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Sonntag, 25.06.2023
Sascha am 25.06.2023 um 03:37 (UTC)
 Es ist halb 6 Uhr morgens und nach diesem Flug kann man als Brieftaubenliebhaber natürlich nicht mehr schlafen. Um es kurz zu machen: es war das erwartete Fiasko. Ob der Konkurs bereits geschlossen ist in RV und Regionalverband weiß ich nicht. Vielleicht ganz spät gestern am Abend, vielleicht läuft er noch. Es fehlen reihenweise sehr gute Tauben - bei uns und vielen anderen Sportfreunden. Das was gestern bei diesem Auflass um 10.50 Uhr gemacht wurde, ist in meinen Augen mit grob fahrlässig noch wohlwollend umschrieben. Ich möchte hier auch noch nicht zu sehr ins Detail gehen, aber wer auch immer im Einzelnen dieses Desaster zu verantworten hat, sollte ganz schnell in sich gehen und alles was mit dem Brieftaubensport zu tun hat am Besten für immer ad acta legen. Und sollte noch irgendein Verantwortlicher auf die Idee kommen das Vorgehen bzgl dieses Auflasses in irgendeiner Form schön zu reden, dann verstehe ich endgültig die Welt nicht mehr.
Nun setze ich mich erst einmal wieder in den Garten und hoffe, dass doch noch einige Tauben den Weg nach hause finden.
 

Samstag, 24.06.2023
Sascha am 24.06.2023 um 05:09 (UTC)
 7.00 Uhr:
Das Wetter hat sich genau so entwickelt, wie es gestern bereits am frühen Abend vorhergesagt wurde. In Passau ist kein früher Auflass möglich. Im Gegenteil: es scheint so als sollte bis Mittag dort gar nichts machbar sein. Jetzt noch zurück zu fahren erscheint mir auch kaum sinnvoll, denn dann müsste man zwei Stunden fahren, hätte noch Tränk- und Standzeit und dann wäre auch erst ein später Auflass möglich. Insgesamt war das Vorziehen des Fluges wegen zwei Grad Außentemperatur von Samstag zu Sonntag Unterschied leider eine Fehlentscheidung. So etwas passiert - das kann man niemandem vorwerfen. Aber ich bleibe dabei: auch bei Flugverlegungen sollte man einfach mal Geduld haben und die Füße stillhalten. In den vergangenen Jahren waren die Flüge (und es waren nicht wenige), an denen wir verlegt haben, zumeist nicht besser als hätten wir den Flug am ursprünglich geplanten Tag durchgeführt.
Die Wetterlage heute in Passau erinnert mich sehr stark an das Wetter im Jahr 2015 dort in der Gegend. Wir standen damals in Wegscheid. Die Tauben wurden erst um 9.10 uhr gestartet. Es herrschte auch auf den ersten 50 oder 100 Kilometern der Strecke teilweise noch Nebel. Der Flug verlief von der Konkurszeit normal, aber es fehlten abends und am nächsten Tag viel zu viele Tauben. V.a. sehr gute Tauben. Eine Woche nach dem Flug bin ich mit dem PKW damals los gefahren und habe viele verflogene und gemeldete Tauben für unseren ganzen Regionalverband im Raum Hannover eingesammelt. Trotzdem kamen viele gute Tauben nicht nach hause. So etwas muss man nicht wieder haben. Dann sollte man lieber bis morgen stehen bleiben, die Tauben gut versorgen und morgen sehr früh starten. Ich bin gespannt was man nun entscheidet.
12.00 Uhr
Man hat unsere Tauben um 10.50 Uhr in Passau aufgelassen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht dazu schreiben. Ich wünsche allen Züchtern und Tauben "Gut Flug"
 

