| | Zurückliegend haben sich in den letzten Wochen mehrere Sportfreunde bei mir gemeldet, die bei einigen ihrer Tauben gesundheitliche Probleme vermuteten. Bei einem Züchter gab es ornithoseähnliche Probleme bei mehreren Tauben, ein anderer Züchter berichtete, dass er einen guten Zuchtvogel habe, der einige Tage nach einer Impfung flüssigen und ins gelbliche gehenden Kot absetze und noch ein Sportfreund erzählte mir, dass er in einem Schlag bei mehreren Vögeln zu nassen und flüssigen Kot beobachte.
Aus der Entfernung dazu irgendetwas zu sagen ist für mich schwierig. Ich kann immer nur raten, wenn es möglich ist, einen auf Tauben spezialisierten Tierarzt aufzusuchen. Wenn das nicht möglich ist, dann macht es aus meiner Sicht aber auch keinen Sinn in Panik zu verfallen und sofort der Taube oder den Tauben "blind" irgendein Medikament zu geben. Normalerweise drängt jetzt in der Winterzeit nichts und man kann ganz in Ruhe überlegen was der Auslöser für die Probleme sein kann und dann gegebenenfalls Maßnahmen einleiten.
Manchmal kommt man im Gespräch dann darauf, dass z.b. neu eingeführte Tauben Probleme mitgebracht haben könnten oder bauliche Veränderungen am Schlag oder eben Schwierigkeiten nach einer Impfung durch die zusätzliche Belastung durchbrechen etc. Gerade bei Problemen wie nassem, wässrigem Kot, kann man erst einmal beim Taubentierarzt eine Kotprobe einsenden und untersuchen lassen. Dann weiß man oft mehr. Wenn nur einzelne Tiere betroffen sind bin ich persönlich auch der Meinung, dass man durchaus auch auf die Selbstheilungskräfte der Tauben vertrauen sollte. Viele Dinge regeln sich mit der Zeit, wie bei uns Menschen auch, von alleine. Schnupfen und Entzündungen an den Augen können bei unseren Brieftauben allerdings schnell zu einem Bestandsproblem werden und man sollte da schon den Tierarzt zumindest telefonisch kontaktieren und sich Hilfe holen. Auch nicht jede bauliche Veränderung am Schlag, die vielleicht gut gedacht oder gemeint war, ist wirklich sinnvoll und es kann sein, dass man sie wieder zurücknehmen muss.
Ich merke allerdings auch, dass viele Sportfreunde sehr sensibel sind was die Gesundheit ihrer Tiere betrifft. Sie beobachten gut, stellen Veränderungen fest und machen sich viele Gedanken. Ich selbst versuche die Tauben auch sehr gut zu beobachten. Ich versuche immer zu sehen ob es irgendwo Probleme gibt bei Einzeltieren oder bei mehreren Tauben, aber gerade jetzt im Winter mache ich mir nicht so große Sorgen, wenn man eine Taube "etwas krumm" dasitzt oder etwas zu nassen Kot absetzt. Manchmal fressen wie viele Mineralien und saufen zu viel, manchmal picken sie im Schnee. Es ist nicht immer gleich ein großes Problem.
Was ich im Winter auch immer beobachte: die Tauben fressen sehr viel Rotstein. Wenn es wärmer ist im Frühjahr und Sommer tun sie das nicht. Ich glaube nicht, dass die Tauben im Winter einen höheren Bedarf an Rotstein haben. Ich denke sie füllen sich damit nur den Magen, weil sie immer etwas Hunger haben. Füttert man die Tauben völlig satt, dann bleibt auch der Rotstein liegen. Insgesamt gebe ich den Tieren schon seit Jahren sehr wenig Rotstein. Ich glaube nicht, dass er irgendeinen Nutzen für unsere Tauben hat. Mineralien kann man auch anders und besser zuführen als durch gebrannten Ton. Denn nichts anderes ist Rotstein. Es mag sein, dass Rotstein seine Vorteile für die Verdauung der Tauben hat, weil er Giftstoffe bindet, aber da unsere Tauben sehr regelmäßig Heilerde bekommen, sehe ich für uns den Nutzen von Rotstein nicht wirklich.
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