Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Sonntag, 06.09.2026
Sascha am 06.09.2026 um 05:36 (UTC)
 Zu unserem letzten Jungtier-Preisflug ab Erlangen habe ich gestern noch einmal 18 Jungtiere eingekorbt. Es sind in erster Linie Jungtauben aus Verpaarungen, wo ich von den Elterntieren noch sehr wenig über ihre Vererbungsstärke weiß. Die Jungtauben sollen noch einmal einen Flug bestreiten und zeigen dass sie gut nach hause kommen können. Ob am Ende Preise in der Preisliste dabei herum kommen ist mir nicht so wichtig.
Insgesamt sind in unserer Reisevereinigung zu diesem letzten Flug, an dem vier der fünf RVen in unserem Regionalverband teilnehmen, noch etwa 560 Jungtauben eingesetzt worden. Das ist doch noch eine recht ordentliche Zahl und es sind deutlich mehr Tauben als zum letzten Preisflug im vergangenen Jahr.
Wenn der Flug heute, was ich hoffe, normal verläuft, werde ich ab morgen ganz langsam über mehrere Wochen hinweg die Belichtung der Jungtauben herunterfahren. Da ich den Jungtieren, so wie es die Zeit, das Wetter und die Greifvögel zulassen, noch gerne weiter Freiflug geben möchte, möchte ich durch das langsame Ausschleichen der Belichtung verhindern, dass sie sofort extrem in die Mauser fallen und zu viel Deckgefieder mausern. Es soll alles langsam vonstatten gehen, sodass die Tauben noch einige Zeit ihre Fluglust behalten. Insgesamt tendiere ich mehr und mehr dazu allen Tauben, die im kommenden Jahr an der Reisesaison teilnehmen sollen, auch über den Herbst und Winter immer mal Freiflug zu geben. Das funktioniert selbstverständlich nur, wenn nicht bei jedem Freiflug ein Greifvogel seine Attacken startet. Im vergangenen Frühjahr war es bei uns mit den Habichts-Angriffen so extrem, dass die Tauben einfach nur noch Angst hatten, nicht aus dem Schlag wollten und entsprechend auch überhaupt nicht in eine richtige Flugform kamen. Aber im Frühjahr ist man mit Blick auf die Altreise ja fast genötigt die Tauben jeden Tag in den Freiflug zu lassen. Wenn es gelingt durch mehr oder weniger regelmäßigen, freiwilligen Freiflug am Haus die Flug-Verfassung der Tauben über den Winter etwas besser zu halten, dann habe ich im Frühjahr, wenn der Habicht vielleicht wieder so aktiv wird, nicht so einen Druck die Tiere ständig herauslassen zu müssen. Das sind jedenfalls aktuell meine Überlegungen. Es wird sich zeigen wie das alles am Ende funktioniert.
 

Samstag, 05.09.2026
Sascha am 05.09.2026 um 04:50 (UTC)
 Ursprünglich hatte ich geplant heute vor dem Einsetzen unserer Tauben zum morgen geplanten Flug ab Erlangen zum kleinen Corvey-One-Loft-Race in Mönninghausen im Regionalverband 250 zu fahren. Wetterbedingt wurde der Flug dort aber auch auf morgen verschoben. So wird es für mich alles ein wenig kompliziert. Zunächst muss ich am Sonntagmorgen arbeiten, dann werde ich nach hause fahren und schauen was unsere
Jungtauben vom Flug machen und wenn unser Flug beendet ist, dann wird vermutlich auch das OLR bereits abgeschlossen sein, denn ich denke, dass die Auflässe morgen alle relativ früh und zeitgleich erfolgen werden.
Hinsichtlich meines gestrigen Beitrages sind die meisten Reaktionen von Lesern dahingehend gewesen, dass man doch vielleicht einmal versuchen sollte die Jungtierreise wieder um einige Woche nach hinten zu schieben und nicht irgendwann Anfang oder Mitte Juli in der größten Hitze und wenn so manche Jungtaube möglicherweise auch noch nicht alt und reif genug ist, Flüge zu veranstalten. Letztlich käme es da auf einen organisierten Versuch an.
