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Montag, 07.11.2022
Sascha am 07.11.2022 um 15:39 (UTC)
 Das waren einige anstrengende, aber auch schöne Tage auf der Soester Allerheiligenkirmes. Ich merke aber doch, dass auch ich nicht jünger werde und das feiern über mehrere Tage fällt schon um einiges schwerer als früher.
Die Tauben wurden in diesen Tagen nur sehr spartanisch versorgt. Futter und Wasser wurden, außer am letzten Donnerstag, jeden Tag gereicht und das war es dann auch. Sauber gemacht wurde nicht. Aber das hole ich dann in dieser Woche nach. Den Tieren schadet es ja nicht.
Wenn ich mir unsere Tiere im Moment so ansehe, dann kann ich nur (wie in fast jedem Jahr) feststellen, dass sie ohne großen Aufwand, d.h. ohne besondere Präparate, in diesem Jahr sogar ohne Mausermischung sehr gut und ohne Fehler mausern. Das könne sie aus sich heraus und da benötigen sie nicht zig Mittel oder gar einen Plan zur Versorgung in der Mauserzeit, wie ich es letztens von einem Sportfreund in einem Video gesehen habe.
In der Zeitschrift "De Duif" schreibt der Spitzenzüchter Willem de Bruijn in seiner Kolumne auch über das Thema und auch er mit all seiner Erfahrung und all seinen Erfolgen sieht es sehr ähnlich. Die Tauben brauchen in der Mauser nicht zig Beiprodukte und sie benötigen auch keine Mausermischung (bei Sportfreund de Bruijn bekommen sie auch keine, sondern immer das gleiche Futter).
Ich habe den Eindruck, dass ganz besonders bei uns in Deutschland die Mittelchengläubigkeit bzgl der Versorgung der Tauben in der Mauser oder in der Zucht oder in der Reise ungebrochen groß ist und kann mir das gar nicht wirklich erklären. Die meisten Züchter sind doch sehr lange dabei und sie haben sicherlich schon sehr, sehr viel in ihrem Züchterleben ausprobiert. Aber am Ende, das muss man doch ehrlich so sagen, haben die verschiedenen Beiprodukte doch fast nie einen Unterschied gemacht.
Wir haben hier schon Tauben auf verschiedenen Schlägen in der Mauserzeit völlig unterschiedlich versorgt. Und im Januar, wenn die Mauser vollständig abgeschlossen war, konnte man keinerlei Unterschied erkennen. Auch in der Reise haben wir das früher schon gemacht, als hier bei uns auf dem Dachboden noch ein Schlag mehr stand. Wir haben von den Witwerschlägen, die wir heute noch nutzen die Tauben so gereist wie immer und die Tauben auf dem ehemaligen Extra-Schlag ganz besonders versorgt mit allen möglichen Produkten einer bestimmten Firma nach Plan. Im Ergebnis gab es nachher keinerlei Unterschied bei dem was die Tauben geflogen haben.
Wir haben mal Tauben in der Mauser auf einem Schlag sehr regelmäßig mit Buttermilch versorgt und auch mit mehr Mineralien und einem speziellen Mauserprodukt und in den anderen Schlägen nicht. Und auch da war nie ein Unterschied nach Abschluss der Mauser zu sehen. Und auch nicht im folgenden Reisejahr.
Letztlich kann das auch jeder Züchter für seinen Bestand immer selbst entscheiden. Aber ich denke, dass es gerade in Zeiten wie gerade, in denen die Kosten doch überall erheblich steigen, sicherlich kein Fehler ist darüber nachzudenken, ob wirklich alles notwendig ist, was man den Tauben so "Gutes" angedeien lässt. Es mag doch das ein oder andere überflüssig sein.
