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Montag, 26.06,2023
Sascha am 26.06.2023 um 04:06 (UTC)
 Es ist wohl mehr als 40 Jahre her, dass ein Brieftaubenflug einmal für unseren Schlag und wohl aucn für unsere RV in einem solchen Desaster geendet ist, wie der zurückliegende Flug vom Samstag. Damals reisten wir noch zum Norden und der Endflug über 600 KM musste mangels zurückgekehrter Tauben nach einer Woche abgebrochen werden.
So einen Verlauf hat der zurückliegende Flug ab Passau nicht genommen. Aber was die fehlenden Tauben betrifft reden wir in unserer RV wahrscheinlich von einem Anteil von an die 40 bis 50 Prozent.
Ich kann und will mich über diese katastrophale Auflassentscheidung einfach nicht beruhigen. Wenn schon kurz nach dem Bekanntwerden des Auflass erfahrene und gute Flugleiter aus verschiedenen anderen Regionalverbänden Kontakt in unseren Regionalverband aufnehmen und fragen; "Was habt ihr denn da gemacht?", wenn diese feststellen: "Das kann doch nicht gut gehen." und wenn in Richtung unserer Verantwortlichen von Flugleiterkollegen von "Hasardeuren" gesprochen wird, dann ist wohl vieles schon erklärt.

Über den ganzen gestrigen Tag hinweg haben mich Sportfreunde aus allen Regionen Deutschlands kontaktiert, haben ihr Bedauern ausgesprochen, versucht Mut zuzusprechen usw. Ich kann mich dafür nur bedanken.
Aber der einhellige Tenor war: "Was habt ihr da gemacht? Wer hat das zu verantworten?" Ein Sportfreund sagte mir: "Ich habe 60 Jahre Brieftauben, aber dieser Auflass widerspricht allem, was ich in diesen 60 Jahren im Brieftaubensport gelernt habe." Ich konnte und wollte ihm da nicht widersprechen.
Man hat ohne Not einen Flug gestartet, der nun viele Sportfreunde an das Ende ihrer Brieftaubenzüchterkarriere bringt. Ältere Sportfreunde stehen vor leeren Schlägen und haben auch kaum oder gar keine Jungtiere gezüchtet und werden nun das Hobby beenden (müssen).
Ich will versuchen noch einmal kurz aufzuarbeiten was an diesem Flugtag passiert ist:

Nachdem unser Regionalverband am vergangenen Sonntag einen recht glatten 400 KM-Flug ab Wörth an der Donau absolviert hatte, wurden einzelne (zumeist berufstätige Sportfreunde) am Donnerstag durch das Flugleitergremium kontaktiert, um zu erfragen, ob es ihnen möglich sei am Freitag Mittag ihre Tauben einzusetzen, da man wetterbedingt beabsichtige den Flug ab Passau vom Sonntag auf den Samstag vorzuziehen. In erster Linie wurde mit den deutlich höher vorhergesagten Temperaturen am Sonntag argumentiert.
Nachdem hier wohl größtenteils Einigkeit erzielt worden war, erhielten wir am Donnerstag gegen 16 Uhr die Mitteilung durch das zuständige Flugleitergremium, dass das Einsatzgeschäft für den Flug ab Passau am Freitag ab 13 Uhr erfolgen solle. Hierzu muss man wissen, dass es eigentlich einen Beschluss lt. Protokoll der Regionalverbandssitzung gibt, dass wir für den Fall das ein 500 oder 600 KM-Flug auf den Samstag vorgezogen werden muss, am Donnerstag abend einsetzen.

