| | Gestern morgen habe ich all unsere Jungtauben gefangen und in Körbe gesetzt und dann die Tipes-Ringe aufgezogen. Anschließend habe ich die Tiere, sobald der Ring aufgezogen war, durch ein Dachfenster des Dachbodens fliegen lassen. Der Jungtierschlag war geöffnet, die Tauben hätten auch sofort wieder einspringen können, aber sie sammmelten sich dann so nach und nach und flogen eine Weile. Als ich dann etwa so gegen 10.15 Uhr fertig war mit dem Ringe aufziehen, bin ich hinter das Haus gegangen und mir kam der Schwarm unserer Jungtiere zu klein vor. Es saßen keine auf dem Dach und ich bin dann auf den Schlag gegangen um nachzusehen ob dort die fehlenden Tiere saßen, aber dort waren nur drei Jungtiere.
Ich dachte mir dann, dass die anderen wohl irgendwo herumfliegen und habe die Zuchttauben versorgt etc. Gegen 11 Uhr war der Schwarm noch nicht größer geworden, die Tauben landeten inzwischen auf dem Dach, flogen nochmal auf usw. und um ca. 11.15 Uhr habe ich die Jungen dann herein gerufen. Es fehlten 15 Jungtiere. Das war schon sehr seltsam.
Gegen 12 Uhr kamen zwei Jungtiere hoch aus dem Norden zurück und landeten und sprangen gleich ein. 12.15 Uhr etwa nochmals zwei Tiere aus dem Westen. Um 12.45 Uhr schließlich kamen die fehldenden 9 Jungtiere geschlossen zuhause an und hatten bei der Hitze gewaltigen Durst.
Ich weiß es natürlich nicht, aber vermutlich hatten sich einige Tiere so nach und nach gesammelt, nachdem ich sie einzeln hatte fliegen lassen und sind dann mitgezogen. Denn dass ein Flugverbot seitens des Verbandes ausgesprochen wurde interessiert ja einige dieser Vieltrainierer nicht. Da werden die Tauben trotzdem durch die Gegend gekarrt., weil man ja mit den Jungtieren viele Preise fliegen möchte.
Es scheint mir im deutschen Brieftaubensport wirklich eine wahre Manie ausgebrochen zu sein hinsichtlich dieses Privattrainings. Viele Züchter glauben allen Ernstes es ginge nicht mehr ohne. Ich habe ja schon ab und an hier darüber geschrieben. Diese Sportfreunde täten gut daran sich um die Gesundheit ihrer Tauben zu kümmern und darum, dass die Qualität im Zuchtschlag stimmt. Dann wäre schon vieles einfacher.
Jungtaubenverluste kann es leider immer und zu jeder Zeit geben. Da können die seltsamsten Dinge passieren. Aber das verhindere ich dann auch nicht, wenn ich die Jungtiere 30 mal durch die Welt gefahren habe. Wenn ich mich in der Zeit, die das fahren und trainieren beanspruchen würde, zwischen meine Jungtiere setze, sie beobachte, mich mit ihnen beschäftige und sie vielleicht ein bißhen zahm mache und damit auch motiviere, dann habe ich viel mehr für sie getan als sie auf 3, 5, 10 oder 25 KM zu kutschieren. Das ist jedenfalls meine feste Überzeugung. | | | |
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