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Dienstag, 30.06.3036
Sascha am 30.06.2026 um 05:57 (UTC)
 Vom gestrigen Freiflug am Haus fehlen hier gleich drei Jungtiere. Ich fürchte, dass sie irgendwie verunglückt sind. Vermutlich nach einer Greifvogelattacke. Die Tauben hatten erst am Nachmittag aus Zeitgründen Freiflug und da ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie irgendwie mitgezogen sind o.ä. Auch andere Sportfreunde hier aus der Region berichteten mir gestern abend von ständigen Jungtaubenverlusten, die deutlich über das gewohnte Maß hinausgehen. Hier bei uns humpelt außerdem eine blaue, junge Täubin. Sie scheint irgendwo angeschlagen zu sein. So ist leider immer wieder etwas anderes mit den Tauben.
Auch heute können die Jungtiere erst am Nachmittag in den Freiflug, da vormittags halb Deutschland zu Preisflügen mit den Alttauben unterwegs ist. Auch unsere Reisevereinigung hat heute schon um kurz nach 6 Uhr die Tauben der letzten verbliebenen Teilnehmer in Schlüsselfeld gestartet. Allerdings war die Anzahl an Züchtern und Tauben doch sehr überschaubar. Es ist nun der neunte Preisflug der Altreise und die Taubenzahl beträgt noch etwa 40 Prozent der am Saisonbeginn eingesetzten Tauben. Die Züchterzahl hat sich etwa halbiert. In anderen RVen und Regionen mag das teilweise noch etwas besser sein, aber insgesamt ist der Niedergang des deutschen Brieftaubensports doch erschreckend. Deswegen kann man nur hoffen, dass die weiteren Flüge für die verbliebenen Züchter und Tauben zumindest gut verlaufen und an der Stelle die Daumen drücken. Zumal mehr und mehr Wettermodelle in ihren Mittel- und Langfristprognosen bereits die nächste Hitzewelle auf uns zukommen sehen. Aber diese Prognosen sind auch noch mit großen Unsicherheiten behaftet. Mit Blick auf die bevorstehende Jungtaubensaison scheint es aber aktuell so zu sein, dass es nicht einfacher wird. Ich fürchte, dass auch die Jungtierreise letztlich in einem großen Durcheinander enden wird. Weil man im deutschen Brieftaubensport seit Jahren nicht bereit ist einmal andere Wege zu gehen und sich ständig nur an Meisterschaften orientiert. Dass man vor einigen Jahren eine deutsche Jungtaubenmeisterschaft eingeführt hat trägt an der Stelle nicht zur Besserung der Situation bei. Im Gegenteil. Aber genau wie bei der Einführung der sogenannten "deutschen Kurz- und Mittelstreckenmeisterschaft" auf der Altreise geht es auch da nur um Vermaktung und den Versuch irgendwo Geld zu verdienen. Das macht man solange bis keine Züchter mehr da sind und keine Flüge mehr stattfinden können.
 

Sonntag, 28.06.2026
Sascha am 28.06.2026 um 07:24 (UTC)
 Gegen 7.45 Uhr heute morgen kam hier schon ein recht großer Schwarm Trainingstauben durch. Mit ordentlich Tempo und in relativ großer Höhe waren sie auf dem Weg nach hause. Die Bedingungen waren so, dass man um die Uhrzeit durchaus einen Trainingsflug durchführen konnte, auch wenn unser Verband davon abgeraten hatte. Aber ich frage mich schon wie krankhaft ehrgeizig man eigentlich sein muss, wenn man früh an einem Sonntag morgen bei hohen Temperaturen seine Tauben einkorbt, auf 30 oder 40 Kilometer Entfernung fährt und sie dann fliegen lässt und anschließend wieder nach hause zurück fährt. Ich denke mir immer: wer solch ein Vorgehen nötig hat um viele Preise oder frühe Preise zu fliegen, der ist zwar sehr fleißig aber gute Tauben hat er vermutlich nicht. Die tun es auch ohne solchen Aufwand.
