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Sonntag, 18.01.2026
Sascha am 18.01.2026 um 10:37 (UTC)
 Beim Stöbern im Internet stieß ich auf den Zuchtkatalog eines sehr erfolgreichen Züchters. Er hat schon seine Zuchtpaarungen für 2026 veröffentlicht. Abstammungen und Bilder der Tauben und dazu die Preise für eine Jungtaube. Ich frage mich gelegentlich wirklich wo wir eigentlich hingekommen sind. Da werden dann Preise pro Jungtaube von 500 bis 1000 Euro aufgerufen. So soll beispielsweise ein Jungtier aus einem erwiesenen Zuchtvogel mit einer nun zweijährigen Täubin, von der man noch gar nichts weiß, schmale 1000 Euro kosten.
Es kann jeder für Jungtauben verlangen was er will und jeder soll bezahlen was er will und wenn der Sportfreund die Tauben für diese (meiner Ansicht nach viel zu hohen) Preise los wird, dann gratuliere ich ihm. Aber ich persönlich empfinde solche Zahlen einfach nur noch als völlig daneben. Man muss sich immer vor Augen halten was die Folgen davon sind, wenn Sportfreunde so viel Geld in Jungtauben investieren. Die Erwartungen sind groß, sie glauben und hoffen, dass sie damit hervorragende Tauben gekauft haben. Aber auch dieser Sportfreund züchtet, wie jeder andere auch, zu 90 Prozent Tauben, die einfach nichts taugen. Und dann hat jemand 500 oder 750 oder 1000 Euro für eine junge Taube ausgegeben, aus der er dann zwei, drei, vier Jahre nur weitgehend unbrauchbaren Nachwuchs züchtet. So etwas schafft Unruhe und Unzufriedenheit.
Ich habe es hier schon gelegentlich geschrieben: es ist sehr schwer gute Tauben zu finden und einen Sportfreund, bei dem man Tauben holt und der auch zu einem selbst passt. Dessen Führung der Tauben zu dem passt, was man selbst mit den Tauben macht und zeitlich und finanziell machen kann.
Unsere Führung der Tauben stelle ich hier immer mal wieder dar. Wir machen hier von je her wenig Aufwand um die Tauben. Wenn wir nun Tauben von einem erfolgreichen Schlag holen, der die Tauben 24 Stunden rund um die Uhr betreut, zig Beiprodukte gibt, der sie vor und in der Reise häufig privat trainiert usw. - dann kann ich doch gar nicht erwarten dass die Tauben dieses Schlages mich in der Zucht weiterbringen. Es kann selbstverständlich ein Treffer dabei sein. Aber mir wäre das Risiko viel zu groß für 10 Tauben 5.000 bis 10.000 Euro auszugeben und dann zu sehen, dass mich diese Tiere gar nicht oder kaum weiter bringen.
An dieser Stelle ist auch immer Ehrlichkeit wichtig: wenn ein Züchter einen großen Aufwand in der Betreuung seiner Tauben betreibt und damit erfolgreich ist, dann ist das sein Weg die Tiere zu versorgen und alles ist in Ordnung. Aber er sollte dann schon klar machen, dass die Erfolge eben auch mit diesem großen Aufwand zusammen hängen und die Taubenqualität an sich vielleicht gut, aber nicht so überragend ist, wie es die Erfolge suggerieren.
Brieftaubensport ist immer ein Gesamtpaket. Versorgung, Training, Gesundheitsmanagement, Taubenqualität und letztlich auch die zeitlichen Möglichkeiten sind Faktoren, die bei den Erfolgen eine Rolle spielen. Diese Faktoren sind in jedem Schlag anders.
Es macht für viele Sportfreunde einfach gar keinen Sinn viel Geld in Tauben zu investieren, die von Schlägen kommen wo sich 24 Stunden am Tag alles um die Tauben dreht. Ganz einfach weil sie in der Regel mit diesen Tauben nicht weiter kommen. Wer große Summen in eine Jungtaube investieren will, der soll das gerne tun. Aber dann sollte man sich nachher nicht beklagen, wenn das Geld futsch ist und die Ergebnisse trotzdem nicht besser als vorher. Aber ganz abgesehen davon: wieviele Jungtauben sind wirklich 500 oder 1000 Euro wert, wenn man sie kauft? Ich denke der Prozentsatz an allen gekauften und verkauften Tauben eines Jahres hier in Deutschland ist verschwindend gering.
