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Donnerstag, 30.07.2026
Sascha am 30.07.2026 um 05:35 (UTC)
 Gestern sind früh am Morgen und kurz vor Mittag noch zwei weitere Jungtiere vom Vorflug am Dienstag heimgekehrt, sodass aktuell noch drei Jungtauben fehlen. Das ist im Rahmen und ok und vielleicht tauchen von diesen Tieren auch noch wieder welche auf. Nachmittags hatten unsere Jungtiere dann Freiflug am Haus. Ich mache das bei offenen Schlägen ganz bewusst auch bei der Hitze, damit die Tauben es kennenlernen und gewohnt sind. Sie können rein und raus, können zwischendurch trinken und das tun sie auch aufgiebig, aber sie fliegen auch viel trotz der hohen Temperaturen.
Als ich die Jungtauben am Abend dann hereinrief sprangen zwei Zuflieger mit ein. Einen weiteren Zuflieger habe ich hinter unserem Haus gefangen und zwei weitere saßen spät am Abend noch bei uns am Dach.


zwei Zufflieger spät Abends auf unserem Dach

Es ist für mich wirklich unglaublich was hier dieses Jahr los ist bzgl zugeflogenen Tauben. In solchen Massen habe ich das noch nie erlebt.
Aus allen möglichen Regionen und teilweise auch von weit von hier entfernt sitzen hier Tauben, die nicht nach hause gefunden haben. Wr können als Brieftaubenzüchter natürlich weiter machen wie immer, aber meiner Meinung nach ist es dringend an der Zeit hinsichtlich der Taubenverluste andere Wege zu beschreiten.
Gestern sprang hier ein Tier aus Aurich an der Nordseeküste ein. Außerdem, wieder einmal, Jungtauben aus Ostwestfalen und insbesondere aus der Region am Teutoburger Wald. Mit Tauben aus dieser Gegend kann ich hier, wenn ich will, inzwischen einen eigenen Schlag füllen, Dann habe ich eine Alttaube gemeldet, die zugeflogen ist und wo ich dann vom Züchter auch sehr Interessantes erfahren habe. Der Vogel ist eine Weitstreckentaube und hatte vor etwa vier Wochen noch einen Flug ab Agen über mehr als 850 Kilometer erfolgreich bestritten und einen schönen Preis geflogen. Die Taube wurde dann nach entsprechender Erholungszeit für einen Flug ab Marseille eingekorbt und ist nun hier bei uns gelandet. D.h. sie ist viel zu weit geflogen. Der Züchter berichtete, dass vom Marseille-Flug noch viel zu viele Tauben fehlen und man nicht wisse warum das so sei. Er spielt natürlich auch im RV-Programm und dort hatte man tags zuvor einen Jungtaubenvorflug von dem in der ganzen Reisevereinigung viele Taube fehlten. Es fehlte auch diesem Sportfreund jeglicher Erklärungsansatz was schief läuft hinsichtlich der Orientierung unserer Tauben.
Bei der Meldung einiger Jungtauben aus Ostwestfalen hörte ich ebenfalls, dass die Tauben vom Vorflug fehlen und dass teilweise enorme Mengen an Tauben fehlen und man keine Ahnung habe warum das so sei. Die Tauben wurden teilweise exakt hier bei uns in der Region aufgelassen und sind erst gar nicht losgeflogen. D.h. wahrscheinlich hat die Orientierung überhaupt nicht funktioniert.
Heute wird es hier wieder extrem heiß. Dann soll binnen kurzer Zeit am Nachmittag oder Abend eine Kaltfront mit Abkühlung um mehr als zehn Grad und v.a. viel Wind und Sturm durchziehen. Morgen haben wir dann vorraussichtlich Temperaturen von knapp unter 30 Grad und Samstag relativ kühle Temperaturen bevor die Wärme wieder steigt. Am Samstag wird dann wieder ganz Deutschland zu Vorflügen starten, weil es von den Temperaturen her der einzig brauchbare Tag scheint. Es wird wieder großes Durcheinander am Himmel geben und ich würde darauf wetten, dass auch wieder viele Flüge einen schlechten Verlauf nehmen. Es ist ein Unsinn zu glauben, dass man kurz nach einer markanten Hitzewelle und bevor es dann Sonntag und Montag wieder deutlich wärmer wird, einfach so glatte Flüge machen kann, weil an einem Tag angenehmes Wetter herrscht. Es kann selbstverständlich auch gut gehen, aber viele Flüge am Samstag werden wahrscheinlich auch wieder nicht gut laufen. Heute haben wir noch Flugverbot und wenn unsere FSK schlau ist, dann würde sie es ausdehnen bis in die kommende Woche, auch wenn übermorgen vermeintlich gutes Wetter zu sein scheint. Es muss jeder einmal darüber nachdenken wie wir Menschen uns fühlen, wenn das Wetter ein paar Tage heiß war und es dann schnell abkühlt, Wir sind meistens müde und ausgelaugt. Ob es bei unseren Brieftauben genauso ist weiß ich nicht. Aber ich denke es geht ihnen ähnlich und es ist nicht zielführend nur des Programms wegen am einzig wirklich kühlen Tag der Woche dann schnell wieder Flüge durchzuführen. Auch wenn es inhaltlich ein falscher Begriff ist: ich denke, die Luft ist einfach dann nicht "sauber" und ich bleibe bei meiner Meinung, dass wir die Jungtaubenreise komplett neu denken müssten und viel später reisen sollten.
 

