Brieftauben Mimberg

Oktober 2011

31.10.11 Manchmal ist es doch sinnvoll in alten Brieftaubenbüchern zu lesen. Vor vielleicht zwei Jahren hatte ich im Internet-Taubenschlag mal die Frage aufgeworfen, was eigentlich das optimale Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist, welches so oft in Mineralmischungen beworben wird. Da man im Forum des Internet-Taubenschlages eigentlich auf alles eine Antwort bekommt (wenn auch zeitweise viel Unsinn dabei ist), hatte ich mir erhofft, dass mir einer der dort lesenden und schreibenden Fachleute weiterhelfen kann. Ich habe nicht eine einzige Antwort erhalten. Nicht im Forum, nicht als private Nachricht oder per Email. Scheinbar wusste es niemand.
Kurz gesagt sind Kalzium und Phosphor u.a. für den Aufbau von Knochen, Haut und Zähnen zuständig, regulieren den Säure-Basenhaushalt und andere Stoffwechselfunktionen. Kalzium ist außerdem an der Hormonfreisetzung sowie an der Blutgerinnung beteiligt. Das sind Dinge, die mir aus meiner Ausbildung noch bekannt waren. Warum das aber nun gerade bei unseren Brieftauben ein Problem sein kann, war mir bis zum Lesen des Buches "Vitamine, Doping, Form" von Vitcor Vansalen unklar.
Dabei ist es so einfach: im Getreide, mit dem wir unsere Tauben ganz überwiegend versorgen, ist viel mehr Phosphor als Kalzium enthalten. Das Verhältnis liegt, abhängig von der jeweiligen Körnerart, etwa bei 1 Teil Kalzium und 10 Teilen Phosphor. Um eine gute Aufzucht der Tauben und ein gutes Wachstum, sowie gute allgemeine Körperfunktionen zu gewährleisten, sollte aktuellen Forschungen entsprechend, das Verhältnis aber etwa 1:1 oder vielleicht auch 2 Teile Kalzium, 1 Teil Phosphor sein.
Dieses heißt nun für uns, dass wir über Mineralmischungen, Grit, Pickstein usw. entsprechend viel Kalzium zuführen müssen, um das Verhältnis herzustellen. Das tun die meisten Züchter ja auch und es gibt auf dem Markt massenhaft Mineralien, die entsprechendes leisten. Deswegen ist es eigentlich kein Thema, dass man groß besprechen müsste. Aber mir war es wichtig endlich zu verstehen, warum das so ist. Das ist mir dank dieses schönen Buches von Vansalen nun gelungen.
Auf dem Schlag war heute wieder mal Staubsaugereinsatz. Darüber hinaus überlege ich, den Schlag in diesem Winter mal wieder zu desinfizieren. Wir machen das eher selten. Aber manchmal hab ich das Gefühl, einem alten Schlag tut es gut, wenn er mal richtig geputzt und desinfiziert wird. Wenn ich nicht desinfiziere, dann werde ich zumindest alles mal auswaschen und richtig reinigen. Schaden wird es sicher nicht.

30.10.11
Beim Blick in die aktuelle Ausgabe unserer Verbandszeitschrift hätte ich heute fast einen Lachanfall bekommen. In der letzten Ausgabe wurden dort alle Meister auf höherer Ebene des Jahres 2011 veröffentlicht. In dieser Ausgabe nun wird die ganze Veröffentlichung wieder zurückgenommen. Mit der Begründung dass der Prüfungsprozess noch nicht abgeschlossen sei. Ganz ehrlich: wie lange wollen wir uns eigentlich noch von diesen Stümpern im Verbandspräsidium lächerlich machen lassen? Es ist nicht zu fassen was dort seit Jahren passiert. Trotzdem dürfen Verbandspräsident Menzel und seine Präsidiumskollegen, sowie die Mitglieder der diversen Ausschüsse und Gremien weiter vor sich hin dilletieren. Es ist einfach traurig was dort passiert. 
Genauso traurig, wie das, was sich aktuell wieder in unserem Regionalverband abspielt. Man muss sich das vorstellen: da stimmen zwei Präsidiumsmitglieder einer RV in der Regionalversammlung gegen die Weisung bzw. die Mehrheit der eigenen RV. Einfach nach eigenem Gutdünken. So wird dann ein Wahlergebniss erzielt, welches nicht die Meinung der Mehrheit der Mitglieder der entsprechenden RV widergibt.
Es wundert einen aber auch nichts mehr. In einem Regionalverband, in dem der Vorsitzende sich in RV A verkracht, dann in die RV B wechselt, dort sportlich nicht mehr gut abschneidet, dann nach nur einem Jahr die Aufnahme in Reisevereinigung C stellt, mit der Begründung er fühle sich "dieser zugehörig", diesen Antrag dann kurz vor der RV-Versammlung der RV C aber zurückzieht, weil deren langjähriger Vorsitzender (und langjähriger 2. Vorsitzender des Regionalverbandes) gar nicht erst zur Wahl bzw. zur Versammlung in der RV erscheint, da er befürchtet abgewählt zu werden, muss es einfach drunter und drüber gehen.
Man könnte inzwischen ein Buch schreiben über die Vorgänge in unserem Regionalverband. Es ist an Erbärmlichkeit, Peinlichkeit und Jämmerlichkeit nicht zu überbieten. Fast alle Beteiligten in den RVen und im Regionalverbandsvorstand geben ein fürchterliches Bild ab. Und warum? Weil jeder, wirklich jeder nur noch an seinen eigenen Vorteil denkt. Dieser will nicht mit jenen reisen, ein anderer nicht mit wieder anderen. Grauenhafte Zustände. Man muss es einfach mal nüchtern so feststellen.
Und da sind wir wieder beim Deutschen Verband: solange der Verband nicht endlich klare Vorgaben macht, solange er dieses ewige Gezerre um Gruppenflüge, Auflassplätze, Meisterschaften usw. zulässt, wird es nicht besser. Es braucht endlich klare Vorgaben und nicht diese Form der Scheindemokratie, wie sie von der Verbandsspitze seit Jahren aus einem einzigen Grund praktiziert wird: man braucht als Präsidiumsmitglied des Verbandes keine Verantwortung übernehmen, sondern kann jede Streitigkeit und jede Meinungsverschiedenheit stets auf andere Zuständigkeiten abschieben.
Ich empfehle zu diesem Thema auch den Artikel von Hartwig Kruse in der aktuellen "Brieftaubensport International". Er gibt Lesermeinungen zum Thema Verbesserungen im Brieftaubensport wider. Eines ist eindeutig. Die Mitglieder wollen mehr Führung und klare Vorschriften und keinen Eiertanz.
Eines noch: wenn Menschen, wie der oben genannte Regionalverbandsvorsitzende als Stellvertreter in der Reiseordnungskomission unseres Verbandes sitzen, dann dokumentiert allein dieser Fakt den Zustand unseres Verbandes mehr als tausend Worte.

29.10.11
Ein großer Fachmann auf dem Gebiet unseres Brieftaubensports ist sicherlich Michel van Lint. Durch seinen langjährigen Aufenthalt in Asien hat er Dinge rund um die Brieftauben kennengelernt, die uns europäischen Züchtern oft weitgehend unbekannt sind. Aus diesem Grund sollte man seine Artikel immer mit größter Aufmerksamkeit lesen. In der neuen Ausgabe der Zeitschrift "Rauschende Schwingen" thematisiert van Lint seinen misslungen Endflug ab Gueret und deutet an, dass er etwas experimentiert habe. Der Flug ist aber nicht aufgrund dieses Experiments daneben gegangen, sondern war insgesamt für alle Teilnehmer sehr schwierig. Im Fortgang des Artikels schreibt van Lint dann aber, dass er sich zuletzt zunehmend mit orthomolekularer Ernährung befasst hat. Hierbei handelt es sich um eine Ernährungslehre, die letztlich auf Nobelpreisträger Linus Pauling zurückgeht und die besagt, dass Erkrankungen durch chemische Ungleichgewichte im Körper entstehen. Um diese Ungleichgewichte zu verhindern oder zu kompensieren soll man entsprechend der Lehre möglichst täglich Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren etc. ergänzend dem Körper zuführen, insbesondere deswegen, weil wir der Theorie nach über unsere Nahrung aufgrund der heutigen Produktionsmethoden zu wenig Vitalstoffe aufnehmen. Einen wissenschaftlichen Nachweis für diese Theorie gibt es bislang nicht.
Dass sich van Lint damit beschäftigt zeigt, dass sich erfolgreiche Züchter auch in fortgeschrittenem Alter (er ist 76 Jahre) oft noch auf der Suche nach Verbesserungen befinden. Stillstand ist auch im Taubensport immer Rückschritt.
Ich selbst sehe in der künstlichen Zufuhr von zusätzlichen Vitaminen auf die Dauer eher ein großes Risiko. Einer Studie zufolge sind sie oftmals für den Körper eher belastend, denn nützlich. Bezogen auf unsere Brieftauben sollte eine ausreichende Vitamin- und Nährstoffzufuhr eigentlich weitgehend über das Futter und die Mineralien machbar sein. Dazu noch hier und da ein wenig Grünzeug. Ich denke das reicht den Tauben im Prinzip. Wenn man dann zu Zeiten der Reise noch zusätzlich etwas tun will (denn die Taube weiß ja nicht, dass sie am nächsten Wochenende vielleicht 500 Kilometer fliegen muss), dann sollte das meiner Meinung nach über entsprechend naturnahe Produkte geschehen. Beispielsweise flüssige Hefe, in der neben Vitaminen (v.a. der B-Gruppe) eben auch reichlich Mineralien und Aminosäuren vorhanden sind. Hier und da kann man dann beispielsweise noch tierisches Eiweiß ergänzen (dass die Tauben bei unserer heutigen Haltung kaum noch aufnehmen können), welches sowohl in der Reise, als auch in der Zucht von Bedeutung ist - v.a. auch durch das enthaltene Vitamin B12, welches sich nur in tierischen Produkten befindet. Wir selbst tun das durch das Konditionspulver von Fernand Marien. Aber alles was darüber hinaus geht - speziell die übertriebene Vitaminisierung fast aller Präparate mit den fettlöslischen Vitaminen A, D und E ist meiner Ansicht nach eher schädlich auf die Dauer.

