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Freitag, 06.03.2026
Sascha am 06.03.2026 um 07:20 (UTC)
 Zu meinem gestrigen Beitrag hinsichtlich der Änderung zur Empfehlung der Standzeiten in der neuen Reiseordnung sind sehr viele Rückmeldungen und Anmerkungen gekommen.
Ich empfinde es als sehr positiv, dass sich viele Sportfreunde zu so einem Thema Gedanken machen. Viele Züchter (und auch Flugleiter) bevorzugen das alte Vorgehen mit einer Standzeit von einer Stunde von 100 KM. Es gibt aber auch Sportfreunde, die dem nicht so eine Wichtigkeit zumessen und mir beispielsweise geschrieben haben: "Standzeiten werden überschätzt." So hat jeder seine Meinung zu diesem Thema, aber letztlich finden all die Züchter, die sich dazu Gedanken machen, überhaupt kein Gehör und keine Möglichkeit sich zu äußern.
In der Mitgliederversammlung des Verbandes war die vorgenommene Änderung überhaupt kein Thema und wurde nicht einmal angesprochen und auf der Flugleiterschulung wird so eine Veränderung bekanntgegeben ohne dass man vielleicht einmal all die erfahrenen Flugleiter im Vorfeld schon zu diesem Thema befragt hätte.
Idealerweise hätte man dazu mal über zwei, drei, vier Jahre Flüge ausgewertet und eine Art Studie gemacht um einmal belastbares Material zum Thema Fahrzeiten, Standzeiten, Einsatzzeiten, Tränkzeiten und Auflässe zu haben.
Aktuell sind jedenfalls die Gründe für die Änderung der Reieoednung in diesem Punkt und letztlich die Abweichung von dem was man den Flugleitern viele Jahre gelehrt und empfohlen hat, überhaupt nicht erkenn- und nachvollziehbar.

Es gab übrigens auch Sportfreunde, die mir gemailt haben, dass diese Änderung v.a. darin begründet sei, dass es im vergangenen Jahr auf dem Endflug eines Regionalverbandes, der schließlich die deutsche Meisterschaft entschied, zu erheblichen Abweichungen von der damals geltenden Reiseordnung gekommen sei und dieser Flug niemals hätte gewertet werden dürfen. Der Flug wurde aber gewertet und damit auch die Frage aufgeworfen, was diese Reiseordnungen überhaupt wert sind.

Was die Standzeiten vor dem Auflass betrifft geht es letztlich v.a. um die Flüge ab 500 und 600 KM. Vielleicht auch einmal, je nach Region, nach Zahl der Einsatzstellen und Fahrzeiten der Kabis um die 400 KM-Flüge. Gerade auf diesen weiteren und anspruchsvolleren Flügen sollte man doch v.a. das Wohl der Taube in den Mittelpunkt stellen.
An dieser Stelle wäre es wohl auch wichtig einfach einmal die Praktiker fragen. Die Flugleiter und die Fahrer. Gerade erfahrene Fahrer der Kabis können zu diesem Thema sicher einiges Wissenswertes beisteuern.
Mich würde ohnehin interessieren wieviele Tauben in der Nacht, wenn der Kabi am Auflassort ankommt, wirklich trinken. Oder wieviele Tauben trinken, wenn nach mehr als 4 Stunden Fahrzeit unterwegs getränkt wird. Wie abhängig ist die Zahl der trinkenden Tauben vom Besatz der Boxen? Das sind alles Themen, die man dringend einmal angehen müsste. Die Kabifahrer könnten da vielleicht einmal mit ihren Handys Filmaufnahmen machen etc.
Die Praktiken rund um den Transport unserer Tauben und die Aufflässe sind ein sehr spannendes und wichtiges Thema, weil es hier immer auch um Tierschutz geht. Man sollte schon versuchen es von einem wissenschaflichen Standpunkt her anzugehen soweit das möglich ist. V.a. aber sollte man versuchen nicht einfach Dinge zu ändern, die man viele Jahre gelehrt und für wichtig erachtet hat ohne für die Änderungen irgendeine plausible Begründung zu geben und dieses auch einmal vorher zu diskutieren. Letztlich sollte man wohl auch in unsere Nachbarländer schauen. Man setzt dort doch nicht grundlos die Tauben auf größeren Distanzen schon zwei Tage vorher ein. Auch wenn hier bei uns die Transporte anders organisiert sind und auch wenn man immer den Kostenfaktor im Auge behalten sollte, kann man doch vielleicht auch aus den Erfahrungen v.a. in Belgien und den Niederlanden etwas lernen.
