Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Samstag, 10.10.2026
Sascha am 10.10.2026 um 04:56 (UTC)
 In der aktuelle Ausgabe der "Brieftaube" Nr. 21/2026 hat der Sportfreund Jörg Zeiher einen, wie ich finde, sehr interessanten Beitrag unter dem Titel "Warum ändern wir uns nicht endlich?" veröffentlicht. Jörg, der auch hier im Blog regelmäßig liest und sich immer mal wieder mit interessanten Kommentaren beteiligt, stellt in seinem Artikel den aktuellen Zustand unseres Hobbys sehr treffend dar und fasst diesen Zustand in u.a. in folgenden Sätzen zusammen:
"Mir geht es darum warum wir mittlerweile oft genug Sinn und Zweck eines außergewöhnlichen Hobbys aus den Augen verloren haben. Zumindest teilweise. Nämlich die Freude an der Beschäftigung mit Tieren, die Spannung beim Wettflug und die Möglichkeit diese Liebhaberei auszuüben."
Auch ich habe hier desöfteren die Frage aufgeworfen und diskutiert warum ich unser Hobby in den vergangenen Jahren (und vielleicht Jahrzehnten) in eine Richtung entwickelt hat, die Sportfreund Zeiher als "Zusammenkünfte mit Auseinandersetzungscharakter" beschreibt.
Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf jeden einzelnen Punkt und Vorschlag in diesem interessanten Beitrag in der "Brieftaube" eingehen. Ich kann nur jeden Sportfreund raten ihn zu lesen und sich einmal vor den anstehenden Versammlungen und Zusammenkünften darüber Gedanken zu machen.
Allerdings ist es mir ein Anliegen den Beitrag von Jörg Zeiher noch um einige Gedanken zu ergänzen:
in der vergangenen Woche waren sehr ähnliche Aspekte auch Thema im Podcast "Frag den Berger" der Sportfreunde Alfred Berger und David Balk. Unter dem Titel "Was, wenn wir über die falschen Dinge diskutieren?!" wurde die Frage aufgeworfen: "Wie schaffen wir es, dass möglichst viele Züchter möglichst lange mit ihren Tauben an der Reise teilnehmen?" Diesen Podcast kann sich jeder interessierte Züchter bei Youtube ansehen und Alfred Berger berichtete darin u.a. über seine Erfahrungen in den vergangenen Jahren in der sogenannten "Zukunftskomission" und erklärte beispielsweise, dass in dieser Komission einige sehr interessante und für die Züchtergemeinschaft vielleicht wichtige Vorschläge unter dem Aspekt einer größeren Züchterzufriedenheit zusammengetragen worden seien. Leider seien nur wenige dieser Vorschläge in irgendeiner Form angegangen und umgesetzt worden und er erklärte weiterhin sinngemäß, dass diese Punkte v.a. deswegen nicht angegangen wurden, weil es von bestimmten Sportfreunden, die er nicht näher benannte, aus ganz bestimmten Gründen nicht gewollt worden sei, ohne dieses näher auszuführen.

Unter meinem letzten Beitrag vom 8.10. hier im Blog kommentierte der Sportfreund Ingolf Schinze, der sich ebenfalls schon vor längerer Zeit in einem "Innovationsteam" mit Änderungen und Verbesserungsvorschlägen in unserem Hobby intensiv befasst hat, u.a. folgendermaßen, als es um das Thema Planbarkeit und feste Einsatzzeiten (z.b. zwei Tage vor einem Flug) ging:
"Als positive Begleiterscheinung wird man feststellen, dass die Flüge fairer, verlustärmer und ausgeglichener verlaufen, aber genau das will ja die kommerziell orientierte Minderheit, die sich aber durchsetzt, nicht."
An diesem Punkt kommt man dann, wie ich vermute, der ganzen Geschichte schon näher:
Die Sportfreunde Zeiher, Berger und Schinze beklagen allesamt auf ihre Weise, dass es in unserem Sport keine oder kaum Änderungen mit Blick auf mehr Züchterzufriedenheit gibt. Sie haben teilweise reichlich Erfahrungen als engagierte Sportfreunde in ihren RVen und in Kommssionen etc. Mit dem Ergebnis, dass all ihre Bemühungen immer wieder zu einem recht großen Teil gescheitert sind.