Dieser Tage stellte ein Sportfreund, der unser Hobby noch nciht so lange betreibt, im Internet die interessante Frage welche Punkte im Brieftaubensport entscheidend sind und gab auch selbst sofort seine Einschätzung zum Besten:

40 Prozent funktionierender Schlag
30 Prozent Taubenqualität
10 Prozent Futter
10 Prozent Beiprodukte
5 Prozent Hygiene
5 Prozent Medikamente

Ich selbst habe auf diese Frage geantwortet, dass 90 Prozent die Taubenqualität ausmacht und der Rest halt drumherum passen muss. Und je länger ich mich mit Tauben beschäftige über die Jahre, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass meine Annahme in etwa stimmt. Denn eines steht fest: man kann sich den besten Schlag der Welt bauen lassen, man kann sich ein Top-Versorgungssystem mit Futter und Beiprodukten ausarbeiten lassen, man kann sich vom Tierarzt intensiv betreuen lassen und man kann die Schläge stets top gepflegt haben oder Trockenmistmethode machen oder was auch immer....ohne sehr gute Tauben nützt dieses alles nichts um an die Spitze zu kommen. Ja, man kann immer über Versorgung, über Medikamente, über die Funktionalität des Schlages usw diskutieren und sicher gibt es da auch immer etwas zu verbessern. Aber letztlich sind es Kleinigkeiten. Denn wenn die gute Taube nicht da ist, dann bringt es nichts. Dann kann ich bei den Tauben schlafen und alles unternehmen um sie in Form zu bekommen und den Schlag, wenn es notwendig ist, umbauen und verbessern....ich werde dann auch insgesamt sicherlich besser reisen. Aber der entscheidende Faktor bleibt die gute Taube. Denn mit keinem Mittel und keinem Schlag der Welt kann man aus einem Esel ein Rennpferd machen.
Und deswegen bleibt die Suche nach der guten Taube und ganz besonders der Versuch diese selbst zu züchten das Allerwichtigste im Brieftaubensport. Alles Andere (und somit beispielsweise auch die Versorgung in der Mauser usw.) sind ebenfalls spannende Aspekte in unserem Hobby. Aber sind sie und bleiben deutlich nachrangig aus meiner Sicht...
 

Mittwoch, 02.11.2022
Sascha am 02.11.2022 um 10:54 (UTC)
 Heute werden die Tauben noch einmal ordentlich und etwas stärker als sonst gefüttert und in den nächsten Tagen wird dann alles ein wenig auf Sparflamme gehalten, denn dann ist Allerheiligenkirmes in Soest und da kann ich mich nur wenig um die Tauben kümmern.
Deswegen habe ich die Tauben heute morgen noch einmal baden lassen, habe die Schläge gereinigt und dann verabschiede ich mich am Nachmittag und wann ich dann wieder in die Schläge komme ist schlecht vorhersehbar, Den Tauben hat das aber noch nie geschadet.
Viele Züchter, die eine Winterzucht planen mit ihren Tauben sind nun schon damit beschäftigt zu impfen und die Zuchtplanung voran zu treiben usw. Ich bin froh, dass wir das hier nicht machen, denn es wäre mir einfach zu viel Arbeit. Ich sehe für uns da auch keinen Sinn drin. Und zwei Monate früher anzupaaren bedeutet eben auch zwei Monate mehr Arbeit, zwei Monate länger irgendwelche Jungtauben füttern und das vielleicht bei winterlichen Temperaturen. Wir müssen das nicht haben.
Trotzem mache ich mir doch immer wieder Gedanken um das kommende Zuchtjahr und versuche auf dem Papier mir Ideen für Zuchtpaare zu notieren oder andere Dinge, die mir so einfallen.
Da wir unseren zuchtbestand auch wieder ein wenig verkleinert haben, muss ich allerdings noch etwas genauer schauen bei der Zusammensetzung der Paare, denn viele unserer Zuchttiere sind inzwischen untereinander verwandt und für die Zucht von Reisetauben wollen wir nicht zu eng in Verwandtschaft verpaaren.
