Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Freitag, 12.06.2026
Sascha am 12.06.2026 um 03:03 (UTC)
 Gestern rief ein Sportfreund unserer Reisevereinigung bei mir an und meldete mir eine tote Taube aus unserem Verein. Der Züchter arbeitet bei Straßen-NRW und man ist dort derzeit mit der Überprüfung und Sanierung von Brücken beschäftigt. In der Nähe von Bad Wünnenberg - das liegt etwa 30 Kilometer Luftlinie östlich von uns - hatte man in dieser Woche eine Brücke kontrolliert und auf drei Brückenpfeilern hat der Züchter insgesamt, so schätzt er, bislang 60 bis 70 Brieftaubenringe eingesammelt. Zwei weitere Brückenpfeiler muss man noch kontrollieren und er schätzt dass dort nochmal etwa so viele Ringe liegen.
Unter dieser Brücke haben auch in diesem Jahr wieder Wanderfalken genistet und mehrere Jungtiere groß gezogen und leider haben sich diese Greifvögel wieder überwiegend von Brieftauben ernährt. Der Sportfreund erzählte mir, dass er bislang vornehmlich Ringe aus den Jahren 2023 bis 2025 dort gefunden habe. Auch schon einige wenige Ringe aus dem Jahr 2026.
Wie gesagt fand sich unter den Ringen auch ein Ring unseres Vereins aus dem Jahr 2024. Ich habe den Vereinskollegen, dem die Taube gehörte, bereits unterrichtet.
Viele weitere Ringe, die dort gefunden wurden, kommen v.a. aus dem Münsterland und Ostwestfalen. Ich habe den Züchter gebeten alle Ringe aufzuschreiben oder mir die Ringe zukommen zu lassen. Ich würde dann eine Liste erstellen und hier veröffentlichen und gegebenenfalls auch an unsere Verbandszeitschrift zur Veröffentlichung senden.
Wenn alleine unter dieser Brücke zwischen 100 und 150 Ringen liegen, dann kann sich jeder Brieftaubenfreund vorstellen wie es auch an vielen anderen Orten aussieht, an denen Wanderfalken nisten und gerade auf unserer Flugroute auf der Südostrichtung ist das teilweise sehr extrem.
Ich weiß nicht welche Möglichkeiten wir als Brieftaubenzüchter insgesamt haben, aber zumindest bei den vielen künstlichen Wanderfalkenhorsten in Kirchtürmen oder Burgen würde es vielleicht einmal Sinn machen auf Herausgabe der Ringe durch den Eigentümer der Gebäude zu klagen und gegebenenfalls sogar eine Sammelklage auf Schadensersatz durchzuführen. Die Zustände hinsichtlich der Wanderfalkenüberpopulation haben inzwischen jedenfalls teils unhaltbare Zustände angenommen.
In unserem Regionalverband gibt es nun am kommenden Wochenende wieder zwei Gruppenflüge. Die Nordgruppe fährt nach Hemau, die Südgruppe nach Wörth. Bemerkenswert in dem Zusammenhang ist, dass beide Gruppen weiter fahren als es ursprünglich im Reiseplan vorgesehen war und dass mit Hemau jetzt auch noch ein Auflassort gewählt wurde, der im gesamten Reiseplan überhaupt nicht vorgesehen war. Man macht hier einfach weiter was man will und wie man will. Beide Auflassorte liegen auch nur insgesamt 30 KM auseinander, sodass eigentlich ein gemeinsamer Auflass möglich sein sollte. Aber nicht einmal darauf kann man sich einigen. Mehr kann man dazu eigentlich auch gar nicht mehr sagen...

 

Donnerstag, 11.06.2026
Sascha am 11.06.2026 um 06:25 (UTC)
 Unser Regionalverband 412 ist eine ganz besondere Organisation unseres Verbandes. Es steht nun der achte Preisflug des Jahres an und wieder einmal hat man sich nicht darauf einigen können wo die Tauben denn nun gestartet werden sollen. Jedenfalls kam gestern die Information, dass die Tauben unserer Gruppe Süd in Wörth oder Straubung aufgelassen werden sollen, während die Gruppe Nord das nicht möchte und woanders hin fahren will.
