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Dienstag, 27.09.2022
Sascha am 27.09.2022 um 05:22 (UTC)
 Unser Dorfjubiläum ist insgesamt sehr gut gelaufen und über den Tag verteilt waren auch viele Menschen, besonders viele Kinder, an unserem Stand. Leider hatte ich wenig Zeit gute Fotos zu schießen, aber ich bekomme wahrscheinlich noch einige Bilder, die ich dann hier einstellen kann.
Was mir über den Tag so auffiel: die Kinder und Erwachsenen an unserem Stand interessierte der Brieftaubensport gar nicht so sehr als "Sport" mit dem Wettkampfgeschehen. Viel mehr interessierten sich die meisten Leute doch mehr am Umgang mit den Tauben als Solches. Kinder wollten die Tauben streicheln, man fragte, was sie zu fressen bekommen, was man mit Tauben macht, die im eigenen Garten zwischengelandet sind usw. Ebenso interessierte man sich für die verschiedenen Farben und hatte Spaß an einer Taube, die wir dort in einem Ausstellungskäfig präsentiert hattem, denn diese verteidigte den Käfig durch schlagen, beißen und kämpfen.
Besonders einige Herren an unserem Stand fragten auch nach der Technik und dem Besatz des Kabinenexpresses und zwischenzeitlich haben wir dann auch immer, zur großen Freude der Kinder, einige Tauben boxenweise fliegen lassen, die dann auch sehr schnell in Richtung Heimatschlag abzogen, denn wir hatten obendrein richtig Glück mit dem Wetter.
Absolut positiv war der Stand unseres Verbandes, den wir uns dort ausleihen konnten und der uns per Spedition geschickt und auch wieder abgeholt wurde - selbstverständlich kostenfrei. Dieses Zelt mit allem was dazu gehört ist Klasse und wer in irgendeiner Form Öffentlichkeitsarbeit leisten möchte bei einer Veranstaltung, der sollte wegen des Standes unbedingt beim Verband anfragen.
Was ich für mich persönlich aus so einem Tag herausziehen kann ist die Tatsache, dass es an Brieftauben interessierten Menschen völlig egal ist, ob wir 100 oder 600 Kilometer Flüge machen. Denn sie bewundern die Heimkehrleistung ohnehin. Es ist ihnen auch egal ob wir dort dann 500 Tauben auflassen oder 10.000. Selbstverständlich wäre ein Auflass von 10.000 Tauben beeindruckender, aber insgesamt ist das vielen Menschen nicht wichtig. Schon gar nicht wichtig sind den Kindern und Erwachsenen unsere Meisterschaftssysteme. Es interessiert sie für den Anfang überhaupt nicht.
Wenn man also überhaupt irgendwie Menschen für den Brieftaubensport interessieren möchte, dann geht das nur über den Bezug zum Tier. V.a. über den Bezug zur Einzeltaube oder zu wenigen Tauben. Bestände von hunderten Tieren schrecken jeden halbwegs interessierten Menschen ab. Man kann ja auch schlecht vermitteln, warum man 300 und mehr Tauben halten muss, wenn doch die Tiere, die wir zu Wettflügen einsetzen, zumeist alle wieder nach hause kommen.
Alles in allem bleibt für mich als Eindruck aus diesem Präsentationstag v.a. dass wir die sehr negative Mitgliederentwicklung in den letzten Jahren und Jahrzehnten durch verschiedene Faktoren zu einem großen Teil selbst verschuldet haben. (Natürlich neben der allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung, die weg geht von Tierhaltung, vom Vereinswesen usw.). Wir haben so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Der Trend zu immer größeren Taubenbeständen weg von der Beschäftigung mit dem Einzeltier, die Kommerzialisierung des Sportes mit Taubenverkäufen zu Preisen, die man niemandem vermitteln kann und die zumeist unsinnigen Meisterschaftssysteme mit X Tauben über X Flüge etc. sind nicht mehr zeitgemäß und nicht mehr förderlich. Dass wir in unserem starren Festhalten an diesem altuellen Status Quo allerdings den Trend noch einnmal umkehren und den Brieftaubensport noch einmal attraktiv machen können, glaube ich kein bißchen. In diesem Zusammenhang muss ich auch sagen, dass die Beteiligung der Züchter aus unserer RV und die Beteiligung des RV-Vorstandes und des Vorsitzenden bis auf ganz wenige Ausnahmen (diesen sportfreunden möchte ich hier noch einmal herzlich danken) schlicht und einfach erbärmlich war....

