Brieftauben Mimberg

NEUIGKEITEN

Brieftauben-Mimberg bei Facebook *Klick*
Samstag, 28.03.2026
Sascha am 28.03.2026 um 05:58 (UTC)
 Gestern nachmittag war das Wetter mal wieder etwas besser und die nun getrennten Vögel konnten in den Freiflug. Einige Tauben bewegen sich schon ganz gut, andere sitzen überwiegend im Schlag. Ich müsste eigentlich hingehen und die Vögel heraustreiben und kurze Zeit die Ausflüge schließen, damit sie erst einmal wieder wissen um was es geht. Aber aufgrund der Greifvogelsituation ist das doch sehr schwierig und nicht wirklich ideal. Heute soll dann auch das Wetter wieder schlechter werden. Es sind mehr Regen und Wind vorhergesagt und von den Temperaturen möchte ich gar nicht sprechen. Die sind fast winterlich. Alles in Allem ist es nicht so einfach in diesem Jahr die Tauben schnell fit zu bekommen.
Zu meinem gestrigen Beitrag hat mir ein Züchter gemailt und mir für die Saisonvorbereitung eine sehr leichte und rohfaserreiche Futtermischung mit wenig Fett und relativ wenig Eiweiß empfohlen. Ich weiß, dass viele Sportfreunde das so praktizieren. Ich könnte unseren Tauben auch jetzt noch mit der leichten Wintermischung versorgen. Aber ich halte das für nicht zielführend. Zum Einen ist es immernoch sehr kalt in der Nacht und am Tag. Die Tauben brauchen alleine für ihre Grundversorgung schon mehr an Energie als wenn es wärmer wäre. Zum anderen müssen sie auch Subsanz aufbauen. D.h. sie müssen die Muskulatur wieder entwickeln und die Bänder, Sehnen und Gelenke müssen geschmeidig werden und bleiben. Dazu bedarf es aus meiner Sicht schon etwas mehr als eine kohlehydratreiche und leichte Mischung. Mit so einem leichten Futter bekommt man die Tauben selbstverständlich schneller und ausgiebiger ans Trainieren. Wir haben das selbst vor vielen Jahren auch schon praktiziert. Aber wenn man dann den Zeitpunkt verpasst die Tauben gehaltvoller zu füttern, dann besteht immer die Gefahr, dass sie schon ein körperliches Defizit aufbauen und dann kommt der Einbruch nach den ersten schwereren Flügen ab Mitte der Saison.
Ich versuche eine Reisesaison, die immerhin 14 oder 15 Wochen dauert eher vom Ende her zu denken und die Tauben so zu versorgen, dass sie jetzt langsam aufgebaut werden und immer so versorgt werden, dass sie keinen Mangel erleiden.
Das zweite Problem sind, gerade bei Witwervögeln, die Schiefflieger. Einerseits ist das einfach eine Sache des Gewichts und der Gesundheit. Zu schwere Tauben werden leichter mal Schiefflieger. Andererseits ist es so, dass sehr leichte Tauben oft zu schnell anfangen zu stark zu trainieren. Und dann gibt es ebenfalls schnell Muskel- oder Gelenksverletzungen. Insofern neige ich auch hier dazu alles etwas langsamer anzugehen. Füttert man die Tauben gehaltvoller, dann trainieren sie nicht so wild und es kann erst einmal ein gewisser Aufbau stattfinden.
Vor vielen Jahren habe ich in der Saisonvorbereitung mal mit der Mischung Premium Start von Matador gearbeitet. Eine sehr leichte und kohlehyratreiche Futtermischung. Die Tauben flogen sehr schnell richtig gut am Haus. Aber an zwei kalten Tagen mit blauem Himmel, an denen die Tauben schon mit viel Tempo und hoch am Himmel flogen, fielen uns innerhalb kurzer Zeit vier jährige Vögel wie Steine vom Himmel und hatten die Schieffliegersymptomatik. Ich habe damals diese Tauben untersuchen und zwei sogar sezieren lassen. Es gab seinerzeit eine kleine Studie durch die Taubenklinik unter Leitung von Dr. Kamphausen. Aber herausgekommen ist sehr wenig. Die Vögel waren ansonsten gesund und Dr. Kamphausen sagte mir später: "Die waren zu schnell zu fit. Tauben wissen nicht, dass sie ein halbes Jahr festgesessen haben und langsam mit dem Training beginnen müssen." Er riet mir dann die Tauben etwas langsamer und mit etwas gehaltvollerem Futter an die Aufgaben heranzuführen.
Ich habe auch mal Versuche gemacht vor langer Zeit in denen ich die Tauben vor der Reise relativ viel mit einem Eiweiß- und Aminosäuren-Pulver versorgt habe. Das Futter war damals auch relativ leicht. Im Ergebnis wurden die Tauben rund wie Kanonenkugeln und sahen toll aus. Aber auch da gab es zu große Schwierigkeiten mit Schieffliegern.
Insgesamt fahren wir hier am Besten damit die Tauben lansgam aufzubauen mit einem gehaltvollen Futter mit relativ viel Eiweißkomponenten und dazu Mais für die Kohlehydrate. Beiprodukte gibt es kaum. Mineralien gibt es reichlich und ich achte v.a. auch darauf, dass die Tiere immer viel Magnesium aufnehmen können. Aber es gibt zusätzlich ansonsten fast kein Eiweiß, fast keine Vitamine oder sonst irgendwelche Produkte, die den Stoffwechsel anregen sollen. Wir lassen es hier ganz bewusst recht langsam angehen, weil wir es insgesamt für besser für die Tauben und es für zielführender mit Blick auf die ganze Saison halten.
Ob das Vorgehen so richtig ist kann ich dann am Ende der Saison sagen. Jeder Züchter kann das nur anhand von Erfahrungswerten tun und ich wiederhole an der Stelle das, was ich gestern schon schrieb: wissenschaftlich belastbare Daten gibt es nicht. Wir wissen alle nicht was die Tauben nach der langen Zeit des Festsitzens benötigt. Es wäre viel besser wenn solche Dinge einmal untersucht würden.
 

