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Montag, 06.07.2026
Sascha am 06.07.2026 um 18:07 (UTC)
 Gestern hatte ich Besuch von einem sehr netten Sportfreund, der im vergangenen Winter einen Gutschein von uns ersteigert hatte. Er hatte mehr als vier Stunden Anfahrt auf ich genommen um sich die Jungtaube abzuholen. So etwa bewundere ich doch immer, denn letztlich ist es ja so: dass eine einzige Jungtaube einen Züchter irgendwie weiter bringt ist fast so unwahrscheinlich wie ein Sechser im Lotto. Deswegen hatte ich dem Sportfreund vorher ein Jungtier vorgeschlagen aus einem vielleicht guten Paar und ihm ein Video von der jungen Taube gesendet und daraufhin hatte er sich entschieden zu kommen und die Taube zu holen. Ich hoffe, dass er Glück mit dem Tier hat.
Wir haben uns dann über dieses und jenes im Taubensport ausgetauscht. Der Züchter reist auch erfolgreich und hatte am Tag zuvor noch einen 1. Konkurs geflogen und so sind solche Gespräche immer sehr interessant. Ganz spannend wurde es dann für mich als er mir über die gleiche Problematik berichtete, wie wie sie hier auch seit mehreren Jahren haben: er bekommt seine Jungtauben nicht ans Fliegen. Der Sportfreund erzählte mir davon, dass seine Jungtauben das exakt gleiche Verhalten zeigen wie ich es hier auch seit einigen Jahren beobachte. Die Tauben gehen extrem ungern in die Luft und wenn sie sich mal vom Dach bewegen, dann macht es oft den Eindruck als ob sie Angst hätten zu fliegen. Sie fliegen dann ganz schnell immer im Kreis um den Schlag und dann landen sie wieder. Es ist aber einfach nichts zu beobachten wovor die Tiere Angst haben könnten. Mir ist es unerklärlich und dem Züchter, der bei uns zu Gast war, war es ebenso unbegreiflich. Zumal die Tauben seines Bruders, der nur wenig entfernt wohnt, ein ganz anderes Verhalten zeigen und hervorragend fliegen und trainieren.
Hier bei uns ist es inzwischen so, dass die Jungtauben das Dach wohl regelmäßig verlassen. Aber sie ziehen nicht vom Haus weg und sie fliegen auch nicht sonderlich lange. Teilweise gehen immernoch einzelne Tiere aus dem Schwarm fast im "Sturzflug" wieder auf das Dach. Die Tauben sind gesund und in guter Verfassung und es waren zuletzt auch keine regelmäßigen Greifvogelangriffe. Irgendwie ist das alles weiter ein großes Rätsel für mich.
Insgesamt war es aber wieder eine schöne Begegnung für mich und ich durfte einen sehr netten Züchter kennenlernen und dafür hat sich das Stiften des Gutscheines dann doch einmal wieder gelohnt.
 

Sonntag, 05.07.2026
Sascha am 05.07.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern nachmittag haben wir mit der Familie einen kleinen Ausflug in die Innenstadt von Soest hier in der Nähe unternommen. Irgendwann musste mein Sohn auf die Toilette. Im Keller des Rathauses der Stadt Soest sind saubere öffentliche Toiletten, die wir aufsuchten. Direkt neben den Treppen in den Keller saß eine abgekämpfte Taube mit Ring, die mir auf Anhieb gefiel. Also haben wir sie gefangen. Das Tier war in der Hand noch rund, aber verletzt am Kropf und müde. Die gehämmerte, zweijährige Täubin trug nur ihren normalen Ring und einen Telefonring. Wir fuhren dann nach hause und ich nahm die Taube mit und habe sie gemeldet. Sie stammt von einem bekannten und erfolgreichen Schlag nicht weit von hier. Bis zu ihrem Heimatschlag waren es nur 20 Kilometer. Der Sportfreund war gerade mit dem Fahrrad unterwegs und wusste mit der Ringnummer der Taube nichts anzufangen auf Anhieb. Er hat mir zugesagt nachzuschauen was mit dieser Taube ist und er möchte sich heute bei mir melden. Die Verletzung am Kropf war so, dass das Wasser herauslief. Wir haben die Tauben noch zuhause genäht und den Kropf hoffentlich wieder dicht bekommen. Ich bin wirklich gespannt wann diese Taube abhanden gekommen ist. Vielleicht schon als Jungtier, da sie keinen Elektronikring trug. Aber ich weiß nicht ob sie sich tatsächlich 2 Jahre lang in der Soester Innenstadt herumgetrieben hat. so sah sie eigentlich nicht aus.





