Brieftauben Mimberg

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Sonntag, 04.10.2026
Sascha am 04.10.2026 um 05:57 (UTC)
 Zu meinem gestrigen Beitrag hat sich ein Sportfreund mit einer ausführlichen Nachricht gemeldet. Er reist sehr erfolgreich mit Alt- und auch Jungtauben auf RV- und auch auf Regionalverbandsebene. Vor mehr als zwei Jahren hat er sich entschieden seinen gesamten Bestand auch mit einem Gemüsemix zu versorgen. Der Züchter hat sich dazu seine eigenen Gedanken gemacht und mischt das Gemüse nach seinen Vorstellungen und verwendet zum Abbinden etwas andere Produkte, als wir es hier tun. Sein gesamter Taubenbestand erhält das Gemüse zwei Mal in der Woche, zumeist an zwei Tagen nacheinander, und der Sportfreund mixt das Gemüse immer frisch an. Er teilte mir mit, dass er damit ungemein zufrieden sei und verwies auf den Gesundheitszustand seiner Tauben, der insgesamt viel besser sei. Er brachte das Beispiel, dass er früher vielleicht sechs oder sieben Jungtauben eines Jahrgangs hatte, die kurz- oder längerfristig einmal gesundheitliche Probleme und Auffälligkeiten zeigten. Seit der Verwendung des Gemüsemixes seien es allerhöchstens pro Jahr noch ein oder zwei Tiere, die negativ auffielen. Diese Verbesserung sei schon sehr signifikant.
Gerade was den Gesundheitszustand der Tauben betrifft stimme ich dem Sportfreund uneingeschränkt zu. Die regelmäßige Gabe des Gemüsemixes ist hinsichtlich der Verfassung der Tauben ein absolut positiver Aspekt. Insgesamt sehen die Tauben einfach besser aus und wirken gesundheitlich stabiler.

Aus Interesse habe ich gestern und vorgestern einmal den Verlauf der Finalflüge zweier großer One-Loft-Rennen an der Algarve verfolgt. Etwa 500 Kilometer sind für die Jungtauben schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Dass diese Finalflüge dann nicht mit Massenankünften ablaufen ist ein Stück weit normal. Wenn ich mir aber die Entwicklung der Einsatzzahlen dieser OLR bis hin zum Finalflug ansehe und den Finalflug obendrein, dann kann ich nur sagen, dass man dort eigentlich guten Gewissens, wie zu sehr vielen anderen OLR, keine Jungtauben hingeben sollte - ganz abgesehen von den Kosten, die diese Wettbewerbe mit sich bringen. Wenn dort, wie bei einem der beiden Rennen, ein deutscher Schlag, der auch damit wirbt einen eigenen und speziellen OLR-Bestand zu haben, von mehr als 50 angelieferten Tauben zum Finale nur noch 13 eingesetzt wurden und von diesem Finalflug am ersten Flugtag kein Tier wieder im Schlag ist, dann kann ich für mich nur feststellen, dass diese OLR auch nicht wirklich taubengerecht sind, denn gleiches und ähnliches trifft auch auf bekannte niederländische oder belgische Schläge zu hinsichtlich ihrer Taubenzahlen bei diesen Rennen. Zumal, wenn man einmal betrachtet, dass das gespielte Programm hinsichtlich der Entfernungen, mit Ausnahme des Endfluges, keinen großen Unterschied zu beispielsweise einem deutschen Jungtaubenprogramm macht. Letztlich sind diese Rennen auch nur eine "Zockerei" um Geld.