Man sollte auch an der Stelle fragen woher es rührt, dass die Jungtaubenreise seit einigen Jahren stets immer früher beginnen soll. Also Vorbild für den frühen Beginn der Jungtierreise galt dabei das Vorgehen in Belgien oder den Niederlanden. Mit einer Winterzucht, mit verdunkelten und belichteten Tauben usw. Hier bei uns in Deutschland hat sich aber weder die Winterzucht, noch das Verdunkeln von Jungtauben in den letzten Jahren und Jahrzehnten flächendeckend durchgesetzt. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein. Aber es ist wie es ist.
Es gibt RVen in denen durchaus eine Mehrheit der Züchter verdunkelt, aber nach meiner Wahrnehmung ist es immernoch so, dass in den meisten Reisevereinigungen der größere Teil der Züchter keine Winterzucht macht und herkömmlich im Frühjahr verpaart. Die meisten Jungtauben werden eher nicht verdunkelt und allenfalls belichtet.
Unser Reiseplan sollte sich aber immer an den Realitäten orientieren und nicht an dem, was sich eine Minderheit der Züchter wünscht oder was gar für irgendwelche mehr oder weniger sinnvoll beschlossenen Meisterschaften notwendig zu sein scheint.
In den letzten zwei Jahrzehnten hat es in Deutschland immer wieder Bestrebungen von wenigen Züchtern gegeben den Brieftaubensport nach dem Vorbild unserer westlichen Nachbarländer mehr zu professionalisieren und zu kommerzialisieren. Dieses Vorhaben muss man einfach für gescheitert erklären, denn dadurch haben wir nicht ein einziges zusätzliches Mitglieder im Verband gewinnen können und obendrein hat die zunehmende Kommerzialisierung und Orientierung an deutschen und sonstigen Meisterschaften nur zu mehr Streit, Zwietracht und Unruhe im deutschen Brieftaubensport geführt.
Die deutsche Jungtaubenmeisterschaft beispielsweise hat nun wirklich überhaupt keine Aussagekraft in irgendeiner Richtung. Sie wird lediglich zur Kommerzialisierung unseres Hobbys gebraucht - um nicht zu sagen: missbraucht. Es darf aber nicht unser Ziel sein die Jungtaubenreise und die Ausbildung unserer Jungtauben mit dem dazu notwendigen Reiseplan (und auch den Reisebeginn) an solchen Meisterschaften zu orientieren. Nach dem Ende der Jungtaubenreise könnte man sich über all diese Dinge einmal intensiv Gedanken machen. Ich fürchte allerdings schon mit Blick auf die Mitgliederversammlung unseres Verbandes, dass einmal mehr alles beim Alten bleibt. Spätestens die Live-Übertragung der letzten Mitgliederversammlung hat mich an der Stelle völlig desillusionisiert.
 

Freitag, 04.09.2026
Sascha am 04.09.2026 um 05:52 (UTC)
 Zu meinem gestrigen Eintrag hier hat der Sportfreund Meinolf Levermann einen sehr interessanten Kommentar geschrieben, den ich heute gerne gesondert veröffentlichen möchte, weil er sehr interessante Details enthält, die wir uns bei einer Analyse der Jungtaubenreise einmal vergegenwärtigen sollten:

"Hallo Sascha, ich bin bei Dir und vielen anderen hier, dass leichtes Verschieben der Jungreise nach hinten, damir man die Zeit mit dem größten Risiko für Hitze meidet, absolut sinnvoll ist.
Und nicht nur wegen der Hitze ist dies sinnvoll. Jungtiere lernen, nach dem was Wiltschko und Wiltschko (ja so hießen die zwei Autoren, die in den 80ern viel zu Orientierung von Tauben geforscht haben, waren glaube ich Eheleute) zwischen der 8. und 10. Lebenswoche ihren magnetbasierten Orientierungssinn zu nutzen, nach ca. 12 Lebenswochen ihren Sonnenkompass, und erst nach etwa 15 Wochen war bei den Tieren, die Wiltschko und Wiltschko untersucht haben, der Orientierungssinn vollständig ausgebildet.