Ein Sportfreund mit dem ich gelegentlich in Kontakt stehe hatte auch Tauben auf dem Barcelona-Flug gesetzt. Gestern am späten Nachmittag habe ich ihn gefragt wie der Stand ist. Er hatte sieben Tauben gesetzt und um 18 Uhr bereits 5 Tiere zuhause. Das finde ich eine beeindruckende Leistung auf einer Entfernung von mehr als 900 Kilometern. Den ersten Platz national in Deutschland fliegt übrigens eine Taube in Ahaus nahe der niederländischen Grenze bei mehr als 1200 KM Entfernung. Das ist einfach nur beeindruckend.
Ein anderer Weitstreckenspieler hat mich gestern informiert, dass die Taube, die international den ersten Preis fliegt und sehr früh morgens konstatiert wurde bei 1050 KM nahe der Atlantikküste beheimatet ist und wahrscheinlich nachts geflogen ist, da der Himmel klar und der Mond noch fast voll war. So etwas gäbe es immer mal wieder. Das ist für mich auch faszinierend.
Die Tauben unseres Regionalverbandes wurden eben um 7.30 Uhr auf der Südostrichtung in Wörth an der Donau gestartet, Es wird sicher kein leichter Flug bei Kopfwind. Aber die Sichten sind gut, vom angekündigten Regen ist wenig zu sehen.



Man kann wieder einmal feststellen, dass das Vorziehen, wie es viele Regionalverbände an diesem Wochenende trotz Flügen am Dienstag getan haben, völlig unnötig war und man erneut den berufstätigen Sportfreunden mit Anlauf in den Hintern getreten hat. Das ist der Brieftaubensport in Deutschland heute.
Gestern waren übrigens auch Flüge dabei, die keinen leichten Verlauf nahmen. Beispielsweise im Regionalverband 408 über 500 KM ab Straubing. Dass der Flug schwer werden würde war aufgrund des Windes klar. Aber hier in Deutschland passiert ja noch etwas anderes: da man immer die besten und leichtesten Tage für die Tauben aussucht, sind die Flüge oft einfach und schnell. 400 Km werden dann in viereinhalb oder fünf Stunden geflogen. Dann kommt der erste weite Flug mit Kopfwind. Die Tauben wurden nie daran gewöhnt auch mal sieben oder acht Stunden oder mehr auf dem Flügel zu sein und es fehlen dann abends viele Tiere. Dann heißt es wieder: die Tauben können das nicht mehr! Das ist großer Quatsch! Die Tauben können sehr viel. Das haben sie an diesem Wochenende auf Barcelona etc. gezeigt. Wenn man aber ein Reisesystem und eine Reiseorganisation pflegt, auf der nur noch "Hurra-Flüge" veranstaltet werden und wo nur noch der Spitzenpreis zählt, dann muss man sich nicht wundern, wenn der erste weite Flug bei anspruchsvollen Bedingungen dazu führt., dass viele Tauben zumindest am Abend nicht zuhause sind. Auch diese Probleme sind allesamt hausgemacht und werden durch die ewigen Verschiebereien unter Leitung der Flugsicherungskomission gefördert. So züchten wir uns tatsächlich Tauben, die nicht mehr sonderlich viel leisten können. Das Problem liegt oft nicht an Wind und Wetter, sondern an unserem Umgehen mit dem Reiseprogramm.
 

