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Montag, 05.01.2025
Sascha am 05.01.2026 um 16:41 (UTC)
 Der Brieftaubensport ist, obwohl er für fast alle Brieftaubenfreunde immernoch ein Hobby ist, doch inzwischen ein nahezu professioneller Hochleistungssport geworden. Wer auch Regionalverbands- oder Deutscher Verbandsebene dauerhaft in der Spitze konkurrieren möchte, der muss heute schon sehr viel für und mit seinen Tauben tun. In einem Reisejahr kann man sich dann letztlich keine Schwäche leisten. Von daher ist es wichtig, dass die Taube über die gesamte Saison hinweg absolut leistungsfähig und kerngesund ist. Eine angemessene Ernährung mit den entsprechenden Wirkstoffen ist unbedingt notwendig und vielleicht kann man die Gesundheit der Tauben auch mit dem ein oder anderen Beiprodukt fördern und erhalten. Trotzdem spielt für die kerngesunde und leistungsfähige Brieftaube am Ende auch immer eine entsprechende medikamentöse Begleitung eine wichtige Rolle.
Wenn Sportfreunde im kleinen Kreis zusammen sitzen und darunter ist ein stark spielender Züchter, dann fällt irgendwann im Gespräch fast unweigerlich die Frage: "Was gibst du?" und damit sind nicht so sehr Futter oder Beiprodukte gemeint, sondern viel mehr Medikamente.
Medizin für kranke Tiere ist wichtig und richtig und im Leistungsbrieftaubensport scheinen Medikamentengaben fast notwendig zu sein, wenn man über eine Saison mit mehreren Vorflügen und 12, 13 oder 14 Preisflügen dauerhaft die Leistungsfähigkeit der Tiere auf einem hohen Niveau halten möchte.
Leider wird bei keinem Thema so häufig knapp an der Wahrheit vorbei geredet, wie beim Thema Medikamente vor und während der Reisezeit.
Ich erinnere mich daran wie ich vor vielleicht 15 Jahren Ende Februar oder Anfang März bei einem Brieftaubentierarzt im Wartezimmer saß. Neben mir saß ein bekannter und erfolgreicher Sportfreund und war dann zur Untersuchung vor mir an der Reihe. Er ging mit seinem Korb in den Untersuchungsraum und kam eine ganze Weile später wieder heraus. Er stellte den Korb ab, ging zum Tresen und erhielt dort verschiedene Präparate und einen Zettel. Er kam dann noch einmal wieder in den Wartebereich, legte seinen Zettel ab und zog sich seine Jacke an und legte einen Schal um, denn es war doch recht kalt zu der Zeit. Ich warf in dieser Zeit verstohlen einen Blick auf den auf dem Stuhl neben mit liegenden Zettel. Es war ein Wochenplan zur medikamentösen Versorgung der Tauben während der Reise nach dem Schema:
Woche 1 Medikament A
Woche 2 Medikament B
Woche 3 Medikament C und dann wieder von vorne bis zum Ende der Saison.
Später ging ich zur Untersuchung der Tauben und ließ Abstriche machen etc. Auch ich erhielt später noch so einen Zettel mit den entsprechenden Medikamenten. Der Versorgungsplan war sehr ähnlich (im Grunde genommen fast gleich) zu dem, den der Sportfreund vor mir erhalten hatte.
Über die Saison verfolgte ich dann die Reiseleistungen dieses Züchters interessiert. Er flog, wieder einmal, herausragend gut. So gut, dass weit nach der Saison, vielleicht im Winter oder im nächsten Frühjahr (das erinnere ich wirklich nicht mehr genau), über den Sportfreund ein Schlagbericht in einer Brieftaubenzeitung veröffentlicht wurde. Dort Stand zum Thema Medikamente nur folgendes zu lesen: "Medikamente gibt es nur bei Befund und nach tierärztlicher Anweisung."