 

Samstag, 03.10.2026
Sascha am 03.10.2026 um 05:10 (UTC)
 Ein befreundeter Züchter, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich reist und auch viel an seinen Tauben hinsichtlich Versorgung mit Futter und Beiprodukten ausprobiert, hat nun zuletzt auch einen Gemüsemix erstellt, wie ich es immer empfehle und seinen Tauben über das Futter mit Mineralien, Probiotika und Kräutern gegeben. Letztlich fast so, wie ich es immer mache. Er hat mir nun zurück gemeldet, dass die Tauben seiner Ansicht nach nochmals etwas glatter im Gefieder seien und der Kot super gebunden. Obendrein sei der Kot eigentlich ganz normal gefärbt und nicht etwa roter oder noch dunkler (durch die rote Beete und die Möhren) als sonst. Er will es weiter testen.

Unser Gemüsemix

Ich bin überzeugt dass diese Versorgung mit dem Gemüsemix und Mineralien und Kräutern während der Mauser und während des Winters das beste ist, was man für seine Tauben tun kann. Man kann auch, wenn man möchte, noch einen Schuss Obstessig und etwas Öl hinein geben (fast wie bei einem Salat bei uns Menschen). V.a. etwas Öl ist gut für die Löslichkeit bestimmter Vitamine bzw. deren Vorstufen.
Wenn die Tauben die Versorgung mit dem Gemüsemix kennen, dann sind sie meiner Ansicht nach ganz verrückt darauf. Ich erinnere mich auch daran, dass vor Jahren in der Zeitschrift von Rainer Püttmann, als dort der erfolgreiche und leider verstorbene Sportfreund Werner Grundel noch seine Artikel veröffentlichte, immer ein Foto dieses Züchters mit den Artikeln erschien, auf denen er eine Schüssel mit Gemüsemix in der Hand hatte.
Es war und ist etwas Arbeit diesen Mix zuzubereiten. Aber es lohnt sich. Ich friere immer größere Mengen in Eiswürfelbehältern ein und taue dann nach Bedarf einige Würfel auf und damit ist es auch nicht allzu oft, dass ich bei der Herstellung die ganze Küche verschmutze.
Worauf man ein wenig achten muss, wenn man den Gemüsemix verfüttert ist eine ordentliche Hygiene der Futtertröge, denn falls Reste im Trog bleiben, können diese dort verschimmeln oder verpilzen, Deswegen sollte man den Futtertrog regelmäßig reinigen. Allerdings halte ich das ohnehin in allen Beständen für notwendig, denn die meisten Züchter geben Produkte über das Futter und es können immer Reste in den Futtertrögen bleiben.
Wenn man seine Tauben mit einem vernünftigen Futter, Grit, Mineralpulver und auch Heilerde, dem Gemüsemix, vielleicht etwas tierischem Eiweiß und auch Bierhefe und Kräutern versorgt, dann benötigen sie eigentlich über das ganze Jahr als Grundversorgung nicht mehr. Wer es sinnvoll findet, der kann auch noch regelmäßig ein Probiotikum hinzuführen. Mehr braucht es dann nicht und die Kosten halten sich insgesamt gegenüber dem Kauf von diversen Beiprodukten aus der Industrie doch sehr in Grenzen.
 

Freitag, 02.10.2026
Sascha am 02.10.2026 um 06:49 (UTC)
 Gestern las ich eine interessante Studie aus der Humanmedizin. Darin wurde aufgeführt, dass Zucker die schädlichen Auswirkungen, die eine Antibiotika-Therapie auf die Darmflora des Menschen hat, noch verstärken kann. Bei Patienten, die während der Antibiotikabehandlung mehr Zucker zu sich nahmen, war die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts der Mikrobiomvielfalt höher, da aggressive Mikroben andere Bakterienstämme verdrängten.
Wie so häufig, wenn ich Studien aus dem Humanbereich lese, denke ich dann gleich an unsere Brieftauben.
Ich ärgere mich schon seit Jahren darüber, dass viele Beiprodukte letztlich bessere Zuckermischungen sind. Vermutlich aus Kostengründen werden Vitamine, Probiotika und andere möglicherweise nützliche Wirkstoffe mit sehr viel Zucker auf größere Volumen und Mengen gestreckt. Traubenzucker, Milchzucker, Saccharose, Maltodextrin usw. findet man sehr sehr oft in den Zusammensetzungen vieler Beiprodukte.
