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Mittwoch, 02.09.2026
Sascha am 02.09.2026 um 05:36 (UTC)
 Die Jungtaubensaison neigt sich jetzt auch schon dem Ende entgegen. In einigen Reisevereinigungen stehen am kommenden Wochenende schon die letzten Flüge auf dem Programm. So auch in unserer RV. Anderswo geht die Reise noch etwas länger und hier und da werden auch noch Sportfreunde an freien Wettflügen und ähnlichen Veranstaltungen teilnehmen.
Wenn ich meine Dienste auf der Arbeit noch irgendwie tauschen kann, dann werde ich auch auf unserem letzten Preisflug bei den Jungtauben noch einige Jungtauben setzen. Die Verfassung unserer Jungtiere ist weiterhin gut. Das hat insgesamt in diesem Jahr auf der Jungtierreise sehr gut funktioniert. Bis auf einige Verletzungen bei einzelnen tieren, die ausheilen mussten, gab es hier wenig Probleme. Ein Jungtier hat sich am vergangenen Sonntag am Bein verletzt, aber das wird sich schnell wieder geben. Einem anderen Jungtier fehlen an der rechten Brustseite einige Federn. Auch das ist keine größere Schwierigkeit.
Weit vor der Reise hatte sich eine Jungtaube bei einem Greifvogelangriff am Haus ein Bein gebrochen. Ich habe das Tier ganz in Ruhe gelassen und es ist hervorragend verheilt. Die Taube läuft normal, fliegt normal und hat die Flüge problemlos bestritten. Eine weitere junge Täubin kam ebenfalls mit einem gebrochenen Bei nach hause. Auch sie habe ich einfach im Schlag belassen. Auch diese Verletzung ist gut verheilt. Die Täubin hinkt ein wenig und stellt ein Bein ein wenig seitlich, aber das macht ihr keine Schwierigkeiten und sie trainiert am Haus völlig normal mit den anderen Tauben.
Nach Abschluss der Flüge stelle ich dann auch nach und nach die Belichtung der Tauben ein. Ich stelle das zugeschaltete Licht nicht sofort komplett aus, sondern fahre die Zeitschaltuhr über etwa drei, vier Wochen langsam herunter. Als Futter erhalten die Tauben dann alles was hier aus der Reisezeit noch vorhanden ist. Das mische ich dann in einer großen Tonne. Ein extra Mauserfutter gibt es nicht. Das ist nicht nötig. Genausowenig wie während der Mauser zig Beiprodukte nötig sind. Die Tiere bekommen weiter zwei Mal in der Woche die Pulver von Dr. Marien mit flüssiger Hefe oder Gemüsebrei über das Futter und damit mausern sie ganz hervorragend. Ich möchte auch nicht, dass sie besonders schnell mausern. Da die Tauben nicht verdunkelt wurden ist hinsichtlich der Mauser keine Eile geboten.
Ich werde noch eine Kotprobe über fünf Tage sammeln und untersuchen lassen. Wenn diese in Ordnung ist versorge ich die Tauben dann weiter zwei bis drei Mal die Woche über das Trinkwasser mit Bony Usnea plus und die Tauben bekommen irgendwann Mitte oder Ende September für zwei Wochen täglich Bony Previsal. Danach mische ich das Previsal auch an das Futter zwei Mal in der Woche mit den genannten Produkten. So bleibt es dann über den ganzen Winter.
Das Wichtigste während der Mauser und auch während der Wintermonate sind für mich auch immer täglich etwas frische Mineralien. Also Klaus Picobal, Rotstein, Mineralpulver, Heilerde, Holzkohle, Pickstein usw. Für Brieftauben gibt es neben dem Futter einfach nichts Wichtigeres als Mineralien. Wenn die Mineralienversorgung stimmt, dann hat man schon einen sehr großen Beitrag zu einer guten und gesunden Mauser getan.
