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Freitag, 27.02.2026
Sascha am 27.02.2026 um 06:41 (UTC)
 Die reine Verpaarung der Reisevögel mit ihren Täubinnen hat bisher so gut funktioniert wie seit vielen, vielen Jahren nicht. Sowohl die jährigen Vögel, als auch die jährigen Täubinnen waren und sind sehr paarig und es haben sich sehr schnell Paare gesucht und gefunden. In dieser Form habe ich das in den letzten zwei Jahrzehnten kaum einmal hier bei uns erlebt. Jetzt werden die Paare jeweils einzeln aus ihren Witwerzellen gelassen, können fressen, trinken und sich auf dem Schlagboden paaren und dann setze ich sie wieder fest und das nächste Paar geht heraus. In den Witwerzellen stehen jetzt unsere Motivationsboxen und in diese hinein kommen nun nach und nach Pappnistschalen in denen die Tauben dann ihre Nester bauen können. Man sieht immer wie wohl sich die Tauben in den Boxen fühlen und wie sie sich gerne darin aneinander kuscheln.
Hier auf dem Bild, das ich vor längerer Zeit einmal gemacht habe, sieht man wie solch eine Box mit einer Schale in der Witwerzelle steht.



In der aktuellen "Brieftaube" Folge Nr. 5 finden sich wieder alle Regelungen und Bestimmungen für das kommende Reisejahr. Ich werde mir bei Gelegenheit noch einmal in Ruhe alles ansehen. Außerdem wird u.a. die "neue" Flugsicherungskomission "FSK" in Wort und Bild in Kurzportraets vorgestellt. Ich wünsche den Mitgliedern der FSK für das kommende Jahr ein gutes Händchen bei ihrer schwierigen Aufgabe. Allerdings hätte mich sehr wohl immernoch interessiert warum aus der FSK der vergangenen Saison nur noch der Vorsitzende im Amt verblieben und die weiteren Mitglieder nicht mehr kandidiert haben. Ich finde es bedenklich, dass die Verbandsmitglieder und reisenden Sportfreunde nicht darüber informiert werden, wenn Mitglieder einer Komission ihre Ämter Ruhen lassen oder zurücktreten oder was auch immer. Und bei solch einer wichtigen Komission wäre es auch interessant gewesen warum die bisherigen Mitglieder nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung standen - zumindest dann, wenn die Gründe vielleicht in der Zusammenarbeit innerhalb der Komission oder gar mit dem Verbandspräsidium zu suchen und nicht privater Natur sind. In den Kurzporträts welche die Mitglieder der neu gewählten FSK vorstellen findet man u,a. einen Punkt in dem die Mitglieder der FSK kurz ihre Ziele und Motivation für die Arbeit in der FSK vorstellen.
Anscheinend konnten die Mitglieder des Vorjahres keine Motivation mehr finden um erneut dieses Amt zu übernehmen und sich in der Mitgliederversammlung wählenn zu lassen. Es wäre schon interessant zu wissen warum sie diese Motivation nicht mehr finden konnten und ob die Gründe möglicherweise in der Schwere der Aufgabe, bei uns in der Züchterschaft oder in schlechter Zusammenarbeit in der Komission oder mit dem Verbandspräsidium liegen oder einfach private Gründe haben.
 