Freitag, 23.06.2023
Sascha am 23.06.2023 um 06:13 (UTC)
 Hier regnet es schon seit einigen Stunden Bindfäden. Das tut der Natur sehr gut. Gestern hatten wir besonders am frühen Abend ein starkes Gewitter. Aber während wir hier noch relativ glimpflich durch die Unwetter gekommen sind, hat es weiter südlich im Sauerland teilweise Hagelkugeln von bis zu 5 Zentimeter Durchmesser gegeben und nur wenige Kilometer weiter nördlich von uns sind die Keller vollgelaufen mit Wasser.
WIr haben den Witwervögeln gestern abend keinen Freiflug mehr gegeben. Da war das Risiko zu groß bei den schnell aufziehenden Unwettern und dem damit verbundenen sehr starken Wind und dem Starkregen, dass irgendetwas passieren kann.
Heute in den Mittagsstunden setzen wir dann für den morgigen Flug ein. Ich bin mir nicht sicher ob wir die Tauben morgen in Passau relativ früh heraus bekommen. Denn auch dort wird es heute noch stark regnen und dann ist die Frage wie die Sichten und der Dunst morgen früh sind. Auch in der Strecke. Denn aus den ganzen Vorjahren ist ja bekannt, dass es an der Donau herauf doch oftmals sehr schwierig ist. Insgesamt wird es mit der Wetterentwicklung für morgen sicherlich noch spannend.
Im Zuchtschlag habe ich die Paare gestern zunächst einmal getrennt. In Kürze werde ich dann noch einmal ein wenig umpaaren und einige Paare neu zusammen setzen, aus denen wir dann einige Sommerjunge züchten, von denen wir uns auch selbst einige Jungtiere für die Zucht auswählen. Manchmal sind es Kreuzungsprodukte und dann z.b. Geschwister von guten Reisetauben, die wir für uns behalten und von Zeit zu Zeit paaren wir auch Tauben in Linie oder auch mal ganz eng, um unsere Stammlinie ein wenig zu erhalten. Es darf aber auch alles nicht zu viel werden. Insgesamt wollen wir den Zuchtbestand eher noch ein wenig verkleinern. Weniger Zuchttauben bedeutet weniger Jungtiere züchten und damit auch weniger Arbeit und geringere Kosten und damit eigentlich in letzter Konsequenz auch mehr Freude am Hobby.

18.45 Uhr:
Unsere Tauben sind seit 13 Uhr im Kabi und fahren nun zum Auflassort. Wenn ich mir das Wetter so anschaue, dann kriegen wir morgen in Passau keinen frühen Auflass hin. Vor 9 Uhr nicht und das ist für einen 500er immer schlecht. Ich fürchte das Vorziehen des Fluges war keine gute Entscheidung, denn Sonntag wäre - Stand jetzt - ein sehr früher Auflass möglich.
Wenn das Wetter so kommt wie jetzt vorhergesagt, dann haben wir durch das Vorziehen wieder überhaupt nichts gewonnen. Schon seit längerer Zeit plädiere ich dafür den Flug so durchzuführen wie es im Reiseplan steht und wenn das Wetter dann zu schlecht ist, die Strecke zu verkürzen oder nach hausw zurück zu fahren oder auch mal einen Tag stehen zu bleiben.
Wenn sich die Vorhersagen in den Abendstunden jetzt nicht noch deutlich ändern, wäre es sinnvoller nur bis Straubing, also etwa 60 km kürzer, zu fahren.
 

Donnerstag, 22.06.2023
Sascha am 22.06.2023 um 05:48 (UTC)
 Gestern Nachmittag erhielten wir die Mitteilung, dass unser Flug ab Passau auf den Samstag vorgezogen wird. Das Einsetzen der Tauben soll am Freitag mittag erfolgen. Grund für das Vorziehen sind wohl in erster Linie die angesagten Temperaturunterschiede zwischen Samstag und Sonntag. Letztlich scheint es aber auch am Sonntag nicht so übermäßig warm zu werden, dass dort kein Taubenflug möglich wäre. Erstmals in dieser Saison werden die Tauben dann auch etwas Kopfwind bekommen und das wird dann vermutlich schon ein etwas anderer Flug werden. Mal schauen wieviele Tauben überhaupt noch gesetzt werden, denn inzwischen sind wir ja teilweise soweit in Deutschland, dass Züchter schon 500 KM-Flüge gar nicht mehr setzen oder ihre jährigen Tauben zuhause lassen. Warum das so ist, verstehe ich zwar nicht ganz, aber es ist doch zu beobachten, dass man den Tauben von Jahr zu Jahr weniger zutraut. Und durch die neuen Bedingungen zu den deutschen Meisterschaften, bei denen am Ende nur irgendwie die Gesamtkilomterzahlen passen müssen, mutieren dann einige Regionalverbände nahzu zu Kurzstreckenverbänden. Aber dazu werde ich nach Abschluss der Alttierreise noch ausführlicher etwas schreiben.
Wie auch immer: jetzt gerade sind unsere Vögel das letzte Mal vor dem Flug zum Freiflug draußen, denn heute abend sind schon starke Gewitter vorhergesagt, sodass kein Freiflug möglich wäre. Auch aktuell zieht schon Regen herein, aber nicht gewittrig. Es kann sein, dass gleich noch einige Witwervögel auf dem Dach baden und dann wird es wohl wieder ein Geduldsspiel bis alle Vögel wieder im Schlag sein.
Insgesamt ist die Luft unglaublich drückend und es bewegt sich kein Blatt und bis auf einige Drosseln hört man auch kaum einmal einen Singvogel. Die Tiere spüren das Wetter auch. Hoffentlich werden die Gewitter am Abend nicht zu heftig.
 

