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Montag, 29.12.2025
Sascha am 29.12.2025 um 16:39 (UTC)
 Im Vorwort der aktuellen "Brieftaubensport International" schreibt Herausgeber Rainer Püttmann darüber, dass er stets an die "Gute Taube" geglaubt habe, die entscheidend sei für den Erfolg und dass ihm daran zuletzt Zweifel gekommen seien. Er schreibt über Erfahrungen mit hervorragend fliegenden Schlägen, bei denen er und andere Sportfreunde reichlich Taube holten und von denen sich nicht eine einzige als brauchbar erwiesen habe.
Gestern habe ich hier auch zum wiederholten Mal darüber geschrieben, dass ich v.a. an die "Gute Taube" glaube und dass für mich kein Weg daran vorbeiführt sie zu suchen und zu finden, wenn man sicher verstärken, verbessern und gut reisen möchte. Ohne die "Gute Taube" geht es nicht.
Trotzdem kenne ich Züchter, die teilweise über Jahre und Jahrzehnte sehr gut reisen von denen ich keine einzige Taube haben möchte. Es sind Züchter, die in den Meisterschaften vorne dabei sind, die hohe Prozente fliegen, spitze fliegen und die manchmal sehr gute Einzeltauben haben. Aber man hört von diesen Sportfreunden einfach so gut wie nichts über die Nachzucht ihrer Tauben. Züchter, die dort Tauben geholt haben, kommen mit den Tieren nicht zurecht, haben keine Erfolge und klagen darüber, dass die Tauben ausbleiben und schlechter seien als die eigenen Tiere.
Ich denke fast jeder kennt solche Schläge, die immer gut reisen, aber deren abgegebene Tauben in den seltensten Fällen mal irgendwo nachhaltig Erfolge gebracht haben.
Ich nenne die Tauben solcher Sportfreunde immer "Systemtauben" und habe hier schon hin und wieder darüber geschrieben. Das sind Tauben, die auf diesem Schlag gut fliegen, mit der entsprechenden Versorgung, mit einem über viele Jahre erprobten System, teilweise mit viel Aufwand, teilweise mit vielen Beiprodukten und auch Medikamenten usw. Es sind sicherlich auch keine schlechten Tauben. Aber es sind der Erfahrung nach Tauben, die Sportfreunden, welche ein anderes System praktizieren, andere Schlagbedingungen haben und vielleicht auch eine andere Lage, einfach nicht weiterhelfen.
Als wir mit unseren alten Stammtauben vor etwa 20 Jahren nicht mehr wirklich weiter kamen habe ich überlegt wo und wie wir uns verstärken könnten. Mit welchen Tauben und bei welchem Züchter. Ich habe dann hier und da etwas probiert, aber entscheidend war, dass ich damals Kontakt zu Dirk de Beer aufgenommen hatte und ich dann auch sehr schnell von Dirk einige Tauben bekommen habe. Ich habe mich damals bei Dirk nach Tauben erkundigt weil mehrere Dinge bei ihm zusammen kamen: er flog selbst überaus erfolgreich. Abgegebene Tauben von ihm flogen in ganz Deutschland in großer Zahl erfolgreich. Und aus Schlagberichten etc. wusste ich bereits, dass Dirk seine Tauben nach einem sehr einfachen System ohne viele Beiprodukte und Medikamente versorgte. Am Ende lernte ich einen tollen Menschen, mit super Tauben kennen, die uns schnell weiter halfen und auch heute noch in unserem Bestand verankert sind.
Wenn ich heute Tauben suchen zur Verstärkung, dann gehe ich immernoch so vor. Ich suche in der Regel Schläge, die sehr gut reisen und deren Tauben auch woanders schon Erfolge gebracht haben und die ihre Tauben relativ einfach führen. So wie ich es gestern schon beschrieben habe. Tauben aus einem Schlag, der rund um die Uhr nur für die Tauben lebt und wo sie mit zig Produkten und Tierärzten etc. betreut werden möchte ich nicht haben.