Mittwoch, 29.07.2026
Sascha am 29.07.2026 um 04:02 (UTC)
 Leider finde ich aktuell sehr wenig Zeit hier regelmäßig etwas zu schreiben. Neben der Arbeit und der Familie und der Versorgung unserer Tauben versuche ich seit einiger Zeit meinen Nachbarn zu unterstützen, der gesundheitlich angeschlagen ist und versorge seine Tauben auch, gebe den Jungtieren Freiflug usw. So ist immer viel zu tun und die Tage sind gut gefüllt.
Gestern fand für unsere Reisevereinigung der insgesamt dritte Vorflug statt, wobei ich selbst und auch mehrere andere Sportfreunde die Tauben nun zum ersten Mal im Kabi hatten. Das Programm sah bisher so aus: 40 Kilometer, 65 Kilometer und nun wieder 40 Kilometer. Jetzt ist erst einmal eine Pause durch die aktuelle Flugbeschränkung der FSK aufgrund der Hitze und danach soll es dann wieder mit 65 KM Entfernung weiter gehen. Ich denke das ist für die Jungtiere insgesamt ein gutes Programm. Es ist nicht so wichtig die Tauben schnell auf größere Entfernungen zu trainieren, sondern viel wichtiger ist, das sie auf kurzen Entfernungen erst einmal etwas Sicherheit und Routine bekommen.
Beim gestrigen Vorflug konnte man bereits sehen wie wichtig das insgesamt ist. Während die Tauben der Züchter, die zum dritten Mal im Kabi waren, bereits sehr sicher und schnell nach hause kamen, hatten die Tiere, die nun zum ersten mal unterwegs waren doch größere Schwierigkeiten.
Bei uns selbst war es so, dass etwa zwei Drittel der Jungtauben schnell zuhause waren und dann die weiteren Tiere über den Tag verteilt bis in den Abend hinein heimkehrten. Es fehlen derzeit noch fünf Jungtiere. In Anbetracht der Situation, dass unsere Jungtauben am Haus einfach nicht ziehen wollen und auch gar nicht privat vortrainiert wurden, ist das erst einmal ok und vielleicht kommt auch heute morgen noch das ein oder andere Tier wieder.
Wenn es heute und morgen wieder recht heiß wird gehe ich erneut hin und versorge die Tauben mit Elektrolyten und Vitamin C. Ich hatte hier schon einmal geschrieben, dass ich wirklich davon überzeugt bin, das das den Tauben bei hohen Temperaturen gegen den Hitzestress wirklich gut tut und ich behalte das auch weiter so bei. Es gibt immer eine Tränke in dieser Form und wenn sie leer getrunken ist, gibt es wieder klares Wasser.
Insgesamt war gestern hier ein großes Durcheinander in der Luft. Aus allen Richtungen zogen die Tauben kreuz und quer. Das bleibt natürlich nicht aus, wenn alle Organisationen vor der Hitzephase noch schnell einen Flug machen wollen. Wenn dann aber die Tauben auf der Südwestrichtung hier in Schwärmen durchziehen während gleichzeitg viele Tauben auf der Südostrichtung in den Heimatbereich einfliegen, dann gibt das schon einmal ein großes Durcheinander und nicht wenige Tiere fliegen dann in falschen Schwärmen in die falsche Richtung mit. Gerade hier in unserem Bereich werden doch recht viele Jungtauben zu Vorflügen gestartet und manchmal ist das Chaos einfach vorprogrammiert. Ich halte es übrigens immernoch für einen großen Quatsch wieviele unterschiedliche Reiserichtungen wir in Deutschland beschicken. Aber den Punkt werden wir wohl nicht mehr ändern.
Beim One-Loft-Race "Upland-Derby" fand gestern der erste Wertungsflug über gut 100 KM Entfernung statt und eine Jungtaube, die hier in unserem Zuchtschlag groß wurde, belegte den dritten Platz und gewann einen kleinen Geldpreis. Das ist auch mal eine schöne Sache, wenngleich bei einer Massenankunft natürlich einfach auch viel Glück dazu gehört, wenn ein Jungtier unter den ersten Tauben einspringt.
 