Donnerstag, 26.02.2026
Sascha am 26.02.2026 um 06:40 (UTC)
 Gestern habe ich bei traumhaften Frühlingswetter die Reisevögel angepaart. Blauer Himmel, Temperaturen um die 15 Grad. Da macht es schon Spaß sich mit den Tauben zu beschäftigen. So ist es allemal besser als in Kälte, Dunkelheit und Nässe auf dem Taubenschlag zu sein. Es war einfach auch Glück, dass das Wetter so mitgespielt hat, denn den Termin hatte ich so ja schon lange geplant.
Insgesamt ist die Paarung bisher sehr ordentlich verlaufen. Die jährigen Vögel, aber auch die Täubinnen, die nun neu im Witwerschlag angepaart werden, waren doch insgesamt sehr paarig. Aber sie waren auch nicht zu wild, sodass es bislang auch nicht zu Beißereien o.ä. gekommen ist. Selbstverständlich haben sich noch nicht alle Paare gefunden. Aber das wird alles mit der Zeit. Da wir keine Jungtauben züchten ist es insgesamt doch recht entspannt und man hat gar keinen Zeitdruck. Wichtig ist, dass alle Vögel mit ihren Täubinnen bald eine Zelle haben und diese anfliegen und gegebenenfalls verteidigen.
Die Tauben im Witwerschlag werden übrigens jetzt nur mit dem Winterfutter, mit Grit und Mineralpulver, Gemüsemix und Wasser versorgt. Es gibt keine zusätzlichen Vitamine oder andere Beiprodukte. Das Ziel ist, dass die Taube ganz natürlich nach und nach in Form kommen. Selbstverständlich sollen dann auch bald die ersten Freiflüge am Haus dazu beitragen.
In der nächsten Woche steht dann mit einigen der künftigen Reisetauben ein Tierarztbesuch an. Ich sammele bereits eine Kotprobe und dann werden die Tauben ordentlich untersucht und wenn irgendeine Behandlung notwendig ist, dann wird sie entsprechend der tierärztlichen Empfehlung durchgeführt. Da die Tauben dann ja verpaart sind könnte ich bei Bedarf Vögel und Weibchen sofort gleichzeitig behandeln.
Im Zuchtschlag hat nun endlich auch die letzte jährige Täubin gelegt. Ich hoffe, dass auch ihre Eier dann befruchtet sind. Dadurch dass ich relativ viele jährige Weibchen dort neu verpaart habe, war das Legen insgesamt etwas holpriger als in Vorjahren, aber es ist doch alles im Rahmen und nun hoffe ich, dass die Jungen demnächst gut schlüpfen und aufwachsen.
Am kommenden Wochenende findet wieder die Frühjahrsmesse im niederländischen Houten statt. Ich habe diese schöne Messe schon häufiger besucht. In diesem Jahr fahre ich allerdings nicht hin, da ich mich hier um die Tauben kümmern möchte. Die Messe findet aber nun, wie auch unsere DBA in Kassel ohne Tauben statt, da wieder Vogelgrippefälle aufgetreten sind. Ich fürchte wirklich, dass es in diesem Jahr regional in den Niederlanden oder auch hier bei uns in Deutschland Probleme mit der Reisesaison geben könnte. Die Zugvögel kommen nun wieder und das wird uns dann als Grund dafür präsentiert, dass sich die Vogelgrippe hier und da in den großen Geflügelbeständen ausbreitet. Ich glaube allerdings wenig davon, dass das Virus über Zugvögel in die teils fast hermetisch abgeriegelten Geflügelbetriebe getragen wird. Von unseren Brieftauben möchte ich da gar nicht sprechen. Aber da niemand Verantwortung tragen möchte in unseren Behörden wird eben alles verboten und dann hat man Ruhe. So geht es inzwischen leider in vielen Bereichen des Lebens.
 

Montag, 23.02.2026
Sascha am 23.02.2026 um 17:07 (UTC)
 Übermorgen sollen hier die Reisevögel zum ersten Mal in diesem Jahr verpaart werden und sehr pünktlich zu diesem Termin stellt sich hier frühlingshaftes Wetter ein mit sehr angenehmen Temperaturen und wahrscheinlich auch ein wenig Sonnenschein. Das ist für die Anpaarung der Tauben erfahrungsgemäß eine gute Sache. Aber da wir aus den Reisetauben keine Jungtiere züchten kommt es auch nicht so ganz darauf an dass sie alle pünktlich und gleichmäßig auf die Eier kommen.
Im Zuchtschlag hat sich ein jähriges Weibchen noch nicht dazu durchringen können ihr erstes Ei zu legen. Alle anderen Paare sitzen auf dem Nest und ich muss in Kürze mal kontrollien wie es mit der Beruchtung der Eier aussieht. Ich hatte auch unseren 13 Jahre alten Zuchtvogel B563 wieder angepaart. Bei ihm gehe ich nicht davon aus, dass dieses Gelege befruchtet ist. Aber im vergangenen Jahr hatte er auch erst das dritte und vierte Gelege dann einwandfrei befruchtet. Ich möchte aus ihm auch nicht unbedingt noch Reisetauben züchten, aber es wäre schön, wenn ich zu irgendeinem Zeitpunkt in diesem Jahr noch etwas für die Weiterzucht aus ihm bekomme.
Ob die Jungtiere, die man dann in einem Jahrgang züchtet, die notwendige Qualität haben und das ein oder andere sehr gute Tier darunter ist, kann man leider erst wirklich in zwei, drei Jahren wirklich beurteilen. Bis dahin sollte man die Tauben ordentlich versorgen und reisen und dann sieht man was mit ihnen los ist. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass rundum bestens mit allem was es gibt versorgte Zuchttauben und später auch Jungtauben am Ende insgesamt mehr bessere Tauben hervorbringt, Ich vergleiche das immer mit uns Menschen. Es gibt beispielsweise viele Sportarten, in denen Menschen aus Ländern die Wettbewerbe dominieren, die als Kinder oder Jugendliche wahrlich nicht die Möglichkeiten hinsichtlich der Ernährung hatten, wie es Gleichaltrige aus den Hochindustrieländern haben. Ginge es danach wie schon Kinder und Jugendliche ernährt werden, dann müssten z.b. in der Leichtathletik oder im Fußball die besten Sportler aus wenigen Ländern kommen. Das tun sie aber nicht.
Selbstverständlich sollte bei unseren Tauben die Elterntiere keinen erheblichen Mangel leiden und die Nachzucht sollte auch angemessen ernährt werden. Aber sowohl hinsichtlich des Futters, als auch hinsichtlich der Versorgung mit Beiprodukten übertreiben wir Brieftaubenzüchter es doch sehr oft am anderen Ende. Eine Jungtaube wird nicht dadurch eine bessere Reisetaube im späteren Leben, dass ich ihr das "perfekte Futter" reiche und ihr ständige alle Vitamine usw. gebe. So einfach ist es nicht und so einfach wird es auch nie werden. Den größten Faktor spielt die Genetik und die ist so variantenreich, dass wir letztlich auch da zu einem großen Teil von Zufall sprechen können welche Gene sich zusammen finden, zumal heute vielfach aus Tauben gezüchtet wird, bei denen nicht einmal die guten genetischen Grundlagen wirklich klar sind, denn aus Enkel x Nichte Super-As eine herausragende Taube zu züchten ist ähnlich wahrscheinlich oder unwahrscheinlich wie in 6er im Lotto.
All das macht aber den Reiz der Brieftaubenzucht und unseres Hobbys auch aus. Sonst wäre es wirklich zu einfach.
 

