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Donnerstag, 16.07.2026
Sascha am 16.07.2026 um 05:33 (UTC)
 Es gibt schon wieder erfreuliche Nachrichten über die Nachzucht unserer abgegebenen Tauben: die Schlaggemeinschaft Karl-Heinz und Michael Stumme aus der RV Hameln hat in diesem Jahr eine bislang herausragende Reisesaison mit inzwischen schon vier ersten Konkursen in der Regionalverbandgruppe. Nachdem vor einigen Wochen schon eine Nachzuchttäubin aus einem Vogel von uns einen ersten Konkurs in der Regionalverbandsgruppe geflogen hatte (ich hatte hier auch darüber geschrieben), gelang es nun erneut einem Weibchen aus einem anderen Vogel, den die SG Stumme von uns erhalten hat, den 1. Konkurs gegen 1.564 Tauben in der Regionalverbandsgruppe ab Echternach (330 KM) zu fliegen. Es gehört selbstverständlich auch ein wenig Glück dazu, wenn die SG Stumme gleich die ersten vier Konkurse auf diesem gar nicht leichten Flug erringt und ein Kind des Vogels aus unserem Zuchtschlag als erstes über die Antenne läuft, aber über solche Ergebnisse kann ich mich unbändig freuen.
Außerdem meldete sich gestern der Sportreund Dieter Diekmann aus dem Regionalverband 256 bei mir. Dieter erhielt 2023 und 2024 einige, wenige Tauben von uns für die Reise und für die Zucht. Er berichtete mir, dass er leider eine Täubin von uns, nachdem sie 5 (teils frühe) Preise hintereinander geflogen hatte, plötzlich verloren hatte. Vermutlich wieder einmal durch den Greifvogel. Sportfreund Diekmann hatte aber auch wenige Tiere für seinen Zuchtbestand bekommen. Darunter u.a. eine bei uns gereiste Täubin aus unserem "150", der 2021 8. bester Altvogel in Westfalen wurde. Aus diesem Weibchen hat er nun einen Vogel gezogen, der am vergangenen Wochenende den 1. Konkurs regional gegen 1.189 Tauben auf 390 KM Entfernung fliegt. Das bemerkenswerte daran ist auch, dass Dieter Diekmann auch den zweiten Konkurs regional fliegt, aber sein Siegervogel aus dem Weibchen von uns fast 6 Minuten Vorsprung herausfliegt. Der Nestbruder des Regionalsiegers, so wurde mir dann gestern telefonisch berichtet, steht mit aktuell 10 Preisen bei 11 Einsätzen ebenfalls sehr gut da und hat von seinen vergangenen 18 Einsätzen tolle 17 mal einen Preis geflogen.
Ich kann zu diesen Leistungen nur gratulieren und freue mich, wenn Züchter mit unseren Tauben oder der Nachzucht unserer Tauben schöne Ergebnisse erzielen und etwas anfangen können.
Ich hatte hier ja schon häufiger geschrieben, dass wir nicht sehr viele Tauben pro Jahr abgeben. Ich züchte hier nicht extra zig Junge um sie zu verkaufen oder auf Gutscheine abzugeben oder zu verschenken, Aber wenn wir Tauben abgeben, dann sind das in der Regel immer Tauben, von denen ich sagen kann, dass ich sie auch gerne selbst behalten würde und dass sie aus unseren vermeintlich besten Tieren kommen. Auch diese abgegebenen Tauben sind selbstverständlich nicht alle gut, aber wenn, so wie in dieser Saison, nun schon vier oder fünf Züchter in diesem Jahr mit der Nachzucht unserer Tauben einen oder mehrere erste Konkurse fliegen konnten - und das teilweise auch in großen Fluggemeinschaften oder im Regionalverband, dann stellt mich das wirklich zufrieden und macht mich ein Stück weit stolz darauf, was wir hier versucht haben in den letzten Jahren züchterisch zu erarbeiten.