 

Samstag, 17.01.2025
Sascha am 17.01.2026 um 07:24 (UTC)
 In der Mitgliederversammlung unseres Verbandes stellte ein Vertreter eines Regionalverbandes die Frage, ob es nicht an der Zeit sei die Bedingungen für die Erstellung einer Preisliste anzupassen und die Mindestzahl von 150 Tauben für eine Liste abzusenken. Es wurde kurz diskutiert und dann wurde abgestimmt und das Ansinnen des Sportfreundes mehrheitlich abgelehnt.
Vielleicht ist es von mir zu kurz gedacht, aber ich halte diese Regelungen bzgl irgendwelcher Mindest-Taubenzahlen grundsätzlich für falsch und möchte dazu mal ein Beispiel bringen:
in einer kleinen Rv sind noch 6 Züchter organisiert. Fünf sportfreunde nehmen mit 10 bis 15 Tauben an den Flügen teil und ein Züchter bringt 120 Tauben an den Start (solche Taubenzahlen sind heute ja keine Seltenheit). Diese RV dürfte dann eine Preisliste erstellen, weil sie über 150 Tauben kommt. In einer anderen RV sind 9 Züchter organisiert, von denen aber jeder ebenfalls nur 10 bis 15 Tauben an den Start bringt. Diese RV kommt dann auf maximal 135 gesetzte Tauben und dürfte keine Preisliste erstellen. Sie hat aber letztlich mehr Züchter. Warum will man diesen Sportfreunden eine Preisliste untersagen, wenn es die RV noch gibt?
Aus meiner Sicht sollten die Preislisten sich eher an der Anzahl der reisenden Schläge als an der Zahl der eingesetzten Tauben orientieren.
So könnte man sagen: für eine RV-Preisliste müssen mindestens 10 Schläge zusammen reisen, für eine Regionalverbandsgruppen-Preisliste mindestens 30, für eine Regionalverbands-Preisliste mindestens 60 und für eine Verbandsflug- oder Nationalflug-Preisliste minedstens 100 reisende Schläge.
Das ist jetzt nur ein Beispiel und überhaupt nicht ganz zu Ende gedacht. Aber ich denke, dass dieser Ansatz ein Weg dahin wäre, dass RVen fusionieren und sich zusammenschließen müssen und dass Regionalverbandsgruppen oder Regionalverbände nicht zu klein werden und dass auch die sogenannten Verbands- oder Nationalflüge noch eine gewisse Wertigkeit behalten.
Weiterhin sollte für Sportfreunde, die sich in kleineren Gruppen als 10 teilnehmenden Schläge zusammenfinden (sei es als RV oder wie immer sich es am Ende nennen mag) trotzdem möglich sein Preislisten zu erstellen wie sie möchten. Aus diesen Preislisten können dann aber keine offiziellen Meisterschaften des Verbandes (z.b. eine RV-Meisterschaft des Verbandes) oder Medaillen oder sonst eine offizielle Auszeichnung unseres Verbandes ausgeflogen werden.
Aber wenn diese weniger Sportfreunde es organisieren möchten, bezahlen wollen usw. dann sollen sie doch gerne eine eigene Preisliste haben. So könnten beispielsweise noch größere Vereine ihre eigene Vereinspreisliste erstellen und eine Vereinsmeisterschaft ausfliegen. Oder verschiedene Züchter einer größeren RV könnten sich zusammenschließen und eine irgend geartete Meisterschaft ausfliegen. Wichtig ist, dass sie Spaß am Brieftaubensport haben.
Unser RV-Vorsitzender regte in der letzten Versammlung an, dass wir hier in der RV mal eine Meisterschaft der über 80-jährigen Sportfreunde ausfliegen. Das finde ich eine tolle Idee. Und warum sollte man das nicht in einer eigenen Preisliste, die nur für diese Sportfreunde erstellt wird, tun? Das wäre, so denke ich, eine tolle Sache, die den Züchtern sicherlich viel Spaß machen würde und selbst für die unter 80-jährigen Sportfreunde spannend zu verfolgen wäre.