 

Dienstag, 01.09.2026
Sascha am 01.09.2026 um 05:45 (UTC)
 Unsere Brieftauben sind einfach interessante und auch manchmal sehr rätselhafte Tiere. Ein Züchter aus unserer Reisevereinigung, der etwa fünf Kilometer nordöstlich von uns seinen Schlag hat, hat mich angerufen und mir folgendes berichtet: als beim Preisflug am Sonntag seine erste Taube heimkehrte, flogen gleich zwei Jungtauben an. Darunter eine Schecktaube, wie er auch mehrere hat. Während das eine Jungtier schnell in den Schlag lief und konstatiert wurde, blieb die Schecktaube auf dem Dach sitzen. Es kamen weitere Tauben und sprangen ein, aber nicht die Schecktaube. Nach etwa drei Stunden Aufenthalt auf seinem Dach ging das Tier dann in Richtung Ausflug und er konnte sie mit etwas Nachhilfe durch einen Besenstiel vorsichtig in den Schlag treiben. Als er die Jungtaube dann in die Hand nahm, stellte er fest, dass es eine unserer Jungtauben war. Die Nr. 139. Er nahm sie dann wieder mit nach draußen und ließ dass Tier zwischen 16.35 Uhr und 16.40 Uhr aus seinem Garten fliegen. Ich habe nach seinem Anruf dann geschaut und die Taube war um 16.44 Uhr hier bei uns registriert. Sie ist dann also relativ zügig zurück in unseren Schlag geflogen. Ich frage mich daher: wie oft mache v.a. Jungtauben wohl auf ihrem Heimflug solch eine Pause, obwohl es von ihrem körperlichen Zustand her vielleicht gar nicht notwendig wäre, denn diese letzten fünf Kilometer hätte das Tier auch ohne dort drei Stunden am Dach zu sitzen ja völlig problemlos geschafft.
Letztens hatte ich hier auch darüber geschrieben, dass die Mauser des Deckgefieders plötzlich trotz Belichtung stark eingesetzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Temperaturen auch deutlich gesunken. Selbstverständlich hängt die Mauser v.a. mit dem Einfluß des Lichts zusammen. Deswegen zeigen Verdunkelung oder Belichtung hinsichtlich des Mauserverlaufs auch eine Wirkung. Aber ich bin weiter überzeugt, dass es noch weitere Faktoren gibt, die Einfluß auf den Mauserverlauf unserer Tauben nehmen. Aktuell hat jedenfalls die Mauser des Deckgefieders wieder deutlich nachgelassen. Das mag zum Einen sicherlich mit der Anstrenung durch die Flüge zusammen hängen. Aber selbst Tiere, die zuhause geblieben sind, mausern derzeit deutlich weniger. Ich denke, ohne dass ich dafür einen Nachweis habe, dass es eben auch mit der Anpassung an die deutlich niedrigeren Außentemperaturen zusammenhängt.
 

Montag, 31.08.2026
Sascha am 31.08.2026 um 04:17 (UTC)
 Bevor ich heute etwas ausführlicher zu unserem gestrigen Preisflug ab Würzburg etwas schreibe, möchte ich es nicht versäumen meinem Taubenfreund Michael Kemper ( kemper racing pigeons germany" ) dafür zu danken, dass er am Samstag auf seiner Reise zu den Sportfreunden Herbots in Belgien unsere verflogene Taube im Raum Düren eingesammelt und wieder mit zu uns nach Hause gebracht hat. So einen zusätzlichen Aufwand zu betreiben und einen Umweg zu fahren ist wirklich nicht selbstverständlich und ich bin froh, dass unsere Schecktäubin 101 wieder daheim ist.