Samstag, 04.07.2026
Sascha am 04.07.2026 um 06:19 (UTC)
 Es ist jetzt 8.30 Uhr am Morgen und von Barcelona sind 24 Stunden nach dem Auflass jetzt 6 Tauben gemeldet. Eine auf mehr als 1050 KM Entfernung und die anderen auf knapp unter bzw. über 900 KM Entfernung. Ich verstehe wenig von den Weitstreckenflügen, aber dass auf kürzeren Entfernungen kaum Tauben gemeldet sind, aber eine schon um 6.05 Uhr auf 1050 KM gemeldet wurde, finde ich sehr ungewöhnlich.
Die Tauben, die diese Leistungen vollbringen, kann ich nur bewundern. Leider sind aber auch viele Tiere unterweg, die es gar nicht mehr wieder nach hause schaffen. An diesem Punkt stehe ich dem Weitstreckenspiel doch eher ablehnend gegenüber.
Einige niederländische Sportfreunde lassen sowohl auf dem Barcelona-Flug, als auch auf dem gestern ebenfalls gestarteten Weitstreckenflug ab Bressols einige Tauben mit Trackern fliegen und man kann aktuell auf einer Karte nahezu live verfolgen wo die Tauben sich befinden. Das ist sehr interessant zu beobachten.
Hier bei uns in Deutschland sind fast alle für heute angesetzten Flüge auch bereits aufgelassen. Das Wetter ist gut. Der Wind ist viel weniger stark in weiten Teilen der Strecke als noch gestern vorhergesagt und wird wohl erst am nachmittag aufleben, wenn die meisten Tauben zuhause sein sollten oder zumindest heimatnah sind.
Zu meinem gestrigen Beitrag hat mich ein Sportfreund aus dem Münsterland angerufen und mir entrüstet berichtet, dass man dort am Donnerstag Nachmittag darüber informiert wurde, dass der Flug auf Samstag vorgezogen wird mit Einsetzen am Freitag nachmittag. Er ist berufstätig und hatte nun erhebliche Schwierigkeiten seine Tauben um Flug fertig zu machen und einzusetzen. Ebenso ging es wohl weiteren Züchtern in seinem Regionalverband. Er berichtete von berufstätigen Züchtern, die komplett frustriert sind über die Vorgänge im deutschen Brieftaubensport und die ständigen Verschiebungen und kurzfristigen Verlegungen. Das führt so weit, dass ein sehr gut reisender, berufstätiger Züchter dieses Jahr schon keine Jungtauben mehr gezüchtet hat, weil er einfach das Hobby so nicht mehr betreiben will.
Letztlich ist es so: der Fisch stinkt immer vom Kopf. Im Verband, in den Regionalverbänden, in den Komissionen usw. Ich denke, wenn die aktuell noch berufstätigen Sportfreunde in unserem Verband sich einmal organisieren würden, dann könnte man vielleicht in dieser Hinsicht noch eine Änderung herbeiführen. Leider gibt es aber auch in dieser Gruppe nicht wenige Züchter, die so krankhaft ehrgeizig sind, dass sie auch nachts um 2 Uhr Tauben einkorben würden, wenn sie nur einige Preise fliegen, nachdem man sie zuvor um 21 Uhr informiert hat, dass das Einsatzgeschäft dieses Mal nachts stattfindet.
Das habe ich nun selbstverständlich übertrieben formuliert, aber am Ende ist es so: es gibt inzwischen in Deutschland einige, wenige Schläge, die große Summen Geld mit dem Taubensport umsetzen und verdienen. Und manch ein Sportfreund träumt ebenfalls davon und nimmt dafür dann sehr viele Umstände auf sich. Die Kommerzialisierung unseres Hobby hat uns leider zu einem großen Teil in die aktuelle Situation getrieben.
Dabei wird aber eines oft vergessen: in aller Regel sind es nicht die Tauben, die so viel besser sind wie die Ergebnisse einiger herausragender Schläge es vermuten lassen. Es ist das was mit den Tauben gemacht wird. Hinsichtlich Versorgung, hinsichtlich Training, hinsichtlich Motivation usw. Genauer gesagt: geht man als normal reisender Züchter hin und kauft sich beim mehrfachen deutschen Meister oder Regionalverbandsmeister (ganz unabhängig von den Kosten) eine Runde Jungtauben, dann ist unser deutsches System so, dass diese neu gekauften Tiere am Ende beim Käufer fast keinen Leistungsschub nach vorne bringen und nach zwei, drei, vier Jahren steht der Züchter dann genau da wo er vorher war.
Unser deutsches Reisesystem setzt leider sehr falsche Anreize und fördert am Ende nicht die gute Taube, sondern eher das gute System und leider auch große Bestände. Aber diese Diskussion wird ungerne geführt und wenn, dann auch oft mit einer relativ großen Unredlichkeit.
 

