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Sonntag, 04.01.2026
Sascha am 04.01.2026 um 07:51 (UTC)
 Neben den Beiprodukten, die für die Versorgung unserer Tauben ernährungsphyiologisch wichtig sind, wie zusätzliche Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und bestimmten Eiweißen, gibt es von den Anbietern eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Mitteln, welche sich positiv auf die Gesundheit der Tauben auswirken sollen.
Es gibt Produkte für die Atemwege oder den Magen- und Darmtrakt oder Produkte, die das Immunsystem stimulieren sollen und vieles mehr. Oftmals sind diese Beiprodukte auf Basis von Kräutern oder von bestimmten Säuren hergestellt oder es sind Mittel, die Pre- und Probiotika enthalten.
Ob diese Mittel jeweils wirklich einen Nutzen haben kann man als Züchter nur bei dauerhafter und regelmäßiger Anwendung für den eigenen Bestand beurteilen.
Man kann als Versorger der Tauben nicht erwarten, dass man so ein Beiprodukt verfüttert und sich schnell und unmittelbar etwas bei den Tauben verbessert, je nachdem welche Problematik man angehen möchte.
Viele Schwierigkeiten im eigenen Bestand lassen sich schon durch eine Veränderung des Schlagmilieus verbessern. Regelmäßige Hygiene im Schlag, in den Tränken (z.b. durch Reinigung und häufiges Trocknen der Tränken und einen entsprechenden Austausch) und Sauberkeit in den Futtertrögen sorgen schon für einen insgesamt geringeren Infektionsdruck.
Regelmäßige Probleme im Bestand mit den Atemwegen der Tauben lassen sich oftmals durch bauliche Veränderungen am Schlag verbessern (notfalls mit Hilfe von Schlagbauexperten) und häufig verhilft auch schon eine reine Reduzierung des Schlagbesatzes zu weniger gesundheitlichen Problemen im Bestand.
Bei unseren Tauben sollten wir immer daran denken, dass sie Schwarmtiere sind, die relativ dicht und eng beieinander und miteinander leben. Entsprechend höher ist der Infektionsdruck, wenn etwas am Schlag nicht stimmt, die Hygiene nicht ausreichend ist oder der Besatz im Schlag einfach zu dicht ist und entsprechend schneller können sich Krankheiten über die Luft, die Tränke und den Kot ausbreiten.
Am Ende ist es immer eine Überlegung welche Infektionen im eigenen Bestand Schwierigkeiten bereiten. Wo sind die Schwachstellen, was kann man auf welchem Weg verbessern?
Wenn der Schlag funktioniert, nicht zugig ist, trocken und sauber, wenn allgemein die Hygiene stimmt und nicht zu viele Tauben in diesem Schlag sitzen, dann sollten rund um das Jahr eigentlich keine größeren Probleme in einem Bestand auftreten. Dann sollte es möglich sein, dass die Tauben gesund bleiben ohne dass man beispielsweise regelmäßig Medikamente einsetzen muss.
Ein Zuchtbestand, in den nicht ständig viele neue, fremde Tauben aus vielen unterschiedlichen Beständen eingeführt werden und bei dem die Schlagbedingungen stimmen muss eigentlich mit einer angemessenen Versorgung wie ich sie gestern beispielhaft beschrieben habe, ohne Medikamentengaben über das Jahr gesund zu halten sein. Zuchttauben haben lediglich die Aufgabe pro Jahr zwei, drei oder vier Runden Jungtiere aufzuziehen. Das sollte ihnen ohne medikamentöse Behandlungen möglich sein. Ein passendes Impfschema (v.a. Paramyxo als Pflichtimpfung, aber auch Paratyphus oder Pockenimpfungen oder die Impfung gegen Rotaviren) erleichtert hier schon einiges. Darüber hinaus kann man Erreger wie Trichomonaden oder Kokzidien oder krankmachende Colibakterien durch den regelmäßigen und gezielten Einsatz bestimmter Beiprodukte sehr gut beschränken.
Wenn man auch die Zuchttauben ein oder zwei Mal jährlich tierärztlich durchchecken lässt weiß man eigentlich ob grundsätzlich bestimmte Probleme im Zuchtbestand vorliegen.
