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Sonntag, 25.10.2026
Sascha am 25.10.2026 um 05:10 (UTC)
 Gestern sind wir am Nachmittag aus unserem einwöchigen Urlaub zurückgekehrt. Wir schon in den beiden vergangenen Jahren hatte ich im Vorfeld in allen Schlägen ausreichend Tränken und Futterautomaten aufgestellt um die Tauben während dieser einen Woche darüber zu versorgen.Das hat auch wieder sehr gut funktioniert. Nachdem wir wieder zuhause eingetroffen waren, ging mein erster Weg selbstverständlich zu den Tauben und ich konnte feststellen, dass wieder alle in bester Ordnung war. Alle Tauben waren gut genährt und hatten weiter gemausert und sahen ordentlich aus. Was mir auffiel: ich hatte in allen Schlägen etwa 35 Gramm Futter pro Taube pro Tag abgemessen und in die Automaten gegeben. Während bei sowohl bei den Zuchtvögeln, als auch bei den Reisevögeln noch jeweils ein Rest Futter in den Automaten stand, war bei den Täubinnen jeweils alles aufgefressen. Die Weibchen habe ich dann gestern etwas von Hand nachgefüttert, während die Vögel erst noch die Reste aus den Automaten fressen konnten und erst ab heute dann wieder von Hand gefüttert werden. Weibchen fressen also, wenn man ihnen das Futter ausreichend hinstellt, mehr als Vögel. Das ist eine Erfahrung, die alle Züchter schon einmal gemacht haben. Man muss einfach bei den Täubinnen immer etwas mehr aufpassen, dass sie nicht verfetten als bei den Männchen.
Ich habe immer mal wieder darüber nachgedacht hier auch Weibchen zu reisen. Der Gedanke ist mir auch noch nicht ganz aus dem Kopf gegangen. Ich glaube, dass es auf Sicht bestimmt etwas einfacher wäre mit den Weibchen. Der bekannte und erfolgreiche Sportreund Dennis Faber aus Hamburg sagt dazu in einem aktuellen Artikel im "Taubenmarkt": "Vögel brauchen mehr Zuwendung und Aufmerksamkeit, sie sind sensibler als Weibchen." Das denke ich auch und wenn man wenig Zeit hat oder, wie ich, in Schichtarbeit arbeitet, dann kommen Täubinnen vermutlich besser mit teilweise unterschiedlichen Fütterungs- und Freiflugzeiten zurecht und auch damit, wenn es einmal einfach schnell gehen muss. Daher gab und gibt es bei mir immer wieder die Idee einfach mal Weibchen zu schicken, zumal abgegebene Weibchen aus unserem Schlag es bei anderen Züchtern teils wirklich sehr gut machen. Aber neben einigen Umbauarbeiten im Schlag mit entsprechenden Änderungen für die Weibchen, die wohl notwendig wären, mag ich es einfach mit Witwervögeln zu spielen, sie zu beobachten und wir haben hier ja auch in den letzten 50 Jahren, seit mein Vater hier am Haus angefangen hat Tauben zu reisen, letztlich nie etwas anderes gemacht. Mit dem Spiel von Witwervögeln kenne ich mich, soweit ich das überhaupt sagen kann, durchaus aus. Mit dem Weibchenspiel wäre alles völliges Neuland. Auch hinsichtlich der Fütterung und Versorgung. Aber ich weiß noch nicht ob ich solch einen Versuch einmal starten will nur mit jährigen Weibchen.
Heute geht es daran die Schläge zu säubern und alles wieder ordentlich zu machen und danach können die Tauben dann in Ruhe zu Ende mausern. Insgesamt sehen sie schon wieder sehr gut aus, wie ich gestern sehen konnte.
 

