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Mittwoch, 04.03.2026
Sascha am 04.03.2026 um 07:30 (UTC)
 Seit gestern haben die Paare in unserem Witwerschlag reichlich Stroh als Nistmaterial im Schlag liegen. Es ist dann wie immer: einige Tiere tragen nur zwei, drei Halme in ihre Nistschale und andere Tiere bauen riesige Nester. Ich weiß nicht woran das liegt, aber es sagt erst einmal, so denke ich, auch nichts über die Qualität oder die Zellenliebe einer Taube aus.
Dennoch halte ich es insgesamt für wichtig, dass die Tauben mit dem Nistmaterial ihrem natürlichen Trieb des Nestbaus nachkommen dürfen. Es ist sicherlich nicht entscheidend ob man den Tieren Stroh als Nistmaterial zur Verfügung stellt oder Tabakstengel oder irgendetwas anderes und es ist auch nicht wichtig ob man Pappnistschalen nutzt oder Tonnistschalen oder Schalen aus Kunststoff. Aber ich sehe immer mal wieder Videos im Internet oder Fotos im Netz oder in Zeitschriften, in denen die Schalen mit Zeitung eingeschlagen sind oder mit Nistmatten ausgelegt sind, aber in denen den Tauben keinerlei Nistmaterial zur Verfügung gestellt wird. Selbstverständlich legen die Täubinnen auch so ihre Eier und die Paare brüten und ziehen die Jungtiere auf. Aber ich halte es doch für sehr wichtig, dass man an den Punkten, an denen die Tauben ihrem natürlichen Trieb nachkommen möchten, diesem auch entspricht. Beispielsweise durch Nistmaterial beim Nestbau. Das fördert die Nest- und Zellenliebe und insgesamt auch die Bindung an den Schlag - gerade auch bei jährigen Tauben.
In unserem Zuchtschlag nutzen wir Tonnistschalen mit Einlagen. Aber die Tauben bekommen auch immer zum entsprechenden Zeitpunkt Stroh als Nistmaterial. Im Witwerschlag nutzen wir nur Pappnistschalen. Aber auch da bekommen die Tiere, wie beschrieben, Stroh um ihre Nester zu bauen.
Wir alle halten die Brieftauben über das Jahr schon ein ganzes Stück weit unnatürlich. Aber da wo man es tun kann, da sollte man ihnen doch Natur bieten oder ihrem natürlichen Trieb und Instinkt entsprechen.
Zu unserem Besuch bei Tierarzt Boskamp möchte ich noch eine kleine Anekdote erzählen: ich hatte vor einiger Zeit hier über einen jährigen Vogel geschrieben, der im Witwerschlag unglaublich wässrigen Kot absetzte. Seit der Vogel verpaart ist und eine Zelle hat, ist das schon deutlich besser geworden. Aber ich habe den Vogel dann selbstverständlich zur Untersuchung mitgenommen. Um es kurz zu machen: der Kloakenabstrich war völlig einwandfrei und auch im Kropfabstrich war der jährige Witwer eigentlich der beste von allen untersuchten Tauben. Es war, so wie ich schon vermutet hatte und so hatte es mir der Tierarzt dann auch bestätigt, vermutlich reine Nervosität.
 

Dienstag, 03.03.2026
Sascha am 03.03.2026 um 07:15 (UTC)
 Gestern habe ich mich gemeinsam mit zwei weiteren Sportfreunden auf den Weg nach Holland in die Tierarztpraxis von Peter Boskamp gemacht um dort einige unserer künftigen Reisevögel untersuchen zu lassen. Wir hatten einen schönen Tag und Peter Boskamp hat sich wirklich sehr viel Zeit für uns genommen und wir waren etwa 90 Minuten in der Praxis und konnten uns mit dem Tierarzt ausführlich zu verschiedenen Themen austauschen.
Für mich war die Untersuchung insofern sehr spannend, weil ich, so wie ich es hier beschrieben hatte, im Herbst und Winter durchgänig etwa zwei Mal in der Woche zwei Produkte von Bonpharma eingesetzt hatte um die Tier ein einem guten Gesundheitszustand zu halten. Ich hatte diese Produkte über die Tränke eingesetzt neben unserer seit Jahren üblichen Grundversorgung mit Gemüse und den Produkten von Dr. Marien wie ich sie hier schon mehrfach beschrieben habe.
