Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN


Montag, 25.10.2021
Sascha am 25.10.2021 um 06:16 (UTC)
 Vor einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem Züchter, der im vergangenen Jahr einen Salmonellen-Ausbruch in seinem Bestand hatte. Es war keine ganz schlimme Sache, aber es waren einige Jungtauben im Nest gestorben und einige ältere Tiere waren abgemagert oder hatten Probleme in den Gelenken. Er hat dann laut Anweisung des Tierarztes behandelt und anschließend geimpft und er will jetzt auch in dieser Zeit nochmals impfen und das Problem scheint weitgehend aus der Welt zu sein.
Es war ihm allerdings aufgefallen, dass unter den älteren Tieren, die er besaß (7 oder 8 Jahre oder älter) die meisten Tauben waren, die gelitten hatten und von denen er auch einige selektieren musste.
Im Gespräch kamen wir dann darauf, dass Paratyphus wohl gerade ein Problem ganz junger und relativ alter Tauben ist. Tauben im besten Lebensalter haben zumeist wenige Probleme bei einem klinischen Ausbruch im Bestand. Deswegen fällt es vielleicht auch nicht auf, wenn man unterschwellig Salmonellen im eigenen Bestand hat. Tierarzt Henk de Weerd sagte vor einiger Zeit einmal sinngemäß: "In jedem Bestand mit mehr als 150 oder 200 Tauben sind Salmonellen. Man müsste de Bestand nur genau untersuchen."
Für mich stellt sich da die Frage ob es eigentlich Sinn macht einen Bestand zu behandeln vor der Salmonellen-Impfung oder ob es nicht besser wäre die Impfung ohne vorherige antibiotische Behandlung durchzuführen um eventuell anfällige und/oder betroffene Tauben dann herauszufinden. Denn diese leiden dann doch unter der vorgenommenen Impfung und man kann sie schnell erkennen.
Ein befreundeter Züchter sagte mir gestern sinngemäß: "Ich behandele nicht mehr vor der Impfung. Es ist doch besser die Anfälligen dann zu finden und aus dem Bestand zu nehmen." Das hört sich möglicherweise hart an und ich weiß nicht ob es mit dem Tierschutzgedanken vereinbar ist - aber letztlich ist dieser Weg wahrscheinlich der Beste, wenn man einen robusten Bestand behalten bzw. aufbauen will.
Insofern scheint mir der Weg, wie wir ihn dieses Jahr beschreiten wollen, ohne medizinische Vorbehandlung gegen Salmonellen, sondern nur mit einer Behandlung durch verschiedene Säuren mit dem Produkt Cholinol Plus von DHP-Cultura vielleicht gar nicht so falsch.
 

Sonntag, 24.10.2021
Sascha am 24.10.2021 um 11:10 (UTC)
 Heute hatten wir schon Besuch aus dem Südwesten Deutschlands. Ein Sportfreund war schon heute morgen um vier Uhr losgefahren und war dann kurz nach neun Uhr auf einen Besuch hier um sich ein paar Sommerjunge abzuholen. So etwas nötigt mir ja auch immer Respekt ab. Zehn Stunden am Tag auf der Autobahn für ein paar Tauben....Ich selbst habe zu so etwas selten einmal Lust. Da sitze ich lieber im Garten und beobachte die eigenen Tauben. Aber es ist natürlich eine schöne Sache sich so zu treffen und hin und wieder mache ich mich ja selbst auch auf den Weg zu anderen Taubenzüchtern.

