| | Wir haben heute die Information erhalten, dass wir für den nächsten Vorflug ab Bad Brückenau (170 KM) am Dienstag für Mittwoch einsetzen. Da der Auflass schon in der Fluggemeinschaft stattfinden soll müssen die Tiere dann auf eine Fläche von etwa 60 x 50 KM einfliegen. In den Niederlanden ist so etwas wohl völlig normal, aber hier in Deutschland werden, zumindest da wo es von der Anzahl der Züchter noch möglich ist, gemeinsame Auflässe doch oft gemieden. Warum auch immer. Nur zum Vergleich: unsere Tauben fliegen schon auf diesem Vorflug auf eine Fläche die im Ruhrgebiet die Regionalverbände 401, 402 und 403 umfasst. Ich glaube kaum, dass man das, obwohl es sicher möglich wäre, jemals auf einem Flug ab 170 oder 200 KM ins Auge gefasst hat.
Die Tauben müssen jedenfalls jetzt zu Saisonbeginn schon einiges leisten unter dem Druck des Reiseplans, dass unbedingt schon am nächsten Wochenende der erste Preisflug von geplanten 13 Preisflügen stattfinden soll.
Im Ergebnis wird das dann am Ende so sein, dass die Hälfte der Sportfreunde die Reise frühzeitig beendet und längst nicht alle Preisflüge bestreitet. Ich frage mich wirklich warum man sich in den RVen und Regionalverbänden nicht auf die doch überall in den vergangenen Jahren offensichtlichen Veränderungen in den Gewohnheiten der wenigen verbliebenen Sportfreunde einstellen mag. Züchter mit relativ kleinen Beständen um die 20 Reisetauben haben heute leider teils große Schwierigkeiten überhaupt die Saison mit einer einigermaßen angemessenen Reisemannschaft durchzustehen.
Im Gegensatz dazu gehen viele erfolgreiche Schläge hin und erhöhen Jahr für Jahr die Anzahl ihrer Reisetauben mehr oder weniger deutlich.
Das hat einerseits leider mit den immer mehr zunehmenden Verlusten durch die Greifvögel zu tun, aber vielleicht auch damit, dass die Taubenqualität nicht so gut ist, wie sie anhand der Flugergebnisse zu sein scheint. Es ist der der Versuch über die Menge der Tauben die ein oder andere gute Taube mehr in der Mannschaft zu haben und damit mögliche Verluste besser kompensieren zu können. Das deutsche Reisesystem und die vielen ausgeflogenen Meisterschaften bevorteilen leider immer noch größere und große Bestände.
Andererseits ist es aber auch so, dass die Züchter mit den großen Beständen in vielen Organisationen die Reise, die immer noch zu einem großen Teil über das Korbgeld pro Taube abgerechnet wird, anteilmäßig stark finanzieren. Gerade in den immer kleiner werdenden RVen und Fluggemeinschaften.
Insgesamt denke ich, dass der deutsche Brieftaubensport dringend weg kommen muss von einem Reiseprogramm, dass immernoch gestaltet ist wie vor 50 oder 60 Jahren. Gerade in Zeiten des starken Mitgliederrückgangs sollten wir uns doch auf weniger Highlight-Flüge konzentrieren. Wie auch immer man das dann im Einzelnen gestaltet. | | | |
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