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Freitag, 30.10.2026
Sascha am 30.10.2026 um 06:45 (UTC)
 Gestern schrieb mir ein Sportfreund eine Nachricht mit dem Hinweis auf zwei seiner Tauben, die als Nestgeschwister hervorragend geflogen hatten. Beide Weibchen reisten ausgezeichnet bis hin zu Platzierungen unter den As-Tauben auf Bundesebene. Er nahm damit Bezug auf meine Ausführungen hier zuletzt. Die Eltern der beiden Geschwister waren ungereist. Unter den Großeltern der Tauben war nur ein Vogel, der sehr gut geflogen hatte. Die drei weiteren Großeltern waren ebenfalls ungereist.
Selbstverständlich gibt es so etwas auch. Es wäre dumm in Abrede zu stellen, dass auch aus ungereisten Tauben, teils über zwei, drei Generationen, gute Tauben fallen können. Allerdings wird die Zucht guter Reisetauben der Erfahrung nach mit größerem Generationenabstand zu bewiesenen Tauben immer schwieriger und auch immer mehr Glückssache.
Trotzdem gibt es bestimmte Linien im Brieftaubensport, die sich einfach durchsetzen und in denen über Generationen immer wieder gute Reise- und Zuchttauben fallen.
Mir fallen dabei spontan die Tauben von Dirk de Beer ein. Im aktuellen "Taubenmarkt" ist ein Artikel über den Sportfreund Johannes Schippmann zu lesen. Er stellt in 2025 den 7. AS-Vogel auf Bundesebene und der gleiche Vogel wird nun in 2026 3. AS-Vogel auf Bundesebene.Was für eine herausragende Leistung! Die Mutter diese Vogels stammt aber auch wieder aus einer Inzucht auf Dirks berühmten "Gus". Genauer gesagt ist sie gezüchtet aus Sohn Gus x Tochter Gus. Die Tochter des Gus war übrigens die 336, die auch Mutter über den 1. AS-Vogel BRD "Big Boss" bei Wolfgang Roeper war. Die 336 wiederum kommt aus Gus x 1111. Die 1111 hatte Dirk gezogen aus seinen beiden anderen herausragenden Vererbern: dem 346 von Günter Prange und der NL-105 von Koopman, der Tochter "Kleine Dirk".
Ich erinnere mich gut daran als Dirk mir vor vielen Jahren erstmals die 1111 in die Hand gab, als ich ihn besuchte. Er wohnte damals noch in Greetsiel. Manchmal bekommt man Tauben zu sehen, die vergisst man sein ganzes Leben nicht. Die 1111 war für mich so eine Taube. Es war noch bevor sie die 336 zog oder andere super Nachkommen. Aber ich hab es nicht vegessen. Diese Täubin hätte ich damals am Liebsten direkt eingepackt und mitgenommen. So ein Gefühl habe ich eigentlich selten. Aber sie hat wirklich bewiesen, dass sie eine erstklassige Zuchttäubin war und auch bei uns hat ein Sohn der 1111 bis heute seine Spuren im Bestand deutlich hinterlassen.
Was ich damit sagen will: es gibt im Brieftaubensport, warum auch immer, bestimmte Linien, die über Generationen sehr gut vererben. Auch dort ist es so wie immer: je weiter man von den Ausgangstieren weg ist, desto schwieriger wird es sehr gute Nachzucht zu züchten. Aber trotzdem ist bei diesen Linien die Wahrscheinlichkeit immernoch deutlich größer, als bei anderen Tauben, dass etwas Gutes herauskommt.
Auch gestern hatten unsere Tauben am Nachmittag wieder Freiflug. Allerdings benahmen sie sich doch deutlich anders als an allen anderen Tagen bisher. Sie flogen höher, mit viel mehr Tempo und auch weiter entfernt vom Schlag weg. Ich hatte den Eindruck, dass sie vielleicht irgendwo einen Greifvogel erblickt hatten. Aber ein Angriff o.ä. fand nicht statt. Beim Hereinrufen merkte ich dann, dass einige Tauben zuletzt recht viel draußen gewesen waren und viel geflogen hatten, während zwei, drei Tiere doch ein wenig erschöpft wirkten und sogar etwas hechelten. Vermutlich hatten diese Tiere schon vor unserem Urlaub nicht viel geflogen (wahrscheinlich wegen der Mauser) und waren jetzt nach dem Urlaub erstmals wieder richtig draußen und so war für sie das fliegen in hohem Tempo doch etwas anstrengend. Aber das ist letztlich auch kein Problem. Was ich allerdings in Kürze machen werde ist die Jungtauben nach Geschlechtern zu trennen, denn einige Tiere wollen bereits wieder paaren und ich möchte nicht, dass jetzt noch einmal Eier fallen.
 