 

Freitag, 16.01.2026
Sascha am 16.01.2026 um 04:23 (UTC)
 In den letzten Tagen habe ich mir Stück für Stück immer in kleinen Häppchen so wie es die Zeit zuließ das Video von der Mitgliederversammlung unseres Verbandes am vergangenen Samstag angesehen. Ich kann mich als Züchter erst einmal nur bedanken, dass es Sportfreunde gibt, die sich so intentsiv um unser Hobby kümmern, die an solchen Versammlungen teilnehmen und die v.a. auch die Vorarbeiten zu so einer Mitgliederversammlung treffen. Dieses Mal ging es v.a. darum unsere Reiseordnung auf einen neuen Stand zu bringen und den aktuellen Gegebenheiten im deutschen Brieftaubensport anzupassen. Das Ergebnis der Versammlung wird dann sicher schon bald in der Verbandszeitschrift zu lesen sein.
Es ist für alle Verantwortlichen schwer in Anbetracht des Mitgliedeschwundes, der auch in der Versammlung besprochen wurde, aber auch in Anbetracht der gesellschaftlichen Umstände, z.b. der steigenden Anforderungen durch Behörden oder selbsternannte Tierschützer unser Hobby anzupassen und die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen.
Persönlich habe ich den Eindruck, dass unser Verbandspräsidium oft mehr ändern und reformieren würde, aber die Regionalverbandsvertreter diesen Wünschen nicht immer folgen. Auch wenn sich dort immer mal wieder etwas tut, so empfinde ich dieses Gremium der Mitgliederversammlung durch Regionalverbandsvertreter als den eigentlichen Hemmschuh in unserem Hobby. Es ist mir bewusst, dass es viele Dinge gibt, die man bei Änderungen und Reformen mit bedenken muss und dass es so manchen Aspekt gibt, der regeional einfach unterschiedlich betrachtet werden muss beispielsweise aufgrund unterschiedlicher Züchter- und Taubenzahlen. Es ist also alles nicht einfach. Aber genau deswegen verstehe ich einfach nicht warum wir es uns immernoch leisten praktisch jede Änderung und jedes kleine Reförmchen von "oben herab zu denken". D.h. es gibt Ideen zur Veränderung unseres Hobbys, zur Veränderung des Reisegeschehens und die erste Frage, die fast immer gestellt wird und an der diese oft notwendigen Anpassungen dann scheitern ist die Frage: "Wie wirkt sich das auf die deutschen Meisterschaften, die As-Tauben oder die Regionalverbandsmeisterschaften aus?" Dabei sind die Meisterschaften letztlich das geringste Problem was wir haben, wenn es in vielen Regionen bald aufgrund mangelnder Züchter- und Taubenzahlen kaum noch möglich sein wird ein angemessenes Reiseprogramm auf die Beine zu stellen. Mir ist es ein völliges Rätsel warum wir in unserem Bestreben den Brieftaubensport in Deutschland zu reformieren und zu erhalten immer wieder anfangen von irgendwelchen Meisterschaften zu sprechen, welche aber für die große Mehrheit der Züchter überhaupt keine Rolle spielen.
Wenn es beispielsweise um gemeinsame Auflässe geht, dann wird immer wieder darüber gesprochen wie sich diese großen Auflässe dann auf Meisterschaftsergebnisse und Resultate einzelner RVen oder Regionalverbände auswirken. Dabei wäre der große, gemeinsame Auflass eigentlich das übergeordnete Ziel, dass viel wichtiger ist als eine deutsche Meisterschaft o.ä. Man kann auch Tauben auf 250 oder 300 KM Entfernung im großen Verbund auflassen. In Belgien wird das auf der Kurzstrecke seit Jahren und Jahrzehnten so gemacht. Aber dann benötigt man eben kleine Preislisten zur Auswertung und keine Preislisten, die teilweise völlig unsinnig und nicht aussagekräftig sind, so wie es hier bei uns auf den National- oder Verbandsflügen immer noch ist. Wir blockieren uns seit Jahren selbst durch die Meisterschaften statt erst einmal die Reformen grundsätzlich und von unten nach oben anzugehen.
