| | Zu meinem gestrigen Beitrag hinsichtlich der Änderung zur Empfehlung der Standzeiten in der neuen Reiseordnung sind sehr viele Rückmeldungen und Anmerkungen gekommen.
Ich empfinde es als sehr positiv, dass sich viele Sportfreunde zu so einem Thema Gedanken machen. Viele Züchter (und auch Flugleiter) bevorzugen das alte Vorgehen mit einer Standzeit von einer Stunde von 100 KM. Es gibt aber auch Sportfreunde, die dem nicht so eine Wichtigkeit zumessen und mir beispielsweise geschrieben haben: "Standzeiten werden überschätzt." So hat jeder seine Meinung zu diesem Thema, aber letztlich finden all die Züchter, die sich dazu Gedanken machen, überhaupt kein Gehör und keine Möglichkeit sich zu äußern.
In der Mitgliederversammlung des Verbandes war die vorgenommene Änderung überhaupt kein Thema und wurde nicht einmal angesprochen und auf der Flugleiterschulung wird so eine Veränderung bekanntgegeben ohne dass man vielleicht einmal all die erfahrenen Flugleiter im Vorfeld schon zu diesem Thema befragt hätte.
Idealerweise hätte man dazu mal über zwei, drei, vier Jahre Flüge ausgewertet und eine Art Studie gemacht um einmal belastbares Material zum Thema Fahrzeiten, Standzeiten, Einsatzzeiten, Tränkzeiten und Auflässe zu haben.
Aktuell sind jedenfalls die Gründe für die Änderung der Reieoednung in diesem Punkt und letztlich die Abweichung von dem was man den Flugleitern viele Jahre gelehrt und empfohlen hat, überhaupt nicht erkenn- und nachvollziehbar.
Es gab übrigens auch Sportfreunde, die mir gemailt haben, dass diese Änderung v.a. darin begründet sei, dass es im vergangenen Jahr auf dem Endflug eines Regionalverbandes, der schließlich die deutsche Meisterschaft entschied, zu erheblichen Abweichungen von der damals geltenden Reiseordnung gekommen sei und dieser Flug niemals hätte gewertet werden dürfen. Der Flug wurde aber gewertet und damit auch die Frage aufgeworfen, was diese Reiseordnungen überhaupt wert sind.
Was die Standzeiten vor dem Auflass betrifft geht es letztlich v.a. um die Flüge ab 500 und 600 KM. Vielleicht auch einmal, je nach Region, nach Zahl der Einsatzstellen und Fahrzeiten der Kabis um die 400 KM-Flüge. Gerade auf diesen weiteren und anspruchsvolleren Flügen sollte man doch v.a. das Wohl der Taube in den Mittelpunkt stellen.
An dieser Stelle wäre es wohl auch wichtig einfach einmal die Praktiker fragen. Die Flugleiter und die Fahrer. Gerade erfahrene Fahrer der Kabis können zu diesem Thema sicher einiges Wissenswertes beisteuern.
Mich würde ohnehin interessieren wieviele Tauben in der Nacht, wenn der Kabi am Auflassort ankommt, wirklich trinken. Oder wieviele Tauben trinken, wenn nach mehr als 4 Stunden Fahrzeit unterwegs getränkt wird. Wie abhängig ist die Zahl der trinkenden Tauben vom Besatz der Boxen? Das sind alles Themen, die man dringend einmal angehen müsste. Die Kabifahrer könnten da vielleicht einmal mit ihren Handys Filmaufnahmen machen etc.
Die Praktiken rund um den Transport unserer Tauben und die Aufflässe sind ein sehr spannendes und wichtiges Thema, weil es hier immer auch um Tierschutz geht. Man sollte schon versuchen es von einem wissenschaflichen Standpunkt her anzugehen soweit das möglich ist. V.a. aber sollte man versuchen nicht einfach Dinge zu ändern, die man viele Jahre gelehrt und für wichtig erachtet hat ohne für die Änderungen irgendeine plausible Begründung zu geben und dieses auch einmal vorher zu diskutieren. Letztlich sollte man wohl auch in unsere Nachbarländer schauen. Man setzt dort doch nicht grundlos die Tauben auf größeren Distanzen schon zwei Tage vorher ein. Auch wenn hier bei uns die Transporte anders organisiert sind und auch wenn man immer den Kostenfaktor im Auge behalten sollte, kann man doch vielleicht auch aus den Erfahrungen v.a. in Belgien und den Niederlanden etwas lernen.
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