Ich frage mich ernsthaft was sich die Verantwortlichen bei diesem ganzen Hin und Her eigentlich denken. Es steht nun für die Teilnehmer der achte Flug der Saison an und man hat es hier noch nicht ein Mal geschafft einen gemeinsamen Auflass aller RVen des Regionalverbandes zu organisieren. Der Reiseplan, welcher in gemeinsamen Beschlüssen im Winter erstellt wurde, ist völlig über den Haufen geworden worden. Am 31.5. sollte ursprünglich der erste gemeinsame Regionalflug über 400 KM ab Wörth stattfinden. Das wurde abgesagt, nachdem die Gruppe Nord in der Woche zuvor trotz der Hitzewarnung der FSK unbedingt 300 KM fliegen wollte und einen schweren Flug hatte.
In der letzten Woche dann mochte eine RV am Vorziehen des Fluges auf den Samstag nicht teilnehmen und fuhr alleine am Montag los.
Nun stand für das anstehende Wochenende ursprünglich ein 350-KM-Gruppenflug ab Parsberg im Plan. Aber das wurde jetzt wohl auch gestrichen. Unsere Gruppe Süd fährt nun nach Straubing oder Wörth auf 400 KM, die Gruppe Nord macht einen anderen Flug.
Da ich an den Flügen v.a. auch aufgrund dieses ewigen Hin und Her hier nicht mehr teilnehme, kann es mir eigentlich völlig egal sein. Aber als Mitglied dieses Regionalverbandes kann ich nur noch den Kopf darüber schütteln was hier abläuft.
In unserem Reiseplan steht für das kommende Wochenende Parsberg (355 KM) und als Alternative ein Flug ab Lauf (305 KM). Jetzt möchte man hier aber weiter fahren als geplant und das muss dann wieder alles an den Verband gemeldet werden aufgrund der Meisterschaftsbedingungen und Verbandsauszeichnungen und der ursprüngliche Reiseplan ist damit dann komplett hinfällig.
Für das übernächste Wochenende wäre dann ein Nationalflug ab Vilshofen geplant gemeinsam mit dem Regionalverband 402. Die Tauben unserer RV wurden bis dahin dann nicht ein einziges Mal überhaupt in unserem gesamten Regionalverband gestartet und sollen dann als Tauben der östlichsten RV gemeinam mit den mehreren tausend Tauben aus dem Dortmunder Regionalverband fliegen. Da können die teilnehmenden Sportfreunde hier dann nur hoffen dass starker Westwind ist, sonst gibt das ein böses Erwachen. Große, gemeinsame Aufflässe sind eine sehr gute Sache und sollten viel häufiger stattfinden. Man muss es den Tauben jedoch auch beibringen und sie schulen in großer Gemeinschaft zu fliegen, sich zu orientieren und dann nach hause zu fliegen. Das passiert hier in keiner Weise.
Aber erstmal ist das auch nur Zukunftsmusik, denn wer weiß was in der kommenden Woche wieder verschoben und verlegt wird.
Hier bei uns finden aktuell Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabel statt. Es ist den ganzen Tag über großes Getöse um das Haus herum. Man merkt es den Tauben ein wenig an. Sie sind doch unruhiger als sonst. Aber ich hoffe, dass die Arbeiten nicht mehr zu lange dauern werden. Die Jungtauben bekomme ich auch in diesem Jahr wieder nur schwer in die Luft. Ich weiß nicht woran es liegt, aber das geht nun schon mehrere Jahre so. In den vergangenen Jahren habe ich sie mehrmals mit Bällen von Dach gescheucht und irgendwann flogen sie dann auch. Aber ich habe auch darauf keine Lust mehr. Entweder sie fliegen von alleine oder sie lassen es. Ich möchte einfach all diesen Aufwand nicht mehr betreiben.

 

Mittwoch, 10.06.2026
Sascha am 10.06.2026 um 05:56 (UTC)
 Nachdem ich hier letztens über unsere für mich etwas unerklärlich erkrankten Witwer berichtet hatte und auch wusste, dass mindestens ein weiterer Schlag in unserer RV betroffen war, hörte ich nun, dass es auch hier in unserer Fluggemeinschaft weitere Fälle von erkrankten Reisetauben gab, wo die Tiere sich übergaben, wässrigen Kot absetzten und nach einem Tag bei den betroffenen Tauben alles wieder ok war. Zu meinem Entsetzen hörte ich aber auch, dass es durchaus auch Züchter gab, welche die Erkrankung in ihrem Bestand bemerkten und trotzdem die Tauben weiter gesetzt haben. Besser kann man eigentlich nicht dokumentieren wie krank unser deutsches Reisesystem ist. Statt die Tauben zu schonen aufgrund der Erkrankung, wird alles getan sie irgendwie fit zu bekommen um sie zum Wettflug zu setzen, damit man bloß nicht in irgendwelchen Meisterschaften einen zu großen Rückstand bekommt.