Haben die Tauben immer wieder zu viele Trichomonaden, dann kann es hilfreich sein das Trinkwasser sehr regelmäßig mit einem geeigneten Produkt anzusäuern oder auch mit anderen Präparaten auf Basis natürlicher Wirkstoffe gegen die Trichomonaden zu arbeiten. Haben die Tauben immer mal wieder Kokzidien (die sich gerade in Gartenschlägen kaum wirklich beseitigen lassen auf die Dauer), dann vermindert vielleicht ein regelmäßiger Einsatz eines Produktes auf Oregano-Basis die Ausscheidung und den Infektionsdruck. Salmonellen oder Colibakterien können auch mit bestimmten Fettsäuren in ihrer Vermehrung und Ausbreitung gehindert werden.
An dieser Stelle ist es wichtig seinen Bestand und seinen Schlag zu kennen. Wo liegen die Schwierigkeiten? Was kann ich tun?
Ich hatte vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich in diesem Herbst begonnen habe die Tauben sehr regelmäßig mit den Produkten Usnea-Plus und Bony Previsal von Tierarzt Peter Boskamp zu versorgen. Der ganze Bestand erhält diese Mittel zwei Mal in der Woche und ich erhoffe mir damit v.a. Trichomonaden einzudämmen und die Darmgesundheit hinsichtlich Colibakterien etc. zu stärken. Bisher machen die Tauben damit für mich einen sehr guten Eindruck. Sie sehen gut aus, der Kot sieht gut aus. Es scheint alles ok. Ich werde aber in einigen Wochen noch Tauben bei Tierarzt Boskamp vorstellen und zuvor schon Kotproben untersuchen lassen und dann werde ich wissen, ob die Gabe dieser Beiprodukte in unserem Bestand hinsichtlich Trichomonaden, Kokzidien (mit denen wir allerdings selten wirklich Probleme im Bestand haben) oder anderen Erregern im Darmtrakt etwas Positives bewirkt haben. Danach kann ich dann entscheiden ob ich in der Form weiter mache mit der Versorgung oder etwas ändern muss. D.h. die Zuchttauben bekommen die Grundversorgung, wie ich sie gestern schon beschrieben habe und dazu diese beiden gerade genannten Beiprodukte und mehr nicht. Damit sollten sie demnächst gut paaren, legen und gesunde Jungtauben aufziehen. An der Stelle mache ich mir sehr wenig Sorgen.
Eine etwas andere Situation gibt es bei den Reisetauben. Über den Winter sollte man auch sie auf recht einfachem Weg gesund halten können. Aber während der Reisezeit ist die Belastung und der Infektionsdruck (v.a. im Kabinenexpress) doch um einiges höher. Ob man da auch mit den genannten Produkten oder anderen Mitteln immer zurecht kommt, ist fraglich. Besonders die Atemwege der Tauben sind in der Reisezeit einer ganz anderen Belastung ausgesetzt. Ich werde in Kürze einmal darstellen wie wir hier vor und während der Reisesaison in dieser Hinsicht mit den Tauben umgehen.
 

Samstag, 03.01.2026
Sascha am 03.01.2026 um 06:36 (UTC)
  den vergangenen Tagen haben mich zwei Sportfreunde kontaktiert und mich zu den Produkten von Dr. Marien befragt. Wo man sie bekommt, was sie kosten, ob der Sirup gut ist und man ihn auch als Weitstreckenspieler gezielt einsetzen kann usw.
Ich möchte dazu aus meiner Sicht mal etwas schreiben. Jeder, der hier regelmäßig liest wird mitbekommen habe, dass ich nicht so sehr davon überzeugt bin, dass eine Brieftaube neben dem Körnerfutter und Mineralien und vielleicht ab und an etwas Grünzeug sehr viel nötig hat um gute Zucht- oder Reiseleistungen zu bringen. Eine Taube sollte rundum gesund sein und dann muss man ihr nicht viele Dinge zusätzlich geben, damit sie leistungsfähig ist.
Was benötigt eine Brieftaube wirklich zusätzlich zum Futter? Sicherlich Mineralien. Die bekommen sie bei uns in Form der Picobal-Gritmischung und mit Pickstein und dazu eben mit dem roten Mineralpulver von Dr. Marien. In diesem Mineralpulver sind auch einige Vitamine enthalten und in Form der eingemischten Bierhefe ein paar Aminosäuren. Ich denke, dass eine Taube in der Natur auch immer wieder tierisches Eiweiß aufnimmt, also Schnecken und Würmer. Dieses tierische Eiweiß bekommt sie bei uns eben durch die im Mineralpulver enthaltene Bierhefe und durch das Konditionspulver, in dem Fischmehl und Molkepulver enthalten ist, ebenso wie wiederum einige Vitamine.
