| | Gestern habe ich mich gemeinsam mit zwei weiteren Sportfreunden auf den Weg nach Holland in die Tierarztpraxis von Peter Boskamp gemacht um dort einige unserer künftigen Reisevögel untersuchen zu lassen. Wir hatten einen schönen Tag und Peter Boskamp hat sich wirklich sehr viel Zeit für uns genommen und wir waren etwa 90 Minuten in der Praxis und konnten uns mit dem Tierarzt ausführlich zu verschiedenen Themen austauschen.
Für mich war die Untersuchung insofern sehr spannend, weil ich, so wie ich es hier beschrieben hatte, im Herbst und Winter durchgänig etwa zwei Mal in der Woche zwei Produkte von Bonpharma eingesetzt hatte um die Tier ein einem guten Gesundheitszustand zu halten. Ich hatte diese Produkte über die Tränke eingesetzt neben unserer seit Jahren üblichen Grundversorgung mit Gemüse und den Produkten von Dr. Marien wie ich sie hier schon mehrfach beschrieben habe.
Die Frage für mich war nun also: haben diese beiden Beiprodukte etwas gebracht? Ich hatte ansonsten ja nichts verändert. Zur weiteren Untersuchung hatte ich auch eine Kotprobe gesammelt und zur Untersuchung mitgenommen. Diese wird aktuell noch bakteriologisch untersucht und ich bekomme in etwa einer Woche das endgültige Ergebnis. Aber positiv war schon einmal, dass keine Kokzidien in der Kotprobe enthalten waren.
Der Kropfabstrich der Tauben war insgesamt auch sehr aufschlussreich. Er war ein ganzes Stück besser als bei der Untersuchung zum gleichen Zeitpunkt im vergangenen Jahr. Ich hatte für die Untersuchung vier Vögel mitgenommen. Da die Tauben aktuell ja gepaart sind und treiben hätte ich die Möglichkeit die Vögel, wenn es akut notwendig wäre, jetzt sofort gemeinsam mit ihren Täubinnen zu behandeln.
Zwei Witwervögel wiesen im Kropfabstrich einige, wenige Trichomonaden auf. Zwei Vögel hatten gar keine Trichomonaden. Was die Schleimentwicklung im Atemwegsbereich betrifft waren die Tauben auch ein ganzes Stück besser als im letzten Jahr. Man darf dabei immer nicht vergessen, dass die Tiere wegen der Greifvogelplage seit mehr als einem Halben Jahr festsitzen. Dass sich dann Schleim und Sekret bildet ist auch ein Stück weit normal. Man bekommt den Schlag ja auch nie völlig staubfrei. Besser wäre in dieser Hinsicht sicherlich ein durchgängiger Aufenthalt in einer Voliere. Hätten die Tiere im Winter durchgängig Freiflug, dann wäre die Problematik mit dem Schleim sicherlich auch ein Stück weit geringer. Aber insgesamt war ich mit dem Zustand der Vögel auch in dem Punkt zufrieden.
Interessant ist bei Peter Boskamp auch immer die Untersuchung im Abstrich auf die Pseudomonas-Bakterien, denen der Tierarzt ja schon seit längerer Zeit einen gewissen nachteiligen Effekt auf die Reiseleistung und v.a., wenn sie überhand nehmen, hinsichtlich der Verluste zuspricht. Auch hier waren zwei Vögel leicht betroffen und zwei Vögel nicht sichtbar. Es war kein schlimmer Befall aber man muss es halt immer im Auge behalten. Der Vorteil bei diesem Erreger ist, wenn man so will, dass er in der Regel bei zunehmenden Temperaturen und Trockenheit eher weniger Schwierigkeiten macht. In diesem Bereich werde ich aber nochmal ein wenig vorbeugend arbeiten und den Schlag nach dem Trennen ein Mal mit dem wirksamen Desinfektionsmittel Virkon S desinfizieren und ich werde jetzt auch dahingehen und die Tränken wieder täglich wechseln, reinigen und austrocknen lassen. Das mache ich in der Winterzeit ganz bewusst nicht um ein wenig die natürliche Immunität der Tauben zu steigern.
Neben den Witwervögeln hatte ich noch das alte Zuchtweibchen mitgenommen, welches im vergangenen Jahr beim vierten Gelege Legenot bekam, Ich hatte darüber geschrieben. Es ist ein super Zuchtweibchen und es wäre schade, wenn ich keine Gelege mehr von ihr bekäme. Der Täubin sieht man aktuell gar nichts mehr an und sie ist sehr paarig und dreht sich und brummt sobald sie mich sieht. Peter erklärte mir, dass die Schleimhäute der Taube im Kloakenbereich sicher geschwächt seien und man nicht ganz sicher sagen könne inwieweit ihr das Legen künftig Probleme macht, aber die Taube sei insgesamt in einem Zustand, dass ich sie anpaaren könne. Ich wollte aus dem Weibchen, das inzwischen 8 Jahre alt ist, nicht mehr unbedingt Nachwuchs für die Reise züchten. Aber ich hätte gerne noch etwas von ihr in ein oder zwei Inzuchtverpaarungen für die Zucht. Das werde ich dann in absehbarer Zeit angehen.
Auf dem Rückweg sind wir noch durch einen kleinen Ort in der Nähe in Belgien gefahren. Dort war ein riesiger Handel für Tierfutter und Produkte. Ein beeindruckendes Geschäft in dem es alle möglichen Futtersorten gab, die für Tauben in den Niederlanden, Belgien und Deutschland zur Verfügung stehen. Ich hätte dort prolemlos mein ganzes Reisefutter einkaufen können. Aber dazu hätten wir mit einem Transporter fahren müssen. Auch Beiprodukte gab es dort in Hülle und Fülle von zig Herstellern. So einen Futtermittelladen wünschte ich mir, auch wenn wir hier sicherlich noch gut ausgetattet sind, auch für unsere Region. aber das lohnt sich vermutlich hier in Deutschland nicht mehr.
Alles in Allem war es mal wieder ein sehr interessanter, lehrreicher und auch lustiger Tag. | | | |
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