Ich habe hier an dieser Stelle in den letzten Monaten und Jahren immer wieder den Verdacht geäußert, dass die wenigen, mehr oder weniger kommerziell orientierten Sportfreunde, die in unserem Hobby mehr sehen als eine Freizeitbeschäftigung und das Brieftauenwesen insgesamt eher als zusätzliche Einnahmequelle betrachten, der eigentliche Hemmschuh zu mehr Züchterzufriedenheit sind. Denn bei all den herausragenden Leistungen, die diese Sportfreunde mit ihren Brieftauben vielleicht erzielen und bei allem großen persönlichen Einsatz, den sie für diese teilweise überragenden Ergebnisse zeigen, wird ein wichtiger Punkt sehr oft vergessen: die Definition eines Hobbys lautet: "Ein Hobby ist eine Freizeitbeschäftigung, die du freiwillig, regelmäßig und aus eigenem Vergnügen oder zur Entspannung ausübst, ohne damit beruflich Geld zu verdienen."
Wir haben im deutschen Brieftaubenwesen zumindest teilweise aber genau diese Aspekte vergessen: das Vergnügen und die Entspannung und dass der Brieftaubensport nicht zuvorderst dazu da ist mit ihm Geld zu verdienen.
Schaut man sich die wenigen Veränderungen im deutschen Brieftaubensport in den letzten Jahren an, dann wird aber bei einer genaueren Analyse deutlich, dass alle Anpassungen in vorderster Linie den kommerziell orientierten Züchtern dien(t)en. Seien es zusätzliche Meisterschaften wie die Einführung der deutschen Mittelstreckenmeisterschaft und der zugehörigen As-Tauben. Seien es die immer geringer werdenden Ansprüche an die Leistungen der Tauben hinsichtlich der Flugentfernungen oder seien es die Auflässe, die (übertrieben gesagt) nur noch bei "Laborbedingungen" stattfinden sollen.
Es ist kein Zufall wie sich unser Hobby Brieftaubensport in den letzten Jahren entwickelt hat. Wenn kommerziell orientierte Sportfreunde sich in Ämter und Posten wählen lassen, dann ist es völlig normal, dass etwaige Änderungen in verschiedenen Bereichen unseres Hobbys am Ende zumindest keinen Nachteil für eben genau diese Sportfreunde darstellen. Ob diese Änderungen am Ende aber zu mehr Züchterzufriedenheit führen, das möchte ich doch einmal deutlich in Frage stellen.
Der Sportfreund Ad Schaerlaeckens aus den Niederlanden schreibt gestern in seinem Internet-Blog folgenden Satz: "Mit einer ellenlangen Liste an Meisterschaften möchte der NPO offenbar möglichst viele Taubenzüchter zufriedenstellen." Ich glaube nicht, dass es der NPO darum geht möglichst viele Sportreunde zufrieden zu stellen. Vielmehr beobachtet man auch dort einen Prozess, den wir hier in Deutschland auch haben: immer mehr Meisterschaften, immer mehr Titel und am Ende dient vieles davon nur der Vermarktung.
Wenn wir unser Brieftaubenwesen endlich wieder einmal ernst nehmen als das was es für die ganz große Mehrheit der Züchter ist, nämlich ein Hobby das unglaublich viele schöne Aspekte hatt, welches Entspannung, Nervenkitzel, die tägliche Beschäftigung mit den Tieren usw. bietet, dann müssten wir meiner Meinung nach endlich in vielen Bereichen die Fesseln lockern, die wir uns selbst über die Jahre angelegt haben.
Die vielen Regelungen, Bestimmungen, Meisterschaften usw. schnüren uns ein Korsett, welches in letzter Konsequenz nur zu mehr Unzufriedenheit führt. Sportfreunde werden nicht zufriedener dadurch, dass man ihnen bis ins Kleinste vorschreibt wie sie ihr Hobby auszuüben haben.
