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Sonntag, 08.11.2026
Sascha am 08.11.2026 um 07:01 (UTC)
 Aktuell läuft der Verkaufs- und Auktionssaison wieder auf Hochtouren. Tausende Tauben wechseln auf Versteigerungsplattformen im Internet und bei Saalverkäüfen den Besitzer. Schon in drei Wochen findet dann die Deutsche Brieftaubenausstellung in Kassel statt wo viele Sportfreunde Tauben an eigens angemieteten Ständen zum Verkauf anbieten. Ich frage mich oft wer diese vielen Tiere wirklich kauft. Bei nur noch um die 10.000 reisenden Schlägen in Deutschland können diese Massen an Tieren gar nicht alle hier in unserem Land bleiben. Denn es gibt auch nicht wenige Sportfreunde, die gar keine neuen Tiere kaufen.
Ein befreundeter Züchter mit einem überschaubaren Bestand hat sich in den letzten Jahren auch immer mal wieder hier und da Tauben gekauft. Er hatte nie gesundheitliche Probleme in seinem Schlag. Nun hatte er im vergangenen Herbst und in den letzten Wochen wieder einzelne Tauben mit Anzeichen von Ornithose. Ich bin fest davon überzeugt, dass er sich diese Probleme irgendwann "eingekauft" hat. Es ist eben nicht einfach so, dass man mal hier oder da eine paar Tauben kauft und dann schaut ob sie in der Zucht was etwas taugen. Vielmehr kommen bei jedem Neuzugang auch immer Tiere in ein anderes Milieu und bringen manchmal auch andere Erreger mit usw. Gerade Sportfreunde mit größeren Beständen, die hervorragend fliegen, haben nicht selten Tauben, die über die Jahre etwas anfälliger geworden sind. So kann es passieren, dass man sich unbemerkt die Anfälligkeit oder auch Infektionen in den eigenen Bestand trägt.
Ich selbst bin in diesen Dingen sehr vorsichtig. Wenn ich mir Tauben dazuhole, dann versuche ich neben dem Leistungshintergrund darauf zu achten, dass die Tiere einfach aus einem sehr robusten Bestand kommen. Von Sportfreunden bei denen ich mir sicher bin, dass deren Tauben ein wenig etwas "vertragen können" und wo sehr wenig mit Medikamenten gearbeitet wird.
Lachen muss ich manchmal über erfolgreiche Schläge, die auch einen eigenen Bestand und Stamm haben und wo dann plötzlich - fast nur aus Verkaufsgründen - Tauben mit bestimmten Farben (aktuell Schimmel oder auch fahle und rote Tiere) gekauft und die Nachzucht weiterverkauft wird, weil man damit eben ein paar Euro mehr verdienen kann. Das hat natürlich am Ende oftmals nichts mit Leistungszucht zu tun. Aber scheinbar kann man mit so einem Vorgehen gutes Geld verdienen. Die Käufer der Nachzuchttauben schauen dann aber im Nachhinein nicht selten in die Röhre, denn sie haben in der Regel eben nicht aus den besten und erfolgreichsten Tieren etwas bekommen.

Gestern fand der Westfalen-Champions-Day 2026 statt. Die RV "Germania" Werne hatte eine erstklassige Siegerehrung aufgezogen. Einige Bilder zu dieser gelungenen Veranstaltung finden sich hier:

Bilder vom "Westfalen-Champions-Day 2026
 

Samstag, 07.11.2026
Sascha am 07.11.2026 um 07:19 (UTC)
 Unsere Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" ist an diesem Wochenende zum ersten Mal in ihrem neuen Layout und unter Leitung des neuen Chefredakteurs Rolf Schlömer erschienen. Ich muss sagen: wenn die Qualität dieser ersten "neuen Ausgabe" beibehalten wird und beibehalten werden kann, dann ist unsere Verbandszeitschrift endlich wieder auf dem richtigen Weg. Das Layout selbst ist sehr schön und modern, die Artikel sind gut lesbar und die Zeitschrift macht durchaus einen hochwertigen Eindruck. Ebenso finden sich in dieser Ausgabe gleich mehrere sehr interessante und lesenswerte Schlagberichte und Interviews. Da sieht man schon, dass man wirklich bemüht ist unser Verbandsorgan wieder gut aufzustellen. Es wird auch Zeit.