Mittwoch, 21.06.2023
Sascha am 21.06.2023 um 06:15 (UTC)
 Gestern erhielten wir die Information, dass am kommenden Sonntag der 500-Kilometer-Flug ab Passau stattfinden soll. Wie sich das Wetter bis dahin entwickelt muss man sehen. Gestern wurden noch recht moderate Temperaturen angekündigt. Heute sehen die Vorhersagen so aus, dass es doch wieder recht warm zu werden scheint. Einige melden Winde aus nördlichen Richtungen, andere aus südlichen. Es ist noch nicht vorherzusehen.
Trotz der Wärme haben wir unseren Witwervögeln gestern abend Freiflug gegeben. Sie werden ja nicht gezwungen viel zu fliegen, aber wenn sie sich bewegen möchten, dann können sie das auch tun. Warum soll eine Taube nicht bei höheren Temperaturen nach draußen?
Heute werden wir hier wettermäßig einen recht ruhigen, schwülen Tag bekommen und morgen wird es dann gewittrig, wobei noch überhaupt nicht vorherzusehen ist wie die Gewitter ziehen und wo sie herunter kommen. Aber es ist vorstellbar, dass es dann morgen gar keinen Freflug geben kann, denn bei Gewitter und möglichem Starkregen oder Hagel lassen natürlich auch wir keine Tauben heraus.
Was man bei diesem Wetter und diesen Temperaturen merkt: seitdem wir die Photovoltaik-Platten auf unser Hausdach gebaut haben, heizen sich der Dachboden und damit auch die Taubenschläge bei sonnigem Wetter deutlich weniger auf. Das scheint doch einige Vorteile für unsere Tauben mit sich zu bringen. Denn an richtig sonnigen Tagen mit Außentemperaturen um die 30 Grad (oder noch mehr im Hochsommer) waren dann oben auf den Schlägen doch teilweise Temperaturen nahe der 40 Grad oder noch höher. Jetzt ist es ein Stück weit angenehmer für den Züchter und v.a. für die Tauben. Und das meine ich insgesamt am Benehmen der Witwervögel zu bemerken. Sie fressen noch etwas besser und sie sind auch nicht ganz so wild und teilweise "verrückt". Obendrein geben wir in diesem Jahr ja zusätzlich zum Futter keine Sämereien, keinen Hanf un keine Sonnenblumenkerne und das scheint sich auch positiv auszuwirken bislang. Ich meine das nicht einmal bezogen auf die Reiseleistung, sondern einfach dahingehend, dass es etwas stressfreier ist mit den Witwervögeln. Sie kommen nach dem Freiflug besser herein und benehmen sich insgesamt etwas ruhiger.
 