Freitag, 03.07.3036
Sascha am 03.07.2026 um 05:48 (UTC)
 Der Brieftaubensport in Deutschland wird immer seltsamer. Nachdem aufgrund der Hitzeperiode viele Organisationen die durch den Verband geschaffene Möglichkeit genutzt haben am vergangenen Dienstag einen Preisflug zu machen und dann zu planen sonntags erneut zu fliegen, wurde dieses Ansinnen dann gestern nachmittag oftmals über den Haufen geworfen und der Flug für den Samstag terminiert, weil angeblich das Wetter am Sonntag zu schlecht sei.
Schaute man sich dann die Prognosen für den Sonntag an, so konnte man schnell feststellen, dass der einzige Unterschied zum Samstag ist, dass am Sonntag die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass die Tauben hier und da mal durch einen Schauer Regen fliegen müssten.
Warum man da gleich wieder vorziehen muss erschließt sich mir nicht wirklich, zumal z.b. auf unserer Südostrichtung an beiden Tagen recht böiger Kopfwind aus Nordwest vorhergesagt ist und da den Tauben ein Tag mehr des Auffütterns eher gut tut als unbedingt Regen zu vermeiden. Vielleicht hat man es vergessen, aber wir haben alle Brieftauben, die durchaus auch durch Regen fliegen können ohne dass ihnen das etwas ausmacht.
Es wird nun also in vielen Reisevereinigungen und Regionalverbänden so laufen: montags wurde eingesetzt für dienstags, mittwochs und donnerstags waren die Tauben zuhause und freitags wird dann eingesetzt für samstags. Dass man die Tauben auch in der kurzen Zeit ordentlich wieder vorbereiten kann - besonders übrigens mal wieder Reiseweibchen - möchte ich ja zugestehen. Aber wer in diesem Durcheinander noch berufstätig ist und arbeiten muss, der wird im deutschen Brieftaubensport nicht mehr wahrgenommen. Es interessiert die Entscheider nicht mehr. Nicht unsere Verbandsspitze, nicht die Flugsicherungskomission und auch nicht so manchen Flugleiter. Jeder muss sehen wie er klar kommt. Ein solch rücksichtsloses Vorgehen gegenüber den arbeitenden Sportfreunden gibt es in keinem anderen Hobby in unserem Land.
Warum macht man jetzt so einen Stress? Ich wiederhole mich da: weil man jetzt wieder krampfhaft versuchen wird noch die Bedingungen für diverse Meisterschaften in den letzten Wochen zu erfüllen. Das ist der einzige Grund. Die weiter sinkenden Züchter- und Taubenzahlen dokumentieren aber eindeutig, dass man damit nur weiter zum Niedergang unseres Hobbys beiträgt.
Hier bei uns ist es so, dass unsere Reisevögel, die nun schon weit mehreren Wochen nicht mehr an der Reise teilgenommen haben, weiter getrennt sind. Ich gebe ihnen so gut es die Zeit zulässt ein Mal am Tag Freiflug. Und erst jetzt merke ich so seit etwa einer Woche, dass sich ihr Benehmen ändert. Sie wollen freiwillig und gerne aus dem Schlag, sie fliegen freiwillig und gerne und sie trainieren dann auch ausgiebig. Es hat für mich eindeutig damit zu tun, dass sie nun seit längerer Zeit keinen Greifvogelangriff ertragen mussten. Es ist jetzt ein völlig anderes Verhalten wie noch vor einigen Wochen. So kenne ich es eigentlich während der Reisesaison. Aber in diesem Jahr war es aufgrund der massiven Angriffe bis weit in den Mai hinein einfach alles anders. Wenn die Jungtaubenvorflüge losgehen werde ich vielleicht die Vögel ein paar mal mit in den Kabi setzen und sie mit nach hause fliegen lassen. Ich möchte einfach mal sehen wie sie sich dann so verhalten. Ich werde aber vorher noch anfragen ob das auch möglich ist bei uns hier in der RV.
Was weiterhin überhaupt nicht passiert hier - sowohl bei den Alt- als auch bei den Jungtauben - ist, dass die Tiere ein Mal wegziehen und sich weiter vom Schlag entfernen. Sie tun es einfach nicht. Sie bleiben immer ganz in der Nähe des Schlages und vermitteln mir immer den Eindruck, dass sie sicher sein wollen jederzeit wieder in den Schlag hinein zu können. Woran das liegen mag kann ich wirklich nicht sagen. Für unsere Jungtiere ist das einfach alles nicht ideal. Aber ich weiß nicht was ich ändern könnte. Ich müsste sie vielleicht einkorben und vorsichtig immer ein Stück weiter trainieren. Aber dazu fehlt mir die Zeit und die Lust. Es ist einfach extrem viel Arbeit die Jungtauben einzukorben und jedes Mal vom Dachboden aus herunter zu tragen um sie dann auf einen, drei, fünf oder zehn Kilometer Entfernung zu fahren. Hätten wir Gartenschläge dann würde ich an der Stelle vielleicht etwas anders vorgehen.
In diesen Minuten wird gerade der "Königsflug" von Barcelona gestartet. In diesem Jahr haben die Tauben nahezu optimale Wetterverhältnisse. Sonne und Wolken auf der ganzen Strecke, sehr angenehme Temperaturen und nicht zu starke Winde von vorne. Auch aus Deutschland sind mehr als 1.300 Tauben in Barcelona am Start. Ich hoffe dass der Flug einen guten Verlauf nimmt!


