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Mittwoch, 27.08.2025
Sascha am 27.08.2025 um 03:14 (UTC)
 Vorgestern nachmittag stand ich im Garten und wollte mich auf machen um die Jungtauben zum Freiflug heraus zu lassen, als ich sah, dass der Habicht hier über dem Haus stand. Es dauerte etwas, dann zog der Greifvogel nach Südwesten weg. Aber ich habe dann darauf verzichtet die Tauben herauszulassen, da es schon später wurde und ich nicht noch einen Angriff des Habichts riskieren wollte.
Gestern nachmittag hatte ich die Jungtauben dann gegen 16.45 Uhr zum Freiflug herausgelassen. Eine halbe Stunde später waren die Tauben schön in der Luft unterwegs und flogen sehr ordentlich. Ich wollte nach oben auf den Schlag gehen und sauber machen. Zuvor habe ich noch schnell etwas getrunken und als ich währenddessen durch das Fenster nach draußen sah, sah ich, dass der Taubenschwarm sehr hoch war und plötzlich auseinaderflog. Ich bin dann schnell nach draußen gelaufen und sah noch wie ein Wanderfalke in Richtung Westen Tempo aufnahm hinter einer kleinen Gruppe Tauben. Es dauerte eine ganze Weile bis etwa die Hälfte der Jungtauben im Schwarm wieder kam. Dann so nach und nach kamen kleinere Grüppchen von zwei, drei Tauben und Einzeltiere und alle Tauben sammelten sich wieder. Als die Tiere dann anflogen bin ich auf den Schlag gegangen und habe sie hereingerufen. Zwei Tauben blieben noch lange Zeit ziemlich verstört auf dem Dach sitzen bis sie etwa 45 Minuten später als die anderen einsprangen. Als ich schließlich die Jungtauben zählte, fehlte noch ein Tier und das fehlte auch bis es dunkel wurde. Es war, man kann es sich fast denken, ausgerechnet der junge Vogel, der noch zwei Tage zuvor den 1. Konkurs geflogen hatte. Ich rechne nicht damit, dass er heute noch wieder auftaucht.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich einfach nur noch die Schnauze voll habe. Es ist wirklich ständig irgendetwas anderes. Verlustei am Haus, Verluste auf den Flügen, verletzte Tauben. Momentan habe ich keine Lust mehr.
Man freut sich, dass die Jungtauben gut in Verfassung sind, gut am Haus trainieren und gute Flugergebnisse erzielen, man freut sich über den ein oder anderen frühen Preis und dann fehlen wieder Tiere, dann werden sie am Haus durch die Greifvögel attackiert, dann passiert das gleiche wie auf der Altreise, dass Tabuben verloren gehen, die in sehr guter Form sind und gute Leistungen zeigen. Ich weiß nicht ob ich mir und den Tauben das noch weiter antun muss.
 

