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Samstag, 21.02.2026
Sascha am 21.02.2026 um 17:39 (UTC)
 In der letzten Sendung "Frag Röhnfried" von vorgestern, die ich mir im Nachgang einmal angesehen habe, stellte ein Sportfreund die Frage nach der Versorgung der Reisetauben mit reinem Standfutter. Ob das möglich sei, ob man damit erfolgreich sein könne usw. Bei der Beantwortung der Frage durch Sportfreund Frederik Wolf von der Firma Röhnfried fiel dann auch mein Name, weil er sich daran erinnerte, dass ich darüber hier geschrieben hatte.
In unserem letzten Reisejahr wurden von 13 angesetzten Flügen 10 verschoben, was am Ende dazu führte, dass ich die Reise vorzeitig eingestellt habe, obwohl wie hier und da noch sehr gute Platzierungen aufzuweisen hatten. Aber mit Beruf in Wechselschicht und Familie ist irgendwann eine Grenze erreicht, wo es einfach nicht mehr geht, wenn am Laufenden Band die Flüge (teils kurzfristig) verlegt werden.
Die Flüge, an denen wir teilgenommen haben, führten wir, so wie die Saisonvorbereitung auch, vollständig mit Standfutter durch. Im vorfeld hatte ich mich auch bei Sportfreuden erkundigt, welche mit echtem Standfutter rund um die Uhr sehr gute Ergebnisse erzielt hatten und weiter erzielen.
Ich hatte mir ein Futter zusammengestellt, was aus 6 verschiedenen Mischungen verschiedener Hersteller bestand und nicht so sehr fettreich war und auch nicht zu viel Rohfaser enthielt. Dieses Futter hatten die Tauben jeden Tag als Standfutter zur Verfügung.
Es sind einige Dinge anders gewesen als erwartet. Die Tauben waren beispielsweise nie zu schwer. Sie überfraßen sich nicht oder fraßen zu viel von bestimmten Körnersorten. Sie haben auch immer gut gefressen und nicht Ende der Woche weniger gefressen. Die Vögel waren rund und trainierten auch gut. Das war alles prima und funktionierte zu meiner Überraschung besser als gedacht. Es wurde auch nicht besonders viel Futter herumgeworfen.
Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Vögel nicht in absolute Hochform kamen. (Das kann auch ein leichtes gesundheitliches Problem gewesen sein). Aber es fehlten irgendwie die letzten fünf Prozent Form.
Vielleicht auch weil die Vögel nur 1x am Tag Freiflug haben konnten im Gegensatz zu all den Jahren vorher.
Aber ich konnte die Tauben einfach nicht so "Steuern" zum Flug hin, wie wir es gewohnt waren. Es war am Ende die gleiche "Problematik" wie bei einer Versorgung mit nur einer Futtermischung während der ganzen Woche, die wir einige Jahre zuvor einmal festgestellt hatten. Davon sind wir irgendwann auch wieder abgegangen, weil einige Vögel manchmal schon donnerstags in Höchstform waren und andere freitags und manchmal kamen sie auch vom Flug wieder und man dann dachte, wenn man sie in die Hand nahm und ihr Benehmen sah: "Jetzt sind sie so, wie sie beim Einsetzen sein müssten."
Ich denke schon, dass man mit echtem Standfutter durchaus erfolgreich reisen kann. Meiner Meinung nach wäre es aber besser wenn die Tauben dann zwei Mal pro Tag Freiflug bekommen könnten, was hier leider nicht möglich ist. Ich spreche hier auch nur von meinen Erfahrungen mit Witwervögeln. Bei Reiseweibchen kann ich das gar nicht beurteilen.
Dieses Jahr gehe ich wieder auf unser gewohntes 3-Phasen-System (Matador) zurück und habe mir zu einer relativ regelmäßigen Versorgung etwas überlegt. Dazu werde ich aber später noch einmal schreiben. Ich fühle mich bei der Versorgung der Tauben damit einfach wohler. Aber das ist insgesamt vermutlich auch bei jedem Sportfreund anders. Die Standfuttermethode müsste man, so denke ich, mehrere Jahre konsequent durchführen und beobachten und anpassen - dann kann man mit ihr ganz bestimmt genauso erfolgreich sein wie mit anderen Versorgungsmethoden.