In Belgien waren die Flüge an diesem Wochenende insgesamt durch den Verband abgesagt worden. Mit Ausnahme eines Nationalfluges von Valence. Die Tauben waren bereits unterwegs. Mehr als 3.300 Tiere wurden dann gestern morgen um 6.40 Uhr aufgelassen in die Hitze. Die Entfernungen für die teilnehmenden Schläge betragen etwa zwischen 530 und 700 KM. Am Abend waren ca. 110 Tauben als angekommen gemeldet. Heute morgen kommen die Tauben nach einer Gewitternacht zwar weiter, aber der Konkurs läuft noch und es gibt dort eine 25-Prozent-Preisliste. Ganz besonders bei den mehr als 1.400 teilnehmenden jährigen Tauben sieht es jetzt im kurz nach 9 Uhr finster aus. Es sind noch keine 100 Tiere gemeldet. Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Zeiten, in denen man in Westeuropa solche Flüge veranstaltet, vorbei sind. Aber der belgische KBDB scheint das anders zu sehen. Ich kann da nur den Kopf schütteln.
Immerhin hat man den Flug ab Agen jetzt schon mehrmals verschoben und auch jetzt wieder weiter auf den morgigen Tag verlegt. Die Tauben sitzen dann schon eine Woche lang im Kabi. Brieftaubensport aus dem Mittelalter.
Hier in Deutschland wollen wohl recht viele Organisationen übermorgen, am Dienstag wieder einen Flug machen. Ich bin gespannt wie das Wetter sich weiter entwickelt, denn ob es beispielsweise auf unserer Südostrichtung dann tatsächlich möglich ist Flüge zu machen. Stand jetzt am Sonntag morgen bin ich der Meinung, dass es keine guten Bedingungen an den Auflassorten für einen Flug gibt. Die Taupunkte werden weiter hoch vorhergesagt, damit ebenso die Luftfeuchtigkeit und die Bewölkung. Aber das kann sich auch noch ändern.
Ein noch berufstätiger Züchter, der in einem anderen Regionalverband reist, schrieb mir gestern u.a. folgendes und darüber kann man sicher auch einmal nachdenken:

"Ich würde gerne noch ein paar Flüge setzen aber ich will sie auch sehen wenn sie nach Hause kommen!!! Und mir nicht den Stress machen das ich am Abend nach dem Einsetzen noch die Weibchen dahinter setze und alles fertig zu machen!!!
Zum zweiten kann ich die Tiere nur am Abend los machen und was die die letzten 8 Tage geflogen haben, brauche ich dir nicht zu erzählen!! Da haben die ganzen Rentner, Freischaffende Künstler, die Selbstständig sind und eventuell auch noch Schlagpfleger haben schon ein großen Vorteil, denn da gehen die Tauben morgens zwischen 6h-7h bei angenehmen Temperaturen raus!!!
Die Reise endet hier am 18.7 obwohl der Wertungszeitraum Altfliegen bis zum 3.8 geht!!! Warum setzt man hier nicht einfach was hinten dran!!?? Da wird gar nicht drüber gesprochen, sondern jetzt geht's mit Wektagsflügen weiter!!!
Den ganzen Verband + FSK und hier die ganzen Großen Züchter: All diese bestimmen schon über Jahrzehnte was in unserem Hobby abgeht und machen den auch schon seit Jahrzehnten Stück für Stück kaputt!!!!
In den 80er-90er Jahren hätte es so etwas nie gegeben!! Denn da musten der Großteil der Züchter noch arbeiten heute ist die Züchterschafft sehr stark geschrumpft und davon braucht der Großteil auch nicht mehr arbeiten.
Selbst letzte Woche das war doch schon sehr grenzwertig!! Hier fehlen noch 8-10 Prozent das bei eingeflogende Tauben und nur 200km. Aber da spricht keiner von und es wird einfach weiter gemacht!
Ich reise zwar nicht gut habe aber bis heute erst 2 Tauben verloren und mache mir auch Gedanken drüber ob man es den Tieren vom Wetter her zumuten kann!
Ein sehr guter Züchter ruft mich letzte Woche an und sagt mir vor dem Flug, er hasst Hitzeflüge und am besten wäre es gewesen das der Verband letzte Woche schon dicht gemacht hätte!!! Nur warum lässt er sie dann nicht zuhause??

Das ist alles sehr rustikal geschrieben und auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch, aber trotzdem auch ein ganzes Stück weit verständlich.