Dass das Reisesystem es praktisch erfordert Tauben aus einem erkrankten Bestand zu setzen ist schon schlimm genug. Dass es Züchter gibt, die ihre Tauben trotz erkrankter Tiere im Bestand trotzdem setzen ist dann nicht nur völlig daneben, sondern auch noch komplett verantwortungslos. Verantwortungslos gegenüber den Tauben und verantwortungslos gegenüber anderen Sportfreunden. Ich kann so etwas nicht verstehen. Aber der krankhafte Ehrgeiz einzelner Züchter führt uns wohl leider auch zu solchen Auswüchsen unseres Hobbys.
Insgesamt habe ich den Einduck dass die Probleme mit der Gesunderhaltung der Tauben in der Reisezeit von Jahr zu Jahr zunehmen. Ein Züchter meldete sich gestern bei mir und klagte trotz ausgezeichneter Ergebnisse darüber, dass er auf den letzten beiden Flügen so viele Tauben verloren habe, wie es noch nie in seiner Laufbahn an zwei Flügen nacheinander der Fall war. Die Bedingungen waren gut, aber auch andere Sportfreunde dort verloren trotz augenscheinlich guter Wetterverhältnisse zu viele Tauben. Möglicherweise ist dort ein Krankheitsgeschehen die Ursache. Der Sportfreund will Tauben, Kot uw. untersuchen lassen.
Ein weiterer Sportfreund schrieb mir gestern abend:
"Ich kann dir eins sagen, bei uns im Dorf wurde vor 15 Jahren ein Handy Masten aufgestellt. Vorher hatten wir gute bis sehr gute Jahre mit wenig Verlusten. Seit da her haben wir nichts mehr hin bekommen. Nur noch einzelne Tauben die es hin kriegen. Die Tauben Trainieren auch am Haus nicht mehr in die Richtung des Senders. Auch die Verluste sind extrem, werde nicht mehr Reisen dieses Jahr mit den Alten. Von 45 Weibchen im Frühjahr hab ich jetzt noch 17."
Ob da ein Zusammenhang besteht kann ich nicht beurteilen, aber es macht mich doch sehr nachdenklich.
Ein weiterer Sportfreund hatte nun innerhalb von zwei Wochen drei Tauben (zwei Vögel, ein Weibchen) mit Flügelproblemen. Die Tauben trainierten am Haus, kamen herein und ließen die Flügel hängen. Er kann sich das Geschehen nicht erklären. Die Reiseergebnisse sind hervorragend Woche für Woche. Ob dort unterschwellig ein Gesundheitsproblem vorliegt, ob es einfach nur Pech ist oder vielleicht in der Versorgung trotz der super Reiseleistungen etwas im Argen liegt weiß ich nicht und kann es nicht beurteilen. Aber der Sportfreund ist verständlicherweise frustriert wenn sehr gute Tauben plötzlich verletzt sind und sucht nach Lösungen.
Ein weiterer Züchter hat Probleme mit plötzlich sehr nassem Kot. Allerdings bei Zuchttauben. Diese sitzen auf frisch geringten Jungtieren. Ich vermute dass die Tauben zu viel Mineralien und zu viel Wasser aufgenommen haben und das Gleichgewicht gestört ist. Das wird sich wieder geben. Aber natürlich macht sich der Züchter Sorgen und Gedanken.
Jemand schrieb mir auch: "Gestern hatten 5 Weibchen total grünen Kot. Eine war dabei mit Blut. Heute war sie wieder Top. Ich komm da nicht mehr mit. Ich lass sie jetzt in Ruhe. So kann und will ich sie nicht mehr setzen."
Dann habe ich am zurückliegenden Wochenende von Todesfällen bei einem Züchter im Jungtierbestand gehört. Der Tauben sind wohl gegen PMV/Rota geimpft worden. Aber noch nicht lange zurückliegend. Die Jungtauben kümmern kurz und versterben dann. Möglicherweise wurde da in einen Bestand hinein geimpft, der bereits infiziert war. Auch das ist nur eine Vermutung. Die Todesfälle können auch auf andere Ursachen zurückgehen. Man müsste es genauer untersuchen. Aber das ist auch alles mit viel Aufwand und Kosten verbunden, wenn man nicht irgendwo einen Taubentierarzt in der Nähe hat.