 

Mittwoch, 15.07.2026
Sascha am 15.07.2026 um 06:27 (UTC)
 Gestern haben sich gleich mehrere Sportfreunde bei mir gemeldet, die mir über ihre Probleme und Erfahrungen mit nicht ziehenden Jungtauben berichtet haben, die mir Tipps gegeben haben und beschrieben, wie sie es handhaben. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Problem weiter verbreitet ist, als man so denkt. Ein Züchter erzählte mir, das seine Jungtauben auch seit Jahren am Haus einfach nicht ziehen möchten. Sie fliegen wohl - aber immer nur (wie unsere auch) ganz in der Nähe seines Gartenschlages. In der letzten Woche, als das Wetter gut war, hat er seine etwa 50 Jungtauben eingekorbt und ist auf ca. 5 Kilometer Entfernung gefahren und hat sie dort fliegen lassen. Im Ergebnis war es so, dass abends 5 Jungtiere fehlten. Eine davon wurde 80 Kilometer westlich entfernt inzwischen gemeldet, eine weitere kam gestern im Lauf des Tages nach Hause. Verstehen kann der Züchter da alles nicht und ich selbst sowieso nicht. Er berichtete auch, dass seine RV bereits kurze Vorflüge über wenige Kilometer (gut 20 KM) angeboten habe und einige sonst gut reisende Züchter dort teilweise bis zu einem Drittel der Tauben fehlten. Andere Sportfreunde aber hatten ihre Tiere praktisch vollständig daheim.
Ein Züchter berichtete, dass seine Jungtiere im vergangenen Jahr sehr gut geflogen und gezogen hätten. In diesem Jahr würden sie es nicht tun. Er habe keine Erklärung. Ein Sportfreund ist hin gegangen und hat in den vergangenen Jahren seine Jungtauben zu den ersten Trainingsflügen mit ein paar alten Täubinnen gemeinsam fliegen lassen und das habe sehr gut funktioniert. Ein weiterer Züchter schrieb mir, dass seine Jungtiere sehr gut fliegen, aber dann teilweise völlig vereinzelt wieder kämen und dann auch Tiere fehlen und tot oder verletzt gemeldet werden und stellt den Zusammenhang mit der völlig unnatürlichen Überpopulation der Wanderfalken her. Ein berufsttätiger Züchter sagte mir, dass es für ihn in seiner Wohnsiedlung sehr schwer sei die Jungtauben ans Fliegen zu bekommen, da er sie arbeitsbedingt erst nachmittags fliegen lassen könne. Bei den hohen Temperaturen würden die Jungtauben teilweise nicht gerne fliegen.
Insgesamt kann ich einfach feststellen, dass sich auch in diesem Bereich viel verändert hat mir unseren Brieftauben. Und zwar dahingehend, dass wir fast alle viel mehr Aufwand betreiben (müssen), um die Jungtauben für die Flüge so vorzubereiten, dass sie dann von den Vor- und Preisflügen auch gut nach hause kommen können. Nicht einmal das ist aber trotz bester Vorbereitung sichergestellt durch die leider vorhandenen Massen an Greifvögeln.
Unabhängig davon welchen Anspruch man im Brieftaubensport hat, ob man Meisterschaften gewinnen will oder sich darauf beschränkt Freude dabei zu haben die Tauben bei der Heimkehr zu sehen und vielleicht den ein oder anderen Preis zu gewinnen hat sich unser Hobby auch in dieser Hinsicht in eine sehr falsche Richtung entwickelt. Es ist alles viel aufwändiger, arbeitsintensiver und wahrscheinlich auch deutlich teurer geworden. Früher hatte man vielleicht 30 bis 40 Jungtauben, ließ sie am Haus fliege, setze sie dann auf Vor- und Preisflüge und am Ende waren mindestens 30 Tiere noch da mit denen man dann für das Folgejahr planen konnte. Heute haben sich die Bestände aufgrund der vielen Umstände massiv aufgebläht. Teilweise züchten sogenannte Spitzenschläge bis zu 150 oder 200 Jungtauben nur für den Eigenbedarf um schließlich 50 oder 80 Jungtiere für das Folgejahr übrig zu haben.