Persönlich würde ich mir manchmal die Schlagberichte noch etwas ausführlicher und inhaltlich detaillierter wünschen, aber solche Berichte zu schreiben und zu veröffentlchen ist auch nicht immer ganz einfach. Trotzdem ist es möglich, wie es beispielsweise in Belgien "De Duif" regelmäßig vormacht, wo es den Autoren immer wieder gelingt unglaublich interessante und durchaus auch lange Schlagreportagen zu verfassen aus denen auch erfahrene Sportfreunde, die wirklich lange dabei sind, noch etwas lernen können.
Insgesamt aber stimmt mich der neue Autritt der "Brieftaube" doch hoffnungsfroh, dass diese Zeitung wieder zu alter Qualität zurückfindet.
In der aktuellen Ausgabe sind auch die Auktionstauben für die Versteigerung auf der DBA in Kassel vorgestellt und auch dort finde ich, dass es Fortschritte gibt. Neben einigen Züchter, die bekannt und Jahr für Jahr in der Auktion dabei sind, sind auch Tiere von Sportfreunden dabei, die nicht allerorten bekannt sind und die nicht regelmäßig selbst Tauben verkaufen, die aber - und das ist das Wichtigste - durch hervorragende Leistungen ihrer Tauben auf ich aufmerksam gemacht haben. Ich denke auch an dieser Stelle ist unser Verband auf einem guten Weg.

Gestern fragte mich ein Sportfreund danach ob ich weiterhin die Futtersorten der Firma Matador für die Reise empfehlen würde. Er habe sich das Futter angsehen, aber er habe auch gut Erfahrungen mit Mischungen der Firma Vanrobayes gemacht. Er wollte wissen ob ich das Futter von Matador für noch besser halte.
Ich habe ihm geantwortet dass es letztlich weitgehend egal ist aus meiner Sicht, welches Futter von welcher Firma man einsetzt.
Entscheidend ist, dass die Qualität des Futters stimmt, dass es sauber ist, keimfähig und dass nach Möglichkeit alle enthaltenen Körnersorten eine gute Qualität haben müssen. Ich habe persönlich schon die Erfahrung gemacht dass ich Futter gekauft hatte, wo der Kardi weitgehend hohl war, ich habe auch schon Futter gehabt aus dem die Tauben den Dari komplett liegen ließen und ich habe es schon öfter erlebt, dass der Weizen im Futter einfach eine schlechte Qualität hatte und kaum gefressen wurde. Diese Erfahrung war ganz unabhängig vom Hersteller. Es waren unterschiedliche Firmen.
Für die Versorgung der Reisetauben sollte man sich Gedanken darüber machen wie man die Tauben führen kann (z.b. ob ein oder zwei Mal täglich Freiflug), ob man die Tauben eher grammgenau oder einfach mit vollem Trog zum Aussuchen fütttern möchte oder gar Zellenfütterung durchführt und am Ende auch darüber ob man Männchen oder Weibchen versorgt. Ich glaube man muss es sich nicht zu kompliziert machen. Es gibt Züchter die reisen mit dem einen Futter super und es gibt Schläge die reisen mit einem ganz anderen Futter und einem anderen Futtersystem hervorragend.