Das bedeutet nicht, dass solche Züchter nicht auch gute Tauben haben können. Aber es sind nicht die Tauben, die uns in der Regel weiterhelfen.
Rainer Pütmann hat einen großen Taubenbestand und sicherlich werden die Tauben dort mit Schlagpfleger etc. sehr gut betreut. Aber er kann sicher die vielen Tiere nicht sehr aufwändig betreuen mit privatem Training, Beiprodukten etc. Ich denke, er hat mit dem, was er in seinem Vorwort zur aktuellen Zeitschrift geschrieben hat, auch die Erfahrung gemacht, dass er "Systemtauben" gekauft hat. Mit solchen Tieren kommt er nicht weiter und mit solchen Tieren würde ich auch nicht weiter kommen.
Insgesamt ist es sehr schwierig an gute Tauben zu kommen, die zu einem selbst und dem eigenen System passen. Wahllos Tauben zu kaufen, deren Eltern gute Reise- oder Zuchttauben sind (von Großeltern und Urgroßeltern, Onkel und Tanten will ich hier gar nicht sprechen), macht wenig Sinn. Dirk de Beer hat vor Jahren in seinem Zuchtkatalog einmal folgendes geschrieben:
"Man hatte mir einmal erzählt, wenn man Prange-Tauben kaufen wolle, dann müsse man Günter dazu kaufen. Ich habe es trotzdem gewagt und nicht eine Sekunde bereut. Die Leistungen sind explodiert." Das was Dirk damals beschrieb gilt eigentlich für jeden Taubenkauf. Wenn man sich Tauben dazu holt, dann muss man sich den abgebenden Züchter auch dazu holen. Man muss einen ehrlichen Austausch haben, man sollte die Tauben sehr ähnlich führen und es muss einfach harmonisch sein. Wenn der "Systemzüchter" auch ehrlich sein System erklärt und weitergibt, dann kann man auch mit dessen Tauben vielleicht Erfolg haben. Wenn nicht, dann ist es zum Scheitern verurteilt. Wir Züchter müssen uns aufeinander einlassen.
Als ich damals die ersten Tauben von Dirk bekam übernahmen wir auch von ihm das Versorgungssystem von Dr. Marien. Das haben wir bis heute so beibehalten und auch das nicht bereut. Die Tauben und auch das System passten zu uns. Inzwischen haben wir auch von manchem anderen Züchter Tauben geholt. Mal hat es funktioniert, mal nicht. Aber wir haben das System, weil es erfolgreich war, im Kern immer beibehalten und die besten dazugeholten Tauben waren in der Regel von Sportfreuden, mit denen es einfach im persönlichen Kontakt auch harmonierte und mit denen oft auch heute noch ein offener und ehrlicher Kontakt besteht.
 

Sonntag, 28.12.2025
Sascha am 28.12.2025 um 07:53 (UTC)
 Die Versteigerungs- und Verkaufsaison ist noch in vollem Gange. Vorgestern und gestern habe ich mir mal wieder die Auktionsseiten angesehen. Hin und wieder finde ich interessante Gutscheine auf die ich durchaus biete. Denn Gutscheine sind für mich der beste und einfachste Weg mit einem Züchter in Kontakt zu kommen.
Ich habe schon häufiger geschrieben, dass ich über das Internet in der Regel keine Taube kaufen würde. Weil ich sie vorher nicht in der Hand hatte und mir von der angebotenen Taube selbst ein Bild machen konnte. Aber Gutscheine sind wirklich eine tolle Sache, denn man kann den Spender des Gutscheins kontaktieren, kann ihn besuchen und immer mal wieder lernt man dann nette Sportfreunde kennen, mit denen man sehr gut klar kommt.
