| | Unsere gestrige RV-Versammlung ging schnell über die Bühne. In erster Linie wurden einige Planungen zum anstehenden Reisejahr vorgenommen und über das 100-jährige Jubiläum unserer Reisevereinigung in diesem Jahr, zu dem es einen großen Festakt geben soll, vorbesprochen. Da unsere RV im vergangenen Jahr in einen neuen Kabinenexpress investiert hat fiel auch der Geschäftsbericht ein wenig anders aus als in den Vorjahren. aber man kann jetzt schon klar sagen, dass sich die Anschaffung des neuen Kabis hinsichtlich der Kosten während der Saison (Maut, Fahrer, Diesel etc.) deutlich rentiert hat.
Als sehr frustrierend empfinde ich inzwischen die Abläufe zu den Entschließungen hinsichtlich des Reiseplans. Der Plan wird im Winter im Regionalverband beschlossen und dann nur noch zur Abstimmung vorgelegt. Man kann zustimmen oder dagegen. Es hat gar keinen Einfluss. Eine Grundlage für diese Beschlüsse des Regionalverbandes hinsichtlich des Reiseplans gibt es insofern nicht, dass er in keiner einzigen Reisevereinigung vorbesprochen wird. Überall wird nur der fertige Plan vorgelegt und man darf zustimmen. Ich habe gestern nicht zugestimmt (und einige andere Sportfreunde auch nicht), weil ich es für unsinnig halte die Reise bereits mit dem 1. Preisflug am 26. April zu beginnen. Ich denke, wenn wir darüber in unserer RV im Vorfeld abgestimmt hätten (und so wäre es wahrscheinlich auch in so mancher anderer Reisevereinigung), dann würde mehrheitlich entschieden später zu beginnen und vielleicht auch nach hinten raus einfach länger der Alttauben zu reisen. Aber diese Dinge werden inzwischen auf anderer Ebene geregelt und da gibt es auch überhaupt keine Änderungen. Jahr für Jahr läuft gleich ab bei überall sinkenden Züchter- und Taubenzahlen.
Der deutsche Brieftaubensport hat weiterhin ein massives strukturelles Problem und siecht damit seinem Ende entgegen wie die deutlich sinkenden Mitgliederzahlen allenthalben dokumentieren. Die Strukturen werden aber beibehalten, da einige Sportfreunde, die auch in diversen Gremien von der Verbandsspitze bis hinunter in die RVen vom aktuellen Status Quo persönlich profitieren und dieses auch weiter tun wollen.
Vorgestern habe ich mir ein Video aus der Reihe "Frag Röhnfried" mit dem jungen polnischen Sportfreund Darek Bonczek bei Youtube angesehen. Das Interview hat mich sehr begeistert. Ein erfolgreicher, sehr bodenständiger Züchter, der den Brietaubensport mit Ehrgeiz, aber eben auch als Hobby betreibt. Das ganze Interview hat mich stark daran erinnert wie mein Vater immer den Brieftaubensport betrachtet und betrieben hat. Sicherlich mit Ehrgeiz, aber eben auch so, dass er sich nicht für sämtliche Dinge und den Erfolg komplett "krumm legen" musste. Die Taube musste es bringen unnd die Taube stand immer im Mittelpunkt. Sie wurde geschickt, wenn der Kabi fuhr und musste die Flüge dann bewältigen und dann wurde selektiert. Papa war nie ängstlich mit den Tauben. Hier und da ein Schauer Regen oder mal etwas schlechtere Sicht oder größere Entfernungen. Papa traute den Tauben das alles problemlos zu. Tauben, die nicht einige Schwierigkeiten überwinden konnten, waren für ihn keine Brieftauben. Ganz ähnlich äußert sich der Sportfreund aus Polen u.a, in diesem Interview und stellt fest: "Ihr Deutschen seid viel zu ängstlich mit den Tauben". Wahrscheinlich hat er recht.
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