Montag, 25.08.2025
Sascha am 25.08.2025 um 04:10 (UTC)
 Das war gestern kein einfacher Flug für die Jungtauben unserer RV. Die Tauben wurden um 9,30 Uhr bei sehr gutem Wetter am Auflass und in der Strecke in Würzburg gestartet. Mit einer Entfernung von 230 KM (für unseren Schlag) hatten wir einen "Sprung" von fast genau 80 Kilometern. Außerdem wurden die Tauben gemeinsam mit den Tieren der RV "Sauerland-Meschede" gestartet. Als ich letzte Woche erfahren habe dass es so durchgeführt werden soll habe ich zu einem Züchter hier gesagt: "Das wird Verluste geben." Und aktuell sieht es genau so aus, dass doch vielen Sportfreunden noch zu viele Tauben fehlen. Uns selbst fehlen derzeit noch 5 Jungtiere. Das hat einfach damit zu tun, dass die Tauben dann teilweise völlig anders fliegen als sie es bisher tun und dann, wenn sie mit Tauben der Nachbar-RV mitziehen, in ganz andere Gegenden ziehen, in denen sie noch nie waren und aus denen sie aufgrund der Topographie (Berge etc) erfahrungsgemäß immer Schwierigkeiten haben heimzukehren. Das ist oft selbst bei Alttauben so. Die Tiere fliegen dann deutlich südlicher ein in Richtung Westen/Nordwesten und haben dann oft enorme Probleme wieder zu kommen. Man darf nicht vergessen dass unsere Jungtiere gestern erst das 6. Mal im Kabi waren zum Flug. Ideal ist das alles so nicht und ich fürchte fast, dass so mancher Sportfreund in unserer RV beim nächsten Flug nicht mehr teilnimmtt, weil ihm das Risiko zu groß ist noch mehr Tauben zu verlieren. Man kann und muss diese gemeinsamen Flüge machen. Aber dazu muss man die Tauben vorher häufiger schulen. Wenn das nicht möglich ist, dann gibt es einfach Schwierigkeiten für die Tauben mit der Heimkehr.
Ansonsten war es für unseren Schlag aber ein guter Flug. Es ist uns tatsächlich gelungen den 1. Konkurs zu erringen. Als die Zeit gekommen war dass die Tauben eintreffen mussten kam hier direkt aus der Richtung über unseren Garten eine kleine Gruppe von 10 Tauben geflogen. Sie flog aber über unser Haus hinweg und ich dachte schon: "Schade, da war keine dabei." Aber dann drehte eine Taube aus der Gruppe heraus und kehrte um, flog eine Runde um das Haus und landete dann und sprang direkt ein. Danach kam hier für fast 10 Minuten keine Taube, bevor mehrere Tiere einsprangen und ich dachte mir schon, dass die erste Taube früh sein könnte. Dass es schließlich zum 1. Konkurs gegen 1.234 Tauben gereicht hat, ist natürlich eine tolle Sache und freut mich sehr. Es ist vielleicht auch kein Zufall, denn aus den Eltern dieses Vogels mit der Nr. 821 sind schon mehrere gute Tauben gekommen. Die Nestschwester den Vogels hatte ich schon weit vor der Reise als ich die Tauben in die "Gewöhnungsboxen" gesetzt habe, aus dem Jungtierbestand genommen und in eine Voliere gesetzt, weil ich sie ab dem kommenden Jahr im Zuchtschlag einsetzen möchte. Leider hatte die Mutter des Vogels (ich hatte kurz darüber hier geschrieben) beim 4. Gelege dieses Jahr doch große Legenot. SIe hat die beiden Eier noch gelegt, aber sich dabei sehr schwer getan. Ich weiß nicht ob dieses gute Zuchtweibchen noch weiter legen wird. Ich werde sie aber in diesem Winter einmal mit zum Tierarzt nehmen und mich mit diesem beraten ob es Sinn macht die Täubin im kommenden Jahr nochmal anzupaaren.
Ich hoffe dass noch die ein oder andere fehlende Taube heute oder in den nächsten Tagen wiederkommt. Aber es wird schwierig, denn gestern waren die Bedingungen so, dass sie eigentlich auch nachmittags hätten kommen können.
Abschließend möchte ich heute noch meiner Arbeitskolleging Heike danken, die am Samstag im Dienst plötzlich sagte, dass sie den Sonntagsdienst für mich übernehmen könne. Das war wirklich sehr nett und so konnten wir am Samstag Abend noch schön essen gehen (ohne Zeitdruck wegen des Frühdienstes am Sonntag) und ich konnte gestern die Tauben bei der Heimkehr sehen und inbesondere den 1. Konkurs.