Ich glaube nicht, dass eine zusätzliche Gabe von Zuckern gleich welcher Art einen besonderen Nutzen für unsere Brieftauben hat. Mit Ausnahme vielleicht von Zuckern in Elektrolytpräparaten, die man beispielsweise bei der Rückkehr der Tauben einsetzt.
Nun bin ich wahrlich kein Fachmann auf diesem Gebiet. Das sind nur so meine Gedanken aus Laiensicht. Aber wenn ich mir beispielsweise die vielen Probiotika-Produkte auf dem Markt ansehe, dann bestehen diese doch zu mehr als 90 Prozent eigentlich nur aus Zucker.
Gerade Probiotika sollen den Abbau bzw. den Wiederaufbau einer gesunden Darmflora während oder nach einer Antibiotika-Kur unterstützen. Leider gibt es bis heute keine eindeutigen Belege dafür, dass Probiotika dazu beitragen, die Vielfalt des Mikrobioms zu erhalten oder wiederherzustellen. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass die Gabe von Probiotika an dieser Stelle einen Nutzen hat, so ist doch zu überlegen, ob der in den Produkten enthaltene Zucker nicht deutlich kontraproddduktiv wirkt, wenn man mal auf diese Studie aus der Humanmedizin blickt.
In einer weiteren Studie aus dem Humanbereich las ich schon vor längerer Zeit, dass Probiotika nach Antibiotikatherapien bei manchen Menschen die Regeneration des Mikrobioms verzögern und Symptome verlängern können.
Wie es bei unseren Brieftauben ausieht wissen wir nicht wirklich. Wir haben keine aussagekräftigen Studien und können immer nur beobachten, was wir sehen.
Es gibt immer noch viele Züchter, die nach jedem oder jedem zweiten Flug und auch sonst rund um das Jahr regelmäßig antibiotische Medikamente einsetzen und kurz- und mittelfristig damit auch erfolgreich reisen. Es würde mich einmal stark interessieren wie die Darmflora der Tauben dieser Züchter aussieht und ob sie sich deutlich von der Darmflora bei Tieren unterscheidet, deren Züchter selten oder nie Medikamente einsetzen.
Es ist auch im Brieftaubenwesen inzwischen gängige Praxis, dass viele Tierärzte dazu raten parallel oder nach einer Antibiotika-Behandlung über mehrere Tage ein Probiotikum einzusetzen. Auch in der Reisesaison empfiehlt so mancher Versorgungsplan - auch ohne Medikamentengabe - einen Einsatz von Probiotika über ein oder zwei Tage vor oder nach dem Flug. An dieser Stelle werden eben auch die oben genannten Zucker mit an die Tauben verabreicht.
Ob das alles wirklich sinnvoll ist weiß ich nicht. Es wäre allerdings wirklich spannend das zu erforschen.
Ich selbst habe hier im Schlag in den vergangenen Jahren immer mal wieder Probiotika getestet. Meistens konnte ich weder einen positiven, noch einen negativen Effekt beobachten. Wirklich gut gefallen hat mir damals das Produkt PT-12 der Firma Re-Scha, dass es heute leider nicht mehr gibt. Es ist durch ein anders zusammen gesetztes Produkt ersetzt worden (das hatte wohl rechtliche Gründe). Ich habe weitere Produkte ausprobiert und eingesetzt. Letztlich kann ich bis heute nicht sagen ob das sinnvoll und wirksam war oder nicht. Vielleicht war es nur damit ich selbst ein gutes Gefühl bei der Versorgung unserer Tauben hatte.
