Brieftauben Mimberg

Juni 2011

30.06.11 Heute gibt es gar nicht so sehr viel zu berichten. Der Tag verlief ohne große Besonderheiten. Freiflug für die Vögel am Morgen und am Abend. Zwischendurch die Jungtauben. Wir werden nun in Kürze die erste und zweite Zucht der Jungtiere zusammenlaufen lassen und sie gemeinsam herauslassen. Das spart Arbeit und inzwischen sind sie auch soweit, dass sie etwa gleich lang fliegen. Wenn ich teilweise im Internet lese, wie lange Jungtauben fliegen sollen und wie weit sie weg ziehen sollen, dann muss zu der Feststellung kommen: wir führen unsere Tauben wohl schlecht. Sie müssen 1 1/2 bis 2 Stunden fliegen steht da. Andere schreiben, dass sie bis 30 oder 40 Kilometer weg ziehen müssen....
Komisch nur, dass wir in den letzten Jahren kaum Jungtauben verloren haben, eine Reiseleistung um 50 % hatten und immer recht weit vorne in der Jungtiermeisterschaft waren. Mit Jungen vom Brett, die eben maximal eine Stunde fliegen und auch so, dass sie fast immer zu sehen sind. Vermutlich geht es auch anders und dann eventuell auch noch besser. Aber ich denke, damit Jungtauben erfolgreich die Reise bestreiten müssen sie nicht stundenlang fliegen und kilometerweit weg ziehen. Wichtig ist, dass sie gesund sind. Und das möglichst ohne Medikamente. Im letzten Jahr haben unsere Jungtauben vom Absetzen an bis nach der Reise nicht ein einziges Medikament bekommen. In diesem Jahr haben wir aber, vor einigen Wochen, auf Anraten von Tierarzt Rene Becker nach einem Kropfabstrich, mit Ronidazol gegen Trichomonaden gekurt. Wenn nun nichts mehr dazwischen kommt, war das allerdings die letzte Medizin für unsere Jungtauben. Ich hoffe, dass es wieder gut geht. Toi, toi toi! Bisher haben wir beim Haus auch nur eine Jungtaube verloren. Das ist immer ein recht gutes Zeichen.


29.06.11
Heute morgen, als ich die Jungtauben der ersten Runde vom Freiflug hereinrief, kam der vom Sonntag fehlende Jährige 684 mit herein. Was macht man mit so einem Vogel? Er fliegt den ersten Sonntag Preis, bleibt am zweiten Sonntag aus und kommt donnerstags wieder. Er wird auf dem vierten Flug wieder gesetzt, bleibt aus und kommt eine Woche später am Samstag wieder. Dann bleibt er zuhause und ist im Benehmen und körperlich augenscheinlich in guter Verfassung. Deswegen wird er auf dem neunten Flug wieder gesetzt und kommt nun heute, drei Tage später, zurück. Normalerweise würde man sagen: solch ein Bummelant hat in der Reisemannschaft nichts zu suchen. Normalerweise….
Aber sein Nestbruder 685 ist aktuell zweitbester jähriger Vogel der RV und auch der 684 ist ja nicht strohdumm…denn irgendwann kommt er heim. Vielleicht hat er irgendwo eine Futterstelle, ein Weibchen o.ä. Er wird nun während der Altreise sicher nicht mehr gereist. Vielleicht geht er nochmal auf den Jungtierflügen mit und dann muss man sehen, wie er sich macht. Klar ist: nicht alle Tauben sind gleich gut. Auch Nestbrüder nicht. Aber in diesem Fall überlegt man schon, was man mit so einem Vogel anstellt.
Am kommenden Wochenende geht es wieder auf 400 Kilometer und dementsprechend müssen die Tauben wieder voll gefüttert werden. Gut, dass es sich nun langsam abkühlt. Dann fressen sie doch deutlich besser. Jetzt kommen eigentlich die Flüge, wo sich Tauben mit Qualität endgültig zeigen. Und wo sich auch zeigt, ob ein Züchter richtig gefüttert hat und auch sonst in der Betreuung seines Bestandes sein Handwerk versteht. Die Belastung ist nun doch recht groß. Immerhin haben die Tauben schon 9 Flüge in den Knochen und darunter waren nicht nur leichte Flüge. Jetzt müssen sie gesund sein und ausreichend gefüttert. Zum Thema Gesundheit hatte ich am Sonntag bei der Uhrenabgabe ein interessantes Gespräch mit einem Züchter unserer RV. Da kam mal wieder die ganze Angst durch, dass die Tauben krank werden. Nachzügler können überall gesoffen haben, auf den Flügen sitzen sie mit anderen Tauben in einer Kabine, unterwegs nehmen sie wer weiß was auf….da muss man doch ständig medikamentös was machen, so war der Tenor. Ich habe gesagt, dass ich das für großen Quatsch halte. Natürlich muss man immer wachsam sein. Aber wenn die Tauben immer früh heraus kommen, wenn sie montags nach dem Flug wieder fit sind und gut beim Haus fliegen….soll ich mir da Gedanken um irgendwelche Krankheiten machen oder gar „vorbeugend“ irgendein Medikament einsetzen, von dem ich nicht einmal weiß, ob es wirklich wirksam ist?! Ich kann Züchter verstehen, die vorsichtig sind. Und vielleicht liegt unser Mangel an Spitzenpreisen auch ein bisschen an der recht robusten Führung. Aber die Tauben scheinen auch jetzt nach neun Flügen noch fit….und damit ist es ok. Tauben, die unser Programm nun noch vier Wochen durchstehen, die kann man am Ende gebrauchen. Vielleicht auch für die Zucht, wenn sie erfolgreich waren. Tauben, denen ich alle zwei Wochen oder noch häufiger ein Medikament geben muss, damit sie die Reise durchstehen, sind vermutlich eher weniger für die Zucht geeignet, auch wenn sie zunächst möglicherweise noch bessere Ergebnisse auf der Reise erzielen.
Es spricht nichts dagegen während der Reise hier und da mit einem Medikament einzugreifen, wenn man als Züchter den Eindruck hat, dass mit den Tauben etwas nicht stimmt. Wenn man denn weiß was man tut und gezielt vorgeht.
Aber dieses Vorgehen nach Schema F…alle 14 Tage etwas gegen Trichos und in der anderen Woche etwas „gegen die oberen Luftwege“ (alleine diese Redewendung ist ein Witz im Taubensport) ist meines Erachtens komplett unsinnig. Es sei denn, man ist wirklich auf dem Laufenden, was Medikamente angeht, weiß um ihre konkrete Wirksamkeit, die Resistenzen usw. Aber fragt man in eurer RV wogegen – sagen wir – Spiramycin hilft (es ist immer noch in vielen Antibiotikamischungen (v.a. aus dem westlichen Ausland) enthalten). Es wird euch vermutlich niemand sagen können. Es interessiert die Züchter auch nicht wirklich, wenn die Ergebnisse (noch) stimmen. Und wenn sie nicht (mehr) stimmen, dann taugt eben das Mittel nichts. So einfach ist das.
 
28.06.11 Was für eine Hitze. Das ist nix für uns Menschen und nichts für die Tauben. Morgens haben die Vögel normal geflogen. Am Abend haben wir sie nur aufgestellt. Sie konnten machen, was sie wollen. Sie haben sich dennoch recht gut bewegt und entsprechend gut gefressen. Unsere Schläge sind bei diesem Temperaturen wirklich nicht ideal. Auf dem Dachboden ist es dann schon verdammt warm. Wir öffnen dann zum Luftaustausch immer ein Fenster zur Nordseite, ohne dass es Zug gibt. Heute habe ich außerdem einfach die Badewanne gefüllt und auf den Schlag gestellt. Da die Vögel gestern gebadet hatten, wollten sie nicht hinein, aber das verdunstende Wasser sorgt für höhere Luftfeuchtigkeit und mehr Sauerstoff auf den Schlägen.

