| | Gestern mittag hatte ich es mir in unserem Garten im Schatten bequem gemacht. Es war kurz nach 12 Uhr. Plötzlich rauschte es über mir und zwei große Taubenschwärme flogen direkt über mich hinweg. Leider ging alles so schnell, dass ich es nicht filmen oder fotografieren konnte. Ich dachte bei mir: "Wer lässt denn um diese Zeit Tauben auf?" Als ich dann die Auflasskarte unseres Verbandes im Handy ansah, konnt ich sehen, dass eine RV unseres Regionalverbandes vom Auflassort zurück gefahren war und die Tauben nun heimatnah, etwa fünf Kilometer entfernt, aufgelassen wurden um dann schnell nach hause zu fliegen. Ich denke das wird auch gut funktioniert haben.
Ähnliches haben gestern mehrere RVen auf unserer Südostrichtung praktiziert. Entweder heimatnah aufgelassen oder aber zurück in die Einsatzstelle gefahren und die Tauben aus dem Kabi gefangen. Auch unsere Nachbar-RV, die mit unserem Kabi unterwegs war, während unser Flugleiter für unsere RV abgesagt hatte, musste die Tauben wenige Kilometer von zuhause entfernt starten. Andere Organisationen sind auf sehr kurze Entfernungen zurück gefahren und haben dann Preisflüge von 150 KM o.ä. durchgeführt. Egal was nun im Einzelnen praktiziert wurde, es ist nicht leicht für die Flugleiter oder andere Verantwortliche richtige Entscheidungen zu treffen bei schwierigen Wetterbedingungen. Was mich aber immer wieder wundert: warum fahren einige RVen überhaupt los, wenn das Wetter doch spätestens am Nachmittag des Vortages so absehbar war? Jeder hätte beim Blick auf die Vorhersagen spätestens am Einsatztag ab 16 oder 17 Uhr sehen können, dass es keinen Sinn macht überhaupt die (schon verkürzten) Auflassorte anzufahren. Die Flugleiter sehen das doch auch.
Mein Eindruck ist aber, dass es zumindest einzelne, sehr erfolgsbesessene Sportfreunde gibt, die ihre Tauben und da speziell die Weibchen, lieber im Kabi sitzen haben (auch wenn sie nur durch die Gegend gefahren werden), als dass sie sie ohne Belastung zu hause haben.
Es ist aber so, dass die große Mehrheit der Züchter, die aktuell noch an der Reise teilnimmt, besser mit einer klaren Entscheidung leben können (z.b. einer Absage des Fluges), als mit einem Hin und Her und damit, dass dann, obwohl kein regulärer Flug stattfindet, fast der ganze Sonntag im Eimer ist.
Auch für die nun kommende Woche ist weiter große Hitze angesagt und wenn es so kommt, stehen viele Organisationen am kommenden Wochenende vor ähnlichen Problemen wie zuletzt. Ich denke, dass man sich schon jetzt darüber Gedanken machen sollte und dann frühzeitig Entscheidungen getroffen werden müssen.
Lange kann es in dem Zusammenhang auch nicht mehr dauern, bis unsere Verbandsgremien irgendwelche Anpassungen an den Meisterschaftsbedingungen und As-Tauben-Bedingungen etc. vornehmen werden. Denn es ist schon jetzt wieder absehbar, dass nur wenige Organisationen innerhalb des Verbandes die Mindetbedingungen für die Meisterschaften überhaupt erfüllen können. Einfacher wäre es die Meisterschaften auf Verbandsebene abzuschaffen und endlich wieder in die Hände der Regionalverbände oder was auch immer zu legen. Dann kann man sich dort Gedanken machen und entscheiden wie man auf Flugausfälle und Verlegungen und Veränderungen der Flugstrecken reagiert. Das wäre allemal besser als weiter auf deutschen Meisterschaften zu beharren, die in der aktuellen Situation überhaupt keinen Sinn mehr machen. | | | |
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