Wer sich ein wenig einlesen und einsehen will in diese Themen kann das hier tun:

Die Homepage von Michel van Lint: www.vanlint.be/blog_de.asp

Orthomolekulare Ernährung: www.lebenswichtig.de/catalog/pages.php

Film - "Die Vitaminfalle (3 Teile): www.youtube.com/watch

28.10.11 
So langsam liegt die Mauser unserer Tauben in den letzten Zügen. Die meisten Vögel auf dem Witwerschlag haben noch die letzte Feder stehen. Nach dem heutigen Bad und nachdem die Vögel sich in der Sonne und bei den warmen Temperaturen getrocknet hatten, glänzten sie wie die Speckschwarten. Ein herrlicher Anblick!
Bei uns im Regionalverband ist es auf einer Versammlung wohl mal wieder drunter und drüber gegangen. Im Einzelnen weiß ich noch nichts über die Ergebnisse der Versammlung, aber zwei Sportfreunde aus Nachbar-RVen haben mich schon angeschrieben und ihr Entsetzen kundgetan über das was dort wohl geschehen sein muss.
Mir ist es mittlerweile fast egal was in diesen Versammlungen ausgeheckt wird. Mir wäre wichtig, dass unsere Tauben im großen Verband, am Besten mit dem komplettten Regionalverband 412 auf möglichst vielen Flügen aufgelassen werden. Dann werden sich die besten Tiere schon durchsetzen und man bekommt auf Sicht eine gute Aussage über die Qualität der Tauben. 
Leider gehen die meisten Züchter die Sache anders an. Da wird dann über Meisterschaften und Lage und Wind und Einflug der Tauben bis zum Erbrechen diskutiert. Es ist so jämmerlich! Dabei lohnen allein die aktuellen Meisterschaftsbedingungen auf höherer Ebene nicht, sich darüber einen Kopf zu machen. Sie sind ohnehin eine Farce und tragen weiter zum Niedergang des Brieftaubensports bei.
Schlimm finde ich allerdings, wenn sich selbst Züchter, bei denen die Basics oft nicht funktionieren und die Mühe haben ihre Preise zu fliegen, dann darüber auslassen, dass es nicht gut ist mit dieser oder jener RV zu reisen oder diesen oder jenen Auflassort zu wählen. Dabei müssten sie einfach nur mal bei sich selbst anfangen und einfachste Dinge in Ordnung bringen. Ich habe jedenfalls keine Lust mir mein Hobby dauerhaft von diesen Endlosdiskussionen madig machen zu lassen. Wenn die Tauben in Form sind, gut versorgt und Qualität haben, dann werden sie ihre Preise fliegen. Und ob man dann am Ende zehnter, fünfter oder dritter Meister in der RV oder sonstwo wird ist doch nun wirklich total egal.
Für uns weiß ich, dass unsere Tauben eine gewisse Qualität haben, die aber sicher noch nicht so groß ist, dass es zu großen Meisterschaften reicht. Die Taubenqualität reicht, um in der RV gut mitzuspielen und wenn es optimal läuft, vielleicht hier und da auf etwas höherer Ebene im vorderen Bereich mitzuspielen. Sicher nicht ganz vorne. Unsere Aufgabe als Züchter ist es nun, dafür zu sorgen, dass die Tauben ihre Möglichkeiten auf den Flügen ausschöpfen können und an ihrem Limit fliegen. Und daran mit der Zeit die Taubenqualität zu verbessern. Daran arbeiten wir jeden Tag. Sollen sich andere den Kopf über Fluggemeinschaften, Auflassorte usw. zerbrechen.

27.10.11 Es gibt ja Züchter, die zum Binden diverser Zusatzpräparate in Pulverform an das Futter Joghurt verwenden. Günther Prange tut dieses nach eigener Auskunft z.B. Ich persönlich finde Joghurt ein wenig zu zäh, um damit etwas an das Futter zu rühren. Deswegen geben wir seit einiger Zeit vermehrt Actimel an das Futter und rühren damit das Konditions- bzw. Mineralpulver an. Dieser Joghurtdrink ist flüssig, haftet aber sehr gut am Futter und trocknet sehr gut ab. Jetzt während der Mauser kann man so natürlich sehr gut tierisches Eiweiß, Mineralien usw. zuführen. Ob die probiotischen Bakterien dann wirklich den Magen passieren und sich im Darm ansiedeln - da bin ich mir doch etwas unsicher. Und ob es am Ende überhaupt nötig ist diese probiotischen Bakterien zuzuführen frage ich mich inzwischen auch. Wir setzten ja bisher auch von Zeit zu Zeit Probac 1000 oder PT 12 von Re-Scha ein. Nun habe ich kürzlich einen Artikel gelesen, der besagte, dass beim Menschen bislang erst etwa 5 % der Darmflora erforscht ist. D.h. die allermeisten Darmbakterien sind den Wissenschaftlern noch gänzlich unbekannt. Es gibt Tausende. Bei unseren Tauben wird die Lage sicherlich nicht anders sein. Es dürfte über die Darmflora der Tiere eher deutlich weniger bekannt sein. Ob es dann wirklich Sinn macht recht einseitig ein oder zwei verschiedene Darmbakterien über ein Präparat verstärkt zuzuführen....das zweifele ich inzwischen doch sehr stark an.

Einen interessanten Hörbeitrag gibt es zu dem Thema hier:

www.dradio.de/aodflash/player.php

26.10.11
Vorgestern hatte ich kurz zum Thema Eisen, bzw. Gabe von Eisenpräparaten geschrieben. Nochmal kurz etwas dazu: mit der Zugabe von Eisen versucht man im Grunde, die Produktion der roten Blutkörperchen anzukurbeln. Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) wiederum sind zuständig für den Transport des Sauerstoffes im Blut. Dazu nutzen sie den roten Blutfarbstoff - das Hämoglobin. Je mehr rote Blutkörperchen, desto mehr Sauerstoff für das Lebewesen ist die vereinfachte Formel. Erkennbar ist eine Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen übrigens an dem sogenannten Hämatokritwert. Das ist der Wert, der die Anzahl der Zellbestandteile im Blut in Prozent angibt. Je höher der Wert, desto größer die Anzahl der Zellbestandteile im Blut und da diese vornehmlich aus roten Blutkörperchen bestehen also auch die Zahl dieser. Und damit verbunden also mehr Sauerstoff.
Dieser ganze Ansatz beruht letztlich auf der These, dass Sportler (also auch unsere Tauben) umso leistungsfähiger sind, desto mehr Sauerstoff sie im Blut haben und so zu den Organen transportieren.
Ob dem aber wirklich so ist, beim Menschen oder bei unseren Tauben, ist letztlich gar nicht erwiesen.
Dr. med. P. Jenoure von der Crossklinik Basel (swiss olympic team) sagt dazu bezogen auf die Humanmediezin: "Aus einer grossen Menge von Daten von Hämoglobinwerten von verschiedensten Spitzenathleten wissen wir, dass es eine grosse Spannbreite von Werten gibt. Wir wissen auch dass es Athleten gibt, die mit tiefen, eigentlich abnormen Hämoglobin Werten hervorragende Leistungen erbringen. Sehr hohe Werte findet man sozusagen nicht mehr, weil sie zu Startverboten führen. Eigentlich darf anhand dieser Untersuchungen behauptet werden, dass die Hämoglobinwerteverteilung bei Ausdauer- Spitzenathleten sich ganz normal im sogenannten Normbereich befinden. Anders ausgedrückt, es gibt keine lineare Korrelation zwischen Hämoglobingehalt und Leistung. Es sind nicht die Athleten mit den höheren Hämoglobinwerten, die die besten Leistungen erbringen. Diese letzte Bemerkung ist nicht verwunderlich, weil eine sportliche Hochleistung erwartungsgemäss nicht nur von einem Parameter abhängig ist, sondern auf vielen Bestimmungselementen beruht."
In letzter Konsequenz muss mal wohl sagen, dass das auch für unsere Tauben gilt. Ich glaube nicht, dass man mit der regelmäßigen Zugabe von Eisen über ein entsprechendes Präparat die Tauben schneller oder leistungsfähiger macht. Und aus einer Taube mit einer schlechten Orientierungsfähigkeit oder einem Schwarmflieger macht man mit keinem Präparat der Welt eine Spitzentaube.