Die 5 beteiligten RVen setzen die Tauben in zwei Fahrzeuge. Die RVen Hamm an der Lippe und Lippetaler Hamm nutzten ein Fahrzeug, die RVen Werl und Umgegend, Sauerland Meschede und Möhnetal Warstein nutzten das andere Fahrzeug, wobei die RV Möhnetal Warstein ihre Tauben in den Anhänger einsetzte.
Bereits am Abend nach dem Einsetzen gaben die Wetterberichte eindeutig her, dass ein früher Auflass in Passau nicht möglich sein würde (Regen, starke Bedeckung, schlechte Sicht). Es wäre also möglich gewesen die Fahrer unterwegs anzuweisen gar nicht erst bis Passau zu fahren, sondern einen kürzer gelegenen Auflassort aufzusuchen. Passau wurde aber angefahren, wobei sich die Wetterlage weiter verschlechterte und selbst ein Auflass der Tauben bis 10 Uhr schon am späten Freitagabend nicht mehr möglich erschien.
Als sich am Samstagmorgen in unserem Regionalverband bereits fast alle Sportfreunde darauf eingestellt hatten, dass die Tauben bis zum nächsten Tag stehen bleiben und gegebenenfalls dann sogar ein Stück zurück gefahren werden, erhielten wir die Mitteilung dass sie um 10.50 Uhr gestartet wurden.

Es war bereits zu diesem Zeitpunkt deutlich klar, dass der Flug keinen guten Verlauf nehmen konnte. Die Wetterbedingungen am Auflassort waren mehr als bescheiden (Ich habe dazu einige Webcam-Aufnahmen gespeichert), es wurden für den Heimatbereich am Nachmittag recht hohe Temperaturen und Sonnenschein vorhergesagt und es herrschte auf der gesamten Strecke (erstmals in diesem Jahr) leichter Kopfwind. Es musste also mit einer Flugzeit von etwa sieben Stunden in der Spitze gerechnet werden. (im Ergebnis erzielte die Siegertaube des Regionalverbandsflugs fast exakt 1200 m/min), was eine Rückkehr der ersten Tauben um etwa 18 Uhr bedeutet hätte.

Die Tauben kamen bei den allermeisten Schlägen spärlich bis schlecht oder gar nicht bis zum Eintreffen der Dunkelheit. Bemerkenswert ist an dieser Stelle: Die beiden RVen mit der weitesten mittleren Entfernung (Hamm) hatten die deutlich kürzesten Konkurszeiten, während die Konkurszeiten der Tauben in dem anderen Kabi-Zug deutlich länger waren ( 4 Stunden, 7 Stunden, 8 Stunden). Hier muss geprüft werden ob die Tauben in diesem Kabi ordnungsgemäß versorgt wurden (bei der Anfahrt und am Auflassort), denn solche Differenzen sind sehr ungewöhnlich zumal eben die beiden weitesten Rven ingesamt einen deutlich besseren Flug hatten.
Am Sonntag morgen kamen einige Tauben nach bis etwa 10.30 Uhr, aber insgesamt deutlich zu wenig. Danach riss es, vermutlich wärmebedingt, erneut ab.

Viele Züchter stellen sich die Frage: was hat den zuständigen Flugleiter zu einem so späten Auflass bewogen, wo doch alle Möglichkeiten bestanden hätten stehen zu bleiben und am Sonntag früh auflassen zu können oder auch im Vorlauf oder im Nachhinein die Strecke zu verkürzen. Es ist überhaupt nicht ersichtlich warum ein so später Auflass zu einem anspruchsvollen Flug derart spät erfolgte, wo doch die Erfahrungen seit Jahren zeigen, dass in der Regel späte Auflässe bei weiten Flügen zu keinem guten Flugverlauf führen.

Wie kann es sein, dass für eine Vorverlegung des Fluges mit niedrigeren Temperaturen argumentiert wird, die Tauben dann aber so aufgelassen werden, dass sie in der heissesten Phase des Tages in den Heimatbereich fliegen müssen und das bei höheren Temperaturen als bei einem sehr frühen Auflass am Sonntagmorgen (welcher ja möglich gewesen wäre)?