Die Ursachen sind vermutlich vielfältig: veränderte Umweltbedingungen (möglicherweise beeinflussen die vielen menschengemachten Strahlungen unsere Tauben negativ), Greifvogelüberpopulationen, eventuell völlig falsche Zucht und Auslese durch uns Züchter in den letzten Jahren und auch die immer größer werdenden Flächen und Einzugsgebiete der RVen und Regionalverbände machen es unseren Jungtauben einfach immer schwerer. Aber wie auch sonst im Brieftaubensport haben wir darauf bisher kaum reagiert und unser Reisesystem angepasst geschweige denn einmal Lösungen gefunden, wie wir diesen Zustand für uns Züchter und unsere Tauben verbessern können.
Wenn ein Hobby wie unser Brieftaubensport nur noch mit einem sehr hohen zeitlichen und finanziellen Aufwand überhaupt zufriedenstellend zu betreiben ist, dann ist das Hobby faktisch tot und hat keine Zukunft. Wir müssen uns um Lösungsansätze in allen Bereichen bemühen.
Einige Sportfreunde möchten derzeit eine Studie zu Jungtaubenverlusten durchführen. Es gibt dazu auch einen Fragebogen, den ich hier leider gerade nicht mehr finde. Aber sollte diesen Fragebogen jemand haben, dann kann er ihn mir gerne senden und ich veröffentliche ihn hier noch einmal. Es wäre schön, wenn dann möglichst viele Züchter zumindest dort Rückmeldungen geben könnten um vielleicht hier und da Lösungsansätze und Strategien für die Zukunft zu entwickeln.
 

Dienstag, 14.07.2026
Sascha am 14.07.2026 um 06:18 (UTC)
 Unser für heute geplanter erster Jungtaubenvorflug wurde wetterbedingt abgesagt. Das ist angesichts der Temperaturen und der Schwüle völlig verständlich. Bei diesen Bedinungen kann man keine Jungtauben auf ihre ersten Flüge schicken. Gestern am späten Nachmittag kam hier plötzlich für etwa eine halbe Stunde lang ein gewaltiger Wolkenbruch mit Starkregen und teilweise dicken Hagelkörnern herunter. Ich hatte kurz zuvor unsere Jungtiere hereingerufen. Sie waren alle im Schlag bis auf drei Tiere, die dann erst nach dem Schauer hereinkamen und aussahen als habe man sie in einer Waschmaschine geschleudert.
Gestern hörte ich auch von Sportfreunden hier aus der Nähe, die etwa 60 Jungtauben in zwei Gruppen zu etwa 30 Tieren in zwei Jungtierschlägen halten. Sie hatten die Tauben kürzlich noch in der Verbandsklinik untersuchen lassen. Alles war ok. Vom Freiflug am vergangenen Freitag spätnachmittags fehlten dann aber von der einen Gruppe mehr als zwei Drittel der Jungtiere und man wusste nicht was geschehen war. Am gestrigen Montagmorgen erhielt die andere Gruppe Freiflug und auch dort fehlten später etwas zwei Drittel der Tauben. Es ist für die Züchter völlig unerklärlich. Es wurden inzwischen wohl schon fünf Jungtiere in der Umgegend gemeldet. Mal näher, mal etwas weiter entfernt und in allen Himmelsrichtungen. Es ist schwer mit Bestimmtheit zu sagen was dort passiert ist, aber ich fürchte es sind an der Stelle Wanderfalken aktiv.