Die FG Düsseldorf macht derzeit eine Auktion und mein Taubenkumpel Uli Bovermann hatte mich auch nach einer Versteigerungstaube gefragt. Wir hatten auch eine Taube verabredet und dann passte es aber zeitlich nicht, dass Uli sie abholen konnte. Also haben wir einen Gutschein gemacht, der nun für eine Woche zur Auktion steht. Hier kann man auf ihn bieten

Gutschein für eine Jungtaube aus unserem Zuchtschlag 2022
 

Samstag, 23.10.2021
Sascha am 23.10.2021 um 08:35 (UTC)
 Nach einer Woche mit schlechtem Wetter und viel Wind scheint hier heute endlich einmal wieder die Sonne. Später treffe ich mich noch kurz mit zwei Sportfreunden und morgen bekommen wir Besuch von einem Züchter, der weiter entfernt wohnt. Es ist sehr schön sich auch um diese Jahreszeit bzgl der Tauben auszutauschen.
Die Haupt-Deckgefieder-Mauser ist nun weitgehend abgeschlossen und es wird angenehmer die Schläge sauber zu machen - einfach weil nicht mehr so viele Federn herumfliegen. Ein sportfreund schrieb mir gestern: "Langsam sehen die Tauben wieder wie Tauben aus." Ja, da hat er recht.
Insgesamt bin ich mit dem bisherigen Mauserverlauf sehr zufrieden und entsprechend auch mit der Fütterung, die wir ja etwas anders gestaltet haben als in den Vorjahren. Man merkt keinen Unterschied zur Gabe eines speziellen Mauserfutters. Die Tauben sind auch vom Gewicht her gut. Ich nehme zwar derzeit nicht so viele in die Hand, aber ich kontroliiere es doch von Zeit zu Zeit. Wenn Tauben in der Mauser zu stark verfetten, so meine ich, dann kriegt man das bei festsitzenden Tieren einfach nicht gut wieder herunter, zumal dann, wenn man wie wir, im Frühjahr aus den Reisetauben keine Jungtiere zieht.
 

Donnerstag, 21.10.2021
Sascha am 21.10.2021 um 04:46 (UTC)
 Draußen fegt der erste Herbststurm um das Haus und gestern habe ich noch einmal im Garten alles "sturmfest" gemacht. Dabei erinnerte ich mich daran wie einmal eine Zuchttäubin in so einem Wintersturm bei Schneetreiben ausgerissen war. Ich hatte das Weibchen damals von einem anderen Züchter bekommen und dieser hatte die Taube auch früher gereist. Ich habe den Züchter dann angerufen und informiert, dass die Täubin entflogen war, hatte aber wenig Hoffnung, dass sie bei dem Unwetter an ihrem Heimatschlag ankommt. Einige Stunden später kam der Rückruf: die Täubin ist schon da. Unsere Tauben können schon einiges leisten....
In unseren Schlägen passiert derzeit weiter nicht viel. Die Tauben mausern vor sich hin und das Gröbste ist nun fast geschafft und es werden dann weniger Federn, die täglich zu entfernen sind. Wenn die Deckgefiedermauser weitgehend abgeschlossen ist, dann nehme ich auch wieder vermehrt Tauben in die Hand um das Gewicht und den Mauserverlauf zu kontrollieren. Aktuell lasse ich die Tiere aber weitgehend in Ruhe. Zur momentanen Versorgung habe ich hier ja zuletzt schon häufiger geschrieben. Da ändert sich auch nichts. Was ich aber jetzt schon sagen kann: dadurch, dass wir dieses Jahr kein Mauserfutter, sondern eine Art "Allzeitfutter" füttern, sehen die Tauben keinen Deut schlechter aus...
 

Montag, 18.10.2021
Sascha am 18.10.2021 um 06:43 (UTC)
 Um noch einmal auf das zurück zu kommen, was ich gestern hier geschrieben haben: Mich hat ein Sportfreund gefragt, wie wir es denn selbst in Bezug auf Salmonellen/Paratyphus machen. Ich werde es hier einmal erklären. Zuvor aber noch der Hinweis auf einen aktuellen Beitrag von Taubentierarzt Peter Boskamp. Der Abschnitt zum Thema "Paratyphus" und das was er später unter "Verrücktes Phänomen" beschreibt, ist derzeit wohl so der Stand der Dinge. Auch Dr. Fernand Marien hatte vor mehreren Jahren schon ähnliches berichtet.

