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Sonntag, 25.08.2024
Sascha am 25.08.2024 um 05:18 (UTC)
 Als am Donnerstag sehr früh morgens die Information kam, dass der Flug unserer RV vorverlegt wird, schrieb ich dazu einem befreundeten Züchter. Er schrieb zurück, dass sie noch nichts gehört in ihrer RV (in einem anderen Regionalverband). Ich erwiderte: "Mach dir keine Sorgen. Ihr kriegt Sonntag einen ganz normalen Flug hin. Die Vorhersagen werden stündlich besser." Leider haben auch die Verantwortlichen in seiner Region sich von der allgemeinen Panik anstecken lassen und den Flug später noch verlegt.
Nur was das Wetter betrifft kommt es heute genau so, wie es bereits Donnerstag morgen absehbar war: ab 10 oder spätestens 11 Uhr wären auch der Südostrichtung die Auflässe an den Orten überall möglich, an denen gestern gestartet wurde. Es soll mir niemand erzählen, dass man das nicht hätte wissen können. Beim Vergleich mehrerer Vorhersagen verschiedener Wetterdienste wäre das absolut vorhersehbar gewesen.
Gestern las ich in der belgischen Zeitschrift "De Duif" einen Bericht über den Nationalflug Vierzon. Dieser wurde am Sonntag, den 19.08 um 10 Uhr gestartet. Etwa 16.000 Jungtiere und 7.000 Alttauben standen in Konkurrenz. Geplant war der Flug für den Samstag, aber da ließ das Wetter einen Auflass nicht zu. Es wurde donnerstag abend wie geplant eingesetzt. Als das Wetter am Samstag nicht gut war wurde entschieden stehen zu bleiben und sonntags musste man dann noch warten bis sichd das Wetter gebessert hatte und ab 10 Uhr ging es dann los für etwa 450 Kilometer Entfernung.
Wie wäre das Ganze hier in Deutschland gelaufen? Am Mittwoch oder spätestens Donnerstag morgen hätte man gesehen, dass das Wetter samstags, am geplanten Auflasstag, nicht gut wird. Also hätte man die Einsatzzeit verschoben. Auf Freitag abend oder Samstag Mittag. Dann wäre man losgefahren. Da man die Tauben sonntags früh nicht raus bekam wären dann die diskussionen losgegangen. Müssen wir zurückfahren, müssen wir den Nationalflug auflösen usw. Jeder hätte eine andere Meinung gehabt.
Dass das Wetter mal nicht gut ist an einem geplanten Tag bringt die Natur so mit sich. Aber wir haben hier eine Praxis in den letzten Jahren entwickelt, in der wir so tun, als gäbe es nur noch den Brieftaubensport und nichts anderes mehr. Wir schieben die Einsatzzeiten und Flugtage ständig hin und her und tun so als hätte jeder Züchter ständig Zeit um auf diese Verschiebungen zu reagieren und dann eben seine Tauben einen Tag früher oder später als geplant oder zu anderen Uhrzeiten einzusetzen. Und damit machen wir dieses Hobby kaputt.
Ich will damit den Flugleitern gar keinen Vorwurf machen. Diese versuchen einfach nur die Tauben unter bestmöglichen Bedingungen nach hause zu bekommen. Aber es ist doch festzustellen, dass wir diese Praxis in den letzten Jahren mehr und mehr ausgeweitet haben und das geschah parallel zur Einführung dieser sogenannten Flugsicherungskomission und der Zusammenarbeit mt der Wettermanufaktur. Die Flugsicherungskomission erleichtert den Flugleitern nicht ihre Arbeit, sondern erschwert sie an vielen Stellen. Die Flugleiter werden doch sehr verunsichert in ihrer Arbeit und erhalten dann Informationen und Angaben durch die Wettermanufaktur, die sich mit den Erfahrungen und Kenntnissen der oftmals sehr erfahrenen Flugleiter gar nicht decken. Und so entsteht eine große Unsicherheit bei den Flugleitern und dieses Durcheinander mit ständigen Flugverlegungen.
