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Montag, 03.08.2026
Sascha am 03.08.2026 um 04:40 (UTC)
 Die Jungtaubenflüge am zurückliegenden Wochenende sind allgemein sowohl samstags, als auch sonntags wohl ordentlich verlaufen. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass es auch einzelne Organisationen oder Züchter gab, wo es ingesamt schwierig war, aber allgemein scheint es mir doch so zu sein, als seien die Flüge relativ glatt gelaufen.
Auch unsere RV hatte gestern wieder einen Vorflug ab Frankenau über ca 65 Kilometer Entfernung. Die Tauben konnten kurz vor 9 Uhr gestartet werden und kamen pünkltich gegen 9,40 Uhr an. Hier bei uns waren in ca. 5 Minuten etwa die Hälfte unserer eingesetzten Tauben da. Danach kamen sie auch weiter. Aber als es etwa 11 Uhr war oder etwas später fehlten noch 7 Tiere von denen nur ein einziges am späten Nachmittag noch wieder kam.
Interessanterweise bekam ich von einem Sportfreund aus einem anderen Regionalverband, ohne das er wusste wie der Flug bei uns gelaufen war, gestern folgende Email:
"Gestern wieder so ein Flug erlebt denn man nicht verstehen kann. Auflass gut 93 km 9"40 planmäßig kommen die ersten tauben genau um 11 Uhr in 6 Minuten 36 st von 55 in 25 min 47 st. Also um 11"25 danach keine einzige taube mehr den ganzen Tag. 2. und 3. vortour keine taube verloren
Das komische ist bei anderen Kollegen ist es ähnlich..und einige haben alle da oder es fehlen nur 1 bis 2 tauben
Wie ich gehört habe in unserer Nachbar-RV ähnlich einige gut und einige viele verluste..Warum kommen die einen gut und die anderen gar nicht?


Ich hatte vor ein paar Tagen einen interessanten Austausch mit einem erfahrenen und wirklich sehr erfolgreich spielendem Züchter. Er sagte mir hinsichtlich der Verluste etc. dass er glaubt, dass ein großer Teil auf gesundheitliche Ursachen zurückgeht. Das muss nicht notwendigerweise das sein, was wir "Jungtierkrankheit" nennen, sondern kann auch etwas anderes sein. Aber er glaubt, dass viele fehlende Jungtauben einfach nicht einhundertprozentig in Ordnung sind.
Das ist schwer zu beurteilen. Ich kann aber für uns hier sagen, dass bei den fehlenden 6 Jungtauben mindestens drei Tiere dabei sind, die nie richtig krank waren. Aber die auch irgendwie nicht so waren und sind wie ich mir das vorstelle. Es ist für mich schwer zu erklären. Ein fehlender Vogel war auf dem ersten Vorflug nicht mit. Er gefiel mir einfach die ganze Zeit nicht. Er wurde nie richtig rund, wurde nie fest im Fleisch....ich wollte ihn eigentlich aus der Mannschaft nehmen und dachte dann: tu ihn mal rein und schau was passiert. Nun fehlt er. Zweit weitere Jungtiere sind dabei, die eigentlich rund waren, fest waren...aber die eine der beiden hatte immer Hunger und die andere ist eine der flugfaulsten Jungtiere, die wir haben. Beide sind mir schon negativ aufgefallen.
Ich mache mir in einer Tabelle immer Notizen zu den Jungtieren und da hatten diese beiden fehlenden Tiere beide schon negative Bemerkungen.
Es mag sein, dass verschiedene Faktoren zusammen kommen. Einerseits grundsätzlich Orientierungsschwierigkeiten der Tauben und andererseits eben doch die Gesundheit. Die muss heutzutage einfach 110prozentig sein, wenn man die Tauben gut und vernünftig wieder bekommen will.
Es gibt Züchter, die verlieren kaum Jungtiere. Sie spielen sie viel und so oft es geht. Leider berichten diese Sportfreunde selten oder gar nicht darüber wie sie ihre Jungtauben hinsichtlich der Gesundheit führen während der Flüge. Es wäre für alle Sportfreunde sicherlich eine große Hilfe.
Geben diese Züchter nach jedem Flug Medikamente "zur Sicherheit"? Geben sie ganz bestimmte Beiprodukte? Wenn man die Jungtauben über mehrere Wochen alle drei Tage einkorbt zu flügen, dann würde ich sagen, dass das ohne Verluste und bei sehr guten Leistungen kaum möglich ist ohne sehr regelmäßig Medizin zu geben.