27.06.11 Heute komme ich noch einmal auf den gestrigen Flug zurück: es fehlt ein Vogel. Der 684, der schon 2x viel zu spät gekommen war und nun länger pausiert hatte. Ich hatte gedacht dieser 300er wäre der passende Wiedereinstieg, aber es war ja nun wirklich ein komischer Flug. Die Tauben sehr langsam und fast überall haben die bisher besten Tauben gepatzt. Für uns hatte ich so etwas in der Art ohnehin erwartet, da wir jedes Jahr auf den Rückflügen von 500 auf 300 KM so unsere Probleme haben. Aber dieses Mal hat es sehr, sehr viele Züchter getroffen. Immerhin sind die Tauben sehr gut nachgekommen und es fehlen sehr wenige. Das ist gut. Bei uns kam heute morgen schon um 6.45 Uhr der Jährige 191 und so sind wohl überall die fehlenden Tauben früh am Morgen nachgekommen.
Interessant war gestern, dass einige Vögel so aussahen, als hätten sie Regen bekommen. Der alte 882, der 16 und andere. Aber auf den Radarbildern ist nirgends Regen zu sehen. Auch andere Züchter haben mir gesagt, dass sie Tauben hatte, die rote Nasen hatten. Sehr komisch. Ob tiefer Nebel eine Rolle gespielt hat?
Insgesamt fehlt den Tauben aber nichts und sie haben heute munter gebadet und am Abend auch, trotz der Hitze, sehr ordentlich ihre Runden gezogen. Ich hatte allerdings ausnahmsweise die Ausflüge offen gelassen, sodass sie machen konnten, was sie wollen. Und wieder ließen sie schon einige Erbsen liegen. Der Flug war zwar langsam gestern und die Tauben auch teilweise verwirrt (wie immer bei dieser schwülen Luft), aber Kraft hat er nicht groß gekostet. Deswegen habe ich das Konditionspulver am Abend sehr gering dosiert und damit war es das wieder für diese Woche mit den "Mittelchen".
Nächste Woche steht dann der nächste 400er an und nachdem unsere Vorbenannten und Zähler dieses Mal so schlecht kamen, sollte es am nächsten Wochenende natürlich wieder besser werden. Andererseits: unsere Tauben sind keine Maschinen und ob man am Ende eine Urkunde bekommt oder nicht...das ist nicht entscheidend. Man muss zufrieden mit den Tauben und sich sein und damit, wie das Reisejahr läuft und nach bisher neun Flügen können wir das absolut sein.
Zum Schluss noch ein Gruß an den lieben Jürgen....er hat gegen mich am Wochenende eine Wette gewonnen, weil seine Tauben doch sehr ordentlich von 500 KM gekommen sind. Lieber Jürgen, ich hoffe es geht so weiter.

26.06.11 Was für eine Waschküche! Es ist jetzt 10 Uhr und nach den Bedingungen hier ist ein Auflass der Tauben kaum möglich. Ich bin erstaunt, dass in Osterhofen oder Straubing nun schon aufgelassen wurde und auch unser Nachbar-Regionalverband 250 in Sens (SW) aufgelassen hat. Da vertraut man also wirklich darauf, dass sich das Wetter hier bis zur Ankunft der Tauben bessert. Man kann nur die Daumen drücken, denn hier tut sich bezüglich einer Wetterbesserung seit 3-4 Stunden gar nichts! Und so wird es im kompletten Sauerland sein.
Es ist nun fast 11.30 Uhr und ein Auflass wäre hier immernoch nicht möglich. Es ist weiter sehr dunstig und die Wolken sind noch dicht. So langsam lösen sie sich zwar auf, aber es wird noch dauern. Und die Luft ist gar nicht gut. Es kommt nun die angekündigte Wärme und es wird sehr schwül. Kein Taubenwetter. Unser Flug ist noch nicht gestartet und der hintere Teil unseres Regionalverbandes will bis morgen auf 500 KM stehen bleiben.
Wie ich jetzt erfahre, sollen unsere Tauben um 12 Uhr aufgelassen werden. Hier ist es noch bedeckt und dunstig. Mal sehen ob das alles gut geht...
Es ist jetzt 22.30 Uhr. Gerade erst vom Uhrenauslesen zurück und die Tauben getrennt. Wir machen 27/11 Preise, beginnend mit dem 18. und 25. Konkurs. Es war ein sehr komischer Flug und fast alle Zähler und Vorbenannten haben heute "versagt". Es fehlen noch zwei Jährige. Der 684, der nachgesetzt war und der 191 mit bisher vier Preisen. Ich bin froh, dass die guten Tauben, wenn sie auch nicht Preis flogen, wieder da sind. Woanders fehlen durchaus auch noch richtig gute Tauben. Alles Weitere dann morgen!

25.06.11 Wir haben 27 Vögel für den Flug ab Neumarkt eingesetzt. Zuhause geblieben sind weiter der 24 (wird dieses Jahr nicht mehr gereist), der 988 (verletzt), der 7 (am Dienstag abend von Ried zurückgekehrt und der 196 (siehe vorherige Einträge). Wieder mit am Start sind der 684, der 3 Wochen lang zuhause war und der 239, der zwei Wochen Pause hatte. Da morgen ein Rückflug von 500 auf 300 KM ansteht, fürchte ich ein eher bescheidenes Ergebnis. Das kennen wir so seit vielen Jahren. Die Tauben schienen heute beim Einkorben zwar in guter Verfassung (insgesamt hätten sie etwas leichter sein können), aber meistens gehen diese "Rücktouren" für uns in die Hose.
Als ich abends vom Einkorben heimkehrte fand ich leider die 04-1440 (Tochter Prange 1009) tot in ihrem Schlag. Sie sitzt in einem einzelnen Abteil mit ihrem Vogel und ein Junges war frisch geschlüpft, während das zweite leider bei angepicktem Ei, kalt geworden ist. Die Täubin muss also vom Nest sein, nicht direkt abgelöst worden sein und dann ist das Jungtier kalt geworden. Schade. Ich habe noch Gelegenheit das letzte Jungtier woanders unter zu legen und zu retten, da ich nicht annehme, dass der Vogel weiter tagelang auf dem Jungtier sitzen bleibt. Ich werde nun die Weibchen der ersten und zweiten Zucht aus dieser Paarung vom Jungtierschlag nehmen und erstmal verwahren, um zu sehen, wie die Vögel einschlagen. Dann hätte ich gegebenenfalls wenigstens noch etwas aus dieser Paarung.
Die Jungen verblieben heute im Schlag, wie immer am Wochenende und erhielten über die Tränke wieder Naturaline, Ropa flüssig und Avidress. Ab heute ist auch die Zeitschaltuhr an. Sie werden morgens ab 5 Uhr und abends bis 23 Uhr belichtet, um das Mausern des Deckgefieders zu verlangsamen. Das funktioniert Jahr für Jahr sehr gut.

24.06.11 Unseren 196 werden wir heute noch aus der Mannschaft nehmen. Aktuell (10.30 Uhr) ist das noch nicht möglich, weil er sich - mal wieder - auf dem Dach unseres Nachbarn mit drei von dessen Weibchen vergnügt. Nachbar Heinz hat seine Weibchen erst herausgelassen, als unsere Vögel scheinbar schon alle wieder im Schlag waren. Scheinbar! Weil der 196 nur darauf gelauert hat, dass sich dort etwas tut. Nun hat er seine Chance vertan (denn in der letzten Woche hat er selbiges ja schonmal getan) und wandert zu den Ammentauben. Man hat zuviel Stress mit Vögeln, die solche Verhaltensweisen an den Tag legen.
Heute mittag wurde eine unserer von Montag fehlenden Tauben gemeldet. Der Jährige 242 sitzt in Wachtberg in der Nähe von Bonn. Es bestätigt sich immer mehr, dass die fehlenden Tauben, wie ich schon vermutet habe, wieder einmal südlich ins Siegerland hinein gezogen sind und dann immer weiter...das kommt davon, wenn man mit Reisevereinigungen reist, die von der Lage her ganz woanders angesiedelt sind. Es ist jedes Jahr das Gleiche! Aber schön, dass der Vogel zugeflogen ist und ich ihn hoffentlich bald zurücktransportieren kann. Dem Sportfreund, der die Taube gemeldet hat, kann man nur danken!

23.06.11 Am Abend war der Habicht zur Abwechslung mal wieder hinter unseren Witwervögeln her. Er hat keinen erwischt, aber man merkt den Tauben sofort ein verändertes Verhalten an. Sie sind auf dem Dach unruhiger und selbst 1 1/2 Stunden nachdem sie wieder im Schlag waren und, wie gewohnt, in der Zelle ihre Nuss bekommen sollten, reagierten einige Vögel nicht bzw. flogen aus der Zelle. Da sieht man wirklich, wie sensibel unsere Tauben sind.
Der Teil auf dem Jungtierschlag, den die zweite Runde Jungtauben bewohnt, wurde heute zum ersten Mal gereinigt. Nun erfolgt bis kurz vor der Reise, wie bei der ersten Zucht jetzt schon üblich, eine wöchentliche Reinigung. Zur Reise hin dann natürlich täglich. Das sieht alles nicht immer sehr schön aus, aber wir erhoffen uns davon, dass die Tauben ein besseres Immunsystem aufbauen. Es funktioniert natürlich nur, wenn der Schlag, so wie unserer, wirklich pulvertrocken ist. Zumindest in den letzten Jahren hatten wir (TOI TOI TOI) nie Probkeme mit der Jungtaubenkrankheit.
Auch der Schlag der ersten Runde erhielt heute eine Reinigung und anschließend gab es für die Jungen ein Bad mit dem Zusatz des Produktes von Tollisan gegen Ektoparasiten.