Hier ist ein Ausschnitt einer Wetterkarte für heute 11 Uhr. Genau so wie das Wetter sich dort abbildet wurde es am Donnerstag morgen bereits vorhergesagt. Und das nicht nur von einem einzigen Wetterportal, sondern von mehreren Portalen (beispielsweise Kachelmannwetter und dem Deutschen Wetterdienst). Glaubt jemand, dass bei diesen Bedingungen keine Flüge über 200 oder 250 KM auf unserer Reiseroute möglich sind? Glaubt jemand, dass man bei diesen Bedingungen in Belgien die Tauben nicht aufgelassen hätte? Glaubt jemand, dass erfahrene Flugleiter das nicht auch sehen könnten, wenn sie endlich einmal durch die FSK, die Wettermanufaktur und andere einfach in Ruhe gelassen würden? Diese ständigen Verschiebungen des Einsatzgeschäftes und der Flüge sind hausgemacht. Sie liegen nicht daran, dass die Flugleiter es nicht könnten. Diese können es sehr gut und könnten zuverlässig ihre Arbeit machen. Wenn man sie mal machen lassen würde und sie sich nicht mit ihrer Verunsicherung ständig gegenseitig anstecken und verrückt machen würden.


 

Freitag, 23.08.2024
Sascha am 23.08.2024 um 06:07 (UTC)
 Dass unser dritter Preisflug an diesem Wochenende vorgezogen wurde ärgert mich wirklich sehr, denn es wäre schon sehr wichtig für unsere Jungtauben da mitzufliegen. Aber ich kann es zeitlich nicht einrichten, wenn ich nicht gleich um halb 11 schon anfangen will einzukorben und dann nachher verschwitzt und schmutzig zur Arbeit fahren will. Es geht halt nicht. Heute abend wird es nach Feierabend auch zu spät. Dann ist der Kabinenexpress schon unterwegs. Meiner Ansicht nach wären am Sonntag Flüge wohl ab den späten Vormittagsstunden, spätestens aber am Nachmittag möglich. Früher wurde erst einmal eingesetzt, losgefahren und dann geschaut was machbar ist. Heute ist es so, dass der Flug meistens sehr früh verlegt wird. Es ist fast im gesamten deutschen Brieftaubensport inzwischen so, dass die Flüge verlegt werden sobald es vier Tage vor dem angesetzten Flugtermin den Anschein hat, dass es schwierig werden könnte mit einem Auflass.
Ob das nun richtig ist oder falsch will ich gar nicht beurteilen. Es mag für die Tauben besser sein. Man könnte aber auch sagen, dass wir uns damit Tauben auslesen, die nur noch bei optimalen Bedingungen (gutes Wetter, früher Auflass usw.) fliegen können.
Aber diese Praxis macht für viele, insbesondere berufstätige Sportfreunde, das Hobby Brieftaubensport zu einer Freizeitbeschäftigung, die letztlich viel zu oft in reinen Stress ausartet, weil man nichts mehr planen kann neben dem Brieftaubensport und weil die Arbeit nun einmal vorgeht.
Wenn das unser Ziel ist im Brieftaubensport, dann müssen wir eben so weiter machen und sollten uns dann aber nicht darüber wundern, dass die Mitgliederzahlen in jedem Jahr zwischen fünf und zehn Prozent sinken. Nicht nur aus Altersgründen, sondern auch weil jüngere Sportfreunde, die noch viele Jahre Brieftauben reisen könnten, das Hobby anders gestalten (z.b. durch Teilnahme nur an der Jungreise oder nur an OLR) oder indem sie es ganz aufgeben.
Ich kann für mich nur feststellen, dass das deutsche Flugleiterwesen unter der Einführung der Flugsicherungskomission massiv gelitten hat. Viele Flugleiter sind völlig verunsichert. Wenn ein Flugleiter anfängt vorzuziehen oder nach hinten zu schieben, dann dauert es nicht lange und die meisten Flugleiter aus der gleichen Region machen das Gleiche - ob es Sinn macht oder nicht.
