Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Donnerstag, 24.09.2026
Sascha am 24.09.2026 um 06:06 (UTC)
 Es gibt bei verschiedenen Vogelarten Studien die zeigen, dass sich während der Hauptmauser die bakterielle Besiedlung des Darms teils massiv verändert. Da das Nachwachsen der Federn extrem energie- und nährstoffaufwendig ist, gerät der Organismus unter physiologischen Stress. Dieser Stress und die hormonelle Umstellung spiegeln sich direkt im Darm- und Gefiedermikrobiom unmittelbar wider. Das sogenannte Mikrobiom im Darm scheint sich beinahe so zu erneuern, wie es auch das Federkleid tut. Bestimmte Bakterienarten vermehren sich stark, die Anzahl anderer Bakterien nimmt, teils vorrübergehend, deutlich ab. Zwar gibt es für unsere Brieftauben diesbezüglich wohl keine ergiebigen Studien, aber ich denke mir, dass es bei unseren Tieren sehr ähnlich abläuft.
Manchmal ist, trotz gleichbleibender Versorgung, in der Mauserzeit das Kotbild tageweise ein anderes als außerhalb der Hauptmauser. Auch bestimmte Erkrankungen wie Patatyphus oder Ornithose, schleichen sich während der Mauser oft in die Bestände. Letzteres hat wiederum wohl damit zu tun, dass das Immunsystem während des Federwechsels oft heruntergefahren wird. Da das Immunsystem und die Darmflora eng miteinander kommunizieren, nutzen dann krankmachende Bakterien diese Phase aus um sich zu vermehren.
Obwohl diese Dinge inzwischen allgemein bekannt sein dürften durch Artikel in Fachzeitschriften etc. gibt es immernoch reichlich Sportfreunde, die ausgerechnet jetzt zu dieser Zeit mit Medikamenten hantieren. In einem niederländischen Blog schrieb jetzt ein sehr erfolgreicher Züchter. dass seine Tauben zu Beginn der Mauser zunächst eine Trichomonaden-Tablette erhalten und anschließend über 14 Tage "blind" gegen Paratyphus gekurt werden. Weiterhin rät er dazu alle zwei bis drei Jahre bei diesen Kuren die Medikamente zu wechseln.
Aber dass jemand erfolgreich mit Tauben reist heißt nicht, dass er auch alles richtig macht in der Versorgung seiner Tiere. Dieser Züchter scheint mit seinem Wissen und seinem Vorgehen vor 30 oder 40 Jahren stecken geblieben zu sein. Er täte deutlich besser daran die Tauben untersuchen zu lassen mit einer Kotprobe und, wenn möglich, auch mit Abstrichen beim Tierarzt und dann nur zu behandeln, wenn es wirklich notwendig ist. Mit den von ihm verwendeten Medikamenten zerstört er noch mehr in der Darmflora seiner Tauben, als der Mauservorgang ohnehin verändert.
Selbstverständlich erholt sich die Darmflora der Tauben auch von diesen Kuren und den Veränderungen in der Mauserzeit. Aber ich glaube fest daran, dass sich dieser regelmäßige Medikamentenge- (bzw. miss-)brauch über die Jahre sehr negativ in einem Bestand verankert. Trotz aller Erfolge, die sehr gut reisende Schläge haben, werden so behandelte Tauben über die Jahre durch entsprechende Vererbung, immer anfälliger.
Mir braucht auch niemand erzählen, dass Züchter, die jetzt zur Mauserzeit die Tauben in jedem Jahr regelmäßig über längere Zeit mit Medikamenten behandeln, sonst im Reise- und Zuchtjahr kaum oder keine Medizin verwenden. Dort gehört der Griff zu diversen Medikamenten einfach zum Programm dazu.
Grundsätzlich kann auch jeder Züchter selbst entscheiden wie er in dieser Hinsicht vorgeht. Aber: jetzt beginnt wieder die Verkaufs- und Versteigerungssaison. An dieser Stelle muss sich jetzt jeder Sportfreund sehr gut überlegen wo er versucht sich mit Tauben zu verstärken. Denn wenn man Preislisten lesen kann, die Größe der Bestände von Züchtern kennt und sich darüber hinaus ein wenig informiert, dann kann man sehr schnell Rückschlüsse darauf ziehen wie groß der Medikamenteneinsatz bei so manch erfolgreichem Schlag über das Jahr ist. Anhand dieser Informationen kann man dann immernoch entscheiden ob es richtig ist sich bei bestimmten Schlägen mit Tauben zu "verstärken".