Wenn man die Ausgangsfrage von Jörg Zeiher in seinem Artikel "Warum ändern wir uns nicht endlich?" einmal konsequent zu Ende denkt, dann muss man auch die Frage aufwerfen: "Wovor haben wir eigentlich Angst?" Wir verlieren jedes Jahr aus Altersgründen zwischen fünf und zehn Prozent unserer Mitglieder. Der Brieftaubensport in seiner jetzigen Form wird in ganz kurzer Zeit schon in vielen Regionen nicht mehr ausübbar sein. Wenn dem aber so ist, dann wäre es vielleicht für den Anfang zielführend den Sportfreunden in diesen Regionen auch von Seiten unseres Verbandes die Freiheit zu geben, ihr Hobby so auszuüben, wie sie es regional für wichtig und richtig und zu ihrer Zufriedenheit betrachten. Leider wurde in den vergangenen Jahren von Seiten unseres Verbandes und seiner Mitgliederversammlung aber das genaue Gegenteil praktiziert von dem was vielleicht notwendig wäre.
An der Stelle schließt sich dann aber der Kreis: wenn man kommerziell orientiert den Brieftaubensport betreibt und gleichzeitig weiß, dass dieses Hobby in seiner jetzigen Form ohnehin bald kaum noch durchführbar sein wird, dann verhindert man nach Möglichkeit alles was mit dem Risiko verbunden ist zumindest kurzfristig die persönlichen Intereressen und damit letztlich den finanziellen Profit negativ zu beeinflussen.
Es heißt nicht umsonst in dem Sprichtwort: "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt." Wir wagen in unserem Hobby seit Jahren und Jahrzehnten praktisch gar nichts und wundern und ärgern uns über seinen Niedergang.
 

Donnerstag, 08.10.2026
Sascha am 08.10.2026 um 17:26 (UTC)
 Wenn ich, so wie jetzt zuletzt, einige Nachtdienste am Stück auf der Arbeit habe, passiert hier bei den Tauben nicht viel. Sie bekommen Futter und Wasser und wenn ich Zeit und Lust finde, dann gebe ich ihnen nachmittags eine Stunde Freiflug. Aber es wird nicht sauber gemacht und dann fehlt mir auch manches Mal die Motivation hier etwas zu schreiben. Nachtdienste sind für mich insgesamt sehr anstrengend, denn ich kann am Tage einfach nicht gut schlafen und habe dann über die Zeit meiner Nachtarbeit insgesamt zu wenig Schlaf.
Ich denke dann gelegentlich daran wie es wohl unseren Tauben in ihren Kabis geht, wenn sie zum Auflassort gefahren werden. Ich glaube kaum dass sie unterwegs viel schlafen. Selbst dann nicht, wenn sie an den Aufenthalt in den Kabinen gewöhnt sind. Die Tiere werden im Grunde genommen Woche für Woche aus ihrem natürlichen Tag-Nachtrhythmus herausgerissen,
Das hindert sie nicht daran von ihren Flügen nach hause zu fliegen und bemerkenswerte Leistungen zu vollbringen, Aber ich denke trotzdem manchmal daran wie sich der Aufenthalt im Kabinenexpress insgesamt wohl auf die Leistungsfähigkeit der Tauben auswirkt und vielleicht auch auf ihre Orientierungsfähigkeit.
Oft werden die Tauben spätnachmittags oder am frühen Abend eingesetzt, dann fahren sie über einige Stunden zu ihrem Auflassort. Inzwischen gibt es die Vorschrift dass die Tauben bei längeren Fahrten nach etwa vier Stunden Fahrtzeit getränkt werden müssen. Dazu wird mindestens im Kabi das Licht angemacht. Dann fährt der Wagen nach der Trinkpause weiter und am Auflassort angekommen wird dann mitten in der Nacht wieder getränkt und das Licht angemacht.
Dann haben wir Tiere manchmal noch zwei, drei Stunden oder vielleicht auch etwas mehr Zeit sich auszuruhen bevor der Auflass erfolgt, wenn das Wetter entsprechend ist.
