| | Unter einer Preisliste einer Reisevereinigung aus dem Regionalverband 409 vom letzten Wochenende, konnte man folgendes lesen:
"Liebe Sportfreunde,
wie im Protokoll der Frühjahrsversammlung vermerkt, wurden durch den Regionalvorstand die rechtlichen Vorgaben zum Transport der Tauben zum 500 km Flug geprüft. Da die rechtlichen Vorgaben eine möglichst kurze Transportdauer fordern, ist ein Einsetzen am Donnerstag mit einer daraus resultierenden sehr langen Standzeit am Bestimmungsort nicht zulässig. Daher erfolgt das Einsetzen am Freitagvormittag. Die genauen Einsatzzeiten werden noch bekanntgegeben. Vielen Dank für Euer Verständnis.
Euer Regionalvorstand"
Wenn man denkt, dass man im Brieftaubensport schon jeden Blödsinn einmal gehört oder gelesen hat, dann wird man doch immer wieder überrascht. Diese Zeilen des Regionalverbandsvorstandes gehören für mich jedenfalls dazu.
Als ich gelesen hatte was dort geschrieben stand, habe ich sofort versucht einige Erkundigungen einzuziehen, denn von solchen Dingen könnte ja auch unsere RV oder unser Regionalverband einmal betroffen sein. Also habe ich versucht herauszufinden, ob irgendjemand innerhalb unseres Verbandes bis hoch in die Verbandsspitze in Essen von einer solchen "tiergerechten Vorschrift" gehört hat. Ich habe niemanden gefunden. Keiner konnte mir sagen wie man um alles in der Welt auf die Idee kommen kann, dass ein Einsetzen für einen 500er am Vormittag oder Mittag vor dem Flugtag tiergerechter sei, als zwei Tage vorher am Abend.
In Belgien oder den Niederlanden setzten die Sportfreunde ihre Tauben ab spätestens 400 KM Entfernung oftmals zwei Tage vorher ein und ich habe niemals gehört, dass das nachteilig ist für die Tauben oder sogar im Ganzen nicht tiergerecht. Man kann sicherlich darüber diskutieren was besser ist. Studien dazu gibt es leider nicht. Aber einfach zu behaupten ein Einsetzen zwei Tage vor einem 500er sei aufgrund von rechtlichen Vorgaben nicht tiergerecht, ist in meinen Augen großer Kokolores.
Es gibt überall Sportfreunde, die sich fast schon traditionell schwer damit tun, bei einem Einsatz der Tauben zwei tage vor einem Flug gute Ergebnisse zu erzielen. Teilweise sehr gut reisende Schläge haben immer wieder schwache Resultate und teilweise Verluste, wenn ein Einsatz der Tiere zwei Tage vorher erfolgt. Man kann nur spekulieren woran das liegt. Vielleicht an der Qualität der Tauben, aber wahrscheinlicher doch daran, dass Tauben auf eine bestimmte Weise für Flüge vorbereitet werden und das wiederum oft nicht gut funkioniert, wenn sie schon zwei Tage vorher in den Kabi gesetzt werden.
Ich will nicht behaupten, dass im Regionalverabnd 409 bestimmte Sportfreunde ein Interesse daran haben unbedingt nur einen Tag vorher einzusetzen, da sie sonst ein schwaches Ergebnis befürchten müssen....aber bevor man solch ein Schreiben unter eine öffentliche Preisliste setzen lässt, wäre es doch besser gewesen dieses einmal offiziell verbandsseitig abklären zu lassen. Alles in Allem ist das für mich ein sehr zweifelhafter Vorgang.
Auch am vergangenen Wochenende gab es wieder Flüge mit teilweise extrem zu langen Konkurszeiten und vermutlich auch allzu vielen fehlenden Tauben. Ich kann nicht verstehen mit wie wenig Sachverstand Verantwortliche da teilweise Entscheidungen treffen. Es war doch nun das erste Wochenende in diesem Jahr mit Temperaturen an die 30 Grad Celsius. Auch unsere Brieftauben müssen sich doch erst einmal akklimatisieren und daran gewöhnen. Wie man dann auf die Idee kommen kann 500-Kilometer-Flüge durchzuführen oder 400-Kilometer-Flüge bei deutlichem Gegenwind, wenn die Tauben vorher niemals besonders lange auf den Flügeln waren, ist mir ein völliges Rätsel. Wer hat etwas davon? Der Züchter, der nachher vor halbleeren Schlägen steht? DIe Taube, die verloren geht? Warum gelingt es einigen Verantwortlichen einfach nicht die notwendige Geduld aufzubringen? Wie erklären diese handelnden Personen Konkurszeiten von an die vier oder gar sechs Stunden? Muss das denn alles sein? Wir haben durch den dauerhaften und beständigen Wind aus östlichen Richtungen und durch die nun wieder anhaltende Trockenheit und zunehmende Wärme eine besondere Wettersituation und der sollten wir auch im Hinblick auf unsere Tauben Rechnung tragen. Unnötige Risiken sollten unbedingt vermieden werden. Aber scheinbar gelingt das nicht überall, weil verschiedentlich handelnde Personen zu fahrlässig sind. Dieser Eindruck entsteht für mich jedenfalls wenn ich mir so manchen Flugverlauf ansehe.
Für uns ist der 500-Kilometer-Flug für den kommenden Sonntag geplant. Die Tendenz scheint dahin zu gehen, dass sich das Wetter nicht ändert und wir weiterhin nordöstliche Winde haben und die Temperaturen relativ hoch sein werden. Ob so ein Flug dann einen glatten Verlauf nehmen kann sollte man genau abwägen und im Zweifelsfall immer für die Taube entscheiden. Unsere Preistauben waren auf den bisherigen sieben Flügen nun maximal etwa fünf Stunden auf dem Flügel. Länger war es windbedingt bisher nicht. Sollte sich der Wind nun dahingehend entwickeln, dass die Tauben plötzlich sieben Stunden bei Wärme fliegen müssen, dann wird es für viele Tiere problematisch. Insofern muss man die Entwicklung des Wetters gut beobachten und nicht einfach einen Flug durchziehen, weil er so auf dem Plan steht.
Wir werden versuchen unsere Tauben in dieser Woche möglichst gut vorzubereiten auch einen 500er gut zu überstehen. Ob das gelingt wird man sehen. Aber man sollte allemal vorsichtig sein und auch an die Sportfreunde denken, deren Tauben bisher schon Schwierigkeiten hattem die Flüge erfolgreich zu bewältigen. | | | |
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