Ich bin aber wirklich kein Jungtierspezialist. Wir hatten schon gute Jahre mit den Jungtauben und auch weniger gute Jahre. Aber ich bin was Medikamentengaben betrifft tatsächlich sehr zurückhaltend. Ich würde nie den Tauben regelmäßig diese oder jene Medikation nach einem Flug geben. Aber: wenn es auf dem Weg möglich ist die Tauben gesunder zu halten und Verluste zu vermeiden, dann muss man es zumindest diskutieren.
Möglicherweise hat es auch mit den Schlägen und der Haltung der Tauben zu tun wie die Gesundheit der Tiere sich darstellt. Ein Sportfreund berichtete mir gestern, dass er seinen Jungtierschlag in diesem Jahr etwas "dichter" gemacht hat und dass er noch keinerlei Verluste hatte und er darüber nachdenkt ob die Atemwege der Tauben (die für die Orientierung ja sehr entscheidend sind) nun besser sind, weil sein Schlag vielleicht besser funktioniert. Er hält auch weniger Tiere in seinem Schlag als früher bzw. stellt ihnen mehr Fläche zur Verfügung, da er nur Jungtauben und keine Alttauben reist.
Es ist und bleibt für mich ein spannendes Thema. Ich war bereits sehr früh heute morgen im Jungtierschlag, Der Kot der Tauben war perfekt, die Tauben sehen gut aus und hatten schon wieder Hunger. Das ist immer ein gutes Zeichen. Ich versuche gerade am Tag nach einem Flug immer genau zu beobachten was mit den Tieren so ist. Die Beobachtung ist das alles Entscheidende im Taubensport und daraus richtige Schlüsse zu ziehen. Aber das scheint mir insgesamt auch nicht so einfach zu sein wie man denkt.
 

Samstag, 01.08.2026
Sascha am 01.08.2026 um 06:06 (UTC)
 Ein Sportfreund aus dem Regionalverband 258 war gestern hier in der Region und hat eine ganze Menge verflogene Jungtiere (und eine zweijährige Täubin) abgeholt, die bei Züchtern in unserer Reisevereinigung eingesprungen waren und dann gemeldet wurden. Der Sportfreund tat mir persönlich leid. Er war gesundheitlich auch schwer angeschlagen und hatte von seinen 32 eingesetzten Jungtauben gerade einmal 3 Tiere vom Vorflug zuhause. Nun war auch bei den gemeldeten Tauben eine dabei. So oder so ähnlich ging es dort mehreren Züchtern. Am Abend wurde dann über die Kommunikationskanäle unserer RV besprochen, dass für die kommende Woche ein weiterer Rücktransport von Tauben aus dem genannten Regionalverband organisiert wird, denn inzwischen hatten sich noch mehr Züchter mit zugeflogenen Tauben gemeldet bzw. waren weitere Tiere eingesprungen. Wir hoffen einfach, dass wir auf diesem Weg ein bißchen helfen können.
Heute stehen sehr viele Kabis zu Flügen an ihren Auflassorten und ich kann nur die Daumen drücken, dass die Flüge gut verlaufen. Es haben sich in den letzten Tagen auchn Sportfreunde aus ganz anderen Regionen bei mir gemeldet und über teilweise immense Verluste auf kurzen Vorflügen geklagt und es geht sogar soweit, dass verschiedene Züchter keine Jungtauben mehr reisen möchten. Ich kann das irgendwie verstehen, denn es gibt einfach nichts Schlimmeres als Taubenverluste für uns Brieftaubenzüchter. Neben vielleicht anderen Faktoren bin ich weiter der Meinung, dass dieses Auflassen in Deutschland in zig verschiedenen Himmelsrichtungen und mit zig verschiedenen Flugrouten einfach ein gewaltiger Fehler ist und dort dringend Handlungsbedarf besteht. Aber auch da wird, fürchte ich, nichts zum Besseren passieren.
Nochmals möchte ich auch von hier aus appelieren, dass sich jeder Züchter um seine gemeldeten Tauben kümmert. Das ist das Mindeste was man erwarten kann und sollte von einem Brieftaubenzüchter. Antworten nach dem Motto: "Lass sie fliegen." oder "Die findet schon nach hause." oder gar die gemeldete Taube zu entsorgen sind eine absolute Schande für unser Hobby.