Darüber hinaus muss man feststellen, dass durch diese Vorgehensweise die Zahl der Taubenverluste oder schlechten Flugverläufe nicht geringer geworden ist. Es gibt weiterhin immer wieder verlustreiche Flüge. Manchmal kennt man die Gründe, manchmal nicht. Insgesamt hat sich durch die Flugsicherungskomission nach meiner Wahrnehmung aber nicht wirklich etwas zum Positiven verändert. Ich möchte es für heute nicht noch weiter ausführen, aber da scheinen leider noch viel mehr Dinge im Argen zu liegen.
 

Donnerstag, 22.08.2024
Sascha am 22.08.2024 um 05:51 (UTC)
 Schon sehr früh heute morgen wurden wir informiert, dass unser dritter Jungtierpreisflug vom Sonntag auf den Samstag vorverlegt wird. Das bedeutet für mich, dass ich die Tauben aufgrund meines Spätdienstes am Freitag nicht einsetzen kann. Ich müsste sie dann schon ab 11 Uhr morgens fangen und zur Einsatzstelle fahren während das eigentliche Einsatzgeschäft ab 18 Uhr stattfinden und das mache ich dann nicht. Irgendwo hört es auf.
Also muss ich wohl wieder so einen Versuch wie im vergangenen Jahr starten, als die Jungtauben auch zwischendurch 14 Tage nicht geschickt wurden und einen Sprung von 100 auf 200 Kilometer machen müssten. Dieses Mal wäre es dann ein Sprung von 150 auf 250 Km mit 14 Tagen Pause.
Ich muss ehrlich sagen, dass es so keinen Spaß macht Jungtauben zu reisen. Es ist der dritte Preisflug und alle drei wurden vom Termin her verlegt. Ich kann die Gründe dafür nachvollziehen und habe wirklich Verständnis dass man versucht die Flüge bei guten Wetterbedingungen durchzuführen, aber wenn einfach gar nichts mehr planbar ist, dann hat der Brieftaubensport für Berufstätige ja nichts mehr mit einem schönen Hobby zu tun.
Davon abgesehen bin ich nicht überzeugt davon ob die Flüge am Samstag bei den gemeldeten Wetterbedingungen (Wärme und Wind) und den vielen Tauben in der Luft wirklich so sind, dass gute Flugverläufe sehr wahrscheinlich sind. Besonders für Jungtauben, die sich verfliegen, wird es Samstag wohl schwierig.
Gestern hatte ich den Jungtauben am Vormittag um 9.40 Uhr, nachdem die Tauben von den Zwischenflügen durchgezogen waren, Freiflug gegeben und bin dann kurz weg gefahren. Als ich um kurz nach zehn wieder zuhause war, flog der Schwarm um den Schlag. Die Tauben gingen immer wieder hoch, flogen mit Tempo, kamen wieder tiefer usw. Sie zogen aber nie weit weg und waren immer in Sichtweite. Trotzdem waren sie insgesamt fast zwei Stunden in der Luft bevor sie landeten und hereinkamen zur Fütterung. Dann fehlten aber trotzdem vier Jungtiere, die bisher gereist wurden, und eine der verletzten Jungtauben, die nicht gereist werden und die aber noch im Jungtierschlag sind. Ich hatte dann das Tipes-Gerät angestellt und bin zur Arbeit gefahren. Über den Nachmittag sind die Jungtiere dann wieder gekommen. Die Letzte um 18.55 Uhr. Ich stelle mir die Frage warum mehrere Jungtauben aus einem Schwarm herausgehen und sich stundenlang woanders aufhalten wenn der Schwarm doch die ganze Zeit hier in der Nähe des Schlages sehr gut zusammen fliegt? Manchmal verstehe ich es nicht.