Wusstest du das?

Nun dazu wie wir es selbst handhaben:
ich habe das Gefühl, ohne dass ich dafür einen Nachweis hätte, dass Paratyphus in den zurückliegenden Jahren wieder mehr zu einem Problem in vielen Beständen geworden ist. Vereinzelt sterbende Nestlinge, Knoten und Geschwüre auf den Gelenken einzelner Tiere, Tauben die abmagern, Tauben, die nicht fliegen können....all das scheint doch wieder vermehrt in vielen Schlägen aufzutreten was ich so höre, auch wenn viele Züchter da nicht gerne drüber sprechen.

Wir selbst sind daher dazu übergegangen die Tauben wieder gegen Paratyphus zu impfen. Früher gab es dazu den Lebendimpfstoff Zoosal-T. Dieser wird leider in Deutschland nicht mehr vertrieben. Ein Tierarzt kann sich aber behelfen. Es gibt einen Schweineimpfstoff gegen Salmonellen namens Salmo-Porc vom gleichen Hersteller wie Zoosal-T. Er erhält den gleichen Erreger-Stamm wie Zoosal-T. Dieser Impfstoff kann wirksam an Tauben verimpft werden. Er muss nur vom Tierarzt extrem nach einer bestimmten Formel verdünnt werden. Dann funktioniert es prima.

Wie bereiten wir unsere Tauben vor? Wir werden in diesem Jahr wohl Anfang/Mitte Dezember gegen Salmonellen impfen. Im Vorfeld werden wir unseren Tauben ca. 14 Tage lange das Produkt Colinol Plus von DHP-Cultura geben. Das sind bestimmte Fettsäuren. An diese binden sich evtl vorhandene Salmonellen und Coli-Bakterien (vereinfacht gesagt) an und werden ausgeschieden. Zum Zeitpunkt der Impfung ist dann, wenn überhaupt Salmonellen da wären, der Infektionsdruck nicht so hoch.
Die Tauben bekommen im Vorfeld der Impfung auch zusätzlich Multivitamin und Aminosäuren. Nach der Impfung ebenso für zwei, drei Tage. Gleichzeitig geben wir nach der Impfung auch für mehrere Tage Probiotika. Da verwenden wir das Produkt Intestino von Dr. Sudhoff.
Etwa 14 Tage nach der Impfung bekommen alle Tauben dann das Produkt "Para-Control-Boost" von de Weerd. Das ist eine Art "Schluckimpfung" - so sagt es jedenfalls Henk de Weerd. Es wird 1 ML des Produktes in den Kropf jeder Taube gespritzt. Es soll dann die Darmflora stabilisieren und dafür sorgen, dass eventuelle Krankjeitskeime sich nicht einnisten können.
So haben wir es im vergangenen Jahr auch gemacht und ich denke, dass wir ein sehr gutes Zuchtjahr hatten und auch sehr gesunde Jungtauben. Auch im Zuchtschlag war alles prima, die Befruchtungsrate sehr gut und auch die älteren Zuchttauben haben sich sehr gut gezeigt.

Wenn man gegen Salmonellen erstmals impfen will, dann sollte man aber gegebenenfalls mit dem Tierarzt absprechen, ob es Sinn macht alle Tauben antibiotisch vorzubehandeln. Da würde ich dann tatsächlich immer auch den Rat einen Brieftaubentierarztes einholen.
Man kann auch zuvor mal eine Sammelkotprobe aus dem Bestand einschicken, wobei selbst ein "sauberer Befund" aus der Kotprobe nicht bedeutet, dass im Bestand nicht doch Salmonellen irgendwo sind, denn diese werden nicht immer ausgeschieden und viele Tauben leben damit auch sehr gut im Gleichgewicht und werden nicht krank.
 

