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Donnerstag, 05.02.2026
Sascha am 05.02.2026 um 06:47 (UTC)
 Die Verpaarung unserer Zuchttauben gestern verlief bei blauem Himmel und recht angenehmen Temperaturen insgesamt etwas holpriger, als ich es erwartet hatte. Der Grunnd dafür lag letztlich im Verhalten nur eines Vogels. Die Tauben waren paarig und in guter Form. Ich habe dann immer eine Liste mit den Paaren, wie ich sie mir wünsche. Außerdem eine Art Reihenfolge. D.h. oben stehen die vermeintlich besten Zuchtvögel und Zuchtweibchen, die schon gute Nachzucht gebracht haben und weiter unten stehen dann eher Versuchstauben. Ich beginne dann damit, wenn man so will, dne besten Vogel an das beste Weibchen zu paaren, wenn die beiden nicht zu eng verwandt sind und körperlich zueinander passen.
Gestern passierte nun folgendes: unser alter 16-483, ein Vogel, der sehr gut gereist hat und auch als Zuchtvogel schon mehrere gute Tauben gegeben hat, sollte an eine bestimmte Täubin gepaart werden. Seine alte Stammtäubin hatte im vergangenen ja - ich hatte das hier auch beschrieben - Legenot und sie ist zwar inzwischen wieder in guter Verfassung, aber ich wollte sie nun noch nicht anpaaren. Leider zeigte sich der Vogel dann extrem wählerisch. Er war so wild, dass er nach kurzer Zeit begann das für ihn angedachte Weibchen zu beißen. Ich finde das sehr ungewöhnlich bei einem doch schon recht alten Vogel. Aber kurz gesagt: es harmonierte nicht. Er bekam also das nächte Weibchen oben von der Liste....und es begann das gleiche Spiel. Auch die dritte Täubin mochte er nicht.
Ich bin dann dazu übergegangen und habe erst einmal die Tauben weiter unten von der Liste so wie geplant verpaart. Das ging auch ausgezeichnet. Nach und nach habe ich alle Paare in der Reihenfolge von unten nach oben zusammen gesetzt. Als ich bei den vermeintlich besten Zuchttauben wieder abgekommen war habe ich noch bei einer weiteren Paarung eine Änderung vornehmen müssen, weil die Partner nicht so gut harmonierten. Aber schließlich ging alles recht gut. Sogar unser "Alter Belgier", der inzwischen 13 Jahre alt ist und von dem ich nicht weiß, ob er dieses Jahr noch befruchtet, nahm - im Gegensatz zu früheren Jahren - seine angedachte jährige Täubin mit Begeisterung an. Auch er hat sich in früheren Jahren oft nur sehr schwer umpaaren lassen.
Der 483 nahm schließlich auch ein jähriges Weibchen an mit dem es ganz gut harmonierte. Ich habe die beiden Partner aber über Nacht noch durch ein Gitter getrennt in der Zelle sitzen lassen und werde den 483 dann heute mit seinem Weibchen zusammen laufen lassen.
Heute werde ich die Partner wechseln aus den Zellen lassen, damit sie fressen und trinken können und dann wieder festsetzen. Das werde ich dann zwei, drei Tage so tun, wobei ich Samstag ja auch zur Olympiade nach Dortmund fahren möchte und da muss ich mal schauen wie ich es anstelle.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit den Paarungen und auch damit wie die Tauben sich - mit Ausnahme des alten Vogels - verhielten. Ich habe in diesem Jahr mehrere jährige Weibchen im Zuchtschlag neu verpaart, sodass das Legen vielleicht nicht ganz so einheitlich erfolgen wird, als wenn man nur alte Zuchttäubinnen anpaart. Aber das ist letztlich auch nicht so ein Drama. Die jährigen Täubinnen waren insgesamt aber allesamt sehr paarig und verhielten sich prima. So bin ich insgesamt zuversichtlich, dass es wieder eine schön Runde Jungtauben geben wird. Ob Gute dabei sind weiß ich aber letztlich erst in zwei, drei Jahren.
 

Mittwoch, 04.02.2026
Sascha am 04.02.2026 um 06:53 (UTC)
 Gestern nachmittag hatten wir hier noch Schnee, Glätte und später auch Eisregen. In der letzten Nacht hat sich das Wetter beruhigt. Es ist trocken und heute wird die Sonne scheinen und die Temperaturen werden auf über 5 Grad Celsius ansteigen. Auch für die kommenden Tage sind frostfreies Wetter, sonnige Abschnitte und relativ angenehme Temperaturen vorhergesagt. Also werde ich heute, wie geplant, die Zuchttauben verpaaren. Ich denke sie sind gut vorbereitet, was ich zuletzt schon am Verhalten der Zuchtvögel erkennen konnte. Ich werde gleich den Schlag noch einmal ordentlich säubern und dann im Laufe des Tages die Paare zusammensetzen. Ich denke dass es keine größeren Schwierigkeiten bei der Paarung geben wird.