Janiga und Johnsten beschreiben in ihrem Buch "Feral Pigeons", dass Stadttauben bis zu 12. Lebenswoche eine sehr hohe Abwanderungstendenz in andere Kolonien besitzen (nennt Zahlen von 50 bis 65
ie abwandern).
Wenn wir früher gelernt haben "Junge können gereist werden, wenn die zweite (oder dritte) Feder geworfen ist" steht diese Regel zu dem zuvor über den Orientierungssinn gesagtem im Widerspruch, denn dann sind die Jungtauben erst ca. 60 Tage alt, also jünger als 12 (geschweige denn 15) Wochen. Wir geben also, wenn wir nicht vor Februar (nicht jeder kann oder will Winterzucht machen!) anpaaren, viele Junge im Juli mit auf die ersten Vortouren (je nach Anpaaren aus der zweiten oder dritten Zucht), die ggf. noch nicht richtig schlagfest sind und z.T. noch keinen komplett entwickelten Orientierungssinn besitzen!
Warum uns das jetzt erst auffällt und es in den 50ern bis 2000er Jahren trotzdem einigermaßen gut ging?
Weil wir erst jetzt eine so geringe Züchterdichte haben, dass diese gefährdeten Jungen in ein viel größeres Einfluggebiet fliegen müssen als früher und durch weniger Tauben im Wettbewerb nicht mehr in dem selben Maße von der Schwarmintelligenz profitieren können, wie früher (meint: es trägt sie seltener der Schwarm bis kurz vor die Haustüre als früher).
Wenn wir also heute Umstände haben, die eher denen vor WW II gleichen, sollten wir ernst nehmen, wie man es damals gemacht hat: Man ist mit den Jungtieren deutlich schonender umgegangen und Züchter aus dieser Zeit äußerten, dass die Tiere vier bis fünf Federn gemausert haben sollten (was übrigens ziemlich genau dem von Wiltschko und Wiltschko genannten Lebensalter von 15 Wochen entspricht).
Und wer mir das mit dem nicht voll entwickelten Orientierungssinn vor der 15. Lebenswoche nicht glaubt, dem rate ich, er schreibe sich seine verlorenen Jungtiere der letzten Jahre mal auf und fügt deren Lebensalter in Wochen zum Zeitpunkt des Verlustes zu jeder Taube hinzu und dann setze er diese verlorenen Jungtiere ins Verhältnis der jeweils im Schlag insgesamt vorhandenen Anzahl an Jungtieren jeder Altersklasse. Ich bin mir ziemlich sicher, er wird eine deutliche Zunahme der relativen Verluste bei Jungtieren genau aus dieser jüngeren Altersgruppen erkennen können.
Also mich hat genau diese Überprüfung vollends überzeugt.
Und dann kommt noch der Vorteil hinzu, dass etwas ältere Jungtiere eine höhere Wahrscheinlichkeit haben die meisten Kinderkrankheiten bereits hinter sich zu haben
.
Konsequenz: wir sollten alle etwas früher Züchten, oder später mit dem Jungtier-Reisen beginnen und würden dadurch wahrscheinlich Jungtaubenverluste reduzieren."


Ich möchte an dieser Stelle noch etwas ergänzen. Wenn wir die Jungtierreise betrachten und auch daran interessiert sind künftig möglichst reibungslose Flüge zu veranstalten, dann erscheint mit auch ein Blick auf die Entwicklung des Immunsystems unserer Tauben sinnvoll.
Wann und wie entwickelt es sich? Ab welchem Alter der Jungtauben ist es möglichst weit entwickelt? Wann nehmen wir Impfungen vor und wie wirkt die jeweilige Impfreaktion sich aus? In welchem Abstand zu den Impfungen ist es zulässig und sinnvoll die Tauben zu ersten Trainingflügen einzusetzen?
Das könnten alles Themen sein, die für unsere Jungtiere von Belang sind.
Meinolf spricht auch die immer geringer werdende Züchterdichte an. Ich habe es ebenfalls hier an dieser Stelle auch in Bezug auf unsere Reisevereinigung und unsere Fluggemeinschaft schon häufiger geschrieben: während die Anzahl der Züchter und auch der Tauben letztlich Jahr für Jahr sinkt, wird die Fläche auf welche die Tauben fliegen müssen jährlich etwas größer. Es macht für Jungtauben oft wenig Sinn sie von Anfang an auf sehr große Flächen in Fluggemeinschaften und Regionalverbänden zu reisen. Auch an der Stelle könnte man einmal die Flüge analysieren.
