| | Am Sonntag kamen am Nachmittag zwei Vögel vom Flug nach hause, die augenscheinlich unterwegs getrunken hatten. Einer hatte Lehm an den Füßen, der andere ganz blitzblank abgewaschene Füße. Besonders in den zwei Tagen nach so einem Flug achten wir dann immer sehr auf den Kot der Tauben. Denn es ist durchaus möglich, dass eine Taube unterwegs auch einmal Coli-Bakterien oder andere Erreger beim Saufen aufnimmt. Außerdem geben wir gerne dann Sonntag Abend und auch am Montag Heilerde ans Futter, die Giftstoffe bindet. Ins Wasser kommt Oxilite Plus zur Desinfektion des Trinkwassers. Das Trinkwasser wird auch selbstverständlich mindestens zwei Mal pro Tag gewechselt. Gerade bei diesen warmen Temperaturen. Normalerweise gelingt es immer durch dieses Vorgehen Medikamentengaben zu vermeiden. Wir haben keine Lust den Tauben aus Angst davor, dass sie sich irgendetwas eingefangen haben könnten, jede Woche irgendein Medikament zu geben. Sollte mal wirklich eine Taube negativ auffalllen, dann kann man sie immernoch einzeln behandeln, wenn es notwendig ist,
Unsere Vögel sind aktuell noch im Freiflug draußen und bewegen sich ganz gut trotz sehr drückender und schwüler Luft. Das ist immer ein gutes Zeichen, dass soweit alles in Ordnung ist,
Am vergangenen Sonntag hat tatsächlich eine Gruppe des Regionalverbandes 200, indem auch unser Verbandspräsident aktiv ist, einen 500 Kilometer Flug um 10.30 Uhr auf der Ostrichtung gestartet. Wohlgemerkt obwohl die FSK von Flügen über deutlich mehr als 400 KM abgeraten hatte.
Die Konkurszeiten dieses Fluges sind mit etwa 90 Minuten noch relativ ok. Ob die fehlenden zwei Drittel der Tauben dann am Abend und am nächsten Tag gut nach hause gekommen sind, möchte ich einmal dahingestellt lassen. Aber alleine die Tatsache, dass man einen 500 KM-Flug (trotz anderer Empfehlung hinsichtlich der Distanz) um 10.30 Uhr auflässt erscheint mir doch höchst zweifelhaft und ich weiß nicht, ob sich die Flugsicherungskomission doch eher mit solchen Vorgängen beschäftigen sollte, als mit allzu frühen Auflässen und der "Angst" vor Inversionen.
Ich hatte vor einiger Zeit darüber geschrieben, dass im Regionalverband 258 mehrere RVen zur Altreise hin ihre Reiserichtung verändert haben. D.h. die Jungtiere wurden im vergangenen Jahr noch auf einer anderen Reiseroute trainiert. Das Ergebnis dieser Entscheidung kann man sehr schön anhand von Zahlen beschreiben: auf bisher sieben Preisflügen ist man dort noch nicht über eine Distanz von 350 KM hinaus gekommen und trotzdem waren von anfangs 146 teilnehmenden Schlägen nun am vergangenen Wochenende nur noch 88 am Preisflug beteiligt und die Taubenzahlen der teilnehmenden RVen sanken von 4714 Tauben auf 1812 Tauben. Natürlich sind nicht alle Tauben ausgeblieben. Aber viele Sportfreunde haben dort scheinbar frustriert die Reise eingestellt.
Das war in dieser Form eigentlich vollständig so absehbar. Trotzdem wurde dieser Wechsel vollzogen. Wir selbst haben hier in schöner Regelmäßigkeit immer wieder Zuflieger aus den beteiligten RVen. Sie werden gemeldet und wurden auch immer abgeholt. Aber insgesamt sind das doch Handlungen, die unserem Brieftaubensport einfach nur schaden. Auch damit sollte man sich in unserem Verband einmal befassen.
Es gibt im Brieftaubensport häufig Dinge, die man so nicht vorhersehen kann. Aber dass ein Auflass für einen recht weiten Flug um 10.30 Uhr nicht optimal ist oder dass ein Richtungswechsel zur Altreise hin nicht gut funktionieren kann, dass weiß man nun wirklich aus Erfahrungen früherer Jahre längst. Dass dann trotzdem derartige Entscheidungen getroffen werden, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Wenn man es nicht mit Dummheit erklären möchte, dann vielleicht mit der Gier einzelner Züchter nach Meisterschaften und mehr Erfolgen.
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