Letztlich ist das was wir bis hin zum Auflass mit den Tauben veranstalten völlig unphysiologisch. Tauben trinken eigentlich über Nacht nicht. D.h. das Tränken während der Fahrt und in der Nacht am Auflassort entspricht nicht ihrem natürlichen Rhythmus. Je nachdem wie die Außentemperaturen sind und wie voll ein Kabinenexpress oder einzelne Kabinen sind, kann es aber durchaus Sinn machen, die Tiere zwischendurch oder direkt nach Ankunft am Auflassort zu tränken.
In den Niederlanden oder Belgien setzt man die Tauben, soweit ich weiß, ab 350 oder 400 Kilometer Entfernung zwei Tage vorher ein. Man kann dabei viel besser den natürlichen Rhythmus der Tauben beibehalten. Es wird abends eingesetzt, morgens kommen die Tauben spätestens am Auflassort an und werden dort versorgt mit Wasser und Futter. Sie haben den ganzen Tag Zeit auszuruhen. Sie können dann auch am Abend nochmals versorgt werden. Am Auflasstag morgens gibt es nochmals Wasser und dann geht es auf den Heimflug,
Insgesamt ist das Vorgehen deutlich physiologischer und aus meiner Sicht auch taubengerechter, als unser Vorgehen hier in Deutschland, wo wir die Tauben oft möglichst kurz im Kabinenexpress haben möchten (selbstverständlich auch aus finanziellen Gründen).
Wenn ich meine Nachtdienste beendet habe, dann brauche ich immer einige Tage um wieder "in Tritt" zu kommen. Unsere Tauben haben nach einer durchgemachten Nacht scheinbar weniger Probleme schnell wieder ihren Rhythmus zu finden. Mich würde trotzdem einmal interessieren wie sich die Flüge über eine ganze Saison gestalten würden, wenn ein Kabi stets zum Auflassort fahren würde mit möglichst kurzer Standzeit und den immer gleichen Tauben und ein zweiter Kabi immer einen Tag früher mit den gleichen Tauben und mit langer Standzeit von einem Tag am Auflassort. Könnte man dort über ein ganzes Reisejahr wohl Unterschiede bei den Tauben ausmachen und wie würden sich diese Unterschiede darstellen?
 

Montag, 05.10.2026
Sascha am 05.10.2026 um 07:33 (UTC)
 Zwei, drei Tage werden wir wohl noch dieses schöne Spätsommerwetter haben. Dann soll das Wetter umschlagen, es soll kühler werden, regnerischer und windiger. Das Wetter aktuell ist für die Tauben weiterhin sehr angenehm. Sie sitzen oft den ganzen Tag in der Voliere und lassen sich von der Sonne bescheinen und beim Freiflug sitzen sie auch gerne auf dem Dach und genießen das Wetter. Fliegen tun sie nicht besonders viel jetzt wo die Federn stark wechseln, aber es tut ihnen trotzdem gut hin und wieder mal eine Runde zu drehen und die Flügel zu bewegen. Wie es dann mit dem Freiflug am Haus wird wenn das Wetter sich verschlechtert, muss ich sehen. Aber es ist mein Ziel die Tauben auch weiterhin immer mal wieder herauszulassen. Nach dem Freiflug werden sie satt gefüttert und dann liegen oft auf ihren Sitzplätzen und ruhen sich aus. So muss es sein.
Ich stelle den Tauben meistens zwei Mal pro Woche und pro Schlag die Badewanne hin, aber die meisten Tiere baden doch nur ein Mal und dann beim zweiten Mal, drei, vier Tage später nicht. Das ist auch ein normales Verhalten und mehr als ein Mal baden pro Woche ist wirklich nicht nötig. Ein Mal in vier Wochen gebe ich ein Produkt gegen Parasiten in das -Badewasser. Ansonsten bleibt das Badewasser ohne Zusatz oder aber ich gebe mal, wenn ich daran denke, ein Produkt zur Reinigung auf probiotischer Basis von der Firma Comed hinein.