Samstag, 25.07.2026
Sascha am 25.07.2026 um 05:44 (UTC)
 Heute feiert unsere Reisevereinigung "Möhnetal-Warstein" ab den Mittagsstunden in einem kleinen Festakt ihr 100-jähriges Bestehen in unserer Einsatzstelle. Neben den aktiven Mitgliedern der RV sind selbstverständlich auch gerne ehemalige Sportsfreunde und am Brieftaubensport interessierte Bürger eingeladen ein paar schöne Stunden bei Essen und Trinken miteinander dort zu verbringen.
Persönlich kann ich leider nicht an der Feier teilnehmen, denn ich muss ab heute mittag arbeiten. Jetzt in der Urlaubs- und Ferienzeit kann ich nicht einfach Dienste tauschen oder kurzfristig frei nehmen und so werde ich den Nachmittag auf der Arbeit verbringen statt gemeinsam mit Sportfreunden zu feiern.
Hier in der Region starten jetzt in Kürze auch viele Reisevereinigungen ihre Jungtaubenvorflüge, sodass ich auch darauf verzichte heute morgen unsere Jungtauben fliegen zu lassen. Am Nachmittag und Abend geht es dann aus Zeitgründen nicht und so habe ich beschlossen, dass ich die Jungtiere noch einmal in unsere Kabi- und Trainingsboxen setze über den Tag wo sie sich an den Aufenthalt in den Kabinen gewöhnen können.
Dummerweise steht ab der nächsten Woche wohl die nächste Hitzeweille an, sodass es schwierig wird die Jungtaubenflüge wie geplant durchzuführen. Aber das ist dann nicht zu ändern. Man muss einfach geduldig sein. Ich bin weiter der Meinung, dass es sinnvoller wäre die gesamte Jungtierreise viel später, etwa ab Mitte August durchzuführen. In aller Regel schlägt dann das Wetter um und es wird stabil kühler. Eine Jungtaube kann auf einem Flug durchaus einen Schauer Regen mal vertragen, aber Hitze ist für die Jungtiere eher tödlich.
Auch gestern Abend sind hier wieder drei Zuflieger eingesprungen. Alles Jungtiere. So geht es jeden Tag. Eine Jungtaube war aus einem Verein im Münsterland, aus dem ich erst am Vormittag in Absprache mit dem Züchter eine Taube hatte vom Parkplatz an meiner Arbeitsstelle fliegen lassen. Diese Jungtaube war allerdings von einem anderen Sportfreund des Vereins.
Wir liegen hier, wenn man so will, in einem Knotenpunkt an dem sowohl viele Tauben auf der Südost- als auch auf der Südwestrichtung gestartet werden oder durch ziehen. So haben wir immer recht viele Zuflieger. Aber was sich in dieser Woche hier abgespielt hat, habe ich so auch noch nicht erlebt. Es scheint überhaupt keine Jungtiervorflüge mehr zu geben, bei denen in der Mehrheit alle Züchter einer Organisation ihre Tauben zuhause haben am Abend. Stattdessen empfinden die allermeisten Sportfreunde es inzwischen als völlig normal wenn zwei, drei, vier oder gar mehr Jungtiere fehlen. Ich erinnere mich noch daran, dass früher die Züchter in der Regel mit 30 bis 50 Jungtieren die Jungtierreise begannen und am Ende hatten sie 25 oder 40 übrig und daraus wurden dann die Reisetauben für das nächste Jahr ausgewählt. Die Verluste waren allgemein sehr gering, wenn nicht mal ein Jungtierflug total daneben ging. Dann kamen zwei Jahrzehnte der Probleme mit der Jungtaubenkrankheit und häufig großen Verlusten, weil man nicht bemerkt hatte, dass die Tiere krank waren oder die Jungtauben sich im Kabi infizierten.
Inzwischen haben wir seit mehreren Jahren die Rota-Impfung, die sehr gut wirkt und mit der wir unsere Jungtiere vor der Jungtaubenkrankheit schützen können. Aber es ist leider mit den Verlusten nur bedingt besser geworden. Sportfreunde, die ihre Tauben viel trainieren, verlieren schon auf den privaten Trainingsflügen oftmals zu viele Tauben und Züchter, die weniger oder gar nicht trainieren verlieren sie auf den Vor- und Preisflügen. Am Ende der Jungtiersaison sind viele Züchter froh wenn die Hälfte ihrer Jungtiere noch da ist. Nicht nur hier bei uns ist das so, sondern noch extremer teilweise in den Niederlanden oder Belgien. Allerdings hat niemand eine Erklärung dafür warum es so schwierig ist für die jungen Tauben nach hause zu finden und so lebt man irgendwie damit, dass leider viele Tiere verloren gehen und reagiert allenfalls darauf inn dem man einfach mehr Jungtauben züchtet. Ein richtiger und guter Weg ist das allerdings nicht.
 