22.06.11 Während die Vögel heute morgen ihren Freiflug hatten und nachdem ich die Schläge gesäubert hatte, habe ich in der letzten Ausgabe der Zeitschrift "De Duif" den aktuellen Artikel von Ad Schaerlaeckens gelesen. Zugegeben, es fällt mir hier und da noch ein wenig schwer die niederländische Sprache in ihren Feinheiten zu verstehen, aber für den Hausgebrauch reicht es. Und dieser Artikel unter der Überschrift "De Dromer ist nieuw" ist wirklich lesenswert. Er gibt wider, was dem Autor beim Lesen diverser Brieftaubenzeitschriften und Internet-Auftritte aufgefallen ist: überall hört und liest man nur noch "De Rauw-Sablon". Das soll die neue "Wunderrasse" sein und wer nichts aus dieser "Rasse" sein Eigen nennt, der kann nicht mehr vorne mitspielen. Ad Schaerlaeckens bedauert auch Herrn de Rauw, oder Herrn Sablon oder alle beide - man weiß es nicht so genau - denn er fürchtet, dass sie nicht mehr auf die Straße gehen können, ohne von kaufsüchtigen Brieftaubenzüchtern angefallen zu werden.
Tatsächlich war auch mir zuletzt aufgefallen, dass man ständig und überall "De Rauw-Sablon" liest und hört, dass der Topvererber "De Dromer" in aller Munde ist und es begann mich schon zu nerven. Als gäbe es keine anderen Tauben mehr.
Ad Schaerlaeckens schreibt weiter sehr richtig, dass es früher die Meulemänner waren, dann die Janssens, dann Schellens, Vandenabeele, Koopmann oder Heremans...und immer ging es ausschließlich ums Verkaufen.
Natürlich hatten all diese Züchter herausragende Taubenqualität und haben sie teilweise heute noch. Und natürlich konnte oder kann man von diesen Züchtern großartige Tauben bekommen - mit ein wenig Glück. Aber was Ad Schaeerlaeckens nervt und kritisiert ist der "Rassenwahn", der stets um sich greift, wenn irgendwo ein oder zwei gute Tauben aus einem hervorragenden Vererber gefallen sind. Recht hat er! Solange die Züchter lieber einen Sohn vom Enkel eines Topvererbers kaufen, als einen Sohn aus dem besten Vogel ihrer RV, der aber keine ellenlange Abstammung hat, solange werden sie auf der Stelle treten....wenn sie Glück haben.
Zwei schöne und interessante Zeitungsartikel finden sich heute hier:
www.derwesten.de/staedte/velbert/Brieftaubenzuechter-wehren-sich-gegen-Peta-Kritik-id4787241.html
www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokalausgaben/burg/

21.06.11 Manchmal fangen die Tage schon schlecht an. Hatte ich gestern noch die Hoffnung geäußert, dass die fehlenden Tauben heute nachkommen, so wache ich heute morgen auf und das erste was ich höre ist der Regen. Da weiß man schon: das wird heute nicht viel! Und so war es dann auch. Bis mittag hat es geregnet, dann wurde es für mehrere Stunden sehr windig. Erst am Spätnachmittag wurde das Wetter so, dass Tauben hätten kommen können. Um 19 Uhr kam dann auch unser Nr.7 - sicher nicht der Beste, aber ich bin um jede froh, die wieder zuhause ist. Nun fehlen uns noch 6. Darunter unser bester Vogel, der 149 und unser 3.-bester Jähriger, der 225.
Unserem Nachbarn fehlten mittags ebenfalls 6, wobei eine bereits gestern abend in Siegen gemeldet wurde.
Heute morgen hatte ich noch zu meinem Vater gesagt, dass die Tauben sicher wieder, wenn sie gemeldet werden, im Siegerland sitzen. Aber wir müssen ja immernoch mit der RV Hohe Bracht reisen, die regional so absolut gar nichts mit uns zu tun hat. Ein herzliches Dankeschön meinerseits nochmals an diejenigen, die das damals beschlossen haben. Dass die Herren damals nur aus Eigennutz gehandelt haben wollen sie natürlich heute nicht mehr hören!
Die Vögel haben heute morgen dann das Konditionspulver bekommen und kurz nach mittag ein Bad. Und bis auf den 185, der gestern abend gekommen war, haben auch alle das Bad angenommen. Man muss aber wissen, dass der 185 nie badet. Er geht einfach in keine Badewanne. Keine Ahnung, warum.
Abends hatte ich überlegt den Tauben nach dem Freiflug nochmals Konditionspulver zu geben, aber beim Anfüttern ließen sie schon wieder einzelne Erbsen liegen und da war mir klar, dass der Substanzverlust von gestern nicht so groß war bzw. wieder ausgeglichen war. Von daher gab es dann Futter ohne Zusätze. Ich werde aber in dieser Woche das Wasser länger als gewohnt ansäuern, da man nicht weiß, wo und was die spät gekommenen Tauben gesoffen haben.
Beim Freiflug abends habe ich den 185, den 166 (der gestern sehr fertig war - vielleicht auch, weil sein Partner 225 noch fehlt) und den 178 (er ist ganz leicht verletzt und kam auch gestern abend) im Schlag gelassen. Die anderen waren draußen schon wieder sehr munter, flogen recht hoch und durchaus auch längere Zeit.
Trotzdem ist nach so einem Tag die Laune im Keller. Kein Preis der Welt kann einem eine fehlende Taube ersetzen. Zumal nicht, wenn sie wirklich Charakter hat. Man gibt die Hoffnung ja nicht auf, dass man nochmal etwas von den Tieren hört und sollte jemand den 149, den 225 oder auch die anderen melden, bekommt er mit Sicherheit ein kleines oder auch größeres Dankeschön! Aber insgesamt wird die Wahrscheinlichkeit, dass man noch einmal etwas von den fehlenden Tauben hört, Stunde für Stunde geringer.

20.06.11 Das war kein leichter Flug heute ab Ried. Auflass um 6.10 Uhr, unsere erste Taube um 13.36 Uhr. Damit waren wir in der RV mal wieder spät dran. Dann kamen sie recht zügig (in 18 Minuten 16 Tauben) und wir machen mit 32/16 in der RV noch sehr gut unsere Preise. Trotzdem sind wir absolut nicht zufrieden. Denn kurz nach den Preistauben wurde es sehr, sehr spärlich mit dem Nachkommen der Tauben und am Abend fehlen uns noch 7 Vögel. Darunter unser 149 mit letztes Jahr 11 Preisen und bisher 7/7 und unser schwuler Jähriger 225 mit bisher 6/7. Egal wieviel Preise man macht: die Tauben sollen wiederkommen, zumal solche Charaktertauben wie der 149. Ich würde jeden einzelnen Preis gegen die Rückkehr dieses Vogels eintauschen. Jetzt hoffe ich auf morgen. Da sie so spärlich nach kamen - übrigens fehlte bei der Uhrenabgabe um 18 Uhr in der RV genau ein Drittel der Tauben in den Geräten - blieben sie bis zum Abend bei offener Zelle bei ihren Weibchen und erhielten volles Futter und über die Tränke Avidress und Tollyamin. Gegen 21 Uhr wurde dann getrennt. Es wird sicher eine unruhige Nacht mit der Hoffnung, dass morgen noch Tauben nachkommen. Das Wetter soll allerdings nicht wirklich gut werden.

19.06.11 Gegen Mittag haben wir 32 Vögel für den auf morgen verschobenen Flug ab Riet in Österreich eingesetzt. Ob das Wetter einen Auflass dann zulässt muss man sehen. Heute waren die Flüge - allerdings alle über kürzere Distanzen - doch relativ glatt. Zuhause geblieben sind weiter unser 09-24 und die Jährigen 684 (er soll, wenn alles normal läuft nächste Woche wieder mit), 196 (siehe vorherige Einträge) und der gestern zurückgekehrte 239. Außerdem natürlich der 988, der am Flügel verletzt war. Man kann jetzt nur hoffen, dass morgen das Wetter mitspielt und dass kein unnötiges Risiko eingegangen wird, wenn das Wetter nicht ideal ist.
Unsere Jungtauben kriegen an den Wochenenden keinen Freiflug. Ich finde, dass man das nicht macht, wegen der Flugtauben. Es gibt ja Zücher, die ihre Jungen absichtlich während der Flüge herauslassen, damit diese mitziehen und zurückfinden müssen, aber gegenüber den Sportfreunden, die an den Flügen teilnehmen ist das, so denke ich, nicht wirklich fair.
Während die Jungen nun also an den Wochenenden im Schlag sind erhalten sie bis zur Reise jeweils von Freitagsabends bis Montagsmorgens über das Wasser Naturaline (diese flüssige Kräutermischung von Natural), Avidress und Ropa-flüssig. Sie mausern dann immer sehr schön die Daunen und ich denke, dass man damit auch ein wenig Erkrankungen vorbeugen kann. Nachdem ich zwischenzeitlich mit unseren Jungen ja ein wenig unzufrieden war, machen sie inzwischen einen sehr guten Eindruck. Jetzt müssen sie für die in einigen Wochen anstehenden Flüge nur noch in Flugverfassung gebracht werden. Das wird v.a. mit einer Änderung des Futters vonstatten gehen, denn in etwa zwei Wochen werden wir dem Prange-Grand-Prix etwa 20 Prozent Paddy-Reis zusetzen und etwas knapper füttern. Aktuell geht das natürlich noch nicht, weil einige Jungen der zweiten Runde noch zu jung sind und etwas eiweißhaltigeres Futter benötigen.
Zum Schluss für heute noch der Hinweis, dass Tierarzt Vincent Schröder, der inzwischen mit Johannes Jakobs von der Firma Tollisan zusammenarbeitet, den belgischen Nationalflug ab Cahors gegen 8067 Tauben gewonnen hat. Herzlichen Glückwunsch!

