| | Die letzte noch fehlende Jungtaube vom Flug am Montag ist gestern nachmittag um 15.45 Uhr auch noch heimgekehrt. Als ich abends nach der Arbeit heimkam, war sie zwar hungrig und hatte an Gewicht verloren, aber insgesamt unverletzt und in ordentlicher Verfassung. Ich habe sie dann extra gesetzt und erst einmal ordentlich gefüttert und nun kann das Jungtier sich erholen.
Vorgestern hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Pferdezüchterin. Sie berichtete, dass sie bei einem ihrer Pferde mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hätte. Das Tier hatte wohl Allergien (mir war nicht bekannt, dass es so etwas auch bei Pferden gibt) und einige Exzeme ausgebildet. Sie hat sich dann vom Tierarzt beraten lassen und sollte bestimmte Medikamente geben, aber wirklich geholfen haben diese nicht. Sie hatte sich dann den Rat eines zweiten Tierarztes eingeholt. Es wurden andere Medikamente und diverse Produkte ausprobiert und auch das half nicht. Schließlich kam sie in Kontakt mit einer Tierheilpraktikerin. Diese ließ sich dann aufschreiben wie das Pferd ernährt wird. Was es für Futter bekommt und welche Beiprodukte eingesetzt wurden. Der Beiproduktemarkt scheint für Pferde eher noch größer zu sein als bei unseren Brieftauben und die Werbung noch massiver und so hatte auch diese Pferdezüchterin diverse Mittel zum Wohl des Tieres eingesetzt. Im Grunde genommen so, wie wir Brieftaubenzüchter es auch machen.
Nachdem die Tierheilpraktikerin den Versorgungsplan gelesen hatte, schlug sie der Züchterin leichte Veränderungen in der Fütterung vor und erklärte: "Alles andere, diese ganzen Beiprodukte, die lassen Sie mal weg. Alles komplett weglassen." DIe Züchterin befolgte diesen Ratschlag und mittlerweile hat sich nach nun einiger Zeit der Gesundheitszustand ihres Pferdes erheblich gebessert. Die Züchterin sagte zu mir: "Ich bin geheilt von diesen ganzen Mitteln. Man wird ja überall mit Werbung zugedröhnt und irgendwann denkt man auch, dass es ohne diese ganzen Produkte nicht mehr geht und gibt dieses und das und noch was anderes. Aber das mache ich nun nicht mehr und meinen Pferden geht es gut." Die Tierheilpraktikerin habe ihr mit einfachen Worten erklärt, dass diese ganzen Beiprodukte oft nur Durcheinander im Verdauungstrakt der Pferde schaffen, aber wenig Nutzen haben würden.
Um nun auf unsere Tauben zurück zu kommen: ich bin ja schon seit langer Zeit der Meinung, dass die allermeisten Beiprodukte und Ergänzungsfuttermittel für unsere Brieftauben keinen Sinn ergeben und mehr Schaden als Nutzen. Mit einer guten Mineralien- und Gritmischung, gesundem und gutem Futter, vielleicht hin und wieder etwas Grünzeug und meinetwegen ein Mal in der Woche einem Multivitaminpräparat oder Vitaminen auf anderem Weg kommt man bei der Versorgung unserer Tauben schon sehr weit. In der Reisezeit dann vielleicht noch ein Produkt mit Aminosäuren zum Wiederaufbau und damit muss es gehen.
Erst gestern sah ich wieder einen Reiseversorgungsplan mit, wenn ich richtig gezählt habe, 13 verschiedenen Beiprodukten, die man den Tauben über die Woche verabreichen soll.
Ich will gar nicht behaupten, dass man mit so einem Plan nicht auch sehr erfolgreich reisen kann. Aber ich wette, dass mindestens die Hälfte der Produkte, wahrscheinlich eher mehr, vollkommen überflüssig und im Zweifelsfall eher schädlich für unsere Tauben sind.
Dort wo die Taubenqualität gut und die Schlagführung nach Möglichkeit pünktlich und die Gesundheit und Hygiene der Tauben gut ist, dort kann man auch hervorragende Reiseleistungen ohne all diese vielen Mittel erzielen. Wenn es nicht gelingt bessere Leistungen zu erzielen, dann nutzen nicht zusätzliche Produkte, sondern meiner Meinung nach nur eine Verbesserung am Schlag (und damit oft an der Gesundheit), Verbesserungen bei der Hygiene und der Führung der Tauben und eine Verbesserung beim Taubenmaterial. | | | |
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