Es wäre wirklich alles möglich gewesen: aufgrund der Wetterprognosen schon frühzeitig die Fahrer informieren und kürzer zu fahren. Frühzeitig von Passau wegfahren und die Strecke verkürzen (wie es ein anderer Regionalverband getan hat), die Strecke verkürzen und am nächsten Tag bei gutem Wetter auflassen., in Passau stehen bleiben und am nächsten Tag dort auflassen (was allerdings auch sehr anspruchsvoll gewesen wäre).
Es hätte reichlich Alternativen gegeben den Tauben einen sicheren Heimflug zu gewährleisten. Nichts davon wurde getan. Es wurde ein Auflass beschlossen, der in meinen Augen schlichtweg so nicht zu verantworten war.

Das sind nun alles Dinge, die aufgearbeitet werden müssen. Sind die Tauben gut versorgt gewesen? Warum wurde in Anbetracht der Wetterverhältnisse ohne Not der Auflass entschieden? Wer war an der Entscheidung beteiligt? Wer hat es zu verantworten? Und dann müssen einfach Konsequenzen gezogen werden. So etwas geht nicht. Niemand macht solche Fehler absichtlich, aber hier geht es um Tiere und mit diesen Tieren ist nicht so sorgfältig verfahren worden, wie es zwingend notwendig gewesen wäre.

Kurz noch zu unserer Situation hier im Schlag. Von 35 eingesetzten Tieren haben wir 22 zuhause. Das ist prozentual wohl noch eines der besseren Resultate in unserer RV. Es fehlen die besten Tauben, die wir in diesem und auch in den letzten Jahren hatten. Alte und erfahrene Tauben, die schon viele Flüge erfolgreich bestritten haben. Tauben mit 8/8, 7/8, 7/8, 7/8, 7/8. 7/8, 6/8 usw. Preisen bisher. Tauben mit vielen Spitzenpreisen in diesem und auch in den Vorjahren.
Es ist wirklich ein Debakel wie wir es in den letzten 40 Jahren nicht erlebt haben. Die Tiere waren - das kann man mir wohl glauben, denn so viel verstehe ich von Brieftauben - in einer sehr, sehr guten Verfassung für einen ordentlch verlaufenden 500-Kilometer-Flug. Beim Einsetzen der Tauben war ich wirklich sehr zuversichtlich.

Aber das ist nun alles hinfällig und fünf Jahre züchterische Aufbauarbeit nach dem letzten schlimmen Flugverlauf 2018 sind zu einem ganz großen Teil zunichte gemacht. An das Schicksal jeder einzelnen Taube, die nun noch bei uns und auch bei vielen anderen Sportfreunden fehlt, darf ich gar nicht denken, sonst wird mir schlecht.

Solange die Geschehnisse um diesen Flug nicht vollständig und vollkommen klar aufgearbeitet worden und die Verantwortlichen benannt sind, geht von unserem Schlag keine einzige Taube mehr in einen Kabinenepress. Keine Alttaube und keine Jungtaube.

Hier gibt es nichts mehr schön zu reden, auch wenn es gottseidank auch Sportfreunde gibt, die ihre Tauben besser und zahlreicher nach hause bekommen haben. Aber Konkursverläufe von 7 oder 8 Stunden über Nacht sind in der heutigen Zeit schlicht nicht mehr tolerierbar, wenn sie schon im Vorfeld bei sorgfältiger Arbeit absolut zu vermeiden gewesen wären.

Daher sei mir heute noch folgende Anmerkung gestattet: wer es für richtig befindet heutzutage einen 500 KM-Flug bei nicht einfachen Bedingungen und bei schwierigem Wetter am Auflassort erst eine Stunde vor Mittag zu starten, der hat entweder wenig bis keine Ahnung von Brieftauben oder das Schicksal der Brieftauben ist ihm völlig egal oder er war zum Zeitpunkt der Entscheidung irgendwie in seiner Entscheidungsfindung beeinträchtigt oder beeinflusst.

Ich hoffe dass auch die zuständigen Gremien unseres Verbandes sich mit diesem Flug ausgiebig beschäftigen und entsprechende Entscheidungen treffen. So geht es einfach nicht mehr!
 