18.06.11 Heute morgen hatten unsere Vögel ganz normalen Freiflug. Alle bis auf den Jährigen 196. Dieser hatte es gestern nach dem Morgentraining vorgezogen zu unserem Nachbarn auf das Dach zu fliegen und sich dort mit einer von dessen Reisetäubinnen zu vergnügen. Die beiden paarten und schnäbelten den ganzen Tag über und ließen sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Wir haben irgendwann den Witwerschlag geschlossen und den Jungtauben Freiflug gegeben, in der Hoffnung, dass der 196 dann rüber kommt. Aber nichts. Auch unser Nachbar ließ seine Reisevögel heraus und auch seine Jungen. Den Vogel und die Täubin störte das wenig. Zwischenzeitlich schnäbelte der 196 sogar mit einem der Reisevögel unseres Nachbarn, der sich zuvor wiederum über die Täubin hergemacht hatte. Es war ein kurioses Schauspiel. Gegen 18 Uhr, kurz bevor ich unseren Vögeln dann abends wieder Freiflug geben wollte, kam der 196 dann zurück. Er sitzt nun in "Einzelhaft", denn so ein Vogel kann einem die ganze Mannschaft durcheinander bringen. Kurios ist folgendes: er ist ein Vollbruder des schwulen 225 und ein Halbbruder von dessen Partner 166. Weiterhin ist er Halbbruder des 43, der im letzten Jahr ständig zu unserem Nachbarn hinüber ging. Sie alle stammen aus einer Originalen Janssen-Täubin von Georg Erhardt. Sie dient in diesem Jahr als Ammentäubin. Eine Vollschwester dieser Täubin sitzt als Zucht-As im Schlag Steffl und die Steffls haben mir vor längerer Zeit mal mitgeteilt, dass besonders die Enkelgeneration dieser Täubin sehr, sher gut fliegt. Ich überlege nun den 196 mal im nächsten Jahr in der Zucht auszuprobieren, zumal er sich vor der Reise ja einen Luftsack gerissen hatte und er wohl deswegen zumeist kurz nach den Preistauben kommt. Es ist schon kurios wie "verrückt" diese Tauben sind, aber vielleicht kann man das doch einmal noch nutzen. Ich werde es probieren.
Abends war es dann so regnerisch und stürmisch, dass die Tauben ausnahmsweise keinen Freiflug mehr erhalten haben. Sie fraßen aber dennoch recht gut, da es sich insgesamt deutlich abgekühlt hat. Nach der normalen Mahlzeit gab es noch Sämereien, Nüsse und Sonnenblumenkerne. Und als ich dann gerade fertig war mit der Fütterei tat sich etwas draußen auf dem Dach. Ein kurzer Blick durchs Fenster: Hurra, der 239, der von letzter Woche als einzige Taube fehlte, war nass, aber gut gepflegt wieder zuhause angekommen. Ich denke er ist irgendwo versorgt worden. Ein großes Dankeschön an den unbekannten Sportfreund! Toll, dass der Vogel wieder da ist.!!!
Am letzten Wochenende fand ja der erste Ruhrgebietsflug statt. Einen sehr schönen Schlagbericht über den Doppelsieger Helmut Köster aus Plettenberg gibt es hier:
www.brieftauben-markt.de/Default.aspx

17.06.11
Das Einsetzen für unseren nächsten Preisflug ist vernünftigerweise, aufgrund der sehr schlechten Wetterprognosen für das Wochenende, von Samstag auf Sonntag verschoben worden, sodass der Flug nach Möglichkeit am Montag stattfindet. Der Montag scheint nach heutigen Wettermodellen noch am ehesten für einen Auflass geeignet zu sein. Für unsere Tauben heißt das nur, dass sie einen Tag länger so versorgt werden, wie bisher auch.

Einen schönen Artikel über den niederländischen Spitzenschlag Nico von Nordenne gibt es aktuell auf Pipa zu lesen:
www.pipa.be/de/newsandarticles/reports/die-torero-dynastie-von-nico-van-noordenne-zwingt-sued-holland-ihren-willen-

16.06.11 Manchmal sind mir unsere Vögel ein Rätsel. Sowohl morgens, als auch am Abend flogen sie nicht besonders. Einige Runden, dann mal aufs Dach, dann wieder hoch usw. Nach etwa einer Stunde habe ich dann die Ausflüge jeweils aufgemacht. Morgens kamen sie recht zügig herein. Am Abend auch etwa 20 Vögel. Dann legten die anderen aber los. Sie gingen hoch und flogen eine halbe Stunde mit vollem Tempo durch die Gegend. Zeitweise weit weg, dann kamen sie wieder herangerauscht und dann wieder weg. Das alles, während ihre Schlaggenossen bereits auf das Futter warteten. Als sich die draußen gebliebenen dann anschickten herein zu kommen, tauchte plötzlich wieder das Blauscheckweibchen auf, welches schon seit Wochenanfang jeden Abend hier ist und die Vögel verrückt macht. Dann ging es erst richtig los. Besonders unser 20 und der Opa 882 waren gar nicht mehr zu bremsen und machten gar keine Anstalten herein zu kommen. Irgendwann waren sie dann wieder eine ganze Zeit verschwunden, um schließlich ohne die Täubin wieder zu kommen und in den Schlag zu gehen. Von Herauslassen an, waren da fast 2 1/2 Stunden vergangen. Und es folgte nur 5 Minuten später heftiger Regen, Gewitter usw. Als wenn sie es doch geahnt hätten.
Am Nachmittag war ich bei der SG Beck-Wendt aus unserer RV zu Besuch und habe ihre Schläge besichtigt und ihre Tauben angesehen. Man kann in die Tauben nicht hineinsehen, aber da sitzen schon einige sehr schöne Exemplare. Hoffentlich fliegen sie künftig so gut, wie sie aussehen. Es war jedenfalls sehr nett bei Patrick und Heinz und wir werden sicher auch in Zukunft die ein oder andere Taube tauschen. Wer einen Blick auf ihre Homepage werfen möchte, der kann das hier tun:
sgbeckwendt.de/

15.06.11 Es kann sein, dass wir nach dem nächsten Flug doch mal medikamentös etwas machen. Es ist nicht so, dass die Tauben schlecht aussehen oder ausser Form sind. Das ganz sicher nicht. Aber es macht doch den Eindruck, dass sie nicht mehr 100%-ig in Top-Verfassung sind. Es kann natürlich auch etwas mit der schwülen Luft zusammen hängen und auch damit, dass die Form nicht immer voll da ist über 15 Wochen. Ein Aussenstehender würde sicher gar nichts an den Tauben merken, denn sie sehen super aus. Aber wenn man sie immer beobachtet sieht man doch eine kleine Veränderung gegenüber den Vorwochen. Sie landen schonmal eher und fliegen nicht mehr ganz so hoch usw. Es kann natürlich auch damit zusammen hängen, dass hier nun dauernd fremde Tauben sitzen. Seit zwei Tagen kommt hier immer abends für etwa eine Stunde ein Blauscheck-Weibchen, welches sich in sehr guter Verfassung befindet. Außerdem saß hier heute eine fremde Jungtaube und ein weiterer Zuflieger ist hereingekommen. Da sind die Vögel natürlich aus dem Häuschen und turnen auf dem Dach hinter diesen Tauben herum.
Das Wetter für das Wochenende sieht bislang nicht so toll aus. Es kann sein, dass es montags deutlich besser ist, als samstags oder sonntags. Trotzdem muss man die Tauben ja jetzt auf den 500er vorbereiten. Bei uns ändert sich da nicht viel, ausser der Tatsache, dass sie die ein oder andere Nuss mehr bekommen, dafür weniger Sämereien und dafür dann wiederum mehr Sonnenblumenkerne. Das ist eigentlich schon alles. Ich habe übrigens einen neuen Kanister Avidress gekauft. Es riecht anders als das Vorhergehende. Deswegen habe ich Alfred Berger von der Firma Rhönfried kontaktiert und gefragt, ob die Zusammensetzung der zugesetzten Aromastoffe sich geändert hat. Herr Berger sagt, dass alles beim Alten geblieben sei. Ich sende ihm nun die Chargen-Nummer und er geht der Sache nach. Immerhin ein sehr guter Service, wie ich finde.