25.10.11
Heute bleibt kaum Zeit etwas zu schreiben. Nach der Arbeit habe ich schnell gefüttert und nun geht es zum DFB-Pokalspiel des BVB gegen Dynamo Dresden. Ich möchte es aber nicht versäumen, auf einen tollen Artikel in "De Duif" über Albert Derwa hinzuweisen. Derwa dokumentiert in diesem Jahr einmal mehr eindrucksvoll, dass man (zumindest in Belgien  - dort hat man halt andere Meisterschaftssysteme) mit einem relativ kleinen Bestand ganz große Erfolge feiern kann. Ganz besonders beeindruckend übrigens die Leistungen der beiden Brüder "Primo" und "Zoon". Hier geht es zum Artikel, der bereits am letzten Donnerstag in der aktuellen Printausgabe der "Duif" erschienen ist:

www.deduif.be/dezeweek/1382/detail.aspx

24.10.11
Ob sich die physiologischen Vorgänge im Körper des Menschen auch nur annähernd auf die Brieftaube übertragen lassen, vermag ich wirklich nicht zu beurteilen. Trotzdem ist es immer interessant, sich auch jenseits des Taubensports mit Abläufen innerhalb des Körpers zu beschäftigen. Da ich solche Dinge ja auch beruflich ein wenig gelernt habe, fällt mir das natürlich leichter, als jemandem, der ganz neu in die Materie einsteigen muss.
So haben ich heute in einem Buch über die Wirkung von Mikronährstoffen im Sport gelesen. Natürlich bezogen auf den Menschen. Komischerweise werden viele der dort genannten Nährstoffe inzwischen auch im Brieftaubensport angepriesen. Nun frage ich mich: funktionieren Mensch und Brieftaube wirklich so ähnlich oder hat die Industrie dort einfach nur einen Weg gefunden uns Brieftaubenzüchtern wieder dieses oder jenes Produkt unterzujubeln?
Im Brieftaubensport werden seit einigen Jahren z.b. Eisenpräparate beworben und eingesetzt. Auch wir haben schon solche Produkte getestet. Aber ein Effekt war nicht beobachtbar. Ob man es einsetzte oder nicht war völlig egal. Interessant auch, dass die diversen Eisenpräparate in den Futterplänen wöchentlich ein- oder zweimal für den Einsatz empfohlen werden. Das ist natürlich reine Geldschneiderei. So schnell wird Eisen weder im Körper des Menschen, noch im Körper der Taube abgebaut, als dass dort wöchentlich "nachgefüllt" werden müsste. Leider sind viele Brieftaubenzüchter über diese Dinge kaum informiert und sehr unbedarft. So müssen ihre Tiere viele Dinge schlucken, die weitgehend unnütz sind und nahezu ohne Wirkung wieder ausgeschieden werden. Aber die Industrie will ja auch leben....


23.10.11
Bedingt durch meinen Wochenenddienst habe ich es zu meinem großen Bedauern nicht geschafft, gestern an der Feier unserer Fluggemeinschaft teilzunehmen. Das finde ich extrem schade, denn es war wohl ein sehr gelungenes Fest. Aber so ist das leider in meinem Job.
Darüberhinaus ist in unserem Regionalverband endlich so einiges in den Fluß gekommen. In einigen RVen sind große Veränderungen im Gange, sodass Hoffnung besteht, dass der Regionalverband 412, der seit Jahren interne Probleme hat, welche die langjährigen Führungspersonen nicht meistern konnten oder wollten, endlich auf neue Füße gestellt wird. Das könnte auch endlich große gemeinsame Auflässe und einen gemeinsamen Reiseplan bedeuten. Ich hoffe das Beste.
Auf unserem Schlag geht alles normal seinen Gang. Die Tauben erhalten weiter jeden Tag aus der Hand einige Nüsse. Sie gewöhnen sich daran, werden zutraulicher usw. Inzwischen streiten sich, während ich die Nüsse füttere, schon vier Vögel um den besten Platz auf meinem Kopf oder meinen Schultern. Neben dem alten 149 sind das die jungen Vögel 190, 399 und 424. Das ist schon sehr lustig, wenn sie auf einem herumturnen und miteinander kämpfen. Vielleicht gelingt es mir, das mal irgendwie zu fotografieren.
Hier mal wieder ein Hinweis auf einen schönen Artikel im Internet. So muss es sein und so etwas sollte es viel häufiger geben:


www.kreis-anzeiger.de/lokales/vogelsbergkreis/landkreis/11282830.htm

22.10.11
Heute fand ich in dem Buch "So züchten Meister" von Victor Vansalen einen alten Reiseplan aus dem Jahr 1970. Der Reiseplan sah auf der Südoststrecke wie folgt aus:

Würzburg (245 KM)
Fürth (335 KM)
Würzburg (245 KM)
Regensburg (430 KM)
Neustadt (305 KM)
Passau (540 KM)
Fürth (335 KM)
Passau (540 KM)
Würzburg (245 KM)
St. Pölten (700 KM)
Fürth (335 KM)
Fürth (335 KM)
Wien (750 KM)

Ich habe mir vorgstellt, was wohl passieren würde, wenn ich in unsere nächste RV-Versammlung hineinmarschierte und diesen Reiseplan vorstellte. Ich schätze man würde mich für bekloppt erklären. Ich weiß nicht, ob man damals diesen Plan so durchziehen konnte und wie hoch die Verluste waren. Aber es gab damals Tauben mit 12, 11 und 10 Preisen. Mehr als 5.000 Preiskilometer flogen die Cracks zusammen. Und heute? Heute macht man sich vor 600 KM-Flügen in die Hose, würde am liebsten nur noch Kurz- allenfalls Mittelstrecke fliegen und traut den eigenen Tauben absolut nichts mehr zu. Und dass alles, weil unsinnige Systeme über Jahre hinweg unsere Tauben zu Sprintern geformt haben, die zwar unglaublich schnell heimfliegen können, aber kaum noch ausdauernd und schon gar nicht über Nacht. Es ist schon erstaunlich, aber von ihren Fähigkeiten sind unsere heutigen Tauben deutlich schlechter als die Tiere vor 30 oder 40 Jahren. Und wir nennen uns BrieftaubenZÜCHTER. Lächerlich. Züchter verbessern die Fähigkeiten ihrer Tiere (oder Pflanzen). Wir haben das bei den Tauben kaum geschafft, weil die Meisterschaftbedingungen und Anforderungen einen stets schwächeren und anfälligeren Taubentyp hervorgebracht haben.
Natürlich haben sich die Umweltbedingungen geändert. Aber Tierzucht heißt eben auch, die Tiere durch Zucht den veränderten Bedingungen anzupassen. Das haben wir Brieftaubenzüchter völlig verpennt. Aber es wäre innerhalb weniger Jahre möglich wieder andere Tauben zu züchten, weil die schnelle Generationenfolge bei den Tauben dieses zuließe. Wenn wir es wollten. Leider wollen wir nicht. Stattdessen kaufen und ersteigern wir massenhaft (und es sind wirklich Massen!) Tauben von minderem Wert und Tauben, die möglicherweise schnell sind, aber sonst fast nichts an sich haben, was eine gute Brieftaube eigentlich ausmachen sollte. Als ich heute in die größte deutsche Internetauktion blickte, habe ich mich dermaßen erschrocken. Über 1000 Tiere standen da um die Mittagszeit zum Verkauf. Drei-, vier- oder fünfjährige Tiere zuhauf, die auch noch Käufer für hohe Preise finden. Wie dumm muss man sein einen solchen "Schrott" zu kaufen? Und komme mir bitte niemand mit der berühmten Ausnahme von der Regel. Diese Tauben sind üebrwiegend das Papier nicht wert, auf das ihr ellenlanger Stammbaum gedruckt ist.
Die Brieftaubensport löst sich leider durch dieses ewige Verkaufen und Kaufen selbst auf. Weil durch die Geldausgaben bei jedem Züchter immense Erwartungen geweckt werden, die 95 % der Tauben nie erfüllen können. Und das schürt Unruhe. Mindestens so viel, wie die heutigen Reisepläne, bei denen RVen mit immer größerer Ausdehnung immer geringere Entfernungen und Ansprüche für ihre Tiere wählen. Die ganze Entwicklung nennt man Holzweg!