Samstag, 24.10.2026
Sascha am 24.10.2026 um 05:08 (UTC)
 In der zurückliegenden Reisesaison 2026 haben wir bereits zum zwölften Mal die sogenannte Westfalenmeisterschaft ausgeflogen. Dieser Wettbewerb hat inzwischen ein sehr hohes Ansehen bei den Sportfreunden in unserer Region. Ebenso wie die weiteren Regionalmeisterschaften in Hessen, Bayern, Sachsen usw. Als wir in 2015 die Westfalenmeisterschaft ins Leben gerufen haben war es uns wichtig die Bedingungen so zu gestalten, dass möglichst viele Sportreunde ohne großen zusätzlichen Aufwand an diesem Wettbewerb teilnehmen können und dass die Meisterschaft so gestaltet ist, dass auch immer wieder andere Züchter dort vorne mit dabei sein können. Dieses ist uns, denke ich, ganz gut gelungen. In den zurückliegenden 12 Jahren gab es 10 verschiedene Sieger und auch auf den weiteren Plätzen waren immer wieder neue Gesichter bei den zu Ehrenden. Gleiches konnten wir auch bei den jährlich ausgezeichneten AS-Tauben in den verschiedenen Katagorien feststellen.
Die Ausrichtung der Siegerehrung wird stets von RVen oder Organisationen übernommen, die sich frühzeitig dafür beworben haben. Wie der Siegertag dann im Details gestaltet wird, obliegt der ausrichtenden Organisation, wobei sich hinsichtlich des Programmablaufs doch insgesamt eine recht feste Struktur etabliert hat.
Heute in zwei Wochen, am Samstag, den 07. November 2026 richtet die RV Germania Werne aus dem Regionalverband 402 nun den sogenannten "Westfalen-Champions-Day" aus und wird die Sieger des Reisejahres 2026 gebührend ehren. Dazu hat man ein sehr interessantes und ansprechendes Programm zusammen gestellt, welches ich hier einmal veröffentlichen möchte. Jeder interessierte Brieftaubenfreund aus nah und fern ist selbstverständlich herzlich eingeladen an dieser Veranstaltung teilzunehmen. Veranstaltungsort ist das Landgasthaus Simonsmeier, Werner Straße 20, 59394 Nordkirchen.

Hier nun der geplante Programmablauf:

* ab 11:30 Uhr Eintreffen der Gäste

* 12:00 Uhr Eröffnung des WESTFALEN-CHAMPIONS-DAY
- Grußwort des Landrats des Kreises Unna, Mario Löhr
- Grußwort des Bürgermeisters der Stadt Werne, Lars Hübchen
- Grußwort des Vorsitzenden der RV „Germania“, Michael Schulz
-Grußwort des IG-WESTFALEN-Vorsitzenden, Jochen Höinghaus
-Grußwort des Präsidenten des Verbandes Deutscher Brieftaubenzüchter, Martin Stiens
anschl. Ehrung der WESTFALEN-Meister (Teil 1)

* 14:00 Uhr Züchterforum mit Hermann Kallen (mehrfacher Deutscher Meister) u. Otto Klaus (Inhaber der Fa. Klaus Gritsteinwerk)

* 15:00 „Golden Ten“ - Versteigerung von zehn ausgewählten Spendentauben

*16:00 Uhr Ehrung der WESTFALEN-Meister (Teil 2)

*17:00 Uhr Verabschiedung und Ausklang

Weitere Informationen finden sich auch hier auf der Homepage der IG Westfalenmeisterschaft
 