Die Frage für mich war nun also: haben diese beiden Beiprodukte etwas gebracht? Ich hatte ansonsten ja nichts verändert. Zur weiteren Untersuchung hatte ich auch eine Kotprobe gesammelt und zur Untersuchung mitgenommen. Diese wird aktuell noch bakteriologisch untersucht und ich bekomme in etwa einer Woche das endgültige Ergebnis. Aber positiv war schon einmal, dass keine Kokzidien in der Kotprobe enthalten waren.
Der Kropfabstrich der Tauben war insgesamt auch sehr aufschlussreich. Er war ein ganzes Stück besser als bei der Untersuchung zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Ich hatte für die Untersuchung vier Vögel mitgenommen. Da die Tauben aktuell ja gepaart sind und treiben hätte ich die Möglichkeit die Vögel, wenn es akut notwendig wäre, jetzt sofort gemeinsam mit ihren Täubinnen zu behandeln.
Zwei Witwervögel wiesen im Kropfabstrich einige, wenige Trichomonaden auf. Zwei Vögel hatten gar keine Trichomonaden. Was die Schleimentwicklung im Atemwegsbereich betrifft waren die Tauben auch ein ganzes Stück besser als im letzten Jahr. Man darf dabei immer nicht vergessen, dass die Tiere wegen der Greifvogelplage seit mehr als einem Halben Jahr festsitzen. Dass sich dann Schleim und Sekret bildet ist auch ein Stück weit normal. Man bekommt den Schlag ja auch nie völlig staubfrei. Besser wäre in dieser Hinsicht sicherlich ein durchgängiger Aufenthalt in einer Voliere. Hätten die Tiere im Winter durchgängig Freiflug, dann wäre die Problematik mit dem Schleim sicherlich auch ein Stück weit geringer. Aber insgesamt war ich mit dem Zustand der Vögel auch in dem Punkt zufrieden.
Interessant ist bei Peter Boskamp auch immer die Untersuchung im Abstrich auf die Pseudomonas-Bakterien, denen der Tierarzt ja schon seit längerer Zeit einen gewissen nachteiligen Effekt auf die Reiseleistung und v.a., wenn sie überhand nehmen, hinsichtlich der Verluste zuspricht. Auch hier waren zwei Vögel leicht betroffen und zwei Vögel nicht sichtbar. Es war kein schlimmer Befall aber man muss es halt immer im Auge behalten. Der Vorteil bei diesem Erreger ist, wenn man so will, dass er in der Regel bei zunehmenden Temperaturen und Trockenheit eher weniger Schwierigkeiten macht. In diesem Bereich werde ich aber nochmal ein wenig vorbeugend arbeiten und den Schlag nach dem Trennen ein Mal mit dem wirksamen Desinfektionsmittel Virkon S desinfizieren und ich werde jetzt auch dahingehen und die Tränken wieder täglich wechseln, reinigen und austrocknen lassen. Das mache ich in der Winterzeit ganz bewusst nicht um ein wenig die natürliche Immunität der Tauben zu steigern.
Neben den Witwervögeln hatte ich noch das alte Zuchtweibchen mitgenommen, welches im vergangenen Jahr beim vierten Gelege Legenot bekam, Ich hatte darüber geschrieben. Es ist ein super Zuchtweibchen und es wäre schade, wenn ich keine Gelege mehr von ihr bekäme. Der Täubin sieht man aktuell gar nichts mehr an und sie ist sehr paarig und dreht sich und brummt sobald sie mich sieht. Peter erklärte mir, dass die Schleimhäute der Taube im Kloakenbereich sicher geschwächt seien und man nicht ganz sicher sagen könne inwieweit ihr das Legen künftig Probleme macht, aber die Taube sei insgesamt in einem Zustand, dass ich sie anpaaren könne. Ich wollte aus dem Weibchen, das inzwischen 8 Jahre alt ist, nicht mehr unbedingt Nachwuchs für die Reise züchten. Aber ich hätte gerne noch etwas von ihr in ein oder zwei Inzuchtverpaarungen für die Zucht. Das werde ich dann in absehbarer Zeit angehen.
Auf dem Rückweg sind wir noch durch einen kleinen Ort in der Nähe in Belgien gefahren. Dort war ein riesiger Handel für Tierfutter und Produkte. Ein beeindruckendes Geschäft in dem es alle möglichen Futtersorten gab, die für Tauben in den Niederlanden, Belgien und Deutschland zur Verfügung stehen. Ich hätte dort prolemlos mein ganzes Reisefutter einkaufen können. Aber dazu hätten wir mit einem Transporter fahren müssen. Auch Beiprodukte gab es dort in Hülle und Fülle von zig Herstellern. So einen Futtermittelladen wünschte ich mir, auch wenn wir hier sicherlich noch gut ausgetattet sind, auch für unsere Region. aber das lohnt sich vermutlich hier in Deutschland nicht mehr.