Aufgrund eines Vogelgrippe-Falles ganz in der Nähe wurde auch in Belgien für die am übernächsten Wochenende geplante Taubenmesse Fugare in Kortrijk jeglichen Ausstellen und Handeln von Tauben untersagt. Es ist das gleiche Procedere, welches wir vor zwei Monaten beim Taubenmarkt in Kassel erleben mussten.
Experten erwarten in diesem Frühjahr bei der Rückkehr diverser Zugvögel leider auch eine deutlich erhöhte Zahl an Vogelgrippe-Fällen und wir können alle nur hoffen, dass sich dieses nicht später auch auf unsere Reisesaison negativ auswirkt, so wie es beispielsweise im vergangenen Jahr in den Niederlanden war.
Ich möchte hier auch gar nicht über Sinn und Unsinn diverser Maßnahmen diskutieren, die auch unsere Brieftauben betreffen. Aber wir sollten doch alle jederzeit im Hinterkopf haben, dass wir Taubenzüchter wirklich das allerkleinste Rädchen im System sind und nicht erwarten, dass auf uns, wenn irgendwelche Maßnahmen beschlossen werden, in irgendeiner Weise Rücksicht genommen wird. Darüberhinaus besteht auch immer die Gefahr dass das Virus auch auf Säugetiere (und vielleicht irgendwann auf uns Menschen) überpringt. Im Dezember 2025 wurden das Virus beispielsweise bei 1 Fuchs aus Nordrhein-Westfalen sowie 3 Waschbären aus Hessen und 1 Waschbären aus Thüringen nachgewiesen. Wir können auch an dieser Stelle immer nur das beste hoffen und uns v.a. auch als Brietaubenzüchter und Tierfreunde anständig verhalten. Wir sollten unser Hobby positiv nach Außen tragen, in diesem Zusammenhang betonen, dass Tauben praktisch nicht an der Vogelgrippe erkranken und uns jederzeit auch vernünftig um Zuflieger etc. kümmern.
 

Dienstag, 03.02.2026
Sascha am 03.02.2026 um 07:49 (UTC)
 In der aktuellen "Brieftaube" kann man nun das Protokoll zur letzten Mitgliederversammlung im Januar lesen und daran anschließend auch die neu ausgestaltete Reise- und Vergabeordnung für das Reisejahr 2026. Das mag alles viel Arbeit gewesen sein und die Neuausgestaltung der Verordnungen war wohl auch notwendig, aber für die Zukunft unseres Hobbys bringt uns das alles letztlich fast nichts.
Bei einem Blick auf die Entwicklung der Mitgliederzahlen, der reisenden Schläge und auch der Taubenzahlen muss man realistischerweise feststellen, dass der Brieftaubensport wie er aktuell noch betrieben wird hier in Deutschland in spätestens drei bis fünf Jahren so in vielen Regionen absolut nicht mehr durchführbar ist. Und dann sind auch die ganzen Meisterschaften, die Jahr für Jahr neu beschlossen oder anders ausgestaltet werden und um die es ewig neue Diskussionen gibt, hinfällig.
Die Vertreter der Regionalverbände haben es leider zum wiederholten Mal versäumt unser Hobby endlich neu auszugestalten, wobei sie letztlich auch nur das vertreten, was in ihren Regionalverbänden diskutiert und beschlossen wurde. Und das geht in aller Regel auch nicht über irgendwelche Änderungen zu den Meisterschaftsbedingungen oder irgendwelche Züchterwechsel hinaus.
Was die Züchterwechsel und den Wechselpragraphen betrifft kann ich nur feststellen, dass wir alleine hier in unserer RV gerade erlebt haben, was unsere Verantwortlichen im Verband bei der Änderung des Wechselparagraphen für ein Farce veranstaltet haben. Dem einen Züchter genügte ein Schreiben seines Anwaltes an den Verband um seinen nicht genehmigten Wechsel in eine andere RV doch durchzusetzen und der andere Sportfreund musste seinen neuen Taubenschlag, der fahrbar ist, einige Meter an einer anderen Stelle auf dem Grundstück aufstellen, damit sein zunächst abgelehnter Wechsel in unsere RV doch erfolgen konnte. Besser kann man eigentlich nicht darstellen, dass die im vergangenen Jahr neu geschaffenen Modalitäten für Wechsel in andere Organisationen komplett an der Realität vorbeigehen. Leider wie so Vieles was in den Regionalverbänden oder in der Mitgliederversammlung des Verbandes immernoch heiß diskutiert wird.