Sonntag, 25.06.2023
Sascha am 25.06.2023 um 03:37 (UTC)
 Es ist halb 6 Uhr morgens und nach diesem Flug kann man als Brieftaubenliebhaber natürlich nicht mehr schlafen. Um es kurz zu machen: es war das erwartete Fiasko. Ob der Konkurs bereits geschlossen ist in RV und Regionalverband weiß ich nicht. Vielleicht ganz spät gestern am Abend, vielleicht läuft er noch. Es fehlen reihenweise sehr gute Tauben - bei uns und vielen anderen Sportfreunden. Das was gestern bei diesem Auflass um 10.50 Uhr gemacht wurde, ist in meinen Augen mit grob fahrlässig noch wohlwollend umschrieben. Ich möchte hier auch noch nicht zu sehr ins Detail gehen, aber wer auch immer im Einzelnen dieses Desaster zu verantworten hat, sollte ganz schnell in sich gehen und alles was mit dem Brieftaubensport zu tun hat am Besten für immer ad acta legen. Und sollte noch irgendein Verantwortlicher auf die Idee kommen das Vorgehen bzgl dieses Auflasses in irgendeiner Form schön zu reden, dann verstehe ich endgültig die Welt nicht mehr.
Nun setze ich mich erst einmal wieder in den Garten und hoffe, dass doch noch einige Tauben den Weg nach hause finden.
 

Samstag, 24.06.2023
Sascha am 24.06.2023 um 05:09 (UTC)
 7.00 Uhr:
Das Wetter hat sich genau so entwickelt, wie es gestern bereits am frühen Abend vorhergesagt wurde. In Passau ist kein früher Auflass möglich. Im Gegenteil: es scheint so als sollte bis Mittag dort gar nichts machbar sein. Jetzt noch zurück zu fahren erscheint mir auch kaum sinnvoll, denn dann müsste man zwei Stunden fahren, hätte noch Tränk- und Standzeit und dann wäre auch erst ein später Auflass möglich. Insgesamt war das Vorziehen des Fluges wegen zwei Grad Außentemperatur von Samstag zu Sonntag Unterschied leider eine Fehlentscheidung. So etwas passiert - das kann man niemandem vorwerfen. Aber ich bleibe dabei: auch bei Flugverlegungen sollte man einfach mal Geduld haben und die Füße stillhalten. In den vergangenen Jahren waren die Flüge (und es waren nicht wenige), an denen wir verlegt haben, zumeist nicht besser als hätten wir den Flug am ursprünglich geplanten Tag durchgeführt.
Die Wetterlage heute in Passau erinnert mich sehr stark an das Wetter im Jahr 2015 dort in der Gegend. Wir standen damals in Wegscheid. Die Tauben wurden erst um 9.10 uhr gestartet. Es herrschte auch auf den ersten 50 oder 100 Kilometern der Strecke teilweise noch Nebel. Der Flug verlief von der Konkurszeit normal, aber es fehlten abends und am nächsten Tag viel zu viele Tauben. V.a. sehr gute Tauben. Eine Woche nach dem Flug bin ich mit dem PKW damals los gefahren und habe viele verflogene und gemeldete Tauben für unseren ganzen Regionalverband im Raum Hannover eingesammelt. Trotzdem kamen viele gute Tauben nicht nach hause. So etwas muss man nicht wieder haben. Dann sollte man lieber bis morgen stehen bleiben, die Tauben gut versorgen und morgen sehr früh starten. Ich bin gespannt was man nun entscheidet.
12.00 Uhr
Man hat unsere Tauben um 10.50 Uhr in Passau aufgelassen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht dazu schreiben. Ich wünsche allen Züchtern und Tauben "Gut Flug"
 