Freitag, 23.10.2026
Sascha am 23.10.2026 um 05:14 (UTC)
 Bei aller Kritik, die in verschiedenen Bereichen unseres Verbandes sicherlich richtig und notwendig ist, muss man doch anerkennen, dass unser Verbandspräsidium auch immer bemüht ist, unterschiedliche Punkte zu verbessern.. Aktuell ist es so, dass unsere Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" einen neuen Chefredakteur bekommen hat und nun nicht nur vom Layout, sondern v.a. auch inhaltlich neu und besser aufgestellt werden soll ab Anfang November. Man hat sich für den Sportfreund Rolf Schlömer als Chefredakteur entschieden, der schon vor etwa 15 Jahren bei unserem Verband tätig war. Zwischenzeitlich hat Herr Schlömer für einen kurzen Zeitraum auch eine eigene Brieftauben-Zeitschrift herausgebracht. Ich hatte diese Zeitung damals auch abonniert, aber plötzlich kam sie einfach nicht mehr und wurde nicht mehr hergestellt. Nun kann es dafür gute Gründe gegeben haben, aber ich hätte mir damals als Leser und Abonnent schon gewünscht, dass man mich zumindest darüber informiert. Auch wenn es Schnee von gestern ist, so habe ich das nicht vergessen und ich hoffe nun einfach, dass "die Brieftaube" besser aufgestellt und inhaltlich wieder lesenswerter wird.
Allgemein ist es so, dass ich auch die weiteren deutschen Brietaubenzeitschriften kaum noch lese. Die Zeitschrift von Sportfreund Püttmann hatte ich von der ersten Ausgabe an abonniert. Inzwischen lese ich sie nicht mehr. Als der Zeitpunkt kam, dass sie nur noch vier Mal pro Jahr als dickes Heft erschien und auch inhaltlich immer schwächer wurde, habe ich das Abo nicht weiter geführt.
Den "Taubenmarkt" habe ich noch abonniert, aber jedes Mal wenn die Zeitschrift im Briefkasten liegt, ärgere ich mich, dass ich wieder versäumt habe sie zu kündigen, denn inhaltlich finde ich den "Taubenmarkt" inzwischen ausgesprochen schwach. Ich überfliege die Texte und dann bin ich damit durch. Kaum ein Artikel dort ist für mich wirklich noch so lesenswert, dass ich ihn vollständig und intensiv lese.
Stattdessen habe ich weiter "De Duif" abonniert, die gerade in den Herbst- und Wintermonate für mich immer wieder sehr interessante und lesenswerte Artikel und Schlagberichte liefert. Manchmal sind solche Beiträge ausführlich mehrere Seite lang und sie bieten inhaltlich einfach sehr viel mehr und sind sehr viel genauer als die oft (aus meinem Empfinden) lieblos und manchmal auch recht kenntnislos zusammen geschrieben Schlagberichte in deutschen Zeitschriften.
Darüber hinaus habe ich die Zeitschrit "Duifke lacht" aus dem Haus de Scheemaecker im Abonement, die zwölf mal jährlich erscheint und für mich auch immer sehr lesenswerte Beiträge bringt.
Was unsere Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" betrifft würde ich mir wünschen, dass man dort eine Art Online-Archiv einrichtet. Es gab dort in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten immer mal wieder herausragend gute und lehrreiche Beiträge. Leider sind diese irgendwo im Nirvana verschwunden. Es wäre schön, wenn wir als Verbandsmitglieder Zugriff auf ein Archiv hätten, in dem wir diese lesenswerten Beiträge noch einmal nachlesen könnten. Auch das ist eigentlich keine so schwierige Sache in den heutigen Zeiten: alte Zeitschriften zu digitalisieren und online zu stellen. Vielleicht wäre das auch eine Sache, die unter der neuen Chefredaktion von Seiten unserer Verbandszeitschrift einmal angegangen werden könnte....
 