Die Mitglieder- und Züchterzahlen gehen immer weiter in den Keller und wir machen uns Jahr für Jahr das Leben mit immer mehr unsinnigen und überflüssigen Regelungen schwer. Das finde ich insgesamt sehr schade.
Kurz noch etwas zu unseren Tauben: im Witwerschlag sitzt ein jähriger Vogel, der seit einiger Zeit viel zu nassen Kot absetzt. Die Taube sieht eigentlich gut aus. Das Gewicht ist ok und man kann nicht wirklich etwas Negatives an der Taube feststellen. Es ist natürlich möglich, dass er mit einer Erkrankung zu kämpfen hat (vielleicht Colibakterien, vielleicht auch etwas anderes), aber ich vermute, dass er einfach nur nervös ist und vielleicht auch zu viel säuft oder zu vielen Mineralien frisst.
Ich habe schon überlegt ihn einmal zurück zu setzen in den Jungtierschlag und zu schauen ob sich da sein Kot schnell bessert, weil er sich dort wohler und sicherer fühlt. Aber dann müsste ich ihn irgendwann wieder zurück setzen und das ganze Problem würde von vorne losgehen. Wenn ich die Reisetauben bald beim Tierarzt vorstelle werde ich diesen Vogel auf jeden Fall mitnehmen zur Untersuchung.
 

Montag, 02.02.2026
Sascha am 02.02.2026 um 08:27 (UTC)
 Nach einem Blick auf die kurzfristigen Wetterprognosen werde ich nun übermorgen, am Mittwoch, die Zuchttauben verpaaren. Es soll ein sonniger und recht warmer Tag werden. Ich setze die Tauben dann spätnachmittags in jeweils unterschiedlichen Zellenhälften zusammen und wenn ich sehe, das sie gut harmonieren lasse ich sie kurze Zeit später zusammen laufen. Nachts liegen sie dann beieinander in ihren Zellen und damit ist dann die Paarung fast schon fertig. Dann mache ich mir zwei, drei Tage die Arbeit die Paare immer wieder wechselnd aus den Zellen heraus zu lassen, sodass sie richtig sicher und zellenfest sind.
Da ich die Zuchttauben fast immer umpaare kommt es hin und wieder dazu, dass Täubinnen im gleichen Abteil an einen anderen Vogel gepaart werden und um Fremdbefruchtungen zu vermeiden versuche ich dafür zu sorgen, dass die Weibchen sicher ihre "neue Zelle" anfliegen und sich nicht wieder zu ihrem Partner aus dem letzten Jahr gesellen.
Heute werde ich die Zuchttauben noch einmal baden lassen, sodass sie zur Paarung auch in bester und sauberer Verfassung sind.
Ich habe festgestellt, dass heute Abend Vollmond ist und die Tauben somit kurz nach Vollmond gepaart werden. Es gibt Theorien, dass die Mondphasen das Geschlecht oder die Form der Zuchttauben beeinfflussen oder die Widerstandsfähigkeit der späteren Jungtiere. Ich habe auch schon in dieser Richtung verschiedenes versucht, aber ehrlich gesagt keine Unterschiede festgestellt. Entscheidend ist die Form der Tauben und dass sie gesund sind.
Für die Form haben die Tauben wie üblich die Produkte von Dr. Marien bekommen und flüssige Hefe und Gemüse und ein paar Tropfen Lebertran und aktuell haben sie etwas "Blitz" im Trinkwasser. Ich denke das sollte dann ausreichen. Letztlich müssen Tauben - abgesehen vom Licht, welches die Hormonproduktion steuert - immer in einer Verfassung sein, dass man sie jederzeit anpaaren könnte.
Die Paare habe ich auf dem Papier nach meinen Vorstellungen verpaart. Das bedeutet aber nicht, dass sie letztlich auch genau so verpaart werden. Denn wenn die Partner sich nicht mögen oder nicht richtig "aufeinander anspringen", dann zwinge ich sie nicht zusammen zu bleiben. Dann versuche ich die einzelnen Tiere mit anderen Partnern zu verpaaren. Am Ende weiß man ohnehin nicht ob und aus welchem Paar wirklich gute Tauben kommen. Man kann nur versuchen zu vermeiden, dass man zu eng in Verwandtschaft paart für die Zucht von Reisetauben und man sollte dafür sorgen, dass die Zuchttauben im Zuchtbestand körperlich gute Vorraussetzungen haben und hier und da bei der Verpaarung darauf achten. Am Ende ist das ja auch der Faktor, den sogenannte Klassifizierer beachten: die Tauben sollten körperlich gut zueinander passen.