Freitag, 24.07.2026
Sascha am 24.07.2026 um 04:14 (UTC)
 Es hat sich jemand bei mir gemeldet. der nach mehr als 30 Jahren überlegt wieder Brieftauben anzuschaffen. Der Leser meines Blogs teilte mir mit, dass er als Kind und Jugendlicher erst mit seinem Vater gemeinsam Brieftauben gehalten habe und später auch noch alleine. Aktuell schaue er gerne bei seinem Nachbarn zu, wenn die Tiere vom Flug kpmmen und nun ist die Überlegung selbst wieder mit dem Hobby zu beginnen.
Ich finde das eine gute Idee. Brieftauben sind und bleiben eine tolle Freizeitbeschäftigung. Was wir in unserem Verband aus dem Brieftaubenhobby gemacht haben - das ist ein anderer Punkt. Aber grundsätzlich ist die Haltung und Betreuung von Brieftauben und auch das Reisen mit Brieftauben eine tolle Sache.
Der Interessent fragte mich um Rat, weil sich der Taubensport in den vergangenen 30 Jahren doch sehr verändert habe. Ich habe ihm dazu aus meiner Sicht u.a.folgendes geschrieben, wobei das selbstverständlich auch jeder aktive und erfahrene Sportfreund sehr viel anders sehen kann:

Meiner Meinung nach hat sich im Kern gar nicht so viel verändert im Brieftaubensport. Man benötigt einen vernünftigen, funktionellen Schlag, ordentliche Tauben und die müssen gesund sein.
Was würde ich einem Anfänger raten?
Ich würde mir jetzt um diese Zeit Jungtauben holen von ein oder maximal zwei Züchtern, die gut reisen, einen nicht zu großen Bestand haben und denen ich - das ist das Wichtigste - 100 Prozent vertraue, dass sie mir versuchen gute Tauben zu geben und die mich unterstützen wollen und können.
Diese Tauben würde ich im kommenden Frühjahr miteinander verpaaren und mir dann im eigenen Schlag eine oder zwei Runden erste eigene Jungtauben züchten. Diese würde ich dann eintrainieren und auf die Flüge schicken. Das wäre so der grobe Ansatz.
Zur Versorgung: ich würde mir eine, maximal zwei Sorten gutes Futter holen und dieses das ganze Jahr über allen Tauben füttern. Als Anfänger muss man so vieles lernen und im Auge behalten - da sollte man nicht mit zig Futterprogrammen etc. herumhantieren.
Gleiches gilt für die Beiprodukte. Ich sage es mal so: mindestens 90 Prozent der Beiprodukte auf dem Markt sind erst einmal überflüssig, wenn man gesunde und leistungsfähige Tauben haben will. Wenn der Schlag funktioniert, dann tun es gutes Futter (s.o.) jeden Tag frischer Grit und Mineralien, ein bißchen Grünzeug und vielleicht mal ein paar Multi-Vitamine aus der Flasche 1x die Woche. Alles Weitere ist eigentlich kaum notwendig.
Ich würde die neuen Tauben gegen PMV-Rota impfen (2x) und wahrscheinlich auch recht frühzeitig gegen Salmonellen (mit Lebendimpfstoff). Alles Weitere muss erst einmal nicht sein. Ebenso würde ich dann mit den selbst gezüchteten Jungen vorgehen. Diese würde ich dann eventuell auch gegen Pocken impfen.
Wenn man einen Taubentierarzt in der Nähe hat, dann würde ich ihn anfangs recht regelmäßig aufsuchen. Habe ich das nicht, dann würde ich einen erfahrenen Züchter in der Nähe, dem ich 100 vertraue, bitten, so alle vier Wochen meine Tauben anzusehen. Und ihn sofort fragen wenn ich irgendwo Probleme vermute.
Alles Weitere wie Verdunkeln, Belichten, Versorgungs- und Futterprogramme usw. sehe ich für einen Anfänger erst einmal als nicht wichtig an, denn dann sieht er irgendwann den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.
Das Wichtigste: nicht zu viele Tauben halten. Lieber weniger Taubben und diese gut führen und ständig gut beobachten und lernen bzw. wieder lernen ein Gefühl für die Tauben zu bekommen. Und nicht verrückt machen lassen von anderen Züchtern. Werbung, Internet etc.