21.10.11 In einem Zeitschriftenartikel las ich heute, dass Forscher untersucht haben, ob es auch unter Tieren so etwas wie Freundschaft gibt. Also Beziehungen jenseits sexueller Neigungen und Verwandtschaft, Wissenschaftler hatten lange behauptet, dass es so etwas nur bei uns Menschen gebe. Inzwischen haben Untersuchungen ergeben, dass es Freundschaften zwischen derselben Spezies gibt, wie auch Freundschaften über Artgrenzen hinaus. Es wurden Untersuchungen bei Eseln, Rindern, Schafen und Pferden vorgenommen und besonders Esel und Rinder suchten immer wieder die Nähe zu bestimmten gleichgeschlechtlichen Partnern. Gleiches konnte man bei Elefanten, Delfinen und Affen feststellen. Sogar bei Fledermäusen. Nun handelt es sich hier um Säugetiere...und deswegen sind diese Untersuchungen nur bedingt auf unsere Brieftauben anwendbar.

Aber wenn ich mir das Verhalten unserer jungen Vögel 417 und 424 so ansehen frage ich mich doch, ob es nicht so etwas wie Freundschaft auch unter Brieftauben gibt. Schon auf dem Jungtierschlag saßen sie stets nebeneinander auf einer Platte auf einem Sitzregal. Jetzt sind sie auf dem Witwerschlag und haben sich schon wieder ein gemeinsames Plätzchen oben auf drei einzeln stehenden Witwerzellen gesucht. Sie paaren nicht wirklich, aber hin und wieder krault der 424 seinem Freund mit dem Schnabel den Hals.
Nachdem wir dieses Jahr unsere Erfahrungen mit einem Paar schwuler Vögel gemacht haben, werden wir das Verhalten der beiden natürlich genau beobachten. Bisher ist es aber nur interessant und wirklich jenseits einer sexuellen Annäherung. Vielleicht sind die beiden doch nur Freunde...


20.10.11
Auf dem Witwerschlag war heute wieder Badetag. Draußen ist es ja jetzt schon etwas kälter und so mache ich das Badewasser dann immer lauwarm. Die Tauben mögen das sehr und halten sich dann immer recht lange in der Wanne auf um sich zu säubern.
Am kommenden Samstag findet eine Feier statt, in der die Sieger unserer Fluggemeinschaft geehrt werden. Aufgrund meines Dienstes kann ich nicht ausgiebig an der Veranstaltung teilnehmen, aber hinfahren möchte ich wohl doch. Zumal sich in unserem Regionalverband wieder so einiges tut. Ich werde zu gegebener Zeit einmal hier darüber schreiben. Insgesamt ist das schon sehr interessant, was da so hinter den Kulissen abläuft. Dabei könnte alles so einfach sein. Gemeinsame Auflässe und Konkurrenzen des gesamten Regionalverbandes auf allen Flügen über 300 Kilometer und alles wäre erledigt. Aber hier, wie auch anderswo, hat ja inzwischen jeder Angst einen Preis zu wenig zu machen. Es ist einfach nur traurig was sich im Brieftaubensport so abspielt. Der eine gönnt dem anderen nicht das Schwarze unter dem Fingernagel und jeder sieht nur zu, dass er selbst das Beste für sich persönlich herausschlägt. Letzteres wäre ja nicht so schlimm, wenn das jeweilig individuelle Bemühen nicht immer so verkauft würde, als wolle man nur das Beste für die eigene RV.
Heute hatte ich eigentlich geplant auf einer recht unbekannten belgischen Versteigerungsseite im Internet zwei Gutscheine für wenig Geld zu erwerben. Ich hatte einen Gutschein von Theo van Genechten, Vorselaar und von der Schlaggemeinschaft Stickers-Donckers aus Lille im Auge. Leider konnte ich aus einem mir unbekannten Grund meine Gebote nicht eingeben. Schade, aber nicht zu ändern. So günstig kommt man sicher nie wieder an einen Gutschein - insbesondere von Stickers-Donckers, die ja nun seit einigen Jahren der mit Abstand überragende Schlag auf der Kurzstrecke sind. Dort muss überragendes Taubenmaterial sitzen. Bei Theo van Genechten ja sowieso....aber dessen Tauben habe ich ja z.T. schon über Dirk de Beer auf unserem Zuchtschlag.
Übrigens bin ich auch bei der Vorplanung der Zuchtpaare einen Schritt weiter gekommen und habe heute wieder einige zu Papier gebracht. Auf jeden Fall werde ich den 556, Sohn des Lenaerts-Vogels "Herman" von Dirk de Beer, an die Inzucht-Täubin 2933 aus der Goudhaantje-Linie paaren. Der "Herman" ist ja ein Enkel des Goudhaantje. Ich glaube diese beiden Tauben passen körperlich ideal zueinander. Außerdem werde ich wohl den 197 aus unserer alten Linie (Vater unseres Jährigen 236) an eine Junge Täubin von Dirk paaren - die 713 (ebenfalls aus "Herman" X 30 (Gus X Tochter Kleine Dirk). Auch das müsste sehr gut passen. Ich habe die Tauben heute nochmals in die Hand genommen. Es gibt da einige Faktoren, die ich ein wenig beachten möchte und die mir die Schlaggemeinschaft Steffl mal so geraten hat. Ich werde noch darüber schreiben.
Abschließend möchte ich heute darauf hinweisen, dass man der Zeitschrift "De Duif" nun auch auf Facebook folgen kann. Ich habe mich dort bereits angemeldet:

www.facebook.com/deduif


19.10.11
Gestern hatte ich hier noch kurz über Vitamine geschrieben. Heute las ich dann in einem Artikel, dass die Universität in Oregon (USA) herausgefunden hat, dass Vitamin C sehr wichtig für die Netzhaut des Auges ist. Und infolgedessen könnte das Vitamin C viel wichtiger für Hirnfunktionen sein, als man es bisher angenommen hat. Einen Kurzbericht dazu gibt es hier:

www.paradisi.de/Health_und_Ernaehrung/Vitalstoffe/Vitamin_C/News/48095.php


und hier ausführlicher:

www.food-monitor.de/2011/07/vitamin-c-gut-fuer-augen-und-gehirn/themenfelder/ernaehrung-gesundheit/