Das bedeutet also: durch den Einsatz von Mineral- und Konditionspulver (bei uns mit wird es mit flüssiger Bierhefe und/oder Gemüsemix an das Futter gerührt) haben die Tauben alles was sie zusätzlich brauchen: Vitamine, Mineralien, und tierisches Eiweiß (Aminosäuren). Mehr benötigt eine Brietaube in der Regel nicht, wenn sie dazu gutes und ausgewogenes Futter erhält.
In der Reisezeit kann man dann noch den Sirup von Dr. Marien einsetzen um die besondere Beanspruchung in der Reise ein wenig zu kompensieren. Letztlich ist dieser Sirup ein Mineralienpräparat, dass v.a. auch Eisen enthält. Eisen wiederum ist notwendig, damit ausreichend rote Blutkörperchen gebildet werden können und der Sauerstofftransport über diese roten Blutkörperchen gewährleistet bleibt (vereinfacht gesagt). Der Sirup ist lt. Dr. Marien so zusammen gesetzt, dass die enthaltenen Mineralien und das Eisen besonders gut aufnehmbar sind.
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir selbst auch schon Reisejahre hatten, in denen ich gar keinen Sirup gegeben habe und da die Empfehlung lautet ihn alle drei bis vier Wochen einzusetzen, hatten wir auch schon Jahre, in denen ich es gelegentlich vergessen habe ihn regelmäßig zu geben. Es war am Ende auch nicht schlechter hinsichtlich der Ergebnisse.
Man bekommt die drei Produkte in der Praxis von Dr. Marien oder bei ihm direkt, wenn er irgendwo unterwegs ist um Tauben zu untersuchen. Letzteres wird leider immer weniger, denn Dr. Marien reist nicht mehr so viel herum. Die Kosten sind relativ moderat im Vergleich zu vielen anderen Produkten (meistens so um die 20 Euro - genau habe ich es nicht im Kopf).
In Deutschland gibt es hier und da auch Futtermittelhändler, die in gutem Kontakt zu Dr. Marien stehen und die seine Produkte besonders zur Reisezeit hin dann verkaufen. Gerne auch mal mit einem deutlichen finanziellen Aufschlag auf den normalen Preis.
Wir setzen diese Beiprodukte ein, weil es einfach ist und für uns funktioniert. Seit mehr als 15 Jahren bekommen unsere Tauben ein oder zwei Mal in der Woche das Mineral- und Konditionspulver. Rund um das Jahr, in der Reise-, Mauser, Zucht- und Winterzeit. Es ist immer gleich und ich denke damit sind die Tiere sehr gut versorgt.
Es sind aber keine Wundermittel. Ich glaube an so etwas nicht. Ich gebe sie, weil die Tauben neben den Körnern noch etwas mehr für eine gesunde Ernährung brauchen und damit hat es sich. Wie gesagt: Tauben benötigen zusätzlich Mineralien, Vitamine und die ein oder andere Aminosäure in Form von tierischem Eiweiß (v.a. Methionin und Lysin).
Wenn ich die Produkte von Dr. Marien einmal nicht mehr bekommen könnte, dann hätte ich aber auch kein Problem damit auf Mittel anderer Firmen zurück zu greifen, die ganz ähnlich zusammengestellt sind und würde damit dann genauso weiter machen wie bisher. Ich würde nur das Produkt austauschen und sonst gar nichts ändern.
In diesem Frühjahr werde ich z.b. bei unseren Jungtauben einmal ein anderes Produkt testen. Ich werde irgendwann später darüber schreiben und meine Erfahrungen berichten. Es soll ganz ähnlich funktionieren wie die Mittel von Dr. Marien. Genauer gesagt sind es zwei Beiprodukte, die am Ende ähnlich zusammen gestellt sind und ähnliche Wirkung haben sollen. Ich bin auf den Versuch schon gespannt.
Ich denke man muss sich um Beiprodukte nicht so viele Gedanken machen. Es gibt hunderte gute Mittel am Markt von denen man sich zwei, drei aussuchen sollte nach den geschilderten Bedürfnissen der Tauben und wenn man diese dann konsequent und regelmäßig gibt, dann haben die Tauben auch alles was sie benötigen um gesund und leistungsfähig zu sein.

