Schlagbericht in einer Brieftaubenzeitung veröffentlicht wurde. Dort Stand zum Thema Medikamente nur folgendes zu lesen: "Medikamente gibt es nur bei Befund und nach tierärztlicher Anweisung."
Damit hatte der Züchter auch nicht gelogen. Er hatte seinen Medikamentenplan nach einem Befund erhalten und versorgte seine Tauben dann während der Reise nach tierärztlicher Anweisung. Dass damit wöchentliche Medikamentengaben über ein bis zweieinhalb Tage gemeint waren, stand aber nicht dabei.
Wenn man so will gab der Erfolg dem Sportfreund auch recht. Ich denke seitdem hat sich im Brieftaubensport nicht so sehr viel geändert. Hier und da gibt es einige Impfstoffe mehr, die man einsetzen kann. Es gibt auch einige nicht-medikamentöse Produkte mehr, die man bei Bedarf einsetzen kann. Aber auch heute noch gibt es viele erfolgreiche Sportfreunde, die besonders zur Reisezeit hin und während der Reisesaison relativ viel mit Medikamenten arbeiten.
Ich möchte das hier gar nicht bewerten. Es wird so gemacht und man ist damit erfolgreich. Ich denke nur immer: warum ist man nicht ehrlich damit? Warum sagen viele erfolgreiche Züchter nicht, dass sie aus Sorge vor einer Erkrankung der Tauben wöchentlich oder zweiwöchentlich verschiedene Medikamente in der Saison einsetzen? Es wird immer betont, dass es "um die gute Taube" geht. Aber wenn die gute Taube nicht gesund ist, dann bringt auch die gute Taube keine Leistung. So einfach ist es doch am Ende.
Es bleibt nur die Frage ob es nicht auch möglich ist die Tauben ohne sehr regelmäßige Medikamentengaben in der Reise gesund und leistungsfähig zu halten. Es gibt heute Züchter, die auf der Reise mit einem Bestand von 100, 120 oder 150 Tauben an den Start gehen. Dort wird teilweise Brieftaubensport auf höchsten Niveau betrieben. Aber es soll doch bitte von diesen Züchtern niemand sagen, dass er dauerhaft mit einem solchen Bestand ganz vorne in der Spitze fliegen kann, ohne in der Saison sehr regelmäßig Medikamente einzusetzen gegen all die verschiedenen Zipperlein, die unsere Tauben nun einmal bekommen können. Tauben sind Schwarmtiere. Sie trinken aus den gleichen Tränken und fressen aus dem gleichen Trog und bei aller Hygiene laufen sie im gleichen Kot herum und sie sitzen dann noch ein Mal wöchentlich im gleichen Kabi mit vielen anderen Tauben (und teilweise in der gleichen Box mit Tieren, die nicht aus dem eigenen Bestand kommen) und die Infektionsgefahr ist dann immer gegeben. Wer aber in der absoluten Spitze dauerhaft spielen will und den Brieftaubensport vielleicht auch ein Stück weit kommerziell betreibt, der kann es sich bei der heutigen Leistungsdichte gar nicht leisten, dass die Tauben ein oder zwei Flüge schwächeln, weil sie vielleicht eine kleine Infektion haben. Und so arbeiten halt viele Sportfreunde während der Reise sehr regelmäßig mit Medizin. Leider wird damit nur bedingt ehrlich umgegangen und das öffnet dann den Raum für diverse Spekulationen und leider auch für Sportfreunde, die nicht so erfolgreich sind und immer wieder glauben, dass sie nur Medikament X oder Y haben oder geben müssten, um erfolgreicher zu sein. Letzteres ist aber ein großer Trugschluß und ich denke, dass man die Reise sehr wohl auch sehr erfolgreich ohne ständige Medikamentengaben bestreiten kann. Dann muss aber vieles - um nicht zu sagen : alles - zusammen passen. Aber es ist machbar. Dazu muss man aber sehr offen und ehrlich miteinander kommunizieren und umgehen und manchmal ist es auch ein anstrengender Weg.