Donnerstag, 29.10.2026
Sascha am 29.10.2026 um 08:42 (UTC)
 Wenn man sich Gedanken über die Zucht guter und außergewöhnlicher Tauben macht und wenn man sich darüber austauscht und diskutiert, dann sollte man das hier in Deutschland immer auch vor dem Hintergrund tun, dass wir hier seit vielen Jahrzehnten ein spezielles Reise- und Meisterschaftssystem mit anderen Schwerpunkten haben als beispielsweise in unseren westlichen Nachbarländern.
In Deutschland ist es traditionell so, dass v.a. die RV-Meisterschaften anders angelegt sind als viele andere Wettbewerbe. Ein Züchter, der beispielsweise auf zwölf Preisflügen seiner RV fünf Tauben mit 12/12 Preise hätte, würde wohl garantiert RV-Meister, auch wenn keine dieser Tauben je einen Preis über 80 As.Punkte erzielt hätte.
Wenn er diese fünf Tauben Woche für Woche vorbenennt, dann ist auch die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass er sich irgendwie relativ weit vorne in seinem Regionalverband platziert, weil er stets seine Vorbenannten in die Wertung bekommt. Ganz vorne wird er aufgrund mangelnder As-Punkte sicherlich nicht landen und an weitere Titel, wie die deutsche Meisterschaft, wäre gar nicht zu denken.
In den Niederlanden oder Belgien würden diese fünf Tauben sicherlich kaum zur Weiterzucht eingesetzt, hier in Deutschland würde man in der Regel von sehr guten Tauben sprechen, weil sie 12/12 geflogen haben.
Letztlich bleibt es jedem Züchter selbst überlassen welche Tauben mit welchen Leistungen er für gut befindet. Eine Brieftaube, die zwölf Mal bei zwölf Einsätzen in der Preisliste landet - auf unterschiedichen Entfernungen und bei unterschiedlichsten Bedingungen - ist sicherlich, wenn man so will, eine hervorragende Brieftaube im klassischen Sinn und vielleicht besser als ein Tiere, das mal Spitze fliegt, mal gar nicht in die Preise kommt, dann spät einen Preis macht und dann wieder Spitze fliegt. Aber, so ehrlich muss man auch sein: im Brieftaubensport geht es in den meisten Verbänden mit ihren Konkurrenzen und letztlich inzwischen auch bei den One-Loft-Rennen ausschließlich um das Spitze fliegen. Fast überall auf der Welt ist eine Taube, die zwei, drei oder mehrmals in die absolute Spitze fliegt (und das womöglich in großer Konkurrenz) höher angesehen als das Tier, dass einfach nur sicher in die Preisliste fliegt.
Tauben, die Woche für Woche Preise fliegen und dazu noch häufig in die Spitze gibt es nicht viele. Einige Sportfreunde scheinen sie in größerer Zahl zu haben, aber das liegt dann eher an der Konkurrenz und v.a. daran, was mit der Taube so hinsichtlich ihrer Vorbereitung auf die Flüge veranstaltet wird.
Letztlich jedoch sind die Tauben, die viele Preise und dazu sehr oft in die Spitze fliegen die weißen Raben, die wir alle zu züchten versuchen.
Blickt man einmal grob in den letzten fünf Jahrzehnten auf die Top-Vererber im Brieftaubensport, also die Tauben, die wirklich nachhaltig und langfristig züchterisch ihre Spuren in der Brieftaubenwelt hinterlassen haben, dann waren fast alle diese Tauben herausragende Reisetauben im Sinne von "Spitze-Fliegen" oder sie waren direkte Kinder oder Geschwister solcher Tauben. Zumeist werden bei diesen Ausnahmevererbern Männchen genannt, aber es gibt hier und da auch einige Täubinnen, die nun schon über zig Generationen immer wieder im Stammbaum der Asse auftauchen. Sehr selten hingegen sind in den Stammbäumen über mehrere Generationen jene Tauben zu finden, die wir hier in Deutschland doch oft als sehr gute Tauben betiteln, weil sie zwei, drei oder mehr Jahre zweistellig geflogen haben. Warum Letzteres so ist, darüber kann man sicherlich auch lange diskutieren und man wird bestimmt verschiedene Gründe finden. Am Ende bleibt für den einzelnen Züchter immer wieder die Überlegung: was für Tauben suche ich eigentlich?!
 