Für mich persönlich gibt es eine Menge herausragend reisender Schläge aus deren Bestand ich keine einzige Taube haben wollte. Unabhängig davon was sie kosten und aus welchen Elterntieren sie stammen. Einfach weil ich mir denke, dass die Tauben aus diesen Beständen nicht dazu passen wie wir hier unsere Tiere führen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass Tauben, die ständig mit allerlei Beiprodukten rund um das Jahr unterstützt werden und die sehr regelmäßig Medikamente bekommen und dazu noch aus teilweise sehr großen (Zucht-)beständen kommen, bei uns dann das Leistungsniveau deutlich verbessern, ist einfach viel zu gering. Es macht für uns keinen Sinn und jeder Sportfreund, der aktuell darüber nachdenkt sich irgendwo Tauben zuzulegen, der sollte sich ebenfalls sehr gut überlegen was wirklich für ihn selbst und seinen Bestand Sinn macht.
 

Dienstag, 22.09.2026
Sascha am 22.09.2026 um 17:48 (UTC)
 Die Mauser ist jetzt v.a. bei den alten Reisevögeln, aber auch schon bei den Jungtauben, recht weit fortgeschritten. Wenn ich mal eine Taube in die Hand nehme, dann fliegt das Deckgefieder nur so. Deswegen lasse ich die Tiere auch weitgehend in Ruhe. Im Wechsel, so wie es meine Zeit zulässt, habe ich die Tauben aber auch in den letzten Tagen immer mal herausgelassen, denn das Wetter war meistens toll mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen.
Heute nachmittag waren unsere Reisevögel an der Reihe, aber dabei hat es dann fast ein Unglück gegeben. Ein junger Wanderfalke griff die wenigen Vögel, die draußen waren und flogen, gleich zwei Mal an. Beide Tauben, die er attackierte, konnten aber entkommen. Ich bin in solchen Situationen immer zu langsam. Normalerweise hätte ich mein Handy nehmen und einmal filmen müssen was diese Greifvögel mit unseren Tauben anstellen. Heute haben beide Tauben aber Glück und Können gehabt und konnten entkommen. Trotzdem war das natürlich nicht schön mit anzusehen. Die Überpopulation an Greifvögeln bringt es aber leider mit sich, dass sich solche Gefahrensituationen für unsere Tauben immer wieder ergeben und leider auch viel zu viele Tiere geschlagen werden.
Trotz der Bedrohungen durch die verschiedenen Greifvögel möchte ich aber doch weiter versuchen die Tauben immer mal wieder herauszulassen zum Freiflug. Selbstverständlich ohne Zwang, aber wenn die Tiere fliegen wollen, dann sollen sie es tun. Ich bin dieses lange festsetzen der Tauben über den ganzen Herbst und Winter einfach leid. Ich denke oft darüber nach wie es mir gehen würde, wenn man mich ein halbes Jahr lang einsperren würde...ich würde das auch nicht wollen.
 

Sonnntag, 20.09.2026
Sascha am 20.09.2026 um 05:41 (UTC)
 Gestern habe ich den Eigentümer des zugeflogenen Weitstreckenvogels telefonisch erreicht. In einem sehr netten Gespräch kamen wir überein, dass er mir den Eigentumsausweis der Taube zuschickt. Der Vogel stammt direkt aus zwei Leistungstauben aus der Weitstrecke. Leider wurde seine Mutter in diesem Frühjahr beim Training am Schlag von einem Greifvogel geschlagen. Ein Bruder des Vogels hatte auch schon hervorragend geflogen und wurde dann von einem Flug, ebenfalls vom Greifvogel schwer verletzt, in Luxemburg gemeldet. Ich finde es immer sehr interessant solche Geschichten zu hören.