 

Samstag, 24.09.2022
Sascha am 24.09.2022 um 16:52 (UTC)
 Gestern und heute waren wir damit beschäftigt für das morgige Dorfjubiläum soweit alles vorzubereiten. Es ist jetzt kein riesiger Aufwand, den wir dort betreiben mussten, aber man muss trotzdem an so einiges denken. Am Abend bin ich außerdem damit beschäftigt die Einladungen für die Siegerehrung zur Westfalenmeisterschaft 2022 fertig zu machen damit diese an die zu ehrenden Sportfreunde heraus geschickt werden können. Das ist in diesem Jahr noch etwas mehr Arbeit als sonst, weil auch die Sieger des Jahres 2021 am 29.10. in Verl geehrt werden sollen. Aber auch das ist nun in Kürze alles erledigt und dann fahren wir ab Montag erst einmal für eine Woche in den Urlaub.

Weitere Informationene zur Westfalenmeisterschaft und zum Siegertag gibt es auf IG Westfalenmeisterschaft

 

Donnerstag, 22.09.2022
Sascha am 22.09.2022 um 17:48 (UTC)
 Heute habe ich sowohl im Witwerschlag, als auch im Zuchtschlag die Geschlechter getrennt und die nun absetzbereiten Jungtiere der Sommerzucht in ein extra Abteil gesetzt. Außerdem erst einmal die Schläge ein wenig gereinigt, wobei eine "Großreinigung" demnächst auch nochmal erfolgt. Aber jetzt kehrt erst einmal Ruhe ein und die Tauben können weiter mausern. Nur unsere Jungtauben sind noch allesamt, sowohl Vögel als auch Weibchen, im Jungtierschlag. Sie fallen aber auch gerade komplett aus ihrem Federkleid und haben kein Interesse daran zu paaren. Deswegen können sie dort problemlos so weiter verbleiben.
Sämtliches Futter was hier noch von Alttierreise, Jungtiereeise und aus der Zuchtsaison lagerte, habe ich nun in einer großen Tonne gemischt. Auch den restlichen Hanf und die noch vorhandenen Sonnenblumenkerne und Nüsse habe ich dazu gegeben und damit sind die Tauben aus meiner Sicht nun auch bestens versorgt um gut zu mausern. Alle Tauben erhalten nun das gleiche Futter so lange bis es aufgebraucht ist. Während der nun folgenden Herbst- und Wintermonate versuchen wir uns alles möglichst einfach zu machen, damit wir die Zeit, die uns zur Verfügung steht, dazu nutzen können uns mit den Tauben zu befassen und weniger damit zu verbringen zu sauber zu machen, Futter oder Wasser anzurühren usw. Nach Abschluss der Mauser stellen wir dann, meistens irgendwann nach Weihnachten auf ein Winterfutter um.
 