14.06.11 Als es heute die Preislisten gab, gab es für uns eine freudige Überraschung, mit der wir gar nicht mehr gerechnet hatten. In unserer RV werden seit drei Jahren bei jedem Flug ein Sack Futter auf den 111. und den 222. Konkurs, gestiftet von unserem RV-Mitglied und Futtermittelhändler Gerhard Kürmann, ausgeflogen. In den drei Jahren haben viele Züchter schon Futter gewonnen, auch mehrfach. Wir hatten bisher leider noch kein Glück. Dieses Mal hat es aber geklappt. Unser Jähriger 242 hat den 222. Konkurs errungen und damit einen Sack Futter eingeflogen. Das sind doch schöne Ereignisse
Ansonsten gab es heute nichts Besonderes. Die Vögel haben nicht so gut geflogen wie gestern abend, aber das macht auch nichts. Es geht jetzt auf den 500er zu. Da brauchen sie am Haus nicht fliegen wie die Irren, sondern sollen ihre Kräfte sparen.
Überall wird nun über Spitzenleistungen berichtet. So z.B. wöchentlich bei Pipa über Top-Ergebnisse in Deutschland. Ich möchte da auch mal auf ein Top-Ergebnis in unserer Regionalverbandsgruppe hinweisen. Der langjährige Spitzenzüchter Reinhold Schmidt aus der RV Hohe Bracht fliegt an diesem Wochenende in der RV 34/32 und in der Regionalverbandsgruppe 34/31 Preise. Ich denke, da können viele andere, über die ständig (auch aus Mareketinggründen) berichtet wird, gegen einpacken.

13.06.11 Leider fehlt vom gestrigen Flug noch der Jährige 239, der bisher schon vier Preise hatte. Ansonsten sind die Vögel schon wieder in guter Verfassung. Das müssen sie auch, denn nächste Woche steht der erste 500 Kilometer-Flug an. Sie haben gestern nach dem Trennen wieder Mineralpulver und flüssige Hefe erhalten und dazu Tollyamin über das Wasser. Heute morgen dann Möhrenbrei mit Konditionspulver und Probac 1000 über das Futter und Avidress im Wasser. Das Avidress aber nur in halber Dosierung. Heute morgen erhielten die Vögel mal wieder ein Bad. Wir machen das insgesamt nicht so häufig wie andere Züchter, also nicht wöchentlich oder so. Sie können auf dem Dach baden, wenn es regnet und ansonsten lassen wir sie im Schlag vielleicht alle 3 Wochen einmal baden. Abends hatten die Vögel wieder ihren gewohnten Freiflug und zeigten sich ausgesprochen lebhaft. 50 Minuten lang waren sie in der Luft. Das ist wieder ein Zeichen, dass sie gesund sind und der Flug gestern super verkraftet wurde. Der Jährige 217 (bisher 4 Preise) vergnügte sich dann nach dem Öffnen der Ausflüge noch mehr als eine halbe Stunde damit eine fremde Taube, die sich hier wohl niedergelassen hat, über das Dach zu jagen. Wenn Tauben montags so ein Benehmen zeigen, dann muss man sich wohl keine Sorgen machen. Einzig unser 146 gefällt mir insgesamt nicht so. Er hatte im letzten Jahr 10 Preise und kommt, nachdem er gut gestartet war, jetzt seit drei Wochen nicht mehr. Keine Ahnung was er hat. Eventuell fahre ich nach dem 500 KM-Flug noch einmal zur Kontrolle zu René Becker. Dann wäre er einer der Kandidaten zur Untersuchung.
Die Jungtauben der ersten Zucht habe ich heute zum ersten Mal in unseren alten "Bahnreisekorb" gesetzt, damit sie sich an den Kabinenaufenthalt gewöhnen. Dieses wiederhole ich jetzt in den nächsten Tagen und Wochen immer mal. So haben sie dann zu den ersten Vorflügen weniger Stress in der Kabine des Expresses. Eine Jungtaube fiel mir, als ich sie später aus dem Korb hinter denm Haus fliegen ließ, dadurch auf, dass sie nur 3 Runden flog und dass vom Flugbild aus eher wie eine Ente. Ob es eine Nachwirkung der Impfung ist. Ich werde es beobachten. Wenn es sich nicht ändert kommt sie aus der Mannschaft. Abschließend möchte ich passend zu diesem Thema einen auf einen sehr interessanten Beitrag von André Roodhoft hinweisen:
blog.natural-granen.de/file.axd

12.06.11 Der Flug ab Landshut ist für uns wieder sehr zufriedenstellend verlaufen. Wir machen 34/18 in der RV. Zwar beginnen wir erst mit dem 73. Konkurs, aber dann kamen sie wieder sehr ordentlich. Alles weitere morgen, da ich nun auf ein Musikfestival nach Plettenberg fahre.

11.06.11 Beim Einsetzen für den 7.Preisflug am heutigen Nachmittag habe ich mich mit einem Sportfreund kurz über den abstehenden Ruhrgebietsflug unterhalten. Er fand es genauso schade wie ich, dass wir nicht teilnehmen können. Dabei kam unser Gespräch darauf, wie unsinnig das deutsche Brieftaubenprogramm eigentlich ist. Es wäre doch viel schöner das Programm nach belgischem Vorbild zu gestalten. Bis etwa zu diesem Zeitpunkt gibt es über die kurzen Distanzen RV- oder FG-Flüge und dann werden für die unterschiedlichen Reiserichtungen eben Nationalflüge angeboten. Es wäre doch kein Problem, wenn alle RVen aus Nordrhein-Westfalen, welche die Südost-Richtung beschicken, dann gemeinsam auf 400, 500 oder 600 KM auflassen. Gleiches gilt für den Südwesten oder andere Reiserichtungen. Man muss ja nicht gleich immer gegeneinander konkurrieren. Es geht doch nur darum, dass diese Flüge über relativ kurze Zeit hinweg eine ganz andere Taubenqualität schaffen. Die Auflassorte der RVen aus dem Rheinland, sind praktisch die gleichen, wie die Auflassorte der RVen aus dem Ruhrgebiet, dem Münsterland oder dem Sauerland. Was hindert denn eigentlich an gemeinsamen Auflässen`? Es wäre ein leichtes ab Mitte Juni auf den Distanzen von 400 KM und mehr wöchentlich Flüge mit bis zu 100.000 Brieftauben anzubieten. Natürlich wären die Anforderungen an die Tauben ganz andere. Im RV-Schwarm nach hause zu fliegen gäbe es dann nicht mehr. Aber letztlich würde das innerhalb weniger Jahre eine deutlich bessere Taubenqualität schaffen. Und die Konkurrenzen könnten ja weiterhin auf RV- oder FG-Ebene bleiben.
Unsere Jungtauben haben übrigens die gestrige Impfung bisher ohne jegliches Problem überstanden. Auch heute gab es nochmal Ropa, Avidress und Tollyamin über das Wasser.
Die Vögel haben auch heute morgen wieder noch sehr ordentlich gefressen. Das geht schon über die ganze Saison so, obwohl sie freitags abends richtig satt gefüttert werden. Vielleicht stimmt es gar nicht, wenn immer behauptet wird, dass Tauben samstags vor dem Flug nicht mehr viel fressen dürfen. Wir werden es morgen sehen.