Damit hatte der Züchter auch nicht gelogen. Er hatte seinen Medikamentenplan nach einem Befund erhalten und versorgte seine Tauben dann während der Reise nach tierärztlicher Anweisung. Dass damit wöchentliche Medikamentengaben über ein bis zweieinhalb Tage gemeint waren, stand aber nicht dabei.
Wenn man so will gab der Erfolg dem Sportfreund auch recht. Ich denke seitdem hat sich im Brieftaubensport nicht so sehr viel geändert. Hier und da gibt es einige Impfstoffe mehr, die man einsetzen kann. Es gibt auch einige nicht-medikamentöse Produkte mehr, die man bei Bedarf einsetzen kann. Aber auch heute noch gibt es viele erfolgreiche Sportfreunde, die besonders zur Reisezeit hin und während der Reisesaison relativ viel mit Medikamenten arbeiten.
Ich möchte das hier gar nicht bewerten. Es wird so gemacht und man ist damit erfolgreich. Ich denke nur immer: warum ist man nicht ehrlich damit? Warum sagen viele erfolgreiche Züchter nicht, dass sie aus Sorge vor einer Erkrankung der Tauben wöchentlich oder zweiwöchentlich verschiedene Medikamente in der Saison einsetzen? Es wird immer betont, dass es "um die gute Taube" geht. Aber wenn die gute Taube nicht gesund ist, dann bringt auch die gute Taube keine Leistung. So einfach ist es doch am Ende.
Es bleibt nur die Frage ob es nicht auch möglich ist die Tauben ohne sehr regelmäßige Medikamentengaben in der Reise gesund und leistungsfähig zu halten. Es gibt heute Züchter, die auf der Reise mit einem Bestand von 100, 120 oder 150 Tauben an den Start gehen. Dort wird teilweise Brieftaubensport auf höchsten Niveau betrieben. Aber es soll doch bitte von diesen Züchtern niemand sagen, dass er dauerhaft mit einem solchen Bestand ganz vorne in der Spitze fliegen kann, ohne in der Saison sehr regelmäßig Medikamente einzusetzen gegen all die verschiedenen Zipperlein, die unsere Tauben nun einmal bekommen können. Tauben sind Schwarmtiere. Sie trinken aus den gleichen Tränken und fressen aus dem gleichen Trog und bei aller Hygiene laufen sie im gleichen Kot herum und sie sitzen dann noch ein Mal wöchentlich im gleichen Kabi mit vielen anderen Tauben (und teilweise in der gleichen Box mit Tieren, die nicht aus dem eigenen Bestand kommen) und die Infektionsgefahr ist dann immer gegeben. Wer aber in der absoluten Spitze dauerhaft spielen will und den Brieftaubensport vielleicht auch ein Stück weit kommerziell betreibt, der kann es sich bei der heutigen Leistungsdichte gar nicht leisten, dass die Tauben ein oder zwei Flüge schwächeln, weil sie vielleicht eine kleine Infektion haben. Und so arbeiten halt viele Sportfreunde während der Reise sehr regelmäßig mit Medizin. Leider wird damit nur bedingt ehrlich umgegangen und das öffnet dann den Raum für diverse Spekulationen und leider auch für Sportfreunde, die nicht so erfolgreich sind und immer wieder glauben, dass sie nur Medikament X oder Y haben oder geben müssten, um erfolgreicher zu sein. Letzteres ist aber ein großer Trugschluß und ich denke, dass man die Reise sehr wohl auch sehr erfolgreich ohne ständige Medikamentengaben bestreiten kann. Dann muss aber vieles - um nicht zu sagen : alles - zusammen passen. Aber es ist machbar. Dazu muss man aber sehr offen und ehrlich miteinander kommunizieren und umgehen und manchmal ist es auch ein anstrengender Weg.
 

Sonntag, 04.01.2026
Sascha am 04.01.2026 um 07:51 (UTC)
 Neben den Beiprodukten, die für die Versorgung unserer Tauben ernährungsphyiologisch wichtig sind, wie zusätzliche Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und bestimmten Eiweißen, gibt es von den Anbietern eine nahezu unüberschaubare Anzahl an Mitteln, welche sich positiv auf die Gesundheit der Tauben auswirken sollen.