Insgesamt entsteht bei mir schon seit Längerem der Eindruck, dass ein immer größerer Aufwand betrieben werden muss die Tauben gesund zu halten und reisefähig zu machen und zu halten. Es gibt auch Sportfreunde, die das gut hinbekommen. Teilweise Jahr für Jahr. Aber auch da steckt in der Regel ein enormer Aufwand (finanziell und zeitlich) für die versorgung und das Training der Tauben dahinter.
Viele Sportfreunde kennen noch die Zeit als die Tauben mit Futter, Wasser und Mineralien versorgt und dann gereist wurden. Und es funktionierte. Nicht immer erfolgreich hinsichtlich der Preise, aber die Tauben kamen nach Hause, waren gesund und mehr oder weniger leistungsfähig. Heute sieht das alles aus meiner Sicht sehr viel anders aus. Die Verluste sind oft viel zu groß, die Probleme mit der Gesunderhaltung steigen von Jahr zu Jahr obwohl es doch angeblich so viele sinnvolle und wirksame Beiprodukte gibt usw. Ich bin der Meinung dass wir in dieser Richtung einmal viel systematischer untersuchen sollten was in unserem Hobby überhaupt los ist. Wir müssen dann aber auch wirklich ehrlich mit allem sein. Daran hapert es leider oft. Aber so geht es doch einfach nicht weiter, wenn viele Sportfreunde aufgrund von Verlusten, Krankheiten, Greifvögeln usw. einfach nur noch frustriert sind.

 

Dienstag, 09.06.2026
Sascha am 09.06.2026 um 06:00 (UTC)
 Gestern las ich einen sehr interessanten, wissenschaftlichen Artikel über eine Studie zur Orientierung bei Fledermäusen. In dieser Studie wurde festgestellt, dass diese Tiere in ihrer Orientierung sehr deutlich durch den sogenannten Eletrosmog gestört werden. U.a. wurde in dieser Studie festgestellt, dass Fledermäuse, die für 30 Minuten schwachem Elektrosmog ausgesetzt waren, sogar mehrere Stunden später noch Probleme mit der Orientierung hatten, selbst wenn dieser Elektrosmog gar nicht mehr vorhanden war. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass elektromagnetische Störfelder Tiere auch über den unmittelbare Einfluss hinaus beeinträchtigen.
Auch für Zugvögel gibt es teilweise schon solche Untersuchungen und ich kann mir gut vorstellen, dass auch unsere Brieftauben zumindest unter dem Einfluss von Elektrosmog in ihrer Orientierung leider oder gestört werden können.
Ich finde das alles insofern interessant, da ich nicht nur in unserem Regionalverband, sondern eigentlich deutschlandweit sehr interessiert die Preislisten lese und die Entwicklung der Taubenzahlen beobachte und doch hier und da erhebliche Rückgänge der Satzzahlen beobachte. Ich will nun nicht sagen, dass dieser Rückgang unmittelbar mit dem Einfluss elektromagnetischer Felder und damit verbundenen Taubenverlusten einhergeht. Aber mir kam dazu ein Gedanke: seit Jahren beklagen Sportfreunde allenthalben ja, dass die Tauben einfach schlecht nachkommen zum Abend hin oder am nächsten und übernächsten Tag. Oft hört man: "Was am Flugtag abends nicht da ist, das kann man abschreiben." Das ist einfach eine etwas überspitzte Formulierung für die Beobachtung, dass die Tiere nach schwierigen Flugverläufen oder anderen Problemen viel schlechter wiederkehren als das früher der Fall war.
Leider wird man kaum untersuchen können woran das schlechte Heimkehrverhalten wirklich liegt, aber es kann ja an dieser Stelle durchaus Zusammenhänge geben, die wir einfach noch gar nicht kennen.
Auch hier bei uns hatte ich ja schon die Vermutung angestellt, dass unsere Photovoltaik-Anlage auf dem Dach vielleicht einen negativen Einfluss auf unsere Tauben haben könnte. Es ist jedenfalls so, dass die Tauben seit einigen Jahren einfach ein verändertes Verhalten zeigen. Ich bekomme sie als Jungtiere viel schlechter ans Fliegen und die Alttauben schwieriger in Form und das zeigt sich z.b. darin, dass die Reisevögel einfach kaum noch vom Schlag weg ziehen. Wenn wir sie früher herausließen - besonders morgens - dann zogen sie weg für 15 bis 30 Minuten und kamen dann oft in breiter Front wieder und flogen noch einige Zeit am Haus oder zogen sogar nochmals kurz weg. Inzwischen ist es so, dass sie immer nur in Schlagnähe verbleiben. Selbst dann,wenn bzgl der Greifvogelangriffe endlich irgendwann Ruhe eingekehrt ist.