 

Sonntag, 04.01.2026
Sascha am 04.01.2026 um 07:51 (UTC)
 Neben den Beiprodukten, die für die Versorgung unserer Tauben ernährungsphyiologisch wichtig sind, wie zusätzliche Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und bestimmten Eiweißen, gibt es von den Anbietern eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Mitteln, welche sich positiv auf die Gesundheit der Tauben auswirken sollen.
Es gibt Produkte für die Atemwege oder den Magen- und Darmtrakt oder Produkte, die das Immunsystem stimulieren sollen und vieles mehr. Oftmals sind diese Beiprodukte auf Basis von Kräutern oder von bestimmten Säuren hergestellt oder es sind Mittel, die Pre- und Probiotika enthalten.
Ob diese Mittel jeweils wirklich einen Nutzen haben kann man als Züchter nur bei dauerhafter und regelmäßiger Anwendung für den eigenen Bestand beurteilen.
Man kann als Versorger der Tauben nicht erwarten, dass man so ein Beiprodukt verfüttert und sich schnell und unmittelbar etwas bei den Tauben verbessert, je nachdem welche Problematik man angehen möchte.
Viele Schwierigkeiten im eigenen Bestand lassen sich schon durch eine Veränderung des Schlagmilieus verbessern. Regelmäßige Hygiene im Schlag, in den Tränken (z.b. durch Reinigung und häufiges Trocknen der Tränken und einen entsprechenden Austausch) und Sauberkeit in den Futtertrögen sorgen schon für einen insgesamt geringeren Infektionsdruck.
Regelmäßige Probleme im Bestand mit den Atemwegen der Tauben lassen sich oftmals durch bauliche Veränderungen am Schlag verbessern (notfalls mit Hilfe von Schlagbauexperten) und häufig verhilft auch schon eine reine Reduzierung des Schlagbesatzes zu weniger gesundheitlichen Problemen im Bestand.
Bei unseren Tauben sollten wir immer daran denken, dass sie Schwarmtiere sind, die relativ dicht und eng beieinander und miteinander leben. Entsprechend höher ist der Infektionsdruck, wenn etwas am Schlag nicht stimmt, die Hygiene nicht ausreichend ist oder der Besatz im Schlag einfach zu dicht ist und entsprechend schneller können sich Krankheiten über die Luft, die Tränke und den Kot ausbreiten.
Am Ende ist es immer eine Überlegung welche Infektionen im eigenen Bestand Schwierigkeiten bereiten. Wo sind die Schwachstellen, was kann man auf welchem Weg verbessern?
Wenn der Schlag funktioniert, nicht zugig ist, trocken und sauber, wenn allgemein die Hygiene stimmt und nicht zu viele Tauben in diesem Schlag sitzen, dann sollten rund um das Jahr eigentlich keine größeren Probleme in einem Bestand auftreten. Dann sollte es möglich sein, dass die Tauben gesund bleiben ohne dass man beispielsweise regelmäßig Medikamente einsetzen muss.
Ein Zuchtbestand, in den nicht ständig viele neue, fremde Tauben aus vielen unterschiedlichen Beständen eingeführt werden und bei dem die Schlagbedingungen stimmen muss eigentlich mit einer angemessenen Versorgung wie ich sie gestern beispielhaft beschrieben habe, ohne Medikamentengaben über das Jahr gesund zu halten sein. Zuchttauben haben lediglich die Aufgabe pro Jahr zwei, drei oder vier Runden Jungtiere aufzuziehen. Das sollte ihnen ohne medikamentöse Behandlungen möglich sein. Ein passendes Impfschema (v.a. Paramyxo als Pflichtimpfung, aber auch Paratyphus oder Pockenimpfungen oder die Impfung gegen Rotaviren) erleichtert hier schon einiges. Darüber hinaus kann man Erreger wie Trichomonaden oder Kokzidien oder krankmachende Colibakterien durch den regelmäßigen und gezielten Einsatz bestimmter Beiprodukte sehr gut beschränken.