10.06.11 Heute haben wir also, wie geplant, die Jungtauben geimpft. Normalerweise verkraften sie die Impfung ja immer sehr gut. Sie bleiben nun zwei Tage im Schlag. Über das Wasser gibt es während dieser Zeit Avidress, Ropa flüssig und Tollyamin. Dann sollte erstmal alles normal laufen. Vor der Impfung habe ich zwei Jungtauben aussortiert. Das war nichts. Eine war schon länger immer etwas auffällig und wirkte kränklich. Die andere war in der Hand eine ziemliche Katastrophe. Allgemein muss ich sagen, dass unsere Jungen mir in diesem Jahr einfach (noch) nicht so gefallen, wie in den Vorjahren. Es sind sicher ein paar sehr schöne Kerle dabei. Aber auch einige, die mir nicht so zusagen. Andererseits mag es auch daran liegen, dass wir ja im Zuchtschlag viele neue Tauben eingeführt haben und neben der Tatsache, dass diese Tauben sicher nicht alle gut sind, ist es ja auch so, dass man sich dann erst an einen neuen Taubentyp gewöhnen muss. Sie sind halt teilweise sehr anders als unser alter Stamm. Besonders die Tauben aus der Prange-Linie. Eines habe ich mir für nächstes Jahr jetzt schon vorgenommen: ich gehe noch weiter als ohnehin schon weg von den sogenannten "Ausgleichspaarungen" - also klein an groß, tief an flach etc. Da hast du zwar hin und wieder ein paar schöne Tiere dabei, aber auch viele, die sehr unförmig sind. Ich werde noch mehr dazu übergehen klein an mittelgroß, groß an mittelgroß, tief an normal usw. zu paaren. Die Tauben gefallen mir dann insgesamt besser. Auch groß an groß ist allemal besser als klein an groß.
Die Witwer haben heute abend ein Verhalten gezeigt, wie es uns auch neu war in diesem Jahr. Zunächt das alte Spiel: sie segelten alle einzeln am Himmel umher. In sehr, sehr großer Höhe. Die Vögel unseres Nachbarn gesellten sich dazu und machten dann teilweise das gleiche Spiel. Nachdem sie etwa eine halbe Stunde gesegelt und einige auch zwischendurch auf das Dach gegangen waren ging es dann los. Unser und der Schwarm unseres Nachbarn gingen zusammen und flogen dann teilweise mit enormem Tempo flach über die Häuser, dann ging es ganz hoch, immer hin und her, dann wie Junftauben in den Sturzflug...ein interessantes Verhalten das sicher auf gute Form schließen lässt. Sie trieben das Ganze dann eine weitere halbe Stunde. Ich habe die Ausflüge dann geöffnet und die meisten Vögel kamen dann doch zügig herein, weil es in der Zelle ein paar Sämereien und Sonnenblumenkerne gibt. Die Tauben sollen sich ja freitagsabends nicht abfliegen. Einige Vögel stört das aber nicht sonderlich, die vergnügten sich draußen noch ein wenig, kamen dann aber auch. Es wurde dann richtig satt gefüttert und anschließend bekamen alle Vögel aus der Hand noch 5 Nüsse. Damit müsste es futtermäßig reichen für diese Woche. Morgen früh kriegen sie dann auch nochmal Futter im Trog und bisher fraßen sie samstags immer noch recht viel. Mal sehen wie es dieses Mal wird. Mehr kann man an den Tauben nicht tun und ich finde, dass sie in guter Verfassung sind. Ich muss aber sagen, dass man sich da immer auch täuschen kann. Von daher ist jeder Flug wieder eine neue Überraschung. Das macht es ja so reizvoll. Den 24 - unser Sorgenkind - werden wir nun zuhause lassen. Der Vogel ist irgendwie nicht ok, auch wenn man ihm nichts ansieht....es bringt nichts ihn womöglich noch wegzujagen. Er ist nämlich ein ganz feiner Kerl und warum sollte man ihn unnötig reisen, wenn er überfordert ist. Warum auch immer.
Das Wetter am Sonntag soll gut werden. Das ist wichtig. Für unsere Tauben und auch für die vielen tausend Teilnehmer des Ruhrgebietsflugs. Da würde ich schon gerne teilnehmen, aber aus bestimmten Gründen geht das hier im Regionalverband ja alles nicht. Schade, aber nicht zu ändern für den Moment. Vielleicht irgendwann mal, wenn der Regionalverband endlich unter anderer Verantwortlichkeit steht. Man wird ja noch träumen dürfen...

09.06.11 Wie erwartet haben unsere Vögel heute dort weiter gemacht, wo sie gestern aufgehört hatten. Eine Truppe hat sehr ordentlich am Haus geflogen, die andere Truppe hat sich eher damit vergnügt auf dem Dach herumzutoben und hier und da etwas durch die Gegend zu segeln. Grundsätzlich merkt man den Witwern aber an, dass sie nun eine Form erreicht haben, in der sie voller Selbstvertrauen sind. Das Verhalten ist doch deutlich anders als in den ersten vier oder fünf Wochen der Reisesaison. Wie sich das dann auf den Flügen auswirkt, kann man nicht voraussehen. Wichtig ist, dass sie zuvor gut fressen und das tun sie immernoch.
An diesem Wochenende startet der erste Ruhrgebietsflug mit mehr als 50.000 Tauben und ich persönlich finde es ausgesprochen schade, dass wir nicht dabei sein können, wo doch ein Teil unseres Regionalverbandes sehr wohl mitmachen darf. So starten wir eben mit etwa 5.000 Tauben unseren Flug ab Landshut, was ja auch nicht ganz schlecht ist. Und zumindest das Wetter scheint ja mitzuspielen.
Zum Schluss für heute: Hier gibt es den interessanten zweiten Teil des Mai-Newsletters von Brieftauben-Tierarzt Peter Boskamp zu lesen
www.pigeonvetcenter.com/de/newsletters-2011/245-nieuwsbrief-mei-2011-2.html

08.06.11 Unser nächster Preisflug ist, wie schon erwartet, um einen Tag nach hinten geschoben worden und findet am Sonntag statt. Die Verschiebung macht wetterbedingt auch Sinn.
Bei unseren Vögeln geht nun das Spiel von letzter Woche wieder los. Während ein Teil (etwa 2/3 der Mannschaft) brav mit Tempo am Haus in der Gruppe trainiert, fängt der andere Teil wieder seine Mätzchen an: aufs Dach, wieder los, aufs Dach, wieder los, herumsegeln...letzte Woche ist das ganz gut gegangen, aber ob es dieses Mal bei anderen Wetterbedingungen wieder so wird, möchte ich doch bezweifeln. Unsere beiden schwulen Herren 166 und 225 lassen wir ohnehin schon nur noch im Wechsel heraus, da sie sich sonst überwiegend auf dem Dach vergnügen würden. Aber bisher haben sie eben beide 5/6 Preise.
Ich diskutiere gerade mit einem lieben Sportfreund darüber, ob Tauben bei Rückenwind, wenn sie am Tag des Einsatzes nicht satt, sondern vielleicht nur halb satt gefüttert wurden, weniger oder gar nicht überfliegen und dann vielleicht auch mehr Spitzenpreise fliegen. Meine Erfahrung ist, dass die Fütterung gerade bei ordentlichem Rückenwind gar keine Rolle spielt und die Tauben sowieso überfliegen. Die Erfahrung meines Diskussionspartners ist hingegen, dass ein knapperes Füttern vor dem Einsatz sich günstig auswirkt und die dass die Tauben dann nicht so weit überfliegen. Wer dazu Erfahrungen hat kann sich gerne mal melden. Ich finde das insgesamt sehr spannend und interessant.

07.06.11 Für einen Dienstag haben unsere Vögel heute schon sehr wenig Erbsen gefressen. Genauer gesagt: so gut wie gar keine, denn eine halbe Stunde nach der Fütterung lagen die Erbsen noch im Trog. Das ist bei unserer Art zu füttern kein Problem, weil die Tauben ja immer auswählen dürfen. Es zeigt uns aber, dass die Witwer am Sonntag so gut wie keine Substanz verloren haben. Wenn es tatsächlich so kommt, dass der kommende Flug doch erst wieder am Sonntag stattfindet, dann ist es wichtig die Tauben bis Ende der Woche bei Fresslaune zu halten. Sollten sie weiter so gut am Haus fliegen wie gestern und heute, dann ist das kein Problem, aber sollten sie sich wieder so gebärden wie Ende der vergangenen Woche und nur noch segeln und immer wieder auf das Dach gehen, dann müssen wir sehen, wie wir sie am Fressen halten. Aber noch ist es nicht soweit und außerdem wird es morgen erst einmal einige Grad kühler, was die Fresslust ja schonmal grundsätzlich steigert.
Ende der Woche werden wir unsere Jungtauben gegen Paramyxo impfen. Es wird jetzt höchste Zeit. Wir haben in diesem Jahr etwas geschludert und die erste Runde nicht direkt nach dem Absetzen geimpft. Nun werden wir beide Runden Jungtauben gleichzeitig am Freitag impfen, sie dann am Wochenende drin lassen und dann geht es ab Montag normal weiter. Zum Thema Paramyxo gibt es hier noch ein recht interessantes Interview mit Tierarzt Henk de Weerd  
www.brieftauben-markt.de/Default.aspx

06.06.11 Heute abend zog hier ein schweres Gewitter mit Starkregen durch. Es wurde teilweise richtig dunkel und es sah so aus, als müssten die Vögel heute auf ihren Freiflug verzichten. Gegen 19.15 Uhr klarte es dann aber auf und obwohl es noch regnete, habe ich die Tauben dann noch herausgelassen. Sie flogen dann auch ihre 35 Minuten ohne auf das Dach zu gehen und das finde ich ein gutes Zeichen, dass sie auch den gestrigen Flug wieder gut verkraftet haben. Auch der 212, der erst gestern abend zurückgekehrt ist, flog ohne Probleme mit.
Versorgt wurden die Tauben heute morgen mit Möhrenbrei und Konditionspulver, sowie Probac 1000 am Futter. Letzteres einfach deswegen, weil das Ergebnis gestern so gut war und wir es so machen wollen, wie in der letzten Woche.
Mittags hat sich der Habicht mal wieder blicken lassen und wollte die Jungtauben angreifen. Vor irgendetwas muss er sich aber erschrocken haben, sodass er unverichteter Dinge wieder abzog.
Am kommenden Wochenende reisen wir erstmals in diesem Jahr mit den RVen Meschede und Hohe Bracht. Das wird einiges durcheinander würfen, davon bin ich überzeugt. Aber grundsätzlich halte ich gemeinsame Auflässe natürlich immer für richtig. Je größer, desto besser!
Abschließend noch der Hinweis auf einen schönen Bericht auf dem Internetportal "Der Westen":
www.derwesten.de/staedte/bottrop/Angespannter-Blick-zum-Himmel-id4729925.html