Mittwoch, 28.10.2026
Sascha am 28.10.2026 um 07:55 (UTC)
 Gestern las ich in einem Artikel über die Gebrüder Herbots einige Sätze, über die ich immernoch nachdenke. Es ging thematisch um die Zucht von guten Reisetauben. Der Schlagpfleger der Gebrüder Herbots, Geoffrey Janssens, erklärte, dass sie oftmals sehr gute Reisetauben nicht direkt aus ihren Zuchttauben, sondern auch wieder im Reiseschlag gezogen hätten und stellte dann folgenden Zusammenhang her:
"Die Reisetauben sind angepasst an neue Umstände. Ich denke da beispielsweise an 5G und verschiedene Wetterbedingungen. Sie werden wöchentlich darauf selektiert. Sie passen sich viel besser daran an als die alten Zuchttauben und sind obendrein vitaler. Der Brieftaubensport hat ich in den letzten Jahren enorm verändert."
Es ist sehr gut möglich dass an diesen Überlegungen etwas dran ist. Tauben, die in der heutigen Zeit, mit enormem Greifvogeldruck, 5G, verschiedenen militärischen Überwachungsmethoden, im Schnitt höheren Temperaturen und weniger Wasserstellen in den Flugstrecken, über zwei, drei Jahre gute Leistungen zeigen, sind Tauben, die wirklich etwas können und aus denen man, wenn es möglich ist, schon sehr frühzeitig Jungtiere großbringen sollte. Sei es nun dadurch, dass man in den Reisesschlägen Jungtauben aufziehen lässt oder indem man die Eier umlegt.
Wir selbst haben hier seit 1983 Jahr für Jahr die trockene Witwerschaft praktiziert. Es war für uns einfacher und das System hat immer sehr gut funktioniert. Aber ich bin auch überzeugt davon, dass wir dadurch manches gute Jungtier gar nicht erst gezüchtet haben, weil wir aus unseren Witwern fast nie Eier umgelegt und irgendwie Jungtauben gezogen haben.
Es ist meine feste Überzeugung dass mehr als die Hälfte aller Züchter in Deutschland sehr gut daran täte, praktisch überhaupt keine Zuchttauben zu halten. Mehr als die Hälfte aller Sportfreunde fliegt Jahr für Jahr letztlich mehr oder weniger deutlich unter dem Schnitt, d.h. unter den Prozenten. Dann werden in der Regel unbewiesene Tauben von anderen Züchtern geholt, in die Zucht gesetzt und es wird weiter probiert. Leider züchten auch die besten Züchter unseres Landes oedr auch in den Nachbarländern letztlich 90 Prozent Tauben, die nicht die nötige Reise- und Zuchtqualität haben. So sitzen die Zuchtschläge allerorts voll mit Tauben, die wenig oder gar keinen überdurchschnittlichen Nachwuchs züchten und die meisten Sportfreunde treten u.a. deswegen auf der Stelle.
Idealerweise sollte man sich von gut reisenden Züchtern, denen man vertraut, Eier oder Jungtiere holen, die man selbst reisen kann. Erst wenn sie sich auf der Reise bewährt haben sollte man dann aus den wenigen bewährten Tauben züchten. Ich denke, dass man damit schneller einen Weg zu mehr Erfolg finden kann. Selbstverständlich müssen dann auch andere Umstände wie der Schlag selbst, die Versorgung der Tauben und ihre Gesundheit stimmen. Wie sagte Dr. Marien? "Es gibt mehr gute Tauben als gute Züchter." Auch da ist viel Wahres dran. Es gibt nicht wenige Züchter, denen könnte man die besten Tauben der Welt geben und sie würden damit nicht deutlich vorwärts kommen, weil andere Umstände bei ihnen einfach nicht stimmen.
Trotzdem beginnt und endet immer alles im Brieftaubensport bei der guten Taube. Ohne sie geht nichts. Sie zu züchten muss das Ziel sein und hier spielt meiner Ansicht nach auch die Vitalität der Elterntiere eine Rolle. Diese ist in fast allen Beständen in der Regel im Reiseschlag besser als im Zuchtschlag. Weil im Reiseschlag die Tauben regelmäßig im Freiflug sind, weil sie jünger sind und weil dort auch oft mehr an der Gesundheit der Tauben "gearbeitet" wird. Statt also jetzt in Herbst und Winter für teures Geld einzelne Tauben zu kaufen in der Hoffnung, dass diese dann später gute Nachzucht bringen, wäre es vielleicht für so manchen Züchter zielführender sich frühzeitig darum zu bemühen mal von einem sehr guten Schlag im Frühjahr rechtzeitig Eier oder Jungtiere zu bekommen, die man dann selbst reisen kann. Es darf dann natürlich auch nicht "irgendetwas" sein, sondern sollte, wie auch immer das vielleicht möglich ist, schon aus den besten Tauben sein, die dieser Sportfreund hat. Das ist sicherlich nicht einfach. Aber es ist durchaus möglich, wenn man sich rechtzeitig bemüht.
 