Dienstag, 20.06.2023
Sascha am 20.06.2023 um 06:28 (UTC)
 Am Sonntag kamen am Nachmittag zwei Vögel vom Flug nach hause, die augenscheinlich unterwegs getrunken hatten. Einer hatte Lehm an den Füßen, der andere ganz blitzblank abgewaschene Füße. Besonders in den zwei Tagen nach so einem Flug achten wir dann immer sehr auf den Kot der Tauben. Denn es ist durchaus möglich, dass eine Taube unterwegs auch einmal Coli-Bakterien oder andere Erreger beim Saufen aufnimmt. Außerdem geben wir gerne dann Sonntag Abend und auch am Montag Heilerde ans Futter, die Giftstoffe bindet. Ins Wasser kommt Oxilite Plus zur Desinfektion des Trinkwassers. Das Trinkwasser wird auch selbstverständlich mindestens zwei Mal pro Tag gewechselt. Gerade bei diesen warmen Temperaturen. Normalerweise gelingt es immer durch dieses Vorgehen Medikamentengaben zu vermeiden. Wir haben keine Lust den Tauben aus Angst davor, dass sie sich irgendetwas eingefangen haben könnten, jede Woche irgendein Medikament zu geben. Sollte mal wirklich eine Taube negativ auffalllen, dann kann man sie immernoch einzeln behandeln, wenn es notwendig ist,
Unsere Vögel sind aktuell noch im Freiflug draußen und bewegen sich ganz gut trotz sehr drückender und schwüler Luft. Das ist immer ein gutes Zeichen, dass soweit alles in Ordnung ist,
Am vergangenen Sonntag hat tatsächlich eine Gruppe des Regionalverbandes 200, indem auch unser Verbandspräsident aktiv ist, einen 500 Kilometer Flug um 10.30 Uhr auf der Ostrichtung gestartet. Wohlgemerkt obwohl die FSK von Flügen über deutlich mehr als 400 KM abgeraten hatte.
Die Konkurszeiten dieses Fluges sind mit etwa 90 Minuten noch relativ ok. Ob die fehlenden zwei Drittel der Tauben dann am Abend und am nächsten Tag gut nach hause gekommen sind, möchte ich einmal dahingestellt lassen. Aber alleine die Tatsache, dass man einen 500 KM-Flug (trotz anderer Empfehlung hinsichtlich der Distanz) um 10.30 Uhr auflässt erscheint mir doch höchst zweifelhaft und ich weiß nicht, ob sich die Flugsicherungskomission doch eher mit solchen Vorgängen beschäftigen sollte, als mit allzu frühen Auflässen und der "Angst" vor Inversionen.
Ich hatte vor einiger Zeit darüber geschrieben, dass im Regionalverband 258 mehrere RVen zur Altreise hin ihre Reiserichtung verändert haben. D.h. die Jungtiere wurden im vergangenen Jahr noch auf einer anderen Reiseroute trainiert. Das Ergebnis dieser Entscheidung kann man sehr schön anhand von Zahlen beschreiben: auf bisher sieben Preisflügen ist man dort noch nicht über eine Distanz von 350 KM hinaus gekommen und trotzdem waren von anfangs 146 teilnehmenden Schlägen nun am vergangenen Wochenende nur noch 88 am Preisflug beteiligt und die Taubenzahlen der teilnehmenden RVen sanken von 4714 Tauben auf 1812 Tauben. Natürlich sind nicht alle Tauben ausgeblieben. Aber viele Sportfreunde haben dort scheinbar frustriert die Reise eingestellt.
Das war in dieser Form eigentlich vollständig so absehbar. Trotzdem wurde dieser Wechsel vollzogen. Wir selbst haben hier in schöner Regelmäßigkeit immer wieder Zuflieger aus den beteiligten RVen. Sie werden gemeldet und wurden auch immer abgeholt. Aber insgesamt sind das doch Handlungen, die unserem Brieftaubensport einfach nur schaden. Auch damit sollte man sich in unserem Verband einmal befassen.
Es gibt im Brieftaubensport häufig Dinge, die man so nicht vorhersehen kann. Aber dass ein Auflass für einen recht weiten Flug um 10.30 Uhr nicht optimal ist oder dass ein Richtungswechsel zur Altreise hin nicht gut funktionieren kann, dass weiß man nun wirklich aus Erfahrungen früherer Jahre längst. Dass dann trotzdem derartige Entscheidungen getroffen werden, ist überhaupt nicht nachvollziehbar. Wenn man es nicht mit Dummheit erklären möchte, dann vielleicht mit der Gier einzelner Züchter nach Meisterschaften und mehr Erfolgen.


 

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