Im Grunde genommen integriere ich nie irgendwelche zugeflogenen Tauben in unseren Bestand. Ich sehe darin keinen Sinn. Es ist schon schwer genug selbst gute Tauben zu züchten. Noch schwerer ist es sich bei anderen Sportfreunden mit Tauben zu verstärken, die einen irgendwie weiter bringen. Warum sollte also ausgerechnet eine Taube, die den Weg nach hause nicht geschafft hat, dann eine Verbesserung für den eigenen Zuchtbestand sein?! Ja, es gibt viele Aunahmen und Geschichten wo teilweise sogar ganze erfolgreiche Bestände auf einem Zuflug aufgebaut wurden, Aber da ist keinesfalls die Regel, sondern am Ende Lotterie.
Weil mir diese Taube aber einfach gut gefällt und ich ein gutes Gefühl bei ihr habe, mache ich an der Stelle mal eine Ausnahme Auch, weil es eine Weitstreckentaube aus einem erfolgreichen Bestand ist. Es ist einfach mal ein kleiner Versuch zu meinem Spaß.
Auch im zurückliegenden Reisejahr habe ich mich wieder mit der sogenannten "Augenkrankheit" bei Jungtauben beschäftigt Bei uns im eigenen Schlag hatten wir in dieser Saison keinerlei Probleme und allgemein hatte ich den Eindruck, dass in diesem Jahr die Ausbrüche nicht so stark waren bzw nicht so offensichtlich beobachtet werden konnten. Trotzdem gab es doch flächendeckend überall Züchter in deren Beständen wieder Jungtauben mit diesen entzündeten Augen zu beklagen waren.
Gestern hatte ich Kontakt zu einem Sportfreund, der mir schon vor der Saison gesagt hatte, dass er einen Versuch starten wolle: er hatte geplant seine Jungtauben in diesem Jahr mit einem Paramyxo-Herpes-Impfstoff zu impfen. Nicht mit dem PHA-Impfstoff, der häufig verwendet wird, sondern mit einem Impfstoff, in dem die Adeno-Komponente nicht enthalten ist. Ich hatte ihm damals gesagt, dass ich nicht denke, dass diese entzündeten Augen irgendetwas mit Herpes zu tun haben wie es teilweise durch den Begriff "Herpes-Auge" suggeriert wird.
Der Sportfreund berichtete mir nun, dass die Impfung tatsächlich nichts gebracht habe in dieser Hinsicht, denn gegen Ende der Jungtierreise habe er mehrere Jungtauben mit dieser typischen Symptomatik gehabt. Ein trockenes, einseitig entzündetes Auge, dass die Tauben immer wieder zu kneifen und wo meistens unter dem Unterlid das Fleisch geschwollen ist.
Was der Auslöser für die Erkrankung ist soll weiter untersucht werden (auch unsere Verbandsklinik beteiligt sich ja aktuell an diesen Untersuchungen) und ich hoffe, dass man den Erreger isolieren kann.
Was ich mich aber besonders seit dieser Saison frage: ist das Krankheitsbild vielleicht unterschwellig in den Beständen, sodass man es kaum sieht und kann es dadurch zu schwierigen und schlechten Flugverläufen kommen und wie schnell verbreitet ich eine mögliche Infektion überhaupt im Kabinenexpress und auf welchem Weg? Ich denke wir sollten das alles gezielt weiter untersuchen und würde mir wünschen, dass unsere Verbandsklinik in diesem Punkt mit ein oder zwei seriösen One-Loft-Races zusammen arbeiten würde. Nirgends kann man schneller und besser Krankheiten erforschen als bei den One-Loft-Rennen, denn dort entsteht gerade in der Anlieferungsphase der Tauben ein wahres Sammelsurium an Infektionen, wo man sicherlich sehr interessante Proben nehmen könnte.
Insgesamt ist bei mir in der zurückliegenden Saison durchaus der Eindruck entstanden, dass so mancher schlecht verlaufende Flug einfach mit einer Art Infektionsgeschehen in den Beständen bzw. im Kabinenexpress zusammenhängen könnte. Ob ich an der Stelle aber richtig liege weiß ich nicht.
