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Sonntag, 22.05.2022
Sascha am 22.05.2022 um 05:58 (UTC)
 Unsere Tauben stehen heute morgen zum ersten Regionalflug in Neumarkt und es wird sicherlich nicht mehr lange dauern bis sie dort aufgelassen werden. Unser Regionalverband fährt schon seit einigen Jahren nicht direkt an den zumeist völlig überfüllten zertifizierten Auflassplatz, sondern etwas außerhab von Neumarkt an einen Feldweg, an dem man prima auflassen kann. Das ist aufgrund der vielen Kabis, die stets in Neumarkt stehen, auch erlaubt und möglich und unsere Flüge werden dann mit eben mit etwas anderen Koordinaten durchgeführt. Für die Tauben ist das allemal besser als wenn alle RVen und Regionalverbände an den eigentlich zertifizierten Auflassplatz fahren und dort nach und nach auflassen würden. Zumal dieser Aúflassplatz derzeit auch noch durch Bauarbeiten in keinem idealen Zustand ist.
Gestern vormittag war ich noch ein wenig in Sachen Tauben unterwegs und traf Sportfreunde aus dem Regionalverband 250, die sich sehr frustriert zeigten, dass ihr Flug trotz augenscheinlich gutem Wetters am Samstag auf den Sonntag verschoben wurde. "Immer diese Verschiebereien" hieß es da. Ich konnte das sehr gut nachvollziehen. Einen guten Grund für deren Flugverschiebung konnte ich auch nicht erkennen.
Selbst hatte ich dann gestern am späten Nachmittag Einsatzdienst und gleich mehrere Sportfreunde setzten ihre Tauben ein und bemerkten: "Das mache ich jetzt noch ein oder zwei Flüge und wenn es dann nicht besser wird, dann stelle ich die reise ein." Ich habe das zu so einem frühen Zeitpunkt der Saison noch nie von so vielen Züchtern gehört. Ich kann das auch ein ganzes Stück weit nachvollziehen, denn es ist ja nicht nur so, dass viele Züchter inzwischen relativ erfolglos mit wenigen Preisen ihre Tauben reisen. Es scheinen auch viel zu viele Tauben verloren zu gehen.
Auch wenn wir selbst als Schlag von dieser Entwicklung bislang nicht betroffen sind und bisher sehr gute Ergebnisse erzielen konnten und relativ wenige Tauben verloren haben, so muss man doch irgendwie das große Ganze im Blick behalten. Und da sind wir im Brieftaubensport an einem Punkt wo es so nicht weiter gehen kann. Auch in den Preislisten vieler der gestrigen Flüge spiegelt sich ein Bild wider, dass nur zu enormem Frust führen kann.
Da spielen einige wenige Sportfreunde ihre ganzen RVen und Regionalverbände an die Wand. Diese herausragenden Ergebnisse sind sicher kein Zufall und sind mit viel Arbeit, Sachverstand und guten Tauben verbunden. Aber es wird langsam zu extrem, wenn das Sportfreunde fortlaufend Ergebnisse von 80, 90 Prozent erzielen und obendrein noch die Spitzen der Preislisten alleine dominieren.
Bei allem Respekt für das was die Tauben dieser Züchter leisten muss man doch festhalten: das ist alles für einen Wettbewerb nicht mehr gut. Es verlieren viel zu viele Sportfreunde schlicht die Lust, weil sie komplett an die Wand gespielt werden.
Wenn in Regionalverbänden beispielsweise mehr als 4.000 Tauben an den Start gebracht werden und der eine Züchter hat am Ende 8 Tauben bis zum 20. Konkurs und ein weitere Züchter 11 Tauben bis zum 30. Konkurs in der Regionalliste. Was bleibt dann für den ganzen Rest an Züchtern?
Wenn in einem anderen Regionalverband ebenfalls mehr als 4.000 Tauben gestartet werden und ein einziger Schlag fliegt dann in der Preisliste den 2.3.4.5.6.7.9.12. usw. Konkurs....was bleibt für den ganzen Rest, wenn dann zwei oder drei weitere Schläge noch extreme Prozentpreise fliegen?
Nein, diese Entwicklung ist nicht gut und dem Brieftaubensport in keiner Weise förderlich. Bei allem Ehrgeiz und dem Bestreben erfolgreich zu sein darf die Schere zwischen gut und weniger gut reisendem Züchter einfach nicht zu groß werden (wahrscheinlich ist sie es schon), sonst verliert unser Hobby endgültig seinen Reiz.

