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Montag, 13.04.2025
Sascha am 13.04.2026 um 17:34 (UTC)
 Morgen Abend sollen unsere Tauben zum ersten Vorflug ab Frankenau eingesetzt werden. Das Wetter am Mittwoch soll gut werden. Wenn es wieder los geht, dann ist das immer eine spannende Geschichte. Auch wenn es nur ein Vorflug ist und zwei weitere Vorflüge folgen sollen, so ist es doch immer wieder interessant zu sehen wie die eigenen Tauben in die Reise startet. Hier in diesem Jahr ganz besonders, weil sie bisherige Vorbereitung aus meiner Sicht extrem schwierig war.
Da ich am Mittwoch arbeiten muss werde ich wohl leider nicht zuhause sein, wenn die Tauben hoffentlich eintreffen. Ich kann nur alles vorbereiten und das Tipes-Gerät einschalten.
Bevor es morgen in den Korb geht werden die Weibchen gezeigt - so wie wir das hier seit Jahrzehnten machen. Während die alten Tauben dann oft sehr schnell wissen was los ist müssen die jährigen Tauben alles erst neu lernen. Das ist immer mit viel Aufregung für die Tiere verbunden. Deswegen lasse ich mir vor und beim Einkorben gerade auf den ersten Flügen besonders viel Zeit.
Ich möchte mir in diesem Jahr noch vor dem ersten Vorflug eine Liste machen in der ich die alten und getrennt auch die jährigen Vögel aufschreibe und versuche ihre Leistungsfähigkeit im Vorfeld einzuschätzen. Manchmal gibt es Tauben bei denen man ein richtig gutes Gefühl hat und denkt: "Das wird ein Guter!" und bei anderen denkt man eher: "Das wird schwierig mit dieser Taube." Es ist nur so dass man sich wirklich sehr oft irrt dabei und kaum ein Züchter im Vorfeld weiß welche seiner Tauben eine Gute wird und welche nicht. Bei Alttauben weiß man es schon eher aufgrund der Leistungen aus den Vorjahren. Aber jährige Tiere eintzuschätzen ist nicht einfach. Ich möchte ich da einfach mal selbst testen.
Worüber ich in diesem Jahr tatsächlich auch nachdenke ist Tauben, die nicht die Leistungen bringen, die ich mir wünsche, zu gegebener Zeit aus der Mannschaft zu nehmen. Im Grunde haben wir es immer so gehalten dass alle Tauben geschickt wurden, wenn sie gesund waren.Auch wenn Tiere dabei waren, die kaum mal in die Preise kamen, wurden sie in der Regel bis zum Ende gesetzt. Ich überlege allerdings ob es Sinn machen kann das anders zu machen um einfach Arbeit und Zeit zu sparen. Aber letztlich ist das auch noch Zukunftsmusik. Es ist auch dankbar, dass die Mannschaft insgesamt nicht anpackt und dann liegt es sicher auch daran, dass ich Fehler in der Führung der Tauben gemacht habe. Schöner wäre es selbstverständlich, wenn alle Tauben gute Leistungen bringen. Man wird ja noch träumen dürfen....
 

Sonntag, 12.04.2026
Sascha am 12.04.2026 um 05:13 (UTC)
 In unserem Zuchtschlag schlüpft nun die zweite Runde der Jungtauben 2026. Bisher ist die Zuchtperiode sehr gut und völlig problemlos verlaufen. Beim zweiten Gelege scheint es, wenn ich richtig nachgesehen habe, kein einziges unbefruchtetes Ei zu geben und ich hoffe, dass die Jungtiere dann auch entsprechend alle schlüpfen. Die Jungtauben der ersten Zucht sind inzwischen alle zum ersten Mal gegen PMV/Rota geimpft und müssten eigentlich langsam nach draußen. Allerdings wr mir bislang die Bedrohung durch die Greifvögel einfach zu groß. Ich muss schauen wie es da in den nächsten Tagen weiter geht.