 

Samstag, 23.08.2025
Sascha am 23.08.2025 um 05:01 (UTC)
 Heute Abend findet das Einsetzen zu unserem dritten Jungtierpreisflug ab Würzburg statt. Das sind für unseren Schlag knapp 230 Kilometer Entfernung. Es ist geplant die Tauben gemeinsam mit den Tauben der Nachbar-RV "Sauerland" aufzulassen. Da das Wetter hier heute nicht wirklich gut ist und sich erst ab Mittag bessern soll sind praktisch alle RVen und Organisationen mit ihren Flügen auf den morgigen Sonntag gegangen. Das wird wieder ein großes Durcheinander aufgrund der vielen verschiedenen Reiserichtungen.
Vermutlich werde ich arbeitsbedingt die Tauben morgen bei der Heimkehr nicht sehen können - je nachdem wann der Auflass erfolgen kann. Wichtig ist aber in erster Linie, dass der Flug gut verläuft und es keine übermäßigen Verluste gibt. Noch sind die Jungtiere aufgrund der Belichtung recht gut in den Federn. Aber das kann sich recht schnell ändern. Die ältesten Jungtiere in unserem Schlag haben nun auch nur noch drei Schwungfedern stehen.
In unseren westlichen Nachbarländern gibt es noch viele Sportfreunde, die eine Internet-Seite betreiben und dort mehr oder regelmäßig über das Hobby Brieftaubensport schreiben. Ich lese dort sehr gerne. In Deutschland ist unser Hobby in dieser Hinsicht leider beinahe mausetot. Verwundert bin ich allerdings darüber was in Belgien und den Niederlanden teilweise so über die Greifvogelproblematik geschrieben wird. In dieser Hinsicht sind dort viele Züchter scheinbar weitgehend ahnungslos. Ich denke wir haben hier in Deutschland bzgl der Greifvögel (leider) viel längere und größere Erfahrungen. Da las ich nun, dass Bussarde den Tauben so viel Angst einjagen würden, dass die Tiere dadurch in Panik geraten und vertrieben würden! Was für ein Unfug! Wenn Bussarde oder Milane unseren Tauben auch noch Probleme bereiten würden - und sei es nur Angst - dann wären hier bei uns seit mehr als 40 Jahren praktisch keine Tauben mehr übrig, denn unsere Tiere sehen jeden Tag diese Greifvögel und stören sich fast gar nicht daran. Was wohl passiert ist, dass Milan oder Bussard, wenn sie direkt in der Nähe des Schlages in der Luft sind, die Jungtauben, wenn sie vom Wettflug kommen und nervös sind, etwas länger in der Luft halten und die Tiere nicht so schnell landen. Das ist aber auch alles. Etwas anderes ist es selbstverständlich bei Habicht, Sperber und v.a. Wanderfalken. Besonders Letztere führen wirklich teilweise zu panischen Reaktionen bei unseren Brieftauben.
Viele künstliche Wanderfalken-Horste sind inzwischen mit Kameras ausgestattet. Ich schaue immer mal wieder diese Kameras an und wenn man sieht wieviele beringte Brieftauben dort, ganz besonders während der Zeit der Jungtieraufzucht, von den Elterntieren angeschleppt und verfüttert werden, dann kann man als Brieftaubenzüchter nur die Wut bekommen. Ganz besonders ist aber immer wieder auffällig dass sehr viele Federn von roten und fahlen Tauben in diesen Horsten liegen. Ebenso Federn von Scheckttauben und besonders auch von schimmelfarbigen Tieren. Es scheint wohl doch so zu sein, dass es den Greifvögeln leichter fällt solche Tauben in einem Schwarm gezielt anzugreifen.

 