Ich bin davon überzeugt, dass auch die Probleme hinsichtlich der Jungtaubenverluste, die man beispielsweise in Belgien oder den Niederlanden teilweise beklagt, damit zusammen hängen, dass dort anfangs auf zu große Gebiete geflogen wird. Sobald die Tauben wissen um was es geht, sobald sie gelernt haben sich eigenständig zu orientieren, sind gemeinsame Auflässe auf größere Flächen wichtig und richtig. Aber wenn die Tiere ihre ersten Trainingsflüge machen sollte man an der Stelle doch vorsichtiger sein. Zumal dort, wo die Topographie anders ist. Dort wo die Tauben nicht einfach nur über "plattes Land" fliegen ist ihr Flugverhalten - und ganz besonders das von Jungtauben - oft ein völlig anderes. Speziell die Flüge auf denen die Tauben mit den neuen "Tracking-Ringen" ausgestattet sind ergeben dort in der Auswertung häufig ein hochinteressantes Bild.
 

Donnerstag, 03.09.2026
Sascha am 03.09.2026 um 05:22 (UTC)
 Für unsere Reisevereinigung soll der letzte Preisflug am Sonntag ab Erlangen stattfinden. Die Entfernung für unseren Schlag beträgt 286 Kilometer. Ich werde voraussichtlich noch etwa 20 Jungtauben aus unserem Bestand heraussuchen, die ich dann auf diesem Flug noch einmal setze. Vielleicht ein paar mehr, vielleicht auch ein paar weniger.
Leider werden nicht mehr viele Züchter an diesem Flug teilnehmen. Das kann ich auch gut verstehen, denn wenn die Tauben nicht belichtet oder gar verdunkelt und belichtet werden, dann ist die Entfernung doch recht anspruchsvoll für die mausernden Jungtauben.
Früher gab es Reisepläne für Jungtauben mit drei Vorflügen ünd fünf PReisflügen und recht kurzen Kilometer-Sprüngen und der Endflug war hier immer so um die 220 Kilometer. Das funktionierte prima. Fast alle Züchter nahmen teil und die Jungen waren ausreichend geschult für das kommende Jahr.
Dann griff im deutschen Brieftaubensport die Meinung um sich, dass man es machen müsse wie in Belgien oder den Niederlanden. Die Jungtauben müssten auf größere Entfernungen gereist werden, die Sprünge müssten größer sein usw. Um solch ein Programm durchführen zu können müssen die Jungtauben entsprechend mit einem Lichtmanagement vorbereitet werden. Das haben hier in unserem Land dann auch Züchter getan und diese fliegen bis heute ihre Reisevereinigungen dann in Grund und Boden. Ihre Jungtauben sind älter, werden verdunkelt und/oder belichtet und teilweise massiv privat trainiert. In den Preislisten werden die Ergebnisse dann sehr einseitig und letztlich auch irrelevant. Rükschlüsse auf die Taubenqualität lassen sich überhaupt nicht mehr ziehen. Wenn jemand deutscher Jungtaubenmeister wird mit herausragenden Ergebnissen, dann heißt das v.a. eines: er hat sich unglaublich viel Arbeit mit seinen Tauben gemacht, sie extrem viel gefahren, er hat mit Lichtmanagement gearbeitet und entsprechend mit Zusatzprodukten und auch Medikamenten die Jungtauben in super Verfassung gebracht. Aber über die eigentliche Qualität in einem Bestand sagen solche Ergebnisse wenig aus.
Grundsätzlich ist an alle dem nichts falsches. Wenn man kann und will und die Motivation hat, dann ist es völlig ok die Jungtiere viel zu trainieren, viel zu reisen usw. Ein Problem bekommen wir nur an der Stelle wo die Tauben der Züchter, die nicht so einen Aufwand betreiben können oder wollen, augrund der schnell ansteigenden Entfernungen einfach nicht ausreichend geschult werden, weil diese Züchter ihren Jungtieren ein solches Programm nicht zumuten wollen. Für die Tauben dieser Züchter wäre ein althergebrachtes Jungtierprogramm viel sinnvoller und besser.