Auch durch das Spenden von Gutscheinen habe ich schon so manchen netten Züchter kennengelernt. Die Sportfreunde kommen dann hierher, nachdem wir vorher telefonisch oder per Mail besprochen haben wann sie die Gutscheine einlösen möchten und in der Regel können sie sich dann aus mehreren Jungtauben etwas aussuchen. Das kann dann für die Reise sein oder für die Zucht und da wir hier nicht unendlich viele Tauben halten sind es auch immer Tiere, die aus Verpaarungen stammen, aus denen wir auch Jungtiere für uns selbst behalten.
Mir ist es immer wichtig Rückmeldungen zu den Tauben zu bekommen. Auch wenn sich die Tauben nach einiger Zeit als nicht brauchbar erwiesen haben. Nicht jede Taube, die man abgibt, kann gut sein. Im Gegenteil. Wir hoffen immer darauf, dass sie gut sind, aber in der Regel sind alle Tauben, die im Winter gehandelt werden eben nicht überdurchschnittlich gut. Das bringt der Taubensport so mit sich und so ist es eben auch hier bei uns. Trotzdem erhoffe ich mir immer, dass sich Sportfreunde zurückmelden. Ganz besonders schön ist es natürlich, wenn Züchter Erfolg mit unseren Tauben oder der Nachzucht unserer Tiere haben. Auch das kommt zum Glück immer wieder und relativ regelmäßig vor.
Ich denke mir, dass es daran liegt aus welchen Tauben wir hier züchten. Das sind fast nur ehemalige gute Reisetauben und deren Geschwister und Kinder. Und die dazugeholten Tauben sind auch praktisch immer Kinder oder Geschwister von erfolgreichen Tauben. Außerdem halten wir hier die Tiere seit je her ohne jeden zusätzlichen Schnickschnack wie privates Training, zig Beiprodukte oder Medikamente. Wir halten es einfach und so soll es auch bleiben. Aber aus solchen Tauben kann vielleicht dann auch der ein oder andere Züchter etwas mehr Leistung herausholen, als wenn er Tiere aus einem Bestand holt, der eine 24-Stunden-Rundumbetreuung mit einem riesigen Aufwand leistet.
In den Internet-Auktionen finden sich (aus meiner Sicht zunehmend) immer mehr Tiere aus Verpaarungen Sohn Supertaube A x Tochter Supertaube B. Kauft man diese Taube und züchtet nachher daraus, dann hat man Urenkel dieser Supertauben A und B. Sehr häufig nehmen die Verkäufer dieser Tauben nicht einmal selbst an der Reise teil. Oder sie nehmen nicht sonderlich erfolgreich an der Reise teil.
ich weiß nicht ob einen solche Tauben am Ende nach vorne bringen. Die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr gering. Ich denke noch geringer als sie ohnehin schon ist, wenn man direkt aus Leistungstauben züchtet. Warum diese Tauben dann teilweise enorme Preise hier in Deutschland erzielen ist mir ein Rätsel. Das heißt nicht, dass nicht auch diese Sportfreunde, die nur züchten und vermehren gute Tauben züchten. Aber es sollte eigentlich nicht der Weg sein Enkel von AS-Tauben zu kaufen aus Beständen, die selbst gar nicht reisen und dann selbst Urenkel auszuprobieren in der Reise. So sieht nun wirklich keine Leistungszucht aus.
Andererseits macht es vielleicht Sportfreunde auch einfach nur stolz oder glücklich wenn sie eine originale Taube eines bestimmten Schlages oder Nachzucht aus solchen Tauben in ihren Bestand integrieren können. So etwas ist sicherlich auch wichtig, denn am Ende geht es immer darum, dass wir Spaß und Freude an unseren Tauben und unserem Hobby haben. Und darum geht es am Ende vornehmlich. Den Umgang mit den Tauben, sich täglich an ihnen zu erfreuen und selbstverständlich dann auch in der Reisesaison den ein oder anderen Preis zu fliegen und vielleicht erfolgreich zu sein.