Leider klagen viele Nicht-Brieftaubenzüchter, z.b. aus der Tauben-Hilfe, darüber, dass sie von Seiten unseres Verbandes überhaupt keine Hilfe bekommen. Dort sei oftmals trotz zig Versuchen nicht einmal telefonisch jemand erreichbar. Ich kann es nicht beurteilen, weil ich selbst noch nicht versucht habe in der Verbands-Geschäftstelle anzurufen. Ich möchte nur weitergeben was mit so mehrfach mitgeteilt wurde.
Für uns selbst soll heute abend wieder ein Einsetzen zum Vorflug stattfinden. Er ist über 65 Kilometer Entfernung geplant. Auch da kann man einfach nur versuchen, dass die Jungtauben in guter Verfassung sind und dann hoffen, dass alles gut verläuft und sich auf den Flugleiter verlassen und gleichzeitig immer für sich selbst entscheiden ob man das Wetter und die Umstände für in Ordnung hält um die eigenen Tauben zu setzen und selbstverständlich sollte man auch - vielleicht noch mehr als ohnehin scho - darauf achten in welcher Verfassung und Form sich die eigenen Jungtiere befinden. Wobei ich einfach sagen muss: wenn heutzutage Jungtauben einspringen als Zuflieger, dann sind sie in der Regel deutlich besser in Verfassung als zu Zeiten in denen wir alle mit der Jungtierkrankheit bzw. dem Rotavirus zu kämpfen hatten. Damals kamen oft Tauben in schlimmem Zustand, mehr tot als lebendig, in den Schlag. Das scheint dank der Impfung gottseidank vorbei zu sein.
 

Freitag, 31.07.2026
Sascha am 31.07.2026 um 05:17 (UTC)
 Gestern Mittag hatten wir hier Temperaturen bis knapp unter 40 Grad. Die Luft war sehr drückend, Es zog dann ab etwa 14 Uhr die angekündigte Kaltfront durch mit etwas Regen und v.a. sehr viel Wind. Zwischenzeitlich stürmte es gewaltig. Hier und da sind Äste abgebrochen oder Gegenstände durch die Luft geschleudert worden und ganz hier in der Nähe sind zwei Männer von einem umstürzenden Baum getroffen und verletzt worden. Es war insgesamt ein sehr ungewöhnliches Unwetter, denn es gab nur etwas Regen und nicht, wie sonst bei solchen Wetterlagen, ein starkes Gewitter, sondern es donnerte und blitzte kaum einmal.
Unser Klima ändert sich in ungewöhnlich schnellem Tempo und damit auch die Wetterbedingungen. Das hat nicht nur Einfluß auf uns Menschen, sondern wahrscheinlich noch mehr auf die Tiere und sicherlich auch auf unsere Brieftauben. Da Bedarf es bei allem was wir tun viel Umsicht und Vorsicht. Wenn dann, wie gestern, unsere Flugsicherungskomission auf der Homepage unseres Verbandes eine "wachsweiche" Empfehlung in Form eines "Risikohinweises" für die kommenden Tage bzgl der Flüge gibt, dann denke ich, dass die Institution Flugsicherungskomission insgesamt überflüssig ist oder aber mit den falschen Sportfreunden besetzt ist.
Um es klar zu sagen: Sätze wie: "Hier bitten wir alle Flugveranstalter und Flugleiter darum, Sorgfalt walten zu lassen und eingehend zu prüfen ob Flüge in ihrer Region überhaupt möglich sind!" kann man sich komplett sparen, denn ein solches Vorgehen mit Sorgfalt erwarte ich als Züchter an jedem Flugtag von den Flugleitern und Verantwortlichen ganz unabhängig davon wie das Wetter ist. Entweder man trifft als FSK eine Entscheidung für ganz Deutschland, dass es ein Flugverbot gibt oder man trifft eine Entscheidung für bestimmte Regionenen wetterabhängig oder man sagt besser gar nichts.
Wenn es im Süden deutschlands, wie in dem Schreiben beschrieben, kein gutes Wetter für Jungtaubenflüge gibt, dann ist die FSK dafür da für die betroffenen Regionen die Flüge zu sperren und nicht irgendwelche weitgehend überflüssigen Empfehlungen heraus zu geben.
