| | Heute am späten Nachmittag fand für unsere Witwervögel das letzte Training am Haus vor dem 1. Preisflug statt. Die Vögel flogen eine Weile schön mit viel Tempo, waren dann für einige Minuten außer sich und kehrten wieder. Einige landeten auf dem Dach, andere flogen noch. Die Witwer, die gelandet waren flogen auch wieder los und plötzlich war der Schwarm verschwunden und kehrte für längere Zeit nicht zurück. Dann tauchten erst zwei Witwer wieder auf, dann weitere zehn und irgendwann schien der ganze Schwarm wieder am Haus zu sein. Mit kam das alles seltsam vor und ich habe die Ausflüge geöffnet und die Witwer herein gelassen. Es kamen auch schnell fast alle Tiere in den Schlag mit Ausnahme von zwei Vögeln, die noch fast eine Stunde wie angewurzelt auf dem Dach sitzen blieben.
In der Zwischenzeit hatte unser Nachbar seine Weibchen herausgelassen und nach einiger Zeit stellte sich heraus warum unsere Vögel sich so ungewöhnlich verhalten hatten: der Habicht flog beim Nachbar einen Angriff und konnte eine Täubin schnappen.
Mein Nachbar konnte dafür sorgen, dass der Greifvogel die Taube los ließ und anschließend das stark blutende Tier - es war übrigens seine beste Jungtaube vom vergangenen Jahr - in Sicherheit bringen.
So sind hier also die Voraussetzungen vor dem 1. Preisflug und ich bin mittlerweile an einem Punkt angekommen wo es mir fast egal ist ob die Tauben Preise fliegen oder nicht. Wenn hier nicht irgendwann Ruhe einkehrt mit dem Habicht, dann werden wir die Saison ohnehin nicht durch schicken können. Ich möchte meinen Tauben beim Freiflug zusehen. Das ist für mich eigentlich das Schönste am Brieftauben-Hobby. Und ich möchte sehen wie sie vom Vor- oder Preisflug wiederkommen. Das kann ich auch sehr genießen, wenn sie sich aus großer Höhe herunterschrauben oder wie ein Pfeil herangeschossen kommen. Wenn das aber alles nicht oder nur eingeschränkt möglich ist wegen der Greifvogelplage, dann macht es mir keinen Spaß. Man bekommt die Tauben unter diesen Umständen auch einfach nicht in eine richtig gute Verfassung, weil sie nicht sicher und selbstbewusst werden.
Zur Versorgung der Tauben am Tag vor dem Einsetzen und auch am Einsatztag kamen mir gestern und heute auch noch so verschiedene Gedanken: neben der Fütterung haben viele Hersteller von Beiprodukten in ihren Programmen speziell an den beiden Tagen vor dem Einsetzen noch diverse Mittel in ihren Versorgungsplänen, die man zur Leistungssteigerung geben soll. Jetzt zu Saisonbeginn, wenn die Tauben vielleicht zwei oder drei Stunden fliegen halte ich persönlich das ohnehin für völligen Unsinn. Für so eine kurze Flugzeit benötigt eine Taube zusätzlich gar nichts. Futter, Wasser, Mineralien. Damit kann sie alles sehr gut bewältigen. Ich glaube aber auch in keiner Weise daran, dass es irgendeinen Nutzen für die Leistung einer Taube hat, wenn man ihr an den Tagen vor dem Einsatz oder gar am Einsatztag selbst noch irgendwelche Vitamine oder sonstige Ergänzungsstoffe gibt.
Ich muss oft ein an ein Interview mit Günter Prange denken: er berichtete einmal, dass er in früheren Jahren immer am Tag vor dem Einsetzen nach dem Freiflug eine "Vitamintränke" bereit stellte. Die Tauben hatten dann Durst und tranken davon. Mit Ausnahme eines Vogels, der erst wieder an die Tränke ging, wenn klares Wasser darin war. Sportfreund Prange erklärte dann aber, dass dieser Vogel einfach sein bester war....auch ohne die Vitamine. Und so sehe ich es auch mit vielen anderen Produkten, die gerade zum Einsatz hin den Tauben verabreicht werden. Sie haben wenig Nutzen für die Tiere.....allenfalls für den Kopf des Züchters. | | | |
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