 

Donnerstag, 05.03.2026
Sascha am 05.03.2026 um 07:04 (UTC)
 Bis zum vergangenen Jahr hatten wir für unseren deutschen Brieftaubensport eine sogenannte "Reiseordnung", in der all die Dinge geregelt waren, die für unsere Reisesaison wichtig sind. im zurückliegenden Jahr wurde diese "Reiseordnung" von einigen engagierten Sportsfreunden überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Wenn man so will, dann wurde das gesamte Schriftstück modernisiert und in der aktuellen Ausgabe 5 der "Brieftaube" sind all die Regelungen und Paragraphen nun unter dem Begriff "Reise- und Vergabeordnung Sport (RVO Sport) zusammengefasst.
Ich habe dieses neue Schriftstück nun gelesen und an einem gewissen Punkt war ich doch ein stückweit irritiert.
In der alten Reiseordnung bis zum vergangenen Jahr war unter dem §10 Transport IV. g.) folgendes niedergelegt:
"Die Ankunft am Auflassort muss wenigstens eine Stunde pro 100 km mittlere Entfernung, mindestens jedoch 2 Stunden vor geplanter Auflasszeit erfolgen."
In der neuen Verordnung für 2026 lesen wir nun unter Artikel 208 "Transport und Tierschutz" unter Punkt d.) 7. nur noch diesen Satz hier:
"Die Ankunft am Auflassort muss mindestens 2 Stunden vor geplanter Auflasszeit erfolgen."
Der Faktor eine Stunde Standzeit pro 100 Kilometer Flugstrecke wurde also aus den Bestimmungen herausgenommen.
Ich hatte persönlich diesen Ansatz immer für sehr richtig befunden. Auch heute kann man natürlich als Flugveranstalter weiterhin so planen, dass man pro 100 KM Strecke eine Stunde Standzeit kalkuliert.
Ich habe allerdings nirgendwo einen Hinweis darauf gewunden warum man die bisherige Empfehlung aus der Regelung herausgenommen hat. Meines Erachtens nach wäre es sogar sinnvoller gewesen die "mindestens 2 Stunden" heraus zu kürzen und fest zu regeln dass man pro 100 KM eine Stunde Standzeit haben muss.
Ich habe mir noch einmal das Video zu unserer Mitgliederversammlung des Verbandes angesehen, aber auch dort wurde zu diesem Absatz kein Wort verloren.
Ich habe Kontakt mit einigen Flugleitern aufgenommen, aber auch von diesen konnte mir niemand erklären warum der Passus aus unserer "neuen Reiseordnung" entfernt wurde.
In den letzten Jahren war es so, dass den Flugleitern besonders dazu geraten wurde ausreichend lange Standzeiten zu kalkulieren um den Tauben genug Ruhe vor dem Flug zu geben. Die neue und verkürzte Regelung wird dazu führen, dass so manche Organsisation schon aus Kostengründen (jede Stunde, die der Fahrer weniger fährt spart bares Geld) "auf den letzten Drücker" am Auflassort anfahren wird.
In den Niederlanden und Belgien setzt man aus guten Gründen ab 350 KM Flugstrecke schon zwei Tage vor dem Flug ein und die Erfahrung praktisch aller Sportfreunde ist mit dieser Praxis sehr positiv. Immer wieder wird gesagt, dass die Tauben unter diesen Bedingungen in deutlich besserem Zustand zuhause eintreffen als bei kürzeren Standzeiten.
Im deutschen Brieftaubensport aber wollen wir scheinbar nun das Gegenteil von dem tun, was die Erfahrung uns lehrt.
Es kann sein dass es für die verkürzte, neue Regelung gute Gründe gibt. Diese sind vielleicht auch wieder in irgendwelchen Tierschutz- und Transportverordnungen zu suchen. Aber solche Verordnungen gelten in der Regel ja inzwischen EU-weit und daher ist mir nicht ganz klar warum wir es im deutschen Brieftaubensport nun so viel anders handhaben wollen als in anderen Ländern.