 

Donnerstag, 01.01.2026
Sascha am 01.01.2026 um 17:10 (UTC)
 Wie fast immer in den vergangenen Jahren habe ich die Silvesternacht auf der Arbeit verbracht. Da lässt sich für mich diese sinnlose und völlig überflüssige Knallerei am besten ertragen. Immerhin haben unsere Tauben alles schadlos überstanden. Ich hoffe alle Taubenfreunde sind gut ins neue Jahr gekommen und erfreuen sich, genauso wie ihre Tauben, bester Gesundheit!
Es dauert nun nicht mehr so lange und dann merkt man auch wirklich, dass die Tage wieder heller werden. Das ist für die Versorgung der Tauben angenehmer, weil einfach mehr Zeit bleibt vor oder nach der Arbeit. Insgesamt sehen unsere Tauben mit der aktuellen Versorgung auch und in Kürze erfolgt dann endlich die Impfung gegen PMV bei den Zuchttauben. Bis zur Anpaarung ist dann noch Zeit genug.
Auch aktuell sind hier die Temperaturen immer rund um den Gefrierpunkt, sodass es nicht allzu kalt ist und die Tauben mit einer relativ geringen Futtermenge zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Gramm täglich von unserer Wintermischung gut zurecht kommen. Mehr brauchen sie nicht und bei einer stärkeren Fütterung würden sie nur Fett ansetzen.
In der Winterzeit nehme nur ab und an mal eine Taube in die Hand um das Gewicht zu kontrollieren. Heute habe ich das mal wieder getan und dabei einmal mehr auch festgestellt, dass es Tauben gibt, die sich auch körperlich einfach sehr spät entwickeln. Ich nahm zwei Nestbrüder in die Hand, die in 2025 jährig waren. Sie hatten ordentlich geflogen. Insgesamt waren sie mir aber immer ein wenig klein. Als ich die Tauben heute in die Hand nahm, habe ich mich sehr gewundert wie sie sich noch entwickelt haben und insgesamt noch gewachsen sind, sodass ich sie nun gar nicht mehr als klein bezeichnen würde. Das ist mir bei Nachzucht aus dem Vater der Tauben schon einmal aufgefallen. Ich finde es keinen Nachteil wenn man solche "Spätentwickler" in seinem Bestand hat.
In gut einer Woche findet hier am Wochenende vom 9. bis zum 11, Januar wieder unsere RV-Ausstellung statt. Leider kann ich arbeitsbedingt in diesem Jahr kaum daran teilnehmen und habe daher auch keine Tauben für die Ausstellung gemeldet. Es bringt nichts, wenn man die Tauben freitags mittags schon abgeben muss und sie erst montag nachmittag wiederholen kann. Das möchte ich nicht.
 

Mittwoch, 31.12.2025
Sascha am 31.12.2025 um 16:16 (UTC)
 Allen Lesern dieses Blocks und allen Taubenfreunden wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr! Für das Jahr 2026 wünsche ich euch und euren Tauben viel Gesundheit und Erfolg und weiter viel Freunde und Spaß an unserem Hobby!

 

Dienstag, 30.12.2025
Sascha am 30.12.2025 um 17:14 (UTC)
 In der aktuellen "Brieftaubensport International" findet sich ein Schlagbericht zur Sportfreundin Annick Goeteyn aus Deinze in Belgien. Im Jahr 2013 war ich mit zwei weiteren Sportfreunden dort zu Besuch. Damals reiste Annick noch gemeinsam mit ihrem Ehemann. Inzwischen hat sich das Paar schon vor einiger Zeit getrennt und Annick macht als Profi im Brieftaubensport alleine weiter - und das sehr erfolgreich, wie auch in dem ausführlichen Artikel dargestellt wurde.
Ich kaufte in 2013 insgesamt drei Tauben dort, wovon sich über die Jahre zwei Brüder ais ausgezeichnete Vererber herausstellten. Einer der beiden Brüder hat unseren heutigen Bestand durch seine Vererbungskraft, insbesondere mit Töchtern unserer Stammtäubin 2933, wirklich nachhaltig geprägt. Er sitzt auch immer noch in unserem Zuchtschlag und hat im vergangenen Jahr nach Anlaufschwierigkeiten wieder noch einige Gelege befruchtet. Die Kinder daraus sitzen in einer Voliere und werden später in der Zucht hier ihre Verwendung finden.
Ich hatte schon zwei, drei Jahre im Kopf einmal wieder den Versucht zu starten von Annieck Tauben einzuführen, weil die Leistungen dort von Jahr zu Jahr in meinen Augen immer noch besser wurden.
