| | Es gibt gelegentlich Fugverläufe, die man einfach nicht erklären kann. Vor Kurzem hatte ich hier über einen Flug im Münsterland geschrieben, bei dem vier Reisevereinigungen gemeinsam gestartet hatten. Drei RVen hatten einen recht normalen Flugverlauf, eine weitere, die mitten zwischen diesen RVen etwas östlich liegt, hatte einen schlechten Konkurs mit einer Dauer von zweieinhalb Stunden.
Am vergangenen Sonntag (also vorgestern) gab es so einen Flug auch im Regionalverband 250 auf der Südwest-Richtung. Vier Reisevereinigungen lassen zusammen auf. Die Tauben waren, soweit ich weiß, in 2 gemeinsamen Kabis unterwegs. Die Konkurszeiten betragen bezogen auf die einzelnen RVen 19 Minuten, 27 Minuten, 34 Minuten und bei einer RV 6 Stunden und 36 Minuten. Dort sind bei einigen Sportfreunden teilweise über Stunden überhaupt keine Tauben heimgekehrt. Das Wetter war in Ordnung und die betroffene RV liegt etwa 10 KM süd-südöstlich von der RV mit 27 Minuten Konkurs. Ich bin nicht mit allen Details des Fluges vertraut, aber was da passiert ist, das ist mir volllkommen unerklärlich.
Ein Sportfreund aus einer anderen RV, die auch am Sonntag keinen leichten Flug auf der Südostrichtung hatte, reist drei seiner Jungtiere mit diesen neuen "Tracking-Ringen" bei denen man schon während des Fluges etwas zeitversetzt sehen kann wo die Taube in etwa hergeflogen ist. Ein Tier mit so einem Ring hat es nicht nach Hause geschafft. Er sieht aber weiterhin wo die Taube unterwegs ist. Er hat mir gestern immer wieder Daten geschickt wo das Tier ist. Es war unglaublich wie diese Taube immer wieder versucht hat loszufliegen, wie sie oft viele Kilometer geflogen ist, aber nicht den richtigen Weg fand und wie sie dann mehrmals am Tag zu einem Punkt zurück gekehrt ist, wo sie sich einmal länger niedergelassen hatte. Es ist hochinteressant das alles zu verfolgen. Aber auch frustrierend für den Züchter, wenn die Taube sich so bemüht in die Heimat zu fliegen, aber einfach nicht die passende Route einschlägt. Leider ist das Wetter auch nicht ideal und man kann nur hoffen, dass sie es vielleicht heute noch schafft.
Einige Verantwortliche hatten an diesem Flugwochenende entschieden mit ihren RVen den Flug auf dem gestrigen Montag zu veranstalten. Da die Wettervorheragen derzeit sehr ungenau sind und man irgendwann einfach auch eine Entscheidung treffen muss, kann es für die Flugleiter schon mal passieren, dass man freitags entscheidet den Flug auf den Montag zu legen und später dan feststellt, dass sich das Wetter ganz anders zeiigt, als es erwartet war. So mussten gestern einige RVen auf der Südost-Richtung wirklich sehr lange warten bis ein Auflass für einen relativ kurzen Flug möglich war. Es gab dann Flüge, die trotz es schwierigen Wetters gut funktioniert haben und andere Flüge, die auf recht geringer Entfernung dann wieder Verläufe mit bis zu zwei Stunden Konkurszeit nahmen mit vielen fehlenden Tauben am Abend. Was ich bei so schwierigem Wetter dann immer wieder feststelle: die Flugleiter tun sich extrem schwer damit zu sagen, dass man sich geirrt hat, dass das Wetter leider nicht gut ist und man zur Sicherheit lieber wieder in die Heimat fährt. Stattdessen wird dann irgendwann aufgelassen, wenn die Sonne mal kurz durch die Wolken blickt und gehofft, dass der Flug irgendwie gut geht. Gottseidank geht der Flug dann auch oft gut, weil unsere Brieftauben schon einiges leisten können. Aber leider nicht immer. Die Frage ist also: muss man das Risiko wirklich eingehen für einen Flug über 130 oder 150 KM oder wäre es nicht viel mehr im Sinne der Jungtiere frühzeitig zu sagen: wir fahren nach hause?!
Der Regionalverband 403 hatte übrigens seinen Flug auch auf den gestrigen Montag geschoben und die Tauben erst am Nachmittag auflassen können. Der Flug scheint gut verlaufen zu sein. Alles ist erst einmal in Ordnung. Aber dass es dieser Regionalverband seit Jahren nicht schafft seine Flüge ordnungsgemäß auf der Verbandshomepage einzutragen ist schon ein starkes Stück. Es scheint die verantwortlichen unseres Verbandes nicht zu interessieren, dass da Auflässe stattffinden, die im Auflass-Programm auf der Verbandshomepage weder im Vorfeld des Fluges noch am Flugtag eingetragen werden. Es wäre vielleicht an der Zeit solche Regionalverbände einmal von den Verbands-Auszeichnungen genauso auszuschließen, wie man RVen oder Regionalverbände ausschließt, die in verschiedene Reiserichtungen fliegen oder bei denen sich einzelne RVen nicht an den Regionalflügen beteiligen etc. Für mich entsteht einfach immer wieder der Eindruck, dass unser Verband an verschiedenen Stellen mit zweierlei Maß misst.
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