Es gibt Produkte für die Atemwege oder den Magen- und Darmtrakt oder Produkte, die das Immunsystem stimulieren sollen und vieles mehr. Oftmals sind diese Beiprodukte auf Basis von Kräutern oder von bestimmten Säuren hergestellt oder es sind Mittel, die Pre- und Probiotika enthalten.
Ob diese Mittel jeweils wirklich einen Nutzen haben kann man als Züchter nur bei dauerhafter und regelmäßiger Anwendung für den eigenen Bestand beurteilen.
Man kann als Versorger der Tauben nicht erwarten, dass man so ein Beiprodukt verfüttert und sich schnell und unmittelbar etwas bei den Tauben verbessert, je nachdem welche Problematik man angehen möchte.
Viele Schwierigkeiten im eigenen Bestand lassen sich schon durch eine Veränderung des Schlagmilieus verbessern. Regelmäßige Hygiene im Schlag, in den Tränken (z.b. durch Reinigung und häufiges Trocknen der Tränken und einen entsprechenden Austausch) und Sauberkeit in den Futtertrögen sorgen schon für einen insgesamt geringeren Infektionsdruck.
Regelmäßige Probleme im Bestand mit den Atemwegen der Tauben lassen sich oftmals durch bauliche Veränderungen am Schlag verbessern (notfalls mit Hilfe von Schlagbauexperten) und häufig verhilft auch schon eine reine Reduzierung des Schlagbesatzes zu weniger gesundheitlichen Problemen im Bestand.
Bei unseren Tauben sollten wir immer daran denken, dass sie Schwarmtiere sind, die relativ dicht und eng beieinander und miteinander leben. Entsprechend höher ist der Infektionsdruck, wenn etwas am Schlag nicht stimmt, die Hygiene nicht ausreichend ist oder der Besatz im Schlag einfach zu dicht ist und entsprechend schneller können sich Krankheiten über die Luft, die Tränke und den Kot ausbreiten.
Am Ende ist es immer eine Überlegung welche Infektionen im eigenen Bestand Schwierigkeiten bereiten. Wo sind die Schwachstellen, was kann man auf welchem Weg verbessern?
Wenn der Schlag funktioniert, nicht zugig ist, trocken und sauber, wenn allgemein die Hygiene stimmt und nicht zu viele Tauben in diesem Schlag sitzen, dann sollten rund um das Jahr eigentlich keine größeren Probleme in einem Bestand auftreten. Dann sollte es möglich sein, dass die Tauben gesund bleiben ohne dass man beispielsweise regelmäßig Medikamente einsetzen muss.
Ein Zuchtbestand, in den nicht ständig viele neue, fremde Tauben aus vielen unterschiedlichen Beständen eingeführt werden und bei dem die Schlagbedingungen stimmen muss eigentlich mit einer angemessenen Versorgung wie ich sie gestern beispielhaft beschrieben habe, ohne Medikamentengaben über das Jahr gesund zu halten sein. Zuchttauben haben lediglich die Aufgabe pro Jahr zwei, drei oder vier Runden Jungtiere aufzuziehen. Das sollte ihnen ohne medikamentöse Behandlungen möglich sein. Ein passendes Impfschema (v.a. Paramyxo als Pflichtimpfung, aber auch Paratyphus oder Pockenimpfungen oder die Impfung gegen Rotaviren) erleichtert hier schon einiges. Darüber hinaus kann man Erreger wie Trichomonaden oder Kokzidien oder krankmachende Colibakterien durch den regelmäßigen und gezielten Einsatz bestimmter Beiprodukte sehr gut beschränken.
Wenn man auch die Zuchttauben ein oder zwei Mal jährlich tierärztlich durchchecken lässt weiß man eigentlich ob grundsätzlich bestimmte Probleme im Zuchtbestand vorliegen.