Samstag, 21.02.2026
Sascha am 21.02.2026 um 17:39 (UTC)
 In der letzten Sendung "Frag Röhnfried" von vorgestern, die ich mir im Nachgang einmal angesehen habe, stellte ein Sportfreund die Frage nach der Versorgung der Reisetauben mit reinem Standfutter. Ob das möglich sei, ob man damit erfolgreich sein könne usw. Bei der Beantwortung der Frage durch Sportfreund Frederik Wolf von der Firma Röhnfried fiel dann auch mein Name, weil er sich daran erinnerte, dass ich darüber hier geschrieben hatte.
In unserem letzten Reisejahr wurden von 13 angesetzten Flügen 10 verschoben, was am Ende dazu führte, dass ich die Reise vorzeitig eingestellt habe, obwohl wie hier und da noch sehr gute Platzierungen aufzuweisen hatten. Aber mit Beruf in Wechselschicht und Familie ist irgendwann eine Grenze erreicht, wo es einfach nicht mehr geht, wenn am Laufenden Band die Flüge (teils kurzfristig) verlegt werden.
Die Flüge, an denen wir teilgenommen haben, führten wir, so wie die Saisonvorbereitung auch, vollständig mit Standfutter durch. Im vorfeld hatte ich mich auch bei Sportfreuden erkundigt, welche mit echtem Standfutter rund um die Uhr sehr gute Ergebnisse erzielt hatten und weiter erzielen.
Ich hatte mir ein Futter zusammengestellt, was aus 6 verschiedenen Mischungen verschiedener Hersteller bestand und nicht so sehr fettreich war und auch nicht zu viel Rohfaser enthielt. Dieses Futter hatten die Tauben jeden Tag als Standfutter zur Verfügung.
Es sind einige Dinge anders gewesen als erwartet. Die Tauben waren beispielsweise nie zu schwer. Sie überfraßen sich nicht oder fraßen zu viel von bestimmten Körnersorten. Sie haben auch immer gut gefressen und nicht Ende der Woche weniger gefressen. Die Vögel waren rund und trainierten auch gut. Das war alles prima und funktionierte zu meiner Überraschung besser als gedacht. Es wurde auch nicht besonders viel Futter herumgeworfen.
Ich hatte aber immer das Gefühl, dass die Vögel nicht in absolute Hochform kamen. (Das kann auch ein leichtes gesundheitliches Problem gewesen sein). Aber es fehlten irgendwie die letzten fünf Prozent Form.
Vielleicht auch weil die Vögel nur 1x am Tag Freiflug haben konnten im Gegensatz zu all den Jahren vorher.
Aber ich konnte die Tauben einfach nicht so "Steuern" zum Flug hin, wie wir es gewohnt waren. Es war am Ende die gleiche "Problematik" wie bei einer Versorgung mit nur einer Futtermischung während der ganzen Woche, die wir einige Jahre zuvor einmal festgestellt hatten. Davon sind wir irgendwann auch wieder abgegangen, weil einige Vögel manchmal schon donnerstags in Höchstform waren und andere freitags und manchmal kamen sie auch vom Flug wieder und man dann dachte, wenn man sie in die Hand nahm und ihr Benehmen sah: "Jetzt sind sie so, wie sie beim Einsetzen sein müssten."
Ich denke schon, dass man mit echtem Standfutter durchaus erfolgreich reisen kann. Meiner Meinung nach wäre es aber besser wenn die Tauben dann zwei Mal pro Tag Freiflug bekommen könnten, was hier leider nicht möglich ist. Ich spreche hier auch nur von meinen Erfahrungen mit Witwervögeln. Bei Reiseweibchen kann ich das gar nicht beurteilen.
Dieses Jahr gehe ich wieder auf unser gewohntes 3-Phasen-System (Matador) zurück und habe mir zu einer relativ regelmäßigen Versorgung etwas überlegt. Dazu werde ich aber später noch einmal schreiben. Ich fühle mich bei der Versorgung der Tauben damit einfach wohler. Aber das ist insgesamt vermutlich auch bei jedem Sportfreund anders. Die Standfuttermethode müsste man, so denke ich, mehrere Jahre konsequent durchführen und beobachten und anpassen - dann kann man mit ihr ganz bestimmt genauso erfolgreich sein wie mit anderen Versorgungsmethoden.