18.10.11
Ich hatte hier schon häufiger auf die hervorragenden Artikel von Hartwig Kruse in der Brieftaubensport International hingewiesen. In der letzten Ausgabe bat Herr Kruse dann um Reaktionen von Seiten der Leser, insbesondere mit Wünsche hinsichtlich diverser Meisterschaftsbedingungen. Ich mache ja keinen Hehl daraus, dass ich die Deutsche Meisterschaft in ihrer jetzigen Form für komplett überflüssig halte. In den letzten Tagen habe ich mir vermehrt Gedanken darüber gemacht, wie ich mir die Meisterschaften vorstelle. Das versuche ich aktuell für Herrn Kruse in Worte zu fassen und ich werde es ihm dann zumailen. Vielleicht hilft es ihm bei seinen Überlegungen. Zentrale Gedanken meinerseits sind sicher: die Abschaffung der Deutschen Meisterschaft auf Verbandsebene, das Ausfliegen von Meisterschaften auf Regionalverbandsebene in gemeinsamen Konkurrenzen, der Trend kleineren Beständen wieder größere Chancen auf Meisterehren einzuräumen. Im Einzelnen muss ich das noch formulieren und werde es dann sicher auch hier mal öffentlich machen.
Über unsere Tauben gibt es eigentlich nicht sehr viel zu schreiben derzeit. Ich habe den Eindruck dass sie recht schnell mausern. Federschäden hab ich in diesem Jahr noch bei keiner Taube entdecken können. Das ist sowieso ein gutes Zeichen. Aber es wird ja auch gesagt, dass bei schneller Mauser ein früher und kalter Winter bevorsteht. Ob da etwas dran ist? Ich werde es natürlich verfolgen.
Gerade lese ich parallel zwei Büchen von Victor Vansalen. Sie sind alt aber gut. Über das Buch "So züchten Meister" hatte ich hier schon geschrieben. Daneben lese ich noch das Buch "Vitamine, Doping, Form" - ein recht altes Buch und vieles darin ist mir auch aus meiner Krankenpflegeausbildung bekannt, aber trotzdem schadet es nicht sein Wissen über Vitamine, Mineralien etc. aufzufrischen. Besonders interessant finde ich hier die Ausführungen zum Vitamin B12. Über dieses Vitamin gibt es sehr unterschiedliche Lehrmeinungen. Die einen sagen, dass es sehr wichtig ist, es zum Flug hin zu geben. Andere, auch Tierärzte, sagen, dass man es auf keinen Fall zum Flug hin einsetzen soll. Das interessante am Vitamin B12 ist ja, dass es nur von Mikroorganismen hergestellt wird und kaum natürlich in Pflanzen o.ä. vorkommt, sondern nur in tierischen Lebensmitteln enthalten ist. Das sollte man besonders bei der Ernährung der festsitzenden Zuchttauben beachten. Gerade da muss man versuchen über geeignete Produkte die geringen Mengen an Vitamin B12 zuzuführen.
Seit einiger Zeit verfolge ich übrigens die Leistungen von Gaston van de Wouwer in Belgien sehr interessiert. Ein absoluter Top-Schlag mir einer großartigen Zuchtbasis. Aber von diesem Schlag Tauben einzuführen wird wohl ein Traum bleiben, wenn ich mir die aktuelle Versteigerung bei Pipa ansehe...
www.pipa.be/de/pigeons-for-sale/online/auctions/gaston-van-de-wouwer-auction-20-young-birds-nl


17.10.11
Heute möchte ich mal gar nichts schreiben, sondern einfach auf einen Artikel verweisen, den ich eben im Internet entdeckt habe. Ich finde: das hat etwas!
www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/dossiers/dauerhaft/typisch-frau/Taube-Frieda-sei-vielmals-Dank-;art411624,5168732


16.10.11
Eigentlich hatte ich heute vor nach Nürnberg zur Versteigerung von Dirk de Beer zu fahren....wären da nicht die Nachwirkungen meiner Bremen-Fahrt von vorgestern gewesen, die erst früh morgens gegen 5 Uhr am Samstag zu Ende ging. Denn diese Nachwirkungen haben wohl dazu geführt, dass ich komplett verschlafen habe. Ich habe Dirk dann unterrichtet, dass ich nicht komme....er hat es - wie immer - mit Humor genommen
Insgesamt finde ich es einen Wahnsinn wieviele Tauben aktuell verkauft und versteigert werden. Ich fürchte der Markt ist so überdreht, dass er irgendwann umkippt und er fast zum Erliegen kommt. Man merkt schon, dass aufgrund des riesigen Angebotes die Preise allgemein wieder sinken. Sowohl in Internet-Auktionen, als auch auf herkömmlichen Versteigerungen. Nur dort, wo die Asiaten noch ihrem "Rassen-Fetischismus" nachgehen (insbesondere auch auf Pipa) sind die Preise weiterhin enorm hoch. Derzeit versucht fast jeder halbwegs ordentlich reisende Schlag ein Geschäft zu machen. Und das ist ein Trend, der auf die Dauer nicht gut gehen kann, denn es werden ja in großer Zahl Tauben verkauft, die einfach nicht die ausreichende Klasse haben. Bei Jungtauben, die angeboten werden, kann man das nicht wissen und man kann es niemandem zum Vorwurf machen. Aber auch Spitzenschläge züchten überwiegend schlechte Tauben. Wenn ich dann noch sehe dass teilweise mehrjährige "Zuchttauben" mit ellenlanger Abstammung angeboten und teilweise verkauft werden, kann ich allerdings nur noch den Kopf schütteln. Denn die allermeisten von diesen Tauben haben einfach in der Zucht nichts gebracht, sollen nun aber noch Geld bringen.
Da ich nicht zu der Versteigerung gefahren bin habe ich den Tag genutzt und wieder mit dem Staubsauger den Schlag gereinigt. Obwohl er ja wirklich oft zum Einsatz kommt ist es erstaunlich, wieviel Staub so anfällt. Aber das ist auch normal, denke ich.


15.10.11
Das war ein tolles Herbstwetter heute. Zwar hat es hier nachts den ersten richtigen Frost gegeben, aber tagsüber war es herrlich. Die Tauben erhielten wieder Gelegenheit ein Bad zu nehmen und pflegten sich anschließend in der Sonne. Ein schönes Bild, wenn sie dann in der Voliere liegen und es sich gut gehen lassen. 
Bei den Zuchtweibchen habe ich zwei weitere Neuzugänge hier in der Homepage eingepflegt. Dabei ist mir eine Idee zu einer Paarung für das nächste Jahr gekommen. Und zwar werde ich wohl den Neuzugang 695 von Dirk de Beer an die 620, d.h. die Tochter der Olympiatäubin paaren. Das wäre dann eine richtige Kreuzung. Und von den vier Großeltern der dann hoffentlich entstehenden Jungauben, wären dann gleich drei Tiere exzellente Reisetauben. Die Abstammung sähe dann folgendermaßen aus: www.homepage-baukasten-dateien.de/brieftauben-mimberg/695%20x%20620.pdf


14.10.11
Heute kein Tagebuch, da der Schreiber sich nach einer Fütterung im Schnelldurchgang nun auf den Weg nach Bremen zum Freimarkt und zum Spiel des ruhmreichen BVB beim SV Werder macht.

13.10.11
Auf unserem Schlag mit den Ammentauben sitzt noch der momentan älteste Vogel unseres Schlages - der 98-7. Er war bester Jähriger der RV 1999 mit 11/12 Preisen und flog zweijährig nach 2/2 Preisen beim Training am Haus vor einen Fahnenmast, der in unserem Garten stand. Seitdem ging es nicht mehr mit der Reise. Er kann auch nicht mehr richtig brummen, sondern gibt nur sehr hohe Töne von sich. Aber er gab in der Zucht z.b. den 882, über den ich gestern schrieb. Inzwischen zieht er selbst keine Junge mehr. Aufgrund seines Alters, aber auch, weil er eine gewaltig dicke Nasenwarze hat, die ihm das Füttern fast unmöglich macht. In diesem Jahr hat er aber ganz normal befruchtet und wir haben auch Eier umgelegt. Ich habe nun überlegt den 7 mal an die 277 zu paaren, mit der ich in diesem Herbst ja schon Linienzucht mit dem 882 betrieben habe. 7 und 277 stammen beide noch aus unserem Stammvogel 3 - sind also Halbgeschwister. Darüber hinaus sind die beiden Mütter aber Vollgeschwister, sodass es sich bei dieser Paarung also um klassische Inzucht handeln würde. Ich denke, das werde ich mal testen im nächsten Jahr und die Eier umlegen und aufziehen lassen. Ich möchte wissen, wie die Tauben dann werden.
Hier auf der Homepage habe ich bei den Zuchtweibchen zwei weitere Neuzugänge ergänzt. So langsam wird die Zuchtmannschaft für 2012 also fertig. Im Kopf bin ich natürlich schon immer mal wieder mit der Zusammenstellung der Paare beschäftigt. Alles was mir dazu einfällt notiere ich dann in einer Kladde, die ich fast immer mit mir führe und irgendwann trage ich dann alles zusammen und bastele die Zuchtpaare am PC zusammen. Ob die Paare dann aber wirklich so zusammengesetzt werden, entscheidet sich letztlich erst bei der Anpaarung.
Heute noch der Hinweis auf zwei interessante Artikel zum Brieftaubensport heutzutage:


www.ivz-online.de/lokales/kreis_steinfurt/metelen/1737216_Tauben_vom_Winde_verweht.html

www.ruhrnachrichten.de/lokales/dortmund/westen/Lucas-Barrios-ist-Willi-Bergmanns-bester-Flieger;art2577,1433945

12.10.11
Die beiden letzten Jungtauben des Jahres 2011 habe ich heute abgesetzt. Wir hatten sie ja extra noch aus dem 882 mit seiner eigenen Tante gezogen, um unsere alte Linie zu erhalten. Der 882 ist nun zu den Zuchtvögeln umgezogen, die Täubin ist in die Voliere gewandert. Besonders der junge Vogel ist ein Prachtexemplar. Genau so, wie wir uns das gewünscht hatten. Mit seiner dunklen Farbe schlägt er genau zurück in unsere alte Linie. Er hat ausnahmsweise keine Scheckfedern, was eher ungewöhnlich ist. Aber ansonsten ist er wirklich prächtig.


