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Dienstag, 08.07.2025
Sascha am 08.07.2025 um 17:57 (UTC)
 Am Nachmittag erhielt ich einen Anruf einer Frau hier aus der Nähe, die um Hilfe bezüglich einer Taube in ihrem Garten bat. Sie sei sehr tierlieb und die Taube wirke sehr erschöpft. Sie habe aber keine Ahnung was sie machen solle. Ich bin dann hingefahren und im Blumenbeet der Dame saß eine erschöpfte Jungtaube, die sich mühelos fangen ließ. Der Telefonring war nicht lesbar. Dann stellte ich fest, dass das Tier einen Ring von 2024 trug. Aber es war eindeutig eine Jungtaube, die erste eine Feder geworfen hatte. Zuhause habe ich dann nachgesehen und den Vereinsvorsitzenden herausgesucht. Er kommt aus der Nähe von Bremen an der Nordsee. Ich habe versucht ihn telefonisch zu erreichen, aber das ist noch nicht gelungen. Ich werde es später noch einmal probieren. Warum die Taube einen alten Ring trägt weiß ich natürlich nicht und dass der Telefonring nicht mehr lesbar ist mag einfach nicht aufgefallen sein. Aber insgesamt bedeutet das natürlich für mich wieder etwas mehr Aufwand und am Ende bin ich sicher, dass der Züchter , wenn ich ihn denn erreiche, die Taube ohnehin nicht wiederholen wird bei der Entfernung.
Einem Sportfreund unserer RV kam in der vergangenen Woche eine Jungtaube am Haus weg. Die Tauben waren weggezogen, kamen wieder und wurden hereingerufen. Ein Tier fehlte. Nur einen Tag später wurde die Jungtaube in Cuxhaven gemeldet. Man kann sich wirklich nicht erklären was da passiert. Der ganze Schwarm kommt wieder nach hause und ein Tier fliegt über 200 KM nach Cuxhaven. Glücklicherweise kann die Taube in der kommenden Woche mit einem Auto wieder zu ihrem Heimatschlag fahren.
Ich hatte kürzlich von starken Jungtaubenverlusten in den Niederlanden berichtet, über welche ein Sportfreund aus der Afdeling 2 auf seiner Homepage berichtet hatte. Der erste Preisflug dort hatte einen sehr schweren Verlauf genommen. Heute schreibt der Züchter u.a. dass er nach diesem Flug, der nun eine Woche zurückliegt, von 134 Jungtauben noch 81 im Schlag habe. Und anderen Sportfreunden fehlten teilweise prozentual noch deutlich mehr Tauben. Er ergänzt dann, dass trotzdem aus einigen Paaren alle Tauben zuhause seien und aus anderen Paaren gar nichts. Möglich, dass auch ein solcher Flug Hinweise gibt auf die Qualität einzelner Zuchtpaare, aber ich mag nicht so recht daran glauben. Meiner Ansicht nach ist das einfach viel Lotterie und Glückssache. Und ganz besonders ist es einfach nur ein Elend für die vielen Jungtiere, die es nicht nach hause geschafft haben. Die Lösung des Sportfreundes: "Heutzutage muss man mehr als genug Jungtauben züchten."
Wenn ich so etwas lese oder höre, dann wird mir ganz anders. Wenn unsere einzige Antwort auf große Taubenverluste ist, dass wir einfach mehr züchten müssen, dann wird es Zeit dass wir den Brieftaubensport beenden.
Ich habe keine Ahnung warum sich Jung- aber auch viele Alttauben so schwer tun wieder nach hause zu finden. Insbesondere dann, wenn die Umstände mal etwas schwieriger sind. Aber wir sollten auf keinen Fall durch Massenzucht auf die größeren Verluste reagieren, sondern viel mehr versuchen zu analysieren was da passiert ist.
Der genannte Sportfreund plädiert in seinem Blog immer für sehr frühe Auflässe. Er glaubt nicht an negative Auswirkungen von Inversionswetterlagen usw. Ich kann auch nicht beurteilen ob Inversionen sich negativ auf die Orientierung auswirken. Was ich aber sagen kann ist, dass frühe Auflässe (die Jungen dort wurden um 7.30 Uhr gestartet) bei fast blauem Himmel, großer Fernsicht und deutlichem Rückenwind eine viel höhere Wahrscheinlichkeit haben als spätere Starts. Aber vielleicht ist das zu diesem Spitzenzüchter noch nicht durchgedrungen. Frühe Auflässe, gerade bei Rückenwind und blauem Himmel oder wenigen Wolken sind oftmals Gift für gute Jungtaubenflüge.
 

