Brieftauben Mimberg

System

Aus Zeitgründen reisen wir seit je her nur mit Vögeln und praktizieren die sogenannte "Trockene Witwerschaft". Die Reisetauben werden dazu jeweils ein oder zwei Mal gepaart (dieses wechselt von Jahr zu Jahr) und kommen auf Eier. Nach etwa 5 Tagen Brutzeit werden sie dann wieder getrennt.

Die erste Anpaarung erfolgt in den Jahren, in denen wir zweimalig paaren, etwa Anfang Februar. Nach etwa zehn Tagen Bebrüten der Eier werden die Tauben wieder getrennt. Die zweite Anpaarung erfolgt so, dass die Tauben entweder auf Treiben oder auf dem Nest erstmals Mitte März wieder Freiflug erhalten.

Hintergrund dieses Vorgehens ist die Erfahrung, dass unsere jährigen Vögel sich sehr schwer damit tun, sich auf die Witwerschläge umzugewöhnen und dort ein und auszufliegen. Immer wieder zieht es sie zu ihrem gewohnten Jungtierschlag im Dachfirst. Nur wenn sie gepaart sind ist eine Umgewöhnung einigermaßen reibungslos möglich. Erschwert wird das ganze Procédere durch die ständige Bedrohung durch den Habicht. Speziell die ersten Freiflüge im Frühjahr sind dabei häufig mit hohen Verlusten durch den Raubvogel verbunden. Über die Jahre wurde hier schon manche gute Taube durch den Habicht erbeutet. Das ist auch der Grund, warum die Tauben direkt nach der Jungtierreise keinen Freiflug erhalten.

Die Tauben werden vor und während der Reisesaison morgens und abends jeweils für etwa eine Stunde am Haus trainiert. Anschließend erfolgt die Fütterung. Ein privates Training durch Wegfahren der Tauben o.ä. erfolgt in der Regel nicht. Eine Ausnahme wird in der Saisonvorbereitung gemacht, falls die Bedrohung durch den Habicht zu groß wird. Dann werden die Tauben nahezu täglich weggebracht und erhalten am Haus keinen Freiflug mehr.


Vor dem Einsatz werden die Weibchen jeweils kurz gezeigt. Dazu erhalten sie Freiflug aus ihrer überdachten Weibchenvoliere im Garten und laufen durch die Ausflüge zu ihren Vögeln in den Witwerschlägen auf dem Dachboden. Sie werden gemeinsam in die Witwerzelle gelassen und anschließend unmittelbar eingekorbt. Im Jahr 2013 haben wir erstmals die Weibchen vor dem Flug nicht mehr gezeigt. Die Vögel waren beim Einsetzen deutlich ruhiger. Wir konnten bzgl. der Reiseleistungen jedoch keinen Unterschied feststellen und sind in 2014 wieder zum alten System zurückgekehrt und haben die Weibchen gezeigt. Die Reiseleistungen waren dabei sogar noch ein Stück besser, als im Vorjahr.

Nach der Rückkehr vom Flug verbleiben die Vögel und Weibchen, abhängig von der Schwere des Fluges, unterschiedlich lange zusammen. Zunächst in den Witwerzellen, anschließend auch frei auf dem Schlag.

Auch nach der Reise ziehen wir für gewöhnlich keine Jungen aus den Reisetauben. Eine Ausnahme machen wir von Zeit zu Zeit, indem wir aus den besten Reisevögeln gezielt Spätjunge für den Zuchtschlag züchten.

Unsere Zuchttauben werden zwischen Ende Januar und Mitte Februar gepaart. Abhängig machen wir das ein wenig von der Witterung. Dann werden zwei Runden Jungtiere für den eigenen Bedarf abgesetzt, sodass wir etwa 60 - 70 Jungtiere halten. Die beiden Jungtierrunden werden solange getrennt auf dem durchgeteilten Jungtierschlag gehalten, bis sie ausreichend lange fliegen und ziehen.



Es wird nicht verdunkelt. Allerdings belichten wir die Tauben ab dem 23.Juni von 5.00 -7.00 Uhr morgens und von 20.00 - 23.00 Uhr abends. Durch dieses Vorgehen mausern die Tauben die Schwungfedern weiter ohne das Deckgefieder zu mausern.

Die Jungen werden einfach vom Sitzbrett ohne besondere Motivation gereist. Es erfolgt auch keine Trennung der Geschlechter, sodass sich gegen Ende der Jungtierreise hin und wieder das ein oder andere Päärchen findet, dem wir dann eine Nistschale in eine Ecke des Jungtierschlages stell
en.

Unmittelbar nach der Jungtierreise wandern die jungen Vögel auf den Witwerschlag zu den inzwischen sortierten alten Witwervögeln. Die jungen Weibchen gehen in die Weibchenvoliere im Garten. Von diesem Zeitpunkt an erfolgt kein Freiflug mehr am Haus, da die Greifvogelplage dieses nicht zulässt.


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