 

Samstag, 19.09.2026
Sascha am 19.09.2026 um 05:18 (UTC)
 Vor einigen Wochen hatte ich hier darüber geschrieben, dass mit ein jähriger Weitstreckenvogel aus dem Rheinland zugeflogen war. die Taube hatte bei einem bekannten und erfolgreichen Züchter schon einen schönen Preis ab Agen auf fast 900 Kilometer Entfernung geflogen. Einige Zeit später wurde der Vogel auf Marseille gesetzt und flog dann nicht lange nach dem Flug hier bei mir zu. Ich habe die Taube gemeldet und der Züchter war durchaus erstaunt, dass dieser jährige Vogel dann doch weit über das Ziel hinaus bis zu uns an den nödlichen Rand des Sauerlandes geflogen war. Wir kamen überein, dass ich die Taube wieder fit mache und fliegen lasse und gingen davon aus, dass der Vogel die 150 KM Luftlinie bis nach hause problemlos schaffen würde.
Um es kurz zu machen: der Vogel ist immer noch bei mir. Ich habe ihn mehrfach fliegen lassen. Hier vom Haus aus, vom Parkplatz meiner Arbeit aus, von anderen Stellen. Am vergangenen Wochenende habe ich ihn auf dem Weg zum Upland-Derby in Willingen fliegen lassen. Das ist etwa 35 KM Luftlinie von hier. Zwei Tage später war er wieder hier eingesprungen.
Irgendetwas scheint im Kopf der Taube umprogrammiert zu sein. Vielleicht fühlt sie sich hier auch einfach wohl. Aber ein Vogel, der als Jähriger von fast 900 KM entfernung gut nach hause kommt und einen Preis fliegt, der muss doch eigentlich wissen wo er hingehört.
Ich mag diese Taube. Es ist ein schönes Tier mit einem tollen Benehmen. Ich habe den Züchter und Eigentümer noch nicht erreicht, aber werde es jetzt am Wochenende noch einmal telefonisch versuchen. Wenn er mir diesen Vogel überlässt, dann würde ich ihn behalten. Weil ich dieses Tier einfach schätze. Vielleicht würde ich im nächsten Jahr dann einmal Junge daraus züchten. Diese wären für unser eher Kurzstrecken-lastiges Programmspiel vielleicht nicht so geeignet. Aber weiß man es ? Es ist am Ende auch völlig egal ob ich eine Taube mehr oder weniger über den Winter füttere. Ich möchte einfach Spaß und Gefallen an meinen Tauben habe. An dieser Taube habe ich definitiv viel Gefallen.
Dumm ist sie augenscheinlich nicht. ich frage mich trotzdem immer wieder was wohl im Kopf eines solchen Tieres vorgeht, dass sie num immer wieder hierher zu uns zurückkehrt.
Manchmal sind es einfach Kleinigkeiten, die mich am Brieftaubensport sehr freuen. Der Sportfreund Michael Kemper hat in diesem Jahr aus persönlichen Gründen nicht an der Reisesaison (weder Alt- noch Jungreise) hier bei uns in der RV teilgenommen. Er hat One-Loft-Races beschickt und einige gezüchtete Jungtauben abgegeben. Michael hat sehr viele Tauben von uns in seinem Zuchtbestand. Eine junge Taube, die er abgegeben hat, wird nun in einer RV in Franken beste Jungtaube der Reisevereinigung bei einem noch sehr jungen Sportfreund. Die Mutter dieser Jungtaube kommt wieder aus unserem Zuchtschlag. Ebenso stellt Michael beim Upland-Derby dieses Jahr die zweite As-Taube. Sie ist hier bei uns im zuchtschlag groß geworden und trägt unsere Ringnummer. Die Eier hatte Michael mir gegeben und ich hatte sie hier bei einem Paar untergelegt. Der Vater dieser 2. As-Taube kommt auch wieder aus unserem Schlag. Nachdem die Nachzucht unserer Tauben schon vor 2 Wochen erfolgreich beim Corvey-One-Loft-Race war (2.7. und 9. Platz beim Endflug und 4. As-Taube über alle Flüge) und im vergangenen Winter beim Algarve Great Winter-OLR (12.AS-Taube Allround) sollte ich vielleicht überlegen auch mal eigentständig an One-Loft-Races teilzunehmen. Aber irgendwie reizt mich das nicht besonders. Freuen kann ich mich aber über all die kleinen und größeren ERfolge, die Züchter mit Nachzucht unserer Tauben in 2026 im RV-Spiel oder auf OLR hatten, wirklich sehr.
Wenn ich allerdings mal Tauben zu einem OLR gebe....dann vielleicht auch mal Nachzucht aus dem jährigen Weitstreckenvogel, den ich oben beschrieben habe. Falls ich ihn nun endgültig behalten darf...