Freitag, 22.08.2025
Sascha am 22.08.2025 um 04:48 (UTC)
 An den beiden vergangenen Tagen hatte ich hier über die teilweise zu großen und oft unerklärlichen Taubenverluste geschrieben, die hier in Deutschland, aber v.a. auch in den Niederlanden oder Belgien zu beklagen sind. In diesem Zusammenhang gab es gestern wieder einmal ein Negativbeispiel, was aber aus meiner Sicht schlicht nicht zu erklären ist:
Das One-Loft-Race "German Classic" hier in der Nähe hat gestern seinen erstern Wertungsflug über etwa 100 Kilometer Entfernung ab Eckenhagen (Südwestrichtung) durchgeführt. Ich befasse mich nicht so sehr viel mit One-Loft-Races, aber bisher waren die Vorbereitunfsflüge dort wohl gut verlaufen, die Tauben waren gesund und es lief alles nach Plan. Es waren am Schlag und auf den bisherigen Flügen nicht allzu viele Tauben abhanden gekommen.
Gestern war bestes Taubenwetter. Der Wind wehte leicht von vorn, die Sichten waren hervorragend und es war wechselnde Bewökung mit Sonne auf der Strecke. Kurz gesagt: es war Brieftaubenwetter.
Der Aufflass erfolgte um 9 Uhr. Augenscheinlich war kein Kreuzungsverkehr in der Strecke, Ein glatter Flug konnte und musste eigentlich erwartet werden. Im Ergebnis war es so, dass gestern Abend nicht einmal die Hälfte der mehr als 1000 gestarteten Tauben zuhause war. Es werden dort heute sicher auch noch viele Tauben wiederkommen. Aber es ist mir völlig unklar warum sie am Abend überhaupt fehlen bei dieser doch recht kurzen Flugdistanz und hervorragenden Bedingungen.
Wenn irgendjemand eine Erklärung zu diesem Flugverlauf hat, dann möge er sich bitte melden. Ich selbst habe aus der Ferne keine Idee was da passiert ist und der Veranstalter vermutlich auch nicht.
Am vergangenen Montag, als wir unseren Preisflug auch durchführten und das Wetter gut war, fand in Bremen an der Nordsee ebenfalls ein Flug eines etwas kleineren OLR statt. Man hatte dort insgesamt zu Beginn gut 500 Tauben gesammelt und vorbereitet. Zum 7. Trainingsflug über 90 KM brachte man dort noch deutlich mehr als 400 Tauben an den Start. Die Tauben wurden am 18.08. um 9.45 Uhr aufgelassen. Wie gesagt: die Wetterbedingungen waren prima. Zwei Tage später am Abend des 20.08. waren genau 81 Tiere wieder im Schlag. Auch hier möchte ich sagen: wenn jemand eine Idee hat was dort passiert ist, dann würde mich das sehr interessieren.
Solch riesige Verluste sind meiner Ansicht nach bei diesen relativ kurzen Distanzen und wirklich sehr gutem Wetter nicht auf Greifvögel zurückzuführen und zumindest für den gestrigen Flug beim "German Classic" kann man, so denke ich, auch Kreuzungsverkehr völlig ausschließen.
Seit vielen, vielen Jahren wird hier im Hochsauerland sehr erfolgreich das Upland-Derby veranstaltet. Dieses Rennen hat in der Regel Jahr für Jahr wenige Verluste zu beklagen. Man ist dort sehr vorsichtig und umsichtig und erfahren mit den Tauben. Ebenfalls am vergangenen Montag hat man dort einen Wertungsflug über etwa 160 KM durchgeführt. Der Flug verlief gut. In einer halben Stunde waren mehr als 600 Tauben wieder im Schlag. D.h. mehr als zwei Drittel der gestarteten Tauben. Bis zum Abend kamen die Tiere ordentlich nach. Es fehlen bis heute nicht zu viele Tauben. Also scheint alle in Ordnung zu sein. Einer der Veranstalter schrieb mir dann aber gestern folgendes:
"Von diesem Flug werden uns Tauben aus Hamm, Rinteln, Bielefeld, Warburg und Pulheim gemeldet, auch völlig unverständlich." - Es war Kopfwind, es war gutes Wetter für die Upland-Tauben und sie sind ja auch gut gekommen. Aber die noch fehlenden und nun gemeldeten Tiere sind einfach völlig aus der Richtung, oft weit über das Ziel hinaus und an total unterschiedlichen Orten gemeldet. Als wüssten sie überhaupt nicht wo sie hingeflogen sind.
So wie es hier auf den OLRs geschehen ist, geht es manchmal leider auch im Programmspiel. Unerklärliche Verluste, Taubenmeldungen aus Regionen in denen die Tauben nicht sein dürften. Schlechtes Nachkommen der Tauben. Bei den OLRs sieht man immer wieder recht konzentriert genau die Probleme, die sonst die Züchter auch in ihren Schlägen zuhause haben. Verluste, verschiedene Krankheitsbilder, manchmal schlecht trainierende Tauben usw. Insofern können uns OLR bei der Analyse der manchmal übermäßigen Verluste vielleicht auch helfen.
Wenn, wie gestern beim "German Classic" geschehen, die Tauben sich so schwer tun nach hause zu kommen obwohl offensichtlich alle bekannten Faktoren gut waren, dann muss es am Ende ja andere Gründe dafür geben warum die Tiere so schlecht heim finden. Und ich denke bei fehlenden Tauben in dieser Anzahl kann man auch die Greifvögel als Hauptfaktor ausschließen. Irgendetwas passt nicht mehr und wir sollten uns als gesamter Verband dringend bemühen das herauszufinden.