Es ist auch bei guten Wetterbedingungen schon extrem schwer geworden für unsere Jungtiere sich zu orientieren. Woran auch immer das liegen mag. Da braucht es klare Entscheidungen und nicht irgendwelche Schreiben, die nur geschriebenn werden um irgendjemandem "etwas in die Augen zu machen".
Gleich am Vormittag fahre ich zu unserem Flugleiter und bringe dort einen ganzen Korb voll Zuflieger aus dem Regionalverband 258 hin. Wir sammeln die Tauben dort und dann werden sie von einem sportfreund aus diesem Regionalverband abgeholt und den Züchtern wieder zugeführt Man hatte dort einen Vorflug bei sehr gutem Wetter ganz hier in der Nähe aufgelassen, der völlig daneben gegangen ist Niemand weiß warum. Die Tauben sind vielfach gar nicht abgezogen und springen nun überall hier mit ein. Das gleiche haben wir im vergangenen Jahr schon mal ähnlich erlebt.
Züchter haben in der Aufregung dann oft schnelle Ideen im Kopf woran es gelegen haben könnte. Oft wird von Querflügen und Kreuzungsflügen gesprochen. Ich will das nicht gänzlich in Abrede stellen, aber gerade in diesem Fall sieht man mal wieder, dass es im Kern nicht daran liegt, sondern dass die Tauben einfach gar keine Orientierung finden und nicht in Richtung Heimat los fliegen. Der Auflassort ist so, dass die Tauben von dort bei gutem Wetter (und das war es) fast bis in die Heimat schauen können bis an den Teutoburger Wald. Und trotzdem orientieren sie sich nicht und fliegen südlich und landen dann hier im nördlichen Bereich des Sauerlandes und gehen nicht wieder über den nördlichen begrenzenden "Haarstrang", das ist ein Höhenzug, der nördlich das Sauerland von der Soester Börde und dem angrenzenden Münsterland trennt.
Wir wohnen direkt 500 Meter südlich von diesem Höhenzug und wir kennen das seit Jahrzehnten. Die Tauben tun sich manchmal schwer darüber hinweg zu gehen. Sie müssen es lernen. Auch wenn unsere Tauben überfliegen und von Norden wieder zurück kommen müssen darüber hinweg ist das so. Aber diese Schwierigkeiten haben sich in den letzten Jahren, besonders bei Jungtauben, nochmals verstärkt. Irgendwie orientieren sie sich falsch und anders uns fliegen dann oft erst einmal in die falsche Richtung und südlich und dann finden sie hier nicht mehr weg.
Das Ganze ist einfach ein Symptom für die insgesamt immer größer werdenden Orientierungsprobleme unserer Tauben.
 

Donnerstag, 30.07.2026
Sascha am 30.07.2026 um 05:35 (UTC)
 Gestern sind früh am Morgen und kurz vor Mittag noch zwei weitere Jungtiere vom Vorflug am Dienstag heimgekehrt, sodass aktuell noch drei Jungtauben fehlen. Das ist im Rahmen und ok und vielleicht tauchen von diesen Tieren auch noch wieder welche auf. Nachmittags hatten unsere Jungtiere dann Freiflug am Haus. Ich mache das bei offenen Schlägen ganz bewusst auch bei der Hitze, damit die Tauben es kennenlernen und gewohnt sind. Sie können rein und raus, können zwischendurch trinken und das tun sie auch aufgiebig, aber sie fliegen auch viel trotz der hohen Temperaturen.
Als ich die Jungtauben am Abend dann hereinrief sprangen zwei Zuflieger mit ein. Einen weiteren Zuflieger habe ich hinter unserem Haus gefangen und zwei weitere saßen spät am Abend noch bei uns am Dach.


zwei Zufflieger spät Abends auf unserem Dach

Es ist für mich wirklich unglaublich was hier dieses Jahr los ist bzgl zugeflogenen Tauben. In solchen Massen habe ich das noch nie erlebt.
Aus allen möglichen Regionen und teilweise auch von weit von hier entfernt sitzen hier Tauben, die nicht nach hause gefunden haben. Wr können als Brieftaubenzüchter natürlich weiter machen wie immer, aber meiner Meinung nach ist es dringend an der Zeit hinsichtlich der Taubenverluste andere Wege zu beschreiten.