Unsere eigenen Jungtauben würden sich vermutlich auch extrem schwer tun einzeln wieder nach hause zu finden, denn sie fliegen weiterhin nicht gut. Sie sehen gut aus, sind gesund und gut bei Gewicht, aber sie fliegen nie weiter als maximal einen Kilometer vom Schlag entfernt. Sie sind 15 Minuten oder mal 20 oder auch nur 5 Minuten in der Luft, fliegen und landen wieder. Das geht während der gesamten Zeit in der sie Freiflug haben so. Sie ziehen niemals weit vom Schlag entfernt. Ich habe weiterhin keine Ahnung woran es liegt, aber andere Züchter hier in der Nähe haben das Problem nicht. Die Tauben sind teilweise ein bis zwei Stunden von zuhause weg und fliegen große Strecken. Es ist für die anstehenden Vorflüge nicht gut, dass unsere Jungtiere so ein Flugverhalten zeigen. Ich könnte sie natürlich einkorben und ganz vorsichtig selbst trainieren. Aber dazu braucht es Zeit und auch Motivation. Wir haben unsere Jungtauben in all den Jahren nie selbst trainiert. Wenn das hier nun auch noch notwendig wird um sie auf die Reise vorzubereiten und zu schicken, dann bezweifele ich, dass ich am Brieftaubensport noch irgendwie Freude habe. Das kann es für mich nicht sein. Eigentlich muss man erwarten können, dass ausreichend alte Jungtauben nach ausreichend Freiflug am Haus ohne privates Training von den Vorflügen nach hause kommen. Aber in der heutigen Zeit hat sich vielleicht sehr vieles geändert. Warum auch immer....
 

Samstag, 11.07.2026
Sascha am 11.07.2026 um 19:08 (UTC)
 Als ich heute morgen um kurz nach 6 Uhr vom Nachtdienst nach hause fuhr waren es 13 Grad Celsius, es war ein wenig Südostwind, die Sonne kam heraus und die Sicht war hervorragend. Brieftaubenwetter! Zuhause angekommen habe ich dann noch kurz auf die Wetterkarten geschaut und festgestellt, dass die Wetterbedingungen auf unserer Südost-Route praktisch überall gleich waren. Die Tauben wurden in diesen Minuten überall für den Auflass fertig gemacht und ab 6.30 Uhr wurden die Tiere in Lauf, Parsberg, Plattling, Vilshofen usw. gestartet. Die Flüge verliefen glatt mit kurzen Konkurszeiten. Jetzt am Abend frage ich mich immernoch wer um alles in der Welt von unseren Verantwortlichen auf die Idee gekommen ist für die Südostrichtung eine Kilometer.-Beschränkung auszusprechen. Heute war bei diesen Wetterverhältnissen die ideale Gelegenheit für die Organisationen einen 500-Kilometer-Flug durchzuführen.
Gestern hatte bereits der Regionalverband 401 einen 500er gestartet und bei fast gleichen Verhältnissen einen ausgezeichneten Flugverlauf gehabt. Etwas zweifelhaft bleibt dabei aber, dass der Flug bereits vorgezogen wurde, als die FSK die ab heute geltenden Beschränkungen noch gar nicht offiziell ausgesprochen hatte. Wenn aber ein Mitglied der FSK selbst im Regionalverband 401 beheimatet ist und frühzeitig wusste, was kommt, dann war es vielleicht schlau so zu handeln und den eigenen Flug vorzuziehen. Auch wenn man damit mal wieder den berufstätigen Züchtern zum Nachteil handelt.
Heute jedenfalls wären auf der südostroute mit Sicherheit bei Spitzengeschwindigkeiten über 1400 m/min gute 500er machbar gewesen. Ich frage mich wirklich welche Interessen da inzwischen in den Entscheidungen eine Rolle spielen. Zumal unser Verband gestern noch ein Schreiben herumgeschickt hatte, nachdem man geprüft habe, dass noch etwas zwei Drittel aller Regionalverbände die Bedingungen für die deutschen Meisterschaften erfüllen können und man daher nichts an den geltenden Bedingungen verändern wolle.
Von den zwei Drittel der Regionalverbände werden dann am Ende vielleicht gut die Hälfte die Bedingungen für die deutschen Meisterschaften erfüllen und in diesen Regionalverbänden sind es dann nur verschwindend wenige Sportfreunde, die dort irgendwie mitspielen und so hat man wieder eine Saison munter die Flüge hin und her geschoben um die Bedingungen für Meisterschaften zu erfüllen, die am Ende weniger als ein Prozent der teilnehmenden Schläge betreffen.