 

Donnerstag, 21.08.2025
Sascha am 21.08.2025 um 05:19 (UTC)
 Es sind nicht nur die Jungtaubenverluste, die vielen Sportfreunden Sorgen machen, weil sie nicht recht wissen warum die Tauben verloren gehen und keine Begründung für die Verluste finden. In sehr vielen Organisationen sind, gerade auch in der zurückliegenden Saison, oft auch viel zu viele Jährige und Alttauben ausgeblieben.
Da spielt selbstverständlich auch eine viel zu große und künstlich geschaffene Greifvogel- und besonders Wanderfalkenpopulation eine Rolle. Tauben werden an den Flugtagen reihenweise gejagd, vertrieben, verletzt und getötet. Aber auch in diesen Situationen scheint es so zu sein, dass vertriebene Tauben oft extrem weit vom Weg abkommen und es dann einfach nicht mehr schaffen nach Hause zu finden.
Über die Schwierigkeiten mit den Greifvögeln hinaus gibt es aber deutlich zu große Verluste, für die wir versuchen müssen Erklärungen zu finden. Es ist nicht nur hier in Deutschland so, sondern auch in Belgien, in den Niederlanden und anderen Ländern, in denen Brieftauben gereist werden. Gestern hatte ich Ad Schaerlaeckens zitiert. Heute möchte ich einen kleinen Beitrag des niederländischen Sportfreundes Jaap Koehoorn, der ja ebenfalls recht bekannt ist in der Taubenwelt, den er gestern bei Facebook verbreitet hat, einmal hier zitieren:

"Liebe Taubenfreunde. Heute hatte ich Besuch von ein paar alten Taubenbegeisterten und das Thema war: wie kann es sein, dass in den letzten Jahren so viele (Jung)-Tauben verloren gegangen sind.
Die gesamte Telekommunikation und die 5G-Pole stören die Magnetfelder. Früher war es nicht da. Der Krieg in der Ukraine wird wohl die gleichen Auswirkungen haben. Viele Tauben winden sich durch Hindernisse in der Luft wie Windräder. Laut den Menschen, die dort leben, ist unter den Windrädern ein Vogelfriedhof. Tauben auch. Zudem sollen viele Felder mit Solarmodule installiert werden. Auf Schiphol (Amsterdamer Flughafen) müssen sie weg, denn an sonnigen Tagen spiegelt sich das gigantisch wider und blendet die Flugzeugpiloten. Sie scheinen sogar Augenverletzungen verursachen zu können. Warum nicht auch bei unseren Tauben? Natürlich wurden auch Dinge wie Verdunkelung und Belichtung der Tauben diskutiert, aber viele Sportfreunde kennen bereits seit Jahren davon sowohl die positiven als auch die negativen Seiten. Können wir diese Fälle nicht einmal einer Universität vorlegen, die darüber studiert? Genau wie bei Zugvögeln, Schmetterlingswanderung und Wandersäugetieren?"