 

Donnerstag, 02.07.2026
Sascha am 02.07.2026 um 06:01 (UTC)
 In unserer Lokalzeitung hier m Ort erschien gestern ein ausführlicher und recht gut gemachter Artikel über die Familie Ogryzek. Alle Familienmitglieder sind seit einigen Jahren begeisterte Brieftaubenzüchter in unserer Reisevereinigung. Den Artikel kann man hier nachlesen:

Ein Hobby für die ganze Familie: Warsteiner haben eine besondere Leidenschaft

Leider hat die Familie Ogryzek seit dem Bau ihres Taubenschlages erhebliche Probleme mit einer Anwohnerin in der Nähe ihres Schlages. Diese hat schon vor einiger Zeit erwirkt, dass niemals mehr als 30 Tauben im Freiflug sein dürfen. Dann liegt sie mit einer Kamera hinter ihrem Fenster, fotografiert den Schwarm und wenn dort 32 Tauben fliegen, weil möglicherweise Tiere von anderen Sportfreunden hinzu geflogen sind, reicht sie Beschwerde ein.
Nun ist ein neues Schriftstück nach etwa zwei Jahren Pause, in denen alles soweit geregelt schien, eingegangen. Es ist nicht so, dass sie sich nur auf die Brieftauben eingeschossen hat. Auch andere Nachbarn werden regelmäßig mit Klagen und Beschwerden belegt. Aber das was die Dame nun verfasst hat mit Bezug zu den Tauben, möchte ich hier einmal zitieren. Sie fordert:

1. Begrenzung des Taubenbestandes
Reduzierung des auf dem Grundstück gehaltenen Taubenbestandes auf höchstens 30 Tiere.

2. Begrenzung des gleichzeitigen Freiflugs
Zulassung von höchstens 10 gleichzeitig frei fliegenden Tieren, darunter maximal 5 Jungtauben

3. Zeitliche Begrenzung des Freiflugs
Beschränkung des täglichen Freiflugs auf maximal 60 Minuten an Werktagen

4. Festlegung von Flugzeiten
Kein Taubenfreiflug
a.) an Samstagen, Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen
b.) an Werktagen zwischen 16 und 8 Uhr

5. Vermeidung wahrnehmbarer Überflüge
Organisation des Freiflugs in einer Weise, dass optisch und akustisch wahrnehmbare Überflüge über das Grundstück der Antragsstellerin, insbesondere durch niedrig durchgeführte Flugbewegungen (insbesondere Sturz, Tiefflüge und Kreisflüge) über Garten, Dach und Terrassenbereich, sowie der unmittelbar angrenzenden Nachbarschaftsgrundstücke unterbleiben.