Gestern sprang hier ein Tier aus Aurich an der Nordseeküste ein. Außerdem, wieder einmal, Jungtauben aus Ostwestfalen und insbesondere aus der Region am Teutoburger Wald. Mit Tauben aus dieser Gegend kann ich hier, wenn ich will, inzwischen einen eigenen Schlag füllen, Dann habe ich eine Alttaube gemeldet, die zugeflogen ist und wo ich dann vom Züchter auch sehr Interessantes erfahren habe. Der Vogel ist eine Weitstreckentaube und hatte vor etwa vier Wochen noch einen Flug ab Agen über mehr als 850 Kilometer erfolgreich bestritten und einen schönen Preis geflogen. Die Taube wurde dann nach entsprechender Erholungszeit für einen Flug ab Marseille eingekorbt und ist nun hier bei uns gelandet. D.h. sie ist viel zu weit geflogen. Der Züchter berichtete, dass vom Marseille-Flug noch viel zu viele Tauben fehlen und man nicht wisse warum das so sei. Er spielt natürlich auch im RV-Programm und dort hatte man tags zuvor einen Jungtaubenvorflug von dem in der ganzen Reisevereinigung viele Taube fehlten. Es fehlte auch diesem Sportfreund jeglicher Erklärungsansatz was schief läuft hinsichtlich der Orientierung unserer Tauben.
Bei der Meldung einiger Jungtauben aus Ostwestfalen hörte ich ebenfalls, dass die Tauben vom Vorflug fehlen und dass teilweise enorme Mengen an Tauben fehlen und man keine Ahnung habe warum das so sei. Die Tauben wurden teilweise exakt hier bei uns in der Region aufgelassen und sind erst gar nicht losgeflogen. D.h. wahrscheinlich hat die Orientierung überhaupt nicht funktioniert.
Heute wird es hier wieder extrem heiß. Dann soll binnen kurzer Zeit am Nachmittag oder Abend eine Kaltfront mit Abkühlung um mehr als zehn Grad und v.a. viel Wind und Sturm durchziehen. Morgen haben wir dann vorraussichtlich Temperaturen von knapp unter 30 Grad und Samstag relativ kühle Temperaturen bevor die Wärme wieder steigt. Am Samstag wird dann wieder ganz Deutschland zu Vorflügen starten, weil es von den Temperaturen her der einzig brauchbare Tag scheint. Es wird wieder großes Durcheinander am Himmel geben und ich würde darauf wetten, dass auch wieder viele Flüge einen schlechten Verlauf nehmen. Es ist ein Unsinn zu glauben, dass man kurz nach einer markanten Hitzewelle und bevor es dann Sonntag und Montag wieder deutlich wärmer wird, einfach so glatte Flüge machen kann, weil an einem Tag angenehmes Wetter herrscht. Es kann selbstverständlich auch gut gehen, aber viele Flüge am Samstag werden wahrscheinlich auch wieder nicht gut laufen. Heute haben wir noch Flugverbot und wenn unsere FSK schlau ist, dann würde sie es ausdehnen bis in die kommende Woche, auch wenn übermorgen vermeintlich gutes Wetter zu sein scheint. Es muss jeder einmal darüber nachdenken wie wir Menschen uns fühlen, wenn das Wetter ein paar Tage heiß war und es dann schnell abkühlt, Wir sind meistens müde und ausgelaugt. Ob es bei unseren Brieftauben genauso ist weiß ich nicht. Aber ich denke es geht ihnen ähnlich und es ist nicht zielführend nur des Programms wegen am einzig wirklich kühlen Tag der Woche dann schnell wieder Flüge durchzuführen. Auch wenn es inhaltlich ein falscher Begriff ist: ich denke, die Luft ist einfach dann nicht "sauber" und ich bleibe bei meiner Meinung, dass wir die Jungtaubenreise komplett neu denken müssten und viel später reisen sollten.
 

Mittwoch, 29.07.2026
Sascha am 29.07.2026 um 04:02 (UTC)
 Leider finde ich aktuell sehr wenig Zeit hier regelmäßig etwas zu schreiben. Neben der Arbeit und der Familie und der Versorgung unserer Tauben versuche ich seit einiger Zeit meinen Nachbarn zu unterstützen, der gesundheitlich angeschlagen ist und versorge seine Tauben auch, gebe den Jungtieren Freiflug usw. So ist immer viel zu tun und die Tage sind gut gefüllt.