Es ist gut dass sich Züchter über all diese Dinge Gedanken machen und vielleicht sollten die Taubenverluste auch einmal übergreifend im FCI diskutiert werden. Darüber hinaus müssen wir uns wirklich Gedanken darüber machen wie wir selbst durch unser Reisesystem, unsere Zucht- und die Auslese über die Jahre zu den Verlusten beigetragen haben. Unsere Brieftauben sind nicht mehr so wie sie vor 30 oder 40 Jahren waren. Wir haben durch Selektion auf unsere Meisterschaften und Fluganforderungen einfach andere Tauben gezüchtet als wie sie einmal hatten und vielleicht sollten wir auch an dieser Stelle einmal versuchen anzusetzen. Mit der reinen Zucht und Auslese auf die "schnelle Spitzentaube" sind wir jedenfalls an einem Punkt angekommen, bei dem meiner Ansicht nach Taubenverluste viel stärker mit eingepreist sind, als das früher war. Wenn nun nach der Reisesaison selektiert wird und wenn die Verkaufssaison wieder losgeht und die sogenannten Spitzenschläge oder die Verkaufs- und Abstammungszüchter ihre Tauben anbieten, dann sollten wir vielleicht einmal darüber nachdenken ob es im Sinne der Vermeidung von Verlusten etc. unbedingt zielführend ist immer nur nach der vermeintlich schnellen Taube zu suchen.
 

Mittwoch, 20.08.2025
Sascha am 20.08.2025 um 05:07 (UTC)
 In der Zeit in der das Jungtaubenspiel voll im Gange ist drehen sich doch sehr viele Gespräche um die Verluste von Jungtauben. Immer wieder kommt die Frage auf: "Wieviele fehlen dir noch?"
Es scheint so als ob es jede Woche eine neue Lotterie ist die Jungen aufzulassen und gut nach hause zu bekommen. Leider gehen immer mal wieder Flüge daneben und bringen teilweise riesige Verluste mit sich. Manchmal kann man die Gründe für die schlechten Flugverläufe zumindest erahnen (wenn z.b. die Wetterbedingungen zu risikobehaftet für einen Auflass waren) und manchmal kann man sich den schlechten Verlauf eines Fluges einfach nicht erklären. Wir machen uns dazu in Deutschland das Leben selbst schwer indem wir zig verschiedende Reiserichtungen haben und kreuz und quer durch die Republik fahren mit unseren Tauben und wir an jeden Flugtag die große Gefahr von kreuzenden Schwärmen haben. Das ist einfach ein zusätzlicher Risikofaktor für Verluste, den wir eigentlich dringend minimieren müssten.

Inzwischen haben wir gottseidank die Jungtierkrankheit durch die Impfungen weitgehend im Griff. Bis vor ein paar Jahren trugen sichtbar oder teilweise unterschwellig erkrankte Jungtiere erheblich zu den Verlusten bei.
Aktuell gibt es aber in nicht wenigen Beständen Schwierigkeiten mit der Erkrankung der entzündeten Augen. Die Verlustrate bei derart erkrankten Jungtieren ist nicht so hoch, aber auch das sollte man im Hinterkopf behalten. Meiner Ansicht nach sind es weniger die sichtbaren Entzündungen an den Augen, welche den Jungtauben Schwierigkeiten machen nach hause zu finden, als vielmehr, dass sie durch die Erkrankung körperlich geschwächt erscheinen - vergleichbar zu einem Menschen, der Fieber hat und Sport treibt.