Donnerstag, 22.10.2026
Sascha am 22.10.2026 um 06:29 (UTC)
 Derzeit bekomme ich viele Nachrichten zu den unterschiedlichen Themen, die ich hier versuche anzureißen und zu diskutieren. Ein Sportfreund schickte mir gestern die Anregung, dass doch über den Verband eine Plattform geschaffen werden könne, wo man diverse Dinge veröffentlichen und diskutieren kann. Ich erinnere dabei mal an den "Internet-Taubenschlag" und daran, dass er viele Jahre eine Anlaufstelle zum Austausch unter Brieftaubenzüchtern war. Heute gibt es beispielsweise bei Facebook diverse Gruppen in denen sich Brieftaubenfreunde austauschen können. Aber inhaltlich werden die Gruppen - so sehe ich es jedenfalls - zu mehr als 90 Prozent mit "Müll" gefüllt. Hinweise auf Auktionen, Bilder von irgendwelchen Tauben, kurze Videos und Werbung. Diskussionen finden dort eher selten statt. Ich bin persönlich aus fast all diesen Gruppen wieder ausgestiegen, weil sie eigentlich nur Zeit fressen und mir keinerlei Nutzen bringen.
Eine Plattform des Verbandes wäre sicherlich nicht falsch, aber sie müsste sehr engmaschig betreut und es dürften tatsächlich nur sehr beschränkt Themen dort diskutiert werden. Außerdem dürfte sie ausschließlich für Mitglieder unsere Brieftaubenverbandes zugänglich und nutzbar sein. Machbar wäre es. Ich kann aber nicht abschätzen ob es am Ende viel Nutzen bringen würde. Andererseits: derzeit haben die Züchter kaum Möglichkeiten sich einmal im Internet gezielt auszutauschen und vielleicht auch Ideen einzubringen.
Jemand, der gerne mit Brietauben anfangen würde, hatte mich schon vor längerer Zeit kontaktiert, da er auch hier liest. Er wohnt seit weit entfernt, sodass es mir nicht möglich ist direkt vor Ort zu helfen. Aber ich hatte ihm hier und da einige Tipps gegeben und ihm geraten Kontakt zu Züchtern vor Ort aufzunehmen, um sich einmal die Schläge anzusehen etc. Das hat er inzwischen getan und er hat mir nun folgendes geschrieben:
"Ich habe mich entschieden, Tauben zu züchten und ab der nächsten Jungtierreise zu reisen. Bin jetzt dabei, den Platz herzurichten und mir dann als erstes einen Jungtierschlag zu bauen. Bin auch schon mit 2,3 Züchtern in Kontakt wegen Jungtieren aus 2027.
Hatte den Verband auch vor über 2 Wochen angeschrieben, das man sich doch eben mit mir in Verbindung setzen möchte, da ich reisen und dem Verband beitreten möchte, aber anscheinend ist da der Andrang so groß, das die sich bei mir noch nicht gemeldet haben."
Ich hatte den hoffentlich zukünftigen Züchter dann noch gefragt wie er unseren Verband kontaktiert habe. Er sagte mir, dass er dieses über ein Kontaktformular über die Verbandshomepage gemacht habe.
Ganz ehrlich: ich kann es einfach nicht glauben, dass sich dort tatsächlich innerhalb von zwei Wochen niemand bei diesem Interessenten gemeldet hat. Was passiert in unserer Verbandsgeschäftsstelle eigentlich noch? Wer ist da zuständig? Das darf doch alles nicht wahr sein. Das sind ganz einfache Dinge, die man eben regeln kann. Aber scheinbar ist es nicht geregelt oder niemand fühlt sich zuständig oder wie auch immer.
Ein weiterer Sportfreund hat mir geschildert, dass er mehrere Jahre in Dänemark gelebt und dort Brieftauben gehalten hat. Er hat mir berichtet wie das Hobby in Dänemark organisiert ist. Das war für mich ebenfalls sehr interessant und es gibt dort einige Aspekte, die sich auch in Deutschland schnell umsetzen ließen und mir sinnvoll erscheinen. Ich werde das Schreiben dieses Züchters hier nochmal bei Gelegenheit genauer behandeln.
Ein weiterer, noch berufstätiger Züchter hat mir geschrieben, dass er unser Reisesystem mit 13 oder 14 Altflügen einfach als zu lang empfindet und er darin überhaupt keine Zukunft sieht. Auch das kann ich verstehen, wobei man da ganz schnell als RV, FG etc auch Lösungen finden könnte. Niemand zwingt eine RV ihre Meisterschaften über 13 Wochen auszufliegen etc.
Was ich feststelle bei all den Kontakten, die ich so täglich habe, ist die Tatsache, dass es immernoch viele interessierte und auch berufstätige Sportfreunde gibt, die sich Gedanken und Sorgen um die Zukunft unseres Hobbys machen und die einfach kaum Möglichkeiten haben diese irgendwo einzubringen.
Stattdessen geht es jetzt in Kürze wieder allerorten in die Versammlungen und wenn Reisepläne besprochen werden, dann geht die erste Frage dahin "wie wir es am besten schaffen, "die Bedingungen" zu erfüllen. Dabei handelt es sich dann um Bedingungen für Meisterschaften auf Regionalverbands- und Verbandebene, die für 90 Prozent der Züchter völlig irrelevant sind. Hier gilt es als Erstes anzusetzen. Wir brauchen ein Reisesystem mit Reiseplänen die für die große Mehrheit der Sportfreunde Sinn machen und nach Mögllichkeit eben Zufriedenheit schaffen.
In diesem Zusammenhang hat mir ein Sportfreund gestern nach meiner Meinung zu Richtungswechseln gefragt, Auch darauf möchte ich gerne demnächst noch einmal ausführlicher einngehen. Aber kurz gesagt kann ich für mich erst einmal feststellen, das sicherlich der allergrößte Teil der beschlossenen Richtungswechsel in den vergangenen Jahren kaum zu mehr Züchterzufriedenheit beigetragen haben. Aber es ist auch immer wieder ein Thema, dass verschiedentlich aufkommt und besprochen werden muss. Auch da wäre vielleicht eine Plattform des Verbandes zu einem Erfahrungsaustausch sinnvoll.
 