Nachdem wir am vergangenen Montag einen Flug mit östlichen Winden hatten bei dem die Tauben doch deutlich westlich geflogen sind, hatten wir nun einen Preisflug auf dem unsere Jungtauben auf der gesamten Strecke mit starken west-südwestlichen Winden zu kämpfen hatten. Der Auflass erfolgte um 10.15 Uhr in Würzburg bei einer Entfernung von etwa 230 Kilometern zu unserem Schlag. Ich hatte auch dieses Mal wieder unsere Jungtaube mit der Nummer 163 mit einem Tracking-Ring auf die Reise geschickt. Zu meiner Überraschung orientierte sich die Taube nach dem Start trotz des Windes deutlich westlich und flog sogar noch westlich unseres letzten Auflassortes in Karlstadt über Lohr am Main zurück in Richtung Heimat und wurde dort um 10.46 Uhr nach etwa 40 Kilometern Flug registriert. Dann aber orientierte sich die Taube doch, wahrscheinlich durch den recht starken Wind bedingt, deutlich nördlicher. Bedingt durch die andere Flugroute als beim vergangenen Flug und die weniger dicht besiedelten Regionen dort, erfolgten dieses Mal doch deutlich weniger Registrierungen des Tracking-Rings als zuletzt. Aber um 11.52 Uhr, also nach gut eineinhalb Stunden Flugzeit war die Taube dann in Kirtorf, gar nicht weit von unserem Auflassort des ersten Preisfluges in Alsfeld unterwegs. Von dort aus flog sie dann auf einer eher etwas zu östlichen Route und wurde nach einer weiteren Stunde Flugzeit in Thülen registriert. Thülen liegt etwas östlich vom äußeren östlichen Rand unseres RV-Gebietes. Von dort sind es bis zu unserem Schlag noch etwa 30 Kilometer.
Wir saßen wieder mit mehreren Sportfreunden auf der Bank bei meinem Nachbarn und warteten auf die Tauben und erhielten dann erste Meldungen aus der RV. Allerdings waren bei uns noch keine Tauben zu sehen und wir rechneten bei dem immernoch sehr starken Winden auch nicht mit frühen Tauben hier am westlichen Rand unserer doch flächenmäßig recht großen Reisevereinigung.
Irgendwann flog dann, aus Nordosten kommend, bei uns eine Taube an und es folgten sofort weitere Tiere (darunter waren allerdings auch, wie sich später herausstellte, zwei fremde Tauben), die auf unserem Dach landeten.
Ich ging dann zu uns herüber um die Tauben hereinzurufen. Dadurch haben die Tiere wahrscheinlich etwas Zeit verloren, denn sie kamen erst in den Schlag als ich sie zuhause rief. Mir ist das alles auf der Jungreise nicht ganz so wichtig und so haben die Tauben da vielleicht eine Minute verloren. Aber das ist kein Problem.
Als ich dann im Schlag war, war zu meiner Überraschung tatsächlich unsere 163, die Tauben, die mit dem Tracking-Ring unterwegs war, als Erste eingesprungen.
Wenn man sich nun die Karte mit ihrem Flugverlauf ansieht, dann muss die Taube nach ihrer letzten Registrierung vor der Heimat noch ein Stück nördlicher geflogen (ohne nochmals registriert zu werden) und dann aus Nordosten zurückgekehrt sein. Wir sahen die Tauben deutlich aus Nordosten anfliegen und für die letzten 30 Kilometer vom letzten Markierungspunkt hatte sie exakt 35 Minuten benötigt, was ein wenig länger ist, als normal.
Da die Tauben in unserer Reisevereinigung zu diesem Zeitpunkt im nordöstlichen Bereich bereits sehr gut und schnell heimkehrten wird sie sicher noch ein wenig mit dorthin geflogen sein und sich dann nach hause orientiert haben.
So war unser Ergebnis am Ende mit etwas über 23 Prozent Preisausbeute auch nicht wirklich gut, aber das spielt für mich keine Rolle, denn die Jungtierreise ist zum Lernen da. Der starke Wind gestern beeinflusste das Ergebnis dann eben auch ein ganzes Stück. Das ist nicht zu ändern. Man sieht aber, dass unsere 163 Woche für Woche etwas dazulernt und immer sicherer wird.
Der durchgängig starke Wind in der Strecke mit fast durchgängig Böen um die 50 Stundenkilometern hatte den Tauben schon zu schaffen gemacht und einige Tiere waren nach der Heimkehr doch deutlich erschöpft. Sie erholten sich dann aber recht schnell. Es bleibt natürlich auch nicht aus, dass so ein Flug für eine Taube anstrengend ist, die vielleicht noch drei oder vier Schwungfedern stehen hat.
Deswegen muss ich in dieser Woche schauen wie sich das Wetter entwickelt, was am nächsten Wochenende dann für ein Flug durchgeführt werden kann und soll und wie ich es zeitlich schaffe, denn ich habe am nächsten Wochenende auch wieder Dienst auf der Arbeit. Ob ich noch einmal Tauben mit schicken kann auf dem letzten Flug des Jahres steht also noch nicht fest.