Gespannt bin ich darauf wie sich die neu eingeführten Tauben hier bei der Paarung zeigen und ob ich schöne Jungtiere aus ihnen züchte. Ich habe bei der Neuanschaffung darauf geachtet, dass mir die neuen Tiere körperlich gut gefallen und dass sie direkt aus Leistungstauben kommen. Der Rest ist nun nur noch ein Versuch. Wissen tut man nichts.
 

Samstag, 31.01.2026
Sascha am 31.01.2026 um 16:07 (UTC)
 Heute habe ich unser Zuchtfutter für die Zuchtsaison 2026 abgeholt. Das Futter zu holen ist keine große Schwierigkeit - egal wo ich es letztlich kaufe oder abhole. Aber die Säcke anschließend durch unser Haus die Treppen hoch zu tragen auf den Dachboden ist schon immer eine ordentliche Anstrengung. Etwas Bewegung und Kraftanstrengung schadet mir natürlich nicht, aber ich bin auch immer wieder froh, wenn ich die Säcke dann oben habe. Ich lege sie dann auf Europaletten auf die ich vorher noch Pappe oder alte, leere Futtersäcke lege. Auf dem Dachboden lagert das Futter immer sehr gut, auch wenn es im Sommer mal recht warm werden kann, aber wir haben noch nie festgestellt, dass die Wärme dem Körnerfutter schadet. Wichtig ist, dass die geschlossenen Säcke gegen Feuchtigkeit geschützt sind. An der Stelle, an der sie auf dem Dachboden liegen, ist es obendrein relativ dunkel und lichtgeschützt.
Beim Zuchtfutter probiere ich immer wieder einmal gerne etwas aus. So habe ich in den letzten Jahren schon diverse Mischungen von unterschiedlichen Herstellern getestet. Wichtig ist mir eigentlich nur, dass das Futter von guter Qualität ist, sauber und keimfähig und dass im Zuchtfutter nicht zu viele Hülsenfrüchte sind. Außerdem achte ich darauf, dass nicht allzu viele Körner enthalten sind, welche die Tauben während der Zuchtphase oder ganz allgemein nicht so gerne fressen. Also nicht zu viel Weizen oder nicht zu viel Mais und selbstverständlich auch nicht zu viel rohfaserreiche Körner. Vor einigen Jahren haben wir mal eine Futtermischung gegeben, die sehr teuer und insgesamt auch sehr gut zusammengestellt war (aus unserer Sicht). Aber in dem Futter war relativ viel Paddy-Reis und Kanariensaat enthalten und das möchten die Zuchttiere kaum fressen. Da wir in der Zuchtphase praktisch Standfutter füttern lagen dann diese Körner immer im Trog und wurden nicht aufgenommen. So etwas möchte ich einfach nicht.
Ich hatte dieser Tage nochmal Kontakt zu einem Futterexperten aufgenommen, weil ich mich erkundigen wollte wie er die Zusammenstellung verschiedener Zuchtmischungen hinsichtlich der Hülsenfrüchte beurteilt und er hatte mir gemailt. dass zu viele Hülsenfrüchte auch in der Zuchtphase sehr belastend für die Zuchttiere sein können und man dann eher nicht mehr als zwei Runden Jungtiere züchten sollte nacheinander. Dabei hatte ich ihm eine Zuchtmischung gezeigt, die mehr als 40 Prozent Hülsenfrüchte enthält und er meinte, dass das sicherlich "keine moderne Zuchtmischung" sei.
In der Mischung, die wir in diesem Jahr verwenden sind etwas 25 Prozent Hülsenfrüchte, dazu 10 Prozent Hanf und nicht zu viel Mais oder Weizen etc. V.a. sind auch wenige Körner enthalten, welche die Tauben aufgrund des Rohfasergehaltes nicht gerne fressen. Lediglich wenige Haferkerne und etwas geschälte Gerste.
Ich bin gespannt wie die Tauben das Futter demnächst fressen und aufnehmen. Ich werde auch nochmal eine Keimprobe machen, aber ich denke, da wird es keine Probleme geben.

 

Freitag, 30.01.2026
Sascha am 30.01.2026 um 07:03 (UTC)
 Gestern las ich eine interessante und sehr neue Studie zum Thema Kokzidien in Kaninchenpopulationen. In der Kaninchenzucht und der Kaninchenmast sind Kokzidien durchaus ein großes Problem hinsichtlich Wachstum der Tiere oder auch Sterbefällen und sind sie einmal in einer Population vorhanden, dann ist es extrem schwierig den Bestand wieder frei von diesen Erregern zu bekommen.