Mittwoch, 21.10.2026
Sascha am 21.10.2026 um 06:23 (UTC)
 Wenn ich, so wie gestern, eine Idee eines Lesers hier aufgreife und darstelle und diese Idee persönlich auch unterstütze, dann bedeutet das nicht, dass so ein Ansatz der Weisheit letzter Schluß ist. Es ist ein Versuch eine Diskussion anzustoßen um vielleicht ein aktuelles Problem im Brieftaubensport (teilweise) zu lösen. Man kann so einen Ansatz richtig finden oder auch falsch - es geht darum, dass wir als Züchter uns Gedanken machen.
Wenn es dabei um eine Verschiebung der Jungtierreise nach hinten geht, dann mag das für den einen Züchter und die eine Region vielleicht eine Lösung sein um Verluste zu vermeiden. Für andere Regionen ist es möglicherweise nicht notwendig und wieder woanders möchte und kann man eventuell die Jungreise sogar früher beginnen. Solche Entscheidungen können immer nur vor Ort getroffen und müssen vor Ort regional umgesetzt werden.
Wir haben hier in Deutschland so viele unterschiedliche Regionen mit so unterschiedlichen Bedingungen hinsichtlich Wetter, Greifvogeldruck, Züchterdichte usw. dass wir niemals eine perfekte Lösung für verschiedene Probleme im Brieftaubensport finden können, die für alle Sportfreunde in Deutschland gleich ist. Daher müssen wir darüber diskutieren was für uns jeweils vor Ort Sinn machen könnte.
Was ich aber stets seltsam finde ist die Neigung einzelner Sportfreunde einen neuen Ansatz sofort mit dem Satz: "Das funktioniert nicht." abzulehnen. In Bezug auf eine Verschiebung der Jungtierreise wird dann beispielsweise allen Ernstes die Mauser der Jungtauben vorgebracht (als könne man diese nicht durch späteres Züchten oder Verdunkeln bzw. Belichten oder beides in ihrem Zeitpunkt verändern) und es werden tatsächlich Kosten für die Belichtung ins Spiel gebracht. An so einer Stelle muss ich dann sagen: Sportfreunde, die solche Argumente vorbringen, die wollen am Ende nichts ändern. Es soll alles so bleiben wie es ist. Das ist selbstverständlich auch vorstellbar - nur führt uns dieses Verharren darauf, dass man einfach alles so belässt wie immer, einfach nicht weiter. Jeder weiß doch um den Zustand des Brieftaubensports über unsere Altersstruktur, über Verluste durch Greifvögel oder Taubenverluste durch teils nicht bekannte Gründe v.a. auf den ersten Jungtierflügen etc.
Vor einigen Tagen schilderte mir ein Mitglied des Verbandspräsidiums u.a. die Schwierigkeiten, die unsere Verbandsspitze insgesamt hat neue Ideen oder Ansätze zu disktutieren und umzusetzen. An verschiedensten Stellen werden angedachte Veränderungen abgelehnt oder sofort ihre Sinnhaftigkeit angzweifelt usw. Es stehen dann sehr oft leider sehr persönliche Interessen dahinter. Es gibt nicht wenige Sportfreunde in den diversen Ämtern in unserem Hobby, die schon alleine deswegen nirgendwo etwas ändern wollen, weil sie aktuell doch gerade in dem existierenden System tolle Erfolge feiern und zufrieden sind. Dass vielleicht viele andere Sportfreunde aber Probleme haben und unzufrieden sind möchten sie nicht sehen und schon gar nichts verändern.