In diesem Sommer 2025 habe ich nun ein junges Weibchen dort gekauft. Es war nicht ganz billig und es war auch die einzig eingeführte Taube, die von einem Schlag kommt, der - so ehrlich möchte ich sein - einen großen Aufwand betreibt und die Tiere professionell führt. Das spiegelt sich auch im Preis für eine Taube wider. Aber ich bin hoffnungsfroh, dass uns auch dieses Weibchen künftig in der Zucht weiterbringt.
Annieck hat einen sehr durchgezüchteten Stamm auf Basis von Tauben, die sie über viele Jahre direkt von Gaby Vandenabeele bekommen hat. An diesen Stamm versucht man andere Tauben zu kreuzen und trotzdem immer die Linie zu halten. So wie ich es hier auch versuche und ihr gelingt das sehr gut und erfolgreich. So stellt man z.b, wie in dem Artikel in der "Brieftaubensport International" auch dargestellt z.b. die 1. AS-Tauben in Belgien auf der kleinen Mittelstrecke mit "Power Louise". Diese kommt väterlicherseits wieder direkt aus dem Vandenabeele-Stamm. Weitere tolle Erfolge wie zwei Intervprovizial-Siege oder auch Siege bei OLR-Rennen konnte man dort ebenfalls erringen.
Als ich im Sommer die Täubin kaufte war das in dieser Form noch nicht absehbar. Ich hatte aber schon geahnt, dass das Reisejahr 2025 für Annieck wieder sehr erfolgreich wurde. Insofern bin ich vorsichtig optmistisch, dass auch dieses Weibchen uns in der Zucht weiterhilft. Sie stammt immerhin noch direkt aus den Stammlinien und hat schon sehr gute Geschwister, die sich in der Reise ausnehmend gut gezeigt haben. So wird an dieser Taube eigentlich sehr gut deutlich was ich hier für die Zucht suche: Tauben, die zu unseren vorhanden Tauben in den Linien passen aus Schlägen die nach Möglichkeit sehr erfolgreich sind und noch aufstreben und dann direkt aus sehr guten Zucht- oder Reisetauben

 

Montag, 29.12.2025
Sascha am 29.12.2025 um 16:39 (UTC)
 Im Vorwort der aktuellen "Brieftaubensport International" schreibt Herausgeber Rainer Püttmann darüber, dass er stets an die "Gute Taube" geglaubt habe, die entscheidend sei für den Erfolg und dass ihm daran zuletzt Zweifel gekommen seien. Er schreibt über Erfahrungen mit hervorragend fliegenden Schlägen, bei denen er und andere Sportfreunde reichlich Taube holten und von denen sich nicht eine einzige als brauchbar erwiesen habe.
Gestern habe ich hier auch zum wiederholten Mal darüber geschrieben, dass ich v.a. an die "Gute Taube" glaube und dass für mich kein Weg daran vorbeiführt sie zu suchen und zu finden, wenn man sicher verstärken, verbessern und gut reisen möchte. Ohne die "Gute Taube" geht es nicht.
Trotzdem kenne ich Züchter, die teilweise über Jahre und Jahrzehnte sehr gut reisen von denen ich keine einzige Taube haben möchte. Es sind Züchter, die in den Meisterschaften vorne dabei sind, die hohe Prozente fliegen, spitze fliegen und die manchmal sehr gute Einzeltauben haben. Aber man hört von diesen Sportfreunden einfach so gut wie nichts über die Nachzucht ihrer Tauben. Züchter, die dort Tauben geholt haben, kommen mit den Tieren nicht zurecht, haben keine Erfolge und klagen darüber, dass die Tauben ausbleiben und schlechter seien als die eigenen Tiere.
Ich denke fast jeder kennt solche Schläge, die immer gut reisen, aber deren abgegebene Tauben in den seltensten Fällen mal irgendwo nachhaltig Erfolge gebracht haben.
Ich nenne die Tauben solcher Sportfreunde immer "Systemtauben" und habe hier schon hin und wieder darüber geschrieben. Das sind Tauben, die auf diesem Schlag gut fliegen, mit der entsprechenden Versorgung, mit einem über viele Jahre erprobten System, teilweise mit viel Aufwand, teilweise mit vielen Beiprodukten und auch Medikamenten usw. Es sind sicherlich auch keine schlechten Tauben. Aber es sind der Erfahrung nach Tauben, die Sportfreunden, welche ein anderes System praktizieren, andere Schlagbedingungen haben und vielleicht auch eine andere Lage, einfach nicht weiterhelfen.