6. Einhaltung der genehmigten Flugrichtung
Einhaltung der genehmigten östlichen Start- und Flugrichtung, verbunden mit einem einmaligen Start und einer einmaligen Landung pro Flugeinheit

7. Vermeidung akustischer Einwirkungen nach Flug Ende
Sicherstellung , dass nach Ablauf der zulässigen Flugzeit keine Tauben mehr außerhalb des Taubenschlags verbleiben un akustische Hilfsmittel nur so eingesetzt werden, dass außerhalb des Grundstücks des Antragsgegners keine wahrnehmbaren Geräusche entstehen.

Ziel der Schlichtung:
Die beantragten Regelungen stellen keine vollständige Untersagung dar, sondern zielen auf Begrenzung auf ein nachbarlich zumutbares Maß ab. Dadurch soll unter Wahrung des Berechtigten Interesses beider Seiten eine langfristige tragbare Lösung gefunden werden, die weitere Konflikte vermeidet.

Das ist hier keine Satire, sondern diese Dame, die nicht einmal direkt nebenan lebt, sondern in einer Straße etwas entfernt, meint das alles sehr ernst. Nun kann man sich als vernunftbegabter Mensch sicherlich Gedanken über den Geisteszustand dieser Frau machen und auch darüber, dass sich leider deutsche Gerichte mit einem solchen Unsinn auseinandersetzen müssen, aber insgesamt ist das doch alles einfach nur noch traurig.
Sollte der ein oder andere Leser Tipps, Hinweise und Erfahrungen in dieser Hinsicht haben, kann er sich gerne bei mir melden. Leider waren die Anfragen in Richtung unseres deutschen Verbandes mit Bitten um Unterstützung bisher sehr wenig zielführend.
 