Zwei Flugleiter, mit denen ich Kontakt hatte, haben mir unabhängig voneinander gesagt, dass sie den Verdacht hegen, dass vermutlich die Funktionäre, die keinen langen Korbaufenthalt haben wollen, gute Lobbyarbeit geleistet haben und deswegen dieser Passus aus den vergangenen Jahren entfernt wurde. Ich kann es nicht beurteilen, aber ich finde die neue Regelung schon grenzwertig, denn sie erlaubt künfitg problemlos einen 500 oder gar einen 600 KM-Flug erst am Tag vor dem Flug einzusetzen. Rechnet man für einen 500 KM-Flug großzügig mit 12 - 14 Stunden Fahrzeit (inklusive Tränkenpausen etc.), dann kann ich diesen Flug, wenn ich einen Auflass um 6 Uhr morgens anstrebe, um 14 Uhr am Vortag einsetzen. Und auch den 600er kann ich kurz vor den Mittagsstunden einsetzen. Wenn eine Organisation dann um 3.58 Uhr morgens am Auflassort ist, kann sie 6 Uhr auflassen. Ich biete jetzt schon jede Wette an, dass das auch aus Kostengründen hier und da so gehandhabt wird. Die Erfahrung zeigt uns aber, dass so ein Vorgehen nicht im Sinne unserer Tauben sein kann. Daher bin ich tatsächlich ein wenig erstaunt darüber was da in der neuen "RVO Sport" niedergelegt wurde. Noch bevor die Saison beginnt sehe ich an dieser Stelle doch deutlichen Änderungs- und Verbesserungsbedarf.
 

Mittwoch, 04.03.2026
Sascha am 04.03.2026 um 07:30 (UTC)
 Seit gestern haben die Paare in unserem Witwerschlag reichlich Stroh als Nistmaterial im Schlag liegen. Es ist dann wie immer: einige Tiere tragen nur zwei, drei Halme in ihre Nistschale und andere Tiere bauen riesige Nester. Ich weiß nicht woran das liegt, aber es sagt erst einmal, so denke ich, auch nichts über die Qualität oder die Zellenliebe einer Taube aus.
Dennoch halte ich es insgesamt für wichtig, dass die Tauben mit dem Nistmaterial ihrem natürlichen Trieb des Nestbaus nachkommen dürfen. Es ist sicherlich nicht entscheidend ob man den Tieren Stroh als Nistmaterial zur Verfügung stellt oder Tabakstengel oder irgendetwas anderes und es ist auch nicht wichtig ob man Pappnistschalen nutzt oder Tonnistschalen oder Schalen aus Kunststoff. Aber ich sehe immer mal wieder Videos im Internet oder Fotos im Netz oder in Zeitschriften, in denen die Schalen mit Zeitung eingeschlagen sind oder mit Nistmatten ausgelegt sind, aber in denen den Tauben keinerlei Nistmaterial zur Verfügung gestellt wird. Selbstverständlich legen die Täubinnen auch so ihre Eier und die Paare brüten und ziehen die Jungtiere auf. Aber ich halte es doch für sehr wichtig, dass man an den Punkten, an denen die Tauben ihrem natürlichen Trieb nachkommen möchten, diesem auch entspricht. Beispielsweise durch Nistmaterial beim Nestbau. Das fördert die Nest- und Zellenliebe und insgesamt auch die Bindung an den Schlag - gerade auch bei jährigen Tauben.
In unserem Zuchtschlag nutzen wir Tonnistschalen mit Einlagen. Aber die Tauben bekommen auch immer zum entsprechenden Zeitpunkt Stroh als Nistmaterial. Im Witwerschlag nutzen wir nur Pappnistschalen. Aber auch da bekommen die Tiere, wie beschrieben, Stroh um ihre Nester zu bauen.
Wir alle halten die Brieftauben über das Jahr schon ein ganzes Stück weit unnatürlich. Aber da wo man es tun kann, da sollte man ihnen doch Natur bieten oder ihrem natürlichen Trieb und Instinkt entsprechen.