Freitag, 27.03.2026
Sascha am 27.03.2026 um 07:55 (UTC)
 Es ist etwas mehr als 40 Jahre her als ich an einem Wintertag von der Schule kam. Auf dem Hof unseres Nachbarn lagen Federn und als ich genauer nachschaute, sah ich, dass der Habicht auf einer Taube saß. Es war "mein 626". Dieser Vogel war zu der Zeit mein Liebling. Ein kleiner, schöner Blauscheck. Ein Vereinskollege hatte zu meinem Vater gesagt, als er den "626" als Jungtier oder Jährig in die Hand nahm: "Den kannst du gleich weg machen. Der ist zu klein." Mein Vater behielt die Taube, weil sie mein Liebling war, aber auch, weil sie einfach gut war. Der Vogel flog bis zu seinem Ableben mehrfach zweistellig mit frühen Preisen.
Damals ließen wir die Tauben im Winter noch immer mal nach draußen zum Freiflug, aber die Verluste wurden immer größer. Nach dem Tod des "626" beschlossen wir die Tiere im Winter nicht mehr frei fliegen zu lassen.
So ist es bis heute geblieben, wenngleich ich in einigen, wenigen Jahren doch mal Tauben ab und an herausgelassen habe. So zwei Mal in der Woche. Es gab Jahre da ging es mit relativ geringen Verlusten und es gab Jahre, da mussten wir sie schnell wieder festsetzen, weil die Greifvögel ständig Tauben angriffen, verletzten und töteten.
In den letzten Jahrzehnten sind immer mehr Sportfreunde in immer mehr Regionen Deutschlands dazu übergegangen die Tauben im Winter fest zu setzen um Verluste durch die Greifvogelüberpopulation zu vermeiden.
Betrachtet man es genauer, dann ist das eigentlich ein riesiger Fehler, den wir alle machen. Wir lassen Hochleistungssportler vier, fünf oder sechs Monate nur auf der Stange sitzen und schränken ihre Bewegung massiv ein. Das kann für den Körper der Tauben nicht gut sein und auch nicht für ihren Geist und ihre Orientierungsfähigkeit.
Dann kommen die Tauben, je nach Region, Ende Februar oder Anfang bis Mitte März (oder teilweise noch später) wieder nach draußen und schon kurze Zeit später gehen die Vor- und Wettflüge wieder los. Die Flüge beginnen teilweise und unsinnigerweise noch früher als zu Zeiten in denen die Tiere im Winter Freiflug bekommen konnten. Das Zeitfenster zu den Flügen ist oftmals extrem klein - wahrscheinlich zu klein und zu kurz.
Nach dem langen Festsitzen im Winter ist die Saisonvorbereitung eigentlich die Wichtigste Zeit im Taubenjahr. Wenn die Tiere in diesem kurzen Zeitfenster nicht gesund sind und eine gewisse Fitness und Form aufbauen, dann kann man das folgende Reisejahr im Grunde genommen schon vergessen. Die Leistungen werden nicht zufriendenstellend sein und wahrscheinlich die Verluste auch größer als nötig.
Was mich allerdings sehr wundert in unserem Brieftaubensport ist die Tatsache, dass die Futtermittelhersteller und die Produzenten von Beiprodukten so wenig auf dieses so wichtige Zeitfenster im Frühjahr zwischen den ersten Freiflügen und den Vor- und Preisflügen eingehen.
Für mich ist diese Zeit die wohl wichtigste Phase der Saison. Jetzt werden die Grundlagen für ein erfolgreiches Reisejahr gelegt. Die Tauben müssen in sehr kurzer Zeit Kondition aufbauen, Muskeln wieder aufbauen, den ganzen Stoffwechsel extrem hoch fahren und auch ihre Orientierung und ihr Heimfindevermögen wieder schärfen.