 

Samstag, 29.08.2026
Sascha am 29.08.2026 um 05:57 (UTC)
 Gestern in den Mittagsstunden meldete mir eine besorgte Dame telefonisch eine fehlende junge Täubin vom Flug am vergangenen Montag. Das Tier hatte sich in ihrem Garten in der Nähe einer Vogelvoliere aufgehalten und konnte von der Frau festgesetzt und erst einmal mit etwas Vogelfutter versorgt werden. Die Dame wohnt in der Nähe von Düren zwischen Köln und Aachen. Unsere Jungtaube war also in einer völlig falschen Region unterwegs. Nach zwei, drei Telefonaten konnte ich einen Rücktransport der Taube organisieren und das Jungtier wird schon heute nachmittag wieder hier eintreffen. Dann werde ich die Taube gut versorgen sodass sie sich erholen kann.
Ich frage mich allerding wie es kommt, dass auch dieses Tier, wie weitere Tauben, die vom Flug am Montag gemeldet wurden, einfach immer weiter westlich geflogen und nicht in unsere Richtung abgebogen sind.
Gestern Abend, als unsere Jungtiere im Freiflug waren saß ich, wie recht häufig, bei meinem Nachbarn, der dann auch seine Tauben fliegen lässt, auf einer Bank. Wir unterhalten uns dann über dies und das und selbstverständlich viel über die Tauben. Es sind dann auch immer mal wieder Sportfreunde anwesend, die selbst keine Tauben mehr halten (können), aber gerne zusehen wenn die Tauben fliegen und die immernoch sehr viel Interesse an den Brieftauben haben. Einer der gestern anwesenden Sportfreunde, der in seiner aktiven Zeit sehr erfolgreich reiste, und der auch heute noch bei Bedarf Züchtern hilft und immer wieder mit seinem Rad zu verschiedenen Brieftaubenzüchtern fährt um z.b. die Ankunft der Tauben vom Flug zu erwarten, sagte irgendwann: "Die Tauben sind nicht richtig im Kopf. Irgendwas stimmt da nicht." Der ehemalige Züchter war auch in seiner aktiven Zeit bekannt dafür, dass er seine Tauben sehr genau und ausgiebig beobachtete und dann versuchte seine Schlüsse aus ihrem Verhalten zu ziehen. Er umschrieb mit seinen Worten etwas, was ich auch schon seit Wochen als Gefühl so teilen muss, ohne dass ich einen Grund dafür benennen könnte. Ich will auch keine Vermutungen dahingehend öffentlich anstellen. Aber irgendwie habe auch ich das Gefühl, dass unsere Brieftauben, zumindest zeitweise, nicht "richtig im Kopf" sind und damit meine ich v.a. ihre Orientierung. Es macht den Eindruck als sei diese zeitweise und teilweise gestört. Warum und wodurch auch immer.
Ich hatte ja bereits mehrfach das Verhalten unserer Jungtauben beschrieben, die in diesem Jahr nie mehr als maximal vielleicht einen Kilometer vom Haus weggezogen sind. Sie fliegen gerne und gut und teilweise auch ausgiebig. Aber sie gehen nicht von ihrem Heimatschlag weg. Da ich immer mal wieder Tauben mit Tracking-Ringen auch hier zuhause ausstatte kann ich das sehr gut sehen. Die Tauben bleiben über die gesamte Freiflugzeit in der Nähe ihres sicheren Schlages. Dafür muss es irgendeinen Grund geben, den ich aber nicht kenne.
Beim Freiflug am Mittwoch abend war es so ungewöhnlich, dass die Tauben fast eine Stunde lang immer in ganz engen Kreisen extrem schnell um das Haus flogen. Die Schläge waren geöffnet. Sie hätten auch hinein gehen können. Aber sie flogen wirklich mit Tempo und immer rund und rund und rund wie ein Karussel.
Wir schauen hier auch immer ob es Greifvogel-Angriffe gibt, aber auch diesnbezüglich konnten wir bisher gottseidank nichts feststellen.