Zu unserem Besuch bei Tierarzt Boskamp möchte ich noch eine kleine Anekdote erzählen: ich hatte vor einiger Zeit hier über einen jährigen Vogel geschrieben, der im Witwerschlag unglaublich wässrigen Kot absetzte. Seit der Vogel verpaart ist und eine Zelle hat, ist das schon deutlich besser geworden. Aber ich habe den Vogel dann selbstverständlich zur Untersuchung mitgenommen. Um es kurz zu machen: der Kloakenabstrich war völlig einwandfrei und auch im Kropfabstrich war der jährige Witwer eigentlich der beste von allen untersuchten Tauben. Es war, so wie ich schon vermutet hatte und so hatte es mir der Tierarzt dann auch bestätigt, vermutlich reine Nervosität.
 

Dienstag, 03.03.2026
Sascha am 03.03.2026 um 07:15 (UTC)
 Gestern habe ich mich gemeinsam mit zwei weiteren Sportfreunden auf den Weg nach Holland in die Tierarztpraxis von Peter Boskamp gemacht um dort einige unserer künftigen Reisevögel untersuchen zu lassen. Wir hatten einen schönen Tag und Peter Boskamp hat sich wirklich sehr viel Zeit für uns genommen und wir waren etwa 90 Minuten in der Praxis und konnten uns mit dem Tierarzt ausführlich zu verschiedenen Themen austauschen.
Für mich war die Untersuchung insofern sehr spannend, weil ich, so wie ich es hier beschrieben hatte, im Herbst und Winter durchgänig etwa zwei Mal in der Woche zwei Produkte von Bonpharma eingesetzt hatte um die Tier ein einem guten Gesundheitszustand zu halten. Ich hatte diese Produkte über die Tränke eingesetzt neben unserer seit Jahren üblichen Grundversorgung mit Gemüse und den Produkten von Dr. Marien wie ich sie hier schon mehrfach beschrieben habe.
Die Frage für mich war nun also: haben diese beiden Beiprodukte etwas gebracht? Ich hatte ansonsten ja nichts verändert. Zur weiteren Untersuchung hatte ich auch eine Kotprobe gesammelt und zur Untersuchung mitgenommen. Diese wird aktuell noch bakteriologisch untersucht und ich bekomme in etwa einer Woche das endgültige Ergebnis. Aber positiv war schon einmal, dass keine Kokzidien in der Kotprobe enthalten waren.
Der Kropfabstrich der Tauben war insgesamt auch sehr aufschlussreich. Er war ein ganzes Stück besser als bei der Untersuchung zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Ich hatte für die Untersuchung vier Vögel mitgenommen. Da die Tauben aktuell ja gepaart sind und treiben hätte ich die Möglichkeit die Vögel, wenn es akut notwendig wäre, jetzt sofort gemeinsam mit ihren Täubinnen zu behandeln.
Zwei Witwervögel wiesen im Kropfabstrich einige, wenige Trichomonaden auf. Zwei Vögel hatten gar keine Trichomonaden. Was die Schleimentwicklung im Atemwegsbereich betrifft waren die Tauben auch ein ganzes Stück besser als im letzten Jahr. Man darf dabei immer nicht vergessen, dass die Tiere wegen der Greifvogelplage seit mehr als einem Halben Jahr festsitzen. Dass sich dann Schleim und Sekret bildet ist auch ein Stück weit normal. Man bekommt den Schlag ja auch nie völlig staubfrei. Besser wäre in dieser Hinsicht sicherlich ein durchgängiger Aufenthalt in einer Voliere. Hätten die Tiere im Winter durchgängig Freiflug, dann wäre die Problematik mit dem Schleim sicherlich auch ein Stück weit geringer. Aber insgesamt war ich mit dem Zustand der Vögel auch in dem Punkt zufrieden.
Interessant ist bei Peter Boskamp auch immer die Untersuchung im Abstrich auf die Pseudomonas-Bakterien, denen der Tierarzt ja schon seit längerer Zeit einen gewissen nachteiligen Effekt auf die Reiseleistung und v.a., wenn sie überhand nehmen, hinsichtlich der Verluste zuspricht. Auch hier waren zwei Vögel leicht betroffen und zwei Vögel nicht sichtbar. Es war kein schlimmer Befall aber man muss es halt immer im Auge behalten. Der Vorteil bei diesem Erreger ist, wenn man so will, dass er in der Regel bei zunehmenden Temperaturen und Trockenheit eher weniger Schwierigkeiten macht. In diesem Bereich werde ich aber nochmal ein wenig vorbeugend arbeiten und den Schlag nach dem Trennen ein Mal mit dem wirksamen Desinfektionsmittel Virkon S desinfizieren und ich werde jetzt auch dahingehen und die Tränken wieder täglich wechseln, reinigen und austrocknen lassen. Das mache ich in der Winterzeit ganz bewusst nicht um ein wenig die natürliche Immunität der Tauben zu steigern.