05.06.11 Es ist jetzt 8.15 Uhr. Unsere Tauben wurden um 6.15 Uhr in Hemau aufgelassen. Nachdem zehn Minuten zuvor bereits RVen aus dem Ruhrgebiet dort aufgelassen hatten, kann man davon ausgehen, dass deren Tauben recht gut abgezogen sind. Hier in der Heimat ist leichter Südostwind, d.h. Schiebewind. Die Wetterkarten zeigen, dass auf der Strecke wechselnde Winde sind. Aber noch ist das Wetter so, dass alles gut gehen kann. Die Nachbar-RVen aus Meschede und Hohe Bracht, mit denen wir ab der kommenden Woche gemeinsam auflassen wollen, haben gestern ab Hemau einen recht normalen Flug gehabt. Allerdings zieht sich hier jetzt schon langsam dickere Bewölkung zusammen. Hoffentlich sind die Tauben zuhause, bevor die Gewitter hereinbrechen.
Nun ist es 20.15 Uhr und der Flug ist sehr gut gelaufen. Hohe Fluggeschwindigkeiten und eine Konkurszeit von 40 Minuten. Alles im Rahmen. Da macht man sich vorher einen Kopf und dann legen die eigenen Tauben mit 35/25 Preise das beste Ergebnis der Saison hin. Unglaublich ist das manchmal! Wir haben sie - wie gewohnt - nicht ganz vorne in der Spitze, aber dann kamen sie wirklich sehr gut und ein Ergebnis von mehr als 70 Prozent hat man ja auch nicht alle Tage. V.a. unsere Jährigen kommen weiter sehr, sehr gut. Das macht Freude. In der Fluggemeinschaft mit der RV Hamm lief es für unsere RV dieses mal nicht so gut und wir machen mit 35/14 noch eines der besten Ergebnisse. Das ist aber normal angesichts des Rückenwindes und der hohen Fluggeschwindigkeit und in Anbetracht der Tatsache, dass die RV Hamm auch wirklich starke Schläge hat.
Die größte Freude des Tages bereitete mir um 18.45 Uhr die Rückkehr unseres Jährigen 212. Er war der einzige Vogel, der bei der Abgabe der Tipes-Geräte am frühen Nachmittag noch fehlte. Der 212 war wirklich sehr gut in Form in der Woche und hatte ja auch schon 5/4 Preise bis zum heutigen Tag. Wenn so einer fehlt, dann macht man sich Sorgen. Aber am Abend kam er dann im strömenden Regen aber sehr guter Verfassung. Alle 35 Vögel sind also wieder da und haben ein super Ergebnis abgeliefert. Klasse!
Sie wurden heute wieder nach Plan mit Mineralpulver versorgt und hatten in der zweiten Tränke das Tollyamin. Wir werden auch bis morgen mittag wieder das Wasser ansäuern, da doch die Gefahr besteht, dass einige Tauben unterwegs gesoffen und vielleicht irgendwelche Erreger aufgenommen haben.
Die Woche ist nun etwas kürzer, da der nächste Flug bereits am Samstag geplant ist. Entsprechend kriegen die Vögel morgen früh dann das ´Konditionspulver und damit hat es sich dann im Grunde für diese Woche. Ich werde es, genau wie in der letzten Woche, statt mit Moorkonzentrat wieder mit Möhrenbrei an das Futter binden. Übrigens haben wir die Vögel heute erstmals mit ihren Weibchen nach dem Flug aus der Zelle gelassen und sie für vier Stunden machen lassen, was sie wollen. Bisher waren sie nach den Flügen jeweils nur für 1-2 Stunden in ihrer Zelle. Aber da sie in der letzten Woche so wild waren und sich nach dem relativ leichten Flug auch mal abreagieren sollten, haben wir sie heute mal herausgelassen. Getrennt wurde dann gegen 17 Uhr. Nun geht wieder die Vorbereitung auf die nächste Woche los.

04.06.11 Was das wohl werden wird morgen mit unserem 6.Preisflug. Es ist jetzt kurz nach 16 Uhr und im Raum von Nürnberg bis Regensburg gehen schon jetzt kräftige Gewitter nieder. Also genau in dem Bereich, in dem morgen der Flug ab Hemau starten soll. Wenn ich mir die Preislisten von heute auf den Südoststrecken ansehe, dann muss ich sagen: auch das war kein Zuckerschlecken. Konkurse rund um eine Stunde sind die Regel. Die Nachbar-RVn aus Werl und Werne liegen bei ihrem Auflass in Altdorf bei einer Konkurszeit von knapp unter einer Stunde. Die Konkurszeit ist dabei aber nicht das Problem, sondern eher die Tatsache , dass dann noch 2/3 der Tauben unterwegs sind, wenn der Konkurs geschlossen wird und dann kommt die Hitze erst. Außerdem scheint, wie schon letztes Jahr, auch jetzt wieder auffällig: je südlicher der Auflass, desto länger die Konkurszeiten. Und darüberhinaus waren die Tauben besonders in der Spitze sehr spärlich. Für mich bedeutet das, dass sie vermutlich nicht gut abgezogen sind. Beispielsweise macht in der RV Dortmund-Applerbeck die SG Tröster/Kist/Jasmin den ersten und dritten Konkurs. Zwischen diesen beiden Tauben liegen allerdings mehr als 8 Minuten. So sieht es in einigen RVen heute aus. Eher ungewöhnlich für 300 oder 400 Kilometer-Flüge.
Bisher lief unsere Saison sehr glatt. Ich hoffe, dass morgen nicht ein zu hohes Risiko eingegangen wird.
Günther Pranges "261" hat heute den zehnten 1.Konkurs seiner Karriere geflogen. Ich habe gehört, dass Sportfreund Prange ihn nun aus dem Rennen nehmen will. Ich bin gespannt, ob er das macht. Selbst ein Züchter wie Günther Prange zieht so einen Vogel ja nicht alle Tage.
In Belgien sind heute die beiden Nationalflüge ab Limoges und Cháteauroux gestartet. Limoges mit 19.369 Tauben und Cháteaurox mit 44.908 Tauben. Das sind Wettbewerbe! Auf 500 bzw. 400 Kilometer Entfernung solche Taubenzahlen. Das ist schon toll. Hier in Deutschland gurken ja viele RVen immer noch für sich alleine durch die Gegend, weil die Züchter Angst haben, dass ihnen jemand die Preise wegnimmt, dass die Tauben links oder rechts einziehen usw. Aber vielleicht wird das ja irgendwann einmal besser.

03.06.11 Bei unseren Witwervögeln tun sich aktuell sehr viele Parallelen zum letzten Jahr auf. Sie ändern sich nun in ihrem Verhalten. Mag sein, dass es die Form ist, die nun richtig kommt. Ob das am Ende immer gut für die Preisflugergebnisse ist, ist etwas anderes. Jedenfalls fliegen sie nun vermehrt ganz alleine durch die Luft, fliegen nur noch teilweise auf Zug, dann segeln sie wieder, lassen sich treiben. Sie landen einzeln oder in kleinen Gruppen auf dem Dach, drehen sich einmal und brummen und fliegen nach 5 Sekunden wieder los. Teilweise richtig mit "Dampf", teilweise segeln sie nur zwei Runden, gehen wieder kurz auf das Dach und fliegen dann mit Tempo ab. Dann ziehen sie einzeln weg und kommen hoch nach einigen Minuten zurück. Wir kennen dieses Schauspiel. Im letzten Jahr war es um diese Zeit genauso. Nachbar Heinz kam im letzten Jahr an einem Morgen von der Nachtschicht und in einem Gespräch am Nachmittag sagte er, dass es am Morgen ausgesehen habe, wie bei der Montgolfiade, die hier jedes Jahr im September stattfindet. Wie einzelne Ballons standen die Tauben am Himmel und segelten. Dann plötzlich runter, wieder hoch usw. Leider folgten genau um diese Zeit in der letzten Saison dann auch zwei nicht ganz einfache Flüge ab Straubing. Zwar verloren wir damals, im Gegensatz zu anderen Schlägen, kaum Tauben, aber das Bild bei den Witwern änderte sich von da ab insofern, dass die Jährigen sehr gut und beständig flogen, die Alttauben nicht mehr so. Wir wollen hoffen, dass uns in diesem Jahr solche schwierige Flüge und die damit verbundenen Verluste erspart bleiben.
Allerdings sind für den kommenden Sonntag Gewitterluft, teilweise Dunst und Nebel und für den Nachmittag dann auch teilweise schwere Gewitter angekündigt. Da brauchen unsere Flugleiter ein gutes Händchen und wir brauchen das Glück, dass alles gut geht. Allgemein wäre es wohl sinnvoller gewesen den Flug auf Samstag vorzuziehen. Wenn das am ersten Sonntag aus Gründen geht, die nichts mit der Wetterlage zu tun haben, dann sollte man meinen, dass es auch mitten im Reisejahr wetterbedingt möglich ist. Die Voraussage des Verbandes für Sonntag jedenfalls verheißt nicht wirklich etwas Gutes. Ich kopiere sie mal hier hinein:
"Morgens kleinräumig schon Schlechtwettergebiete, die aber noch nicht genau vorhergesagt werden können. Im hessischen Bergland jedoch größere Wahrscheinlichkeit für Schauer. Sonst anfangs  wolkig und insgesamt noch mäßige Bedingungen. Ab Mittag auf der ganzen Strecke zunehmende Gewitterneigung. Aus heutiger Sicht sind am Morgen Flüge noch  möglich, jedoch kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch am Morgen schon keine Flüge möglich sind."
Das wird alles nicht einfach und ich kann nur hoffen, dass mit unseren Tauben kein Unfug getrieben wird. Insgesamt sind unsere Flugleiter aber für eine sehr umsichtige Auflassleitung bekannt und daher gehe ich einfach mal davon aus, dass man kein unnötiges Risiko eingeht.