Wenn man auch die Zuchttauben ein oder zwei Mal jährlich tierärztlich durchchecken lässt weiß man eigentlich ob grundsätzlich bestimmte Probleme im Zuchtbestand vorliegen.
Haben die Tauben immer wieder zu viele Trichomonaden, dann kann es hilfreich sein das Trinkwasser sehr regelmäßig mit einem geeigneten Produkt anzusäuern oder auch mit anderen Präparaten auf Basis natürlicher Wirkstoffe gegen die Trichomonaden zu arbeiten. Haben die Tauben immer mal wieder Kokzidien (die sich gerade in Gartenschlägen kaum wirklich beseitigen lassen auf die Dauer), dann vermindert vielleicht ein regelmäßiger Einsatz eines Produktes auf Oregano-Basis die Ausscheidung und den Infektionsdruck. Salmonellen oder Colibakterien können auch mit bestimmten Fettsäuren in ihrer Vermehrung und Ausbreitung gehindert werden.
An dieser Stelle ist es wichtig seinen Bestand und seinen Schlag zu kennen. Wo liegen die Schwierigkeiten? Was kann ich tun?
Ich hatte vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich in diesem Herbst begonnen habe die Tauben sehr regelmäßig mit den Produkten Usnea-Plus und Bony Previsal von Tierarzt Peter Boskamp zu versorgen. Der ganze Bestand erhält diese Mittel zwei Mal in der Woche und ich erhoffe mir damit v.a. Trichomonaden einzudämmen und die Darmgesundheit hinsichtlich Colibakterien etc. zu stärken. Bisher machen die Tauben damit für mich einen sehr guten Eindruck. Sie sehen gut aus, der Kot sieht gut aus. Es scheint alles ok. Ich werde aber in einigen Wochen noch Tauben bei Tierarzt Boskamp vorstellen und zuvor schon Kotproben untersuchen lassen und dann werde ich wissen, ob die Gabe dieser Beiprodukte in unserem Bestand hinsichtlich Trichomonaden, Kokzidien (mit denen wir allerdings selten wirklich Probleme im Bestand haben) oder anderen Erregern im Darmtrakt etwas Positives bewirkt haben. Danach kann ich dann entscheiden ob ich in der Form weiter mache mit der Versorgung oder etwas ändern muss. D.h. die Zuchttauben bekommen die Grundversorgung, wie ich sie gestern schon beschrieben habe und dazu diese beiden gerade genannten Beiprodukte und mehr nicht. Damit sollten sie demnächst gut paaren, legen und gesunde Jungtauben aufziehen. An der Stelle mache ich mir sehr wenig Sorgen.
Eine etwas andere Situation gibt es bei den Reisetauben. Über den Winter sollte man auch sie auf recht einfachem Weg gesund halten können. Aber während der Reisezeit ist die Belastung und der Infektionsdruck (v.a. im Kabinenexpress) doch um einiges höher. Ob man da auch mit den genannten Produkten oder anderen Mitteln immer zurecht kommt, ist fraglich. Besonders die Atemwege der Tauben sind in der Reisezeit einer ganz anderen Belastung ausgesetzt. Ich werde in Kürze einmal darstellen wie wir hier vor und während der Reisesaison in dieser Hinsicht mit den Tauben umgehen.
 

Samstag, 03.01.2026
Sascha am 03.01.2026 um 06:36 (UTC)
  den vergangenen Tagen haben mich zwei Sportfreunde kontaktiert und mich zu den Produkten von Dr. Marien befragt. Wo man sie bekommt, was sie kosten, ob der Sirup gut ist und man ihn auch als Weitstreckenspieler gezielt einsetzen kann usw.
Ich möchte dazu aus meiner Sicht mal etwas schreiben. Jeder, der hier regelmäßig liest wird mitbekommen habe, dass ich nicht so sehr davon überzeugt bin, dass eine Brieftaube neben dem Körnerfutter und Mineralien und vielleicht ab und an etwas Grünzeug sehr viel nötig hat um gute Zucht- oder Reiseleistungen zu bringen. Eine Taube sollte rundum gesund sein und dann muss man ihr nicht viele Dinge zusätzlich geben, damit sie leistungsfähig ist.