Selbstverständlich ist das Futter der entscheidende Faktor bei der Ernährung unserer Reisetauben. Fast alles was die Taube für ihre Leistungen braucht zieht sie aus dem Futter. Beiprodukte können nur, wenn man das möchte, hier und da ergänzen. Letztlich ist die Fütterung und Versorgung der Reisetauben auch eine Sache des Gefühls und der Beobachtung. Die Meister in unserem Sport haben und hatten oftmals einfach das Talent die Tauben sehr gut zu beobachten, ihre Bedürfnisse abzuschätzen und sie dann entsprechend zu versorgen. Eine Versorgung nach dem Motto: "ich gebe viel und von allem Möglichen etwas und ich möchte der Taube einfach alles bereitstellen, was es so gibt und was sie benötigen könnte" scheint mir doch oft eher zu zeigen, dass der Züchter unsicher ist und dann leider auch oft des Guten zu viel tut.
 

Freitag, 06.11.2026
Sascha am 06.11.2026 um 09:04 (UTC)
 Seit vorgestern findet hier in Soest, wo ich zur Schule gegangen bin, wieder über fünf Tage die Allerheiligenkirmes statt. Es ist die größte Altstadtkirmes Europas und während der Kirmestage sind mehr als eine Million Besucher in der Soester Altstadt um dort zu feiern. Auch ich war gestern und vorgestern bereits mit Familie und Freunden dort unterwegs und neben vielen anderen Freunden und Bekannten, die ich oft nur zur Kirmes treffe, laufen mir unterwegs auch immer wieder einige Brieftaubenfreunde über den Weg mit denen ich dann kurz spreche. Über die Jahre sind es bedingt durch den Mitgliederrückgang leider immer weniger Sportfreunde geworden, die ich während der Kirmes treffe, aber es ist doch immer wieder schön dort Sportfreunde zu treffen, die ich über das Jahr auch gar nicht oder kaum einmal sehe.
Als wir gestern an einer Bierbude standen und ein oder mehrere Getränke zu uns nahmen beobachtete ich an einem der Fachwerkhäuser der Soester Altsstadt unter dem Dach ein offen stehendes Fenster auf dessen Fensterbank ein Taubenpäärchen in der Sonne balzte. Es war ein tolles Bild. Leider habe ich kein Foto gemacht. Das Fachwerkhaus, dahinter strahlend blauer Himmel und ein Fahrgeschäft, welches auf eine Höhe von 80 Meter neben die Soester Kirchtürme fährt und mitten in all dem Trubel dieses Taubenpaar, dass sich gar nicht an den Lärm und die vielen Menschen und die Lichter zu stören schien. Tauben sind schon ganz besondere Tiere.
Kurz vor der Kirmes hat mir leider der Habicht zum ersten Mal in diesem Herbst einen alten Vogel geholt. Beim Freiflug am Vormittag flogen die Tauben plötzlich mit hohem Tempo los. Es kam aber ein Gänsepaar rufend hier über das Dach geflogen und ich dachte, dass die Tauben sich deswegen erschrocken hatten. Kurze Zeit später zischte aber der Habicht vorbei. Ich konnte allerdings nicht sehen, dass er eine Taube geschlagen hat und ging davon aus, dass nichts passiert war. Als ich die Tiere dann aber hereinholte fehlten gleich zwei Tauben. Ich habe den Ausflug dann offen gelassen und das Tipes gerät eingeschaltet um zu sehen ob und wann gegebenenfalls die fehlenden Tauben wiederkommen. Als ich am Nachmittag noch einmal im Schlag war, konnte ich feststellen, dass ein jähriger Vogel gegen 14 Uhr unverletzt wieder heimgekehrt war, aber ein vierjähriger Vogel fehlte und dieser ist leider auch nicht wieder aufgetaucht.