Haben die Tauben immer wieder zu viele Trichomonaden, dann kann es hilfreich sein das Trinkwasser sehr regelmäßig mit einem geeigneten Produkt anzusäuern oder auch mit anderen Präparaten auf Basis natürlicher Wirkstoffe gegen die Trichomonaden zu arbeiten. Haben die Tauben immer mal wieder Kokzidien (die sich gerade in Gartenschlägen kaum wirklich beseitigen lassen auf die Dauer), dann vermindert vielleicht ein regelmäßiger Einsatz eines Produktes auf Oregano-Basis die Ausscheidung und den Infektionsdruck. Salmonellen oder Colibakterien können auch mit bestimmten Fettsäuren in ihrer Vermehrung und Ausbreitung gehindert werden.
An dieser Stelle ist es wichtig seinen Bestand und seinen Schlag zu kennen. Wo liegen die Schwierigkeiten? Was kann ich tun?
Ich hatte vor ein paar Wochen geschrieben, dass ich in diesem Herbst begonnen habe die Tauben sehr regelmäßig mit den Produkten Usnea-Plus und Bony Previsal von Tierarzt Peter Boskamp zu versorgen. Der ganze Bestand erhält diese Mittel zwei Mal in der Woche und ich erhoffe mir damit v.a. Trichomonaden einzudämmen und die Darmgesundheit hinsichtlich Colibakterien etc. zu stärken. Bisher machen die Tauben damit für mich einen sehr guten Eindruck. Sie sehen gut aus, der Kot sieht gut aus. Es scheint alles ok. Ich werde aber in einigen Wochen noch Tauben bei Tierarzt Boskamp vorstellen und zuvor schon Kotproben untersuchen lassen und dann werde ich wissen, ob die Gabe dieser Beiprodukte in unserem Bestand hinsichtlich Trichomonaden, Kokzidien (mit denen wir allerdings selten wirklich Probleme im Bestand haben) oder anderen Erregern im Darmtrakt etwas Positives bewirkt haben. Danach kann ich dann entscheiden ob ich in der Form weiter mache mit der Versorgung oder etwas ändern muss. D.h. die Zuchttauben bekommen die Grundversorgung, wie ich sie gestern schon beschrieben habe und dazu diese beiden gerade genannten Beiprodukte und mehr nicht. Damit sollten sie demnächst gut paaren, legen und gesunde Jungtauben aufziehen. An der Stelle mache ich mir sehr wenig Sorgen.
Eine etwas andere Situation gibt es bei den Reisetauben. Über den Winter sollte man auch sie auf recht einfachem Weg gesund halten können. Aber während der Reisezeit ist die Belastung und der Infektionsdruck (v.a. im Kabinenexpress) doch um einiges höher. Ob man da auch mit den genannten Produkten oder anderen Mitteln immer zurecht kommt, ist fraglich. Besonders die Atemwege der Tauben sind in der Reisezeit einer ganz anderen Belastung ausgesetzt. Ich werde in Kürze einmal darstellen wie wir hier vor und während der Reisesaison in dieser Hinsicht mit den Tauben umgehen.
 

Samstag, 03.01.2026
Sascha am 03.01.2026 um 06:36 (UTC)
  den vergangenen Tagen haben mich zwei Sportfreunde kontaktiert und mich zu den Produkten von Dr. Marien befragt. Wo man sie bekommt, was sie kosten, ob der Sirup gut ist und man ihn auch als Weitstreckenspieler gezielt einsetzen kann usw.
Ich möchte dazu aus meiner Sicht mal etwas schreiben. Jeder, der hier regelmäßig liest wird mitbekommen habe, dass ich nicht so sehr davon überzeugt bin, dass eine Brieftaube neben dem Körnerfutter und Mineralien und vielleicht ab und an etwas Grünzeug sehr viel nötig hat um gute Zucht- oder Reiseleistungen zu bringen. Eine Taube sollte rundum gesund sein und dann muss man ihr nicht viele Dinge zusätzlich geben, damit sie leistungsfähig ist.