Was benötigt eine Brieftaube wirklich zusätzlich zum Futter? Sicherlich Mineralien. Die bekommen sie bei uns in Form der Picobal-Gritmischung und mit Pickstein und dazu eben mit dem roten Mineralpulver von Dr. Marien. In diesem Mineralpulver sind auch einige Vitamine enthalten und in Form der eingemischten Bierhefe ein paar Aminosäuren. Ich denke, dass eine Taube in der Natur auch immer wieder tierisches Eiweiß aufnimmt, also Schnecken und Würmer. Dieses tierische Eiweiß bekommt sie bei uns eben durch die im Mineralpulver enthaltene Bierhefe und durch das Konditionspulver, in dem Fischmehl und Molkepulver enthalten ist, ebenso wie wiederum einige Vitamine.
Das bedeutet also: durch den Einsatz von Mineral- und Konditionspulver (bei uns mit wird es mit flüssiger Bierhefe und/oder Gemüsemix an das Futter gerührt) haben die Tauben alles was sie zusätzlich brauchen: Vitamine, Mineralien, und tierisches Eiweiß (Aminosäuren). Mehr benötigt eine Brietaube in der Regel nicht, wenn sie dazu gutes und ausgewogenes Futter erhält.
In der Reisezeit kann man dann noch den Sirup von Dr. Marien einsetzen um die besondere Beanspruchung in der Reise ein wenig zu kompensieren. Letztlich ist dieser Sirup ein Mineralienpräparat, dass v.a. auch Eisen enthält. Eisen wiederum ist notwendig, damit ausreichend rote Blutkörperchen gebildet werden können und der Sauerstofftransport über diese roten Blutkörperchen gewährleistet bleibt (vereinfacht gesagt). Der Sirup ist lt. Dr. Marien so zusammen gesetzt, dass die enthaltenen Mineralien und das Eisen besonders gut aufnehmbar sind.
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir selbst auch schon Reisejahre hatten, in denen ich gar keinen Sirup gegeben habe und da die Empfehlung lautet ihn alle drei bis vier Wochen einzusetzen, hatten wir auch schon Jahre, in denen ich es gelegentlich vergessen habe ihn regelmäßig zu geben. Es war am Ende auch nicht schlechter hinsichtlich der Ergebnisse.
Man bekommt die drei Produkte in der Praxis von Dr. Marien oder bei ihm direkt, wenn er irgendwo unterwegs ist um Tauben zu untersuchen. Letzteres wird leider immer weniger, denn Dr. Marien reist nicht mehr so viel herum. Die Kosten sind relativ moderat im Vergleich zu vielen anderen Produkten (meistens so um die 20 Euro - genau habe ich es nicht im Kopf).
In Deutschland gibt es hier und da auch Futtermittelhändler, die in gutem Kontakt zu Dr. Marien stehen und die seine Produkte besonders zur Reisezeit hin dann verkaufen. Gerne auch mal mit einem deutlichen finanziellen Aufschlag auf den normalen Preis.
Wir setzen diese Beiprodukte ein, weil es einfach ist und für uns funktioniert. Seit mehr als 15 Jahren bekommen unsere Tauben ein oder zwei Mal in der Woche das Mineral- und Konditionspulver. Rund um das Jahr, in der Reise-, Mauser, Zucht- und Winterzeit. Es ist immer gleich und ich denke damit sind die Tiere sehr gut versorgt.
Es sind aber keine Wundermittel. Ich glaube an so etwas nicht. Ich gebe sie, weil die Tauben neben den Körnern noch etwas mehr für eine gesunde Ernährung brauchen und damit hat es sich. Wie gesagt: Tauben benötigen zusätzlich Mineralien, Vitamine und die ein oder andere Aminosäure in Form von tierischem Eiweiß (v.a. Methionin und Lysin).