Wenn man den Tauben in Herbst und Winter Freiflug geben möchte, dann muss man damit rechnen, dass die ein oder andere Taube geschlagen wird. Ich habe allerdings selbst einen Fehler gemacht. Ich hatte schon am Morgen gedacht, dass es nicht gut ist die Tauben herauszulassen, weil es sehr kalt war, die Sonne schien mir sehr großer Fernsicht und es Ostwind hatte. Diese Bedingungen nenne ich gerne "Habichtswetter". Ich dachte dann, dass es so lange ruhig war und schon nichts passieren wird, aber ich hätte mich doch besser auf mein Gefühl verlassen und die Tauben drin lassen sollen. Nun ist es ein Vogel weniger und ich muss mir überlegen welche Taube ich stattdessen im kommenden Jahr mit einem der GPS-Ringe auf die Reise schicke, denn dieser Vogel sollte eigentlich mit solch einem Ring im kommenden Reisejahr fliegen. Er war auch schon mit einem GPS-Ring jetzt im Sommer auf zwei Jungtaubenvorflügen unterwegs und das hatte gut funktioniert. Mein Plan ist es einen oder zwei sehr erfahrene Vögel mit diesen Ringen auf der Altreise zu reisen, um ihr Verhalten besser zu verstehen. Dabei geht es nicht darum irgendwie Preise zu fliegen. Ich möchte nur sehen wie besonders erfahrene Tauben sich auf Distanzflügen verhalten.
 

Dienstag, 03.11.2026
Sascha am 03.11.2026 um 14:31 (UTC)
 Am kommenden Samstag, den 07.11. findet der "Westfalen-Champions-Day 2026" im Landgasthof Simonsmeier in Werne statt. Heute möchte ich einmal den dazugehörigen Pressetext hier veröffentlichen. Ich denke, dass es für viele Sportfreunde aus nah und fern eine interessante Veranstaltung wird.

RV „Germania“ Werne richtet den 11. WESTFALEN-Champions Day aus

Mit Blick auf das bevorstehende 100-jährige Bestehen der heimischen Reisevereinigung „Germania“ Werne im Jahr 2027 ist es den Verantwortlichen gelungen, ein weit über die Region hinaus bedeutendes Brieftaubenevent nach Werne zu holen. Am kommenden Samstag, 07. November 2026 findet nunmehr zum 11. Mal der „Champions Day“ der Interessengemeinschaft (IG) der „Brieftaubenfreunde in WESTFALEN“ statt.
Ausgerichtet wird dieser besondere Tag im „Landgasthaus Simonsmeier“, wobei sich ab 11:30 Uhr sportliche und politische Prominenz angesagt hat. Neben Landrat Mario Löhr, der auch Schirmherr dieses „Champions Day“ ist, haben Bürgermeister Lars Hübchen sowie Verbandspräsident Martin Stiens ihr Kommen zugesagt.
Jochen Höinghaus, der seit der Gründung der IG WESTFALEN das Amt des Vorsitzenden bekleidet, macht keinen Hehl daraus, dass er sich besonders über den Veranstaltungsort freut. „Als der Wunsch des „Germania“-Vorsitzenden Michael Schulz an uns herangetragen wurde, haben wir nicht lange gezögert – zumal es für mich als Jahrzehnte langem RV-Mitglied eine Herzensangelegenheit war, dieses besondere Brieftaubensport-Ereignis einmal in „heimatlichen Gefilden“ zu feiern.“
Hinter der IG WESTFALEN stehen rd. 2.500 Mitglieder und die Idee, den jährlichen „Champions Day“ (sprich: die Ehrung der Sieger und Plazierten eines Reisejahres) stets an einem anderen Ort auszurichten. „Der Startschuss fiel im Jahr 2015 mit dem ersten „Champions Day“ in Warstein; danach waren wir u.a. in Kamen, Oelde, Vorhelm, Werl, Delbrück, Senden, Verl-Bornholte und an vielen weiteren Orten“, erläutert IG-Vorstandsmitglied Sascha Mimberg. Schon jetzt steht fest, dass die nächste Veranstaltung am 13. August 2027 in Gütersloh stattfindet.