Aber wenn man das Alles trotzdem so möchte und für wichtig erachtet, dann wäre heute die Chance gewesen zumindest die Regionalverbände auf der Südostroute ihre 500er machen zu lassen. Selbst das hat man verpasst und ich frage mich: kann man es nicht besser oder will man es nicht besser?
Stattdessen hat man nun heute wieder Regionalverbandspreislisten in denen es RVen gibt, die 60 Prozent Preise und 95 der ersten 100 Preise in der Liste erzielen. Es ist und bleibt alles eine Farce und lächerlich. Aber scheinbar wünschen es die Verantwortlichen genau so.
In unserem Regionalverband fahren morgen noch drei verbliebene RVen auf 400 KM zum Regionalflug, während sich zwei RVen ausgeklinkt haben und etwas eigenes machen wollen. Chaos wohin man blickt. Die einen wollen unbedingt die Bedingungen für die deutschen Meisterschaften erfüllen - und seien die Taubenzahlen noch so gering, die anderen machen jetzt mit noch weniger Tauben irgendwelche Kirmes-Flüge von denen auch niemand mehr etwas hat.
Ich bin froh schon länger entschieden zu haben die Altreise zu beenden und zweifele aktuell immer mehr ob es für mich persönlich noch Sinn macht in all diesem Durcheinander noch Jungtiere zu reisen. Es ist absehbar, dass auch die Jungtierreise wieder chaotisch werden wird, wenn sich das Wetter nicht deutlich stabilisiert.
 

Donnerstag, 09.07.2026
Sascha am 09.07.2026 um 06:30 (UTC)
 Die meisten Sportfreunde werden es bereits gestern erfahren haben: unsere Flugsicherungskomission hat für das kommende Wochenende erneut Kilometer-Beschränkungen vorgegeben und zwar dergerstalt, dass man diese für unterschiedliche Flugrouten und Regionen angepasst hat. Ich möchte mich heute gar nicht mehr dazu auslassen ob das nun richtig oder falsch ist und was es für Auswirkungen hat. Was wir einfach feststellen müssen ist, dass die Veränderungen des Wetters in den letzten Jahren und auch die Änderungen im Bereich des Tierschutzes dazu führen, dass es für praktisch ganz Deutschland nahezu unmöglich ist auch nur annähernd die im Winter in langen Disskussionen aufgestellten Reisepläne einzuhalten und das für sehr viele Regionen auch die Erfüllung der Meisterschaftsbedingungen auf Verbands- und Regionalverbandsebene nicht machbar ist.
Als Folge daraus sollte man in diesem Jahr meiner Meinung nach auf die Ehrung der deutschen Meisterschaften verzichten und den Regionalverbänden freie Hand geben bis zum Ende der Reise (natürlich immer im Rahmen der geltenden Beschränkungen) und dann auf der DBA die Regionalverbandssieger gebührend auf der Bühne ehren.
Für die Zukunft kann die aktuelle Situation eigentlich nur bedeuten, dass man künftig die gesamte Reisesaison anders plant und gestaltet und Meisterschaften und Titel ganz anders ausfliegt, als es sonst üblich war. Denn perspektivisch werden sich die Wetterverhältnisse nicht bessern.
Deswegen muss das oberste Ziel für künftige Reiseprogramme sein möglichst viele Sportfreunde zufrieden zu stellen mit dem Flugprogramm, Meisterschaften hinten an zu stellen und einfach mehr Spaß am Hobby zu generieren ohne den ständigen Druck noch diesen oder jenen Flug durchführen zu müssen wegen irgendwelcher Bedingungen.
Hier in der Gegend sind heute dann auch schon einzelne Reisevereinigungen aus unserem Regionalverband mit ihren Jungtauben zum Vorflug unterwegs. Man bekommt die Altreise nicht auf die Reihe, die Züchterzahlen gehen massiv in den Keller und heute fährt man dann mit Jungtauben los bei dicht aufliegender Wolkendecke, die sich, wenn überhaupt, wohl erst zum Nachmittag lockern wird. Man versteht es einfach alles nicht mehr.