Wichtig bei allem, was ich hier mache , ist mir immer, dass die Tauben sich wohl fühlen. Man muss einfach sehen dass es ihnen gut geht. Dann geht es auch mir als Züchter gut. Unsere Tauben müssen nicht unbedingt zahm sein. Aber sie sollen Vertrauen zum Züchter und zu ihrem Schlag und ihrer Umgebung haben. Das gelingt selbstverständlich nur, wenn beispielsweise im Freiflug nicht ständig ein Greifvogel attackiert, so wie wir es hier leider in diesem Frühjahr vor der Altreise erleben mussten. Es war bis weit in die Reise hinein so, dass fast täglich ein Habicht angriff. Die Tauben wollten den Schlag nicht mehr verlassen, benahmen sich draußen nur ängstlich und so konnten sie überhaupt keine Form aufbauen. Es wäre schön, wenn es in diesem Herbst erst einmal weiter ruhig bleibt hinsichtlich der Greifvögel.
 

Sonntag, 04.10.2026
Sascha am 04.10.2026 um 05:57 (UTC)
 Zu meinem gestrigen Beitrag hat sich ein Sportfreund mit einer ausführlichen Nachricht gemeldet. Er reist sehr erfolgreich mit Alt- und auch Jungtauben auf RV- und auch auf Regionalverbandsebene. Vor mehr als zwei Jahren hat er sich entschieden seinen gesamten Bestand auch mit einem Gemüsemix zu versorgen. Der Züchter hat sich dazu seine eigenen Gedanken gemacht und mischt das Gemüse nach seinen Vorstellungen und verwendet zum Abbinden etwas andere Produkte, als wir es hier tun. Sein gesamter Taubenbestand erhält das Gemüse zwei Mal in der Woche, zumeist an zwei Tagen nacheinander, und der Sportfreund mixt das Gemüse immer frisch an. Er teilte mir mit, dass er damit ungemein zufrieden sei und verwies auf den Gesundheitszustand seiner Tauben, der insgesamt viel besser sei. Er brachte das Beispiel, dass er früher vielleicht sechs oder sieben Jungtauben eines Jahrgangs hatte, die kurz- oder längerfristig einmal gesundheitliche Probleme und Auffälligkeiten zeigten. Seit der Verwendung des Gemüsemixes seien es allerhöchstens pro Jahr noch ein oder zwei Tiere, die negativ auffielen. Diese Verbesserung sei schon sehr signifikant.
Gerade was den Gesundheitszustand der Tauben betrifft stimme ich dem Sportfreund uneingeschränkt zu. Die regelmäßige Gabe des Gemüsemixes ist hinsichtlich der Verfassung der Tauben ein absolut positiver Aspekt. Insgesamt sehen die Tauben einfach besser aus und wirken gesundheitlich stabiler.

Aus Interesse habe ich gestern und vorgestern einmal den Verlauf der Finalflüge zweier großer One-Loft-Rennen an der Algarve verfolgt. Etwa 500 Kilometer sind für die Jungtauben schon eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Dass diese Finalflüge dann nicht mit Massenankünften ablaufen ist ein Stück weit normal. Wenn ich mir aber die Entwicklung der Einsatzzahlen dieser OLR bis hin zum Finalflug ansehe und den Finalflug obendrein, dann kann ich nur sagen, dass man dort eigentlich guten Gewissens, wie zu sehr vielen anderen OLR, keine Jungtauben hingeben sollte - ganz abgesehen von den Kosten, die diese Wettbewerbe mit sich bringen. Wenn dort, wie bei einem der beiden Rennen, ein deutscher Schlag, der auch damit wirbt einen eigenen und speziellen OLR-Bestand zu haben, von mehr als 50 angelieferten Tauben zum Finale nur noch 13 eingesetzt wurden und von diesem Finalflug am ersten Flugtag kein Tier wieder im Schlag ist, dann kann ich für mich nur feststellen, dass diese OLR auch nicht wirklich taubengerecht sind, denn gleiches und ähnliches trifft auch auf bekannte niederländische oder belgische Schläge zu hinsichtlich ihrer Taubenzahlen bei diesen Rennen. Zumal, wenn man einmal betrachtet, dass das gespielte Programm hinsichtlich der Entfernungen, mit Ausnahme des Endfluges, keinen großen Unterschied zu beispielsweise einem deutschen Jungtaubenprogramm macht. Letztlich sind diese Rennen auch nur eine "Zockerei" um Geld.