Am Samstag (07.) stehen jedoch die erfolgreichen Züchter des zurückliegenden Reisejahres im Mittelpunkt. Neben den siegreichen Westfalenmeistern, die traditionell mit Schärpen, Pokalen und Urkunden ausgezeichnet werden, sind eine Vielzahl weiterer Ehrungen und Auszeichnungen vorgesehen. Mehr als zweihundert Urkunden, Pokale und Ehrenpreise warten auf ihre neuen Besitzer.
Viel Resonanz dürfte am frühen Nachmittag das Züchterforum finden, in dem Hermann Kallen aus Moers, mehrmaliger Deutscher Meister und Olympia-Teilnehmer sowie Otto Klaus, Inhaber der Fa. Klaus Gritstein, sachkundig Rede und Antwort zu aktuellen Themen und Fragestellugnen rd. um den erfolgreichen Brieftaubensport stehen werden.
Eine Versteigerung von Spendentauben renommierter Züchter und eine reich bestückte Tombola runden den „Champions Day“ ab, der darüber hinaus bewusst Raum für persönliche Gespräche, Diskussionen und Meinungen lassen möchte.
Gegen 17:30 Uhr wird eine Veranstaltung ausklingen, die nach dem Wunsch der Veranstalter sicherlich dazu beitragen wird, den Zusammenhalt und das sportliche Miteinander rund um den Brieftaubensport in Westfalen zu fördern und weiter zu stärken.
Die zugehörige Auktion zum "Westfalen-Champions-Day" findet sich hier.

Pre-Auktion zum "Westfalen-Champions-Day 2026
 

Sonntag, 01.11.2026
Sascha am 01.11.2026 um 06:59 (UTC)
 Es steht nun in den meisten Beständen bald die Zeit der Impfungen bevor. Je nachdem wie ein Züchter vorgeht und welche Impfungen er für seine Tauben neben der gesetzlich vorgeschriebenen Paramyxo-Impfung für richtig hält, gehen viele Sportfreunde dabei unterschiedlich vor.
Bei uns ist es so, dass v.a. die Zuchttauben jetzt im Winter gegen Paramyxo-Rota mit dem bekannten Impfstoff, sowie gegen Salmonellen mit dem umgewidmeten Lebendimpfstoff Salmoporc geimpft werden. Idealerweise nehmen wir zunächst die Impfung gegen PMV/Rota vor und etwa zwei Wochen später wird dann gegen Salmonellen geimpft. Dieses Vorgehen hat den Hintergrund, dass mir Tierärzte gesagt haben, dass durch die vorhergehende Impfung gegen PMV/Rota das Immunsystem bereits stimuliert ist und dann bei der Impfung gegen Salmonellen die Impfreaktion noch einmal besser ist. Wenn ich danach noch Zeit und Lust habe werden die Zuchttauben etwa vier Wochen vor der Anpaarung noch gegen Pocken geimpft. Nicht so sehr weil ich unbedingt einen Impfschutz gegen Pocken haben möchte, sondern v.a. weil diese Impfung noch einmal das Immunsystem und die Form der Tauben zur Anpaarung hin stimuliert.
Vor längerer Zeit erfuhr ich im Zusammenhang mit der Salmonellen-Impfung, dass es Sportfreunde gibt, die von dem angemischten und gelosten Impfstoff die Menge entnehmen, die sie für ihre Tauben brauchen und entspechend dann verdünnen und den restlichen Impfstoff dann einfrieren um ihn später noch einmal zu verwenden.