 

Donnerstag, 01.10.2026
Sascha am 01.10.2026 um 05:48 (UTC)
 Aktuell bin ich damit befasst die Einnladungen für die Siegerehrung der Westfalenmeisterschaft 2026 fertig zu stellen. Der Westfalen-Champions-Day wird in diesem Jahr ausgerichtet durch die RV Germania Werne und findet am 07.11. in Werne statt. Ich werde in Kürze noch einmal ausführlicher darüber schreiben, Wenn ich die Einladungen für die Sieger fertig stelle, dann ist es in jedem Jahr die größte Schwierigkeit alle die vielen Adressen zusammen zu suchen. Aus den Vorjahren sind mir dann so manche Postanschriften von Sportfreunde, die vorne mir dabei waren, schon bekannt. Aber es gibt auch immer wieder Neulinge unter den zu Ehrenden Züchtern und an der Stelle muss ich einmal unsere Verbandsgeschäftsstelle loben. Nachfragen hinsichtlich fehlender Adressen werden durch Drau Kühntopp sehr schnell bearbeitet und die Anschriften werden mir dann per Email zugeschicht. Das geht stets sehr zügig und komplikationslos und dafür kann ich mich nur bedanken.
Ein Sportfreund fragte mich gestern danach ob ich die genaue Zusammenstellung des roten Mineralpulvers von Dr. Marien kenne. Ich habe ihm geantwortet, dass ich alle Bestandteile nicht kenne, aber ich habe ihm geschrieben, was Doktor Marien selbst dazu gesagt hat:
"Was diese Mineralien betrifft – es handelt sich um eine Mischung aus 50 kg „Vitamineral“ und 18 kg weiterer Zutaten. Welche das sind? Dieses Geheimnis verrate ich Ihnen nicht! Bierhefe ist zum Beispiel eine der Zutaten. Es sind alles Mineralstoffe und andere wertvolle Substanzen. Die Tauben haben während der Zuchtsaison jederzeit freien Zugang dazu. Auch für die Jungtaubenist es sehr vorteilhaft, wenn sie es in den ersten zwei Monaten regelmäßig erhalten; so ist sichergestellt, dass sie ausreichend Mineralstoffe aufnehmen."
Wir nutzen diese Mischung bei all unseren Tauben seit mehr als 15 Jahren und solange das Pulver erhältlich ist, werde ich es auch weiter einsetzen. Die Reisetauben bekommen es am Abend nach dem Flug über das Futter. Die Zuchttauben haben es während der Zuchtsaison täglich frisch in einem Napf zur Verfügung. Den Jungtauben streue ich mehrmals in der Woche einen Esslöffel davon über das Futter ohne das Futter vorher anzufeuchten. Ebenso bekommen es unsere Witwerweibchen in ihrer Voliere während der Reisesaison. In der Mauser- und Winterzeit mische ich das Mineralpulver mit unserem Gemüsemix an das Futter.
Es ist einfach zu handhaben und ich denke, dass es insgesamt ein gutes Produkt ist. Ich würde nicht sagen, dass andere Beiprodukte schlechter oder besser sind. Aber ich habe damals auf Anraten von Dirk de Beer einmal beschlossen dieses Mittel (und auch das Konditionspulver und den Sirup) von Dr. Marien einzusetzen und wir sind dabei geblieben, weil es immer gut funktioniert hat und die Tauben damit gut zurecht waren.
In der zurückliegenden Saison habe ich bei den Jungtauben etwas anderes gemacht und habe einmal den Sirup und das Konditionspulver durch das neue Produkt Spiru-Plus der Firma Röhnfried ersetzt. D.h. am Tag nach dem Flug bekamen die Jungtauben statt des Sirups (den man ja ohnehin nur alle 4 Wochen einsetzen soll) das Spiru-Plus über das Futter und ich habe nur wenig Konditionspulver dazu gegeben. Auch das hat sehr gut funktioniert in meinen Augen. Dieses Spiru-Plus ist wirklich ein gutes und sinnvolles Präparat und ich würde es, wenn ich die Mittel von Dr. Marien nicht bekommen könnte, auf jeden Fall alternativ einsetzen.