 
Nachdem ich letztens schon die neuen Zuchtvögel hier auf der Homepage ergänzt und neu eingefügt hatte, beginne ich nun mit den Zuchtweibchen. Das erste Weibchen habe ich heute mit Abstammung eingetragen. Eigentlich hatte ich die 366 als Vogel geholt, aber sie hat sich schließlich als Täubin herausgestellt. Das ist eigentlich kein Problem, nur fürchte ich, dass wir für das nächste Jahr einen Überhang an Zuchtweibchen haben. Da werden wir uns noch etwas einfallen lassen müssen. Ich habe übrigens im Kopf die 366 an den Jungen Vogel 710 von Dirk de Beer zu paaren. Er stammt mütterlicherseits aus einer Halbschwester des Goudhaantje von Rudi Diels. Die 366 stammt väterlicherseits aus einem Vollbruder des Goudhaantje, sodass dieses Paar dann nach der Zuchtmethode von Bruce Lowe zusammengesetzt wäre. Immer unter der Voraussetzung, dass sie sich bei der Paarung auch auf Anhieb leiden mögen. Wir werden nächstes Jahr sehr viel kreuzen, allerdings hier und da auch einige Paare in Linienzucht zusammensetzen. Dieses wäre eines davon. So sieht jedenfalls die vorläufige Planung aus.

11.10.11
Heute habe ich an einen Sportfreund den 988 verschickt. Es ist ein originaler von Dirk de Beer. Der Vogel wurde als Jung hier gereist und flog zwei Preise. Dann ging er auf den Witwerschlag und kam vom zweiten Preisflug mit einer gewaltigen Prellung am Flügel zurück (ich hatte mehrfach hier im Tagebuch darüber geschrieben). Daher konnte ich ihn nicht mehr reisen. Er ist ein Sohn des "Prange 1144" von Dirk, der aus dem 1009 stammt. Unser Zuchtschlag ist einfach zu voll und über Dirk habe ich erfahren, dass dieser Sportfreund viele Prange-Tauben hat, aber auch Tauben von Dirk. Und dann haben wir uns darauf geeinigt, dass besagter Sportfreund den Vogel bekommt, ihn in der Zucht testet und wir vielleicht mal im Frühjahr Junge erhalten. Ich denke, das ist ein fairer Deal und vielleicht profitieren wir ja beide davon. 
Als ich den Vogel zum Versand fertig gemacht habe, stellte ich fest, dass er doch ein wenig schwer war. Er saß ja nicht mehr auf dem Witwerschlag. Dort nehme ich eigentlich jeden Tag Vögel in die Hand und prüfe das Gewicht. Da er aber zwischen den Ammenvögeln saß, hat er wohl etwas viel Futter erhalten. Ich werde dort wohl auch ein wenig das Futter reduzieren müssen.


10.10.11
Jetzt ist die Zeit, in der ich die Tauben täglich an Erdnüsse gewöhne. Die alten Tauben kennen es ja aus der Hand gefüttert zu werden. Die Jungen aber noch nicht. Also setze ich mich auf den Schlag mit einem Töpfchen Nüsse und verteile aus der Hand, werfe welche auf den Boden usw. Unser junger Vogel 424, der fast ganz weiß ist, macht es sich inzwischen täglich auf meinem Kopf bequem. Der junge 399 kämpft mit den alten 149 und 203 um den Platz auf Arm und Schulter....das macht Spaß. Natürlich dürfen es nicht zu viele Nüsse werden, aber immer einige und erst nachher entsprechend füttern, damit die Tauben nicht zu schwer werden. Das geht schon.
Mein Futtermittelhändler hat mir heute nach meinem Einkauf ein 400 ml Fläschchen Knoblauchsaft von Beyers geschenkt. Das war sehr nett von ihm und sicher gut gemeint. Aber ich frage mich ernsthaft wie Züchter das Zeug für viel Geld kaufen können. Ich probiere ja alles, was ich den Tauben gebe. Aber erstens schmeckt das Präparat nicht nach Knoblauch und zweitens scheint es überwiegend Wasser mit einem Hauch von irgendeinem Extrakt zu sein. Wenn das Produkt gegen irgendetwas wirkt oder für irgendetwas gut ist, dann fresse ich einen Besen. Dann soll man es auch noch mit 10 oder 20 ml pro Liter Wasser dosieren. Ich musste schon lachen...da kann ich gleich irgendein homöopathisches Präparat nehmen und ins Trinkwasser schütten. Aber Hauptsache der Züchter zahlt. Eigentlich finde ich die Firma Beyers ja sehr gut, aber man muss ja wirklich nicht jeden Käse kaufen, den sie auf dem Markt haben.


09.10.11
Letztens hatte ich geschrieben, dass ich das Buch "So züchten Meister" von Victor Vansalen gekauft habe. Inzwischen hab ich begonnen darin zu lesen. Im ersten Teil erklärt Vansalen sehr anschaulich die Vererbungslehre. So wie er es in anderen Büchern (z.b. "Großmeister enthüllen...") sehr lesenswert tut. So gibt es für mich bisher einige Dinge zu lesen, die mir bereits bekannt waren und einige, die mir so nicht präsent waren. Aber beim Lesen kam mir gestern ein anderer Gedanke: das Buch ist bereits 40 Jahre alt. Ich habe noch mehr Brieftaubenbücher, die bereits so alt oder noch deutlich älter sind. Und immer wieder fällt mir auf, dass man sich damals viel mehr mit den Qualitäten der einzelnen Taube und den Zuchtwegen, um diese Qualitäten zu verbessern, beschäftigte. Liest man heute Fachbücher oder -zeitschriften oder auch Schlagberichte, dann wird darüber berichtet, woher die Tauben eines gut reisenden Schlages kommen und dann wird über das Reisesystem (Versorgung, Anpaarung usw.) berichtet. Zuchtwege sind kaum ein Thema. Inzucht, Kreuzung...die meisten Züchter verlassen sich doch eher auf den Zufall. Hier und da wird nach dem System von Bruce Lowe gezüchtet - das war es aber auch schon. Ich habe den Eindruck, dass früher viel mehr Wert auf die einzelnen Qualitäten der Taube gelegt und versucht wurde, diese Qualitäten züchterisch zu erhalten oder noch zu verbessern. Übrigens möchte ich an dieser Stelle mal auf ein sehr interessantes Büchlein hinweisen, dass aus dem Jahr 1954 stammt. Geschrieben ist es von Louis Vermeyen und Jan Aerts. Es heißt "Wie wir sie auslesen" und hat nur 58 Seiten. Aber wer an dieses Buch noch herankommt, der sollte es sich durchaus mal zulegen. Ich habe es glücklicherweise für 50 Cent vor einigen Jahren auf einem Flohmarkt kaufen können.
Ich beginne ja nun mit den Überlegungen für die Zucht 2012. Und dort werde ich einfach vermehrt versuchen die Überlegungen und Erkenntnisse aus diesen Büchern mit einfließen zu lassen. Natürlich kann man gute Tauben nicht auf dem Papier planen. Aber ich denke schon, dass man in der Zucht zu besseren Ergebnissen kommt, wenn man verschiedene Faktoren einfach stärker berücksichtigt. Ich werde weiter darüber schreiben.