Viele Dinge könnten wir durchaus in den RVen und Transportgemeinschaften regeln. Dazu benötigen wir keinen Verband und keinen Regionalverband. Leider gibt es insbesondere mit Blick auf die Meisterschaften seit Jahren ein Korsett, dass uns als einzelne Züchter und RVen viel zu sehr einengt. Letztlich hat dieses Korsett sehr viel mit den Meisterschaftsbedinungen zu tun.
Ich denke aber wir brauchen hier andere Lösungen. Regionale Lösungen, die vor Ort Sinn machen. Wenn wir schon deutsche Meisterschaften ausfliegen wollen (und ich kann nicht beurteilen ob die Mehrheit der Züchter das wirklich möchte), dann müssen diese so gestaltet sein, dass beispielsweise der Druck bestimmte Flüge durchzuführen, aus dem System heraus muss um am Ende Taubenverluste und schlechte Flüge zu vermeiden.
Wo ist der Sinn einer deutschen Meisterschaft, wenn, wie in dem zurückliegenden Reisejahr 2026, mehr als die Hälfte der Regionalverbände die Bedingungen für die deutsche Meiterschaft gar nicht erfüllt?!
Die Reisepläne aber und alles was damit zusammen hängt - z.b. der Zeitpunkt der Beginn der Reise, die Anzahl der Flüge auf Alt- und Jungreise usw. werden in den Regionalverbänden immer nur mit Blick auf diese Meisterschaften in ganz Deutschland gestaltet und in der Saison (z.b. wetterbedingt verändert) angepasst. Das führt zu einem großen Hin und Her mit entsprechend viel Unzufriedenheit!
Was wir benötigen sind Lösungen vor Ort. Diese werden am Ende in Bayern anders aussehen als in Niedersachsen und im Rheinland anders aussehen als in Mecklenburg. Weil eben hier und dort die Bedingungen zu einem großen Teil völlig andere sind.
Vielleicht wäre so etwas über Landesverbände zu regeln, in denen die Züchter entscheiden wie sie ihr Brieftaubenhobby ausüben wollen.
Die Ländermeisterschaften, die inzwischen vielfach regional ausgeflogen werden, haben bei vielen Sportfreunden ein sehr hohes Ansehen und eine sehr hohe Wertigkeit. Möglicherweise liegt dort ein Ansatz zu mehr Zufriedenheit in unserem Hobby, indem wir in Landesverbände und die ihnen angeschlossenen RVen Entscheidungen treffen lassen.
Auch eine solche Änderung der Strukturen wäre sicher nur ein kleiner Teil des Ganzen. Aber man sollte es versuchen anzugehen, denn wenn wir nichts ändern, dann ist das Ende des Brieftaubensports in vielen Regionen wirklich sehr schnell absehbar. Ziel bei allen Änderungen sollte immer mehr Züchterzufriedenheit sein.
 