Was unsere eigenen Tauben heute leisten können - da bin ich mir nochn nicht ganz sicher. Eigentlich waren sie in einer prima Verfassung beim einkorben. Allerdings waren sie mir doch etwas schwer geraten für einen 300-Kilometer-Flug. So hätte ich sie auch guten Gewissens für 500 KM einsetzen können. Das mag daran liegen, dass sie in dieser Woche wetterbedingt weniger Freiflug erhalten konnten. Wie sich das dann auswirkt werden wir aber noch sehen heute. Aber ehrlich gesagt finde ich es auch nicht ganz so wichtig mittlerweile. Natürlich freue ich mich über gute Resultate. Aber es war mir alles schon einmal wichtiger. Und wenn ich dann sehe, dass je weiter die Flüge gehen die Kabi-Boxen immer enger besetzt werden um Geld zu sparen....dann muss ich mich doch fragen ob das alles insgesamt so richtig ist was wir da machen...
 

Samstag, 21.05.2022
Sascha am 21.05.2022 um 05:31 (UTC)
 Der ein oder andere Leser hier wird es sicher schon in den Medien gesehen oder gehört haben: gestern ist am späten Nachmittag in Lippstadt, also Luftlinie etwa 20 KM von hier entfernt, ein mächtiger Tornado durch die Stadt gezogen und hat eine Spur der Verwüstung hinterlassen. In einem kleinen Vorort von Lippstadt namens Hellinghausen hat der Sturm die gesamte Spitze einer Kirche abgerissen. Dort sieht es überall sehr schlimm aus und ich hoffe, dass zumindest die Taubenschläge der Sportfreunde, die dort wohnen, heil geblieben sind.
Im Gegensatz dazu war hier bei uns relativ ruhiges Wetter. Ein paar Blitze, etwas Donner, etwas Regen...aber wirklich nichts Besonderes. Man hätte sogar den Tauben am Abend Freiflug geben können, aber das war mir dann doch zu viel Risiko. So hatten die Vögel auch gestern nur am Morgen Freiflug. Ich hoffe, dass sie heute beim Einkorben nicht zu aufgedreht sind. Immerhin haben die Vögel trotz mangelndem Freiflug sehr gut am Abend gefressen. Das ist das Wichtigste. Denn Tauben, die nur halbherzig in ihrem Futter herum pulen, sind nicht in bester Verfassung.
Übrigens ist unsere Erfahrung auch - ich erinnere jetzt nicht ob ich das schon einmal geschrieben habe - dass unsere besten Flüge immer dann waren, wenn die Tauben auch am Einsatztag noch sehr gut gefressen haben.
Wir füttern am Abend vor dem Einsatztag wirklich pappsatt und die Tauben können das Futter auswählen und dann füttern wir nochmals nach, damit sie noch einmal fressen. Dann sind sie wirklich rundum gesättigt.
Trotzdem bekommen die Vögel dann auch am Einsatztag noch einmal reichlich Futter zum Aussuchen und das bleibt auch bis mittags stehen. Sie bekommen von der Menge her ihre normale Morgenration - also so etwa 20 Gramm pro Taube.
Die besten Flüge, egal auf welcher Entfernung, hatten wir immer dann, wenn die Tauben diese Menge bis mittags etwa aufgefressen hatten.
Viele Züchter sagten ja früher und tun es auch heute noch: "Wenn die Tauben am Einsatztag noch viel fressen, dann habe ich falsch gefüttert." Ich glaube das aus unserer Erfahrung heraus überhaupt nicht. Stattdessen zeigt mir ein guter Apettit der Tauben am Einsatztag, dass ihr Stoffwechsel sehr hoch ist und sie sich in sehr guter Verfassung befinden. Denn bis zum Einsetzten am Nachmittag ist das Futter dann auch aus dem Kropf verschwunden. Insofern bin ich selbst immer froh, wenn unsere Vögel am Einsatztag noch sehr gut fressen. Das ist für mich ein gutes Zeichen.
 