Im Gegensatz zu unserer Verkleinerung des Bestandes beobachte ich bei vielen Schlägen, auch echten Top-Schlägen, ein immer weiteres Aufblähen der Bestände. Das hat verschiedene Gründe, aber es sind eben auch immer alles Arbeit und Kosten, die dann zusätzlich anfallen. Ich denke jedoch, dass am Ende sowieso pro Jahrgang immer nur ganz wenige Top-Tauben ausfallen und das tun sie auch ob ich nun 50 Zucht- oder Vermehrungspaare halte oder nur 15 solcher Paare. Die Anzahl der Topper ist so oder so am Ende eines Zuchtjahres sehr gering. Insofern ist es uns lieber einen kleineren Bestand intensiv zu betreuen und sehr streng zu selektieren, als einen größeren Bestand zu halten und vielleicht ein bißchen mehr Auswahl zu haben.
Für die nächsten Tage verabschiede ich mich jetzt und schreibe dann wahrscheinlich erst in der kommenden Woche wieder.

Wer noch ein wenig schauen möchte, wo ich mich in den kommenden Tagen herumtreibe, der kann das hier tun:

Die Superkirmes von Soest
 

Montag, 31.10.2022
Sascha am 31.10.2022 um 16:07 (UTC)
 Gestern gab es bei uns leckere Kohlrabi aus dem eigenen Garten zu essen und ich habe den Tauben dann etwas von dern Blättern der Kohlrabipflanzen in die Volieren gegeben und sie haben sich ordentlich darüber her gemacht. Es fällt schon auf, das die Täubinnen deutlich mehr und lieber das Grünzeug fressen, als die Vögel. Eine Erklärung habe ich dafür aber nicht wirklich. Denn ich hatte die Blätter erst zur Verfügung gestellt, nachdem die Tauben schon satt gefüttert waren. Es liegt also nicht am Hunger der Tiere. Aber insgesamt fressen die Weibchen einfach deutlich mehr und lieber Salat oder anderes Grünfutter.
Ansonsten tut sich hier nicht viel. Die Tauben sehen schon wieder weitgehend glatt aus und es fliegen nicht mehr so viele Federn, was auch angenehm ist. Insofern werde ich wahrscheinlich schon jetzt bald das Mauserfutter (das sind immernoch alle möglichen Futtersorten aus der Reise gemischt mit Zuchtfutter) ein wenig mit Säuberungsmischung oder Paddy-Reis zu verdünnen, zumal dann, wenn die Temperaturen weiter deutlich zu hoch bleiben für die Jahreszeit.
 

Sonntag, 30.10.2022
Sascha am 30.10.2022 um 04:43 (UTC)
 Leider konnte ich gestern aus beruflichen Gründen nicht an der Siegerehrung der Westfalenmeisterschaft teilnehmen. Ich hatte mich sehr auf die Veranstaltung gefreut, aber es gibt einfach wichtigere Dinge als Brieftauben-Veranstaltungen. So schade wie es ist, dass ich nicht nach Verl fahren konnte. Ich hoffe natürlich, dass die Feier insgesamt einen schönen Verlauf genommen hat und sowohl der Veranstalter, als auch die Gäste schließlich zufrieden waren.
Schon jetzt hat sich eine Reisevereinigung gefunden, die im kommenden Jahr den Siegertag zur Westfalenmeisterschaft ausrichten möchte und das zeigt durchaus, dass wir mit dem Konzept der Westfalenmeisterschaft weiterhin auf dem richtigen Weg sind.
Unsere eigenen Tauben kommen im Moment, ebenfalls beruflich bedingt, auch ein wenig kurz. Sie erhalten schnell, so wie es zeitlich geht, Futter und Wasser und das ist schon alles. Das Reinigen der Schläge entfällt derzeit auch, aber das ist letztlich auch kein großes Problem.
Auch in den letzten Tagen haben uns wieder Anfragen zu Spendentauben und Gutscheinen - schon für das Jahr 2023 - erreicht und ich habe die Anfragen überwiegend abgesagt. Es geht für uns einfach nicht mehr dass wir zu den ganzen Jubiläen und sonstigen Veranstaltungen etwas spenden. Das ist nicht böse gemeint. Aber die vielen Anfragen übersteigen leider deutlich das, was wir hier leisten können. Davon abgesehen, das habe ich ja schon häufiger betont, sind wir wirklich keine Freunde dieses ganzen Taubengeschachers.