Was benötigt eine Brieftaube wirklich zusätzlich zum Futter? Sicherlich Mineralien. Die bekommen sie bei uns in Form der Picobal-Gritmischung und mit Pickstein und dazu eben mit dem roten Mineralpulver von Dr. Marien. In diesem Mineralpulver sind auch einige Vitamine enthalten und in Form der eingemischten Bierhefe ein paar Aminosäuren. Ich denke, dass eine Taube in der Natur auch immer wieder tierisches Eiweiß aufnimmt, also Schnecken und Würmer. Dieses tierische Eiweiß bekommt sie bei uns eben durch die im Mineralpulver enthaltene Bierhefe und durch das Konditionspulver, in dem Fischmehl und Molkepulver enthalten ist, ebenso wie wiederum einige Vitamine.
Das bedeutet also: durch den Einsatz von Mineral- und Konditionspulver (bei uns mit wird es mit flüssiger Bierhefe und/oder Gemüsemix an das Futter gerührt) haben die Tauben alles was sie zusätzlich brauchen: Vitamine, Mineralien, und tierisches Eiweiß (Aminosäuren). Mehr benötigt eine Brietaube in der Regel nicht, wenn sie dazu gutes und ausgewogenes Futter erhält.
In der Reisezeit kann man dann noch den Sirup von Dr. Marien einsetzen um die besondere Beanspruchung in der Reise ein wenig zu kompensieren. Letztlich ist dieser Sirup ein Mineralienpräparat, dass v.a. auch Eisen enthält. Eisen wiederum ist notwendig, damit ausreichend rote Blutkörperchen gebildet werden können und der Sauerstofftransport über diese roten Blutkörperchen gewährleistet bleibt (vereinfacht gesagt). Der Sirup ist lt. Dr. Marien so zusammen gesetzt, dass die enthaltenen Mineralien und das Eisen besonders gut aufnehmbar sind.
Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir selbst auch schon Reisejahre hatten, in denen ich gar keinen Sirup gegeben habe und da die Empfehlung lautet ihn alle drei bis vier Wochen einzusetzen, hatten wir auch schon Jahre, in denen ich es gelegentlich vergessen habe ihn regelmäßig zu geben. Es war am Ende auch nicht schlechter hinsichtlich der Ergebnisse.
Man bekommt die drei Produkte in der Praxis von Dr. Marien oder bei ihm direkt, wenn er irgendwo unterwegs ist um Tauben zu untersuchen. Letzteres wird leider immer weniger, denn Dr. Marien reist nicht mehr so viel herum. Die Kosten sind relativ moderat im Vergleich zu vielen anderen Produkten (meistens so um die 20 Euro - genau habe ich es nicht im Kopf).
In Deutschland gibt es hier und da auch Futtermittelhändler, die in gutem Kontakt zu Dr. Marien stehen und die seine Produkte besonders zur Reisezeit hin dann verkaufen. Gerne auch mal mit einem deutlichen finanziellen Aufschlag auf den normalen Preis.
Wir setzen diese Beiprodukte ein, weil es einfach ist und für uns funktioniert. Seit mehr als 15 Jahren bekommen unsere Tauben ein oder zwei Mal in der Woche das Mineral- und Konditionspulver. Rund um das Jahr, in der Reise-, Mauser, Zucht- und Winterzeit. Es ist immer gleich und ich denke damit sind die Tiere sehr gut versorgt.
Es sind aber keine Wundermittel. Ich glaube an so etwas nicht. Ich gebe sie, weil die Tauben neben den Körnern noch etwas mehr für eine gesunde Ernährung brauchen und damit hat es sich. Wie gesagt: Tauben benötigen zusätzlich Mineralien, Vitamine und die ein oder andere Aminosäure in Form von tierischem Eiweiß (v.a. Methionin und Lysin).