Wenn ich die Produkte von Dr. Marien einmal nicht mehr bekommen könnte, dann hätte ich aber auch kein Problem damit auf Mittel anderer Firmen zurück zu greifen, die ganz ähnlich zusammengestellt sind und würde damit dann genauso weiter machen wie bisher. Ich würde nur das Produkt austauschen und sonst gar nichts ändern.
In diesem Frühjahr werde ich z.b. bei unseren Jungtauben einmal ein anderes Produkt testen. Ich werde irgendwann später darüber schreiben und meine Erfahrungen berichten. Es soll ganz ähnlich funktionieren wie die Mittel von Dr. Marien. Genauer gesagt sind es zwei Beiprodukte, die am Ende ähnlich zusammen gestellt sind und ähnliche Wirkung haben sollen. Ich bin auf den Versuch schon gespannt.
Ich denke man muss sich um Beiprodukte nicht so viele Gedanken machen. Es gibt hunderte gute Mittel am Markt von denen man sich zwei, drei aussuchen sollte nach den geschilderten Bedürfnissen der Tauben und wenn man diese dann konsequent und regelmäßig gibt, dann haben die Tauben auch alles was sie benötigen um gesund und leistungsfähig zu sein.

 

Donnerstag, 01.01.2026
Sascha am 01.01.2026 um 17:10 (UTC)
 Wie fast immer in den vergangenen Jahren habe ich die Silvesternacht auf der Arbeit verbracht. Da lässt sich für mich diese sinnlose und völlig überflüssige Knallerei am besten ertragen. Immerhin haben unsere Tauben alles schadlos überstanden. Ich hoffe alle Taubenfreunde sind gut ins neue Jahr gekommen und erfreuen sich, genauso wie ihre Tauben, bester Gesundheit!
Es dauert nun nicht mehr so lange und dann merkt man auch wirklich, dass die Tage wieder heller werden. Das ist für die Versorgung der Tauben angenehmer, weil einfach mehr Zeit bleibt vor oder nach der Arbeit. Insgesamt sehen unsere Tauben mit der aktuellen Versorgung auch und in Kürze erfolgt dann endlich die Impfung gegen PMV bei den Zuchttauben. Bis zur Anpaarung ist dann noch Zeit genug.
Auch aktuell sind hier die Temperaturen immer rund um den Gefrierpunkt, sodass es nicht allzu kalt ist und die Tauben mit einer relativ geringen Futtermenge zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Gramm täglich von unserer Wintermischung gut zurecht kommen. Mehr brauchen sie nicht und bei einer stärkeren Fütterung würden sie nur Fett ansetzen.
In der Winterzeit nehme nur ab und an mal eine Taube in die Hand um das Gewicht zu kontrollieren. Heute habe ich das mal wieder getan und dabei einmal mehr auch festgestellt, dass es Tauben gibt, die sich auch körperlich einfach sehr spät entwickeln. Ich nahm zwei Nestbrüder in die Hand, die in 2025 jährig waren. Sie hatten ordentlich geflogen. Insgesamt waren sie mir aber immer ein wenig klein. Als ich die Tauben heute in die Hand nahm, habe ich mich sehr gewundert wie sie sich noch entwickelt haben und insgesamt noch gewachsen sind, sodass ich sie nun gar nicht mehr als klein bezeichnen würde. Das ist mir bei Nachzucht aus dem Vater der Tauben schon einmal aufgefallen. Ich finde es keinen Nachteil wenn man solche "Spätentwickler" in seinem Bestand hat.
In gut einer Woche findet hier am Wochenende vom 9. bis zum 11, Januar wieder unsere RV-Ausstellung statt. Leider kann ich arbeitsbedingt in diesem Jahr kaum daran teilnehmen und habe daher auch keine Tauben für die Ausstellung gemeldet. Es bringt nichts, wenn man die Tauben freitags mittags schon abgeben muss und sie erst montag nachmittag wiederholen kann. Das möchte ich nicht.
 

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