Gestern fand für unsere Reisevereinigung der insgesamt dritte Vorflug statt, wobei ich selbst und auch mehrere andere Sportfreunde die Tauben nun zum ersten Mal im Kabi hatten. Das Programm sah bisher so aus: 40 Kilometer, 65 Kilometer und nun wieder 40 Kilometer. Jetzt ist erst einmal eine Pause durch die aktuelle Flugbeschränkung der FSK aufgrund der Hitze und danach soll es dann wieder mit 65 KM Entfernung weiter gehen. Ich denke das ist für die Jungtiere insgesamt ein gutes Programm. Es ist nicht so wichtig die Tauben schnell auf größere Entfernungen zu trainieren, sondern viel wichtiger ist, das sie auf kurzen Entfernungen erst einmal etwas Sicherheit und Routine bekommen.
Beim gestrigen Vorflug konnte man bereits sehen wie wichtig das insgesamt ist. Während die Tauben der Züchter, die zum dritten Mal im Kabi waren, bereits sehr sicher und schnell nach hause kamen, hatten die Tiere, die nun zum ersten mal unterwegs waren doch größere Schwierigkeiten.
Bei uns selbst war es so, dass etwa zwei Drittel der Jungtauben schnell zuhause waren und dann die weiteren Tiere über den Tag verteilt bis in den Abend hinein heimkehrten. Es fehlen derzeit noch fünf Jungtiere. In Anbetracht der Situation, dass unsere Jungtauben am Haus einfach nicht ziehen wollen und auch gar nicht privat vortrainiert wurden, ist das erst einmal ok und vielleicht kommt auch heute morgen noch das ein oder andere Tier wieder.
Wenn es heute und morgen wieder recht heiß wird gehe ich erneut hin und versorge die Tauben mit Elektrolyten und Vitamin C. Ich hatte hier schon einmal geschrieben, dass ich wirklich davon überzeugt bin, das das den Tauben bei hohen Temperaturen gegen den Hitzestress wirklich gut tut und ich behalte das auch weiter so bei. Es gibt immer eine Tränke in dieser Form und wenn sie leer getrunken ist, gibt es wieder klares Wasser.
Insgesamt war gestern hier ein großes Durcheinander in der Luft. Aus allen Richtungen zogen die Tauben kreuz und quer. Das bleibt natürlich nicht aus, wenn alle Organisationen vor der Hitzephase noch schnell einen Flug machen wollen. Wenn dann aber die Tauben auf der Südwestrichtung hier in Schwärmen durchziehen während gleichzeitg viele Tauben auf der Südostrichtung in den Heimatbereich einfliegen, dann gibt das schon einmal ein großes Durcheinander und nicht wenige Tiere fliegen dann in falschen Schwärmen in die falsche Richtung mit. Gerade hier in unserem Bereich werden doch recht viele Jungtauben zu Vorflügen gestartet und manchmal ist das Chaos einfach vorprogrammiert. Ich halte es übrigens immernoch für einen großen Quatsch wieviele unterschiedliche Reiserichtungen wir in Deutschland beschicken. Aber den Punkt werden wir wohl nicht mehr ändern.
Beim One-Loft-Race "Upland-Derby" fand gestern der erste Wertungsflug über gut 100 KM Entfernung statt und eine Jungtaube, die hier in unserem Zuchtschlag groß wurde, belegte den dritten Platz und gewann einen kleinen Geldpreis. Das ist auch mal eine schöne Sache, wenngleich bei einer Massenankunft natürlich einfach auch viel Glück dazu gehört, wenn ein Jungtier unter den ersten Tauben einspringt.
 

Samstag, 25.07.2026
Sascha am 25.07.2026 um 05:44 (UTC)
 Heute feiert unsere Reisevereinigung "Möhnetal-Warstein" ab den Mittagsstunden in einem kleinen Festakt ihr 100-jähriges Bestehen in unserer Einsatzstelle. Neben den aktiven Mitgliedern der RV sind selbstverständlich auch gerne ehemalige Sportsfreunde und am Brieftaubensport interessierte Bürger eingeladen ein paar schöne Stunden bei Essen und Trinken miteinander dort zu verbringen.