So sah unser fertig gemisches Standfutter in 2025 aus:

 

Donnerstag, 19.02.2026
Sascha am 19.02.2026 um 18:17 (UTC)
 Heute habe ich hier dann auch das Sperberweibchen gesehen, welches mit einem geschlagenen Singvogel in den Krallen hier über die Häuser davon huschte. Wir haben hier also zumindest ein Sperberpäärchen direkt in der Nähe und das wird uns sicherlich bei den ersten Freiflügen der Alttauben und wahrscheinlich auch später bei den Jungtieren, die ihre ersten Ausflüge auf das Dach machen, Probleme bereiten.
Zu diesem Thema und dem was ich gestern geschrieben hatte, hat mir heute ein Sportfreund aus dem Rheinland eine Mail geschrieben aus der ich etwas zitieren möchte:
"Die Saison soll immer früher beginnen - jetzt ist bereits am 18.04. der erste Preisflug vorgesehen - es schneit hier ganz aktuell und letzte Woche ist mir eine Taube entflogen. Es dauerte keine 5 Minuten da war der Greifvogel da - ich weiß also was meinen Tauben blüht. Und in der Nachbar RV werden ab 14.03. (in 3 Wochen) die Vorflüge starten. Es wird alles immer verrückter. (...) Ich bin mit unter 50 noch jung als Taubenzüchter und arbeite Vollzeit - vielleicht fliegen demnächst nur ein paar Tauben um das Haus."
Auch diesen Sportfreund kann ich gut verstehen. Der Brieftaubensport in Deutschland wird in vielen Regionen leider nur noch dirigiert von Sportfreunden, die ihn kommerziell betreiben wollen und da wird auf Weniges Rücksicht genommen.
Ein anderer Sportfreund berichtete mir vorhin am Telefon, dass er aktuell in einem Geflügelpest-Sperrbezirk wohnt. Er dürfte derzeit, wenn er wollte, seine Tauben nicht einmal in den Freiflug lassen. Ein Vertreter des Veterinäramtes ist persönlich bei ihm vorstellig geworden. Bis mindestens zum 11. März müssen dort die Tauben im Schlag verbleiben. Nun geht in seiner Region die Reise gottseidank nicht so früh los, aber man stelle sich vor er (und vielleicht weitere Züchter) in einer RV oder einem Regionalverband wären von so einer Sperre betroffen die bis kurz vor die Reisesaison geht. Ob wohl seine RV oder sein Regionalverband auf ihn Rücksicht nehmen würde hinsichtlich Reiseprogramm etc? Ich fürchte in so mancher Organisation in Deutschland wäre das nicht der Fall. Da würde einfach weiter gemacht nach dem Motto: "Pech gehabt."
In zwei, drei Tagen soll es nun endlich deutlich wärmer werden. Ich hoffe die Meteorologen haben recht und es bleibt auch wärmer dann. Es macht mir einfach keine Freude mich bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt lange bei den Tauben aufzuhalten und mich mit ihnen zu beschäftigen. Ich kratze dann mal durch den Schlag, füttere, schaue danach ob alles ok ist, aber dann verschwinde ich auch relativ schnell wieder, weil ich keine Lust habe irgendwann durchgefroren zu sein. Es wäre also schön, wenn die "Wetterfrösche" recht behalten und in absehbarer Zeit zumindest leichte frühlingshafte Temperaturen Einzug halten würden.
 