Passend dazu schrieb mir gestern ein Sportfreund folgende Email. Vielleicht hat dazu jemand eine Idee:
"Ich habe vorgestern wieder mal ein Erlebnis gehabt wofür ich keine Erklärung habe. Ich lasse meine Jungtauben - 30 Stück um 17 Uhr raus. Normalerweise fliegen diese so 15 Minuten. Tauben weg. Nach gut 1 Std 15 Tauben wiederbekommen,dann keine mehr. Am anderen Tag noch 7 bekommen.8 fehlen.Die Tauben waren 7 mal im Kabi. 2x auf 170 km mit zuletzt 6.000 Tauben.
Was ist da passiert? Ich bin noch sprachlos..Was meinst du? 4 Tauben die jede Tour einen Preis hatten. So viele hab ich auf allen Flügen nicht verloren..."

Ehrlich gesagt fällt mir dazu auch nichts ein außer der Tatsache, dass die Tauben mitgezogen oder wegen Greifvögeln weggeflogen und dann in Hochspannungen o.ä. geflogen sind....
 

Mittwoch, 21.08.2024
Sascha am 21.08.2024 um 06:19 (UTC)
 Die letzte noch fehlende Jungtaube vom Flug am Montag ist gestern nachmittag um 15.45 Uhr auch noch heimgekehrt. Als ich abends nach der Arbeit heimkam, war sie zwar hungrig und hatte an Gewicht verloren, aber insgesamt unverletzt und in ordentlicher Verfassung. Ich habe sie dann extra gesetzt und erst einmal ordentlich gefüttert und nun kann das Jungtier sich erholen.
Vorgestern hatte ich ein sehr interessantes Gespräch mit einer Pferdezüchterin. Sie berichtete, dass sie bei einem ihrer Pferde mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt hätte. Das Tier hatte wohl Allergien (mir war nicht bekannt, dass es so etwas auch bei Pferden gibt) und einige Exzeme ausgebildet. Sie hat sich dann vom Tierarzt beraten lassen und sollte bestimmte Medikamente geben, aber wirklich geholfen haben diese nicht. Sie hatte sich dann den Rat eines zweiten Tierarztes eingeholt. Es wurden andere Medikamente und diverse Produkte ausprobiert und auch das half nicht. Schließlich kam sie in Kontakt mit einer Tierheilpraktikerin. Diese ließ sich dann aufschreiben wie das Pferd ernährt wird. Was es für Futter bekommt und welche Beiprodukte eingesetzt wurden. Der Beiproduktemarkt scheint für Pferde eher noch größer zu sein als bei unseren Brieftauben und die Werbung noch massiver und so hatte auch diese Pferdezüchterin diverse Mittel zum Wohl des Tieres eingesetzt. Im Grunde genommen so, wie wir Brieftaubenzüchter es auch machen.
Nachdem die Tierheilpraktikerin den Versorgungsplan gelesen hatte, schlug sie der Züchterin leichte Veränderungen in der Fütterung vor und erklärte: "Alles andere, diese ganzen Beiprodukte, die lassen Sie mal weg. Alles komplett weglassen." DIe Züchterin befolgte diesen Ratschlag und mittlerweile hat sich nach nun einiger Zeit der Gesundheitszustand ihres Pferdes erheblich gebessert. Die Züchterin sagte zu mir: "Ich bin geheilt von diesen ganzen Mitteln. Man wird ja überall mit Werbung zugedröhnt und irgendwann denkt man auch, dass es ohne diese ganzen Produkte nicht mehr geht und gibt dieses und das und noch was anderes. Aber das mache ich nun nicht mehr und meinen Pferden geht es gut." Die Tierheilpraktikerin habe ihr mit einfachen Worten erklärt, dass diese ganzen Beiprodukte oft nur Durcheinander im Verdauungstrakt der Pferde schaffen, aber wenig Nutzen haben würden.