Im Unterschied zu unseren westlichen Nachbarländern, wo man die Jungtiere auf kürzeren und längeren Entfernungen schulen kann, wie man da möchte und auch ausreichend viele Flüge zur Verfügung hat, gibt es hier in Deutschland eben keine Auswahlmöglichkeit und auch die Anzahl der Jungtierflüge wurde kaum erhöht. Das führt in letzter Konsequenz dazu, dass die Sportfreunde, die ihre Jungtauben dann am Ende nicht mehr auf 250, 280 , 300 oder mehr Kilometer setzen wollen und können an der Stelle schon für das nächste Jahr wieder im Nachteil sind.
Es spricht überhaupt nichts dagegen, wenn Züchter ihre Jungen auf größeren Entfernungen testen und reisen wollen. Aber jede Reisevereinigung oder Fluggemeinschaft sollte zunächst einmal sehen dass man drei oder vier Vorflüge und fünf Preisflüge bis vielleicht 200 oder 250 Kilometer Entfernun maximal hinbekommt. Wer dann noch weiter reisen und die Jungtiere schulen und um entsprechende Meisterschaften spielen möchte, der sollte dann Gelegenheit bekommen dieses im Anschluß zu tun.
 

Mittwoch, 02.09.2026
Sascha am 02.09.2026 um 05:36 (UTC)
 Die Jungtaubensaison neigt sich jetzt auch schon dem Ende entgegen. In einigen Reisevereinigungen stehen am kommenden Wochenende schon die letzten Flüge auf dem Programm. So auch in unserer RV. Anderswo geht die Reise noch etwas länger und hier und da werden auch noch Sportfreunde an freien Wettflügen und ähnlichen Veranstaltungen teilnehmen.
Wenn ich meine Dienste auf der Arbeit noch irgendwie tauschen kann, dann werde ich auch auf unserem letzten Preisflug bei den Jungtauben noch einige Jungtauben setzen. Die Verfassung unserer Jungtiere ist weiterhin gut. Das hat insgesamt in diesem Jahr auf der Jungtierreise sehr gut funktioniert. Bis auf einige Verletzungen bei einzelnen tieren, die ausheilen mussten, gab es hier wenig Probleme. Ein Jungtier hat sich am vergangenen Sonntag am Bein verletzt, aber das wird sich schnell wieder geben. Einem anderen Jungtier fehlen an der rechten Brustseite einige Federn. Auch das ist keine größere Schwierigkeit.
Weit vor der Reise hatte sich eine Jungtaube bei einem Greifvogelangriff am Haus ein Bein gebrochen. Ich habe das Tier ganz in Ruhe gelassen und es ist hervorragend verheilt. Die Taube läuft normal, fliegt normal und hat die Flüge problemlos bestritten. Eine weitere junge Täubin kam ebenfalls mit einem gebrochenen Bei nach hause. Auch sie habe ich einfach im Schlag belassen. Auch diese Verletzung ist gut verheilt. Die Täubin hinkt ein wenig und stellt ein Bein ein wenig seitlich, aber das macht ihr keine Schwierigkeiten und sie trainiert am Haus völlig normal mit den anderen Tauben.
Nach Abschluss der Flüge stelle ich dann auch nach und nach die Belichtung der Tauben ein. Ich stelle das zugeschaltete Licht nicht sofort komplett aus, sondern fahre die Zeitschaltuhr über etwa drei, vier Wochen langsam herunter. Als Futter erhalten die Tauben dann alles was hier aus der Reisezeit noch vorhanden ist. Das mische ich dann in einer großen Tonne. Ein extra Mauserfutter gibt es nicht. Das ist nicht nötig. Genausowenig wie während der Mauser zig Beiprodukte nötig sind. Die Tiere bekommen weiter zwei Mal in der Woche die Pulver von Dr. Marien mit flüssiger Hefe oder Gemüsebrei über das Futter und damit mausern sie ganz hervorragend. Ich möchte auch nicht, dass sie besonders schnell mausern. Da die Tauben nicht verdunkelt wurden ist hinsichtlich der Mauser keine Eile geboten.