Jetzt, da ich hier diese paar Zeilen schreibe, sind unsere Vögel im Freiflug. Sie sind immernoch getrennt und werden wahrscheinlich am Wochenende oder Anfang nächster Woche angepaart. Sie fliegen ordentlich. Gehen hoch, fliegen flach, balzen auf dem Dach usw. Ich gehe dann immer mal wieder zum Fenster und sehe mir das an und gleich setze ich mich noch kurz in den Garten und beobachte unsere Tauben. Das ist auch schön und gefällt mir auch sehr gut und ich bin froh, dass ich aktuell dieses ganze Durcheinander im deutschen Brieftaubensport nicht so intensiv mitmachen muss wie die Sportfreunde, die jetzt noch gerne einfach ihre Tauben reisen und ein paar schöne Flüge haben möchten.
 

Mittwoch, 08.07.2026
Sascha am 08.07.2026 um 05:45 (UTC)
 Gestern meldete sich schon früh am Morgen ein Sportfreund bei mir, der auf der Südwestrichtung reist mit der Frage ob ich schon etwas für das kommende Wochenende hinsichtlich Kilometer-Beschränkungen etc. gehört hätte. Ich verneinte das. Ich habe mir dann das Wetter angesehen für Frankreich. Der sportfreund wohnt weit entfernt von mir und man reist dort weit nach Frankreich hinein und habe ich gesagt, dass ich nicht davon ausgehe, dass auf der Südwestrichtung weite Flüge veranstaltet werden dürfen. Die Temperaturen, speziell in Frankreich und auch schon früh am Morgen, scheinen doch sehr sehr hoch zu werden.
Später erfuhr ich, dass der Regionalverband 250, der auch auf der Südwestrichtung reist, gestern schon beschlossen hat nur 300 Kilometer zu fliegen ohne auf irgendwelche Anweisungen des Verbandes zu warten.
Es ist eine sehr bedenkliche Entwicklung in unserem Brieftaubensport, dass die Züchter Anfang bis Mitte der Woche nur noch damit beschäftigt sind zu schauen wie das Wetter wird, ob weite Flüge gemacht werden können oder nicht, ob Flüge verschoben werden oder nicht und dass sie darauf warten was unsere Flugsicherungskomission am Mittwoch Mittag mal wieder zum Besten gibt.
Das Wetter können wir weder machen noch ändern. Aber ständig darauf warten und reagieren zu müssen was einige, wenige Personen im Verband entscheiden kann nicht richtig sein.
Auf unserer Südostrichtung haben viele Organisationen noch keinen 500-Kilometer-Flug veranstaltet. Nun sind noch zwei wochen Zeit und man steht unter Druck (wegen ganz weniger Züchter) noch zwei solche Flüge veranstalten zu müssen. Und man kann sicher davon ausgehen, dass einige wenige Züchter, die gerade in den großen Meisterschaften vorne stehen, all ihren Einfluß geltend machen werden, damit man diese Flüge veranstaltet. Das ist auch ein Stück weit nachvollziehbar. Aber für die meisten Sportfreunde ist das alles nicht wichtig und nicht interessant. Sie wollen Flüge haben von denen ihre Tauben nach hause kommen und die dem Wetter angemessen sind.
So kommt man in die Situation, dass immer mehr Sportfreunde die Reise einstellen, weil ihnen das Programm nicht passt. In unserer Reisevereinigung möchte eine große Mehrheit der Züchter am kommeden Wochenende nicht am Nationalflug Vilshofen teilnehmen (wenn er denn stattfindet). Das ergab eine Abfrage. Sie möchten nach dem anspruchsvollen Flug vom vergangenen Wochenende einen kürzeren Flug machen.
Auch das ist verständlich. Selbst Züchter, die sonst eher die weiteren Flüge bevorzugen und deren Tauben sich am vergangenen Wochenende schwer taten, möchten plötzlich keinen Nationalflug mehr und auf kürzerer Entfernung fliegen. Es ist für die Verantwortlichen in den RVen und Regionalverbänden praktisch unmöglich die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bekommen. Das wiederum liegt daran, dass unser ganzes Reise- und Meisterschaftssystem so veraltet ist und niemand hingeht und dieses verändert und erneuert.