Gestern war es hier doch sehr windig. Die Tauben machten beim Freiflug am Nachmittag doch gehörig Tempo. Das sieht toll aus und ist sicherlich auch ein Zeichen von guter Verfassung, wenn sie so fliegen. Allerdings habe ich doch auch immer Bedenken, dass dann plötzlich mal ein Schiefflieger dabei ist. Bisher ist alles gut gegangen und ich hoffe dass es auch so bleibt. Die Männchen scheinen mir bezüglich der Schiefflieger-Problematik auch insgesamt anfälliger zu sein als Täubinnen. Warum auch immer. Ich versuche dahingehend vorzubeugen, dass die Tauben derzeit sehr viel Mineralien bekommen. Mineralpulver über das Futter, Elektrolyte über die Tränke und selbstverständlich auch zwei Mal am Tag frisch Grit und Mineralien zur freien Aufnahme. Ich kann nur hoffen, dass das unterstützend etwas hilft.
Nachdem die Vögel gestern so etwa eine gute halbe Stunde in der Luft waren tauchte auch der Habicht hoch am Himmel auf. Allerdings schien er nur zu schauen und griff nicht an und wurde dann auch von zwei Turmfalken, die hier gerade paaren, immer wieder angeflogen und schließlich vertrieben. Insgesamt schien der Greif keinen großen Hunger zu haben.
Ich hatte vor ein paar Tagen über einen blauen Zuflieger geschrieben, der hier auf der Voliere saß. Ich konnte ihn leider nicht fangen, habe ihn aber immer mit Futter versorgt. Wenn ich unsere Vögel herausließ flog er auch immer eine Weile mit ihnen. Seit dem Habichtsangriff vorgestern ist er allerdings verschwunden. Entweder hat er sich aufgrund der Bedrohung auf den Weg nach hause gemacht oder aber er wurde bei der Attacke geschlagen. Ich hoffe einfach, dass Ersteres der Fall ist.
Ich hoffe dass die Vorflüge gestern hier in der Region gut verlaufen sind. Das Wetter war den ganzen Tag über sehr gut. Allerdings war es doch wirklich sehr windig und das kann dann doch, gerade für unerfahrene Tauben, schon zu einem Problem werden, wenn sie bei Rückenwind mit hoher Geschwindigkeit über das Ziel hinaus schießen. Außerdem ist es hier doch immer ein ordentliches Durcheinander. Da werden Tauben auf der Südost- und auf der Südwestrichtung fast gleichzeitig gestartet oder so versetzt, dass sie sich durchaus kreuzen können. Auch das kann hier und da Schwierigkeiten mit sich bringen. In der vergangenen Nacht hat es dann ordentlich geregent, aber heute am Tag ist das Wetter wieder ok. Vielleicht schafft es dann noch die ein oder andere verflogene Taube nach hause. Es ist allerdings erneut recht kühl.
Gestern hörte ich von zwei weiteren Züchtern aus unserer RV mit relativ kleinen Reisebeständen von unter 20 Tauben, dass sie vielleicht gar nicht an der Altreise teilnehmen können oder wollen, weil sie zum jetzigen Zeitpunkt schon zu viele Tauben aus ihrem kleinen Bestand an die Greifvögel verloren haben. Wenn ich dann andererseits höre, dass sich einzelne Sportfreunde aus unserer RV darüber ärgern, dass die Vorflüge noch nicht begonnen haben, dann frage ich mich, auf welchem Planeten diese Züchter eigentlich leben. Wir können den Brieftaubensport nur gemeinsam ausüben. Wenn jeder nur an sich selbst denkt, dann funktioniert es nicht. Gemeinsamkeit heißt aber auch daran zu denken, dass es Sportfreunde mit kleineren Beständen gibt, die nicht mal eben auf mehrere Tauben verzichten können, die durch Greifvögel geschlagen wurden. Ich habe allerdings das Gefühl, dass dieses Gemeinschaftsgefühl heutzutage kaum noch existent ist.