08.10.11
Unsere RV hat heute ihr Jugendfest veranstaltet. Im Rahmen dieser Feier wurden die Sieger der Jugendgruppe geehrt, erhielten ihre verdienten Pokale und Urkunden und standen so deutlich besser im Mittelpunkt, als bei einer Ehrung gemeinsam mit den Erwachsenen. Außerdem hatten unsere Verantwortlichen einen Falkner eingeladen, der u.a. einen lebenden Uhu mitgebracht hatte. Für die Jugendlichen und auch für die anwesenden erwachsenen Züchter war das ein sehr eindrucksvolles Erlebnis und es ist auch sicherlich grundsätzlich nicht verkehrt, wenn wir Brieftaubenzüchter mit der Gruppe der Falkner näher ins Gespräch kommen. Insgesamt war es eine sehr gelungene Veranstaltung und insbesondere unserem Jugendobmann Fritz Zeppenfeld, der aufgrund seines Einsatzes ohnehin weit über die RV-Grenzen hinaus bekannt ist, möchte ich ein ganz großes Lob aussprechen.
Die Veranstaltung habe ich auch genutzt um zwei der Spätjungen aus den guten Jährigen an Patrick Wendt zu übergeben. Er reist ja mit seinem Opa Heinz Beck in unserer RV
( www.sgbeckwendt.de/ ) und wir selbst haben ja auch schon gute Tauben von den beiden erhalten. Hoffentlich haben Patrick und Heinz Glück mit den beiden Jungen aus 236 (gepaart mit seiner Halbschwester) und dem 685.
Außerdem hatten wir uns ja eine Täubin von einem Sportfreund unserer RV für eine Zucht geliehen, die dieser vor einigen Jahren aus unserem Stammpaar 3 x 115 erhalten hatte. Die beiden Jungen können in Kürze abgesetzt werden, aber wir sind gestern überein gekommen, dass die Täubin trotzdem im Frühjahr bei uns bleibt und wir uns dann die Jungtauben teilen. Ich denke das ist eine gute Sache und bin schon im Kopf damit beschäftigt, wie ich das Weibchen verpaare.


07.10.11
In unserer Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" ist heute ein Interview mit den beiden Ärzten der Verbandsklinik zu lesen. Darin schildern sie, wie schwierig es ist bei einem One-Loft-Race, wie dem Dr. Kohaus-Rennen, die Tauben gesund und in guter Flugverfassung zu halten. Insbesondere die Trichomonaden machen in diesen großen Beständen dann immer wieder Schwierigkeiten. Beim Verband wurden die Tauben mehrfach behandelt, nachdem immer wieder Trichomonaden festgestellt wurden. Bei der Ankunft der Tauben vom Endflug war ich ja auch selbst zugegen und die Tauben waren in wirklich sehr guter Verfassung. Das zeigt, dass eine intensive tierärztliche Kontrolle sinnvoll, aber eben auch geboten und notwendig ist für solch ein Rennen. Ich möchte aber mal fragen, warum eigentlich jedermann, der gerade genug Geld, Platz und Zeit hat, ein One-Loft-Rennen veranstalten darf. Bedingungslos.
Es wird heutzutage alles protokolliert und zertifiziert. Wir haben (zurecht) zertifizierte Flugleiter usw. Aber bei den One-Loft-Rennen kann jeder machen was er will. Dann gehen viele dieser Rennen völlig in die Hose. Beim Endflug oder schon viel früher. Das ist für uns Brieftaubenfreunde eine Schande und für die Außendarstellung unseres Hobbys eine Katastrophe! Nur leider kommt niemand beim Verband auf die Idee endlich enge Vorschriften für die Veranstaltung von One-Loft-Rennen zu entwickeln. z.B. wirklich engmaschige Kontrollen durch einen auf Brieftauben spezialisierten Tierarzt. Diese müssen dann dokumentiert und nachgewiesen werden. Ich persönlich finde es erschrecken, dass diese Rennen wie Pilze aus dem Boden schießen, aber die Vorschriften  sehr, sehr schwammig sind. Dem Brieftaubensport tut das sicher nicht gut.


06.10.11
Vorgestern hatte ich geschrieben, dass ich das Buch "So züchten Meister" von Vansalen erstanden hab - heute wurde es schon geliefert. Klasse! Ich freue mich schon drauf es zu lesen.
Heute habe ich in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Rauschende Schwingen" gelesen. Darin wird in einem Leserbrief auch einmal mehr der Deutsche Vorzeigeschlag Drapa thematisiert und die Abläufe in der RV Pforzheim werden hinterfragt. Ich muss ehrlich sagen, dass ich den Ergebnissen dieses Schlages auch nicht traue. Ich habe dazu auch schon einmal hier im Tagebuch geschrieben vor einigen Monaten. Es gibt da gewisse Auffälligkeiten, die ich mir nicht erklären kann und so lange diese Auffälligkeiten da sind, bleibe ich ein Zweifler.
In einigen Tagen kann ich die letzten Jungtauben des Jahres 2011 absetzen. Ich hatte mir ja eine Täubin leihweise zurückgeholt, die wir an einen Züchter unserer RV als Jungtier verschenkt hatten. Sie stammt noch aus unserer Stammlinie und ich habe sie an ihren Neffen gepaart. Die Jungen sind wie gemalt. Genau wie ich sie mir gewünscht hatte. Der junge Vogel ist richtig dunkel, fast ins schwarze gehend, die junge Täubin
eine gehämmerte Schecke. Ich werde sie noch fotografieren. Aber schon jetzt habe ich viel Freude an den beiden Tauben.


05.10.11
Ich fürchte wir müssen für unsere Tränke auf dem Witwerschlag einen neuen Platz suchen. Wir ich schon gestern schilderte hat der jährige Vogel 399 den Platz vor der Tränke eingenommen und er verteidigt ihn wie irre, sodass kaum ein Vogel dazu kommt in Ruhe zu trinken. Der 399 scheint ganz nach seinem "verrückten" Vater zu kommen. Der 556 - Sohn des Lenaerts-Vogels von unserem Freund Dirk de Beer - ist auch so ein Wahnsinniger. Apropos: Dirk versteigert am 16.10. in Nürnberg eine Runde Jungtauben, auf die aktuell schon im Internet geboten werden kann. Ich denke, es ist erstklassiges Material dabei. U.a. Geschwister oder Halbgeschwister einiger Tauben, die nun in unserem Zuchtschlag sitzen. Aber natürlich auch Kinder bzw. Geschwister des 346, des Gus oder der Olympiatäubin 147. Auch wenn ich wohl keine Tauben ersteigern werde....auf die Versteigerung plane ich schon zu fahren, selbst wenn es einige Kilometer sind. Hier kann man die Tauben, die zur Auktion stehen, einsehen: www.pigeon-auction.de/catalog.asp
Unsere Witwer haben heute schon wieder gebadet. Wenn man die Wanne hinstellt, dann dauert es nicht lange und es liegen welche darin. Ich mag den Anblick von badenden Tauben wirklich sehr. Das hat etwas, wenn sie im Wasser liegen, die Flügel ausstrecken und sich ausruhen.
Inzwischen habe ich auch soweit selektiert, dass ich weiß welche Tauben nächstes Jahr im Zuchtschlag sitzen und welche im Reiseschlag. Es war schon hart, das muss ich sagen: ich habe aus dem Witwerschlag gleich zwei Vögel herausgenommen, die 2010 10 Preise geflogen hatten, aber in diesem Jahr keine guten Leistungen brachten. Dazu den 684, den Nestbruder des Jährigen 685, der dieses Jahr 10/12 Preise hatte, weil der 684 wirklich drei Mal deutlich verspätet (mehrere Tage) heimkam. Weiterhin sind Vögel mit mehr als 50 Prozent Reiseleistung aus der Mannschaft gegangen. Das ist schon grenzwertig und es fällt mir verdammt schwer, aber irgendwo muss man anfangen. Und wenn ich nicht überzeugt bin, dass mich eine Taube im nächsten Jahr weiter bringt, dann kommt sie aus der Mannschaft. Vielleicht machen wir mit dieser harten Selektion auch einen Fehler, aber es geht nicht anders. Immerhin werden einige dieser Vögel einen Platz im Schlag der Ammentauben erhalten. 
Auch im Zuchtschlag ist es nicht leicht zu selektieren. Hier müssen auch einige Tauben weichen, die nicht wirklich schlecht sind. Aber auch da muss Platz für hoffentlich noch bessere Tauben her. Außerdem möchten wir uns im Zuchtschlag mehr auf bestimmte Linien beschränken. Unsere alte Linie, die Gus-Linie von Dirk de Beer, die Prange-Linie und die Linie von Rudi Diels. Zuviel Sammelsurium ist auch nicht gut, es sind ja ohnehin schon immer noch andere Linien eingekreuzt.
Samstag feiert unsere RV ihr Jugendfest. Ich werde dort den Thekendienst verrichten und freue mich schon. Jetzt im Herbst und Winter muss man doch auch Kontakt halten unter den Züchtern und man kann sich mal in Ruhe austauschen. Hoffentlich kommt mit meinem Wochenenddienst nicht noch etwas dazwischen.