Vor Kurzem fragte mich ein Züchter ob ich dieses Vorgehen kenne. Gestern fragte mich ein weiterer Sportfreund danach ob das so möglich sei. Vor etwa zwei Wochen habe ich diesbezüglich mit zwei Taubentierärzten gesprochen (nachdem mich der eine Sportfreund gefragt hatte). Beide Tierärzte haben mir unabhängig voneinander gesagt, dass es nicht gut möglich und eher unsinnig sei den angemischten Impfstoff einzufrieren, da durch das Einfrieren die Flüssigkeit auch kristalllisiert und der Impfstoff und die enthaltenen Erreger - gerade bei einem Lebendimpstoff - an Wirkung verlieren. Auch eine Recherche im Internet meinerseits brachte Folgendes als Ergebnis:
"Lebendimpfstoffe dürfen in der Regel nicht eingefroren werden, es sei denn, die Fachinformation des Herstellers schreibt dies für das jeweilige Produkt explizit vor. Frost kann Mikrorisse in Glasampullen verursachen, wodurch Keime eindringen können. Zudem drohen bei ungeeigneten Impfstoffen ein massiver Wirkungsverlust. Temperaturen unter 0°C schaden dem Impfstoff allerdings. Glasampullen können beschädigt werden (Haarrisse) und führen zu Kontaminationen des Impfstoffs. Viele Impfstoffe flocken beim Einfrieren aus und dürfen danach auf gar keinen Fall mehr eingesetzt werden."
Was die Impfungen insgesamt betrifft erhalten all unsere Tauben immer nur die Impfungen gegen PMV/Rota, gegen Salmonellen und gegebenenfalls gegen Pocken. Weitere Impfungen - etwa mit dem PHA-Impfstoff oder auch gegen Circoviren etc - halte ich nach Rücksprache mit mehreren Fachleuten für vollkommen nutzlos.
 

Samstag, 31.10.2026
Sascha am 31.10.2026 um 06:16 (UTC)
 Das Wetter war hier gestern traumhaft. Von morgens bis abends hatten wir blauen Himmel mit wenigen Schleierwolken und die Sonne schien während des ganzen Tages. Dieses gute Wetter habe ich genutzt um den Tauben in allen Schlägen schon vormittags die Badewanne hin zu stellen und sie ausgiebig in den Volieren baden zu lassen. Vor unserem Jungtierschlag befindet sich keine Voliere und dort baden die Tiere im Schlag, der dann aber bei gutem Wetter recht schnell abtrocknet. Für das Badewasser habe ich hier drei verschiedene Produkte im Einsatz, die ich immer mal wieder nutze. Letztlich sieht es wie folgt aus. Die Tauben baden etwa wöchentlich und bekommen in Woche eins klares Wasser als Badewasser. In Woche zwei bekommen sie das Produkt "Tollisan Ungeziefer Stop Bad". In Woche drei gibt es klares Wasser, in Woche vier das Produkt "Clean Oral" von der Firma Comed. Danach geht es wieder von vorne los. Hin und wieder ersetze ich aber auch das Produkt von Tollisan durch das Badesalz der Firma Röhnfried. Auch in diesem Produkt befindet sich ein Wirkstoff gegen Parasiten. So ist hier der Ablauf in der Mauser- und Winterzeit bis zum Anpaaren der Tauben. Wenn die Zuchttauben später Jungtiere haben gibt es nur klares Wasser oder das Comed-Produkt in das Badewasser und in der Reisezeit gibt es hier bei allen Reisetauben ausschließlich klares Wasser für das wöchentliche Bad.
Gegen Abend dann, als alle Tauben wieder trocken waren, bin ich in alle Schläge gegangen und habe einige Tauben in die Hand genommen und auf ihr Gewicht hin kontrolliert. Die Reise- und Jungtauben sind v.a. auch aufgrund des regelmäßgen Freiflugs in einem prima Zustand und haben nahezu Idealgewicht. Alle Tiere, die ich im Reise- und Jungtaubenschlag in der Hand hatte, hatten bislang einwandfrei gemausert und haben nun noch eine oder maximal zwei Handschwingen stehen. Die Witwerweibchen in ihrer Voliere waren ebenfalls vom Gewicht sehr gut und es gab aus meiner Sicht nichts zu beanstanden. Die Zuchttauben, sowohl Vögel als auch Täubinnen sind mit der Mauser inzwischen allerdings fast völlig durch. Hier und da wird noch die letzte Feder hoch geschoben und einige Tiere neigen jetzt schon dazu, wie ich feststellen konnte, dass sie etwas schwer werden. Daher werde ich dort die Futtermenge ein wenig verringern und komplett auf unsere Wintermichung umstellen.