Unsere Verbandszeitschrift "Die Brieftaube" bekomme ich immer als Online-Ausgabe. Die aktuelle Ausgabe ist allerdings noch nicht zum Download bereit gestellt, obwohl sie als Papierausgabe den Lesern, zumindest teilweise, schon zugestellt ist. Als ich auf der Homepage unseres Verbands nachschaute, ob die Zeitschrift verfügbar ist, fiel mir auf, dass der letzte Artikel, der für alle dort zugänglich lesbar ist, genau 4 Wochen alt und auch nur ein Verweis auf die Folge 5 ist, in der die Bestimmungen zur Reisesaison nachzulesen sind. Um es kurz zu machen: die Öffentlichkeits- und Mitgliederarbeit unseres Verbandes über die Verbandshomepage ist insgesamt ein Desaster!
 

Samstag, 11.04.2026
Sascha am 11.04.2026 um 05:32 (UTC)
 Heute sind hier in der Region eine Menge Kabis unterwegs. Die Vorflüge beginnen für viele RVen heute, aber andere lassen auch bereits zum zweiten oder dritten Vorflug auf. Das Wetter ist prima. Es sollten insgesamt gute und glatte Flüge werden, wobei ich nicht sagen kann wie der Wind sich entwickelt, der relativ stark vorhergesagt ist. Aber gerade die Windvorhersagen sind doch zurückliegend extrem schlecht und man wundert sich oft wie wenig von den Prognosen dann eintrifft.
Von den Flügen, die bereits stattgefunden haben, sind hier nun schon Zuflieger eingesprungen oder sitzen noch hier herum. Ein Vogel, dessen RV hier in der Nähe zum Vorflug aufgelassen hatte in der zurückliegenden Woche, sprang zwei Tage später hier mit ein. Die Taube hat körperlich bereits so abgebaut, dass es noch länger dauern wird sie wieder fit zu machen. Was mir auffiel bei dieser Taube: sie hatte unbändigen Durst. Obwohl sie überall hätte Wasser draußen finden können. Es scheint wirklich ein Problem zu sein, dass viele unserer Tauben das trinken draußen nicht mehr kennen. Als ich die Taube fütterte ließ sie bestimmte Körnersorten liegen. Roten und schwarzen Mais fraß sie nicht und auch Erbsen rührte sie kaum an. Ich vermute, dass die Taube so versorgt wurde, dass sie diese Körnersorten nicht kennt. Durch die sehr kühlen Nächte bauen die Tauben aber dann - neben dem Wasserverlust - auch körperlich sehr schnell sehr stark ab. Es ist auch einfach ein Problem, dass sich die Züchter nicht eben auf den Weg machen und die Tauben holen, sondern oftmals einfach mitteilen: "Füttere ein paar Tage und lass die Taube fliegen." Dabei scheinen sie keine Vorstellung davon zu haben wie lange es teilweise dauert die Taube wieder in Flugverfassung zu bekommen und nach hause fliegen sie dann trotzdem nur in eher seltenen Fällen zu dieser Jahreszeit.
Nachdem zwei Tage Ruhe war hat der Habicht hier beim gestrigen Freiflug wieder angegriffen. Ich konnte nicht sehen ob er eine Taube erwischt hat, aber später als ich die Vögel hereinholte waren nach einer Zeit alle Tauben wieder im Schlag und sie schienen mir auch unverletzt. Trotzdem ist es sehr schade, weil die Tiere so einfach nicht sicher werden und für Form und gute Verfassung benötigen sie einfach Sicherheit und Selbstvertrauen.
In dieser Woche fand der Podcast "Frag Röhnfried" in einer Gesprächsrunde mit dem Sportfreund Klaus Steinbrink statt. Klaus Steinbrink ist in seiner Art sicherlich ein spezieller Sportfreund. Nicht jeder wird mit ihm gut klar kommen. Aber eines muss ich immer wieder feststellen: der Mann versteht einfach etwas von Brieftauben. Sehr vieles von dem was er zu sagen hat, hat wirklich Hand und Fuß. Insbesondere halte ich das was er zur Fütterung der Tauben sagt, für sehr richtig und wichtig. Ich kann nur dazu raten sich diesen Podcast einmal anzuhören. Besonders interessant ist es für mich was Sportfreund Steinbrink zur Versorgung mit Fett,mit Sämereien, Nüssen und Hanf etc zu sagen hat.