Freitag, 20.05.2022
Sascha am 20.05.2022 um 07:07 (UTC)
 Gestern abend konnten die Vögel aufgrund einer Gewitterfront keinen Freifug erhalten. Das merkt man nun leider am heutigen morgen, denn sie turnen draußen herum und wollen nicht rein kommen. Das hat natürlich damit zu tun, dass wir die Vögel auch satt füttern, wenn einmal ein Freiflug ausfallen muss. Aber eine Mahlzeit knapper füttern oder ausfallen lassen - das machen wir nicht.
Heute nachmittag werden für unsere Region noch deutlich schwerere Gewitter angekündigt als gestern, sodass der Freiflug heute abend sicher auch wieder ausfallen muss. Da kann man nichts machen, aber schön ist das nicht. In erster Linie muss man aber hoffen, dass alles hier heil bleibt, denn die Wetterdienste melden da schon eine schwere Wetterlage, die auf uns zukommt. So schreibt ein Wetterdienst, der Berichte speziell hier für das Sauerland verfasst: "Wir liegen inmitten einer der markantesten Unwetterlagen der letzten Jahre."
Gut, dass unser Flug erst am Sonntag stattfindet, denn meiner Meinung nach ist es nicht ideal, direkt am Tag nach solchen Unwettern Flüge zu veranstalten. Alttauben mag das nichts ausmachen, aber möglicherweise reagieren doch Jährige auf Störungen in der Atmosphäre etwas sensibler. Bei Jungtauben erlebt man das ja immer wieder, dass Flüge am Tag nach einer markanten Wetterphase schlecht verlaufen.
Apropos Jungtauben: ich hatte nochmal Kontakt mit einem Fachmann aufgenommen bzgl des zunächst so schlechten Flugverhaltens unserer Jungtiere. Meine Vermutung war, dass das auch mit der vor einigen Wochen erfolgten PMV/Rota-Impfung zusammenhängen konnte. Aber das ist lt. Aussage des Experten nicht so. Er hat mir das dann auch näher ausgeführt und erklärt und insofern gehe ich davon aus, dass meine Vermutung falsch war. Ich werde aber diesbezüglich weiter beobachten und mir Notizen machen. Jedenfalls scheint die Phase des schlechten fliegens der Jungtiere nun erst einmal vorbei, denn gestern waren sie praktisch 90 Minuten nur in der Luft mit einer kleinen Dachpause von vielleicht zwei Minuten.
 

Mittwoch, 18.05.2022
Sascha am 18.05.2022 um 07:42 (UTC)
 Einen zweijährigen Vogel hatten wir beim vorletzten Flug zuhause gelassen, da er ein wenig Beschwerden am Flügel zu haben schien. Beim letzten Flug haben wir ihn dann wieder gesetzt. Er kam etwa zwanzig Minuten nach dem Konkurs wieder zuhause an. Aber nun zeigt er wieder leichte Probleme mit dem rechten Flügen. So hat es keinen Sinn ihn weiter zu reisen. Eine Taube, die Schmerzen hat und Flügelprobleme, gehört nicht in den Korb. Wir werden ihn also zuhause lassen.
Für die nächsten beiden Tage sind hier teils schwere Gewitter angekündigt. Mal schauen in welcher Form wir den Tauben dann überhaupt Freiflug geben können. Ob sie mehr oder weniger trainieren am Haus ist dabei gar nicht so entscheidend, aber man möchte sie ja bis zum Wochenende am Fressen halten und da ist Freiflug und Bewegung schon sehr nützlich.
Die Jungtauben der ersten Zucht, mit denen wir bis vor kurzem noch sehr große Probleme hatten und die das Dach praktisch gar nicht freiwillig verlassen wollten, fliegen nun recht gut. Gestern waren sie eine Stunde in der Luft und flogen zwischenzeitlich auch mal schön hoch und etwas weiter entfernt. Da ist also Besserung in Sicht. Ich habe sie auch täglich etwas gescheucht, damit sie ans Fliegen kamen. Aber ich habe noch einen anderen Verdacht was da los war. Ich muss mich darüber aber erst noch einmal austauschen.
 