Es gibt Züchter, die lassen ihre Reisetauben irgendwann im Frühjahr Junge ziehen, andere (so wie wir) züchten nicht, sondern führen die Tauben trocken (einige Sportfreunde paaren ein mal die Tauben an, andere zwei Mal, einige lassen jeweils nur kurz brüten, andere länger oder lassen überbrüten). Diese teils so unterschiedlich geführten Tauben haben allesamt andere körperliche Voraussetzungen wenn die Trainingsphase beginnt und auch während der Trainigsphase. Sie müssen eigentlich völlig anders versorgt und aufgebaut und an ihr Leistungsvermögen herangeführt werden.
Von den Herstellern der Beiprodukte oder der Futtermittelindustrie gibt es allerdings für diese Zeit überhaupt keine angepassten Empfehlungen. Da heißt es stets nur: "Ihr müsst die Tauben an die Produkte gewöhnen, die ihr in der Reisesaison geben möchtet." oder dass dieses oder jenes Mittel gut sei für den Formaufbau oder die Verbesserung der körperlichen Verfassung. Die Futtermittelfirmen empfehlen eine Gewöhnung an die Reisemischungen, die man verwenden möchte, aber Studien dazu was die Tiere nun wirklich brauchen scheint es nicht zu geben.
Es gibt Züchter, die füttern ihre Tauben jetzt extrem leicht damit sie Gewicht verlieren und um Schiefflieger zu vermeiden. Andere Sportfreunde füttern sehr gehaltvoll (wir tun das auch - darauf werde ich morgen noch zurückkommen) um die Tauben nicht zu schnell an Substanz verlieren zu lassen und sie langsam aufzubauen.
Aber was ist richtig? Was benötigen die Tiere nun an Beiprodukten? Brauchen sie mehr Vitamine oder Mineralien oder Aminosäuren als zu anderen Zeiten des Jahres? Benötigen sie vielleicht eine völlig andere Versorgung um ihre Form aufzubauen als später, wenn die Reiseform und die Flugverfassung wirklich da ist? Keiner kann das wirklich sagen. Letztlich arbeiten wir alle nur mit Erfahrungswerten und unserem Gefühl als mehr oder weniger erfahrene Brieftaubenzüchter..
Ich finde das schade, denn der Brieftaubensport ist inzwischen teilweise auch Hochleistungssport. Kein menschlicher Leistungssportler würde sein Trainingsprogramm nur auf Erfahrungswerten aufbauen. Da steckt eine ganz gezielte Wissenschaft dahinter. Das ist für unseren Sektor Brieftaubensport so natürlich kaum möglich und umsetzbar und vielleicht müssten wir jede Taube auch noch individuell anders versorgen, wenn wir es optimal machen wollten, weil jedes Tier indivieduell anders ist. Aber ich würde mir schon wünschen dass es in dieser Hinsicht einfach mehr Untersuchungen gibt.
Ich mache mir über diese Dinge sehr gerne viele Gedanken weil ich denke, dass in diesem Bereich noch sehr viel Potenzial liegt um die Tauben besser in Form zu bringen und optimal an ihre individuelle Leistungsfähigkeit heran zu führen Ich möchte morgen mal beschreiben wie wir es hier versuchen. Hier ein Foto des Futters wie die Tauben es nun in der Vorbereitung bekommen bis ich kurz vor den Vorflügen auf die Reisemischungen umstelle.