Mittwoch, 18.02.2026
Sascha am 18.02.2026 um 16:42 (UTC)
 Heute in einer Woche werde ich, wenn nicht noch etwas Unerwartetes dazwischen kommt, die Reisevögel mit ihren Täubinnen verpaaren. Es wird jetzt langsam Zeit, denn die zukünftigen Witwervögel zeigen doch an ihrem Verhalten, dass sie Paarungsbereit sind. Ihre Witwerweibchen werde ich nun noch ein wenig mit Mineralien und Vitaminen etc. vorbereiten. Zusätzliches Licht gibt es allerdings nicht, denn die Tauben kommen um diese Zeit schon sehr gut von selbst in Paarungsstimmung.
Später entscheide ich dann noch ob ich die Reisevögel nach relativ kurzer Zeit auf dem Nest wieder trenne und vielleicht später nochmal verpaare oder ob ich sie einfach überbrüten lasse und dann nicht mehr anpaare. Das hängt davon ab wie es hier mit der Paarung klappt und v.a. wie dann die ersten Freiflüge verlaufen, d.h. wie hoch der Druck und die Gefahr durch die Greifvögel ist. Heute Nachmittag flog hier in hohem Tempo wieder ein Sperberterzel durch den Garten. Der ist für die Tauben zwar nicht gefährlich, aber wo ein Männchen ist, ist meistens auch ein Weibchen und das wäre dann für die ersten Freiflüge am Haus schon deutlich unangenehmer.
Letztlich ist es nicht entscheidend ob die späteren Reisevögel Jungtiere ziehen würden oder ein Mal gepaart werden oder zwei Mal. Das macht für die Leistung am Ende praktisch keinen Unterschied. Die Tauben müssen gesund sein und gut anfangen zu trainieren und dann muss vielleicht auch das Wetter mitspielen, sodass sie nach und nach ihre Form langsam aufbauen können. Das Zeitfenster für die Herstellung einer Verfassung in der die Tauben gut ihre Flüge bestreiten können ist hier leider in jedem Jahr sehr kurz und ich halte es auch für zu kurz. Aber im deutschen Brieftaubensport ist Geduld inzwischen weitgehend ein Fremdwort.
Auf einer niederländischen Homepage eines Sportfreundes, der etwa ein Mal in der Woche einen kleinen Blog schreibt, las ich heute folgendes:
"Auch der Taubensport nervt mich zunehmend. Er hat sich von einem schönen Hobby zu einer Art Geschäftsmodell entwickelt, bei dem es immer mehr ums Geldverdienen geht. Plötzlich scheint jeder Spitzentauben zu haben, die fantastische Jungtiere hervorbringen oder Super-Eier legen; es macht mich krank, das alles zu lesen. Warum können wir unser wunderbares Hobby nicht einfach gesellig und unterhaltsam gestalten? Was ist denn daran falsch? Ist der Taubensport zu teuer? Dann hält man weniger Tauben. Hoffnungslos? Dann genießt doch einfach die Tauben, ihre Ausdauer und ihre Ankunft."
Ich bin aktuell was die Reisesaison betrift wieder etwas mehr motiviert als in den letzten beiden Jahren, aber ich kann das was der Züchter hier schreibt komplett unterschreiben und mir geht es oftmals ganz genauso. Mir geht diese ganze Kommerzialisierung unseres schönen Hobbys nur noch auf die Nerven. Die vielen Taubenverkäufe, die Internet-Auktionen, die Gutscheinverkäufe und dann auch ein Stück weit die ganze Verlogenheit, die in der Werbung rund um die Taubenverkäufe steckt. Die Scheinbieter bei Auktionen im Saal oder im Internet, die angeblichen Telefon-Bieter, die plötzlich auftauchen, das ganze Drumherum. Leider kann man sich dem nur sehr schwer entziehen. Das Wichtigste kommt dabei oft zu kurz. Der Spaß an der Taube. Die Beschäftigung mit der Taube und v.a. die Wertschätzung für die Taube und das was unsere Tiere leisten können.
 

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