Ich habe keine Ahnung ob es da irgendwelche Zusammenhänge gibt. Dafür verstehe ich von dieser Materie einfach viel zu wenig. Aber wenn man sich teilweise die Rückgänge der Taubenzahlen ansieht, dann muss es jenseits der Greifvogelplage aus meiner Sicht noch andere Dinge geben, die unseren Tauben Schwierigkeiten bereiten. Ob das am Ende tatsächlich auch der Elektrosmog ist das kann ich aber allenfalls vermuten.
 

Montag, 08.06.2026
Sascha am 08.06.2026 um 05:56 (UTC)
 Wenn man heute auf die Auflasskarte unseres Verbandes schaut, dann sieht man weit im Süden, dass dort ein einzelner Kabinenexpress um 7 Uhr seine Tauben gestartet hat. Es sind die Tauben der RV Hamm an der Lippe aus unserem Regionalverband. Ich hatte bereits darüber geschrieben, dass diese RV mit ihren Züchtern beschlossen hatte nach dem recht schweren letzten Flug am vergangenen Montag nicht schon wieder freitags für den Regionalflug über mehr als 400 KM einzusetzen.
Der Regionalflug am Samstag verlief aufgrund der Wetterbedingungen glatt. Die Tauben waren schnell und es gab kaum Verluste. Allerdings war der Flug ursprünglich auf den Sonntag terminiert und auch das wäre machbar gewesen. Die Regionalverbände 403, 404 und 455 haben gestern auf unserer Südostrichtung ihre Flüge durchführen können. Hier hat man stattdessen wieder einmal munter hin und her verschoben.
Ein Sportfreund aus einem anderen Regionalverband auf der Südostrichtung berichtete mir, dass sein Regionalverband ebenfalls von sonntags auf samstags vorgezogen habe. Als er beim Einsetzen am Freitag diese Verschiebungen thematisierte, weil auch er noch berufstätig ist und nicht einfach seine Arbeit mal eben verlassen kann, weil Tauben eingesetzt werden müssen, sei das Erstaunen groß gewesen. Nur wenige, ebenfalls berufstätige, Sportfreunde hätten ihm zugestimmt. Er hatte u.a. gesagt: "Wenn ihr so weiter macht, dann verliert ihr die berufstätigen Züchter noch schneller als die Züchter, die aus Altersgründen aufhören." Aber auch da sei die Resonanz zurückhaltend gewesen. Man muss leider feststellen, dass hier im deutschen Brieftaubensport auf solche Befindlichkeiten keine Rücksicht genommen wird und die Flüge ständig unter Anleitung unseres Verbandes in Form von FSK und Wettermanufaktur hin und hergeschoben werden.
Gestern gratulierte ich Dirk de Beer zum 1. Konkurs über 650 KM in seiner Reisevereinigung. Dirk reist seit dem letzten Jahr in den Niederlanden in der Afdeling 10. Schon vor zwei Wochen hatte Dirk den 1. Konkurs über 615 KM geflogen - dazwischen hatte er eine Woche bei Hitze mit seinen Tauben ausgesetzt. Dirk schrieb mir u.a.: "Letzte Woche haben wir nach dem Hitzeflug Pause gemacht. Vielleicht nächste Woche wieder. Das ist das Gute ja in Holland. Da schaut keiner auf Meisterschaften, dort zählt einfach jeder Flug in mehreren Gruppen. Vorziehen und später einsetzen gibt es hier nicht. Es ist immer donnerstags um 17 Uhr einsetzen. Das ist hier Klasse."
In den Niederlanden gibt es noch deutlich mehr junge Brieftaubenzüchter als hier in Deutschland. Diese sind auch berufstätig. Aber es funktioniert aufgrund der Planbarkeit viel besser als hier in Deutschland wo die Flüge ständig hin und her geschoben werden. Wieso geht es in den Niederlanden was hier nicht geht? Hat man dort anderes Wetter? Hat man andere Tauben? Würden wir hier in Deutschland endlich dazu übergehen ebenfalls feste Einsatztermine zu machen und einzuhalten, dann wäre vieles einfacher. Man müsste nicht mal zwei Tage vorher einsetzen, wenn das aus Kosten- oder sonstigen Gründen nicht gewünscht ist. Einsetzen freitags 17 Uhr, wenn das Wetter gut ist, dann ist samstags der Flug und wenn nicht, dann kann man auch stehen bleiben bis sonntags. Es ist so vieles möglich was es v.a. den berufstätigen Züchtern leichter machen könnte Tauben zu reisen. Aber scheinbar will man es nicht.