Wenn ich die Produkte von Dr. Marien einmal nicht mehr bekommen könnte, dann hätte ich aber auch kein Problem damit auf Mittel anderer Firmen zurück zu greifen, die ganz ähnlich zusammengestellt sind und würde damit dann genauso weiter machen wie bisher. Ich würde nur das Produkt austauschen und sonst gar nichts ändern.
In diesem Frühjahr werde ich z.b. bei unseren Jungtauben einmal ein anderes Produkt testen. Ich werde irgendwann später darüber schreiben und meine Erfahrungen berichten. Es soll ganz ähnlich funktionieren wie die Mittel von Dr. Marien. Genauer gesagt sind es zwei Beiprodukte, die am Ende ähnlich zusammen gestellt sind und ähnliche Wirkung haben sollen. Ich bin auf den Versuch schon gespannt.
Ich denke man muss sich um Beiprodukte nicht so viele Gedanken machen. Es gibt hunderte gute Mittel am Markt von denen man sich zwei, drei aussuchen sollte nach den geschilderten Bedürfnissen der Tauben und wenn man diese dann konsequent und regelmäßig gibt, dann haben die Tauben auch alles was sie benötigen um gesund und leistungsfähig zu sein.

 

Donnerstag, 01.01.2026
Sascha am 01.01.2026 um 17:10 (UTC)
 Wie fast immer in den vergangenen Jahren habe ich die Silvesternacht auf der Arbeit verbracht. Da lässt sich für mich diese sinnlose und völlig überflüssige Knallerei am besten ertragen. Immerhin haben unsere Tauben alles schadlos überstanden. Ich hoffe alle Taubenfreunde sind gut ins neue Jahr gekommen und erfreuen sich, genauso wie ihre Tauben, bester Gesundheit!
Es dauert nun nicht mehr so lange und dann merkt man auch wirklich, dass die Tage wieder heller werden. Das ist für die Versorgung der Tauben angenehmer, weil einfach mehr Zeit bleibt vor oder nach der Arbeit. Insgesamt sehen unsere Tauben mit der aktuellen Versorgung auch und in Kürze erfolgt dann endlich die Impfung gegen PMV bei den Zuchttauben. Bis zur Anpaarung ist dann noch Zeit genug.
Auch aktuell sind hier die Temperaturen immer rund um den Gefrierpunkt, sodass es nicht allzu kalt ist und die Tauben mit einer relativ geringen Futtermenge zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Gramm täglich von unserer Wintermischung gut zurecht kommen. Mehr brauchen sie nicht und bei einer stärkeren Fütterung würden sie nur Fett ansetzen.
In der Winterzeit nehme nur ab und an mal eine Taube in die Hand um das Gewicht zu kontrollieren. Heute habe ich das mal wieder getan und dabei einmal mehr auch festgestellt, dass es Tauben gibt, die sich auch körperlich einfach sehr spät entwickeln. Ich nahm zwei Nestbrüder in die Hand, die in 2025 jährig waren. Sie hatten ordentlich geflogen. Insgesamt waren sie mir aber immer ein wenig klein. Als ich die Tauben heute in die Hand nahm, habe ich mich sehr gewundert wie sie sich noch entwickelt haben und insgesamt noch gewachsen sind, sodass ich sie nun gar nicht mehr als klein bezeichnen würde. Das ist mir bei Nachzucht aus dem Vater der Tauben schon einmal aufgefallen. Ich finde es keinen Nachteil wenn man solche "Spätentwickler" in seinem Bestand hat.
In gut einer Woche findet hier am Wochenende vom 9. bis zum 11, Januar wieder unsere RV-Ausstellung statt. Leider kann ich arbeitsbedingt in diesem Jahr kaum daran teilnehmen und habe daher auch keine Tauben für die Ausstellung gemeldet. Es bringt nichts, wenn man die Tauben freitags mittags schon abgeben muss und sie erst montag nachmittag wiederholen kann. Das möchte ich nicht.