 

Freitag, 26.12.2025
Sascha am 26.12.2025 um 06:09 (UTC)
 Vorgestern und gestern und auch heute morgen haben wir hier Dauerfrost mit endlich einmal etwas winterlichen Temperaturen von deutlich unter dem Gefrierpunkt. So angenehm es für uns Menschen ist, wenn es nicht so kalt ist - ich denke mir für die Natur sind Frostperioden sehr wichtig, weil sie eine Ruhephase einleiten und der Stoffwechsel von Tieren und Pflanzen sich verändert. In unseren Schlägen friert dann das Wasser ein und ich muss täglich die Tränken vom Eis befreien und frisches Wasser zur Verfügung stellen. Wenn die Tauben dann gefressen haben (sie bekommen nicht mehr Futter als in wärmeren Perioden auch), dann ist mein Eindruck, dass sie sogar mehr trinken als bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Ich denke mir, dass es mit ihrem Stoffwechsel zusammenhängt, der nun ja mehr Wärme erzeugen muss.
Da ich hier meistens aufgrund meiner sehr häufig wechselnden Arbeitszeiten die Tauben versorge, sind sie oftmal schon in ihren Kothaufen herumgelaufen und es ist nicht mehr so gut zu erkennen wie die Kothaufen aussehen. Jetzt bei Frost ist das anders. Die Haufen gefrieren sehr schnell und ich kann am Tage irgendwann bei der Fütterung sehr gut sehen wie der Kot aussieht und bin da insgesamt sehr zufrieden. Leider kann ich den Kot aktuell für die geplanten Kotuntersuchungen nicht sammeln, wenn er gefroren ist und das Kratzen der Schläge fällt auch aus, aber es soll wieder etwas wärmer werden und dann wird es funktionieren.
Heute Abend endet die Pre-Auktion der RV Gütersloh und Umgebung in der sich auch ein Gutschein für zwei Jungtauben aus unserem Zuchtschlag befindet. Wer möchte kann hier noch auf diesen Gutschein bieten. Es wird wohl der letzte Gutschein sein, der in diesem Winter von uns in einer Auktion steht.

Gutschein für zwei Jungtaube nach Absprache zugunsten der RV Gütersloh und Umgebung
 

Mittwoch, 24.12.2025
Sascha am 24.12.2025 um 05:48 (UTC)
 Ich wünsche allen Lesern dieses Blogs ein frohes und friedliches Weihnachtsfest. Lasst es euch gut gehen, lasst euch das Essen schmecken, lasst euch reich beschenken und freut euch am Zusammensein mit euren Liebsten und vielleicht auch euren Tauben!

 

Dienstag, 23.12.2025
Sascha am 23.12.2025 um 10:47 (UTC)
 An den Weihnachtsfeiertagen bis Silvester werde ich im Zuchtschlag und auch im Reiseschlag jeweils eine Kotprobe sammeln und diese zu zwei Tierärzten zur Untersuchung senden. Der Kot sieht insgesamt in allen Schlägen gut aus, aber ich will doch zumindestens untersuchen lassen ob vielleicht Kokzidien vorhanden sind. An Würmer im Bestand glaube ich aktuell nicht und auch Salmonellen scheinen, wenn ich die Impfreaktion der Tauben beobachte, eher kein Problem zu sein. Wenn aber noch irgendetwas vorliegt, dann kann ich die Tauben rechtzeitig behandeln.
Allerdings muss ich sagen, dass eine Kotprobenuntersuchung inzwischen auch sehr teuer geworden ist. Letztlich wäre es fast einfacher allen Tauben eine Tablette gegen Kokzidien zu geben oder sie zwei, drei Tage über das Wasser zu behandeln und dann stünde ich von den Kosten her wahrscheinlich noch günstiger da, als mit einer Kotprobe, die komplett untersucht wird. Es wird ja auch immer eine Untersuchung der Kotprobe auf Chlamydien mit angeboten, aber letztlich halte ich das auch für überflüssig, denn ein Chlamydiennachweis über die Kotprobe ist auch eher zweifelhaft. Aber ich lasse dann auch diese Erreger mit untersuchen, weil es oft von den Tierärzten Komplettangebote für eine Untersuchung gibt.