Mittwoch, 21.09.2022
Sascha am 21.09.2022 um 17:39 (UTC)
 Am kommenden Wochenende feiern unsere beiden kleinen Ortschaften Nieder- und Oberbergheim hier ihr 950-jähriges Bestehen. Für den kommenden Sonntag ist ein Markttag geplant, auf dem sich auch die verschiedenen ortsansässigen Vereine präsentieren.
Wir werden selbstverständlich auch unser Hobby "Brieftaubensport" dort vorstellen. Der Kabinenexpress unserer Reisevereinigung wird dort präsentiert und wir werden, wenn das Wetter mitspielt, immer mal wieder einige Tauben aus dem Kabi starten lassen. Außerdem haben wir vom Deutschen Brieftaubenverband einen Stand gesendet bekommen, den wir dort aufstellen. Es handelt sich um ein bedrucktes Zelt, aus dem z.b. ein Kabi und fliegende Tauben usw. aufgedruckt sind. Unter diesem Zelt werden wir verschiedene Facetten unseres Hobbys präsentieren. Beispielsweise das Einsatzgeschäft früher (mit Uhr und Gummiringen) und heute (mit einer Tipes-Antenne und Bediengerät usw). Durch das Tipes-Mobil können wir auf einem Laptop zeigen wie die Tauben, die wir dort starten, einige Zeit später zuhause registriert werden usw. Wir haben auch einen alten Reisekorb aus der Zeit, in der die Tauben noch mit der Bahn zum Auflassplatz transportiert wurden dort usw.
Wir hoffen natürlich, dass das Wetter auch mitspielt, sodass wir Tauben starten können und dass dann entsprechend viele Besucher vor Ort sind. Ich denke es ist immer gut, wenn wir unser Hobby auch einmal positiv in die Öffentlichkeit tragen.



 

Dienstag, 20.09.2022
Sascha am 20.09.2022 um 17:26 (UTC)
 Gestern hatte ich über die Selektion jetzt nach der Reise gesprochen. Auch darüber, dass wir für die Reisetauben einen gewissen Anspruch haben und dann für jede Taube schauen, ob sie diese Norm für uns erfüllt hat.
Ich hab vor einiger Zeit schon einmal darüber geschrieben, aber wo ich gerade bei diesem Thema bin wiederhole ich mich da ein wenig: für die Selektion der Reisetauben mache ich für jede einzelne Taube eine Auswertung nach einer 25 Prozent-Preisliste wie es sie früher gab. Grundsätzlich scheint mir, dass die Einführung der 33-Prozent-Listen vor längerer Zeit das Niveau und die Qualität der Tauben auf die Dauer nochmals gesenkt hat.
Ich möchte das einmal an einem Beispiel erläutern: einer unserer Vögel flog als Jähriger von 11 Einsätzen 10 Preise. Nach der 25 Prozent-Preisliste wären es von 11 Einsätzen 8 Preise gewesen. Für eine jährige Taube ist das in Ordnung bzw. gut. Als Zweijähriger flog er von erneut 11 Einsätzen 8 Preise. Nach der 25-Prozent-Preisliste flog er 11/7 Preise. Das hat im letzten Jahr gerade noch gereicht um weiter in der Mannschaft zu bleiben, denn Alttauben sollten bei uns 60 Prozent oder mehr Reiseleistung haben und den ein oder anderen frühen Preis.
In diesem Jahr fliegt dieser Vogel nun 12/8 Preise. Es wären also wieder gut 60 Prozent Reiseleistung. Allerdings erzielt der Vogel in der 25-Prozent-Preisliste nur noch 5 Preise bei 12 Einsätzen.
Und an diesem Punkt hakt es dann für uns ein Stück weit. Wir sind zwar der Meinung, dass man auch einige alte und erfahrene Tauben für die Reise benötigt in unserem deutschen RV-System, die vielleicht nicht mehr so früh ihre Preise fliegen. Aber nur gut 40 Prozent Reiseleistung dieses Vogels in der 25-Prozent-Preisliste sind dann doch etwas wenig und so werden wir uns wahrscheinlich von ihm trennen. Denn es scheint eher unwahrscheinlich, dass er im kommenden Jahr plötzlich wieder zweistellig oder mehrfach Spitze fliegt.
Es gibt allerdings auch Tauben, die in höherem Alter plötzlich wieder mehr Preise fliegen. Deswegen möchte ich das alles nicht zu sehr verallgemeinern. Trotzdem ist diese Form der Auslese für uns insgesamt eine sinnvolle Sache.
Wenn ich an unsere besten Tauben aus früheren Jahren denke, die in einer 25-Prozent-Liste zweistellig flogen. Das waren schon gute Tauben. Aber jeder kann für sich ja mal den Test machen und schauen wieviele Preise seine Zweistelligen (wenn er denn welche hat) in einer 25-Prozent-Liste geflogn hätten. Manchmal erschreckt man sich, wenn dann statt 12/10 plötzlich 12/7 oder 12/6 dabei herauskommt.
 