Als wir mit unseren alten Stammtauben vor etwa 20 Jahren nicht mehr wirklich weiter kamen habe ich überlegt wo und wie wir uns verstärken könnten. Mit welchen Tauben und bei welchem Züchter. Ich habe dann hier und da etwas probiert, aber entscheidend war, dass ich damals Kontakt zu Dirk de Beer aufgenommen hatte und ich dann auch sehr schnell von Dirk einige Tauben bekommen habe. Ich habe mich damals bei Dirk nach Tauben erkundigt weil mehrere Dinge bei ihm zusammen kamen: er flog selbst überaus erfolgreich. Abgegebene Tauben von ihm flogen in ganz Deutschland in großer Zahl erfolgreich. Und aus Schlagberichten etc. wusste ich bereits, dass Dirk seine Tauben nach einem sehr einfachen System ohne viele Beiprodukte und Medikamente versorgte. Am Ende lernte ich einen tollen Menschen, mit super Tauben kennen, die uns schnell weiter halfen und auch heute noch in unserem Bestand verankert sind.
Wenn ich heute Tauben suchen zur Verstärkung, dann gehe ich immernoch so vor. Ich suche in der Regel Schläge, die sehr gut reisen und deren Tauben auch woanders schon Erfolge gebracht haben und die ihre Tauben relativ einfach führen. So wie ich es gestern schon beschrieben habe. Tauben aus einem Schlag, der rund um die Uhr nur für die Tauben lebt und wo sie mit zig Produkten und Tierärzten etc. betreut werden möchte ich nicht haben.
Das bedeutet nicht, dass solche Züchter nicht auch gute Tauben haben können. Aber es sind nicht die Tauben, die uns in der Regel weiterhelfen.
Rainer Pütmann hat einen großen Taubenbestand und sicherlich werden die Tauben dort mit Schlagpfleger etc. sehr gut betreut. Aber er kann sicher die vielen Tiere nicht sehr aufwändig betreuen mit privatem Training, Beiprodukten etc. Ich denke, er hat mit dem, was er in seinem Vorwort zur aktuellen Zeitschrift geschrieben hat, auch die Erfahrung gemacht, dass er "Systemtauben" gekauft hat. Mit solchen Tieren kommt er nicht weiter und mit solchen Tieren würde ich auch nicht weiter kommen.
Insgesamt ist es sehr schwierig an gute Tauben zu kommen, die zu einem selbst und dem eigenen System passen. Wahllos Tauben zu kaufen, deren Eltern gute Reise- oder Zuchttauben sind (von Großeltern und Urgroßeltern, Onkel und Tanten will ich hier gar nicht sprechen), macht wenig Sinn. Dirk de Beer hat vor Jahren in seinem Zuchtkatalog einmal folgendes geschrieben:
"Man hatte mir einmal erzählt, wenn man Prange-Tauben kaufen wolle, dann müsse man Günter dazu kaufen. Ich habe es trotzdem gewagt und nicht eine Sekunde bereut. Die Leistungen sind explodiert." Das was Dirk damals beschrieb gilt eigentlich für jeden Taubenkauf. Wenn man sich Tauben dazu holt, dann muss man sich den abgebenden Züchter auch dazu holen. Man muss einen ehrlichen Austausch haben, man sollte die Tauben sehr ähnlich führen und es muss einfach harmonisch sein. Wenn der "Systemzüchter" auch ehrlich sein System erklärt und weitergibt, dann kann man auch mit dessen Tauben vielleicht Erfolg haben. Wenn nicht, dann ist es zum Scheitern verurteilt. Wir Züchter müssen uns aufeinander einlassen.
Als ich damals die ersten Tauben von Dirk bekam übernahmen wir auch von ihm das Versorgungssystem von Dr. Marien. Das haben wir bis heute so beibehalten und auch das nicht bereut. Die Tauben und auch das System passten zu uns. Inzwischen haben wir auch von manchem anderen Züchter Tauben geholt. Mal hat es funktioniert, mal nicht. Aber wir haben das System, weil es erfolgreich war, im Kern immer beibehalten und die besten dazugeholten Tauben waren in der Regel von Sportfreuden, mit denen es einfach im persönlichen Kontakt auch harmonierte und mit denen oft auch heute noch ein offener und ehrlicher Kontakt besteht.
 

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