Neben den Witwervögeln hatte ich noch das alte Zuchtweibchen mitgenommen, welches im vergangenen Jahr beim vierten Gelege Legenot bekam, Ich hatte darüber geschrieben. Es ist ein super Zuchtweibchen und es wäre schade, wenn ich keine Gelege mehr von ihr bekäme. Der Täubin sieht man aktuell gar nichts mehr an und sie ist sehr paarig und dreht sich und brummt sobald sie mich sieht. Peter erklärte mir, dass die Schleimhäute der Taube im Kloakenbereich sicher geschwächt seien und man nicht ganz sicher sagen könne inwieweit ihr das Legen künftig Probleme macht, aber die Taube sei insgesamt in einem Zustand, dass ich sie anpaaren könne. Ich wollte aus dem Weibchen, das inzwischen 8 Jahre alt ist, nicht mehr unbedingt Nachwuchs für die Reise züchten. Aber ich hätte gerne noch etwas von ihr in ein oder zwei Inzuchtverpaarungen für die Zucht. Das werde ich dann in absehbarer Zeit angehen.
Auf dem Rückweg sind wir noch durch einen kleinen Ort in der Nähe in Belgien gefahren. Dort war ein riesiger Handel für Tierfutter und Produkte. Ein beeindruckendes Geschäft in dem es alle möglichen Futtersorten gab, die für Tauben in den Niederlanden, Belgien und Deutschland zur Verfügung stehen. Ich hätte dort prolemlos mein ganzes Reisefutter einkaufen können. Aber dazu hätten wir mit einem Transporter fahren müssen. Auch Beiprodukte gab es dort in Hülle und Fülle von zig Herstellern. So einen Futtermittelladen wünschte ich mir, auch wenn wir hier sicherlich noch gut ausgetattet sind, auch für unsere Region. aber das lohnt sich vermutlich hier in Deutschland nicht mehr.
Alles in Allem war es mal wieder ein sehr interessanter, lehrreicher und auch lustiger Tag.
 

Sonntag, 01.03.2026
Sascha am 01.03.2026 um 07:00 (UTC)
 Der Reiseplan unseres Regionalverbandes, der jetzt vorab besprochen wurde in den Gremien, sieht für die kommende Saison zwei, bzw. sogar drei Flüge vor, die gegebenenfalls gemeinsam als Nationalflüge bestritten werden sollen. Zwei 500-Kilometer-Flüge (mittlere Entfernung) ab Vilshofen und ab Pocking und ein 600-Kilometer-Flug ab Petzenkirchen. Grundsätzlich ist es sicherlich nicht falsch möglichst viele Flüge über 400 und 500 Kilometer in ein Programm aufzunehmen. Allerdings zeigt die Realität dann in den Sommermonaten, gerade auf unserer Südost-Richtung, dass diese Flüge oftmals so nicht durchführbar sind, da spätestens ab Mitte/Ende Juni seit vielen Jahren immer mal wieder an der gesamten Donau herunter Gewitterluft herrscht, die sich sehr häufig auch lange hält. Insofern ist es immer wichtig zu überlegen wie man so einen Reiseplan mit gemeinsamen Auflässen als National- oder Verbandsflügen durchführen kann, ohne dass man ständig die Flüge verlegen und alles über den Haufen werfen muss, was im Winter geplant wurde.