Persönlich kann ich leider nicht an der Feier teilnehmen, denn ich muss ab heute mittag arbeiten. Jetzt in der Urlaubs- und Ferienzeit kann ich nicht einfach Dienste tauschen oder kurzfristig frei nehmen und so werde ich den Nachmittag auf der Arbeit verbringen statt gemeinsam mit Sportfreunden zu feiern.
Hier in der Region starten jetzt in Kürze auch viele Reisevereinigungen ihre Jungtaubenvorflüge, sodass ich auch darauf verzichte heute morgen unsere Jungtauben fliegen zu lassen. Am Nachmittag und Abend geht es dann aus Zeitgründen nicht und so habe ich beschlossen, dass ich die Jungtiere noch einmal in unsere Kabi- und Trainingsboxen setze über den Tag wo sie sich an den Aufenthalt in den Kabinen gewöhnen können.
Dummerweise steht ab der nächsten Woche wohl die nächste Hitzeweille an, sodass es schwierig wird die Jungtaubenflüge wie geplant durchzuführen. Aber das ist dann nicht zu ändern. Man muss einfach geduldig sein. Ich bin weiter der Meinung, dass es sinnvoller wäre die gesamte Jungtierreise viel später, etwa ab Mitte August durchzuführen. In aller Regel schlägt dann das Wetter um und es wird stabil kühler. Eine Jungtaube kann auf einem Flug durchaus einen Schauer Regen mal vertragen, aber Hitze ist für die Jungtiere eher tödlich.
Auch gestern Abend sind hier wieder drei Zuflieger eingesprungen. Alles Jungtiere. So geht es jeden Tag. Eine Jungtaube war aus einem Verein im Münsterland, aus dem ich erst am Vormittag in Absprache mit dem Züchter eine Taube hatte vom Parkplatz an meiner Arbeitsstelle fliegen lassen. Diese Jungtaube war allerdings von einem anderen Sportfreund des Vereins.
Wir liegen hier, wenn man so will, in einem Knotenpunkt an dem sowohl viele Tauben auf der Südost- als auch auf der Südwestrichtung gestartet werden oder durch ziehen. So haben wir immer recht viele Zuflieger. Aber was sich in dieser Woche hier abgespielt hat, habe ich so auch noch nicht erlebt. Es scheint überhaupt keine Jungtiervorflüge mehr zu geben, bei denen in der Mehrheit alle Züchter einer Organisation ihre Tauben zuhause haben am Abend. Stattdessen empfinden die allermeisten Sportfreunde es inzwischen als völlig normal wenn zwei, drei, vier oder gar mehr Jungtiere fehlen. Ich erinnere mich noch daran, dass früher die Züchter in der Regel mit 30 bis 50 Jungtieren die Jungtierreise begannen und am Ende hatten sie 25 oder 40 übrig und daraus wurden dann die Reisetauben für das nächste Jahr ausgewählt. Die Verluste waren allgemein sehr gering, wenn nicht mal ein Jungtierflug total daneben ging. Dann kamen zwei Jahrzehnte der Probleme mit der Jungtaubenkrankheit und häufig großen Verlusten, weil man nicht bemerkt hatte, dass die Tiere krank waren oder die Jungtauben sich im Kabi infizierten.
Inzwischen haben wir seit mehreren Jahren die Rota-Impfung, die sehr gut wirkt und mit der wir unsere Jungtiere vor der Jungtaubenkrankheit schützen können. Aber es ist leider mit den Verlusten nur bedingt besser geworden. Sportfreunde, die ihre Tauben viel trainieren, verlieren schon auf den privaten Trainingsflügen oftmals zu viele Tauben und Züchter, die weniger oder gar nicht trainieren verlieren sie auf den Vor- und Preisflügen. Am Ende der Jungtiersaison sind viele Züchter froh wenn die Hälfte ihrer Jungtiere noch da ist. Nicht nur hier bei uns ist das so, sondern noch extremer teilweise in den Niederlanden oder Belgien. Allerdings hat niemand eine Erklärung dafür warum es so schwierig ist für die jungen Tauben nach hause zu finden und so lebt man irgendwie damit, dass leider viele Tiere verloren gehen und reagiert allenfalls darauf inn dem man einfach mehr Jungtauben züchtet. Ein richtiger und guter Weg ist das allerdings nicht.
 

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