Montag, 19.09.2022
Sascha am 19.09.2022 um 16:05 (UTC)
 Derzeit sind wir noch dabei die Tauben zu selektieren. Bei den Reisetauben ist das relativ einfach. Wir machen für uns eine Vorgabe was eine Alttaube oder eine jährige Taube geflogen haben muss und die Tiere, welche diese Vorgabe nicht erreicht haben, werden aus dem Bestand genommen.
Die Jungtauben lassen wir, unabhängig von der Reisleistung, erst einmal alle laufen und behalten sie für gewöhnlich auch, wenn sich nicht während der Herbst- und Wintermonate einige gesundheitliche Probleme zeigen oder die Jungtiere in anderer Weise negativ auffallen.
Bei den Witwerweibchen mache ich über das Jahr in einer Kladde immer einige Notizen. V.a. wenn sie irgendwie negativ auffallen. Sei es gesundheitlich, sei es, weil sie schlecht legen, nicht so paarig sind, wie wir uns das vorstellen oder weil sie im Schlag zu scheu sind oder ähnliches. So nehmen wir letztlich nach jeder Saison auch einige Witwerweibchen aufgrund dieser Notizen aus dem Bestand und diese werden dann wiederum durch junge Täubinnen ersetzt.
Der schwierigste Punkt ist eine Selektion bei den Zuchttauben. Selbstverständlich nehmen wir Zuchttiere aus dem Bestand, die in zwei oder allerhöchstens drei Jahren keine brauchbare Nachzucht gebracht haben. Außerdem auch Tiere, die vielleicht schon sehr gute Nachzucht gebracht haben, aber nur in Einzelfällen und nicht in der Breite oder wenn es uns zu lange zurück liegt, dass aus einenm Zuchttier mal eine gute Taube gekommen ist.
Wenn das alles abgeschlossen ist, dann nehme wir jede einzelne Zuchttaube in die Hand und schauen wie sie sich körperlich präsentiert. Denn Tauben sind ja unterschiedlich. Einige sind bis ins hohe Alter sehr vital, andere verlieren früher an Vitalität und das fühlt man dann auch. Die Körperspannung lässt nach, sie wirken dann ein wenig "ausgetrocknet" - es ist schwer zu beschreiben. Wenn uns eine Taube dann einen allzu nehativen Eindruck macht, kommt sie weg.
Natürlich kann man auch aus guten Tauben bis in ein recht fortgeschrittenes Alter noch gute Nachzucht züchten. Aber unserer Ansicht nach wird das dann mit zunehmendem Alter doch seltener.
Unser 526, der 2020 bester jähriger Vogel in Westfalen und 14.AS-Vogel BRD wurde, stammte auch aus Eltern, die in seinem Geburtsjahr 7 bzw. 9 Jahre alt waren. Aber beide waren (und sind auch heute noch, wobei seine Mutter leider nicht mehr legt) noch ausgesprochen vital. Sind die Tauben vital, können sie auch gute Nachzucht bringen. Aber irgendwann lässt das doch nach. Es hängt auch ein wenig damit zusammen wie man seine Zuchttauben halten kann. Idealerweise könnte man den Zuchttieren um ihre Vitalität zu erhalten, auch immer mal wieder Freiflug geben. Aber hier in der Gegend ist das bzgl der Greifvögel kaum möglich.
Wenn man einmal ehrlich ist muss man aber auch folgendes sagen: wieviele Zuchttauben gibt es wirklich, die regelmäßig bis ins hohe Alter immernoch gute Nachzucht bringen? Das ist doch eher selten. Die meisten sogenannten Zuchttauben sind letztlich doch nur Vermehrungstauben mit denen man manchmal ein wenig Glück hat gute Nachzucht zu züchten.
Wenn man allerdings einen solchen Top-Vererber mal in seinem Schlag hat, dann tut man gut daran ihn bis ins hohe Alter zu hegen und zu pflegen...meistens kriegt man so eine Taube nie wieder.
 

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