Alles in Allem war es mal wieder ein sehr interessanter, lehrreicher und auch lustiger Tag.
 

Sonntag, 01.03.2026
Sascha am 01.03.2026 um 07:00 (UTC)
 Der Reiseplan unseres Regionalverbandes, der jetzt vorab besprochen wurde in den Gremien, sieht für die kommende Saison zwei, bzw. sogar drei Flüge vor, die gegebenenfalls gemeinsam als Nationalflüge bestritten werden sollen. Zwei 500-Kilometer-Flüge (mittlere Entfernung) ab Vilshofen und ab Pocking und ein 600-Kilometer-Flug ab Petzenkirchen. Grundsätzlich ist es sicherlich nicht falsch möglichst viele Flüge über 400 und 500 Kilometer in ein Programm aufzunehmen. Allerdings zeigt die Realität dann in den Sommermonaten, gerade auf unserer Südost-Richtung, dass diese Flüge oftmals so nicht durchführbar sind, da spätestens ab Mitte/Ende Juni seit vielen Jahren immer mal wieder an der gesamten Donau herunter Gewitterluft herrscht, die sich sehr häufig auch lange hält. Insofern ist es immer wichtig zu überlegen wie man so einen Reiseplan mit gemeinsamen Auflässen als National- oder Verbandsflügen durchführen kann, ohne dass man ständig die Flüge verlegen und alles über den Haufen werfen muss, was im Winter geplant wurde.
Ich habe mir nun in der Folge 5 der Verbandszeitschrift einmal die Ausschreibung zu den National- bzw. Verbandsflügen angesehen und ehrlich gesagt kann ich da insgesamt fast keinen Unterschied erkennen. Was unterscheidet denn am Ende einen Nationalflug von einem Verbandsflug? Beide müssen beantragt und vom Verband ausgeschrieben werden und beide haben eine Mindestentfernung von 500 KM (mittlere Entfernung der teilnehmenden Organisationen) für Alttauben. Wo liegt der Unterschied? Beim Nationalflug können und sollen Zonen gebildet werden, beim Verbandsflug kann man parallel auch kürzere Flüge als Regionalverband veranstalten. Es wäre - nach meinem Verständnis - gut gewesen, wenn man beide Ausschreibungen zusammengeführt hätte zu einer Ausschreibung "National-Verbands-Flug":
In unserem Regionalverband und auch in vielen anderen beobachtet man seit Jahren, dass die Teilnehmer- und Taubenzahlen spätestens mit dem ersten 500-Kilometer-Flug deutlich sinken und danach auch nicht mehr ansteigen. Sportfreunde stellen die Reise ein oder lassen ihre jährigen Tauben zuhause usw. Das mag man beurteilen wie man will - es ist so und es wird sich auch nicht mehr ändern.
Um diesen Züchter, die aus persönlichen Gründen die 500er und weitere Flüge nicht bestreiten oder nur teilweise bestreiten weiter im Programm zu halten, wäre es auch für unseren Regionalverband dringend angezeigt die geplanten Flüge als Verbandsflüge zu beantragen und dann mit einem weiteren Kabi einen kürzeren Flug parallel zu organisieren (beispielsweise über 300 Kilometer) um Tauben und Schläge weiter an der Reise zu beteiligen, die sonst einfach nicht mehr mitmachen würden. Die Ausschreibung zu den Verbandsflügen würde dieses zulassen. Wenn man bereits auf Flug 7, 8 oder 9 der Altreise auf 500 KM ist, dann wäre es wichtig Sportfreunden durch diese kürzeren Flüge die Möglichkeit zu bieten weiter zu reisen, wenn sie nicht am Verbandsflug über größere Distanz teilnehmen möchten. Gleichzeitig wäre das auch für andere Züchter eine Möglichkeit Tauben wieder anzuspielen, die mal pausieren mussten etc. Unsere Reiseordnung gibt uns in diesem Punkt inzwischen durchaus Möglichkeiten. Wir müssen sie aber auch nutzen.