Was in unseren Schlägen nun wieder anliegt ist unsere "Kur"
über ein paar Tage mit Usnea, Ropa und Colinol. Ich hatte es bereits vor einiger Zeit beschrieben, dass wir in der Winterzeit etwa alle vier Wochen für etwa 5-6 Tage allen unseren Tauben diese Mittel über die Tränke geben. Das machen wir immer so ungefähr um das Monatsende herum und das gefällt uns recht gut. Danach gibt es dann wieder drei Wochen praktisch nur klares Wasser bis auf die Gabe von Jod wöchentlich und hin und wieder einem Multivitamin. Auf diese Weise ist es uns in den letzten Jahren sehr gut gelungen die Tauben im Frühjahr in einer wirklich guten Verfassung zu haben ohne dass wir Medikamente einsetzen mussten. Ich denke das sollte auch in diesem Jahr bzw. im nächsten Frühjahr so sein...
 

Freitag, 28.10.2022
Sascha am 28.10.2022 um 16:38 (UTC)
 In der aktuellen Brieftaube findet sich das Protokoll zur Klausurtagung der Regionalverbandsvorsitzenden vor einiger Zeit. Für mich ist alleine diese Zusammenkunft ein Indiz dafür wie wenig man realisiert hat, dass der deutsche Brieftaubensport in weiten Teilen in fünf Jahren mausetot ist. Man hat als Verband in den vergangenen Jahren etwa nochmals ein Drittel seiner Mitglieder verloren und wir verlieren jedes Jahr weiter deutlich über fünf Prozent mit einer Tendenz, die sich beschleiúnigen wird.
Von den verbleibenden wenigen Mitgliedern sind etwa 20 Prozent über 80 Jahre alt. Das Sterben des Brieftaubensports in Deutschland auf Raten wird sich nun jedes Jahr beschleunigen.
Und statt nun einmal die Dinge anders anzugehen, durchgreifende Reformen durchzusetzen und den Taubensport attraktiv zu machen (wie auch immer das regional und im Einzelfall sein könnte) geht es weiter wie bisher nach dem Motto "vorwärts immer, rückwärts nimmer".
Wir leisten uns weiter diese Klausurtagung, bei der, das kann nun jeder dem Protokoll entnehmen, rein gar nichts herausgekommen ist außer einigen Kosten. Wir leisten uns weiter eine Unmenge Vereine und RVen, viel zu viele Regionalverbände und diese elende Struktur der Mitgliederversammlung über Delegierte. Wir tun so, als hätten wir 100.000 und mehr Mitglider, streiten uns um irgendwelche dämlichen Meisterschaften, leisten uns weiter eine DBA, die den Verband in jedem Jahr ein Vermögen kostet und verschließen vor dem nachhaltigen Niedergang unseres Hobbys weitgehend die Augen. Stattdessen plant man nun folgendes:
"Wie vom Arbeitskreis Zukunft vorgeschlagen, habe das Präsidium eine externe Beratungsagentur (ehrenamt24) beauftragt. Diese hat die Arbeit des Verbandes analysiert und Verbesserungsvorschläge unterbreitet. Diese Auswertungen wurden auch den Regionalverbänden zur Verfügung gestellt und würden sukzessive
abgearbeitet, soweit dies sinnvoll sei."
Sorry, aber wenn man auf diese Art versucht Mitglieder zu gewinnen und den Brieftaubensport irgendwie wieder attraktiv zu machen, dann ist das gänzlich zum Scheitern verurteilt. In den Fehlkonstrukten der Regionalverbände ist in großer Mehrzahl bisher noch alles versandet und im alltäglichen Klein Klein und dem Gezerre um persönliche Vor- und Nachteile zum Erliegen gekommen.