Freitag, 23.06.2023
Sascha am 23.06.2023 um 06:13 (UTC)
 Hier regnet es schon seit einigen Stunden Bindfäden. Das tut der Natur sehr gut. Gestern hatten wir besonders am frühen Abend ein starkes Gewitter. Aber während wir hier noch relativ glimpflich durch die Unwetter gekommen sind, hat es weiter südlich im Sauerland teilweise Hagelkugeln von bis zu 5 Zentimeter Durchmesser gegeben und nur wenige Kilometer weiter nördlich von uns sind die Keller vollgelaufen mit Wasser.
WIr haben den Witwervögeln gestern abend keinen Freiflug mehr gegeben. Da war das Risiko zu groß bei den schnell aufziehenden Unwettern und dem damit verbundenen sehr starken Wind und dem Starkregen, dass irgendetwas passieren kann.
Heute in den Mittagsstunden setzen wir dann für den morgigen Flug ein. Ich bin mir nicht sicher ob wir die Tauben morgen in Passau relativ früh heraus bekommen. Denn auch dort wird es heute noch stark regnen und dann ist die Frage wie die Sichten und der Dunst morgen früh sind. Auch in der Strecke. Denn aus den ganzen Vorjahren ist ja bekannt, dass es an der Donau herauf doch oftmals sehr schwierig ist. Insgesamt wird es mit der Wetterentwicklung für morgen sicherlich noch spannend.
Im Zuchtschlag habe ich die Paare gestern zunächst einmal getrennt. In Kürze werde ich dann noch einmal ein wenig umpaaren und einige Paare neu zusammen setzen, aus denen wir dann einige Sommerjunge züchten, von denen wir uns auch selbst einige Jungtiere für die Zucht auswählen. Manchmal sind es Kreuzungsprodukte und dann z.b. Geschwister von guten Reisetauben, die wir für uns behalten und von Zeit zu Zeit paaren wir auch Tauben in Linie oder auch mal ganz eng, um unsere Stammlinie ein wenig zu erhalten. Es darf aber auch alles nicht zu viel werden. Insgesamt wollen wir den Zuchtbestand eher noch ein wenig verkleinern. Weniger Zuchttauben bedeutet weniger Jungtiere züchten und damit auch weniger Arbeit und geringere Kosten und damit eigentlich in letzter Konsequenz auch mehr Freude am Hobby.

18.45 Uhr:
Unsere Tauben sind seit 13 Uhr im Kabi und fahren nun zum Auflassort. Wenn ich mir das Wetter so anschaue, dann kriegen wir morgen in Passau keinen frühen Auflass hin. Vor 9 Uhr nicht und das ist für einen 500er immer schlecht. Ich fürchte das Vorziehen des Fluges war keine gute Entscheidung, denn Sonntag wäre - Stand jetzt - ein sehr früher Auflass möglich.
Wenn das Wetter so kommt wie jetzt vorhergesagt, dann haben wir durch das Vorziehen wieder überhaupt nichts gewonnen. Schon seit längerer Zeit plädiere ich dafür den Flug so durchzuführen wie es im Reiseplan steht und wenn das Wetter dann zu schlecht ist, die Strecke zu verkürzen oder nach hausw zurück zu fahren oder auch mal einen Tag stehen zu bleiben.
Wenn sich die Vorhersagen in den Abendstunden jetzt nicht noch deutlich ändern, wäre es sinnvoller nur bis Straubing, also etwa 60 km kürzer, zu fahren.
 