 

Samstag, 27.06.2026
Sascha am 27.06.2026 um 05:08 (UTC)
 Am gestrigen Abend hatte der Vorstand unserer Reisevereinigung kurzfristig zu einer Vereinsvertreter-Versammlung eingeladen um abzufragen wie die RV-Mitglieder sich nach der Hitze-Unterbrechung den Fortgang der Altreisesaison wünschen und vorstellen. Zuvor hatten sich einige RV-Vertreter innerhalb des Regionalverbandes besprochen und versucht einen Plan zur Weiterführung des Reiseprogramms zu erstellen.
Da nun durch unseren Verband die kommende Woche für Flüge komplett freigegeben ist, soll nun versucht werden mit einem relativ kurzen Flug über 270 KM am Dienstag wieder einzusteigen wenn das Wetter mitspielt. Anschließend soll am kommenden Wochenende ein 400 KM-Flug als Regionalverbandsflug gestartet werden und danach wird dann geschaut, ob man noch den Nationalflug ab Vilshofen mit dem Regionalverband 402 machen kann und abschließend dann irgendwie noch einen 500er.
Dabei wären verständlicherweise auch diese Pläne und Überlegungen Makulatur, wenn das Wetter nicht mitspielt.
Insgesamt finde ich es aber ausgesprochen positiv, dass man in unserer RV seitens des Vorstandes bemüht ist alle Züchter mit ins Boot zu nehmen und zu versuchen Lösungen zu finden, mit denen die Mehrheit der Sportfreunde leben kann und zufrieden ist.
Mein Eindruck ist, dass in anderen RVen ein solches Vorgehen eher nicht der Fall ist und Verantwortliche, teils nach eigenem Gutdünken, entscheiden wie man nun irgendwie weiter machen möchte. Da kommt es dann zu solch bizarren Auswüchsen, dass einzelne Sportfreunde darauf bestehen, dass man nun 250 KM macht, dann 400 KM, dann den Nationalflug mt dem Regionalverband 402 und abschließend noch einen 600er. Ich weiß nicht auf welchen Planeten, ganz abgesehen vom Wetter oder ob die Tauben das alles nun so schaffen, solche Sportfreunde leben, aber bei diesem Programm könnten sie spätestens zum Saisonabschluss über 600 KM die Tauben des ganzen Regionalverbandes mit einer Handkarre einsammeln und zum Auflassort nach Micheldorf fahren um einen 600 KM-Flug zu starten.
Aber es scheint so zu sein, wie ich es auch zuletzt geschrieben habe: so mancher Verantwortliche denkt nicht daran den Brieftaubensport so zu gestalten, dass er für möglichst viele Sportfreunde ein schönes Hobby ist, sondern fast ausschließlich an seine Eigeninteressen. Auch hier im Regionalverband merkt man teilweise, dass nur noch einzelne Sportfreunde (teilweise im Hintergrund) bestimmen möchten wie unser Hobby abzulaufen hat. Das führt dann zu solchen Auswüchsen wie am vergangenen Wochenende, als man die Tauben einsetzte obwohl die Wettervorhersagen es nicht hergaben und dann zu den Auflassorten fuhr und von dort wieder zurück in die Heimat und die Tauben auf kurzen Entfernungen fliegen ließ. Es ist teilweise ein blanker Unfug, der da durchgeführt wird, weil einige, wenige Sportfreunde es, aus was für Gründen auch immer, so wünschen.
Gestern habe ich in Anbetracht der extremen Hitze darauf verzichtet unseren Jungtauben Freiflug zu geben. Das machte dann wirklich keinen Sinn mehr. Stattdessen habe ich ihnen die Badewanne hingestellt und sie konnten ausgiebig baden. Auch heute werde ich die Jungtauben wohl im Schlag lassen. Da ist Zeit habe sprühe ich dann mit einer Gartenspritze ab und an etwa Wasser von innen an die Dachpfannen sodass ein kleiner Kühlungs- und Verdunstungseffekt entsteht. So gut unsere Dachbodenschläge grundsätzlich funktionieren. Bei hohen Temperaturen ist es in den Schlägen dann teilweise wirklich extrem. Andererseits muss ich sagen, dass die Photovoltaik-Anlage mit ihren Platten, von der ich insgesamt noch nicht weiß ob sie sich nicht auch negativ (wegen der Elektrizität) auf die Tauben ausüben, schon einen enorm kühlenden Effekt für unseren gesamten Dachboden haben. Insbesondere in den Witwerschlägen merkt man gegenüber früher schon einen sehr deutlichen Effekt.