Ich möchte unseren Tauben kein Gramm Medizin mehr geben als wirklich notwendig ist und deswegen lasse ich Kotproben untersuchen, auch wenn es recht teuer ist inzwischen.
Da ich als Krankenpfleger beruflich viel mit verschiedensten Medikamenten zu tun habe weiß ich schon in etwa, wie man sie einsetzen kann, wie sie wirken und auch was Medizin manchmal leider für Nebenwirkungen hat. Ebenso bekomme ich zunehmen mit dass es mehr und mehr Lieferschwierigkeiten für diverse Medikamente gibt. Auch unsere Brieftauben-Tierärzte haben zunehmend Probleme das ein oder andere, eigentlich gängige Medikament, zu bekommen. Mancher Züchter wird das im letzten Jahr beispielsweise erfahren haben als kein Ronidazol lieferbar war und die Tierärzte auf andere Imidaazol-Präparate ausweichen mussten.
Ich denke mir aber, dass es inzwischen so viele Möglichkeiten gibt die Tauben rund um das Jahr weitgehend ohne Medikamentengaben gesund und fit zu halten, dass ich auch nicht ständig zur Medizinflasche greifen muss. Auch nicht während der Reise. Kürzlich hatte ich ein Gespräch mit einem Züchter darüber, dass es Schläge gibt, die in der Reisezeit immernoch sehr häufig Medikamente gegen Trichomonaden in Form von Tabletten, Kropfspülungen oder gaben über Futter oder Wasser einsetzen. Ich habe ihm berichtet, dass wir in der Reisezeit sicherlich schon seit 10 Jahren keine Behandlung gegen Trichomonaden mehr gemacht haben mit den bekannten Imidazol-Präparaten. Es rührt daher, dass wir die Erfahrung gemacht hatte, dass der Flug nach so einer Medikamentengabe bei uns immer schlechter war, als die Flüge zuvor. Weniger Prozente, weniger Spitze. Wir haben es dann gelassen und es ging bei uns auch ohne die ständigen Kurzbehandlungen.
Mein Vater war da nicht so paranoid veranlagt wie mancher Züchter und ich bin es auch nicht. Eine Taube kann auch mit ein paar Trichomonaden sehr gut fliegen und man kann die Trichomonaden auch mit anderen Produkten als einem Medikament "klein halten". Man muss sich da gar nicht so verrückt machen. Aber in so manch einem Sportfreund steckt das leider seit langer Zeit drin und es wurde ja auch früher so gelehrt von den Tierärzten, dass man in der Reise alle zwei Wochen oder ähnlich gegen Trichomonaden behandeln soll. Daran glaube ich gar nicht mehr.
Auch die Zuchttauben kann man in der Regel rund um das Jahr sehr gut ohne Medikamentengaben gesund halten. Allerdings halte ich schon die Kokzidien für ein Problem in vielen Beständen. Gerade auch in Gartenschlägen. Wenn sie einmal im Schlag sind, dann kriegt man sie nur sehr schwer wieder heraus. Desinfektionsmittel helfen kaum und ausbrennen ist auch nicht immer ideal. Bei uns auf den Dachbodenschlägen schon gar nicht. Man kann sich ein wenig mit den bekannten Oregano-Konzentraten behelfen und damit die Kokzidien im Schach halten. Aber dann muss man sie wirklich sehr regelmäßig und oft einsetzen. Aber vor der beginnenden Zuchtsaison will ich da doch auf Nummer sicher gehen und wenn ein positiver Kokzidien-Befund vorliegt, dann werden die Tauben auch behandelt und ich versuche dann auch im Schlag zumindest für viel Sauberkeit zu sorgen und gegebenenfalls vorsichtig auszubrennen.

 

Montag, 22.12.2025
Sascha am 22.12.2025 um 07:02 (UTC)
 Am Wochenende hat mich ein Sportfreund kontaktiert, der meine Meinung zur Fütterung der Reise- und auch der Zuchttauben hören wollte. Er hatte schon einige Überlegungen angestellt wie er die Versorgung seiner Tauben im kommenden Jahr durchführen möchte und berichtete auch wie er es in der vergangenen Saison gemacht hatte.