Hier in den RVen im Regionalverband waren zu Saisonbeginn insgesamt 148 Schläge an den Flügen beteiligt. Jetzt ist die Hälfte der Saison erreicht und es nahmen am Regionalflug am Samstag noch 92 Schläge teil. Dazu kommen heute etwa 20 Züchter der RV Hamm an der Lippe. Als nächstes kommen nun die Flüge auf denen in jedem Jahr viele Züchter ihre Tauben aus unterschiedlichen Gründen nicht setzen. Die Züchterzahlen werden weiter sinken. Wenn das der Sinn unseres Hobbys sein soll, dann verstehe ich es wohl alles falsch.
 

Freitag, 05.06.2026
Sascha am 05.06.2026 um 03:20 (UTC)
 Während ich hier gestern Nachmittag meinen Eintrag hier im Blog schrieb, erreichten mich gleich mehrere Nachrichten. Darin wurde u.a. mitgeteilt, dass eine Reisevereinigung von den fünf RVen unseres Regionalverbandes kurzfristig beschlossen hat ihre Tauben nicht am Freitag zum Regionalflug ab Wörth an der Donau einzusetzen, sondern später eigenständig für einen eigenen, kürzeren Flug einsetzen möchte.
Ein Sportfreund schrieb:
"Hier läuft was ab. Unsere Tauben sind Montag Nachmittag zurückgekommen und haben zwei schwere Flüge in den Knochen. Wir waren bisher auf 350 KM. Jetzt gibt die Flugleitung heute bekannt, dass morgen (Freitag) eingesetzt wird für Wörth, 450 km am Samstag. Tauben mit 2 schweren Flügen nacheinander, gerade mal drei Tage zuhause und dann ein Sprung von über 100 KM. Wie bekloppt kann man sein?"
In einer weiteren Nachricht schrieb mir jemand aus der RV, die nun ausscheren möchte aus dem Programm:
"Wir haben uns gegen den Flug entschieden und hatten unsere Mitglieder abstimmen lassen. Eindeutige Mehrheit war gegen das Einsetzen morgen für Wörth und wir schicken jetzt außerhalb des Regionalverbandes 412 am Montag ab Parsberg. Es kann nicht sein, dass nach den beiden letzten schweren Flügen schon wieder morgen eingesetzt wird nur für ein paar wenige Züchter, die meinen Deutscher Meister werden zu können."
Ich habe das hier einmal niedergeschrieben um zu verdeutlichen wie teilweise die Stimmung unter den Sportfreunden hier im Regionalverband ist. Auch aus unserer Reisevereinigung schrieb ein Züchter:
"Sportfreunde, denkt ihr nicht an die Tauben, die am Montag später oder erst am Dienstag gekommen sind? Laut Wetterbericht wäre Sonntag ein Flug machbar. Wir hätten aber Westwind."
Wenn ich also, obwohl ich nicht am Flug teilnehmen werde, hier darüber so ausführlich schreibe, dann v.a. deswegen um anhand dieser Beispiele einmal zu verdeutlichen was so schief läuft im deutschen Brieftaubensport. Unser Regionalverband ist ja bei weitem nicht der einzige Regionalverband, in dem es solche Diskussionen und Probleme gibt. Das oberste Ziel von Entscheidern und Verantwortlichen bei der Durchführung der Flüge in der Saison muss doch sein, dass möglichst alle Tauben nach hause kommen und dass man alle Sportfreunde mitnimmt und zwar dergestalt, dass sie einfach Spaß und Freude daran haben ihre Tauben zu schicken. Immer wieder entsteht bei mir und vielen anderen Züchtern aber seit mehreren Jahren der Eindruck, dass die Erfüllung der Bedingungen für beispielsweise die deutschen Meisterschaften über allem anderen stehen.
Wenn nun eine RV aus guten Gründen aus dem Programm ausschert, dann ist doch wirklich niemandem gedient und zuvorderst sollten wir doch immer an die Tauben der Hobby-Züchter denken, die nicht um die ganz großen Meisterschaften spielen.
 

<-Zurück

 1  2  3  4  5  6  7  8 ... 267Weiter ->