Dienstag, 27.10.2026
Sascha am 27.10.2026 um 07:31 (UTC)
 Zuletzt hatten mich mehrere Sportfreunde darüber informiert, dass sie in verschiedenen Angelegenheiten versucht hatten Verantwortliche unseres Verbandes per Mail oder über die Verbandshompage zu erreichen und dass sie nie auch nur eine Rückmeldung erhalten hätten. Ich habe diesen Sachverhalt mit einigen Details gestern einem Mitglied des Verbandspräsidiums geschildert und darum gebeten, dass diese wirklich beklagenswerte Situation noch einmal von den Verantwortlichen thematisiert wird. Mir wurde ausgerichtet, dass man sich dessen, zumindet teilweise, wohl bewusst sei. Aber bisher sei es noch nicht gelungen Abhilfe zu schaffen. Es soll jetzt nochmals besprochen werden. Ich hoffe, dass es besser wird, denn wenn eines nicht geht, dann ist es, dass Züchter einfach gar keine Rückmeldungen mit ihren Anliegen bekommen. Das ist ein Zustand, der absolut nicht tolerierbar ist.
Gestern Nachmittag habe ich den Tauben dann nach unserem Urlaub erstmals wieder Freiflug gegeben. Ich hatte dabei aber nicht bedacht, dass am Wochenende die Uhren zurückgestellt wurden. Also habe ich sie zur gewohnten Zeit herausgelassen und mich dann gewundert, dass es doch recht schnell dunkel wurde. So war der Freiflug nicht besonders lang. Aber das ist letztlich auch kein Problem. Beim nächsten Mal kommen sie früher heraus.
Ein Sportfreund berichtete mir, dass er seit einigen Tagen Probleme in seinem Schlag hat. Er hat einzelne Tauben mit geschwollen Fuß- oder Armgelenken. Sie humpeln, können nicht richtig fliegen etc. Es ist die für diese Zeit fast typische Patatyphus-Symptomatik. So etwas passiert leider wenn die Mauser die Tauben belastet und es dann auch kühler und feuchter wird. Es wird dem Züchter nicht viel übrig bleiben als die Tauben medikamentös zu behandeln. Am Besten nach vorheriger Kotprobe mit Resistenztest. Dazu gehört immer auch eine gründliche Schlagreinigung und später auch die Desinfektion des Schlages und letztlich vorbeugend auch eine Impfung der Tauben mit einem Lebendimpfstoff. Letzterer ist aus meiner Sicht deutlich wirkungsvoller als die heute auch auf dem Markt befindlichen Totimpfstoffe gegen Salmonellen/Paratyphus.
Ich denke mit Blick auf Salmonellen in den Beständen hat Tierarzt Henk de Weerd nicht Unrecht und diese befinden sich unterschwellig in vielen Beständen. Es gibt oftmals Tauben, die Träger der Bakterie sind und diese regelmäßig ausscheiden, aber nicht erkranken. Allerdings nutzt an dieser Stelle, so denke ich, auch die für den Herbst oftmals empfohlene "vorbeugende Antibiotika-Kur" gegen Paratyphus nichts, denn damit bekomme ich eventuell vorhandene Erreger auch nicht komplett aus dem Bestand.
Wir impfen hier seit vielen Jahren in jedem Winter gegen Paratyphus. Vor und während der Mauserzeit setzen wir seit einigen Jahren das Bony Previsal ein. ES besteht aus Mono-, Di- und Triglyceriden von Propionsäure und Buttersäure. Die Forschung hat gezeigt, dass diese Glyceride zur Reduzierung von Salmonellen-Infektionen beitragen können. Es gibt inzwischen auch bei vielen anderen Firmen, die Beiprodukte für den Brieftaubensport herstellen, sehr ähnliche Mittel und meiner Meinung nach funktionieren diese Produkte wirklich gut und helfen bei der Gesunderhaltung der Tauben allemal besser als ein Mal jährlich mit Antibiotika eine Kur über zehn oder vierzehn Tage zu machen. Ich kann jedem Züchter nur raten mal ein Produkt auf Basis dieser Glyceride über ein Jahr konsequent einzusetzen. Ich finde, dass man es den Tauben durchaus ansieht. An der Stelle möchte ich noch einfügen, dass diese Fettsäuren auch ein Grund dafür sind, warum wir seit Jahren konsequent auch da Konditionspulver von Dr. Marien über das ganze Jahr hinweg einsetzen, denn auch dort sind sie enthalten.
 