Ich hoffe, dass der vielleicht angehende Sportfeund damit etwas anfangen kann. Leider erlebe ich es immer mal wieder, dass Neuanfänger zwar Tauben reichlich bekommen, aber mit diesen dann einfach allein gelassen werden. Und dass sie mit Ratschlägen zu Futter, Beiprodukten, Medikamenten und auch zur Führung der Tauben überhäuft werden, aber damit leider oftmals überfordert sind. Dabei ist vieles einfach gar nicht notwendig um erst einmal einen gesunden und reisefähigen Taubenbestant aufzubauen. So sehe ich es jedenfalls....
 

Mittwoch, 22.07.2026
Sascha am 22.07.2026 um 18:06 (UTC)
 In den letzten beiden Tagen sind hier am Abend nach dem Freiflug unserer Tauben schon reichlich Zuflieger mit eingesprungen. Ich hab da wieder einmal sehr interessante Erfahrungen gemacht.
Eine zugeflogene Jungtaube stammte von einem Sportfreund aus unserer RV, der gestern am Vorflug teilgenommen hatte. Er wohnt etwa 15 Kilometer Luftlinie nordöstlich von mir. Er hatte gestern abend als ich die Taube meldete leider keine Zeit mehr das Tier zu holen. Ich habe ihm dann vorgeschlagen, dass ich die Taube morgens mit in Richtung meiner Arbeitsstelle nehme und fliegen lasse. Ich konnte sie dann heute morgen recht früh etwa drei Kilometer von ihrem Schlag entfernt fliegen lassen und sie ist dann auch sehr früh am morgen zuhause eingetroffen wie mir der Sportfreund dann telefonisch mitteilte. Eine weitere seiner Tauben von diesem Flug war ihm übrigens auch heute gemeldet worden. Sie war 50 Kilometer über das Ziel hinaus geschossen und im Münsterland zugeflogen.
Dann kam gestern abend ein jähriger Vogel aus dem Rheinland mit herein. Er wurde auf der Südwestrichtung gespielt und war vom Flug bis zu uns etwa 150 Kilometer zu weit geflogen. Warum auch immer. Hier müssen wir noch sehen wie wir das Tier wieder nach hause bekommen.
Eine weitere Jungtaube aus dem Münsterland ist hier zugeflogen. Diese Jungtaube nehme ich morgen mit zu meiner Arbeitsstelle. Vom Parkplatz auf meiner Arbeit bis zu ihrem Heimatschlag ist es etwa genauso weit wie wieder zurück zu uns. Wir werden sehen ob sie nach hause fliegt.
Ein negatives Erlebnis hatte ich dann heute abend. Wieder sprang ein fremdes Jungtier mit ein. Neben dem normalen Ring dachte ich, dass sie einen Telefonring trägt auf dem anderen Fuß. Aber ein sogenannter Sportfreund hatte der Jungtaube lediglich eine solche "Drahklemme" um den Fuß gemacht, mit der beispielsweise Plastik-Brottüten im Supermarkt verschlosssen werden. So etwas habe ich auch noch nicht gesehen. Allerdings kam mir die Vereinsnummer auf dem Ring sehr bekannt war und bei der Kontrolle über die Verbands-Homepage stellte ich dann fest, dass die Taube aus einem Verein nicht so weit von hier kommt, dessen Vorsitzender ein ehemaliges Verbands-Präsidiumsmitglied ist. Ich habe dort telefonisch noch niemanden erreicht, aber ehrlich gesagt wundert mich bei diesem Verein bzw, dieser RV nach so manchen Vorgängen in den vergangenen Jahren nichts mehr. Ich werde dort telefonisch am Ball bleiben und wenn das Tier hier nicht umgehend abgeholt wird, dann werde ich die Angelegenheit an den Verband melden. Leider erlebe ich es immer wieder, dass Zuflieger ohne Telefonnummer einspringen. Aber ein solches Täuschungsmanöver mit einer Drahtklemme habe ich auch noch nicht erlebt.
Unsere Reisevereinigung möchte nun, wenn das Wetter mitspielt, übermorgen ihren zweiten Vorflug bestreiten und dann in der kommenden Woche nach Möglichkeit das Programm der ersten beiden Flüge mit 40 und 65 KM Entfernung so noch einmal wiederholen. Dann möchte ich mit unseren Jungtauben auch einsteigen. Aber man muss erst einmal abwarten was das Wetter dann zulässt. Aktuell fehlen mir die Flüge eigentlich gar nicht und ich erfreue mich an den Jungtauben, wenn sie um das Haus trainieren. Sie ziehen weiterhin nicht weg, aber am Haus fliegen sie inzwischen sehr gut und zeigen sich flugfreudig. Insofern muss ich einfach sehen wie es hier weiter gehen kann und soll.
 