So sah unser fertig gemisches Standfutter in 2025 aus:

 

Donnerstag, 19.02.2026
Sascha am 19.02.2026 um 18:17 (UTC)
 Heute habe ich hier dann auch das Sperberweibchen gesehen, welches mit einem geschlagenen Singvogel in den Krallen hier über die Häuser davon huschte. Wir haben hier also zumindest ein Sperberpäärchen direkt in der Nähe und das wird uns sicherlich bei den ersten Freiflügen der Alttauben und wahrscheinlich auch später bei den Jungtieren, die ihre ersten Ausflüge auf das Dach machen, Probleme bereiten.
Zu diesem Thema und dem was ich gestern geschrieben hatte, hat mir heute ein Sportfreund aus dem Rheinland eine Mail geschrieben aus der ich etwas zitieren möchte:
"Die Saison soll immer früher beginnen - jetzt ist bereits am 18.04. der erste Preisflug vorgesehen - es schneit hier ganz aktuell und letzte Woche ist mir eine Taube entflogen. Es dauerte keine 5 Minuten da war der Greifvogel da - ich weiß also was meinen Tauben blüht. Und in der Nachbar RV werden ab 14.03. (in 3 Wochen) die Vorflüge starten. Es wird alles immer verrückter. (...) Ich bin mit unter 50 noch jung als Taubenzüchter und arbeite Vollzeit - vielleicht fliegen demnächst nur ein paar Tauben um das Haus."
Auch diesen Sportfreund kann ich gut verstehen. Der Brieftaubensport in Deutschland wird in vielen Regionen leider nur noch dirigiert von Sportfreunden, die ihn kommerziell betreiben wollen und da wird auf Weniges Rücksicht genommen.
Ein anderer Sportfreund berichtete mir vorhin am Telefon, dass er aktuell in einem Geflügelpest-Sperrbezirk wohnt. Er dürfte derzeit, wenn er wollte, seine Tauben nicht einmal in den Freiflug lassen. Ein Vertreter des Veterinäramtes ist persönlich bei ihm vorstellig geworden. Bis mindestens zum 11. März müssen dort die Tauben im Schlag verbleiben. Nun geht in seiner Region die Reise gottseidank nicht so früh los, aber man stelle sich vor er (und vielleicht weitere Züchter) in einer RV oder einem Regionalverband wären von so einer Sperre betroffen die bis kurz vor die Reisesaison geht. Ob wohl seine RV oder sein Regionalverband auf ihn Rücksicht nehmen würde hinsichtlich Reiseprogramm etc? Ich fürchte in so mancher Organisation in Deutschland wäre das nicht der Fall. Da würde einfach weiter gemacht nach dem Motto: "Pech gehabt."
In zwei, drei Tagen soll es nun endlich deutlich wärmer werden. Ich hoffe die Meteorologen haben recht und es bleibt auch wärmer dann. Es macht mir einfach keine Freude mich bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt lange bei den Tauben aufzuhalten und mich mit ihnen zu beschäftigen. Ich kratze dann mal durch den Schlag, füttere, schaue danach ob alles ok ist, aber dann verschwinde ich auch relativ schnell wieder, weil ich keine Lust habe irgendwann durchgefroren zu sein. Es wäre also schön, wenn die "Wetterfrösche" recht behalten und in absehbarer Zeit zumindest leichte frühlingshafte Temperaturen Einzug halten würden.
 

Mittwoch, 18.02.2026
Sascha am 18.02.2026 um 16:42 (UTC)
 Heute in einer Woche werde ich, wenn nicht noch etwas Unerwartetes dazwischen kommt, die Reisevögel mit ihren Täubinnen verpaaren. Es wird jetzt langsam Zeit, denn die zukünftigen Witwervögel zeigen doch an ihrem Verhalten, dass sie Paarungsbereit sind. Ihre Witwerweibchen werde ich nun noch ein wenig mit Mineralien und Vitaminen etc. vorbereiten. Zusätzliches Licht gibt es allerdings nicht, denn die Tauben kommen um diese Zeit schon sehr gut von selbst in Paarungsstimmung.