Gestern las ich bei Ad Schaerlaeckens dann folgendes zum Thema Jungtaubenverluste:
"Der belgische JPC weist auf den enormen Anstieg der Zahl von Mobilfunkmasten seit der Einführung von Mobiltelefonen hin. Dieser Anstieg geht fast parallel zu den steigenden Verlusten. Es gibt nicht nur mehr von ihnen, sie werden auch immer leistungsfähiger. Er verweist auf Studien in Italien und Amerika, die zeigen, dass Tauben sich weniger auf ihren „natürlichen Kompass“ und mehr auf visuelle Hinweise wie Autobahnen, Flüsse usw. zu verlassen scheinen. Die Leute nennen sie „Kompasstauben“. Einige von ihnen fliegen direkt nach Hause, während andere ihrem natürlichen Kompass weniger zu „vertrauen“ scheinen. Sie verwenden Hinweise. Diese sind langsamer und man will sie nicht. Vor Jahren vermuteten Wissenschaftler, dass Tauben Autobahnen folgen. Das wurde damals mit großem Gelächter aufgenommen. Heute nicht mehr. Sicherlich nicht von Menschen, die entlang eines solchen Gewässers oder einer Autobahn von Süden nach Norden leben."

Ob die Verluste von Tauben auch mit der stetig steigenden Strahlung durch Mobilfunk etc. zusammenhängen kann man nur vermuten. Erwiesen ist das nicht. Persönlich habe ich aber den Eindruck, dass sich Brieftauben (junge, wie alte Tauben) zunehmend schwerer tun sich neu zu orientieren, wenn sie aufgrund des Wetters (z.b. Regenschauer oder schlechte Sicht), Greifvogelangriffen, Kreuzungsverkehr oder sonstigen Unwägbarkeiten ihre Heimflug-Route verlassen mussten. D.h. die Taube orientiert sich nach dem Auflass, fliegt in die richtige Richtung (häufig auch erst einmal im großen und sicheren Schwarm) und erst im Heimatgebiet trennen sich die Tiere.
Wenn man Preislisten analysiert, dann fällt auf, dass es viel mehr noch als früher, teilweise Schwarmankünfte gibt bei denen viele Tauben eines Schlages gleichzeitig kommen. In dem Zusammenhang ist mein Eindruck, dass die Tauben so lange es geht im sicheren Schwarm bleiben, was dazu führt, dass ein Züchter manchmal zehn oder fünfzehn Tiere gleichzeitig nach hause bekommt und Einzeltauben erst dann, wenn diese Tauben zuhause sind, notgedrungen aus diesem Schwarm gehen (teilweise landen sie auch mit auf den Schlagdächern) und erst später nach alleine nach hause fliegen.
Hinsichtlich der Verluste vermute ich, dass Schwärme, welche die nach dem Auflass richtig eingeschlagene Flugroute verlassen haben (eben wegen des Wetters, der Greifvögel, Flugkreuzungen etc) sehr große Schwierigkeiten haben sich dann neu zu orientieren, Vielleicht weil sie, wie in den Sätzen von Ad Schaerlaeckens beschrieben, ihre natürliche Fähigkeit zu Navigation nicht mehr so gut nutzen können wie früher. Es kommt dann zu Verlusten und die Tauben kommen teilweise auch extrem schlecht in den Folgetagen nach, weil sie oftmals weit entfernt von zuhause sind und auch einfach nicht mehr genau wissen wo sie hin müssen.
Für Jungtauben ist das Heimfinden dann noch einmal sehr viel schwerer als für erfahrene Alttauben. Wir müssen uns Gedanken darüber machen wie wir diesen möglicherweise vorhandenen Orientierungsproblemen unserer Tauben begegnen. Leider ist es so, dass oft auch keine Tauben gemeldet werden oder, wenn sie gemeldet werden, nicht abgeholt werden. Viele Züchter scheinen dazu einfach zu träge zu sein. Ich kann nur immer wieder dazu animieren Zuflieger zu melden und gemeldete Tauben auch abzuholen. Das ist einfach wichtig. Nicht nur für die verflogene Taube, nicht nur für das Image unseres Brieftauben-Hobbys, sondern um vielleicht auch Eindrücke und Ideen dazu zu bekommen, warum die Tauben sich heute vielleicht mehr verfliegen als sie es früher taten.
 

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