Auch weiterhin bekommen die Tauben derzeit ein Mal am Tag eine Tränke mit Elektrolyte in Form von Bony Bolectrol und wenn diese leer getrunken ist bekommen sie Wasser, dass zur "Desinfektion" mit einer Säure versetzt ist und wo dadurch der PH-Wert abgesenkt wird. Bei den aktuellen Temperaturen können sich im Trinkwasser ansonsten Keime und v.a. auch Trichomonaden fast explosionsartig vermehren. Das möchte ich vermeiden bzw. einschränken. Über die Hälfte des Tages-Futters bekommen alle Tauben aktuell so etwa alle zwei Tage Ropa 10 lüssig, dass ich dann mit Mineralien und Heilerde abtrockne. Ob es etwas nutzt weiß ich nicht, aber vielleicht hilft es den Tauben aktuell ein wenig diese doch ungewohnt Hitze-Phase gut zu überstehen.
 

Freitag, 26.06.2026
Sascha am 26.06.2026 um 05:45 (UTC)
 Gestern rief mich am Nachmittag ein Sportfreund an, den ich seit vielen Jahren nicht gesprochen hatte. Er hatte meine Telefonnummer in seinen Unterlagen gefunden und wollte sich einfach einmal melden. Nach so langer Zeit ( es waren sicherlich fast 10 Jahre) freut mich so ein Anruf sehr. Der Züchter berichtete mir, dass er gesundheitlich angeschlagen ist, dass er nur noch einen kleinen Taubenbestand hält mit dem er aber weiter an der Reise teilnimmt und dass ihm seine Frau sehr viel hilft bei den Tauben, sonst ginge es leider nicht mehr.
Wir tauschten uns dann über dies und das aus und kamen selbstverständlich auch auf die aktuelle Situation im deutschen Brieftaubensport, die Entfernungsbegrenzungen, die Flugverbote aufgrund der Hitze usw. zu sprechen. Der Sportfreund reist in einem ganz anderen Regionalverband in einer anderen Region und auf einer anderen Reiserichtung als wir und trotzdem berichtete er mir von exakt den gleichen Umständen, wie sie hier und anderswo zu beobachten sind. Er selbst und viele andere Sportfreunde wollen, wenn es das Wetter wieder zulässt, gerne noch einige Flüge entspannt die Tauben schicken und dabei käme es ihm nicht darauf an, ob das nun 250 oder 300 Kilometer-Flüge seien oder es auch einmal weiter gehe. Er stelle aber fest, dass einige Züchter, doch schon wieder darauf drängten nun einen Flugplan zu erstellen und umzusetzen, der zuallererst auf die Erfüllung der Bedingungen zu den deutschen Meisterschaften abziele. Er verstehe das nicht. Es gehe doch darum dass möglichst viele Züchter noch weiter reisen und Spaß an der Reise hätten und nicht um das erreichen irgendwelcher Bedingungen.
Nachdem wir eine Weile telefoniert und uns verabschiedet hatten rief mich ein weiterer Züchter aus einem anderen Regionalveband an, mit dem ich recht regelmäßig in Kontakt stehe. Er berichtete, dass in seinem Regionalverband ein sehr erfolgsorientierter und auch auf Taubenverkauf ausgerichteter Sportfreunde bereits verkündet habe, wie man die nächsten zwei, drei Flüge angehen solle, damit man noch "die Bedingungen erfülle".
Es ist überall das Gleiche: einige sehr ehrgeizige Sportfreunde möchten unbedingt irgendwie noch die Flüge so durchführen, dass sie am Ende auf höchster Ebene erfolgreich sein können und alle anderen, für die das Flugjahr ohnehin schwierig ist mit Verschiebungen und Ausfällen etc., müssen irgendwie hinterher, wenn sie noch mitmachen möchten.