Später entscheide ich dann noch ob ich die Reisevögel nach relativ kurzer Zeit auf dem Nest wieder trenne und vielleicht später nochmal verpaare oder ob ich sie einfach überbrüten lasse und dann nicht mehr anpaare. Das hängt davon ab wie es hier mit der Paarung klappt und v.a. wie dann die ersten Freiflüge verlaufen, d.h. wie hoch der Druck und die Gefahr durch die Greifvögel ist. Heute Nachmittag flog hier in hohem Tempo wieder ein Sperberterzel durch den Garten. Der ist für die Tauben zwar nicht gefährlich, aber wo ein Männchen ist, ist meistens auch ein Weibchen und das wäre dann für die ersten Freiflüge am Haus schon deutlich unangenehmer.
Letztlich ist es nicht entscheidend ob die späteren Reisevögel Jungtiere ziehen würden oder ein Mal gepaart werden oder zwei Mal. Das macht für die Leistung am Ende praktisch keinen Unterschied. Die Tauben müssen gesund sein und gut anfangen zu trainieren und dann muss vielleicht auch das Wetter mitspielen, sodass sie nach und nach ihre Form langsam aufbauen können. Das Zeitfenster für die Herstellung einer Verfassung in der die Tauben gut ihre Flüge bestreiten können ist hier leider in jedem Jahr sehr kurz und ich halte es auch für zu kurz. Aber im deutschen Brieftaubensport ist Geduld inzwischen weitgehend ein Fremdwort.
Auf einer niederländischen Homepage eines Sportfreundes, der etwa ein Mal in der Woche einen kleinen Blog schreibt, las ich heute folgendes:
"Auch der Taubensport nervt mich zunehmend. Er hat sich von einem schönen Hobby zu einer Art Geschäftsmodell entwickelt, bei dem es immer mehr ums Geldverdienen geht. Plötzlich scheint jeder Spitzentauben zu haben, die fantastische Jungtiere hervorbringen oder Super-Eier legen; es macht mich krank, das alles zu lesen. Warum können wir unser wunderbares Hobby nicht einfach gesellig und unterhaltsam gestalten? Was ist denn daran falsch? Ist der Taubensport zu teuer? Dann hält man weniger Tauben. Hoffnungslos? Dann genießt doch einfach die Tauben, ihre Ausdauer und ihre Ankunft."
Ich bin aktuell was die Reisesaison betrift wieder etwas mehr motiviert als in den letzten beiden Jahren, aber ich kann das was der Züchter hier schreibt komplett unterschreiben und mir geht es oftmals ganz genauso. Mir geht diese ganze Kommerzialisierung unseres schönen Hobbys nur noch auf die Nerven. Die vielen Taubenverkäufe, die Internet-Auktionen, die Gutscheinverkäufe und dann auch ein Stück weit die ganze Verlogenheit, die in der Werbung rund um die Taubenverkäufe steckt. Die Scheinbieter bei Auktionen im Saal oder im Internet, die angeblichen Telefon-Bieter, die plötzlich auftauchen, das ganze Drumherum. Leider kann man sich dem nur sehr schwer entziehen. Das Wichtigste kommt dabei oft zu kurz. Der Spaß an der Taube. Die Beschäftigung mit der Taube und v.a. die Wertschätzung für die Taube und das was unsere Tiere leisten können.
 

Dienstag, 17.02.2026
Sascha am 17.02.2026 um 17:46 (UTC)
 Ein Sportfreund hat mir gemailt und mich nach meiner Meinung zu einem Produkt befragt, welches eigentlich als Nahrungsergänzungspräparat für uns Menschen gedacht ist. Er überlegt dieses bei seinen Tauben einzusetzen und fragte, was ich davon halte. In diesem Produkt sind Mineralien und Spurenelemente enthalten, außerdem viele Vitamine und dazu Kräuterauszüge, Fruchtsäfte usw.)