Ich werde noch eine Kotprobe über fünf Tage sammeln und untersuchen lassen. Wenn diese in Ordnung ist versorge ich die Tauben dann weiter zwei bis drei Mal die Woche über das Trinkwasser mit Bony Usnea plus und die Tauben bekommen irgendwann Mitte oder Ende September für zwei Wochen täglich Bony Previsal. Danach mische ich das Previsal auch an das Futter zwei Mal in der Woche mit den genannten Produkten. So bleibt es dann über den ganzen Winter.
Das Wichtigste während der Mauser und auch während der Wintermonate sind für mich auch immer täglich etwas frische Mineralien. Also Klaus Picobal, Rotstein, Mineralpulver, Heilerde, Holzkohle, Pickstein usw. Für Brieftauben gibt es neben dem Futter einfach nichts Wichtigeres als Mineralien. Wenn die Mineralienversorgung stimmt, dann hat man schon einen sehr großen Beitrag zu einer guten und gesunden Mauser getan.
 

Dienstag, 01.09.2026
Sascha am 01.09.2026 um 05:45 (UTC)
 Unsere Brieftauben sind einfach interessante und auch manchmal sehr rätselhafte Tiere. Ein Züchter aus unserer Reisevereinigung, der etwa fünf Kilometer nordöstlich von uns seinen Schlag hat, hat mich angerufen und mir folgendes berichtet: als beim Preisflug am Sonntag seine erste Taube heimkehrte, flogen gleich zwei Jungtauben an. Darunter eine Schecktaube, wie er auch mehrere hat. Während das eine Jungtier schnell in den Schlag lief und konstatiert wurde, blieb die Schecktaube auf dem Dach sitzen. Es kamen weitere Tauben und sprangen ein, aber nicht die Schecktaube. Nach etwa drei Stunden Aufenthalt auf seinem Dach ging das Tier dann in Richtung Ausflug und er konnte sie mit etwas Nachhilfe durch einen Besenstiel vorsichtig in den Schlag treiben. Als er die Jungtaube dann in die Hand nahm, stellte er fest, dass es eine unserer Jungtauben war. Die Nr. 139. Er nahm sie dann wieder mit nach draußen und ließ dass Tier zwischen 16.35 Uhr und 16.40 Uhr aus seinem Garten fliegen. Ich habe nach seinem Anruf dann geschaut und die Taube war um 16.44 Uhr hier bei uns registriert. Sie ist dann also relativ zügig zurück in unseren Schlag geflogen. Ich frage mich daher: wie oft mache v.a. Jungtauben wohl auf ihrem Heimflug solch eine Pause, obwohl es von ihrem körperlichen Zustand her vielleicht gar nicht notwendig wäre, denn diese letzten fünf Kilometer hätte das Tier auch ohne dort drei Stunden am Dach zu sitzen ja völlig problemlos geschafft.
Letztens hatte ich hier auch darüber geschrieben, dass die Mauser des Deckgefieders plötzlich trotz Belichtung stark eingesetzt hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren die Temperaturen auch deutlich gesunken. Selbstverständlich hängt die Mauser v.a. mit dem Einfluß des Lichts zusammen. Deswegen zeigen Verdunkelung oder Belichtung hinsichtlich des Mauserverlaufs auch eine Wirkung. Aber ich bin weiter überzeugt, dass es noch weitere Faktoren gibt, die Einfluß auf den Mauserverlauf unserer Tauben nehmen. Aktuell hat jedenfalls die Mauser des Deckgefieders wieder deutlich nachgelassen. Das mag zum Einen sicherlich mit der Anstrenung durch die Flüge zusammen hängen. Aber selbst Tiere, die zuhause geblieben sind, mausern derzeit deutlich weniger. Ich denke, ohne dass ich dafür einen Nachweis habe, dass es eben auch mit der Anpassung an die deutlich niedrigeren Außentemperaturen zusammenhängt.
 

<-Zurück

 1  2  3  4  5  6  7  8 ... 278Weiter ->