 

Samstag, 03.10.2026
Sascha am 03.10.2026 um 05:10 (UTC)
 Ein befreundeter Züchter, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich reist und auch viel an seinen Tauben hinsichtlich Versorgung mit Futter und Beiprodukten ausprobiert, hat nun zuletzt auch einen Gemüsemix erstellt, wie ich es immer empfehle und seinen Tauben über das Futter mit Mineralien, Probiotika und Kräutern gegeben. Letztlich fast so, wie ich es immer mache. Er hat mir nun zurück gemeldet, dass die Tauben seiner Ansicht nach nochmals etwas glatter im Gefieder seien und der Kot super gebunden. Obendrein sei der Kot eigentlich ganz normal gefärbt und nicht etwa roter oder noch dunkler (durch die rote Beete und die Möhren) als sonst. Er will es weiter testen.

Unser Gemüsemix

Ich bin überzeugt dass diese Versorgung mit dem Gemüsemix und Mineralien und Kräutern während der Mauser und während des Winters das beste ist, was man für seine Tauben tun kann. Man kann auch, wenn man möchte, noch einen Schuss Obstessig und etwas Öl hinein geben (fast wie bei einem Salat bei uns Menschen). V.a. etwas Öl ist gut für die Löslichkeit bestimmter Vitamine bzw. deren Vorstufen.
Wenn die Tauben die Versorgung mit dem Gemüsemix kennen, dann sind sie meiner Ansicht nach ganz verrückt darauf. Ich erinnere mich auch daran, dass vor Jahren in der Zeitschrift von Rainer Püttmann, als dort der erfolgreiche und leider verstorbene Sportfreund Werner Grundel noch seine Artikel veröffentlichte, immer ein Foto dieses Züchters mit den Artikeln erschien, auf denen er eine Schüssel mit Gemüsemix in der Hand hatte.
Es war und ist etwas Arbeit diesen Mix zuzubereiten. Aber es lohnt sich. Ich friere immer größere Mengen in Eiswürfelbehältern ein und taue dann nach Bedarf einige Würfel auf und damit ist es auch nicht allzu oft, dass ich bei der Herstellung die ganze Küche verschmutze.
Worauf man ein wenig achten muss, wenn man den Gemüsemix verfüttert ist eine ordentliche Hygiene der Futtertröge, denn falls Reste im Trog bleiben, können diese dort verschimmeln oder verpilzen, Deswegen sollte man den Futtertrog regelmäßig reinigen. Allerdings halte ich das ohnehin in allen Beständen für notwendig, denn die meisten Züchter geben Produkte über das Futter und es können immer Reste in den Futtertrögen bleiben.
Wenn man seine Tauben mit einem vernünftigen Futter, Grit, Mineralpulver und auch Heilerde, dem Gemüsemix, vielleicht etwas tierischem Eiweiß und auch Bierhefe und Kräutern versorgt, dann benötigen sie eigentlich über das ganze Jahr als Grundversorgung nicht mehr. Wer es sinnvoll findet, der kann auch noch regelmäßig ein Probiotikum hinzuführen. Mehr braucht es dann nicht und die Kosten halten sich insgesamt gegenüber dem Kauf von diversen Beiprodukten aus der Industrie doch sehr in Grenzen.
 

Freitag, 02.10.2026
Sascha am 02.10.2026 um 06:49 (UTC)
 Gestern las ich eine interessante Studie aus der Humanmedizin. Darin wurde aufgeführt, dass Zucker die schädlichen Auswirkungen, die eine Antibiotika-Therapie auf die Darmflora des Menschen hat, noch verstärken kann. Bei Patienten, die während der Antibiotikabehandlung mehr Zucker zu sich nahmen, war die Wahrscheinlichkeit eines Verlusts der Mikrobiomvielfalt höher, da aggressive Mikroben andere Bakterienstämme verdrängten.
Wie so häufig, wenn ich Studien aus dem Humanbereich lese, denke ich dann gleich an unsere Brieftauben.