Angenommen das Wetter gibt für unsere Südostrichtung am kommenden Wochenende einen 500 Km-Flug her. Wo läge eigentlich das Problem einen Nationalflug mit den Regionalverbänden 356, 402, 403, 405, 408, 409, 412 und 416 anzubieten und zu organisieren, an dem alle Sportfreunde, die das möchten teilnehmen können und ihre Tauben dann in die Wertung z.b. für die deutsche Meisterschaft bringen können? Als Preisliste könnte man bei diesem gemeinsamen Auflass trotzdem weiter die Regionalverbandspreisliste heranziehen oder wie auch immer. Als Auflassorte würden sich (jetzt ganz spontan geschrieben ohne es genauer zu analysieren) Plattling, Vilhofen oder Osterhofen eignen.
Alle anderen Sportfreunde, die einen kürzeren Flug bevorzugen, könnten dann in ihren RVen und Regionalverbänden 300 KM oder was auch immer fliegen. Und somit käme dann auch ein wenig Druck aus diesem ganzen System heraus. Stattdessen wird nun wieder überall hin und her überlegt was man tun kann und was das Wetter zulässt.
Man muss sich doch nur einmal die Teilnehmerzahlen an den Flügen vom vergangenen Wochenende ansehen. Sie gehen fast überall massiv in den Keller und das wird zum kommenden Wochenende so weiter gehen. Das kann doch alles nicht unser Ziel sein. Dieser Tage habe ich zu einem Sportfreund ein bißchen im Spaß gesagt: "Am Ende kriegt in den RVen und Regionalverbänden jeder eine Urkunde oder einen Pokal, der bis zum Ende durch geschickt hat." Ich denke ein bißchen was ist an dieser eher spaßig gemeinten Aussage aber dran.
Ich hatte dieser Tage schon geschrieben, dass man Tauben immer auch an ihre Aufgaben heranführen muss. Das gilt auch hinsichtlich der Flugzeiten. Wenn man Tauben Woche für Woche nur bei bestem Wetter fliegen lässt und die Flugzeiten kaum einmal über fünf Stunden gehen bei fast immer idealem Wetter und man dann Tauben mal bei Bedinungen fliegen lässt, wo sie sieben, acht oder neun Stunden fliegen müssen und das Wetter vielleicht nicht durchgehend super ist, dann darf man sich am Ende nicht wundern, wenn ein Flug mal schwerer wird und hier und da auch einmal Tauben fehlen, die das dann nicht schaffen. Dann heißt es am Ende wieder: "Die Tauben können das einfach nicht mehr." Und damit ist gemeint 500 oder 600 KM zu fliegen und bald sind wir soweit, dass selbst 400 KM-Flüge bei denen der Konkurs mal etwas länger als 20 oder 30 Minuten dauert schon als Katastrophenflüge empfunden werden. Viele Sportfreunde haben inzwischen deutlich den Kompass dafür verloren was Tauben leisten können und sollten. Das liegt meiner Ansicht nach daran, dass wir Woche für Woche hingehen und die Flüge stets auf den Tag verschieben, wo die vermeintlich besten und leichtesten Bedinungen herrschen. Irgendwann geht das aber vielleicht mal nicht mehr und dann wird ein Flug - auch wegen der Meisterschaftsbedingungen - durchgezogen obwohl die Verhältnisse etwas schwerer (aber bei weitem nicht unmöglich) sind und schon tun sich die Tauben schwer und die Züchter sind unzufrieden. Unser ganzes Reise- und Meisterschaftssystem mit all den Vorgaben und Regelungen durch Verband, FSK usw. führt aktuell dazu, dass im ganzen Brieftaubensport nur noch Frust herrscht und es immer schneller bergab geht. Es muss an dieser Stelle endlich Änderung herbei geführt werden.
 

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