 

Mittwoch, 31.12.2025
Sascha am 31.12.2025 um 16:16 (UTC)
 Allen Lesern dieses Blocks und allen Taubenfreunden wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr! Für das Jahr 2026 wünsche ich euch und euren Tauben viel Gesundheit und Erfolg und weiter viel Freunde und Spaß an unserem Hobby!

 

Dienstag, 30.12.2025
Sascha am 30.12.2025 um 17:14 (UTC)
 In der aktuellen "Brieftaubensport International" findet sich ein Schlagbericht zur Sportfreundin Annick Goeteyn aus Deinze in Belgien. Im Jahr 2013 war ich mit zwei weiteren Sportfreunden dort zu Besuch. Damals reiste Annick noch gemeinsam mit ihrem Ehemann. Inzwischen hat sich das Paar schon vor einiger Zeit getrennt und Annick macht als Profi im Brieftaubensport alleine weiter - und das sehr erfolgreich, wie auch in dem ausführlichen Artikel dargestellt wurde.
Ich kaufte in 2013 insgesamt drei Tauben dort, wovon sich über die Jahre zwei Brüder ais ausgezeichnete Vererber herausstellten. Einer der beiden Brüder hat unseren heutigen Bestand durch seine Vererbungskraft, insbesondere mit Töchtern unserer Stammtäubin 2933, wirklich nachhaltig geprägt. Er sitzt auch immer noch in unserem Zuchtschlag und hat im vergangenen Jahr nach Anlaufschwierigkeiten wieder noch einige Gelege befruchtet. Die Kinder daraus sitzen in einer Voliere und werden später in der Zucht hier ihre Verwendung finden.
Ich hatte schon zwei, drei Jahre im Kopf einmal wieder den Versucht zu starten von Annieck Tauben einzuführen, weil die Leistungen dort von Jahr zu Jahr in meinen Augen immer noch besser wurden.
In diesem Sommer 2025 habe ich nun ein junges Weibchen dort gekauft. Es war nicht ganz billig und es war auch die einzig eingeführte Taube, die von einem Schlag kommt, der - so ehrlich möchte ich sein - einen großen Aufwand betreibt und die Tiere professionell führt. Das spiegelt sich auch im Preis für eine Taube wider. Aber ich bin hoffnungsfroh, dass uns auch dieses Weibchen künftig in der Zucht weiterbringt.
Annieck hat einen sehr durchgezüchteten Stamm auf Basis von Tauben, die sie über viele Jahre direkt von Gaby Vandenabeele bekommen hat. An diesen Stamm versucht man andere Tauben zu kreuzen und trotzdem immer die Linie zu halten. So wie ich es hier auch versuche und ihr gelingt das sehr gut und erfolgreich. So stellt man z.b, wie in dem Artikel in der "Brieftaubensport International" auch dargestellt z.b. die 1. AS-Tauben in Belgien auf der kleinen Mittelstrecke mit "Power Louise". Diese kommt väterlicherseits wieder direkt aus dem Vandenabeele-Stamm. Weitere tolle Erfolge wie zwei Intervprovizial-Siege oder auch Siege bei OLR-Rennen konnte man dort ebenfalls erringen.
Als ich im Sommer die Täubin kaufte war das in dieser Form noch nicht absehbar. Ich hatte aber schon geahnt, dass das Reisejahr 2025 für Annieck wieder sehr erfolgreich wurde. Insofern bin ich vorsichtig optmistisch, dass auch dieses Weibchen uns in der Zucht weiterhilft. Sie stammt immerhin noch direkt aus den Stammlinien und hat schon sehr gute Geschwister, die sich in der Reise ausnehmend gut gezeigt haben. So wird an dieser Taube eigentlich sehr gut deutlich was ich hier für die Zucht suche: Tauben, die zu unseren vorhanden Tauben in den Linien passen aus Schlägen die nach Möglichkeit sehr erfolgreich sind und noch aufstreben und dann direkt aus sehr guten Zucht- oder Reisetauben

 

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