Um nun auf unsere Tauben zurück zu kommen: ich bin ja schon seit langer Zeit der Meinung, dass die allermeisten Beiprodukte und Ergänzungsfuttermittel für unsere Brieftauben keinen Sinn ergeben und mehr Schaden als Nutzen. Mit einer guten Mineralien- und Gritmischung, gesundem und gutem Futter, vielleicht hin und wieder etwas Grünzeug und meinetwegen ein Mal in der Woche einem Multivitaminpräparat oder Vitaminen auf anderem Weg kommt man bei der Versorgung unserer Tauben schon sehr weit. In der Reisezeit dann vielleicht noch ein Produkt mit Aminosäuren zum Wiederaufbau und damit muss es gehen.
Erst gestern sah ich wieder einen Reiseversorgungsplan mit, wenn ich richtig gezählt habe, 13 verschiedenen Beiprodukten, die man den Tauben über die Woche verabreichen soll.
Ich will gar nicht behaupten, dass man mit so einem Plan nicht auch sehr erfolgreich reisen kann. Aber ich wette, dass mindestens die Hälfte der Produkte, wahrscheinlich eher mehr, vollkommen überflüssig und im Zweifelsfall eher schädlich für unsere Tauben sind.
Dort wo die Taubenqualität gut und die Schlagführung nach Möglichkeit pünktlich und die Gesundheit und Hygiene der Tauben gut ist, dort kann man auch hervorragende Reiseleistungen ohne all diese vielen Mittel erzielen. Wenn es nicht gelingt bessere Leistungen zu erzielen, dann nutzen nicht zusätzliche Produkte, sondern meiner Meinung nach nur eine Verbesserung am Schlag (und damit oft an der Gesundheit), Verbesserungen bei der Hygiene und der Führung der Tauben und eine Verbesserung beim Taubenmaterial.
 

Dienstag, 20.08.2024
Sascha am 20.08.2024 um 05:56 (UTC)
 Der Flug ab Schlüsselfeld gestern ist insgesamt sehr glatt verlaufen. Die Tauben sind schnell und zügig gekommen. Leider konnte ich, wie erwartet, keine Jungtaube heimkehren sehen. Innerhalb von 35 Minuten waren aber 46 von unseren 52 gesetzten Jungtieren zuhause. Darüber hinaus hatte ich drei Jungtauben zuhause gelassen, Zwei Junge Weibchen aus unserem verstorbenen 526 gehen sofort in die Zucht. Ich habe sie jetzt vom Jungtierschlag genommen und eine Jungtaube war ja unter der Woche durch den Greifvogel verletzt worden und kann nicht mehr gereist werden.
Fünf der fehlenden Jungtauben kamen dann im Lauf des Nachmittags bis zum Abend nach, sodass nun noch ein Jungtier fehlt. Vielleicht kommt diese Jungtaube noch heute. Es ist allerdings ebenfalls ein Tier, welches am Haus schon vor den Flügen vor ein paar Wochen leicht durch den Greifvogel verletzt wurde.
Schon als dreizehnte Taube ist gestern übrigens ein Zuflieger hier mit eingesprungen. Diese Taube konnte ich leider dann erst am Abend aus dem Schlag nehmen. Sie sah soweit fit aus, aber schön ist es trotzdem nicht wenn fremde Tauben über viele Stunden zwischen den eigenen Tieren im Schlag sitzen.
Zu meinem gestrigen Beitrag hat mir ein Sportfreund folgendes geschrieben: "Wenn ich deine Berichte lese denke ich die Welt geht unter wenn du nicht da bist..Ich habe 19 Jahre Wechselschicht gemacht, Samstag und Sonntag 12 Std. Von 5 Wochenenden 3 komplett gearbeitet und nie die Tauben gesehen an diesen Tagen..Was solls war eben der Job..Tauben sind nicht das Wichtigste. Akzeptieren oder wirklich aufhören ..andere Lösung gibt es nicht."