04.10.11
Eigentlich finde ich es immer sehr gut, wenn ein junger Vogel, kaum dass er auf den Witwerschlag umgezogen ist, einen Platz erobert und diesen verteidigt. Unser Jungvogel 399 allerdings hat sich ausgerechnet den Platz vor der Tränke ausgesucht und verteidigt diesen wirklich vehement. So gut mir sein Verhalten gefällt, so schlecht ist der Platz vor der Tränke für solch ein Benehmen. Ich werde das die nächsten Tage weiter beobachten, aber auf die Dauer ist das sicherlich keine gute Sache, wenn alle anderen Vögel, sobald sie zur Tränke wollen, etwas "auf die Mütze" bekommen.
Ich hatte ja kürzlich schon geschrieben, dass jetzt wieder die Zeit gekommen ist, in der ich sehr viel in Büchern und Fachzeitschriften lese. Ganz besonders schätze ich dabei die Artikel und Bücher von Viktor Vansalen. Deswegen bin ich sehr glücklich, dass ich in der Internet-Auktion jetzt das Buch "So züchten Meister" erwerben konnte. Es ist, wenn ich den Überblick richtig habe, das letzte Buch von Vansalen, welches ich noch nicht gelesen habe.
Aktuell habe ich mir zum zweiten Mal das Buch "Blick über den Tellerrand" von Willi Hertel vorgenommen. Gerade in Büchern mit vielen Schlagberichten, wie diesem oder der "Champions-Reihe" von Ernst Nebel ist es sehr ratsam, die Schlagberichte zwei oder drei Mal zu lesen. Oftmals fallen einem dann erst Details auf, die man vorher überlesen hat. Interessant dabei ist auch der Vergleich eines Schlages über die Jahre. So findet sich ein Schlagbericht über Günter Prange in dem Buch "Champions der Welt - Teil V" aus dem Jahr 2000 und nun in dem Buch von Hertel aus dem Jahr 2010. Man kann sehr schön verfolgen wo Änderungen im Zuchtweg oder in der Versorgung der Tauben vorgenommen wurden. Und speziell bei Günter Prange fällt mir immer wieder auf: er handhabt alles sehr, sehr einfach. Genau das ist der Weg, den wir für uns ja auch beschreiten wollen. Ich halte es nicht nur für einfacher für den Züchter, sondern auch für besser für die Taube auf Dauer. Insgesamt vereinfacht ein einfaches System auch den Überblick darüber, welche Taube man brauchen kann und welche eher nicht. Die Tauben müssen sich dem System anpassen, denke ich - nicht umgekehrt.
Hier noch ein schönes Video zum letzten Trainingsflug des Mallorca-Derbys www.youtube.com/watch

03.10.11 Auch heute morgen kam mal wieder der Staubsauger auf dem Schlag zum Einsatz. Es ist wirklich erstaunlich was in zwei Tagen während der Mauser so an Federn und Staub anfällt, obwohl ja auch einmal täglich gekratzt und saubergemacht wird.
Ich möchte heute noch einmal auf den Artikel von Hartwig Kruse in der "Brieftaubensport International", von dem ich gestern bereits berichtete, zurückkommen. Sportfreund Kruse kritisiert ja u.a. die aktuellen Meisterschaftssysteme aufgrund ihrer Ungerechtigkeit. Ich möchte zu dieser richtigen Feststellung einmal folgendes ergänzen: unsere Züchterschaft wird im Schnitt immer älter. Im Alter kann man normalerweise - schon aufgrund der eher abnehmenden körperlichen Konstitution - eher weniger als mehr Tauben halten. Aber unsere Meisterschaften werden seit Jahren nur auf mehr und mehr Massenzucht ausgelegt. Das muss zur Unzufriedenheit in weiten Teilen der Züchterschaft führen - zwangsläufig. Mit all den Effekten, die wir jedes Jahr in unserem eigenen Umfeld beobachten können.
Natürlich gibt es viele Dinge, die im Brieftaubensport geändert werden könnten. Und es gäbe viele Möglichkeiten die Zufriedenheit unter den Züchtern zu steigern. Aber solange wir an unsinnigen Meisterschaften zum X-ten Mal herumdoktorn und solange wir nicht endlich versuchen die Qualität unserer Tauben durch die Meisterschaften zu steigern, wird es nicht besser werden. Auch die damalige Hinwendung zur 33 %-Regelung war ein riesiger Fehler, der längst rückgängig gemacht gehört. Leider können wir darauf wohl lange warten, denn viele derer, die in der Mitgliederversammlung über den Brieftaubensport abstimmen, haben sich längst davon verabschiedet für alle einen einigermaßen gerechten und schönen Sport gestalten zu wollen. Da wird oftmals nur an das eigene Wohl und Wehe gedacht...


02.10.11
Auf dem Witwerschlag ist heute ein weiteres Weibchen aufgetaucht. Die Junge 377, von der ich ohnehin gedacht hatte, dass es wohl eher ein Weibchen sei, lag mit dem Altvogel 20 paarend in der Zelle. Ich hatte sie in der Hoffnung, dass es doch ein Vogel ist, auf den Witwerschlag gesetzt, weil wir aus dem Elternpaar nur zwei Jungtauben gezogen hatten (sie stammt aus dem Jährigen 212 mit 8, teils sehr frühen, Preisen und einer Originalen Täubin von Dirk de Beer aus Sohn Prange 36 X Halbschwester Ringlose Nr.12) und nun leider beides Weibchen geworden sind. Damit können wir sie nächstes Jahr auf den Flügen nicht testen, aber wir werden aus dem Paar sicherlich nochmals Eier umlegen. Ich habe so ein Gefühl, dass die Tauben daraus gut sein könnten.
Die Tauben erhalten jetzt während der Mauser sehr häufig Badewasser zur Verfügung gestellt. Heute auch wieder und sie haben fast alle schon wieder gebadet, nachdem sie das bereits vor zwei Tagen alle getan hatten.
Jetzt ist auch die Zeit, in der man wieder mehr Gelegenheit hat die Fachbücher- und Zeitschriften zu studieren. Man kann doch immer wieder sehr viel lernen. Ganz besonders begeistert bin ich in anderer Hinsicht immer von den Berichten von Hartwig Kruse in der "Brieftaubensport International". Auch in der aktuellen Ausgabe macht er sich wieder Gedanken um den Brieftaubensport, um Chancengerechtigkeit usw. Und er liefert tollte Beispiele dafür, dass der heutige Taubensport mit seinen vollkommen ungerechten Meisterschaftsmodellen, so nicht funktionieren kann und keine Zukunft hat. Es wäre zu aufwändig das alles hier zu zitieren, aber ich kann jedem nur raten, diesen Beitrag zu lesen. Sportfreund Kruse hat einfach recht. Und er bittet darum ihm Ideen und Verbesserungsvorschläge zu Meisterschaftssystemen und anderem zu mailen (seine Email-Adresse ist hartwig-kruse@t-online.de). Vielleicht werde ich ihm auch einmal schreiben, wenn mir was Passendes einfällt. Jeder andere Sportfreund mit guten Ideen sollte das auch tun.
In der Zeitschrift "De Duif" steht in der aktuellen Ausgabe die Auswertung der Meisterschaften 2011. Und Günter Prange überragt für die deutschen Schläge einmal mehr alles. Er gewinnt sowohl auf der Mittel- als auch auf der Weitstrecke! Großartig. Aber auch andere Züchter liefern klasse Ergebnisse ab. Beispielsweise Rudi und Regina Heinen aus Eschweiler (Platz 9 Mittelstrecke, Platz 4 Weitstrecke). Das ist wirklich eine tolle Meisterschaft und ich wäre stolz, wenn wir dort irgendwann auch einmal platziert wären. Aber bis dahin ist es wohl noch ein riesig langer Weg


01.10.2011
Nun bin ich von meiner Dienstreise zurück. Der erste Gang gestern ging natürlich auf den Taubenschlag. Alles in bester Ordnung. Die Spätjungen machen sich weiter prima, der Rest mausert munter vor sich hin. Ich hatte vor meiner Abreise die Junge Vögel noch auf den Witwerschlag gesetzt, wo sie nun gemeinsam mit den Altvögeln leben. Das geht jetzt während der Mauser sehr problemlos. Das Umgewöhnen zum anderen Ausflug erfolgt aufgrund der Habichtplage ohnehin erst im Frühjahr und gestaltet sich meistens etwas schwierig. Darüber schreibe ich dann später mal, wenn es soweit ist. Ein vermeintlicher Jungvogel hat sich schon als Weibchen herausgestellt, nachdem ich schon länger den Verdacht hatte, dass es eine Täubin ist. Sie ist bereits zu den Witwerweibchen in die Voliere gewandert. Jetzt werde ich langsam mit der Planung für das nächste Jahr beginnen. Ich werde die Zuchtpaare auf dem Zettel vorplanen und vielleicht auch hier und da ein bißchen was in Richtung Versorgung der Tauben ändern. Dazu schreibe ich dann aber, wenn es soweit ist. Nun geht es gleich erstmal zum Spiel des BVB gegen Augsburg
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