Im vergangenen Jahr spielte unser Regionalverband den Nationalflug Vilshofen am ersten Juli-Wochenende gemeinsam mit dem Regionalverband 402. Die Woche zuvor waren noch 113 Schläge im Regionalverband mit 2.400 Tauben am Start. Den Nationalflug setzten dann noch 88 Züchter mit 1.909 Tauben. D.h. von einer Woche zu anderen setzten nur wegen des Nationalfluges und der größeren Distanz 25 Schläge keine Tauben mehr und es waren 500 Tiere weniger am Start.
Das ist für unser Hobby nicht zuträglich. Wir haben die Möglichkeit über die Ausschreibung zum Verbandsflug diese Schläge und Tauben zu einem Teil "bei der Stange" zu halten, indem wir für diese Sportfreunde einen kurzen Flug anbieten auf dem sie ihre Tauben spielen können. Man könnte Ehrenpreise ausfliegen etc. Ich hielte das für wichtig um einfach auch einmal zu versuchen etwas mehr Bewegung und Abwechslung in unser Reiseprogramm zu bekommen. Aber ob irgendetwas in dieser Richtung geschieht möchte ich eher bezweifeln.
 

Samstag, 28.02.2026
Sascha am 28.02.2026 um 06:27 (UTC)
 Die Verpaarung der Reisetauben geht hier weiter gut voran. Gestern habe ich die Paare über den ganzen Tag hinweg einzeln und wechselnd aus ihren Zellen gelassen. Zwei, drei Paare, bei denen zwei jährige Partner zusammen verpaart sind, hatten noch etwas Mühe ihre Zellen wieder zu finden und anzufliegen, aber das ist wohl normal und wird sich in den nächsten Tagen finden. Ansonsten bin ich weiterhin sehr zufrieden.
Zwischen dem wechselndem Freilassen und Festsetzen der Tauben habe ich einige Artikel in verschiedenen Brieftaubenzeitschriften gelesen und mir im Internet hier und da einige Brieftauben-Videos angesehen.
In "De Duif" findet sich aktuell eine sechsteilige Serie zum Thema Zucht und Vererbung. Für mich sind das hochinteressante Artikel, in denen Zusammenhänge in der Vererbung erklärt werden auf wissenschaftlicher Basis und daraus Schlußfolgerungen für unsere Zuchtbemühungen gezogen werden. Ich wünschte mir etwas in der Art einmal in einer deutschen Fachzeitschrift zu lesen, aber ich kann mich nicht erinnern in den letzten Jahren einmal so etwas Gutes in einer deutschen Zeitschrift gelesen zu haben.
Auch die Schlagberichte in "De Duif" sind oftmals deutlich ausführlicher und interessanter als das was man in unseren deutschen Zeitschriften so liest. Ausnehmen möchte ich davon die "Brieftaubensport International" von Rainer Püttmann, in der auch häufig sehr lesenswerte Schlagberichte zu finden sind. Allerdings sind das eben auch oft Übersetzungen aus Zeitschriften unserer westlichen Nachbarländer. Beispielsweise die Artikel vom Sportfreund Stefan Mertens.
In unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" schreiben zunehmen (jedenfalls ist das mein Eindruck) nur noch Sportfreunde, die den Brieftaubensport in irgendeiner Form kommerziell betreiben.
Früher war es Sportfreund Franz Steffl, der zuminest indirekt mit seinem Sohn Martin und dessen Unternehmen kommerzielle Interessen am Brieftaubensport hat. Zuletzt las man von Sportfreund Robert Maas, der für die Firma Mifuma im Futterbereich arbeitet und jetzt gab es auch Artikel von Alfred Berger, der sich, wie die meisten wohl wissen, inzwischen mit einer eigenen Produktlinie für Brieftauben selbstständig gemacht hat.
Ich finde es grundsätzlich nicht so schlimm, wenn Sportfreunde in der BT schreiben, die unser Hobby auch kommerziell betreiben., denn die Beiträge sind oft von großem Fachwissen geprägt und interessant zu lesen, solange nicht allzu unverhohlen auf die eigenen Produkte oder den eigenen Internet-Auftritt hingewiesen wird.
Ich erinnere mich noch daran, dass es Zeiten gab, in denen für die BT Schlagberichte erstellt wurden, wo man nicht einmal als Züchter, der porträtiert wurde, die Futtermarke nennen durfte, die man einsetzte. Grund dafür war, dass man seitens unserer Verbandszeitschrift keine Werbung für Firma X oder Y machen, bzw. die Firmen nicht ungleich behandeln wollte. Das war auch sehr extrem, aber was aktuell in der BT gemacht wird, halte ich so auch für nicht ideal.