Ich habe ihm u,a, geantwortet, dass gerade weil Tauben nicht das Wichtigste sind diese ständigen Flugverlegungen in die Woche völlig kontraproduktiv sind. Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Dann fällt ein Flug halt aus. Darüber hinaus ist auch wegen dieser Einstellung nach dem Motto "akzeptieren oder aufhören" unser Brieftaubensport hinsichtlich der Mitgliederzahlen in einem desolaten Zustand. Warum muss ich diesen Unsinn immer wieder unter der Woche und ständig Flüge anzusetzen akzeptieren? Inzwischen ist es so weit, dass es RVen gibt, die am Freitag einen Preisflug gemacht haben, Sonntag für Montag für einen Trainingsflug eingesetzt haben, nun heute für morgen wieder für einen Trainingsflug einsetzen und dann am Wochenende den nächsten Preisflug starten. Man kann gerne darüber streiten ob das alles wirklich so gut ist für die Jungtauben, wenn man sie alle zwei Tage einsetzt (und sollte an dieser Stelle auch mal ehrlich darüber reden wieviele Medikamente von Züchter, die so reisen, "zur Vorbeuge" ständig verabreicht werden), aber für berufstätige Sportfreunde, die nicht die Zeit haben ihre Tauben jeden zweiten Tag einzukorben, wird hier ganz bewusst und ganz gezielt ein Nachteil erzeugt. Wenn nun jemand viel Wert auf die Jungtaubenreise legt und auf die Preise auf der Jungtierreise, dann kann das schon zu einer Menge Frust führen. Es ist nicht alles ein Fortschritt was uns von mehr oder weniger erfolgreichen Züchtern heutzutage im Brieftaubensport als Fortschritt verkauft wird.
Ich bin gespannt was am kommenden Wochenende passiert, denn für Samstag werden von verschiedenen Wetterdiensten jetzt schon wieder sehr hohe Temperaturen vorhergesagt. Je nachdem wie sich das Wetter wirklich entwickelt wird dann womöglich wieder die große Verlegerei losgehen oder wieder erneut der Freitag als Flugtag freigegeben usw. Aber wie schrieb gestern ein Flugleiter auf meinen Beitrag hin? "Im Nachhinein war die Freigabe des Freitags der blanke Aktionismus. JEDE RV hätte spätestens heute ihren Flug durchführen können." So ist das wohl.
 

Montag, 19.08.2024
Sascha am 19.08.2024 um 05:59 (UTC)
 Die Jungtauben unserer Reisevereinigung stehen heute in Schlüchtern (155 KM) zum Auflass. Es wird sicher noch eine Weile bis sie gestartet werden können. Da ich heute zum Spätdienst muss werde ich die Jungtiere dann nicht sehen können und es wird dann wohl der erste Flug in 45 Jahren Brieftauben im Haus bei dem niemand zu hause ist, wenn die Tauben kommen und es wird auch der Letzte bleiben. Das geht mir jetzt schon auf die Nerven und künftig werde ich keine Tauben mehr setzen, wenn ich nicht sicher weiß, dass ich nicht zuhause bin wenn sie wiederkommen. Brieftaubensport bedeutet für mich die Tauben zu sehen, wenn sie vom Flug kommen und sie dann zu füttern, zu beobachten usw. Wenn das nicht möglich ist, dann macht für mich der Brieftaubensport keinen Sinn.
Unsere Jungtauben sind daran gewöhnt nach dem Freiflug oder einem Wettflug hereingerufen zu werden. Sie werden sicher auch ohne mein Rufen in den Schlag gehen, aber vielleicht braucht es heute dann alles etwas länger. Ich muss es ehrlich sagen: das gefällt mir alles so nicht, aber in unserem Verband zählen ja grundsätzlich die Montage mit zum Wochenende und hin und wieder auch die Freitage.
Ich werde gleich alles vorbereiten für die Jungtiere damit sie ausreichend zu fressen und zu saufen haben, wenn sie wieder da sind und mehr kann ich nicht tun. Wie sagt ein befreundeter Züchter immer? "Brieftauben sind ein Rentnerhobby!" Ich hoffe ansonsten, dass der Flug glatt geht und es keine außergewöhnlichen Verluste zu beklagen gibt und unsere Jungtiere noch ein bißchen etwas lernen.
 

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