Ich habe mir nun in der Folge 5 der Verbandszeitschrift einmal die Ausschreibung zu den National- bzw. Verbandsflügen angesehen und ehrlich gesagt kann ich da insgesamt fast keinen Unterschied erkennen. Was unterscheidet denn am Ende einen Nationalflug von einem Verbandsflug? Beide müssen beantragt und vom Verband ausgeschrieben werden und beide haben eine Mindestentfernung von 500 KM (mittlere Entfernung der teilnehmenden Organisationen) für Alttauben. Wo liegt der Unterschied? Beim Nationalflug können und sollen Zonen gebildet werden, beim Verbandsflug kann man parallel auch kürzere Flüge als Regionalverband veranstalten. Es wäre - nach meinem Verständnis - gut gewesen, wenn man beide Ausschreibungen zusammengeführt hätte zu einer Ausschreibung "National-Verbands-Flug":
In unserem Regionalverband und auch in vielen anderen beobachtet man seit Jahren, dass die Teilnehmer- und Taubenzahlen spätestens mit dem ersten 500-Kilometer-Flug deutlich sinken und danach auch nicht mehr ansteigen. Sportfreunde stellen die Reise ein oder lassen ihre jährigen Tauben zuhause usw. Das mag man beurteilen wie man will - es ist so und es wird sich auch nicht mehr ändern.
Um diesen Züchter, die aus persönlichen Gründen die 500er und weitere Flüge nicht bestreiten oder nur teilweise bestreiten weiter im Programm zu halten, wäre es auch für unseren Regionalverband dringend angezeigt die geplanten Flüge als Verbandsflüge zu beantragen und dann mit einem weiteren Kabi einen kürzeren Flug parallel zu organisieren (beispielsweise über 300 Kilometer) um Tauben und Schläge weiter an der Reise zu beteiligen, die sonst einfach nicht mehr mitmachen würden. Die Ausschreibung zu den Verbandsflügen würde dieses zulassen. Wenn man bereits auf Flug 7, 8 oder 9 der Altreise auf 500 KM ist, dann wäre es wichtig Sportfreunden durch diese kürzeren Flüge die Möglichkeit zu bieten weiter zu reisen, wenn sie nicht am Verbandsflug über größere Distanz teilnehmen möchten. Gleichzeitig wäre das auch für andere Züchter eine Möglichkeit Tauben wieder anzuspielen, die mal pausieren mussten etc. Unsere Reiseordnung gibt uns in diesem Punkt inzwischen durchaus Möglichkeiten. Wir müssen sie aber auch nutzen.
Im vergangenen Jahr spielte unser Regionalverband den Nationalflug Vilshofen am ersten Juli-Wochenende gemeinsam mit dem Regionalverband 402. Die Woche zuvor waren noch 113 Schläge im Regionalverband mit 2.400 Tauben am Start. Den Nationalflug setzten dann noch 88 Züchter mit 1.909 Tauben. D.h. von einer Woche zu anderen setzten nur wegen des Nationalfluges und der größeren Distanz 25 Schläge keine Tauben mehr und es waren 500 Tiere weniger am Start.
Das ist für unser Hobby nicht zuträglich. Wir haben die Möglichkeit über die Ausschreibung zum Verbandsflug diese Schläge und Tauben zu einem Teil "bei der Stange" zu halten, indem wir für diese Sportfreunde einen kurzen Flug anbieten auf dem sie ihre Tauben spielen können. Man könnte Ehrenpreise ausfliegen etc. Ich hielte das für wichtig um einfach auch einmal zu versuchen etwas mehr Bewegung und Abwechslung in unser Reiseprogramm zu bekommen. Aber ob irgendetwas in dieser Richtung geschieht möchte ich eher bezweifeln.
 

Samstag, 28.02.2026
Sascha am 28.02.2026 um 06:27 (UTC)
 Die Verpaarung der Reisetauben geht hier weiter gut voran. Gestern habe ich die Paare über den ganzen Tag hinweg einzeln und wechselnd aus ihren Zellen gelassen. Zwei, drei Paare, bei denen zwei jährige Partner zusammen verpaart sind, hatten noch etwas Mühe ihre Zellen wieder zu finden und anzufliegen, aber das ist wohl normal und wird sich in den nächsten Tagen finden. Ansonsten bin ich weiterhin sehr zufrieden.
Zwischen dem wechselndem Freilassen und Festsetzen der Tauben habe ich einige Artikel in verschiedenen Brieftaubenzeitschriften gelesen und mir im Internet hier und da einige Brieftauben-Videos angesehen.