Montag, 07.07.2025
Sascha am 07.07.2025 um 05:59 (UTC)
 Der rote Vogel, der uns am Samstag zugeflogen war, ist inzwischen wieder in seinem Heimatschlag angekommen. Ich habe ihn gestern morgen um 7 Uhr hier fliegen lassen und gegen 8.30 Uhr hatte er die fast genau 100 Kilometer bis nach hause bewältigt und sein Züchter hat sich gemeldet, dass die Taube gut angekommen ist. Das war mal wieder ein positives Erlebnis im Taubensport. So muss es sein!
Überhaupt bin ich der Überzeugung, dass die Hauptgrund für das Fehlen von Tauben neben den vielen Greifvogelangriffen der Wassermangel ist. Die Tauben lernen kaum noch unterwegs zu trinken (sie kennen nur noch: raus aus dem Kabi und ab nach hause) und sie finden auch aufgrund zunehmender Trockenheit immer weniger Wasserstellen. Ab einer gewissen Flugzeit müssen Reisetauben aber nun einmal trinken, sonst können sie nicht weiter fliegen. Dieser Zuflieger beispielsweise hat nur sehr wenig gefressen, aber sehr gut getrunken und nach einer Pause über Nacht hier bei uns war es für ihn dann kein Problem nach hause zu fliegen. Unsere Tauben hier in Deutschland werden im Kabi inzwischen bestens mit Wasser versorgt. Aber das Trinken unterwegs wird für die Tiere immer schwieriger und ich denke, dass da doch eine Problematik über die Jahre entstanden ist, die es früher so nicht gab.
Ich habe inzwischen schon die ersten Daten zu den Flügen am Samstag hinsichtlich der Teilnehmerzahlen ausgewertet. Ich werde dazu in dieser Woche einmal ausführlicher etwas schreiben, wenn ich noch mehr Zahlen zusammen getragen habe. Im Grunde genommen kann ich aber jetzt schon sagen: es ist erscheckend und ich mache mir doch sehr viele Gedanken darüber, was da eigentlich schief läuft in unserem deutschen Brieftaubensport.
Erfreulich sind für mich immer Rückmeldungen zu Leistungen von abgegebenen Tauben. Da sich die Zahl der von uns abgegebenen Tiere - egal ob für die Zucht oder die Reise - doch sehr in Grenzen hält freut es mich immer, wenn Sportfreunde mit den Leistungen unserer Tiere zufrieden sind.
Aktuell ist eine direkt von uns abgegebene Täubin bestes Weibchen ihrer RV und auch bestes Weibchen in der Regionalverbandsgruppe auf der Südostrichtung. Ein weiterer Sportfreund schrieb mir gestern zufrieden: "Moin , die 531 macht heute auf 550 Kilometer ihren 7. Preis." Er reist auf der Ostrichtung. Ein weiterer Züchter, der auf der Südostrichtung fliegt, schrieb mir gestern: "Die 754 steht bei den Jährigen an dritter Stelle im Regionalverband. Tochter aus einem Sohn 526." Der 526 war bei uns ja u.a. bester jähriger Vogel in Westfalen.
Und aus einer Enkelin unseres 960 (der in seiner Karriere u,a, 3 x 1. Konkurs und 1 x 2. Konkurs flog) stammt auf der Ostrichtung aktuell der RV-beste Vogel eines Züchters in einer Reisevereinigung, die mit immer 27 reisenden Schlägen die Saison aufgenommen hat.
Da ich selbst, wie ich hier immer mal wieder geschrieben habe, doch aktuell recht umzufrieden mit unserer eigenen Situation hier im Brieftaubensport bin (aufgrund der ständigen Flugverlegungen, Zeitmangel und vieler verletzter oder plötzlich fehlender Tauben), sind die Resultate der abgegebenen Tauben etwas, dass mich dann doch wieder positiv stimmt und mir zumindest zeigt, dass die Qualität unserer Tauben insgesamt recht gut ist.
 

Sonntag, 06.07.2025
Sascha am 06.07.2025 um 05:58 (UTC)
 Der Nationalflug ab Vilshofen ist wohl insgesamt sehr glatt verlaufen. Kurze Konkurszeiten, kaum fehlende Tauben. Es war alles so wie man sich das vorstellt. Wie sehr der Wind solche Flüge beeinflusst konnte man auch gestern wieder sehen. Die frühen Preise fielen fast vollständig in unserer Fluggemeinschaft.
In 2021 haben wir in gleicher Konstellation (die Regionalverbände 402, 403, 412) Passau national geflogen. Es herrschte böiger Südostwind. Der Nationalsieger flog seinerzeit mit mehr als 1700 m/min. Ich weiß noch wie unsere ersten Tauben alle von hinten kamen. Unsere Reisevereinigung flog in der Nationalliste damals 19 Prozent. Dieses Mal waren es 38 Prozent. Der Wind verteilt einfach die Preise und je größer die Ausdehnung einer Konkurrenz, desto extremer ist das teilweise. Insofern ist es toll für die Sieger, wenn sie sich vorne platziert haben und man kann nur herzlich gratulieren, aber man sollte das natürlich alles nicht überbewerten.
Am gestrigen Nachmittag flog uns ein zweijähriger, roter Vogel zu, der großen Durst hatte. Ich habe die Taube erst einmal versorgt und dann gemeldet.
Der Vogel war am Morgen um 7.10 Uhr in Marsannay-la-Côte auf der Südwestrichtung zu einem 560 Kilometer langen Heimflug gestartet worden und kam aus der Nähe von Kassel und war wohl etwas von der Richtung abgekommen. Der Züchter bat mich den Vogel heute morgen wieder fliegen zu lassen. Das habe ich um 7 Uhr getan und ich hoffe, dass die Taube die knapp 100 KM bis nach hause nun gut schafft.
 