Sonntag, 25.10.2026
Sascha am 25.10.2026 um 05:10 (UTC)
 Gestern sind wir am Nachmittag aus unserem einwöchigen Urlaub zurückgekehrt. Wir schon in den beiden vergangenen Jahren hatte ich im Vorfeld in allen Schlägen ausreichend Tränken und Futterautomaten aufgestellt um die Tauben während dieser einen Woche darüber zu versorgen.Das hat auch wieder sehr gut funktioniert. Nachdem wir wieder zuhause eingetroffen waren, ging mein erster Weg selbstverständlich zu den Tauben und ich konnte feststellen, dass wieder alle in bester Ordnung war. Alle Tauben waren gut genährt und hatten weiter gemausert und sahen ordentlich aus. Was mir auffiel: ich hatte in allen Schlägen etwa 35 Gramm Futter pro Taube pro Tag abgemessen und in die Automaten gegeben. Während bei sowohl bei den Zuchtvögeln, als auch bei den Reisevögeln noch jeweils ein Rest Futter in den Automaten stand, war bei den Täubinnen jeweils alles aufgefressen. Die Weibchen habe ich dann gestern etwas von Hand nachgefüttert, während die Vögel erst noch die Reste aus den Automaten fressen konnten und erst ab heute dann wieder von Hand gefüttert werden. Weibchen fressen also, wenn man ihnen das Futter ausreichend hinstellt, mehr als Vögel. Das ist eine Erfahrung, die alle Züchter schon einmal gemacht haben. Man muss einfach bei den Täubinnen immer etwas mehr aufpassen, dass sie nicht verfetten als bei den Männchen.
Ich habe immer mal wieder darüber nachgedacht hier auch Weibchen zu reisen. Der Gedanke ist mir auch noch nicht ganz aus dem Kopf gegangen. Ich glaube, dass es auf Sicht bestimmt etwas einfacher wäre mit den Weibchen. Der bekannte und erfolgreiche Sportreund Dennis Faber aus Hamburg sagt dazu in einem aktuellen Artikel im "Taubenmarkt": "Vögel brauchen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit, sie sind sensibler als Weibchen." Das denke ich auch und wenn man wenig Zeit hat oder, wie ich, in Schichtarbeit arbeitet, dann kommen Täubinnen vermutlich besser mit teilweise unterschiedlichen Fütterungs- und Freiflugzeiten zurecht und auch damit, wenn es einmal einfach schnell gehen muss. Daher gab und gibt es bei mir immer wieder die Idee einfach mal Weibchen zu schicken, zumal abgegebene Weibchen aus unserem Schlag es bei anderen Züchtern teils wirklich sehr gut machen. Aber neben einigen Umbauarbeiten im Schlag mit entsprechenden Änderungen für die Weibchen, die wohl notwendig wären, mag ich es einfach mit Witwervögeln zu spielen, sie zu beobachten und wir haben hier ja auch in den letzten 50 Jahren, seit mein Vater hier am Haus angefangen hat Tauben zu reisen, letztlich nie etwas anderes gemacht. Mit dem Spiel von Witwervögeln kenne ich mich, soweit ich das überhaupt sagen kann, durchaus aus. Mit dem Weibchenspiel wäre alles völliges Neuland. Auch hinsichtlich der Fütterung und Versorgung. Aber ich weiß noch nicht ob ich solch einen Versuch einmal starten will nur mit jährigen Weibchen.
Heute geht es daran die Schläge zu säubern und alles wieder ordentlich zu machen und danach können die Tauben dann in Ruhe zu Ende mausern. Insgesamt sehen sie schon wieder sehr gut aus, wie ich gestern sehen konnte.
 