In "De Duif" findet sich aktuell eine sechsteilige Serie zum Thema Zucht und Vererbung. Für mich sind das hochinteressante Artikel, in denen Zusammenhänge in der Vererbung erklärt werden auf wissenschaftlicher Basis und daraus Schlußfolgerungen für unsere Zuchtbemühungen gezogen werden. Ich wünschte mir etwas in der Art einmal in einer deutschen Fachzeitschrift zu lesen, aber ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren einmal so etwas Gutes in einer deutschen Zeitschrift gelesen zu haben.
Auch die Schlagberichte in "De Duif" sind oftmals deutlich ausführlicher und interessanter als das was man in unseren deutschen Zeitschriften so liest. Ausnehmen möchte ich davon die "Brieftaubensport International" von Rainer Püttmann, in der auch häufig sehr lesenswerte Schlagberichte zu finden sind. Allerdings sind das eben auch oft Übersetzungen aus Zeitschriften unserer westlichen Nachbarländer. Beispielsweise die Artikel vom Sportfreund Stefan Mertens.
In unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" schreiben zunehmen (jedenfalls ist das mein Eindruck) nur noch Sportfreunde, die den Brieftaubensport in irgendeiner Form kommerziell betreiben.
Früher war es Sportfreund Franz Steffl, der zuminest indirekt mit seinem Sohn Martin und dessen Unternehmen kommerzielle Interessen am Brieftaubensport hat. Zuletzt las man von Sportfreund Robert Maas, der für die Firma Mifuma im Futterbereich arbeitet und jetzt gab es auch Artikel von Alfred Berger, der sich, wie die meisten wohl wissen, inzwischen mit einer eigenen Produktlinie für Brieftauben selbstständig gemacht hat.
Ich finde es grundsätzlich nicht so schlimm, wenn Sportfreunde in der BT schreiben, die unser Hobby auch kommerziell betreiben., denn die Beiträge sind oft von großem Fachwissen geprägt und interessant zu lesen, solange nicht allzu unverhohlen auf die eigenen Produkte oder den eigenen Internet-Auftritt hingewiesen wird.
Ich erinnere mich noch daran, dass es Zeiten gab, in denen für die BT Schlagberichte erstellt wurden, wo man nicht einmal als Züchter, der porträtiert wurde, die Futtermarke nennen durfte, die man einsetzte. Grund dafür war, dass man seitens unserer Verbandszeitschrift keine Werbung für Firma X oder Y machen, bzw. die Firmen nicht ungleich behandeln wollte. Das war auch sehr extrem, aber was aktuell in der BT gemacht wird, halte ich so auch für nicht ideal.
Auf der anderen Seite erinnere ich mich auch, dass vor einigen Jahren mal jemand hier war, der für den "Taubenmarkt" einen Artikel schreiben wollte über unsere Schlaggemeinschaft. Irgendwann kamen wir auf das Thema Beiprodukte. "Was setzt ihr ein?" Als ich dann unser Gemüse nannte und die Produkte von Dr. Marien und flüssige Hefe, da war das dem Autor des Beitrags nicht ausreichend. "Ihr müsst doch noch mehr geben.", sagte er. Als ich antwortete dass das eigentlich nicht regelmäßig der Fall wäre, meinte er, dass er gerne noch etwas platzieren würde. Es ging dabei darum, dass man mit solch einer Produktplatzierung in der Zeitschrift immer auch hofft, dass die entsprechende Firma in der Folge Werbung platziert.
Damals testete ich gerade über den Winter das Produkt "Darba Complete" von der Firma DHP-Cultura. Das erwähnte ich nebenbei und später fand sich dann das Mittel auch im Schlagbericht wieder.
Es ist in der heutigen Zeit sicherlich nicht einfach immer wieder interessante und fachlich gute Artikel in einer Zeitschrift zu veröffentlichen. Vieles wurde schon geschrieben und gelesen. Insofern ist es gelegentlich auch gut, wenn Fachleute uns Züchter auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. Sei es hinsichtlich der Versorgung der Tauben in Zucht oder Reise, oder sei es, wie in "De Duif" hinsichtlich der Vererbung, Genetik etc. Trotzdem fehlen mir, gerade in unseren deutschen Zeitschriften, zu sehr die Beiträge aus Sicht der einfachen und vielleicht erfolgreichen Sportfreunde. Ich möchte da einmal an frühere Zeiten erinnern, wo Züchter wie Harry Tamsen, Werner Grundel und andere sehr regelmäßig herausragende und lesenswerte Artikel schrieben.
 

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