Viele Schläge, RVen und Regionalverbände versuchen durch fortlaufende Versteigerungen und Verkäufe noch irgendwie Geld zusammen zu kratzen, um den Brieftaubensport überhaupt weiter betreiben zu können. Und irgendwann in sehr naher Zeit wird man feststellen, dass nichts mehr geht. Nicht mehr vor und nicht zurück. Dann ist Ende.
Unser Verband gefällt sich irgendwie immernoch in der Rolle des Verwalters unseres Niedergangs und man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es in diesem ganzen Konstrukt noch zu viele gibt, die einfach persönlich irgendwie profitieren und deswegen gar nichts ändern wollen....so geht es dann irgendwie alles dahin.
 

Donnerstag, 27.10.2022
Sascha am 27.10.2022 um 17:11 (UTC)
 Wenn ich hier in den letzten Tagen schon darüber spreche, wie wir unsere Tauben selektieren und welche Ansprüche wir an die Reiseleistung stellen und auf was wir achten, wenn wir uns versuchen mit einzelnen Tauben zu verstärken, dann möchte ich nicht versäumen zu ergänzen, dass wir uns auch immer Gedanken darüber machen wie ein Schlag, von dem wir überlegen uns Tauben dazuzuholen, seine Leistungen erzielt.
Denn aus unserer Sicht gibt es, wenn man so will, zwei Sorten von Schlägen: die einen erzielen ihre sehr guten Leistungen mit relativ wenig Aufwand, ohne großes Privattraining, ohne Massen an Zusatzprodukten und ohne ständige Medikamentengaben und die anderen - ich nenne die Tauben dieser Schläge immer "Systemtauben" - tun genau das Gegenteil. Sowohl so, als auch so, kann man erfolgreich Tauben spielen.
Aber wir haben eine sehr genaue Vorstellung davon wie wir selbst unsere Tauben erfolgreich spielen möchten: relativ einfache Versorgung, sehr wenige Medikamentengaben (besonders während der Reise) und keinerlei privates Training.
Wenn wir uns nun also umschauen wo wir vielleicht gute Tauben finden können, dann müssen es zuvorderst natürlich Tiere von einem Züchter sein, mit dem wir uns verstehen und mit dem wir sofort eine gute "Basis" im Kontakt finden.
Dann sollte dieser Züchter die Tauben möglichst ähnlich führen, wie wir selbst es tun. Ohne großen Schnickschnack und Aufwand. Gerade hinsichtlich Medikamentengaben sind wir da sehr aufmerksam. Es gibt ja Züchter, die sagen: "Wir geben wenig Medizin, in der Reise auch möglichst wenig und außerhalb der Reise sowieso." Und wenn man dann genauer nachfragt, dann machen sie vor der Reise diverse Kuren um die Tauben "sauber zu machen" und in der Reise gibt es dann z.b. 3 - 4 mal etwas gegen Trichomonaden (z.b. durch Tabletten oder Metro-Kropfspülungen), dann noch 3-4 mal etwas "für die Luftwege" (die verschiedenen Präparate sind da ja auch hinlänglich bekannt) und schließlich noch ab und an was für den Darm oder gegen Pilze etc. - Und das bedeutet dann folglich, dass man in 13, 14, oder 15 Flugwochen im Grunde genommen fast jede Woche ein Medikament gibt.
Von solchen Beständen wollen wir keine Tauben haben. Man kann ehrlich darüber sprechen und jeder kann das alles tun wie er möchte, aber uns helfen Tauben aus solchen Beständen in der Regel in keiner Weise weiter.
Konkret: wer schon vor der Reise damit beginnt mit Baytril und diversen Atemwegspräparaten zu behandeln, der wird sicherlich nicht in der Reise plötzlich damit aufhören (können).