Man weiß nicht wie das Wetter sich entwickelt, aber es wäre aus meiner Sicht gescheiter, wenn unser Verband sagen würde: "Wir lassen dieses Jahr alle deutschen Meisterschaften ausfallen. Entscheidet in den Regionalverbänden wie ihr eure Flüge zu Ende bringen wollt und wie ihr die Meisterschaften nun weiter ausfliegt und dann ehren wir in Kassel alle gut 60 Regionalverbandsmeister auf der Bühne." Damit wäre zumindest ein Stück weit der Druck aus dem Reiseprogramm genommenn nun in den verbleibenden vier, fünf Wochen der Reisesaison noch alle möglichen, sehr anspruchsvollen Flüge durchzuführen. Man hat hier und da kaum 400er gehabt, von 500-KM-Flügen ganz zu schweigen. Das Wetter müsste jetzt schon extrem stabil werden, damit man diese Flüge noch komplett durchführen kann. Aber ich fürchte in den meisten Regionalverbänden wird man es auf Biegen und Brechen versuchen. Das ist aus meiner Sicht aber nicht der Sinn des Hobbys.
Auch gestern hatten unsere Jungtauben wieder fast den ganzen Tag Freiflug bis gegen Abends 19 Uhr. Es ist interessantt das Verhalten der Tauben bei den sehr hohen Temperaturen zu beobachten. Sie fliegen verständlicherweise nicht lange am Stück, aber sie bewegen sich doch immer wieder für fünf oder zehn Minuten, laufen wieder in den Schlag, trinken, gehen wieder heraus, sitzen auf dem Dach in der Sonne usw. Unsere jungen Vögel der ersten Zucht balzen nun bereits und suchen nach Partnerinnen. Sie hecheln nach dem Fliegen dann auch mehr oder weniger um sich abzukühlen, aber die Temperaturen machen den Tauben doch etwas weniger aus als uns Menschen. Ich sitze dann im Schatten und beobachte die Tauben und das ist für mich einfach eine schöne Sache, wenn die Tiere tun und lassen können was sie wollen. Insgesamt bin ich auch der Meinung, dass es diese Form der Haltung den jungen Tauben aktuell besser tut als sie nur morgens recht früh für ein oder zwei Stunden in den Freiflug zu lassen und sie dann wieder im Schlag festzusetzen. Allerdings habe ich auch immer ein wenig Sorgen, dass mal ein Greifvogel kommt. Besonders ein Wanderfalkenangriff bei der Hitze wäre für viele Tauben wohl ein Problem, wenn sie in Panik weit weg fliegen. Ich hoffe aber immer, dass auch die Greivögel in der größten Hitze nicht jagen. Ich bin aber, darüber hatte ich schon geschrieben, davon überzeugt, dass die Attacken der Greivögel massiv werden für mehrere Tage. sobald es sich abgekühlt hat.
 

Donnerstag, 25.06.2026
Sascha am 25.06.2026 um 06:07 (UTC)
 Wie erwartet wurden gestern alle Flüge für das kommende Wochenende durch die Flugsicherungskomission verboten. Ob ab Montag wieder Flüge möglich sind und in welchem Rahmen, das wird noch entschieden. Ich gehe persönlich weiter davon aus, dass man Flüge ab Dienstag freigeben wird und ausnahmsweise unter der Woche genehmigt.
Auch in den Niederlanden hat die NPO erhebliche Beschränkungen für die Flüge beschlossen und den sogenannten "Code Rood" ausgesprochen für Vitesse-, Midfond- und Jungtaubenflüge und selbst in Belgien hat der KBDB folgendes zum kommenden Wochenende veröffentlich:
"Unter Berücksichtigung der für die kommenden Tage vorhergesagten außergewöhnlich hohen Temperaturen, die in den letzten Jahren kaum beobachtet oder nie beobachtet wurden, hat die KBDB nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden beschlossen hat, alle Wett- und Lernflüge bis zum Wochenende des 27. und 28. Juni 2026 abzusagen."
