| | DIe Wettervorhersagen ändern sich auf den verschiedenen Wetterportalen in den letzten Tagen nahezu stündlich. Zuerst wurde vom großen Regen berichtet und von Gewittern, dann war nur noch von Abkühlung die Rede. Anschließend sah es so aus als ob es sonntags sehr bedeckt und schwül werden würde....und jetzt wurden wir gestern dann relativ spät informiert, dass unser zweiter Preisflug doch, wie im Reiseplan vorgesehen, am morgigen Sonntag stattfinden und heute abend eingesetzt werden soll. Für die Flugleiter ist es derzeit extrem schwierig die Flüge zu terminieren. Selbst heute morgen sind die Vorhersagen für unsere Strecke für den morgigen Tag teils noch sehr unterschiedlich. Aber mehrheitlich sieht es so aus als sei morgen ein Flug mit Auflass gegen 9 Uhr machbar. Wir werden es sehen.
Mittelfristig gehe ich davon aus, dass wir zumindest hier bei uns in der Region zwar stabilere und etwas kühlere Temperaturen bekommen, aber keinen Regen. Wir hatten hier im Sauerland nun schon mehrere kleinere Waldbrände, die gottseidank von den Feuerwehren kontrolliert werden konnten, aber insgesamt ist es doch extrem trocken.
Diese Trockenheit ist insgesamt auch ein großes Problem für die Jungtaubenreise, denn verflogene Jungtiere finden so gut wie keine Wasserstellen um zu trinken. V.a. auch aus diesem Grund halte ich es für wichtig bei den Auflässen und Flügen sehr vorsichtig zu sein und kein Risiko einzugehen. Niemandem ist damit gedient wenn halbe Jungtierjahrgänge (oder mehr) ausbleiben und nicht wieder kommen. Wenn es nötig ist, dann ist es besser die Jungtauben eher auf kürzeren Entfernungen mit weniger Risiko zu spielen als wegen irgendwelcher Meisterschaftsbedinungen irgendetwas zu riskieren.
Ich selbst weiche nicht davon ab zu versuchen die Jungtauben an die Hitze zu gewöhnen. Auch deswegen habe ich ihnen gestern nachmittag wieder für zwei Stunden Freiflug gegeben und sie konnten fliegen, auf dem Dach sitzen oder im Schlag sein wie sie wollten. Wenn ich den Tauben morgens gegen sechs oder sieben Uhr Freiflug geben würde, dann würden sie sicherlich mehr und ausdauernder trainieren. Aber mir scheint es wichtiger, dass die Jungtiere die Hitze gewohnt sind und wissen wann sie sich setzen müssen und pausieren etc.
Wenn ich Zeit habe dann wechsele ich bei den hohen Temperaturen auch mehrmals am Tag das Trinkwasser. Das habe ich auch gestern wieder getan. Auffällig ist, dass mehrere Tauben jedes Mal, wenn ich frisches Wasser in die drei Tränken im Schlag gefüllt habe, sofort zum Trinken kamen, obwohl auch vorher Wasser in den Tränken war. Aber sie haben auf mein Tun und den Wasserwechsel immer reagiert und mehrere Tiere liefen zur Tränke um zu saufen. Warum das so ist weiß ich nicht so recht.
Auch heute vor dem Einkorben, beim Einsatzgeschäft usw. ist das Wichtigste die Wasserversorgung der Tauben das Wichtigste. In den in Deutschland vielfach gebrauchten Geraldy-Kabinenexpressen würde ich niemals mehr als 16 oder 17 Tauben pro Kabi-Box einsetzen bei diesen Temperaturen. Dann ist in der Regel sicher gestellt, dass alle Tiere ausreichend trinken können. Seit vielen Jahren sind wir im Besitz von zwei solcher Boxen wie sie in den Kabis verwendet werden und ich setze immer wieder Tauben hinein um ihnen an das Trinken in den Boxen beizubringen und sie an das ruhige Sitzen in den Boxen zu gewöhnen. Jahrelange Beobachtung hat mir gezeigt, dass der maximale Besatz dieser Boxen etwa 17 oder 18 Tauben sein sollte. Dann können alle Tauben ausreichend trinken und alle Tiere kommen an die Trinkrinnen. Setzt man 20 oder mehr Tiere hinein führt das am Ende dazu, dass die Hälfte der Tauben gar nicht trinkt. Das ist bei Alttauben so und bei Jungtauben noch extremer. Es gibt in vielen Regionen Deutschlands inzwischen ausreichend Kabis, die oft nicht genutzt werden und herumstehen. Ich würde als Verantwortlicher, wenn möglich, eher einen Kabi mehr fahren lassen (v.a. jetzt zu den Jungtaubenflügen) als die Kabinen aus Kostengründen zu dicht zu besetzen.
Mir ist bewusst dass das nicht überall möglich ist und dass es auch Züchter und Verantwortliche gibt, die das sehr viel anders sehen. Aber ein kleines bißchen verstehe ich auch von Brieftauben und ich beobachte immer wieder interessiert das Verhalten von Tauben. Ein zu dichter Besatz ist nicht nur in den Schlägen ein Problem, sondern auch im Kabi. In den Schlägen führt das mit der Zeit und in aller Regel dazu, dass Jungtauben am Haus verloren gehen und/oder krank werden. In den Kabi-Boxen führt es dazu, dass viele Jungtiere nicht trinken und dann schon dehydriert an den Start gehen beim Auflass. In Zeit von extremer Trockenheit, wie aktuell, ikann das ein großes Problem werden, dass wir zumindest versuchen sollten zu vermeiden.
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