Es ist fast unmöglich aus der Distanz da irgendetwas zu raten. Es gibt so viele Faktoreren, die eine Rolle spielen und man kann niemals im Vorfeld wissen wie beispielsweise eine Reisesaison verläuft. Wie ist der Wind? Wie gestalten sich die Flüge? Sind die Tauben überwiegend sehr schnell wieder zuhause oder hat man fast jede Woche Nachzügler auch noch am nächsten Tag oder unter der Woche? Reist man mit Männchen oder Weibchen? Wieviel Zeit hat ein Züchter zur Versorgung der Taubn? Das sind alles Einflüsse, die man beachten kann uns sollte bei der Fütterung und die im Voraus nur bedingt absehbar sind.
Ich bin der Meinung, dass die meisten der "Premium-Mischungen" für Zucht und Reise der verschiedenen Hersteller inzwischen so ausgelegt sind, dass sie eher zu fett und zu schwer sind, als zu leicht. Wenn man sich die Reiseprogramme in Deutschland ansieht, die oftmals doch von der Entfernung und den Flugstunden nicht besonders anspruchsvoll sind, dann benötigt man in der Regel für die Grundversorgung der Tauben ein nicht zu fettreiches Futter. In der Zucht ist es ebenso: um den Anteil an für den Körper verwertbaren Teil des Eiweißes im Futter zu erhöhen, setzen die Firmen ihren besten und teuersten Mischungen relativ viel Ölsämereien, Hanf und fettreiche Körner zu. Das ist in einer gewissen Phase der Jungtieraufzucht durchaus auch sinnvoll. Aber wer stellt schon während der Zuchtsaison zwischendurch sein Futter deutlich um? Und so füttern wir dann auch in den anderen Phasen der Zucht ein viel zu gehaltvolles Futter.
Der Sportfreund schrieb mir: "Für mich ist es einfacher ein Futter fettreicher zu machen, als es "leichter" zu machen." Das kann ich gut verstehen.
Wenn man in Zucht- und Reise ein ordentliches Basisfutter von guter Qualität hat. welches etwa 6 - 8 Prozent verwertbares Eiweiß enthält und 12 oder 13 Prozent Fett, dann kann man damit prima arbeiten. Und es dann bei Bedarf durch Hanf, Sonnenblumenkerne oder Nüsse und Sämereien gehaltvoller machen. Habe ich ein Zucht- oder Reisefutter mit 9 Prozent verwertbarem Eiweiß und 16 oder 17 Prozent Fett, dann muss ich es in gewissen Phasen mit Paddy-Reis oder Gerste oder Säuberungsmischungen etc. leichter machen.
Letztlich ist beides möglich, nur der Weg ist unterschiedlich. Mir selbst fällt es auch leichter eine gute, aber etwas weniger gehaltvolle Basismischung noch anzureichern, als den umgekehrten Weg zu gehen und ein sehr gehaltvolles Futter leichter zu machen.
Insgesamt, und das habe ich dem Sportfreund auch gesagt, ist das für mich alles nicht so entscheidend. Es gibt zig verschiedene Wege erfolgreich zu sein. Selbstverständlich braucht man in Zucht und Reise ein gutes und gesundes, keimfähiges Futter. Aber für den Erfolg ist es am Ende nicht wirklich entscheidend welches Futter man einsetzt. Über den Erfolg entscheiden v.a. die Qualität und die Gesundheit der Tauben. Gute und gesunde Tauben kommen bei einer guten Versorgung auch in Form und bringen dann gute Nachzucht und liefern gute Flugergebnisse. Man kann sicherlich hier und da mit Futter oder dem ein oder anderen Beiprodukt die Form und Verfassung der Tauben unterstützen. Aber entscheidend ist dass die Taube die Qualität und die Gesundheit hat um überhaupt gute Resultate zu liefern.
 

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