Die Reisesaison neigt sich nun insgesamt dem Ende entgegen. Für unsere Reisevereinigung stehen noch zwei Flüge auf dem Programm. Morgen soll es nach Würzburg gehen. Ich werde aber heute erst im Lauf des Tages entscheiden ob ich noch Tauben auf den Flug mitgebe. Ich möchte mir noch die Wettervorhersagen ansehen und Flugverläufe heute abwarten. Das Wetter heute ist insgesamt gut. Aber es soll doch recht windig werden und der Wind soll morgen nochmals zunehmen. Ich muss sagen dass ich schlecht einschätzen kann inwieweit der teils böige Südwest-Wind die Tauben dann östlich aus der Strecke drücken würde.
 

Freitag, 28.08.2026
Sascha am 28.08.2026 um 04:41 (UTC)
 Vor etwa zehn Tagen telefonierte ich mit einem Sportfreund, der mit seinen Jungtauben zwei schwierig verlaufende Flüge hatte. Während der erste Flug für die gesamte Reisevereinigung nicht leicht war, taten sich beim dem anderen Flug fast nur seine Jungtauben sehr schwer. Der Züchter berichtete mir, dass er sich das nicht erklären konnte. Die Jungtauben sahen gut aus, fraßen gut und trainierten gut. Da er aber sicher gehen wollte, dass die Tiere gesund sind, fuhr er mit mehreren Jungtauben zu einem bekannten Taubentierarzt in seiner Nähe. Die Kropf- und Kloakenabstriche waren absolut in Ordnung. Es waren keine Krankheitszeichen und Erreger zu finden. Aber der Tierarzt sagte zu diesem Züchter: "Deine Tauben haben Probleme mit den Augen." Der Sportfreund konnte nichts erkennen und so zeigte ihm der Tierarzt die Symptomatik am Auge und auch nach einem Augenabstrich unter dem Mikroskop. Der Sportfreund bekam Augentropfen für seine Tiere verschrieben und sollte sie entsprechend damt behandeln. Seitdem haben wir noch nicht wieder telefoniert, aber ich hoffe, dass die Probleme nun beseitigt sind.
Gestern schrieb ich dann hier an dieser Stelle auch kurz über diese neuartige Augeninfektion und bekam sehr verschiedene und für mich sehr interessante Rückmeldungen. Ein Sportfreund berichtete mir, dass er seine Jungtauben dieses Jahr mit einem bestimmten Impfstoff zwei Mal geimpft habe und erstmals seit mehreren Jahren keine Probleme habe. Ein Züchter berichtete mir, dass er die Tauben, nachdem die Infektion ausgebrochen war, mit sogenannten Rauchtabletten im Schlag behandelt habe und nach zwei Tagen sei "der Spuk vorbei gewesen". Ein dritter Züchter schrieb, dass er im Falle einer Infektion die Jungtauben sofort mit einer bestimmten Antibiotikaspritze behandeln würde, die dann schnell Besserung bringe. Weiterhin erfuhr ich, dass andere Züchter bestimmte Desinfektionsmittel einsetzen auf verschiedene Arten um dieser Augeninfektion vorzubeugen oder sie zu bekämpfen. Wieder andere setzen Salben aus dem Humanbereich ein und hoffen, dass sie Wirkung tun.
Ich will all diese Vorgehen weder in Abrede stellen, noch irgendeinen Weg als besonders zielführend erklären. Ich nenne hier auch absichtlich keine Namen von Produkten oder Impfstoffen oder Medikamenten. Ich sehe nur, dass wir teilweise vor einem Problem mit einer Krankheit bei unseren Tauben stehen, über die wir sehr wenig wissen und deren Auswirkungen wir auch nicht wirklich beurteilen können.
Vieles erinnert mich an die Zeit, als wir diese massiven Probleme mit der sogenannten Jungtaubenkrankheit hatten. Was haben unsere Jungtauben in all den Jahren für Massen an Medikamenten schlucken müssen um den Auswirkungen der Krankheit irgendwie Herr zu werden. Gegen Trichomonaden und Hexamiten, gegen Pilzinfektionen, Antibiotika-Mixe gegen diverse Erreger usw. Und trotzdem erkrankten viele Tiere, starben etc. Es war teilweise wirklich dramatisch.