Ich habe hier schon vor längerer Zeit darüber geschrieben, dass die Fütterung teilweise viel zu fettreich ist. In eine ähnliche Richtung tendiert auch Klaus Steinbrink und selbiges las ich jetzt auch von der erfolgreichen Schlaggemeinschaft Kersting. Insgesamt glaube ich, dass die Fütterung der Tauben durchaus noch Potenzial bietet um die Leistungen der Tiere ein Stück zu verbessern. Allerdings muss der Züchter an der Stelle auch entsprechend viel Zeit haben um die Tauben vielleicht in mehreren Etappen zu füttern oder zu schauen was sie fressen und was sie vielleicht noch benötigen. Wenn diese Zeit nicht vorhanden ist, dann ist meiner Meinung nach der richtige Weg den Tauben für fünfzehn oder dreißig Minuten einen vollen Trog hinzustellen, sie aussuchen zu lassen und dann die Futterreste zu entfernen. Allerdings - und davon bin ich fest überzeugt - sollte auch dann das Futter nicht zu fettreich sein und v.a. nicht zu viel Hanf, Sonnenblumenkerne pder Sämereien enthalten.
 

Donnerstag, 09.04.2026
Sascha am 09.04.2026 um 06:24 (UTC)
 Als ich hier vorhin die Jalousien hoch zog und aus dem Fenster geblickt habe, sah ich auf unserer Voliere eine Taube sitzen. Ich bin dann gleich in den Garten gegangen um nachzuschauen was das für ein Tier ist. Kurz gesagt: es ist der erste Zuflieger der Saison 2026. Ein jähriger, blauer Vogel mit Tipes-Ring und Telefonring. Er trägt die laufende Nummer 398. Mehr konnte ich noch nicht erkennen, geschweige denn die Taube fangen. Ich habe der Taube nun erst einmal eine Schale mit Futter hingestellt, denn sie hat augenscheinlich sehr großen Hunger. Vielleicht fliegt die Taube nachher weiter, vielleicht kann ich den Vogel später noch fangen.
Auf jeden Fall ist dieser Vogel einfach eines jener "Opfer", die der frühe Reisebeginn mit sich bringt. Die Taube hat es garantiert nicht deswegen nicht nach hause geschafft, weil sie zu dumm ist 30, 40 oder 50 KM nach Hause zu fliegen, sondern vermutlich deswegen, weil sie nicht fit genug war und ist oder weil ein Greifvogel angegriffen hat oder was auch immer. Wir haben aktuell Temperaturen knapp über 0 Grad Celsius und Tauben, die es dann aus irgendeinem Grund nicht nach hause schaffen, sind im Grunde nach einer Nacht draußen, aber spätestens nach der zweiten Nacht einfach am Ende. Ich hoffe, dass ich das Tier irgendwie fangen und versorgen und melden kann.
Gestern waren hier sehr viele Kabis zu Vorflügen unterwegs. Das Wetter war gut und ich denke, dass die meisten Flüge sehr gut und glatt verlaufen sind. Allerdings muss ich mich manchmal auch sehr wundern und fast ein wenig lachen. Der deutsche Brieftaubensport ist wirklich sehr speziell. Da stehen gestern in einem kleinen Ort im Sauerland drei RVen aus Dortmund mit drei Kabis. Alle drei RVen liegen direkt hintereinander. Wahrscheinlich hätte man bei den heutigen Diesel-Preisen auch gut gemeinsam verladen und transportieren können um Geld zu sparen. Aber der Sprit ist wohl nicht teuer genug für solche Aktionen. Dass diese RVen dann aber noch im Halbstundentakt nacheinander auflassen statt gemeinsam zu starten, das will einfach in meinen Kopf nicht rein. Diese drei RVen sind in ihrer Gesamtheit nicht einmal halb so groß wie unsere RV von der Fläche und trotzdem lässt man die Tauben getrennt auf. Also entweder hat man im Ruhrgebiet inzwischen strunzdumme Tauben oder aber die Züchter spinnen sich irgendetwas wegen Lage und Einflugschneisen usw zurecht. Anders ist dieser Unsinn der getrennten Transporte und Auflässe jedenfalls nicht zu erklären in der heutigen Zeit.