Dieses erwähne ich hier deshalb weil es leider immer noch einige Sportfreunde gibt, die gerne behaupten in den Niederlanden und Belgien würde man ganz anders mit den Tauben umgehen, deswegen bessere Tauben über die Jahre züchten usw. Hätten wir in Deutschland insgesamt endlich ein anderes Reisesystem, dann könnten wir, so wie in unseren westlichen Nachbarländern, auch etwas flexibler auf das Wetter reagieren. Leider ist es hier aber immernoch so, dass es aufgrund der unsinnigen Meisterschaften dazu kommt, dass Flüge, z.b. bei Hitze, gestartet werden, weil man noch irgendwie einen 400er oder einen 500er benötigt. Von diesem System müssen wir endlich weg.
Sowohl die NPO als auch der KBDB in Holland und Belgien haben übrigens darauf hingwiesen, dass die Weitstreckenflüge, zu denen die Tauben bereits im Kabi saßen und unterwegs waren, unter sehr strenger Beobachtung stehen und schon jetzt hat man dort diverse Auflagen festgelegt, sodass die Tauben nicht einfach in die Hitze gestartet werden können.
Auch künftig werden wir mit solchen Hitzewellen rechnen müssen - und das vermehrt. Wir müssen für den deutschen Brieftaubensport schnellstens Konzepte entwickeln, wie wir diesen Veränderungen von Wetter und Klima begegnen und wie wir flexibel reagieren können. Wir müssen endlich weg vom RV- und Regionalverbandsspiel über 12 - 14 Wochen mit tendentiell sich steigernden Entfernungen. Ich hoffe dass das nun auch von den Verantwortlichen in den Regionalverbänden etc. erkannt wird.
 

Mittwoch, 24.06.2026
Sascha am 24.06.2026 um 06:12 (UTC)
 Wir nutzen hier schon seit vielen Jahren für die Versorgung der Jung- und der Reisetauben die sogenannten Herwi-Tränken bei denen die Tauben, wie im Kabinenexpress, durch Stäbe trinken müssen und bei denen das Wasser aus einem Gefäß oberhalb der Trinkrinne herunter plätscher. Das funktioniert v.a. bei den Jungtauben sehr gut. Sie lernen das Trinken prima und man hat keine Arbeit damit Jungtiere einmal ins Wasser zu halten zum Trinken o.ä.
In diesem Jahr habe ich zusätzlich zu den Herwi-Tränken beim direkt beim Absetzen der Jungtiere eine herkömmliche, weiße 4-Liter-Tränke mit blauem Untersatz in den Schlag gestellt, weil ich wollte, dass die Jungtauben auch diese Tränke gleich kennenlernen. Auch das hat sehr gut funktioniert. In den letzten Wochen ist mir dann aber etwas aufgefallen, was ich sehr bemerkenswert finde: stehen sowohl die Herwi-Tränke, als auch die herkömmliche Tränke gleichzeitig gefüllt im Schlag, dann trinken die Tauben deutlich mehr und lieber aus der herkömmlichen Tränke. Woran das liegt kann ich nicht sagen, aber wenn ich beide Tränken jeweils mit 2 Litern Wasser befülle, dann ist die herkömmliche Tränke irgendwann leer, während in der Herwi-Tränke oft noch ein knapper Liter Wasser steht.
Auch gestern hörte ich von zwei Sportfreunden, hier aus der Nähe, dass dort Jungtauben abhanden gekommen seien. Es ist natürlich so, dass die Greifvögel auch weiter hungrig sind und gerade bei Angriffen durch Wanderfalken geraten die Jungtauben oft so in panik, dass sie viel zu weit weg fliegen um dann bei der Hitze heimzukehren. Besonders heftig wird es übrigens, so ist meine Erfahrung, mit den Angriffen der Greivögel nach Abklingen der Hitzewelle. Sie jagen dann extrem aktiv. Wahrscheinlich, weil sie während der Hitze nicht so viel jagen und auch nicht so viel Beute finden.
Heute wird wohl sie Absage für das komplette nächste Wochenende durch die FSK für Taubenflüge kommen. Dann wird es wieder Geschrei geben und einige Züchter werden wieder kundtun, dass man früher auch bei Hitze geschickt habe. Aber die Zeiten haben sich halt geändert. Übrigens hört man von den vermeintlich besten Züchtern in Deutschland nie Klagen darüber, dass Flüge ausfallen oder dass es Flugbeschränkungen gibt. Diese Sportfreunde haben wenig Probleme damit und bereiten ihre Tauben so vor, dass sie trotzdem wieder gute Resultate erzielen.
 

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