| | In der letzten Sendung "Frag Röhnfried" von vorgestern, die ich mir im Nachgang einmal angesehen habe, stellte ein Sportfreund die Frage nach der Versorgung der Reisetauben mit reinem Standfutter. Ob das möglich sei, ob man damit erfolgreich sein könne usw. Bei der Beantwortung der Frage durch Sportfreund Frederik Wolf von der Firma Röhnfried fiel dann auch mein Name, weil er sich daran erinnerte, dass ich darüber hier geschrieben hatte.
In unserem letzten Reisejahr wurden von 13 angesetzten Flügen 10 verschoben, was am Ende dazu führte, dass ich die Reise vorzeitig eingestellt habe, obwohl wie hier und da noch sehr gute Platzierungen aufzuweisen hatten. Aber mit Beruf in Wechselschicht und Familie ist irgendwann eine Grenze erreicht, wo es einfach nicht mehr geht, wenn am Laufenden Band die Flüge (teils kurzfristig) verlegt werden.
Die Flüge, an denen wir teilgenommen haben, führten wir, so wie die Saisonvorbereitung auch, vollständig mit Standfutter durch. Im vorfeld hatte ich mich auch bei Sportfreuden erkundigt, welche mit echtem Standfutter rund um die Uhr sehr gute Ergebnisse erzielt hatten und weiter erzielen.
Ich hatte mir ein Futter zusammengestellt, was aus 6 verschiedenen Mischungen verschiedener Hersteller bestand und nicht so sehr fettreich war und auch nicht zu viel Rohfaser enthielt. Dieses Futter hatten die Tauben jeden Tag als Standfutter zur Verfügung.
Es sind einige Dinge anders gewesen als erwartet. Die Tauben waren beispielsweise nie zu schwer. Sie überfraßen sich nicht oder fraßen zu viel von bestimmten Körnersorten. Sie haben auch immer gut gefressen und nicht Ende der Woche weniger gefressen. Die Vögel waren rund und trainierten auch gut. Das war alles prima und funktionierte zu meiner Überraschung besser als gedacht. Es wurde auch nicht besonders viel Futter herumgeworfen.
Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Vögel nicht in absolute Hochform kamen. (Das kann auch ein leichtes gesundheitliches Problem gewesen sein). Aber es fehlten irgendwie die letzten fünf Prozent Form.
Vielleicht auch weil die Vögel nur 1x am Tag Freiflug haben konnten im Gegensatz zu all den Jahren vorher.
Aber ich konnte die Tauben einfach nicht so "Steuern" zum Flug hin, wie wir es gewohnt waren. Es war am Ende die gleiche "Problematik" wie bei einer Versorgung mit nur einer Futtermischung während der ganzen Woche, die wir einige Jahre zuvor einmal festgestellt hatten. Davon sind wir irgendwann auch wieder abgegangen, weil einige Vögel manchmal schon donnerstags in Höchstform waren und andere freitags und manchmal kamen sie auch vom Flug wieder und man dann dachte, wenn man sie in die Hand nahm und ihr Benehmen sah: "Jetzt sind sie so, wie sie beim Einsetzen sein müssten."
Ich denke schon, dass man mit echtem Standfutter durchaus erfolgreich reisen kann. Meiner Meinung nach wäre es aber besser wenn die Tauben dann zwei Mal pro Tag Freiflug bekommen könnten, was hier leider nicht möglich ist. Ich spreche hier auch nur von meinen Erfahrungen mit Witwervögeln. Bei Reiseweibchen kann ich das gar nicht beurteilen.
Dieses Jahr gehe ich wieder auf unser gewohntes 3-Phasen-System (Matador) zurück und habe mir zu einer relativ regelmäßigen Versorgung etwas überlegt. Dazu werde ich aber später noch einmal schreiben. Ich fühle mich bei der Versorgung der Tauben damit einfach wohler. Aber das ist insgesamt vermutlich auch bei jedem Sportfreund anders. Die Standfuttermethode müsste man, so denke ich, mehrere Jahre konsequent durchführen und beobachten und anpassen - dann kann man mit ihr ganz bestimmt genauso erfolgreich sein wie mit anderen Versorgungsmethoden.
So sah unser fertig gemisches Standfutter in 2025 aus:
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