Samstag, 05.07.2025
Sascha am 05.07.2025 um 06:10 (UTC)
 Auflass zum Nationallflug Vilshofen am 05.07.2025 um 7.15 Uhr der Regionalverbände 402, 403 und 412!



 

Freitag, 04.07.2025
Sascha am 04.07.2025 um 18:15 (UTC)
 Unsere Reisevereinigung nimmt morgen, genau wie unser gesamter Regionalverband, am Nationalflug ab Vilshofen teil. Ebenso nimmt der Regionalverband 402 an diesem Flug teil und Mitte der Woche hat man wohl auch entschieden, dass der Regionalverband 403 ebenfalls dabei ist. Da das Wetter morgen sehr gut vorhergesagt ist wird der Nationalflug hoffentlich einen guten Verlauf nehmen.
Gespannt bin ich auf die Anzahl der teilnehmden Schläge und der teilnehmenden Tauben. Ich werde später mal einen Vergleich zum Beginn der Reisesaison ziehen und darstellen wieviele Tauben es weniger sind und wieviele Sportfreunde inzwischen nicht mehr an der Reise teilnehmen.
Es finden an diesem Wochenende auch weitere sogenannte Nationalflüge statt. Auch da werde ich mir einmal die Tauben- und Teilnehmerzahlen der Flüge ansehen und in Relation zum Saisonbeginn setzen.
Ich fürchte - bei aller Wertschätzung für Nationalflüge - dass die Zahlen am Ende ein Bild abgeben, was uns einmal mehr verdeutlicht, dass unser ganzes Reisesystem einfach nicht mehr zeitgemäß ist.
Davon abgesehen: morgen sind auf der Südostrichtung eine Menge Reisevereinigungen und Regionalverbände unterwegs. Fast alle reisen auf größeren Distanzen. Ab Staubing, ab Plattling, ab Vilshofen, ab Passau, ab Landau oder St. Pölten.
Wenn man wirklich einen Nationalflug haben wollte - so wie ein Nationalflug eigentlich sein sollte - dann würde man sich vielleicht unter all diesen Organisationen auf einen Auflass einigen. Beispielsweise ab Passau. Was wäre das für ein interessanter Flug. Man könnte eine Zonen- und Sektoreneinteilung vornehmen und einen Auflass mit vielen tausenden Tauben machen. Es wäre ein Flug, den man sogar international vermarkten könnte. Ich fürchte allerdings, dass auch viele der sogenannten Topschläge das überhaupt nicht wollen. Dabei wäre so ein Flug sicherlich für viele Sportfreunde etwas wirklich Besonderes. So wie es sich aktuell gestaltet gehen die sogenannten Nationalflüge doch ein wenig unter.
Ich wünsche trotzdem allen Teilnehmern der Flüge morgen einen guten Verlauf und viel Erfolg!
 

Dienstag, 01.07.2025
Sascha am 01.07.2025 um 18:33 (UTC)
 Die Hitze heute war besonders auf unserem Jungtaubenschlag wirklich extrem. Während sich auf den Witwerschlägen durch die Installation der Photovoltaik-Anlage vor drei Jahren das Klima wirklich verbessert hat bei großer Hitze, ist es auf dem Jungtierschlag für uns Menschen kaum auszuhalten. Den Tauben scheint es nicht so viel auszumachen. Ich habe heute die erste und zweite Zucht zusammenlaufen lassen und die Tür zwischen den beiden Schlaghälften geöffnet. Später habe ich den Tauben dann Freiflug gegeben. Sie sind sogar nachmittags trotz der wirklich hohen Temperaturen ordentlich geflogen. Selbstverständlich nicht besonders lang und ausdauernd, aber das müssen sie ja auch nicht. Nachdem sich die Tauben etwa zwei Stunden im Freien aufhalten konnten habe ich sie dann wieder herein gerufen.
Unterstützen kann man seine Tauben bei Hitze u.a. mit einer Gabe von Vitamin C gegen Hitzestress. Vitamin C wirkt als Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt, der durch die Hitzeeinwirkung verstärkt wird. Zudem kann Vitamin C helfen, die Cortisolproduktion zu senken und die Wärmeabgabe des Körpers zu verbessern. Bei sehr hohen Temperaturen gebe ich unseren Tauben immer gerne Vitamin C über das Trinkwasser. Allerdings so, dass die Tränke sofort geleert wird. z.b. nach dem Freiflug und/oder der Fütterung. Danach gibt es dann wieder klares Wasser.
 

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