Die Beiprodukte-Industrie verkaufte uns Züchtern zig verschiedene Produkte, die allesamt helfen sollten und es in der Regel kaum taten. Auf Kräuterbasis, auf Basis von Beeren, verschiedene Probiotika usw. Ich erinnere mich daran, dass es einmal ein Video gab und auch einen Bericht in der Verbandzeitschrift, dass ein Sportfreund nun die Lösung gegen die Jungtierkrankheit habe: er rührte einen Sud aus Datteln an. Im Nachhinein muss ich etwas darüber lachen und sagen: wir Taubenzüchter haben uns benommen wie irgendwelche Heiler im Mittelalter. Nur hatten diese Heiler seinerzeit vielleicht noch etwas mehr Ahnung als wir.
Seit es unsere Studiengruppe zur Jungtierkrankheit ab den Jahren 2017/2018 gab und seit andere Forscher (z.b. in Australien) der Krankheit gezielt nachgingen, ist der Erreger bekannt, es gibt einen Impfstoff und der tut auch seine Wirkung, auch wenn einige Züchter derzeit wieder anderes behaupten.
Da wird dann gesagt: "Die Tauben sind zwei Mal gegen das Rotavirus geimpft aber haben trotzdem die Jungtierkrankheit bekommen."
An der Stelle möchte ich sagen: nicht jede Jungtaube, die erbricht oder schlechten Kot absetzt tut das aufgrund des Rotavirus. In erster Linie können Colibakterien (und auch andere Erreger) auch aufgrund anderer Ursachen in den Beständen Probleme machen. Die Impfung tut trotzdem, nach allem was bekannt ist, weiter ihren Dienst und wirkt. Es wird leider im Brieftaubensport sehr viel Unfug verbreitet.
Wenn man nun auf diese relativ neuartige Augeninfektion schaut, dann geht nun das experimentieren wieder los, Mit diversen Medikamenten, mit Kräutern, Tropfen und Tinkturen usw. Wir fangen wieder mit unserem mittelalterlichen Gehabe an. Die Tauben scheinen erkankt zu sein. Manchmal sieht man es, manchmal nicht (wie bei dem oben genannten Sportfreund) und schon wird irgendetwas an die Jungtauben verabreicht, in der Hoffnung, dass es in Bezug auf die Erkrankung Besserung bringt.
In der Taubenklinik kann man derzeit betroffene Jungtauben zu Studienzwecken in Bezug auf diese Augenprobleme untersuchen lassen. Es werden Proben entnommen um den Erreger zu isolieren. Wichtig wäre natürlich, dass erkrankte Tiere sofort vorgestellt werden und nicht erst nach einer Behandlung mit diversen Mitteln.
Das ist der einzige und richtige Weg eine Krankheit zu erfassen. Wir müssen versuchen den Erreger zu isolieren und herauszufinden was unseren Tauben Probleme macht. Danach kann entsprechend versucht werden ein wirksames Medikament zu finden oder einen Impfstoff zu entwickeln.
Wir selbst haben in diesem Jahr bisher keinerlei Probleme in unserem Jungtierschlag mit den sogenannten "entzündeten Augen". Das ist vermutlich einfach Glück, denn ich würde keinesfalls soweit gehen zu behaupten, dass es in irgendeiner Form damit zu tun hat, wie die Tauben hier geführt und versorgt werden.
 

Donnerstag, 27.08.2026
Sascha am 27.08.2026 um 05:06 (UTC)
 Die Ausflüge unseres Jungtierschlags liegen oben im Dachfirst auf unserem Haus direkt in östlicher Richtung. Es sind herkömmliche Dachfenster, die ich in verschiedenen Stufen öffnen kann. In den letzten Tagen allerdings herrscht hier durchgehend recht spürbarer Wind aus östlichen Richtungen. Egal wie ich einen oder beide Ausflüge dann öffne - der Wind bläst doch immer sehr merklich in den Schlag. Das ist seit vielen Jahren so, aber ich habe mir doch vorgenommen im Herbst etwas dahingehend zu verändern, sodas ich die Ausflüge zwar weiterhin öffnen kann, aber der Wind nicht so in den Schlag weht. Wahrscheinlich werde ich mit Plexiglas arbeiten, damit nicht noch mehr Licht im Schlag fehlt. Sowohl im Schlag, als auch draußen beim Freiflug merke ich einfach immer wieder, dass Brieftauben diese östlichen Winde, insbesondere wenn sie etwas kräftiger wegen, nicht besonders mögen. Das Verhalten der Tiere ist ganz anders als bei Westwind in gleicher Stärke. Das meine ich jedenfalls zu beobachten seit langer Zeit.