Am Ende ist es, so denke ich, alles nicht so entscheidend. Für mich muss das Versorgungssystem einfach sein. Ich will den Tauben nicht täglich andere Produkte über das Futter oder in das Trinkwasser geben. Das System von Dr. Marien umfasst drei Produkte, die man über das Futter gibt und viel mehr braucht es dann auch nicht. Mit dieser Versorgung hatten wir super Reisejahre und schlechte Reisejahre. Aber wenn es schlecht lief, dann lag es sicher nicht an den Beiprodukten, die nie verändert wurden, sondern an anderen Umständen. Wenn es sehr gut lief lag es auch nicht zuvorderst an den Beiprodukten. Die wirken nur hier und da unterstützend und liefern den Tauben das. was bei einer reinen Körner- und Gritfütterung zu kurz kommt.
Wer glaubt, dass seine Tauben besser fliegen, weil sie jeden Tag etwas anderes an das Futter oder ins Wasser gemischt bekommen, der sollte einmal den versuch machen einen Schlag mit vielen Beiprodukten und einen Schlag mit deutlich weniger Mitteln zu versorgen. Am Ende wird er erstaunt sein dass die Tauben, die weniger erhielten, mindestens genauso gut, wenn nicht gar besser waren. Die Versorgung unserer Brieftauben ist nicht schwer oder kompliziert. Einige Wirkstoffe sind sicher gut. Die meisten sind überflüssig. Auch an der Stelle halte ich es mir Dr. Marien der in einem Interview sagte: "Es gibt durchaus Produkte, die nützlich sind. Es gibt jedoch weitaus mehr, die absolut nichts bewirken. Im Taubensport werden viele Dinge getan, die keinen Zweck erfüllen."
 

Mittwoch, 30.09.3036
Sascha am 30.09.2026 um 06:11 (UTC)
 Seit Tagen haben wir hier sommerliches und sehr warmes Wetter. Für die Mauser der Tauben ist das ideal. Man merkt den Tieren an, dass sie sich trotz des starken Federwechsels deutlich wohler fühlen, als wenn es kalt und regnerisch wäre. Ich muss dann sehr oft an meinen leider verstorbenen Großonkel Karl Mimberg denken. Er sagte sehr häufig: "Die Taube ist ein Sonnenvogel." Dieser Satz trifft tatsächlich sehr gut das Wesen unserer Brieftauben, die oft bei höchsten Temperaturen in den Volieren in der Sonne liegen, die Flügel ausbreiten und sich bescheinen lassen und es sich gut gehen lassen. Vermutlich liegen sie dann auch in der direkten Sonne um mit Hilfe der UV-B-Strahlung Vitamin D zu in ihrem Körper zu produzieren.
Mein Großonkel sagte den genannten Satz ganz besonders oft im Frühjahr, wenn wir im März und April oft bei Kälte, Wolken, Regen und Schnee schon die Tauben herauslassen und später auf Vorflüge setzen mussten, weil das Programm und der Reiseplan es so erforderte. Er konnte sich herrlich darüber aufregen, dass die Reisepläne Jahr für Jahr fast gleich erstellt wurden und niemand dazulernen wollte. So ist es leider bis heute geblieben. Bald finden in den Reisevereinigungen und Regionalverbänden die Mitgliederversammlungen statt und die Weichen für das nächste Jahr werden gestellt. Es wird zu 99 Prozent überall alles beim Alten bleiben, weil es wohl auch von Seiten der Mitgliederversammlung unseres Verbandes keine größeren Veränderungen gibt. So siecht leider unser deutscher Brieftaubenwesen weiter dahin und Jahr für Jahr werden es weniger Züchter, RVen und Tauben die in der Luft sind.