02.06.11 Aktuell macht man sich in ganz Deutschland Sorgen um die Ausbreitung des gefährlichen EHEC-Erregers unter uns Menschen. Es handelt sich bei diesem Erreger um ein eine Variante des im Prinzip harmlosen Darmbewohners Escheria Coli. Diese Variante ist in der Lage diverse Zellgifte zu produzieren, welche die Zellen an der Darmoberfläche angreifen und durch die Bindung an die Zellrezeptoren einen schnellen Zelltod verursachen können. Außerdem können diese E. Coli.-Keime durch eine Art „Injektion“ schädliche Faktoren in die Darmzellen übertragen. Als Folge können schwere Infektionen mit wässrigem Durchfall, bis hin zum hämolytisch-urämischen Synron, d.h. eine Infektion verbunden mit Blutarmut und Nierenversagen und einer möglicherweise dauerhaften, starken Niederschädigung vorkommen.Übrigens kann man in den Preislisten der verschiedenen RVen häufig sehr schön jene Züchter erkennen, welche bestimmte, vorgegebene Schemata der medikamentösen Betreuung verfolgen: diese Woche hui, die andere Woche pfui, dann wieder mittelmäßig usw. Ein sehr beständiges Auf und Ab. Das kommt oft von zu viel Medizin. Die Tauben sind dann gesund, aber nicht in Form. Manchmal passt es, manchmal nicht. Alles nach dem Prinzip Zufall. Ich persönlich muss das nicht haben. Obwohl ich als Krankenpfleger sicher mehr über Medikamente und deren Wirksamkeit (auch bei den Tauben) weiß, als die meisten anderen Züchter. Es geht auch anders. Nicht überragend, aber so, dass man mit seinen Tauben durchaus zufrieden sein kann.

Was das alles mit unseren Tauben zu tun hat, mag sich nun der ein oder andere fragen. Es hat meiner Meinung nach insofern mit unseren gefiederten Rennern zu tun, dass die Symptome in ihrer stärksten Ausprägung und eben auch die Ähnlichkeit des Erregers, sehr viele Parallelen zu der uns allen bekannten und von uns allen gefürchteten Jungtierkrankheit aufweist. Wenn Schläge über massive Ausbrüche der Jungtaubenkrankheit klagen, dann sind nahezu immer aggressive Coli-Keime nachweisbar. Es kommt zu wässerigem Durchfall, später dazu, dass die Tauben den Kropf voller Wasser haben und weder Wasser noch Futter verdauen. Die Darmschleimhaut schwillt an, die Tauben haben möglicherweise fiebrige Symptome, die Nieren versagen usw. usw.
Nun kommen wir zur Therapie: Antibiotika-Therapien sind nach Meinung der Wissenschaftler in den allermeisten Fällen einer EHEC-Infektion nutzlos. Erstens weisen die Erreger sehr breite Resistenzen auf und reagieren damit kaum auf Antibiotika und zweitens verlangsamen Antibiotika die Ausscheidung der Erreger. Infolgedessen raten Ärzte derzeit dazu, keine Antibiotika im Falle einer Infektion zu verabreichen. Stattdessen wird versucht mit Infusionen Flüssigkeit, Elektrolyte usw. zu substituieren und seit Kurzem eine Antikörpertherapie ausprobiert, die aber noch in der Testphase ist.
Und nun zurück zu unseren Tauben: viele Züchter reagieren auf den Ausbruch der Jungtaubenkrankheit mit der Gabe von Antibiotika. Teilweise auch auf Anraten der Tierärzte. Berücksichtigt man die Parallelen zwischen dem Krankheitsverlauf beim EHEC-Erreger und der Jungtaubenkrankheit, so scheint es mir, als tiermedizinisch interessiertem Laien, doch dringend angeraten, dass wir Brieftaubenzüchter unser Vorgehen bei einem Ausbruch der Jungtaubenkrankheit überdenken. Den Tauben bei einem akuten Krankheitsausbruch Mittel wie 4 in 1 oder ähnliche Antibiotikamixturen zu verabreichen erscheint auf Grundlage der oben geschilderten Beobachtungen unsinnig. Diese Antibiotika wirken nur dann, wenn die Taube zuvor noch durch weitere Erreger belastet wurde, gegen die die Antibiose dann noch wirksam ist. Gegen die Coli-Keime und die produzierten Zellgifte wirken sie so gut wir gar nicht.
Unser Ziel muss es sein, dass die Tauben zuvor bereits weitgehend erregerfrei sind. Außerdem natürlich frei von Trichomonaden, Kokzidien oder ähnlichen Krankheitserregern. Weiterhin sollten wir natürlich mit den bereits bekannten Methoden versuchen ein starkes Immunsystem bei unseren Tauben aufzubauen.
Interessant wird in den kommenden Wochen und Monaten sein, ob die angedachte Antikörpertherapie beim Menschen gegen den EHEC-Erreger Wirksamkeit zeigt. Weiterhin könnte für uns Brieftaubenzüchter auch die Suche der Wissenschaftler nach einer Infektions- und Übertragungsquelle für den Erreger sehr spannend sein. Denn auch da tappen wir ja sehr häufig im Dunkeln. Plötzlich ist die Jungtaubenkrankheit da und niemand weiß, wo sie hergekommen ist. Vielleicht können wir hier den ein oder anderen wichtigen Anhaltspunkt für die Führung unserer Tauben erhalten.
 
Dieses war jetzt ein kurzer Ausflug in meine Gedankenwelt zum Thema Jungtaubenkrankheit. Als gelernter Krankenpfleger könnte ich hier und da medizinisch sogar etwas tiefer in die Materie einsteigen, auch wenn das Ärzte, Tierärzte und Wissenschaftler sicherlich noch deutlich besser könnten. Aber für mich persönlich sind die aktuellen Parallelen deutlich und hochinteressant. Wer sich intensiver mit dem EHEC-Erreger, seiner Wirkung, der Therapie usw. auseinandersetzen will, der findet derzeit im Internet haufenweise Material. Und wer darüber hinaus im Hinterkopf behält, wie sich die Jungtaubenkrankheit auf unseren Schlägen zeigt, dem wird da sicherlich die ein oder andere weitere Parallele auffallen. Ich wünsche jedenfalls allen Sportfreunden, dass sie selbst und ihre Tauben von einer Krankheit verschont bleiben.
 
 

01.06.11 Heute ging im Schlag alles seinen gewohnten Gang. Versorgung nach Plan und zwei Mal Freiflug. Das ist eigentlich alles, was es zu sagen gibt. Außer der Tatsache, dass wir unsere beiden schwulen V ögel 225 und 166 nun wechselweise heraus lassen. Morgens der eine, abends der andere. Einer wandert jeweils immer für einen halben Tag vom Schlag in einen Korb. Das v.a. deswegen, weil der 166 ständig am Treiben ist und wir Bedenken haben, dass er, aber besonders auch der 225, durch diese Unruhe zuviel Kraft für die nun immer länger werdenden Flüge verlieren. Außerdem lässt der 166 seinen Freund kaum fressen. Das müssen wir nun unterbinden, um beide auch ansprechend auf die Flüge vorbereiten zu können. Immerhin stehen sie beide mit bisher 4/5 Preisen nicht so schlecht da.
Vor einiger Zeit habe ich über zwei Jungtauben berichtet, die mir nicht so gefielen. Während die eine sich inzwischen gesundheitlich ganz normal zeigt, saß die andere heute wieder etwas abseits. Nicht wirklich schlecht, aber sie ist einfach nicht so, wie eine Jungtaube sein muss. Ich habe sie einzeln gesetzt und werde sie wohl nicht mehr zurück auf den Jungtierschlag setzen. Es bringt nichts sich mit Tauben zu befassen, die man ständig aufpäppeln muss. Sie bringen einem auf die Dauer keine Freude und sind eigentlich auch immer eine latente Gefahr für den Rest der Mannschaft.
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