Ich ärgere mich schon seit Jahren darüber, dass viele Beiprodukte letztlich bessere Zuckermischungen sind. Vermutlich aus Kostengründen werden Vitamine, Probiotika und andere möglicherweise nützliche Wirkstoffe mit sehr viel Zucker auf größere Volumen und Mengen gestreckt. Traubenzucker, Milchzucker, Saccharose, Maltodextrin usw. findet man sehr sehr oft in den Zusammensetzungen vieler Beiprodukte.
Ich glaube nicht, dass eine zusätzliche Gabe von Zuckern gleich welcher Art einen besonderen Nutzen für unsere Brieftauben hat. Mit Ausnahme vielleicht von Zuckern in Elektrolytpräparaten, die man beispielsweise bei der Rückkehr der Tauben einsetzt.
Nun bin ich wahrlich kein Fachmann auf diesem Gebiet. Das sind nur so meine Gedanken aus Laiensicht. Aber wenn ich mir beispielsweise die vielen Probiotika-Produkte auf dem Markt ansehe, dann bestehen diese doch zu mehr als 90 Prozent eigentlich nur aus Zucker.
Gerade Probiotika sollen den Abbau bzw. den Wiederaufbau einer gesunden Darmflora während oder nach einer Antibiotika-Kur unterstützen. Leider gibt es bis heute keine eindeutigen Belege dafür, dass Probiotika dazu beitragen, die Vielfalt des Mikrobioms zu erhalten oder wiederherzustellen. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass die Gabe von Probiotika an dieser Stelle einen Nutzen hat, so ist doch zu überlegen, ob der in den Produkten enthaltene Zucker nicht deutlich kontraproddduktiv wirkt, wenn man mal auf diese Studie aus der Humanmedizin blickt.
In einer weiteren Studie aus dem Humanbereich las ich schon vor längerer Zeit, dass Probiotika nach Antibiotikatherapien bei manchen Menschen die Regeneration des Mikrobioms verzögern und Symptome verlängern können.
Wie es bei unseren Brieftauben ausieht wissen wir nicht wirklich. Wir haben keine aussagekräftigen Studien und können immer nur beobachten, was wir sehen.
Es gibt immer noch viele Züchter, die nach jedem oder jedem zweiten Flug und auch sonst rund um das Jahr regelmäßig antibiotische Medikamente einsetzen und kurz- und mittelfristig damit auch erfolgreich reisen. Es würde mich einmal stark interessieren wie die Darmflora der Tauben dieser Züchter aussieht und ob sie sich deutlich von der Darmflora bei Tieren unterscheidet, deren Züchter selten oder nie Medikamente einsetzen.
Es ist auch im Brieftaubenwesen inzwischen gängige Praxis, dass viele Tierärzte dazu raten parallel oder nach einer Antibiotika-Behandlung über mehrere Tage ein Probiotikum einzusetzen. Auch in der Reisesaison empfiehlt so mancher Versorgungsplan - auch ohne Medikamentengabe - einen Einsatz von Probiotika über ein oder zwei Tage vor oder nach dem Flug. An dieser Stelle werden eben auch die oben genannten Zucker mit an die Tauben verabreicht.
Ob das alles wirklich sinnvoll ist weiß ich nicht. Es wäre allerdings wirklich spannend das zu erforschen.
Ich selbst habe hier im Schlag in den vergangenen Jahren immer mal wieder Probiotika getestet. Meistens konnte ich weder einen positiven, noch einen negativen Effekt beobachten. Wirklich gut gefallen hat mir damals das Produkt PT-12 der Firma Re-Scha, dass es heute leider nicht mehr gibt. Es ist durch ein anders zusammen gesetztes Produkt ersetzt worden (das hatte wohl rechtliche Gründe). Ich habe weitere Produkte ausprobiert und eingesetzt. Letztlich kann ich bis heute nicht sagen ob das sinnvoll und wirksam war oder nicht. Vielleicht war es nur damit ich selbst ein gutes Gefühl bei der Versorgung unserer Tauben hatte.
 

<- Zurück  1  2  3  4  5  6  7  8 ... 285Weiter ->