Auch wenn gerade erwachsene Brieftauben recht gut mit Kokzidien umgehen können und man durch eine gute Schlaghygiene einen allzu großen Befall bei unseren Tauben durchaus verhindern kann, so bin ich doch der Meinung, dass in der Reisezeit so manchber Leistungsabfall oder Leistungseinbruch nach einigen Flügen durchaus auch mit Kokzidien zusammenhängen kann. Die Tauben sehen dann gut aus, sind frei von Trichomonaden und auch die Atemwege sind in Ordnung, aber die Leistung ist einfach nicht so, wie sie sein könnte. Man sollte dann immer auch eine Kotprobe untersuchen lassen, denn Kokzidien können dann unterschwellig ein Problem sein.
In der Studie hinsichtlich der Kaninchen untersuchte man nun die Wirkung von Kokzidienmedikamenten (z.b. das Diclazuril, welches wir auch bei unseren Tauben einsetzen) oder auch pflanzlichen Produkten wie Oregano-Extrakt, wie er im Brieftaubensport inzwishen in zig Beiprodukten verwendet wird. Letzterem wird nachgesagt dass er sich dahingehend positiv auswirkt, dass er die Ausscheidung der Kokziden-Oozyten (also letztlich der Eier des Erregers) hemmt und somit die Ausbreitung in einem Bestand erschwert.
Um es hier nicht zu lang auszuführen möchte ich das Ergebnis der Studie, welche bei den Kaninchen durchgeführt wurde, einmal vorwegnehmen und zitieren.
" Absolut ausgeschiedene Oozystenzahlen wurden bestimmt, Eimeria-Arten identifiziert und Reproduktionsraten berechnet. Die Zufuhr und Wasseraufnahme, die Körpergewichtszunahme und die Futterumwandlung wurden zusätzlich zu den ausgeschiedenen Stuhlgewichten und deren Trockenmassegehalt beurteilt. In allen Gruppen führte die experimentelle Infektion zu deutlich reduzierten Leistungsparametern, veränderten Stuhlkonsistenzen und reduzierten Stuhlgewichten. Keines der drei Futtermittelzusatzstoffe reduzierte die Eimeria-Reproduktion signifikant oder verbesserte zootechnische Parameter und die Fäkalqualität im Vergleich zu den Kontrolltieren. Die vorliegende Studie bestätigt erstmals die vollständige und gleichzeitige Ineffektivität von Diclazuril und Robenidin aufgrund der mehrfachen Resistenz bei Kaninchen-Eimeria-Arten. Oregano als pflanzliche Alternative zur Vorbeugung von Kokzidiose bei Kaninchen ist wissenschaftlich nicht gerechtfertigt."
Dieses bedeutet, dass durch den jahrelangen, regelmäßigen Einsatz der genannten Medikamente Diclazuril und Robeniding die Kokzidien derart resistend geworden sind, dass sie keinen Nutzen mehr haben. Gleichzeitig hat der Oregano-Extrakt ebefalls keine Wirkung.
Ich kann nicht beurteilen wie die Resistenzsituation bei unseren Brieftauben inzwischen ist. Aber ich denke es wäre wichtig das einmal zu untersuchen und ebenso tatsächlich nachzuweisen, ob Oregano-Extrakte bei Brieftauben überhaupt irgendeine tatsächliche Wirkung haben.
Persönlich habe ich an dieser Stelle schon viele Jahre so meine Zweifel. Die Hersteller von Beiprodukten mischen allerdings immer weiter fleißig Oregano-Extrakte in ihre Mittel. Ich wundere mich manchmal wohinein man alles Oregano mischt aufgrund der möglichen Wirkung des enthaltenen Carvacol, welches eben eine gewisse Wirkung haben gegen diverse Krankheitserreger soll und frage mich auch, ob das alles so notwendig ist.
So wie bei unseren Brieftauben in den letzten Jahren die Trichomonaden recht resistenz gegen die entsprechenden Medikamente durch viel zu häufige Kuren geworden sind, so ist es bei den Kaninchen wohl mit den Kokzidien. Ich hoffe, dass es bei den Tauben noch nicht so ist. Aber als Schluss könnte man vielleicht ziehen, dass man bei einem behandlungswürdigen Befall mit Kokzidien und einer anschließenden Medikamentengabe immer auch noch eine Kotprobe zur Kontrolle des Behandlungserfolges durchführen lassen sollte.
 

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