Grundsätzlich ist es sicherlich ein sehr gutes Präparat und da es für uns Menschen hergestellt ist, kann man wohl auch davon ausgehen, dass es gewisse Qualitätsstandarts erfüllt. Der Sportfreund schrieb mir außerdem, dass er gerne auf synthetische Viamine zur Versorgung seiner Tauben verzichten wollte. Da allerdings entsteht dann schon das erste kleine Problem. Denn auch die Vitamine, die diesem Mittel zugesetzt sind, sind synthetisch hergestellt. Es macht also keinen Unterschied zu einem Beiprodukt, welches extra für unsere Tauben hergestellt ist.
Darüber hinaus muss man bei solchen Mitteln, die für uns Menschen produziert werden, auch immer besonders darauf achten, wie sie in Bezug auf ihre Wirkstoffe dosiert werden. In diesem Fall wird empfohlen, dass wir Menschen von dem Mittel ein Mal täglich 10 ML einnehmen sollen. Gehen wir mal von einem Mann mit 80 KG aus und rechnen es 1:1 um, dann könnten wir mit 10 ML von dem Produkt etwa 160 Tauben am Tag versorgen. Benötigt man das Mittel für weniger Tauben, dann muss man es mindestens entsprechend herunter rechnen in der Versorgung. Also beispielsweise auf 2,5 ML für 40 Tauben.
Grundsätzlich finde ich es nicht falsch Nahrungsergänzungsmittel, die für uns Menschen hergestellt sind, auch für unsere Tauben zu nutzen. Einfach weil die Qualität der Produkte in der Regel sehr gut ist und sie dann auch teilweise günstiger sind. Aber man muss sich dann schon mit dem Beipackzettel befassen und schauen, wie man die Dosierung eines Mittels für unsere Tauben anpasst.
Bzgl der Frage hinischtlich der synthetischen Vitamine kann ich den Gedankengang des -Sportfreundes wohl nachvollziehen. Synthetisch erzeugte Vitamine und Mineralstoffe unterscheiden sich in ihrer chemischen Struktur zwar nicht von den in Lebensmitteln natürlich vorkommenden Nährstoffen und er Körper kann daher zunächst nicht zwischen synthetisch hergestellten und in Lebensmitteln vorkommenden Mikronährstoffen unterscheiden. Allerdings kann die Aufnahmefähigkeit (Bioverfügbarkeit) in der Tat unterschiedlich sein. Synthetisch hergestellt sind die Mikronährstoffe meist wesentlich besser verfügbar, da sie isoliert vorliegen. Entscheidend ist jedoch, dass die Mikronährstoffe so gut wie nie isoliert vorkommen. Erst das Zusammenspiel der natürlich vorkommenden Vitamine, Mineralstoffe und der zahlreichen Begleitstoffe, wie zum Beispiel der sekundären Pflanzenstoffe, macht die eigentliche gesundheitsfördernde Wirkung aus. Insofern bleibt für uns Züchter bei der Ernährung unserer Brieftauben immer abzuwägen was sie benötigen und wie wir es den Tauben geben.
Das ist übrigens einer der Gründe warum wir selbst regelmäßig unseren Gemüsemix einsetzen. Wir hoffen damit den Tauben sowohl Vitamine und Mineralstoffe in natürlicher Form zur Verfügung zu stellen und gleichzeitig die benötigten Mineralien, Spurenelemte und sekundären Pflanzenstoffe zu füttern.
Am Ende können wir immer nur die Tauben beobachten und Rückschlüsse ziehen. Am Besten funktioniert das, wenn man ein Abteil Tauben auf die eine Art versorgt und ein anderes Abteil anders - z.b. ohne irgendein Produkt. Vor Jahren habe ich das beispielsweise mal mit der viel gelobten Buttermilch in der Mauserzeit getan. Ein Schlag bei den Jungtauben wurde sehr regelmäßig mit Buttermilch versorgt, der andere Schlag nicht. Das Ergebnis war: die Tauben mauserten nicht unterschiedlich schnell, sie mauserten nicht besser oder schlechter und sie hatten nicht mehr oder weniger Mauserschäden oder Krankheiten oder irgendetwas. Im Ergebnis habe ich danach für mich beschlossen bei unseren Tauben keine Buttermilch mehr zu nutzen. Aber auch das kann jeder Sportfreund so handhaben, wie er es möchte. Man sollte es einfach probieren und gut beobachten und sich v.a. dabei nichts vormachen. Aus meiner Erfahrung ändert ich bei Gabe oder Nichtgabe bei den allermeisten Produkten einfach gar nichts für unsere Tauben.
