| | Von unserem Vorflug gestern sind inzwischen alle Tauben wieder zuhause im Schlag.Leider ist ein Weibchen verletzt. Sie muss irgendwo gegen geflogen sein. Es fehlen Federn an der Brust und die Täubin hinkt und ist etwas am Bein verletzt. Aber es ist nichts dramatisches. Erfreulich ist, dass alle Tiere wieder zuhause sind. Unsere Reisevereinigung hat nun insgesamt fünf Vorflüge bestritten (40, 65, 40, 65 und 85 KM) und insgesamt scheinen die Flüge ordentlich verlaufen zu sein. Es war zumindest kein richtig schlechter Flug dabei wie ihn anderen RVen doch leider erleben mussten. Ich hoffe dass es auch auf den weiteren Flügen so bleibt. Wie selbst haben die letzten drei Flüge über 40, 65 und 85 Km bestritten und in anbetracht der Tatsache, dass unsere Tauben am Haus nicht gut ziehen (eigentlich ziehen sie gar nicht weg) und gar nicht privat trainiert wurden, bin ich mit dem Verlauf der drei bisherigen Vorflüge erst einmal zufrieden.
Gestern habe ich mir einen Podcast aus den Niederlanden mit Evert Jan Eijerkamp und seinem Schlagpfleger zum Thema Jungtaubentraining und Jungtaubenverluste angesehen. Es war sicherlich sehr interessant. Man schult dort die Jungen extrem hart bei fast jedem Wetter und bis zu mehr als 100 KM Entfernung wird privat trainiert und Sportfreund Eijerkamo stellt fest, dass man dann irgendwann eigentlich keine Tauben mehr verliert. Allerdings ist das ein Profi-Schlag mit sehr großen finanziellen Möglichkeiten.
Für den Hobby-Züchter sind das Methoden, die er praktisch nicht durchführen kann. Die Hobby-Züchter in den Niederlanden, Belgien oder Deutschland sind aber das Rückgrat des Brieftaubensports und wir müssen Ansätze finden mit denen wir bei diesen vielen Sportfreunden Verluste vermeiden können. Davon abgesehen wurde in diesem Podcast nicht davon gesprochen wieviele Tauben insgesamt gezüchtet und privat trainiert wurden und wieviele dann irgendwann erst einmal auf der Strecke blieben. Nein, so einfach ist es eben nicht für Züchter mit 20, 30 oder 40 Jungtieren. Ich sage immer wieder: "wenn ich 150, 200, 250 oder 300 Jungtauben habe und zwei Drittel verliere....dann habe ich am Ende irgendwie immernoch genug. Bei Züchtern die viel weniger Jungtauben züchten sieht das aber ganz anders aus. Deswegen finde ich es auch immer extrem schwierig wenn mir diese Profi- und Verkaufsschläge etwas von "Taubenqualität" oder bestimmten erfolgreichen "Linien" erzählen wollen. Wer Tauben von hoher Qualität in allen Bereichen hat und einen starken Stamm....der muss nicht 150 Jungtauben züchten und an den Start bringen um hier und da am Ende ein paar Asse zu haben. Und wenn ich, wie gestern bei Facebook eine Nachricht sehe, dass ein bekannter Schlag die ersten 20 oder 30 Konkurse auf einem Jungtierflug fliegt und dann davon berichtet wird, dass sich eine bestimmte Linie wieder durchgesetzt habe, dann weiß ich nicht ob ich lachen oder weinen soll. Irgendwann wird es auch peinlich und lächerlich. Aber für die Werbung und den Verkauf ist einigen Züchtern einfach nichts zu doof.
Wer Qualität und einen durchgezüchteten, starken Stamm hat, der sollte in der Regel mit 40 bis 60 Jungtauben auskommen. Wenn Letzteres aufgrund der Umstände in der Natur (Greifvögel, unerklärliche Verluste etc.) kaum noch möglich ist, dann funktioniert der Brieftaubensport ohnehin nicht mehr. | | | |
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