Samstag, 24.10.2026
Sascha am 24.10.2026 um 05:08 (UTC)
 In der zurückliegenden Reisesaison 2026 haben wir bereits zum zwölften Mal die sogenannte Westfalenmeisterschaft ausgeflogen. Dieser Wettbewerb hat inzwischen ein sehr hohes Ansehen bei den Sportfreunden in unserer Region. Ebenso wie die weiteren Regionalmeisterschaften in Hessen, Bayern, Sachsen usw. Als wir in 2015 die Westfalenmeisterschaft ins Leben gerufen haben war es uns wichtig die Bedingungen so zu gestalten, dass möglichst viele Sportreunde ohne großen zusätzlichen Aufwand an diesem Wettbewerb teilnehmen können und dass die Meisterschaft so gestaltet ist, dass auch immer wieder andere Züchter dort vorne mit dabei sein können. Dieses ist uns, denke ich, ganz gut gelungen. In den zurückliegenden 12 Jahren gab es 10 verschiedene Sieger und auch auf den weiteren Plätzen waren immer wieder neue Gesichter bei den zu Ehrenden. Gleiches konnten wir auch bei den jährlich ausgezeichneten AS-Tauben in den verschiedenen Katagorien feststellen.
Die Ausrichtung der Siegerehrung wird stets von RVen oder Organisationen übernommen, die sich frühzeitig dafür beworben haben. Wie der Siegertag dann im Details gestaltet wird, obliegt der ausrichtenden Organisation, wobei sich hinsichtlich des Programmablaufs doch insgesamt eine recht feste Struktur etabliert hat.
Heute in zwei Wochen, am Samstag, den 07. November 2026 richtet die RV Germania Werne aus dem Regionalverband 402 nun den sogenannten "Westfalen-Champions-Day" aus und wird die Sieger des Reisejahres 2026 gebührend ehren. Dazu hat man ein sehr interessantes und ansprechendes Programm zusammen gestellt, welches ich hier einmal veröffentlichen möchte. Jeder interessierte Brieftaubenfreund aus nah und fern ist selbstverständlich herzlich eingeladen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Veranstaltungsort ist das Landgasthaus Simonsmeier, Werner Straße 20, 59394 Nordkirchen.

Hier nun der geplante Programmablauf:

* ab 11:30 Uhr Eintreffen der Gäste

* 12:00 Uhr Eröffnung des WESTFALEN-CHAMPIONS-DAY
- Grußwort des Landrats des Kreises Unna, Mario Löhr
- Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Werne, Lars Hübchen
- Grußwort des Vorsitzenden der RV „Germania“, Michael Schulz
-Grußwort des IG-WESTFALEN-Vorsitzenden, Jochen Höinghaus
-Grußwort des Präsidenten des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter, Martin Stiens
anschl. Ehrung der WESTFALEN-Meister (Teil 1)

* 14:00 Uhr Züchterforum mit Hermann Kallen (mehrfacher Deutscher Meister) u. Otto Klaus (Inhaber der Fa. Klaus Gritsteinwerk)

* 15:00 „Golden Ten“ - Versteigerung von zehn ausgewählten Spendentauben

*16:00 Uhr Ehrung der WESTFALEN-Meister (Teil 2)

*17:00 Uhr Verabschiedung und Ausklang

Weitere Informationen finden sich auch hier auf der Homepage der IG Westfalenmeisterschaft
 

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