 

Montag, 16.02.2026
Sascha am 16.02.2026 um 07:43 (UTC)
 In der vergangenen Nacht und heute am frühen Morgen ist hier wieder eine ordentliche Menge Schnee herunter gekommen. Er wird vermutlich nicht lange liegen bleiben, aber der Winter zieht sich in diesem Jahr doch recht lange. Für diese Jahreszeit ist das Wetter normal, aber in den letzten Jahren war es doch häufig anders. Ich denke, dass der anhaltende Winter, v.a. auch in anderen Regionen Deutschlands wohl dazu führen wird, das viele Greifvögel in diesem Frühjahr erst etwas später auf das Nest gehen und für uns würde das wieder bedeuten, dass wir relativ lange und vermutlich auch intensiv Probleme mit Sperber und v.a. Habicht haben werden, wenn die Tauben wieder in den Freiflug gehen.
Auffällig ist hier in der Gegend in diesem Jahr, dass der Wind nun schon Wochen und Monate aus südlichen Richtungen weht. Mal mehr südöstlich, mal südwestlich und oft direkt aus Süd. So etwas kennen wir eigentlich nicht. Entweder kam der Wind aus eher westlicher Richtung im Winter oder östlich, aber nicht so sehr und so lange aus dieser Richtung. Ich finde es interessant zu beobachten wie sich das im Frühjahr entwickelt. Denn es hat schon Einfluss auf das Wetter.
In unserem Zuchtschlag fallen nun die Eier. Ich hoffe, dass die Weibchen relativ gleichmäßig legen. Dann ist es später beim Absetzen der Jungtiere angenehmer wenn man die jungen Tauben in relativ kurzer Zeit nacheinander in den Jungtierschlag setzen kann. Entscheidend wird sein wie schnell und regelmäßig die jährigen Täubinnen legen, die ich neu in den Zuchtbestand übernommen habe. Sobald die Eier dann gelegt sind werde ich für etwa zwei Wochen das Futter wieder etwas leichter und dünner machen. Dazu werde ich unter das Zuchtfutter wieder einen ordentlichen Anteil unserer Wintermischung mischen,
 

Sonntag, 15.02.2026
Sascha am 15.02.2026 um 06:24 (UTC)
 In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "De Duif" findet sich ein ausführlicher Rückblick auf die Brieftauben-Olympiade in Dortmund am vergangenen Wochenende. Es ist immer gut, wenn unsere Verantwortlichen auch einmal den Spiegel vorgehalten bekommen und darüber berichtet wird, was gut und was weniger gut oder schlecht angekommen ist.
Ich hatte hier schon geschrieben, dass ich krankheitsbedingt nicht vor Ort sein konnte und mir daher kein Urteil erlauben mag. Aber wenn ein Standbetreiber, wie die Herausgeber der Fachzeitschrift "De Duif", der stets auf allen Olympiaden zu Gast war, einen ausführlichen Beitrag zu solch einer Veranstaltung schreibt, dann kann man schon sagen, dass dieser Artikel sicherlich Hand und Fuß hat.
Leider kommt unser Verband als Ausrichter und kommen v.a. die Vertreter unseres Verbandes, d.h. unser Verbandspräsidium an verschiedenen Stellen in der Beurteilung gar nicht gut weg.
So hinterließ der Umstand, dass die Verantwortlichen kaum Kontakt zu den Ausstellern suchten, keinen guten Eindruck. In "De Duif" schreibt man dazu: "Übrigens war der Deutsche Taubenverband während der gesamten Messe auffällig abwesend. Es gab beispielsweise keine Ansprechpartner unter den Mitarbeitern. Das Ganze wirkte sehr undeutsch."