Hier bei uns war gestern endlich mal ein Tag an dem der Greifvogel nicht da war und die Tauben in Ruhe trainieren konnten. Man merkt den Tieren die Angst und Nervosität natürlich extrem an. Sobald hier nur ein Milan, ein Bussard oder die Turmfalken auftauchen erhöhen sie das Tempo oder schrecken vom Dach auf, aber das ist insgesamt ja nicht verwunderlich. Es wäre schön wenn es nun hinsichtlich der -Angriffe ruhiger würde, aber ich fürchte dass das noch nicht so sein wird. Wir haben gestern die Nachricht bekommen, dass es bei uns in der RV Anfang nächster Woche mit den Vorflügen losgehen soll. Es ist alles mindestens eine Woche zu früh, aber hier hat man ja Reisepläne beschlossen, die einfach weit weg von den Realitäten vieler Züchter sind. Auch das ist leider deutschen Brieftaubensport inzwischen ein weit verbreitetes Problem.
 

Mittwoch, 08.04.2026
Sascha am 08.04.2026 um 06:41 (UTC)
 Inzwischen sind wir hier, was die Greifvogelsituation und die Saisonvorbereitung unserer Tauben betrifft völlig ratlos und mit unserem Brieftauben-Latein am Ende. Es ist nur noch frustrierend und für die Tauben schlicht katastrophal.
Am Ostersonntag hatte ich wegen des Feiertags unsere Tauben nicht herausgelassen. Unser Nachbar hatte seine Tauben aber zum Freiflug draußen und wie es der Zufall wollte sah ich auf unserem Badezimmerfenster als der Habicht dort angriff und eine Taube schnappte. Mehr konnte ich dann nicht mehr erkennen, aber mein Nachbar berichtete mir, dass die Taube verloren gegangen sei.
Der Ostermontag verlief dann hier bei uns ohne einen Angriff während mein Nachbar die Tauben im Schlag ließ. Ich muss allerdings feststellen, dass die Tiere so verängstigt sind, dass sie den Schlag längst nicht alle verlassen und ich werde garantiert nicht hingehen und die Tauben heraustreiben und jagen und sie noch ängstlicher machen.
Gestern am Dienstag dann erlebten wir leider den negativen Höhepunkt des Frühjahrs. Der Habicht griff erneut an und schnappte eine Taube unseres Nachbarn. Durch Lärm und Krach konnten wir den Greifer aufschrecken und die Taube konnte entkommen. Allerdings flog der Habicht dann nicht davon, wie wir es eigentlich kennen, sondern landete zwischenzeitlich sogar für einen kurzen Moment auf dem Dach über den Taubenschlägen unseres Nachbarn. Die Tauben waren wirklich völlig verängstigt.
Bei uns war es so, dass die Tauben, die zum Zeitpunkt des Angriffs in der Luft waren schließlich vor Angst kaum landeten und für sicherlich 90 Minuten oder noch länger ununterbrochen in der Luft waren. Die anderen Tiere verkrochen sich im Schlag.
Als ich später die Tauben hereinholte fehlten noch zwei jährige Vögel. Diese landeten schließlich aber auch auf dem Dach. Allerdings benahmen sie sich ganz seltsam und sie wollten nicht zu den Ausflügen herunter fliegen. Als ich in den Garten blickte sah ich auch den Grund für ihr Verhalten: ein Sperber saß tatsächlich oben auf unserer Weibchenvoliere. Nachdem ich hinunter in den Garten gegangen war machte sich der Sperber davon als der Greif mich sah. Die Vögel kamen dann auch letztendlich herein.