 

Freitag, 18.09.2026
Sascha am 18.09.2026 um 06:27 (UTC)
 Unabhängig voeinander haben mit gestern zwei Sportfreunde aus dem Regionalverband 413 geschrieben in Bezug auf meinen gestrigen Beitrag über den freien Wettflug, der unter dem Namen "rheinisches Derby" veranstaltet wird. Beide Sportfreunde haben mir mitgeteilt, dass leider an diesem Wettbewerb kaum noch Züchter aus dem Rheinland teilnehmen, weil sie einfach keine Chancen auf Preise sehen. Durch die Teilnahme von Züchtern aus vielen anderen Regionen würden die Tauben einfach anders ziehen und andere Schläge außerhalb des Rheinlandes hätten dann lagebedingte Vorteile.
Ich verfolge den Flug über die Jahre nicht so intensiv, dass ich mir da ein Urteil erlauben oder gar widersprechen möchte. Aber eines wird auch da wieder deutlich: Unzufriedenheit entsteht dort wo man wenige oder keine Chancen auf Preise im Wettbewerb hat.
Das heißt aber am Ende nicht, dass man diese gemeinsamen Auflässe auf großér Fläche einfach unterlassen sollte. Vielmehr haben diese gemeinsamen Starts einige Vorteile. Die Tauben sind als großer Schwarm viel weniger anfällig für Verluste aufgrund von Greifvögeln, Kreuzungsschwärmen etc. Aber am Ende bleibt es dabei: wenn man große, gemeinsame Starts macht, dann muss es trotzdem sehr kleine und sehr regionale Preislisten und Auswertungen geben, damit die Züchter sich in ihrer direkten Konkurrenz wiederfinden.
Davon abgesehen ist es am Ende auch keine Lösung die Tauben gar nicht zu setzen, wenn man wenige Preise macht. Wenn man so argumentiert, dann dürften schon auf RV-Ebene nach der Hälfte der Saison sehr, sehr viele Züchter keine Tauben mehr spielen, denn wenn wir ehrlich sind, dann fliegen schon auf dieser kleinen RV-Ebene die Mehrheit der Züchter nicht ihre "Prozente" oder mal einen frühen Preis.
Ich bin weiter der Meinung, dass wir das Problem an dieser Stelle anders lösen müssen.
Wenn beispielsweise jeder Schlag vor der Saison melden müsste, in welcher Konkurrenz er ausgewertet werden will, dann wäre das vielleicht ein Ansatz. Wenn ein Züchter nur auf der RV-Ebene um Preise und Meisterschaften spielen will, dann erscheint er auch nur in der RV-Preisliste. Wer um Regionalverband- oder deutsche Meisterschaften konkurrieren will, der wird ausschließlich in Preislisten ausgewertet, in denen auch nur Schläge auftauchen, die ebenso um diese Meisterschaften spielen möchten. Jeder konkurriert am Ende nur in der Liga, in der er auch konkurrieren möchte. Ich denke das würde den Wettbewerb insgesamt interessanter machen. Möglicherweise käme dabei aber auch heraus, dass die sogenannten "großen Meisterschaften" am Ende nur sehr wenige Züchter interessieren. In der Folge könnte man sich dann überlegen wie man damit dann umgeht. Was aber scheinbar nicht mehr funktioniert ist die Tatsache, dass alle Züchter - egal wie groß der Auflass ist - in eine Preisliste gepackt werden und dann nur ganz wenige Züchter ihre (Spitzen-)preise machen und ein großer Teil sich praktisch nicht mehr wiederfindet.
Der Brieftaubensport in Deutschland wird allein aufgrund des jährlichen Mitgliederschwundes immer schwieriger in seiner Ausübung. Aber wenn wir alles so belassen wie es ist und einfach so weitermachen wie die letzten 50 Jahre, dann geht dieses Hobby noch schneller dem Untergang entgegen, als ohnehin schon. Wir müssen andere Ansätze suchen und finden wie wir einfach mehr Züchterzufriedenheit herstellen.