Der Freitag und auch der Sonntag waren von den Besucherzahlen und finanziell für die Aussteller wohl ein ziemlicher Reinfall. Zum Freitag und den Öffnungszeiten liest man in "De Duif":
"Der erste Tag war wirtschaftlich ein Desaster, da kaum Besucher kamen. Verständlich: Wer würde schon für einen dreistündigen Messetag mitten im Berufsverkehr so ​​weit fahren? Warum die späte Öffnungszeit? Alle Stände sind seit Donnerstagabend aufgebaut, alle Aussteller sind da und tun nichts. Öffnet man die Messetore erst um 9 oder 10 Uhr, kann man nachmittags immer noch eine offizielle Eröffnungsfeier abhalten." Ergänzend dazu schreuibt man zum Messesonntag:
"Während der Freitag als Messetag zu kurz war, war der Sonntag zu lang. Es gab kaum mehr Besucher als Aussteller, und noch vor dem Mittagessen begannen die ersten Stände abgebaut zu werden. Alle wollten die Halle verlassen und mit dem Verladen beginnen, doch das Sicherheitspersonal hielt sie davon ab. Von Organisation war einmal mehr nichts zu spüren. Und so endete die Messe wie schon an all den Tagen zuvor: in Chaos und Traurigkeit."
Ein weiterer großer Kritikpunkt war der Umgang mit den ausgestellten Olympiatauben:
"Der größte Ärgernispunkt war jedoch die Sicherheit der Olympiatauben. An einem Eingang zum Ausstellungsbereich saß ein Wachmann auf einem Stuhl, am zweiten Ausgang war keiner. Mehrere Kameras überwachten die Taubenreihen. Es grenzt an ein Wunder, dass keine Tauben gestohlen wurden. Seit Freitagmorgen flogen außerdem entflogene Tauben in der Halle herum; wir wissen mit Sicherheit, dass eine davon eine kroatische Olympiataube war. Das ist schlichtweg eine Schande. Teilnehmer, die Tauben mitbrachten, berichteten, dass das Einsetzen und Abnehmen der Tauben am Mittwoch- und Sonntagnachmittag sehr chaotisch und schlampig verlaufen sei und die Pflege mangelhaft gewesen sei (die Tauben befanden sich in ungereinigten Käfigen, und das Futter lag am Sonntagmittag einfach im Kot)."
Diese Worte sind bezogen auf die Olympiade-Ausstellung und die Messe schon starker Tobak. Aber aus meiner Sicht kann ich dazu sagen, dass sich der gleiche Eindruck bestätigt hat, den ich auf den letzten Verbands-Ausstellungen in Dortmund hatte. Unser Verband war und ist mit der Ausrichtung einer solchen Veranstaltung einfach überfordert. Über die Gründe dieser Überforderung kann man nur Mutmaßungen anstellen. Wenn man aber kurzfristig die Ausrichtung der Olympiade übernimmt, dann sollte man sie auch zur Zufriedenheit aller durchführen.
In "De Duif" wurden die beiden Festabende insgesamt gelobt und positiv hervorgehoben und auch der FCI-Kongress lief wohl insgesamt sehr gut ab. Warum dieser Kongress gleichzeitig zum Tierärzte-Kongress stattfand war aber auch dem Autor der belgischen Fachzeitschrift nicht ganz klar.
Ich hatte zuletzt auch noch privat Rückmeldung bekommen, dass beispielsweise Sportfreunde aus Polen, welche die weite Reise zur Brieftauben-Olympiade angetreten hatten, sehr enttäuscht über den relativ geringen Besuch und den sehr kleine Industrie-Messe waren. In "De Duif" schreibt man zur Industrie-Ausstellung kurz und knapp:
"Unserer Meinung nach war die Messe etwas enttäuschend. Es war die kleinste Olympiade-Messe, die wir je gesehen haben. Es ist schon merkwürdig, dass man als Veranstalter des angeblich größten Taubensportevents der Welt nicht mehr Aussteller für die Messe gewinnen kann. Die einzige Halle, in der die Messe stattfand, war kaum halb voll."
Ich bin gespannt darauf wie die Berichterstattung in unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" zu dieser Veranstaltung in der nächsten Ausgabe sich gestaltet und wie andere Zeitschriften sich zur "Brieftauben-Olympiade" äußern. Für mich persönlich, der leider nicht teilnehmen konnte, verfestigt sich einmal mehr der Eindruck, den ich schon seit längerer Zeit zu verschiedenen Veranstaltungen unseres Verbandes und zu den Verantwortlichen habe: Viel gewollt und wenig gekonnt.
 

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