Inzwischen ist auch durch die ständigen Angriffe und die Angst der Tauben die Situation so, dass die Vögel am Abend einfach zu wenig fressen. Sie sind so verängstigt, dass sie nur hier und da etwas Futter aufnehmen, aber von einem normalen Fressverhalten ist das alles weit entfernt.
Als ich endlich bei den Tauben alle Arbeiten erledigt hatte schellte es an der Tür. Mein Nachbar war da und zeigte mir eine Taube, die noch lebte, aber vom Greifvogel destaströs zugerichtet war. Weitere Nachbarn, die mit ihren Pferden unterwegs waren, hatten das arme Tier völlig verstümmelt aufgefunden.
Ich weiß, dass es nicht jeder Leser hier gut sehen kann, wenn ich solche Fotos veröffentliche wie hier, aber ich möchte doch einmal dokumentieren wie die Greifvögel die Tauben hier zurichten und dass es unter diesen Umständen für uns hier nicht möglich ist die Tauben einfach nur zum Freiflug herauszulassen oder gar an Vorflügen teilzunehmen. Sollte hier also jemand in Kürze Vorflüge ansetzen, dann bleiben die Tauben zuhause und dann war es das mit der Reisesaison. Zuallererst sind wir hier Brieftaubenliebhaber und wenn wir die Tauben nicht entsprechend trainieren und vorbereiten können, dann sollen alle ihre Tauben reisen wohin sie wollen - wir tun das nicht.





Nachdem mein Nachbar mit der verstümmelten Taube wieder gegangen war und ich ein wenig Fußball im TV schauen wollte, erhielt ich die nächste Nachricht von einem Sportfreund, der etwa 5 KM von hier entfernt wohnt. Er schrieb mir folgendes:
"Um 17 Uhr habe ich die Vögel raus gelassen, um 17:12 Uhr war der Habicht das erste Mal dazwischen. Hat aber keine erwischt. Ich habe dann den Ausflug geöffnet und nach 20 Minuten kamen 9 Vögel rein. Vornehmlich alte Vögel.
Danach hat er den Restschwarm nochmal angegriffen, mitten im Angriff hat mein Nachbar seine Vögel gestartet. Der Habicht schlug einen Haken und ging sofort beim Nachbar runter. Hat aber wohl auch nichts erwischt. Der letzte Altvogel kam bei uns um 19:10 Uhr angestochert. Zum Glück alle heil."

Was soll man dazu sagen? Es geht einfach alles nicht. Es macht so weder Spaß, noch Sinn den Tauben Freiflug zu geben. Ich hatte in unserer Frühjahrsversammlung in der RV mehrfach das Thema Greifvögelsituation angesprochen und darauf hingewiesen, dass wir einfach zu früh mit der Reise beginnen. Jetzt fangen in der Umgegend diverse RVen mit den Vorflügen an und ich weiß nun schon, dass es hier auch nicht mehr sehr lange dauert, bis man hier unruhig wird und Vorflüge ansetzt. Auch wenn es für mehrere Züchter überhaupt keinen Sinn macht.
Ein weiterer Sportfreund, der nicht weit von hier wohnt, hat nun vor seinen Ausflügen wieder die Käfige montiert, welche die Tiere im Winter nutzen können. Er will und kann seinen Tauben keinen Freiflug geben. Wir sind vor Allem anderen erst einmal Brieftaubenliebhaber und wenn es nicht möglich ist die Tauben norrmal in den Freiflug zu lassen, dann kann man sie leider nicht reisen. So einfach ist das. Jede Taube ist wichtiger als irgendwelche Vor- oder Preisflüge oder irgendwelche Reisepläne. Unsere Brieftauben sind ein Hobby. Wir möchten Freude daran haben sie beim Freiflug zu beobachten oder sie vom Flug nach hause kommen zu sehen. Das ist derzeit in keiner Weise möglich. Das ist hier leider die Situation.
 

Sonntag, 05.04.2026
Sascha am 04.04.2026 um 23:46 (UTC)
 
 

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