Unser System mit den Beiprodukten habe ich schon häufig beschrieben. Es ist recht einfach und über das ganze Jahr praktisch gleich. Es ist dabei nicht entscheidend, dass wir die Produkte von Dr. Marien nehmen. Es gibt andere Produkte von anderen Firmen, die sicherlich genauso gut sind. Das kann jeder für sich selbst testen. Aber aus Beständen, die in der Reise jeden Tag verschiedene andere Produkte ins Wasser und an das Futter geben, um die Tauben gesund zu halten oder in Form zu bringen und diese zu halten, wollen wir auch keine Tauben. Das passt nicht zu unseren Tauben und zu unserem System. Wir halten das für überflüssig und eher etwas schädlich für die Qualität des Bestandes auf die Dauer. Beispielsweise würden wir keine Tauben aus Beständen einführen, welche 365 Tage im Jahr ihr Trinkwasser ansäuern. So etwas ist aus unserer Sicht nicht gut für die Widerstandskräfte eines Bestandes.
Insofern unterhalten wir uns gerne auch mit Sportfreunden, welche die Tauben völlig anders führen als wir. Aber Tauben aus solchen Beständen bringen uns eher selten weiter.
An dieser Stelle sollte man als Züchter auch ehrlich miteinander umgehen. Denn wenn jemand es bevorzugt rund um das Jahr und in der Reise viele Produkte und/oder Medikamente einzusetzen, dann spricht grundsätzlich nichts dagegen. Das soll jeder tun wie er es für richtig hält. Nur muss es einfach auch passen. Und für uns passen Tauben aus diesen Schlägen eher selten bis nie, denn wir beobachten oft, dass sie anfälliger sind für Krankheiten und auch bei schwierigen Flugverläufen schneller ausbleiben etc. als unsere Tiere.
Als Letztes achten wir darauf mit welchen Tauben ein Schlag seine guten Leistungen erzielt. Das bedeutet für uns zunächst einmal zu schauen, ob jemand mit Weibchen gut reist oder mit Witwervögeln oder ob er beide Geschlechter reist und ob es dort große Unterschiede hinsichtlich der Leistung von Weibchen und Vögeln gibt.
Sind die Leistungen von beiden Geschlechtern annähernd gleich, dann ist es für uns in Ordnung. Reisen in einem Schlag (wie es oft vorkommt) die Weibchen deutlich besser als die Vögel, kommt es eher nicht für uns in Frage uns mit Tauben aus diesem Bestand zu verstärken. Manchmal reist ein Schlag sehr gut nur mit Weibchen, hat aber im Bestand viele Tauben von einem oder mehreren Züchtern, die sehr gut mit Vögeln reisen. Dann ist es für uns ok auch aus diesem Schlag mal Tauben zu testen.
Reist ein Schlag aber seit Jahren nur noch gut mit Weibchen und hat Tauben, die wir praktisch nicht kennen (von ihrer Abstammung her), dann würden wir solche Tauben nicht einführen wollen. Sie passen in der Regel nicht zu unseren Tauben.
An dieser Stelle mal eine kleine Anmerkung: Sportfreunde, die stark mit Weibchen spielen, selektieren ihre Tauben oft darauf, dass sie während der Reise nicht besonders paarig sind und dass die Weibchen in der Reisesaison nicht dazu neigen untereinander zu paaren. Das ist für diese Züchter auch nachvollziehbar und absolut richtig. Aber für uns, die wir nur mit Vögeln reisen, sind solche Weibchen immer sehr schwierig, weil sie oft nicht so feurig sind, nicht so paarig, manchmal mehr fixiert auf den Züchter als auf ihren Partner. Wir aber brauchen top Witwerweibchen, die sehr paarig sind und stark angebunden sind an ihren Partner usw. Das ist schon ein Unterschied bei durchgezücheten Beständen.
Insgesamt kann ich sagen, dass es für uns nicht immer ganz leicht ist hinsichtlich vermeintlicher Verstärkungen das Richtige für uns zu finden. Aber es macht mir auch Spaß. Ich studiere dann Preislisten, nehme manchmal Kontakt zu Züchtern auf, deren Leistungen für uns interessant sind und dann muss man schauen ob ein ehrlicher Austausch zustande kommt und man sich irgendwie sympathisch ist. Denn ohne den guten Kontakt zwischen den Züchtern geht es schon gar nicht.
 

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