Dienstag, 17.05.2022
Sascha am 17.05.2022 um 05:06 (UTC)
 Gestern Abend erhielten unsere Vögel ausnahmsweise keinen Freiflug, da hier eine Gewitterfront durchzog. Zwar waren die Unwetter letztlich nicht besonders stark hier in der Gegend, aber das weiß man vorher nicht und da bleiben die Tauben dann natürlich besser im Schlag. Bei Sonntagsflügen wie wir sie hier normalerweise durchführen geben wir montags morgens keinen Freiflug und dann aber am Abend wieder sodass die Tauben sich dann locker bewegen können.
Im Laufe des gestrigen Tages war ich zu einem Kurzbesuch bei Marc Musiol in Legden und habe von Marc vier Jungtauben zum Reisen bekommen. Auch im letzten Jahr bekamen wir von Marc 5 Jungtauben, von denen 4 junge Vögel die Jungreise überstanden haben und nun in unserer Reisemannschaft sind und als Jährige gereist machen. Sie machen ihre Sache bisher recht gut.
Am Sonntag abend nach dem Flug ist dann beinahe unsere komplette zweite Zucht auch auf das zweite Abteil des Jungtierschlages abgesetzt worden. Die jährigen Junggesellen, die dort noch immer beheimatet sind und von dort noch gereist werden, schauten anfangs etwas sparsam. Aber es kam zu keinerlei Beißereien oder ähnlichem. Jetzt müssen wir mal schauen wie wir dort weiter vorgehen. Etwa zwei bis drei, vielleicht auch vier Flüge wollen wir die Jährigen von dort noch reisen. Sie sollen nur noch weiter mit in den Korb und lernen. Ob sie Preise fliegen ist uns da relativ egal, obwohl unter ihnen aktuell auch noch ein jähriger Vogel ist, der 3 Preise bei 3 Einsätzen bislang erzielt hat.
Im eigentlichen Witwerschlag ist alles soweit in Ordnung. Die Vögel machen weiter einen guten Eindruck. Sie werden weiterhin nach Plan versorgt und aktuell besteht auch keinerlei Bedarf irgendwie medikamentös o.ä. etwas zu unternehmen, denn die Tauben fliegen gut, fressen gut und erzielen bisher gute Ergebnisse.
Auch die jährigen Vögel im Witwerschlag machen ihre Sache bisher sehr ordentlich. Ich hatte allerdings zuletzt viele Telefonate und Gespräche mit Sportfreunden, die von erheblichen Verlusten unter den Jährigen berichteten und ebenso davon, dass die jährigen Tauben sich extrem schwer tun in die Preise zu fliegen. Das ist sehr frustrierend für diese Sportfreunde und ich kann gut nachvollziehen, dass diese Züchter schon nach wenigen Flügen ratlos und teilweise "bedient" sind, weil viele Tauben fehlen und die Ergebnisse nicht stimmen. Woran es allerdings liegt ist schwer zu sagen. Da muss man sich auch im einzelfall mal Gedanken zu machen, aber ob man letztlich eine Lösung findet?
 

Sonntag, 15.05.2022
Sascha am 15.05.2022 um 17:40 (UTC)
 Zu unserem dritten Preisflug der Saison wurden die genau 1600 Tauben unserer RV, sowie 1172 Tauben der RV Werl und Umgegend gemeinsam um 8.10 Uhr heute morgen in Schwabach aufgelassen. Für unseren Schlag sind das etwa 312 Kilometer Entfernung. Da auf der gesamten Strecke Ost bis Südostwind herrschte - zunächst nur leicht, später dann etwas mehr - war ein schneller Flug zu erwarten und tatsächlich trafen die ersten Tauben dann auch mit mehr als 1550 m/min in der Heimat ein. Wir konstatieren unseren ersten Vogel um 11.30 Uhr und er belegt am Ende in der RV einen ausgezeichneten 6. Platz. Schon dieser Vogel mit einer sehr frühen Platzierung kam aus dem Westen zurück. So war es dann auch bei den allermeisten anderen Tauben. Sie hatten fast alle überflogen und mussten umkehren. Aber das müssen sie eben lernen und beim nächsten Mal wieder etwas besser machen.
Von unseren 47 eingesetzten Vögeln bringen wir insgesamt 29 in die Preisliste. Damit sind wir natürlich wieder hochzufrieden. Im Einzelnen gestaltet es sich folgendermaßen:
Von 41 eingesetzten Vögeln auf dem Witwerschlag machen 27 einen Preis. Von den 6 jährigen Junggesellen vom Jungtierschlag (einer musste aufgrund eines geplatzten Luftsacks zuhause bleiben) machen 2 einen Preis.
Im Witwerschlag machen von 21 alten Vögeln 16 einen Preis. Von den 20 jährigen Vögeln im Witwerschlag machen 11 einen Preis.
Das ist insgesamt wieder ein sehr schönes Ergebnis und sehr zufriedenstellend.
Aktuell fehlt noch einer der Junggesellen.
Die Tauben wurden heute wie immer mit flüssiger Hefe und Mineralpulver, sowie Probiotika versorgt. Im Wasser befand sich nichts, denn das muss bei solch einem relativ leichten Flug nicht sein. Jetzt am Abend sehen die Vögel auch wieder sehr gut aus und liegen entspannt in ihren Zellen.
Insgesamt also ein guter Flug für uns, wenn nur dieses ganze Theater mit den ständigen Verlegungen des Auflassortes nicht wäre. Für mich ist das alles nicht nachvollziehbar, denn die Tauben müssen es einfach lernen sich von anderen Tauben zu trennen. Nächste Woche steht ein Regionalflug an und da müssen sie ohnehin aus dem Schwarm raus.
Ich möchte heute ganz besonders unserem Vereinskollegen Rudi Fracasso-Blume zum ersten Konkurs in unserer RV gratulieren! Ein tolles Ergebnis auch insgesamt!!
Außerdem erneut meinem Kumpel Thorsten Bornhoff zum 1. Konkurs in der RV Dortmund-Scharnhorst!
 

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