Ich habe in diesem Jahr während der Mauser das Futter ja insgesamt etwas anders zusammen gemischt. Es bestand aus etwa 50 Prozent der Wintermischung und 50 Prozent von allem Futter, was ich hier noch hatte. Also verschiedene Reisemischungen, die Zuchtmischung usw. Darüber hatte ich vor einiger Zeit geschrieben.
Sofort bezweifelten einzelne Sportfreunde, dass die Tauben mit diesem relativ leichten und rohfaserreichen Futter vernünftig mausern würden. Ich kann nur sagen, dass meine Erfahrung aus früheren Jahren und in diesem Jahr erneut, eine völlig andere ist. Immer wieder höre und lese ich, dass Sportfreunde sagen eine Mausermischung könne nicht reichhaltig genug sein und sie müsse viel Fett und viel Eiweiß enthalten usw. Selbstverständlich ist es wichtig, dass die Tauben während der Hauptmauser fett- und eiweißhaltige Samen bekommen. Beispielsweise Hanf oder Raps oder Rübsen und natürlich auch einige Erbsen, Wicken, Sojabohnen etc. Gerade wenn man nicht ständig und nahezu täglich irgendwelche Beiprodukte einsetzt oder einsetzen möchte, dann sollten die Tauben möglichst viel an Nährstoffen über das Futter bereitgestellt bekommen.
Aber. bei den allermeisten Sportfreunden sitzen die Tauben in der Mauserzeit fest und sind ohne Freiflug. So wie unsere Zuchttauben auch. Wenn man bei der Fütterung nicht ganz genau aufpasst, dann werden die Tiere einfach zu schwer. Dieses Fett, welches sie dann ansetzen durch die oft sehr gehaltvollen Mausermischungen, bekommt man dann nur durch sehr knappe Fütterung im Winter wieder von der Taube herunter. Wenn überhaupt...
Deswegen kann ich nur dazu raten die Tauben in der Mauserzeit nicht zu gehaltvoll zu füttern. Viele der heutigen "Premium-Mausermischungen" der Hersteller sind komplett übertrieben mit teils 14 oder 15 Prozent Fettgehalt und auch einem oft sehr hohen Gehalt an Roheiweiß.
Die Tauben benötigen so viel einfach nicht für eine gute Mauser. Hinzu kommt, dass viele Züchter dann noch, in ihrem Bestreben der Tauben alles für eine hervorragende Mauser zur Verfügung zu stellen, ständig irgendwelche Beiprodukte geben, welche den Stoffwechsel der Tauben, die Leber und die Nieren, unnötig belasten.
Ich kann nur immer wieder empfehlen einen Versuch im eigenen Schlag zu machen und einen Teil der Tauben mit entsprechend teurem Premium-Futter und einem ausgeklügelten Beiprodukte-Programm zu versorgen und einen anderen Teil mit einem günstigeren Futter (mit weniger Roheiweiß und weniger Rohfett), täglich frischen Mineralien, vielleicht etwas Grünzeug und ein oder zwei Mal die Woche mit einem Aminosäuren-/Vitaminpräparat.
Am Ende der Mauser, wenn die letzte Feder hoch geschoben ist, wird man als Züchter bei einer Kontrolle feststellen, dass die Tauben, die einfacher und günstiger versorgt wurden in der Mauserzeit, keinen Deut schlechter gemausert haben als die anderen Tiere und vielleicht sogar im Gegenteil insgesamt sogar vom Gewicht und Allgemeinzustand besser aussehen.
 

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