| | Gerade in diesem Moment, in dem ich hier beginne etwas zu schreiben, geht hier ein kleines Frühjahrsgewitter am frühen Morgen nieder. Windböen und Schnee, bzw. Schneeregen kann ich durch das Fenster beobachten. Es ist eigentlich typisches Aprilwetter Mitte März. Selbst wenn ich die Tauben heute zum Freflug herauslassen wollte würde das wenig Sinn machen. Am Samstag nach unserer Versammlung berichtete mir ein älterer Sportfreund, der einen Bestand von 15 bis 20 Reisevögeln hat, dass er seine Tauben zwei Mal herausgelassen habe. Es ginge ja kaum anders, weil wir ja bereits in vier Wochen Vorflüge angesetzt hätten. Das Ergebnis war, dass der Habicht ihm bereits zwei seiner Vögel gefressen hat. Nun müssen die Tiere erst einmal wieder im Schlag verbleiben. Ein anderer Sportfreund aus unserer RV postete gestern in den sozialen Medien ein Foto einer geschlagenen Taube, die vermutlich der Sperber bei ihm erwischt hatte mit einem Hinweis auf die Greifvogel-Überpopulation. Ich will ihm hinsichtlich der Population gar nicht widersprechen, aber ich will sehr wohl darauf hinweisen, dass man einfach damit rechnen muss, dass ständig Tauben geschlagen werden hier in der Region, wenn man sie aufgrund des zu frühen Reisebeginns jetzt schon regelmäßig herauslassen muss. Als es noch deutlich weniger Greifvögel gab begannen wir mit der Reise später als heute und mir geht das einfach nicht in den Kopf. Ich verstehe nicht was die Verantwortlichen überall treibt so früh die Reise zu beginnen und dann aber auch früher zu beenden. Mir fehlt dabei doch sehr stark der Bezug zum Tier und zur Natur.
In unserem Zuchtschlag sind nun fast alle Jungtiere bis auf zwei Nachzügler geringt. Es ist in jedem Jahr eine Freunde die jungen Tauben rund und gesund in ihren Nestern liegen zu sehen. In einem Artikel in der "Brieftaube" las ich jetzt, dass der Autor seine Zuchttauben drei Mal täglich füttert und dabei darauf achtet, dass die Futtertröge, bevor sie wieder befüllt werden, weitgehend leer gefressen sind, damit die Tauben nicht nur ihre Lieblingskörner fressen. Ich hatte hier geschrieben dass ich bei den Zuchttauben über die Futterautomaten Standfutter füttere, weil es die Versorgung für mich erleichtert. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass die Tauben viel besser selbst wissen was sie brauchen und nicht nur die Lieblingskörner fressen, sondern zu bestimmten Zeiten und in bestimmten Phasen der Jungtieraufzucht mal von einer Sorte mehr fressen und mal von einem anderen Korn und es sogar Phasen während der etwa 25 Tage bis zum Absetzen gibt, in denen sie nicht so viel Hanf fressen und in anderen Phasen dann sehr bevorzugt Hanf (den sie eigentlich ja immer gerne fressen). Wenn aber selbst Hanf gezielt aufgenommen und mal mehr oder weniger gefressen wird je nach Bedarf, dann denke ich muss man sich keine Sorgen machen, dass Tauben nur bestimmte Körner auswählen. Ich bin jedenfalls mit der Standfütterung im Zuchtschlag rundum zufrieden. Es werden hier und da auch mal einige Körner herumgeworfen, aber selbst das ist am Ende weniger als man denkt.
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