Auf der anderen Seite erinnere ich mich auch, dass vor einigen Jahren mal jemand hier war, der für den "Taubenmarkt" einen Artikel schreiben wollte über unsere Schlaggemeinschaft. Irgendwann kamen wir auf das Thema Beiprodukte. "Was setzt ihr ein?" Als ich dann unser Gemüse nannte und die Produkte von Dr. Marien und flüssige Hefe, da war das dem Autor des Beitrags nicht ausreichend. "Ihr müsst doch noch mehr geben.", sagte er. Als ich antwortete dass das eigentlich nicht regelmäßig der Fall wäre, meinte er, dass er gerne noch etwas platzieren würde. Es ging dabei darum, dass man mit solch einer Produktplatzierung in der Zeitschrift immer auch hofft, dass die entsprechende Firma in der Folge Werbung platziert.
Damals testete ich gerade über den Winter das Produkt "Darba Complete" von der Firma DHP-Cultura. Das erwähnte ich nebenbei und später fand sich dann das Mittel auch im Schlagbericht wieder.
Es ist in der heutigen Zeit sicherlich nicht einfach immer wieder interessante und fachlich gute Artikel in einer Zeitschrift zu veröffentlichen. Vieles wurde schon geschrieben und gelesen. Insofern ist es gelegentlich auch gut, wenn Fachleute uns Züchter auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen. Sei es hinsichtlich der Versorgung der Tauben in Zucht oder Reise, oder sei es, wie in "De Duif" hinsichtlich der Vererbung, Genetik etc. Trotzdem fehlen mir, gerade in unseren deutschen Zeitschriften, zu sehr die Beiträge aus Sicht der einfachen und vielleicht erfolgreichen Sportfreunde. Ich möchte da einmal an frühere Zeiten erinnern, wo Züchter wie Harry Tamsen, Werner Grundel und andere sehr regelmäßig herausragende und lesenswerte Artikel schrieben.
 

Freitag, 27.02.2026
Sascha am 27.02.2026 um 06:41 (UTC)
 Die reine Verpaarung der Reisevögel mit ihren Täubinnen hat bisher so gut funktioniert wie seit vielen, vielen Jahren nicht. Sowohl die jährigen Vögel, als auch die jährigen Täubinnen waren und sind sehr paarig und es haben sich sehr schnell Paare gesucht und gefunden. In dieser Form habe ich das in den letzten zwei Jahrzehnten kaum einmal hier bei uns erlebt. Jetzt werden die Paare jeweils einzeln aus ihren Witwerzellen gelassen, können fressen, trinken und sich auf dem Schlagboden paaren und dann setze ich sie wieder fest und das nächste Paar geht heraus. In den Witwerzellen stehen jetzt unsere Motivationsboxen und in diese hinein kommen nun nach und nach Pappnistschalen in denen die Tauben dann ihre Nester bauen können. Man sieht immer wie wohl sich die Tauben in den Boxen fühlen und wie sie sich gerne darin aneinander kuscheln.
Hier auf dem Bild, das ich vor längerer Zeit einmal gemacht habe, sieht man wie solch eine Box mit einer Schale in der Witwerzelle steht.



In der aktuellen "Brieftaube" Folge Nr. 5 finden sich wieder alle Regelungen und Bestimmungen für das kommende Reisejahr. Ich werde mir bei Gelegenheit noch einmal in Ruhe alles ansehen. Außerdem wird u.a. die "neue" Flugsicherungskomission "FSK" in Wort und Bild in Kurzportraets vorgestellt. Ich wünsche den Mitgliedern der FSK für das kommende Jahr ein gutes Händchen bei ihrer schwierigen Aufgabe. Allerdings hätte mich sehr wohl immernoch interessiert warum aus der FSK der vergangenen Saison nur noch der Vorsitzende im Amt verblieben und die weiteren Mitglieder nicht mehr kandidiert haben. Ich finde es bedenklich, dass die Verbandsmitglieder und reisenden Sportfreunde nicht darüber informiert werden, wenn Mitglieder einer Komission ihre Ämter Ruhen lassen oder zurücktreten oder was auch immer. Und bei solch einer wichtigen Komission wäre es auch interessant gewesen warum die bisherigen Mitglieder nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung standen - zumindest dann, wenn die Gründe vielleicht in der Zusammenarbeit innerhalb der Komission oder gar mit dem Verbandspräsidium zu suchen und nicht privater Natur sind. In den Kurzporträts welche die Mitglieder der neu gewählten FSK vorstellen findet man u,a. einen Punkt in dem die Mitglieder der FSK kurz ihre Ziele und Motivation für die Arbeit in der FSK vorstellen.