 

Donnerstag, 26.03.2026
Sascha am 26.03.2026 um 14:27 (UTC)
 Heute gehen hier immer wieder kräftige Graupel- und Schneeschauer herunter. Ein Freiflug der Tauben ist da kaum möglich. Nach dem Trennen der Tauben sitzen die Vögel aber ohnehin noch auf dem Nest und insofern würden sie auch den Freiflug nicht nutzen. Sollte das Wetter morgen besser sein können die Vögel dann wieder nach draußen. Heute morgen, als die Schauer eine kleine Pause machten, schoss während ich im Garten stand ein Sperber über mich hinweg. Bei diesem Wetter haben die Greifvögel doch immernoch extrem Hunger.
Da die Reisevögel nun auf Witwerschaft sind werde ich morgen noch einmal die Schläge richtig reinigen, die Nistschalen abräumen und Staubsaugen und dann wird es Zeit, dass sie regelmäßig fliegen und so etwas wie Form aufbauen können. Wichtig wäre dazu aber auch, dass das Wetter sich bessert und es wärmer wird. Ansonsten wird es schwierig.
Unsere Dachbodenschläge sind da insgesamt sogar noch ein Vorteil, denn sie sind immer etwas wärmer und bekommen immer etwas mehr Sonne - wenn sie denn scheint - als Gartenschläge. Am Ende ist immer Geduld gefragt. Erzwingen kann man gar nichts.
Vor knapp zwei Wochen hatten wir unsere RV-Versammlung über die ich hier kurz berichtet habe. Letztlich durften wir einem Reiseplan zustimmen - oder eben nicht - der im Regionalverband so besprochen wurde. Gestern wurden schon wieder Nachrichten herumgeschickt bzgl Änderungen am Reiseplan hinsichtlich des Endfluges. Unabhängig davon wie das nun wieder zustande gekommen ist frage ich mich, warum wir überhaupt noch Versammlungen veranstalten, wenn schon zwei Wochen später wieder Änderungen an den Beschlüssen vorgenommen werden müssen. Man kann es sich weitgehend schenken an den Versammlungen teilzunehmen und sich stattdessen besser zwei, drei Stunden zwischen seine Tauben setzen. Nach Ende des Reisejahres wird von den Beschlüssen hinsichtlich des Reiseplans sowieso nicht viel übrig bleiben.





 