Dienstag, 20.10.2026
Sascha am 20.10.2026 um 06:42 (UTC)
 Gestern hat mir ein Sportfreunnd folgenden, kurzen Kommentar geschrieben, den ich gerne einmal aufgreifen möchte. ich möchte dazu vorweg schicken, dass ich noch am vergangenen Freitag mit jemandem u.a. zu diesem Thema diskutiert habe. Insgesamt muss man dazu wohl verschiedene Faktoren im Blick haben. Der Sportfreund schrieb mir folgendes:

"Mir würde es absolut reichen wenn man den Jungtauben Zeit gibt und nicht in der Hitze setzen muss und von meiner Seite auch 4! Wochen nach der Reise erst mit den Jungtauben beginnt!!! Alle Züchter wären glücklicher und den Tauben würde es besser gehen ohne gravierende Verluste!"

Wir haben letztens auf unserer kleinen Versammlung in der RV auch kurz die Jungtierreise angerissen. Im Gegensatz zu vielen anderen Organisationen ist unsere Reisevereinigung in der zurückliegenden Saison recht gut durch die Jungreise gekommen und hatte keine übermäßigen Verluste. Es gab einen einzigen wirklich schwierigeren Flug auf dem die Tauben einfach viel zu weit westlich zogen (warum auch immer) aber ansonsten ging es recht gut. Wie haben fünf Vorflüge durchgeführt über 40, 65, 40, 65 und 85 KM und dann fünf Preisflüge über 110, 150, 205, 230 und 285 Kilometer. Damit sollten die Jungtiere erst einmal gut geschult sein. Unser Flugleiter sprach auf der Versammlung davon, dass dazu auch einfach "Glück" gehöre. Aber ich denke das ist nicht alles. Es wurde da von Seiten der Flugleitung auch einfach gute Arbeit geleistet.
Persönlich sehe ich es ähnlich wie der Sportfreund, der mir geschrieben hatte. Wir alle könnten die Jungtierreise durchaus einige Zeit später beginnen. Seit mehreren Jahren haben wir nun schon ab Anfang Juli oft große Hitze und Schwüle und es gelingt kaum die Altreise glatt und wie geplant durchzuführen. Es macht wenig Sinn gleichzeitig die Züchter und Flugleiter noch mit der Jungtierreise zu stressen.
Ich beobachte schon seit vielen Jahren dass das Wetter und die Temperaturen oft ab Mitte August umschlagen. Es wird insgesamt kühler, weniger schwül und die Luft wird besser.
Es wäre also durchaus zu bedenken ob es nicht zielführend wäre die Jungtierreise etwa ab dem 10. August zu starten. Dann kann man, wenn das Wetter mitspielt, die Jungtauben erst einmal oft und alle drei Tage auf kurzen Entfernungen über zwei, drei Wochen spielen, damit sie lernen. Danach steigt man in das Preisflugprogramm ein und kann es dann bis etwa Mitte September gestalten.
Ich denke allerdings auch, dass die Verluste (meistens ab Mitte Juli) nicht alleine eine Frage des Wetters und der Bedingungen sind. Mein Gefühl ist, dass da auch immer noch sehr oft gesundheitliche Probleme eine Rolle spielen. Ich habe mich dazu auch mit einem Tierarzt ausgetauscht.
Die Impfung gegen PMV-/Rotavirus wirkt weiterhin so wie sie soll. Es gibt da keine gegenteiligen Erfahrungen. Aber: ich vermute dass hinsichtlich der Impfung oft Fehler gemacht werden. Man impft die Jungtiere aus Kosten- und Aufwandsgründen teilweise nur ein Mal. Und, was aus meiner Sicht noch problematischer ist, oftmals zu spät. Man möchte wohl erst alle Tauben abgesetzt haben und möchte dann alle Tiere zusammen impfen. Das führt dazu, dass so mancher Sportfreund mit der Impfung bis kurz vor der Reise wartet und dass ist, so denke ich, ein Problem, denn dann ist einerseits eine gewisse körperliche Belastung anzunehmen und andererseits möglicherweise der Impffschutz bei vielen Jungtieren noch nicht voll ausgebildet. Darüber hinaus sollte man nicht außer acht lassen, dass auch andere Erkrankungen und Erreger bei unseren Jungtauben immer noch eine Rolle spielen können.
Weiterhin glaube ich inzwischen, dass wir zu wenig darauf achten, dass die Jungtauben auf der Reise ein gewissen Alter haben sollten. Wenn an bedenkt. dass ihr Orientierungssinn erst etwa im Alter von 15 Wochen voll ausgebildet ist, dann reisen wir viele Jungtiere definitv zu früh. Es ist ja so, dass viele Sportfreunde ihre Jungtiere immernoch zur gleichen Zeit züchten, wie sie es seit je her getan haben. Gleichzeitig wurde in Deutschland aber, v.a. auf Ansinnen von Jungtierspezialisten und Winterzüchtern, die Reise immer weiter nach vorne gezogen. Das mag für deren früh gezogene Tauben auch sinnvoll sein. Für herkömmlich gezüchtete Tiere allerdings nicht. Auch hier gilt es also Lösungen zu finden. An der Stelle ist es sicher nicht leicht allen sportfreunden und ihren Interessen gerecht zu werden. Aber auch da wäre es jetzt im Herbst an der Zeit in den RVen zu sprechen. Einfach immer so weiter machen wie bisher ist auf keinen Fall zielführend.
 

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