Anscheinend konnten die Mitglieder des Vorjahres keine Motivation mehr finden um erneut dieses Amt zu übernehmen und sich in der Mitgliederversammlung wählenn zu lassen. Es wäre schon interessant zu wissen warum sie diese Motivation nicht mehr finden konnten und ob die Gründe möglicherweise in der Schwere der Aufgabe, bei uns in der Züchterschaft oder in schlechter Zusammenarbeit in der Komission oder mit dem Verbandspräsidium liegen oder einfach private Gründe haben.
 

Donnerstag, 26.02.2026
Sascha am 26.02.2026 um 06:40 (UTC)
 Gestern habe ich bei traumhaften Frühlingswetter die Reisevögel angepaart. Blauer Himmel, Temperaturen um die 15 Grad. Da macht es schon Spaß sich mit den Tauben zu beschäftigen. So ist es allemal besser als in Kälte, Dunkelheit und Nässe auf dem Taubenschlag zu sein. Es war einfach auch Glück, dass das Wetter so mitgespielt hat, denn den Termin hatte ich so ja schon lange geplant.
Insgesamt ist die Paarung bisher sehr ordentlich verlaufen. Die jährigen Vögel, aber auch die Täubinnen, die nun neu im Witwerschlag angepaart werden, waren doch insgesamt sehr paarig. Aber sie waren auch nicht zu wild, sodass es bislang auch nicht zu Beißereien o.ä. gekommen ist. Selbstverständlich haben sich noch nicht alle Paare gefunden. Aber das wird alles mit der Zeit. Da wir keine Jungtauben züchten ist es insgesamt doch recht entspannt und man hat gar keinen Zeitdruck. Wichtig ist, dass alle Vögel mit ihren Täubinnen bald eine Zelle haben und diese anfliegen und gegebenenfalls verteidigen.
Die Tauben im Witwerschlag werden übrigens jetzt nur mit dem Winterfutter, mit Grit und Mineralpulver, Gemüsemix und Wasser versorgt. Es gibt keine zusätzlichen Vitamine oder andere Beiprodukte. Das Ziel ist, dass die Taube ganz natürlich nach und nach in Form kommen. Selbstverständlich sollen dann auch bald die ersten Freiflüge am Haus dazu beitragen.
In der nächsten Woche steht dann mit einigen der künftigen Reisetauben ein Tierarztbesuch an. Ich sammele bereits eine Kotprobe und dann werden die Tauben ordentlich untersucht und wenn irgendeine Behandlung notwendig ist, dann wird sie entsprechend der tierärztlichen Empfehlung durchgeführt. Da die Tauben dann ja verpaart sind könnte ich bei Bedarf Vögel und Weibchen sofort gleichzeitig behandeln.
Im Zuchtschlag hat nun endlich auch die letzte jährige Täubin gelegt. Ich hoffe, dass auch ihre Eier dann befruchtet sind. Dadurch dass ich relativ viele jährige Weibchen dort neu verpaart habe, war das Legen insgesamt etwas holpriger als in Vorjahren, aber es ist doch alles im Rahmen und nun hoffe ich, dass die Jungen demnächst gut schlüpfen und aufwachsen.
Am kommenden Wochenende findet wieder die Frühjahrsmesse im niederländischen Houten statt. Ich habe diese schöne Messe schon häufiger besucht. In diesem Jahr fahre ich allerdings nicht hin, da ich mich hier um die Tauben kümmern möchte. Die Messe findet aber nun, wie auch unsere DBA in Kassel ohne Tauben statt, da wieder Vogelgrippefälle aufgetreten sind. Ich fürchte wirklich, dass es in diesem Jahr regional in den Niederlanden oder auch hier bei uns in Deutschland Probleme mit der Reisesaison geben könnte. Die Zugvögel kommen nun wieder und das wird uns dann als Grund dafür präsentiert, dass sich die Vogelgrippe hier und da in den großen Geflügelbeständen ausbreitet. Ich glaube allerdings wenig davon, dass das Virus über Zugvögel in die teils fast hermetisch abgeriegelten Geflügelbetriebe getragen wird. Von unseren Brieftauben möchte ich da gar nicht sprechen. Aber da niemand Verantwortung tragen möchte in unseren Behörden wird eben alles verboten und dann hat man Ruhe. So geht es inzwischen leider in vielen Bereichen des Lebens.
 

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