Dienstag, 24.03.2026
Sascha am 24.03.2026 um 17:32 (UTC)
 So wie es aktuell scheint wird morgen eher kein Freiflug für die Tauben möglich sein. Da nun in Kürze die ersten Paare ohnehin überbrütet haben und von den Gipseiern laufen werden, werde ich morgen früh dann die Tauben trennen. Dann können die Vögel noch den ganzen Tag auf ihrem Gelege sitzen, da sie am Nachmittag vermutlich ohnehin nicht nach draußen kommen. Ich werde dann auch die Zeit nutzen alle Tauben nochmals mit Frontline gegen Parasiten zu behandeln, wobei letztens bei der Untersuchung bei Dr. Boskamp ohnehin keine zu sehen waren und auch mir nie Federlinge etc aufgefallen sind, wenn ich zuletzt Tauben in die Hand nahm.
Die weiteren Freiflüge bestreiten die Reisevögel dann erst einmal noch mit einem sehr reichhaltiten Zuchtfutter in der Versorgung bevor ich dann etwa gegen Ostern auf die Versorgung mit unserem Reisefutter umstelle. Ich habe hinsichtlich Futterumstellungen überhaupt keine Bedenken. Zu keinem Zeitpunkt habe ich, selbst wenn ich einmal von einem auf den anderen Tag die Mischungen völlig verändert habe, irgendetwas Negatives feststellen können. Ich denke eher, dass es den Tauben, wenn überhaupt, in ihrem ganzen Stoffwechsel Probleme machen könnte, wenn sie täglich andere und verschiedene Beiprodukte über das Futter oder das Wasser bekommen.
Im Zuchtschlag legen nun die ersten Weibchen die Eier des zweiten Geleges. Die Aufzucht der ersten Runde ist ausgezeichnet gelungen bis jetzt. Die Tiere liegen schön in ihren Schalen, der Kot sieht gut aus, sie sind immer gut versorgt. Es dauert jetzt nur noch ein paar Tage, dann können sie abgesetzt werden. Ich bin damit in diesem Jahr ein bißchen früher dran, weil unsere RV beschlossen hat die Trainings- und Vorflüge für die Jungtiere auch etwas früher zu beginnen als in den letzten Jahren. Aber das ist jetzt alles noch Zukunftsmusik. Erst einmal stehen deutlich die Alttauben und die Altreise im Vordergrund. Es gilt jetzt die Vögel so in Verfassung zu bringen, dass sie demnächst die Vorflüge ordentlich bestreiten können. Dazu werde ich jetzt bald auch auf eine zweimalige Fütterung pro Tag umstellen. Aktuell erhalten die Reisevögel und die Weibchen noch ein Mal täglich Futter. Aber mit einer zweimaligen Fütterung wird dann auch der Stoffwechsel noch ein wenig hochgefahren und so soll dann langsam der Formaufbau gelingen.
 

Montag, 23.03.2026
Sascha am 23.03.2026 um 07:01 (UTC)
 Gestern konnten die Tauben erstmals in diesem Frühjahr fliegen ohne dass sie zwischenzeitlich von einem Greifvogel attackiert wurden. Bei tollem Frühlingswetter war es für Tauben und mich als Züchter wirklich sehr angenehm. Es wäre schön, wenn es so bliebe. Aber ich mache mir da keine Illusionen, zumal ab übermorgen das Wetter deutlich umschlagen wird. Schon ab Mittwoch morgen erwartet und hier böiger , stürmischer Wind und immer wieder Schauer, die dann auch teilweise in Schnee übergehen können. Deswegen hoffe ich, dass die Tauben zumindest heute und morgen noch einmal ungestört am Haus trainieren können.
Ein Sportfreund aus unserer RV hatte gestern seinen Tauben zum ersten Mal in diesem Jahr Freiflug gegeben. Nach dem Hereinrufen der Tauben beobachtete er, wie eine zweijährige Täubin zum Tränkenhocker fliegt um zu trinken und dann plötzlich tot vom Hocker fällt. Das ist verständlicherweise ein sehr trauriges Geschehen für den Züchter. Vielleicht hatte das Weibchen nach der langen Phase des Festsitzens einfach eine Art Embolie bekommen oder es wäre auch denkbar, dass sie beim ersten Freiflug irgendwo draußen angeschlagen ist und innere Blutungen hatte. Man wird es leider wohl nicht herausfinden.
Ein Sportfreund aus dem Regionalverband 410 berichtete mir gestern, dass sein Regionalverband kurz vor dem Beginn des Reisejahres darüber abgestimmt hat, ob man einen Richtungswechsel von Südost nach Südwest vornimmt und diese Abstimmung wohl ganz knapp pro Richtungswechsel ausgefallen sei. Aber nicht etwa erst zur Jungreise. Nein, man möchte wohl bereits mit den Alttauben und den jetzt jährigen Reisetauben, die noch zum Südosten im vergangenen Jahr gereist wurden, die Reiseroute wechseln. Wenn das tatsächlich so abgestimmt wurde kann ich über so etwas nur noch den Kopf schütteln. Es gibt nun wirklich in den vergangenen Jahrzehnten zig Beweise dafür, dass die Mehrheit der Tauben solche Richtungwechsel nicht gut verkraftet und dass es zu mehr Verlusten kommt etc.
Wenn dort nun tatsächlich eine Zweidrittelmehrheit der Züchter für einen solchen Wechsel gestimmt haben sollte, dann frage ich mich wirklich auf welchem Planeten diese Sportfreunde in den letzten Jahren ihren Brieftaubensport ausgeübt haben.
In der heutigen Zeit, in der die Züchter- und Taubenzahlen strukturbedingt ohnehin in jedem Jahr sinken noch eine solche Aktion zu starten wäre wirklich weitgehend unsinnig. Wenn man schon die Reiserichtung unbedingt wechseln möchte, dann solte man das zur Jungtierreise tun.
Wir haben hier in den vergangenen 50 Jahren gotttseidank nur zwei Mal die Richtung gewechselt. 1991 ging es mit den Jungtauben statt in Richtung Südost erstmals zum Osten und 1996 wurde diess Experiment dann wieder beendet und wir gingen zurück in den Südosten und sind da geblieben und das war auch gut so. Diese ganze Hin- und Her-Wechselei führt zu gar nichts. Wenn solche Wechsel irgendwo vorgenommen werden, dann geht es dabei ohnehin in den seltensten Fällen um das Wohl der Brieftaube. Stattdessen sind die Treiber immer wieder Sportfreunde, die sich auf einer anderen Reiserichtung bessere Ergebnisse versprechen und die so lange herum bohren bis es dann zu Abstimmungen und Beschlüssen kommt.
 