Mittwoch, 01.07.2026
Sascha am 01.07.2026 um 06:10 (UTC)
 Von den drei Jungtauben, die vorgestern Abend nach dem Freiflug fehlten, sind gestern im Lauf des Vormittags noch zwei Jungtiere wieder heimgekehrt. Sie waren wohlauf und unverletzt und hatten nur enormen Durst. Es wäre schon interessant zu wissen wo diese Tiere gewesen sind. Aber ich bin froh, dass sie wieder zuhause sind.
Die Preisflüge gestern nach der Hitzepause sind wohl insgesamt sehr gut und glatt verlaufen. Das ist für alle Teilnehmer sehr positiv. Man muss aber sagen, dass die Teilnehmerzahlen in vielen Reisevereinigungen doch erheblich gesunken sind inzwischen.
Interessant ist es auch sich einmal Preislisten und Preisverteilungen in den Regionalverbänden anzuschauen. Da sieht man teilweise solch erhebliche Differenzen, dass man sich schon fragen muss ob ein Regionalverband in einer solchen Konstellation überhaupt Sinn macht.
Der Regionalverband 409 startete um 6.45 Uhr etwas über 3.000 Tauben in Rüdenhausen. Das Wetter war prima, die Bedingungen für alle Tauben gleich und es war kaum Wind in der Strecke. In der später aufgelegten Regionalpreisliste erringt die RV Lüdinghausen 91 der ersten 100 Preise. Wie gesagt: es war kein Wind und nichts was die Tauben hätten beeinflussen können zu so einem extremen Ergebnis. Es ist nicht davon auszugehen, dass die Tiere der anderen Sportfreunde in den weiteren RVen nun so viel schlechter sind. Ich denke, dass die Tauben aber aus topographischen oder sonstigen Gründen einfach so fliegen, dass solche Ergebnisse in schöner Regelmäßigkeit in den Preislisten zu sehen sind.
15 Minuten vor dem Regionalverband 409 lies am gleichen Auflassort der Regionalverband 402 seine etwa 3.000 Tauben starten. Die Bedingungen waren exakt die gleichen wie eine Viertelstunde später. Vergleicht man dann die Flugzeiten der RV Lüdinghausen zu der Gruppe des Regionalverbandes 402, die benachbart liegt, dann sähe das Ergebnis völlig anders aus. Dort würde die RV Lüdinghausen mit dem 10. Konkurs in der Preisliste beginnen. Wenn in der Gruppe des Regionalverbandes 402 100 Tauben in der Preisliste stehen, dann sind in Lüdinghausen 30 Tauben gefallen und die 90. Taube in Lüdighausen steht in der Gruppenliste der benachbarten RVen um Platz 250 herum.
Das ist selbstverständlich nicht alles vollständig vergleichbar, weil die Tauben nun einmal 15 Minuten zeitversetzt gestartet wurden. Aber es verdeutlicht meines Erachtens nach, gerade weil die Bedingungen gestern für alle Tauben so gleich waren, wie unsinnig viele Regionalpreislisten einfach sind.
Es wird viel über die Lage gesprochen, über Wind und Wetter. Aber wenn man Tauben einmal vermehrt mit GPS-Ringen fliegen lassen würde, dann käme man sehr schnell zu dem Ergebnis, dass es in vielen Regionen oft auch die Topographie ist, welche die Flugrouten der Tauben und damit die Preislisten sehr stark beeinflusst.
Gerade auf unserer Südostroute machen die Mittelgebirge, über die die Tauben fliegen müssen, da einfach sehr viel aus. Um sehr gute Ergebnisse zu erzielen muss man selbstverständlich trotzdem immer gute Tauben haben, die sich in Form befinden. Aber wenn man einmal diverse Regionalverbände über eine Saison verfolgt, dann gibt es nicht wenige Sportfreunde, die schon aufgrund ihrer Lage zum Saisonbeginn in ihren Regionalverbänden oder den Regionalverbandsgruppen nahezu chancenlos sind mit Blick auf die sogenannten höherwertigen Meisterschaften.
Auch diese Faktoren machen das Ausfliegen der deutschen Meisterschaften und As-Tauben auf die großen Preislisten zu einer oft sehr unfairen Angelegenheit. Mit weiter sinkenden Züchter- und Taubenzahlen im Lauf der Saison werden diese unfairen Ergebnisse speziell auf kürzeren Flügen oft immer extremer, weil es nicht wenige Sportfreunde gibt, die aufgrund ihrer Lage praktisch kein Chance auf mehrere frühe Tauben und entsprechend As-Punkte in der Regionalverbandspreisliste haben.
Ich selbst beobachte in dieser Hinsicht v.a. immer unsere Südostrichtung. Auf anderen Reiserichtungen mag es hier und da ähnlich sein - das kann ich nicht beurteilen. Wer sich auf der Südostroute aber einmal die Preislisten des Regionalverbandes 413 ansieht, der kann dort sehr ähnliche Muster wie die oben beschriebenen feststellen. Da macht die RV Düsseldorf, in der nur noch 8 Züchter mit 173 Tauben an den Start gingen, in der Regionalverbandspreisliste gegen mehr als 2.200 Tauben bis zur 100. Preistaube in dieser Liste 47 Preise. Das heißt: wenn in der RV Düsseldorf der Konkurs beendet ist, sind im Regionalverband inklusive der Tauben dieser RV gerade einmal 100 Tiere zuhause. Und diese Resultate sind nicht die Ausnahme, sondern eher die Regel.
Nun sind dort sicherlich sehr gute Sportfreunde am Werk mit sehr guten Tauben. Aber so gut sind diese nun auch wieder nicht, dass sie Woche für Woche alles so extrem dominieren könnten. Das hat, nach dem was ich auch von sportfreunden aus dieser Region so weiß, sehr stark mit der Topographie und dem Flugverhalten der Tauben zu tun. Letzteres kann man nicht ändern. Aber es ist für mich einfach ein weiteres, sehr starkes Indiz dafür, dass viele Regionalverbandspreislisten einfach wenig Wert haben und zur Auswertung der höchsten Meisterschaften praktisch nicht geeignet sind.
 

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