| | Mein letzter Eintrag hier war wohl dahingehend etwas missverständlich, dass mehrere Leser dieses Blogs davon ausgingen, dass das Futter, welches auf dem Foto abgebildet war, unser Mauserfutter ist. Das ist nicht der Fall. Wie schon erwähnt füttere ich jetzt in der Hauptmauser eine Mischung, die ich in einer großen Tonne zusammengemischt habe und die aus mehrere Sorten Reisefutter und unserem Zuchtfutter besteht. Zum besseren Verständnis habe ich das aktuelle Futter hier noch einmal auf einem Foto abgebildet.
Ich mische allerdings auch immer einen Teil des Futters dazu, welches auf dem Foto in meinem letzten Beitrag zu sehen war. Dieser Anteil wird gegen Ende der Mauser immer größer und zum Abschluss der Mauserzeit und während des Winters bekommen alle Tauben dann ausschließlich die leichte Mischung.
Ich bin allerdings auch überzeugt, dass die Tauben nicht viel schlechter mausern würden, wenn man ihnen während der gesamten Mauserzeit die Wintermischung geben würde und sie, so wie ich es mache, zwei Mal in der Woche mit entsprechenden Beiprodukten ergänzt - so wie hier beispielsweise die Pulver von Dr. Marien.
Mein Vater hatte früher einmal in einer Wiese ein wenig von unserem Grundstück entfernt einen alten Bauwagen mit einer vorgebauten Voliere. Darin hielt er einige alte Reisetauben, Weibchen, auch mal Zuflieger usw. Die Tauben bekamen Regenwasser in die Tränke, bekamen billigen Grit und das billigste Futter und manchmal - gerade jetzt in der Erntezeit - auch für einen längeren Zeitraum nur reinen Weizen vom Bauern nebenan und vielleicht etwas Raps etc. Am Ende mauserten diese Tauben nicht schlechter als unsere Reise- und Zuchttauben, die wir viel "besser" und gehaltvoller versorgt hatten.
Es wird aus meiner Sicht viel zu viel Aufhebens um den natürlichen Prozess der Mauser gemacht. Es ist ein völlig normaler Vorgang für die Taube, der sicherlich auch belastend ist. Deswegen brechen gerade in der Mauserzeit auch Krankheiten wie Paratyphus oder Ornithose gerne einmal aus. Aber dem kann man mit entsprechender Hygiene, mit einer Kotprobe oder einer tierärztlichen Untersuchung um diese Zeit schon einmal sehr gut vorbeugen. Wenn die Tauben dann ausreichend Mineralien täglich frisch, dazu von Zeit zu Zeit etwas tierisches Eiweiß und ein normales, nicht zu teures Mischfutter, vielleicht hier und da ergänzt um einige Sämereien bzw. fett- und eiweißhaltige Körner wie Hanf oder Raps bekommen, dann mausern sie ausgezeichnet und problemlos.
Alles darüber hinaus in der Versorgung mit den Empfehlungen ständig irgendwelche hochwichtigen Beiprodukte und dies und das an die Tauben zu geben ist im Zweifelsfall eher belastend für die Tauben und teuer für den Geldbeutel des Züchters. Die Tauben fliegen im Folgejahr keinen Preis mehr und züchten keinen Funken bessere Jungtiere, wenn man ihnen in der Mauserzeit ständig etwas ins Wasser gibt oder ans Futter rührt.
Wichtig hingegen ist tatsächlich ein Bad ein oder zwei Mal in der Woche. Für die Federqualität und v.a. für das Wohlbefinden der Tauben.
Gestern abend war ich dann mit einem Züchter, der einen Gutschein einlösen wollte, mal wieder beim Sportfreund Marc Musiol im Münsterland. Marc und ich kennen uns seit einigen Jahren und ich habe von ihm schon wirklich gute Tauben bekommen. Er hat einen top besetzten Zuchtschlag und fliegt mit seinen Reiseweibchen im Regionalverband 408 ganz ausgezeichnet. V.a. viele Spitzenpreise sind das Markenzeichen seiner Tauben. Wir wurden toll empfangen und hatten zwei sehr kurzweilige Stunden auf Marcs wunderschönem Grundstück und seinen recht neuen, sehr funktionellen Taubenschlägen. Selbstverständlich bekamen wir auch mehrere hervorragende Reise- und Zuchttauben in die Hand und wieder einmal konnte ich feststellen, dass hervorragende Reiseergebnisse einfach auch mit der Qualität der Tauben zusammenhängen. Man fühlt das einfach an den Tieren. Sie sind anders als Durchschnittstauben. Nicht jede Taube, die sich toll anfühlt und gut aussieht ist ein As. Aber eine Taube, die in der Hand nicht gefällt und deren Federwerk nicht so gut ist etc. wird noch viel seltener ein As. Es gibt überall Ausnahmen von der Regel. Trotzdem ist meine Erfahrung, dass die meisten Topper einfach andere und bessere Qualitäten haben als die weniger guten Tiere. | | | |
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