Für so manchen Sportfreund beginnt der Höhepunkt des Reisejahres auch jetzt erst. Es ist die Verkaufs- und Versteigerungssaison. Da werden einige Züchter dann richtig aktiv, wollen Tauben kaufen oder verkaufen und man kann fast kein Gespräch mit einem Sportfreund führen, in dem nicht auf irgendeine Auktion oder einen Verkauf und auf die teilweise enormen Summen, die dort scheinbar umgesetzt werden, hingewiesen wird. Mich interessiert dieser ganze Brieftaubenhandel nicht. Ich schaue kaum noch auf die Auktionsseiten und gehe auch selten einmal im Winter zu Veranstaltungen, denen eine Versteigerung angehängt ist.
Wenn mich Tauben eines Züchters interessieren, dann nehme ich Kontakt zu ihm auf, schaue ob ich mit dem Sportfreund gut persönlich zurecht komme und dann versuche ich aus seinen besten Tauben etwas zu bekommen. Wenn das in diesem Jahr nicht möglich ist, dann vielleicht im nächsten Jahr.
In diesem Herbst und Winter werde ich aber praktisch keine Tauben neu einführen. Der Grund ist recht einfach: wenn man den Bestand sukkzessive verkleinern will, dann kann man nicht ständig neue Tauben hinzu holen. Außerdem ist es einfach so, dass einem, wenn es gut geht, von zehn zugeholten Tauben vielleicht eine am Ende wirklich weiter hilft und züchterisch ihre Spuren im Bestand hinterlässt. Insofern muss man nicht ständig neue Tauben hinzuholen. Zumal dann nicht, wenn man sich auch aus dem eigenen Bestand die ein oder andere vielleicht brauchbare Taube für die Zucht heranziehen kann. Ganz davon abgesehen ist der Zustand des deutschen Brieftaubenwesens ohnehin so, dass aus meiner Sicht eine Planung (und damit auch Zuchtplanung) über drei, vier, fünf Jahre und mehr gar nicht mehr lohnt.
Aber: neue Tauben geben auch immer neue Hoffnung und der Züchter, der sie einführt, erfreut sich an ihnen, Daher ist es nicht verkehrt, wenn ein Sportfreund hier und da neue Tauben hinzuholt in der Hoffnung, die Leistungen seines Bestandes zu verbessern. Meine Meinung an der Stelle ist aber auch ganz klar: die Preise müssen im Rahmen bleiben. Alles andere führt zu nichts außer einer vollen Geldbörse des Verkäufers.
 

Dienstag, 29.09.2026
Sascha am 29.09.2026 um 06:23 (UTC)
 Wenn ich nun die Taubenschläge betrete fliegen mir die Federn nur so entgegen. Deckgefieder, Schwundfedern und Schwanzfedern werden aktuell in großer Zahl geworfen und anschließend erneuert. Trotzdem habe ich auch gestern unseren Jungtauben wieder Freiflug gegeben. Sie gehen dann gerne nach draußen. Einige fliegen nur drei, vier Minuten, anderen zehn Minuten und weitere sind auch länger in der Luft. Dann landen sie wieder und gehen in den Schlag oder bleiben auf dem Dach sitzen und fliegen vielleicht auch nochmal auf und drehen einige Runden. Für den Stoffwechsel der Tauben gibt es auch jetzt in der Hauptmauserzeit nichts besseres als mehr oder weniger regelmäßigen Freiflug. Das was die Bewegung der Tauben, auch wenn sie oft nur kurz ist, im Stofffwechsel der Taube auslöst kann kein Beiprodukt und kein Futter der Welt bewirken. Es besteht zwar leider auch immer die Gefahr, dass ein Greifvogel die Tauben attackiert und vielleicht sogar schnappt, aber letztlich ist es für mich eine Abwägunssache. Gehe ich das Risiko ein, dass die ein oder andere Taube verloren geht durch den Greifvogel oder tue ich etwas für ihr Wohlbefinden und ihren Stoffwechsel auch während der Mauserzeit. Aktuell ist es mir noch wichtiger dass die Tiere Bewegung haben.