 

Donnerstag, 17.09.2026
Sascha am 17.09.2026 um 05:47 (UTC)
 Am vergangenen Wochenende fand hier in der Region noch ein freier Jungtaubenwettflug ab Ansbach statt. 95 Schläge hatten fast 2.600 Jungtauben zu diesem Flug gesetzt. Züchter aus dem Rheinland, über das Ruhrgebiet bis hier in unseren Regionalverband und auch Sportfreunde aus dem bergischen Land und dem Münsterland waren dabei. Die kürzesten Vermessungen betrugen etwa um die 280 Kilometer, die weitesten Enfernungen waren über 400 Kilometer. Für entsprechend geführte und vorbereitete Jungtiere ist das kein Problem. Die Konkurszeit betrug nur 45 Minuten etwa und die Tauben kamen, nach allem was ich weiß, auch sehr gut zurück ohne größere Verluste.
Selbstverständlich gibt es bei Flügen über eine so große Fläche oft auch eine etwas einseitige Preisverteilung je nach Wind und Wetter. Aber dem kann man als Veranstalter, wenn man das möchte, durchaus mit Zonen oder Sektoren begegnen.
Insgesamt muss man aber sagen, dass es wohl ein sehr gelungener Flug war und die Jungtiere auch auf diese große und ungewohnte Fläche keine größeren Probleme hatten nach hause zu finden.
Daher möchte ich einmal die Frage stellen warum solche Wettbewerbe nicht endlich auch einmal auf der Altreise über Entfernungen der Mittelstrecke - also von beispielsweise 300 bis 450 Kilometern Distanz - durchgeführt werden. Jungtauben schaffen es und dann sollte man auch annehmen, dass auch Alttauben die Aufgabe bewältigen können. Hier und da werden bei den Alttauben noch sogenannte Nationalflüge veranstaltet, die allerdings oft aufgrund der Beteiligungen eher normalen Regionalverbandsflügen gleichen. Fast immer finden diese Flüge erst zum Ende der Saison statt, wenn viele Sportfreunde die Reise bereits eingestellt haben.
Was hindert und denn eigentlich daran solche Flüge auf der Altreise durchzuführen? In diesem Jahr sollte ein Nationalflug unseres Regionalverbandes mit dem Regionalverband 402 (Dortmund) durchgeführt werden ab Vilshofen. Das Wetter ließ es zunächst nicht zu und später hatte man immer den Eindruck, dass die Mehrheit der Züchter und Verantwortlichen eher bestrebt waren nicht noch einen Versuch zu unternehmen diesen Nationalflug zu organisieren.
Wenn aber Jungtauben auf eine solch große Fläche sicher nach hause kommen, dann können es garantiert auch Alttauben. Wir müssten es nur einmal angehen. Stattdessen ist vielen Verantwortlichen und Züchtern keine Ausrede zu dumm um nicht in einer großen Gemeinschaft auflassen zu müssen.
Solche großen, gemeinsamen Flüge taugen aber viel mehr dazu den Brieftaubensport attraktiv zu machen als irgendwelche RV- oder Regionalverbands(-gruppen)-Flüge. Ich gehe sogar noch weiter: wenn wir schon eine deutsche Meisterschaft ausfliegen wollen, dann sollten Flüge in dieser Art zum Pflichtprogramm gehören. Zwei oder drei Flüge von 300 bis 600 Kilometer auf einer bestimmten Fläche mit gemeinsamen Auflässen so gut das regional möglich ist.
Die Tauben können das und können es immer besser, je mehr man sie in der Hinsicht schult. Stattdessen passiert oftmals das genaue Gegenteil und Züchter wollen am liebsten "Straßenmeisterschaften" und RVen wollen alleine durch die Welt fahren. Das hat nichts mehr mit Brieftaubensport in der heutigen Zeit zu tun.
Wenn Alt- oder Jungtauben ab einem gewissen Zeitpunkt eingeflogen und in guter Form sind, dann kann man sie ab etwa 300 Kilometer Entfernung durchaus in sehr großen Konkurrenzen problemlos starten, wenn das Wetter entsprechend ist. Die Verluste sind am Ende keinesfalls größer als bei kleinen Auflässen. Eher im Gegenteil. Wir müssten es nur angehen und nicht ständig darüber nachdenken wie Wind und Lage und alles mögliche andere die Preise verteilt. Man kann auch in großen Konkurrenzen auflassen und durchaus kleine, aber aussagekräftige Preislisten erstellen.
 

<- Zurück  1  2  3  4  5  6  7  8 ... 283Weiter ->