| | Die Verpaarung der Reisetauben geht hier weiter gut voran. Gestern habe ich die Paare über den ganzen Tag hinweg einzeln und wechselnd aus ihren Zellen gelassen. Zwei, drei Paare, bei denen zwei jährige Partner zusammen verpaart sind, hatten noch etwas Mühe ihre Zellen wieder zu finden und anzufliegen, aber das ist wohl normal und wird sich in den nächsten Tagen finden. Ansonsten bin ich weiterhin sehr zufrieden.
Zwischen dem wechselndem Freilassen und Festsetzen der Tauben habe ich einige Artikel in verschiedenen Brieftaubenzeitschriften gelesen und mir im Internet hier und da einige Brieftauben-Videos angesehen.
In "De Duif" findet sich aktuell eine sechsteilige Serie zum Thema Zucht und Vererbung. Für mich sind das hochinteressante Artikel, in denen Zusammenhänge in der Vererbung erklärt werden auf wissenschaftlicher Basis und daraus Schlußfolgerungen für unsere Zuchtbemühungen gezogen werden. Ich wünschte mir etwas in der Art einmal in einer deutschen Fachzeitschrift zu lesen, aber ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren einmal so etwas Gutes in einer deutschen Zeitschrift gelesen zu haben.
Auch die Schlagberichte in "De Duif" sind oftmals deutlich ausführlicher und interessanter als das was man in unseren deutschen Zeitschriften so liest. Ausnehmen möchte ich davon die "Brieftaubensport International" von Rainer Püttmann, in der auch häufig sehr lesenswerte Schlagberichte zu finden sind. Allerdings sind das eben auch oft Übersetzungen aus Zeitschriften unserer westlichen Nachbarländer. Beispielsweise die Artikel vom Sportfreund Stefan Mertens.
In unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" schreiben zunehmen (jedenfalls ist das mein Eindruck) nur noch Sportfreunde, die den Brieftaubensport in irgendeiner Form kommerziell betreiben.
Früher war es Sportfreund Franz Steffl, der zuminest indirekt mit seinem Sohn Martin und dessen Unternehmen kommerzielle Interessen am Brieftaubensport hat. Zuletzt las man von Sportfreund Robert Maas, der für die Firma Mifuma im Futterbereich arbeitet und jetzt gab es auch Artikel von Alfred Berger, der sich, wie die meisten wohl wissen, inzwischen mit einer eigenen Produktlinie für Brieftauben selbstständig gemacht hat.
Ich finde es grundsätzlich nicht so schlimm, wenn Sportfreunde in der BT schreiben, die unser Hobby auch kommerziell betreiben., denn die Beiträge sind oft von großem Fachwissen geprägt und interessant zu lesen, solange nicht allzu unverhohlen auf die eigenen Produkte oder den eigenen Internet-Auftritt hingewiesen wird.
Ich erinnere mich noch daran, dass es Zeiten gab, in denen für die BT Schlagberichte erstellt wurden, wo man nicht einmal als Züchter, der porträtiert wurde, die Futtermarke nennen durfte, die man einsetzte. Grund dafür war, dass man seitens unserer Verbandszeitschrift keine Werbung für Firma X oder Y machen, bzw. die Firmen nicht ungleich behandeln wollte. Das war auch sehr extrem, aber was aktuell in der BT gemacht wird, halte ich so auch für nicht ideal.
Auf der anderen Seite erinnere ich mich auch, dass vor einigen Jahren mal jemand hier war, der für den "Taubenmarkt" einen Artikel schreiben wollte über unsere Schlaggemeinschaft. Irgendwann kamen wir auf das Thema Beiprodukte. "Was setzt ihr ein?" Als ich dann unser Gemüse nannte und die Produkte von Dr. Marien und flüssige Hefe, da war das dem Autor des Beitrags nicht ausreichend. "Ihr müsst doch noch mehr geben.", sagte er. Als ich antwortete dass das eigentlich nicht regelmäßig der Fall wäre, meinte er, dass er gerne noch etwas platzieren würde. Es ging dabei darum, dass man mit solch einer Produktplatzierung in der Zeitschrift immer auch hofft, dass die entsprechende Firma in der Folge Werbung platziert.
Damals testete ich gerade über den Winter das Produkt "Darba Complete" von der Firma DHP-Cultura. Das erwähnte ich nebenbei und später fand sich dann das Mittel auch im Schlagbericht wieder.
Es ist in der heutigen Zeit sicherlich nicht einfach immer wieder interessante und fachlich gute Artikel in einer Zeitschrift zu veröffentlichen. Vieles wurde schon geschrieben und gelesen. Insofern ist es gelegentlich auch gut, wenn Fachleute uns Züchter auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. Sei es hinsichtlich der Versorgung der Tauben in Zucht oder Reise, oder sei es, wie in "De Duif" hinsichtlich der Vererbung, Genetik etc. Trotzdem fehlen mir, gerade in unseren deutschen Zeitschriften, zu sehr die Beiträge aus Sicht der einfachen und vielleicht erfolgreichen Sportfreunde. Ich möchte da einmal an frühere Zeiten erinnern, wo Züchter wie Harry Tamsen, Werner Grundel und andere sehr regelmäßig herausragende und lesenswerte Artikel schrieben. | | | |
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