Donnerstag, 22.06.2023
Sascha am 22.06.2023 um 05:48 (UTC)
 Gestern Nachmittag erhielten wir die Mitteilung, dass unser Flug ab Passau auf den Samstag vorgezogen wird. Das Einsetzen der Tauben soll am Freitag mittag erfolgen. Grund für das Vorziehen sind wohl in erster Linie die angesagten Temperaturunterschiede zwischen Samstag und Sonntag. Letztlich scheint es aber auch am Sonntag nicht so übermäßig warm zu werden, dass dort kein Taubenflug möglich wäre. Erstmals in dieser Saison werden die Tauben dann auch etwas Kopfwind bekommen und das wird dann vermutlich schon ein etwas anderer Flug werden. Mal schauen wieviele Tauben überhaupt noch gesetzt werden, denn inzwischen sind wir ja teilweise soweit in Deutschland, dass Züchter schon 500 KM-Flüge gar nicht mehr setzen oder ihre jährigen Tauben zuhause lassen. Warum das so ist, verstehe ich zwar nicht ganz, aber es ist doch zu beobachten, dass man den Tauben von Jahr zu Jahr weniger zutraut. Und durch die neuen Bedingungen zu den deutschen Meisterschaften, bei denen am Ende nur irgendwie die Gesamtkilomterzahlen passen müssen, mutieren dann einige Regionalverbände nahzu zu Kurzstreckenverbänden. Aber dazu werde ich nach Abschluss der Alttierreise noch ausführlicher etwas schreiben.
Wie auch immer: jetzt gerade sind unsere Vögel das letzte Mal vor dem Flug zum Freiflug draußen, denn heute abend sind schon starke Gewitter vorhergesagt, sodass kein Freiflug möglich wäre. Auch aktuell zieht schon Regen herein, aber nicht gewittrig. Es kann sein, dass gleich noch einige Witwervögel auf dem Dach baden und dann wird es wohl wieder ein Geduldsspiel bis alle Vögel wieder im Schlag sein.
Insgesamt ist die Luft unglaublich drückend und es bewegt sich kein Blatt und bis auf einige Drosseln hört man auch kaum einmal einen Singvogel. Die Tiere spüren das Wetter auch. Hoffentlich werden die Gewitter am Abend nicht zu heftig.
 

Mittwoch, 21.06.2023
Sascha am 21.06.2023 um 06:15 (UTC)
 Gestern erhielten wir die Information, dass am kommenden Sonntag der 500-Kilometer-Flug ab Passau stattfinden soll. Wie sich das Wetter bis dahin entwickelt muss man sehen. Gestern wurden noch recht moderate Temperaturen angekündigt. Heute sehen die Vorhersagen so aus, dass es doch wieder recht warm zu werden scheint. Einige melden Winde aus nördlichen Richtungen, andere aus südlichen. Es ist noch nicht vorherzusehen.
Trotz der Wärme haben wir unseren Witwervögeln gestern abend Freiflug gegeben. Sie werden ja nicht gezwungen viel zu fliegen, aber wenn sie sich bewegen möchten, dann können sie das auch tun. Warum soll eine Taube nicht bei höheren Temperaturen nach draußen?
Heute werden wir hier wettermäßig einen recht ruhigen, schwülen Tag bekommen und morgen wird es dann gewittrig, wobei noch überhaupt nicht vorherzusehen ist wie die Gewitter ziehen und wo sie herunter kommen. Aber es ist vorstellbar, dass es dann morgen gar keinen Freflug geben kann, denn bei Gewitter und möglichem Starkregen oder Hagel lassen natürlich auch wir keine Tauben heraus.
Was man bei diesem Wetter und diesen Temperaturen merkt: seitdem wir die Photovoltaik-Platten auf unser Hausdach gebaut haben, heizen sich der Dachboden und damit auch die Taubenschläge bei sonnigem Wetter deutlich weniger auf. Das scheint doch einige Vorteile für unsere Tauben mit sich zu bringen. Denn an richtig sonnigen Tagen mit Außentemperaturen um die 30 Grad (oder noch mehr im Hochsommer) waren dann oben auf den Schlägen doch teilweise Temperaturen nahe der 40 Grad oder noch höher. Jetzt ist es ein Stück weit angenehmer für den Züchter und v.a. für die Tauben. Und das meine ich insgesamt am Benehmen der Witwervögel zu bemerken. Sie fressen noch etwas besser und sie sind auch nicht ganz so wild und teilweise "verrückt". Obendrein geben wir in diesem Jahr ja zusätzlich zum Futter keine Sämereien, keinen Hanf un keine Sonnenblumenkerne und das scheint sich auch positiv auszuwirken bislang. Ich meine das nicht einmal bezogen auf die Reiseleistung, sondern einfach dahingehend, dass es etwas stressfreier ist mit den Witwervögeln. Sie kommen nach dem Freiflug besser herein und benehmen sich insgesamt etwas ruhiger.
 

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