Sonntag, 17.10.2021
Sascha am 17.10.2021 um 07:31 (UTC)
 Mein kleiner Infekt schleppt sich so dahin. Es wird nicht besser und nicht schlechter. Husten und Schnupfen haben sich eingenistet und scheinen noch eine Weile bleiben zu wollen. Nicht weiter schlimm, aber nervig.
Kürzlich las ich einen wissenschaftlichen Bericht über eine Studie zur Auswirkung der verschienenen Antibiotika auf die gutartigen Darmbakterien beim Menschen. Neue Studien haben ergeben, dass Antibiotika viel mehr von der Darmflora eines Menschen zerstören, als man bisher annahm. Einige Antibiotikaklassen töten bestimmte gutartige Bakterien bereits ab, wenn sie gegen den eigentlichen Erreger, gegen den sie eingesetzt werden, noch gar nicht wirken. Tetracycline wurden da beispielsweise genannt. Das sind ja Medikamente, die auch für unsere Brieftauben sehr gebräuchlich sind (ich nenne hier mal Doxycyclin oder Chlortetracyclin als Beispiele).
Wenn diese Antibiotika bei unseren Tauben annähernd so "zerstörerisch" wirken, wie beim Menschen, dann sollten wir uns wirklich drei Mal überlegen ob es immer so sinnvoll ist sie regelmäßig einzusetzen.
Umso erstaunter war ich dann gestern, als ich in einem Video eines bekannten Brieftaubenzüchters auf Youtube sinngemäß folgendes von diesem Sportfreund hörte: "Ich habe mich entschieden eine Kur gegen Salmonellen zu machen. Ich weiß das blinde Kuren nicht gut sind. Die Tauben sehen auch sehr gut aus und haben weiße Nasen usw." Der Züchter ergänzte dann, als sei das irgendeine bemerkenswerte Leistung: "Ich nehme aber nur Parastop und nicht Baytril."
Dieser Sportfreund, der im Übrigen vor kurzem noch Tauben über das Internet verkauft hat, scheint sich selbst und den eigenen Tauben nicht zu trauen. Entweder hat er Salmonellen im Bestand - danach sah es aber nicht aus - oder eben nicht.
Ich würde mir auch Gedanken machen, wenn ich da eine Taube ersteigert hätte vor kurzer Zeit und nun plötzlich gegen Salmonellen gekurt werden müsste. Da würde ich mich aber herzlich bedanken.
Aber davon ausgehend, dass der Bestand dieses Züchters höchstwahrscheinlich gesund ist, betreibt der Sportfreund natürlich eine Schlagführung aus dem "Mittelalter". Die allermeisten Tierärzte raten inzwischen aus guten Gründen von gerade diesen blinden Salmonellenkuren ab. Darüber hinaus ist ausgerechnet das Kombi-Präparat Parastop mit seinen zwei enthaltenen Antibiotika ein Produkt, bei dem die Resistenzlage extrem hoch ist bei unseren Brieftauben.
Es steht also folgendes zu erwarten: der Züchter setzt das Medikament ein, man sieht den tauben überhaupt nichts an und nachher wird er wahrscheinlich sagen: "alles gut gelaufen." Außer der Tatsache, dass er die vielen guten und wichtigen Darmbakterien bei seinen Tauben massiv zerstört hat durch die Kur.
Ich frage mich immer: lesen diese Züchter keine Fachberichte? Bilden die sich nicht weiter? Sind sie mit ihrem Wissensstand immer noch auf dem Niveau von vor 20 oder 30 Jahren? Oder wollen sie nicht dazu lernen? Vertrauen sie ihrem eigenen Auge nicht und ihren Tauben? Was ist das, dass sie dazu treibt so vorzugehen?
Gerade die letzteren Fragen hätten mich doch mal sehr interessiert, aber dazu wird in dem Video nichts gesagt.
Am Ende muss jeder Züchter selbst entscheiden was er in seinem Bestand macht und wie er es macht. Aber es stimmt mich doch nachdenklich dass dieses Vorgehen von vor 20 oder 30 Jahren einfach nicht aus den Köpfen selbst sehr guter und erfahrener Sportfreunde heraus zu bekommen ist....
 

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