Gestern rief mich ein Züchter an und stellte mir die Frage, ob ich denke, dass man eine Reisesaison in der Regel erfolgreich komplett ohne Medikamentengabe bestreiten kann. Ich habe ihm geantwortet, dass ich nur in Ausnahmefällen glaube, dass das möglich ist. Aber in der Regel muss man wohl, wenn man die Tauben zwölf bis fünfzehn Wochen in sehr guter Verfasssung halten möchte, hin und wieder ein Medikament einsetzen.
Die Frage ist: hat man einen Tauben-Tierarzt in der Nähe mit dem man zusammenarbeiten kann? Dann ist man erst einmal auf der sicheren Seite, wenn man die Tauben so alle drei Wochen dort während der Wettflugsaison vorstellt. Der Arzt kann einem dann recht sicher sagen ob man etwas behandeln muss oder nicht und einem dann auch das entsprechende Medikament verschreiben.
Es gibt leider viele Regionen in Deutschland, in denen man seine Tauben nicht mal eben schnell irgendwo einem spezialisierten Tauben-Tierarzt vorstellen kann. Wenn man dann nicht teilweise weite Fahrten zu einem solchen Veterinär unternehmen kann oder will, dann muss man sich selbst helfen. Leider wird es genau an der Stelle aber von vielen Züchtern falsch angefangen und auch übertrieben. Man besorgt sich diverse Medikamente gegen Trichomonaden oder Infektionen der Atemwege usw. und setzt diese dann "zur Vorbeugung" relativ regelmäßig oder sogar wöchentlich ein. Das funktioniert auch oft recht gut aber, und das habe ich dem Anrufer auch gesagt, die Züchter kommen oft in einen Teufelskreis aus dem sie dann nicht mehr herauskommen. Die Tauben und der Bestand sind über die Jahre, die durchaus erfolgreich sein können, nahezu an sehr regelmäßige Medikamentengaben gewöhnt. Ohne Medizin geht dann irgendwann fast nichts mehr.
Ich kann sehr wohl gut verstehen, wenn Züchter sich in der Reisesaison selbst helfen (müssen), weil kein geeigneter Tierarzt in einigermaßen zeitnah erreichbarer Nähe ansässig ist. Aber wenn man schon den Weg geht sich irgendwo im Vorfeld der Reisesaison Medikamente zu besorgen und diese relativ regelmäßig einzusetzen, dann sollte man schon genau wissen, was man da tut.
Nebenbei bemerkt: ich glaube selbst überhaupt nicht, dass heutzutage noch in der Saison beispielsweise eine Trichomonadeninfektion ein großes Problem darstellt. Es gibt inzwischen verschiedenste Möglichkeiten Trichomonaden in der Reise so zu beschränken, dass sie für die Tauben keine Schwierigkeiten machen.
Gleiches gilt auch für Kokzidien. Diese machen letztlich in einem hygienisch geführten Bestand normalerweise keine größeren Probleme. Insofern denke ich, dass Medikamente in diesem Bereich während der Reise weitgehend unnötig sind. Wenn der Schlag dann noch gut funktioniert und v.a. nicht überbesetzt ist, dann hält man auch die Infektionsgefahr im eigenen Schlag relativ gering.
Der Hauptinfektionsherd bleibt am Ende der Kabinenexpress in dem sich Bakterien oder Viren, auch je nach Kabinenbesatz und Standzeit, teilweise schnell ausbreiten können. Diese Erreger betreffen dann v.a die Atemwege der Tauben oder auch mal den Darm. An der Stelle ist doch die Wahrscheinlichkeit relativ groß, dass man in der Reisesaison auch hin und wieder zu einem entsprechenden Medikament greifen muss um eine Ausbreitung im eigenen Bestand zu verhindern. Wie man das aber dann angehen sollte, das kann man während der langen Wintermonate und in der Vorbereitung auf die Saison auch mal mit einem spezialisierten Taubentierarzt besprechen und vorbereiten. So viel Zeit sollte jeder Züchter sich nehmen,
 

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