Gestern wurden hier direkt hinter unserem Haus während der Bauarbeiten an unserer neuen Terrasse während des ganzen Tages Verdichtungsarbeiten mit einer großen Rüttelplatte gemacht. Im ganzen Haus wackelte und klapperte es und auch die Tauben wirkten doch sichtlich nervös. Aber das kann ich aktuell nicht ändern. Wenn die arbeiten in einiger Zeit abgeschlossen sind wird wieder Ruhe einkehren. Dann ist allerdings die Reisesaison vorbei. Aktuell kann ich aber auch noch keinen besonderen negativen Einfluss des ganzen Lärms auf die Flugresultate feststellen. Ich hoffe, dass es so bleibt. Allerdings ist hier scheinbar auch noch nicht klar, wann und wo der nächste Flug stattfinden soll. Wenn der Flug wieder unter der Woche stattfindet, dann kann es sein, dass ich arbeitsbedingt gar nicht mehr setzen kann.

Im vergangenen Herbst und Winter habe ich an dieser Stelle mehrfach über die Problematik mit entzündeten Augen bei Jungtauben geschrieben. Auch aktuell oder in den vergangenen Wochen wurden mir von einzelnen Sportfreunden diesbezüglich Berichte über Schwierigkeiten in ihren Beständen geschildert. Unsere Taubenklinik versucht derzeit eine Studie durchzuführen und man kann betroffene Tauben dort untersuchen lassen, damit Abstriche an den Augen genommen werden können, um erst einmal den Erreger zu isolieren. Denn bisher weiß man nicht welcher oder welche Erreger für die oft einseitigen und trockenen Entzündungsreaktionen verantwortlich sind.
Leider neigen Züchter dazu erst einmal im Falle eines solchen Ausbruchs irgendwelche Medikamente einzusetzen, die sie noch im Schrank haben, wundern sich dann, dass die Medikation wenig oder nicht viel nutzt und gehen dann zum Tierarzt. Für die Untersuchung in der Verbandsklinik wären aber unbehandelte Tauben mit einer solchen Symptomatik wichtig.
Gerne verschreiben Tierärzte im Falle einer derartigen Augeninfektion Augentropfen auf der Basis des Antibiotkums Gentamycin. Ich selbst bezweifle allerdings ein wenig, dass diese s Medikament überhaupt eine entscheidende Wirkung hat. Wenn wir schnell den Erreger isolieren könnten, dann wüsste man vermutlich auch sehr schnell was zu tun ist.
Hier in unserem Schlag hatte ich in diesem Jahr bislang kein einziges Tier mit einer solchen Augeninfektion. Woran es liegt kann ich nicht sagen. Es gibt Sporfreunde, die glauben, dass eine Impfung mit dem Impfstoff PHA (Paramyxo-Herpes-Adeno) hilft. Aber die meisten Tierärzte sagen, dass eine Wirkung dieses Impfstoffs zur Vermeidung dieser Augeninfektionen nicht vorhanden ist.
Ich selbst impfe unsere Tauben niemals mit PHA, weil ich diesen Impfstoff für vollkommen überflüssig halte. Warum hier in diesem Jahr noch keine Jungtaube offensichtlich von dieser Augenerkrankung betroffen war kann ich überhaupt nicht sagen. Aber es ist insgesamt sehr erfreulich dass die Jungtiere weiter einen guten Eindruck machen und gesund scheinen ohne dass ich hier bisher während der Jungreise mit Medikamenten gearbeitet habe. Ich halte es an dieser Stelle doch sehr mit Dr. Marien, der sagt, dass sogenannte prophylaktische Medikamentengaben einfach mehr kaputt machen, als dass sie einen Nutzen haben. Da hier bisher kein Jungtier in der Reise negativ aufgefallen ist - sei es mit Augenproblemen oder mit anderen Schwierigkeiten - gibt es auch keine Medizin.
 

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