Montag, 20.07.2026
Sascha am 20.07.2026 um 18:16 (UTC)
 Am heutigen Montag ging in vielen Organisationen ein extrem schwieriges Reisejahr zu Ende. Teilweise haben kaum noch Sportfreunde Tauben zu den Endflügen gesetzt. Unser Reisesystem ist auf verschiedenen Gründen in dieser Form am Ende. Ich werde dazu gelegentlich noch etwas schreiben, auch wenn ich mich an dieser Stelle schon mehrfach dazu geäußert habe. Aber wer den desolaten Zustand unseres Hobbys auch jetzt nicht bemerkt, der will es einfach auch nicht bemerken.
Unsere Reisevereinigung setzt in diesen Minuten zum ersten Vorflug ein. Ich hoffe, dass der Flug morgen gut verläuft. Selbst werde ich wohl erst in der kommenden Woche mit den Jungtieren die Reise beginnen. Heute ist es mir leider noch nicht möglich und ehrlich gesagt möchte ich unsere Jungtauben in der nun kommenden Woche auch noch etwas vorbereiten. Immerhin ist es nun ein ganzes Stück weit kühler als zuletzt und die Luft ist besser.
Gerade jetzt, wo die Jungreise beginnt und doch immer mal wieder Jungtiere verloren gehen, kann ich nur an alle Brieftaubenfreunde appelieren sich um ihre verflogenen Tauben zu kümmern. Heute erhielt ich eine Email mit u.a. folgendem Inhalt:

"Als Vorsitzender eines Rassegeflügel-Zuchtvereins werde ich regelmäßig gebeten, Zuflieger abzuholen. Die Personen haben über den Telefonring meist die Züchter direkt angerufen.....Die Antworten; bisschen Wasser hinstellen die sind dann wieder weg. In keinem Fall hat sich ein Züchter um die Rückführung dieser Tauben gekümmert.Ich nehme die Tauben dann zu mir und versorge sie bis sie wieder fit sind: Meist sorge ich dafür, dass sie in der Nähe der Herkunftsschläge rausgelassen werden; bin im Vertrieb und bekomme das organisiert.
Das "Geschwafel" von Tierliebe kann ich aus meinen Erfahrungen leider nicht bestätigen.
Ich interessiere mich durchaus für das Hobby Brieftauben; aber der Umgang mit den Tauben entpricht nicht meiner Einstellung."


Leider ist meine persönliche Erfahrung als Brieftaubenzüchter sehr ähnlich und es geht mir tatsächlich auf die Nerven wie sich so mancher Brieftaubenzüchter bzgl seiner eigenen verlorenen Tiere verhält. Es ist doch das Mindeste sich darum zu kümmern, dass diese wieder heim gebracht werden können. Wir können nicht einerseits über ständige Schwierigkeiten mit Tierschützern und Greifvögeln klagen und uns dann nicht um unsere verflogenen Tauben kümmern.
Daher an dieser Stelle nochmal mein Appel: kümmert euch um eure verflogenen Tauben!!
 

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