Sonntag, 22.03.2026
Sascha am 22.03.2026 um 06:50 (UTC)
 Arbeitsbedingt konnte ich den Tauben gestern keinen Freiflug geben. Heute soll es dann weiter gehen. Spannend wird es ab etwa Mitte kommender Woche, denn dann wird das Wetter umschlagen und es ist möglich, dass wir hier auch wieder Schnee oder Schneeregen bekommen, weil es deutlich kühler werden soll. Auch der Wind wird wohl spürbar auffrischen und dann muss ich sehen wie es mit den Freiflügen weiter gehen kann. Solche Wetterlagen sind ja nichts ungewöhnliches hier gegen Ende März oder Anfang April. Viele Sportfreunde haben ihre Tauben hier erst wenige Tage im Freiflug, während gestern beispielsweise im Regionalverband 413 bereits erste Vorflüge stattfanden. Dort macht man es ja seit vielen Jahre so, dass man sehr früh mit den Trainingsflügen beginnt und sehhr viele solcher Flüge anbietet. Ich weiß nicht ob das sein muss, aber wenn es wetterbedingt geht, dann ist es ja in Ordnung. Ich stelle aber fest, dass man durch diese Praxis viele Sportfreunde im restlichen Deutschland ein wenig "verrückt macht", denn es dauert dann nicht lange und man hört oder liest: "Wir haben noch keinen Vorflug gehabt und im Rheinland hatten sie schon 5, 6 oder 8." Vielleicht wäre es besser, dass unser Verband neben den Regelungen für die Preisflüge für Alttauben, die ab einem bestimmten Termin stattfinden dürfen und auch nur bis zu einem bestimmten Termin stattfinden dürfen (meistens von etwa Mitte April bis zum zweiten Wochenende im August) auch die Termine für Vor- und Trainingsflüge beschränken würde. Meinetwegen keine Vorflüge vor dem 1. April. Es wäre der Ruhe im deutschen Brieftaubensport sicher förderlich.
Gestern ist hier ein Paket angekommen mit dem ich mir eine elektrische Hühnerklappe habe liefern lassen. Diese möchte ich in den nächsten Tagen in den Ausflug unserer Jungtauben einbauen um den Freiflug der Jungtiere besser steuern zu können. Das Öffnen und Schließen der Klappe ist über eine Zeitschaltuhr möglich oder auch per App. So kann ich dann die Jungtiere beispielsweise schon vormittags herauslassen, während ich noch auf der Arbeit bin. Ich hoffe es funktioniert alles so, wie ich es mir vorstelle. Es ist ein Versuch mir hier alles ein wenig zu erleichtern.

 

<- Zurück  1  2  3  4  5  6  7  8 ... 260Weiter ->