Insofern denke ich, dass bei aller Arbeit und bei allem Bemühen zur Reform der Reiseordnung und bei allem Respekt vor dem Zeit- und Arbeitsaufwand der Verantwortlichen auch mit dieser Mitgliederversammlung wieder ein weiteres Jahr weitgehend verschenkt wurde. Leider rennt uns die Zeit aber ein wenig davon.
 

Mittwoch, 14.01.2026
Sascha am 14.01.2026 um 04:22 (UTC)
 Gestern berichtete mir ein Sportfreund, dass er eine Kotprobe seiner zukünftigen Reisetauben beim spezialisierten Tierarzt hatte untersuchen lassen. Es wurde nur ein sehr geringer Befall mit Kokzidien festgestellt. Der Tierarzt riet davon ab die Kokzidien zu diesem Zeitpunkt des Jahres zu behandeln.
Das ist ein Vorgehen welches sehr viele Taubentierärzte inzwischen empfehlen. Außerhalb der Reisesaison sollen nach Meinung der Ärzte sehr geringe Infektionen mit Kokzidien nicht behandelt werden. Vor mehr als 15 Jahren erklärte mir der leider verstorbene Dr. Kamphausen in der Verbandsklinik einmal nach einem ähnlichen Befund in der Winterzeit bei unseren Tauben, dass er diese geringen Befälle mit Kokzidien oder auch Trichomonaden eher für förderlich für unsere Tauben insgesamt hält, weil sie das Immunsystem der Tiere immer ein wenig beanspruchen und damit fördern und das Tier damit insgesamt in einem besseren Zustand ist.
Behandlungen von Kokzidien empfehlen die Veterinäre dann erst zur Reise hin, denn wenn irgendwann die Belastung für die Tauben durch den Wettflug erfolgt, können diese Erreger doch Schwierigkeiten machen und sie werden auch beim Suchen nach den Gründen für Formschwäche oder schwache Leistungen oft einfach vergessen.
Normalerweise ist es so, dass Kokzidien gerade im Sommer, wenn es trocken ist und die Hygiene in den Schlägen gut, keine Schwierigkeiten machen. Aber in der Reisesaison können sie sich schon unter dem Anspruch des täglichen Tranings und der wöchentlichen Flüge zu stark vermehren.
Wolfgang Roeper berichtete einmal in einem Video, dass er an seinem Schlag fast ständig Probleme mit Kokzidien hatte. Das hatte vermutlich eher mit dem Umfeld des Schlages zu tun, als mit dem Schlag selbst, denn die Oozysten, also letztlich die Eier der Kokzidien, überleben rund um den Schlag oder auch auf dem Dach des Schlages über sehr lange Zeiträume. Wenn Tauben also auf dem Rasen laufen oder auf dem Dach picken und selbstverständlich auch im Kabi unterwegs besteht immer die Gefahr, dass sie sich wieder infizieren.
Es gab mal eine Studie vor vielen Jahren, dass die konzentrierten Oregano-Produkte die Ausscheidung der Kokzidien hemmen und damit eine gegenseitige Infektion der Tauben erschweren können. Aber man kann mit diesen Produkten keinen mittel- oder hochgradigen Befall aus der Tauben kuren. Bei einem nur geringen Befall können diese Mittel bei sehr regelmäßigem Einsatz helfen den Befall zu begrenzen. Selbstverständlich neben einer vernünftigen Schlaghygiene. Ich denke aber nicht, dass es einen großen Nutzen hat in der Reise ein oder zwei Mal in der Woche einen Oregano-Extrakt über Futter oder Wasser zu geben. Das kann man sich sparen. Außerhalb der Saison allerdings kann ein mehrmaliger Einsatz dieser Mittel pro Woche wohl helfen.
 

Montag, 12.01.2026
Sascha am 12.01.2026 um 06:37 (UTC)
 Nach einigen eisigen Tagen und Nächten wird es nun hier bei uns in den nächsten Tagen wohl deutlich wärmer mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt. Aktuell haben wir sehr starken Wind und Eisregen und teilweise extreme Glätte, aber auch das wird sich schnell geben. So schön sonnige und eisige Wintertage auch sind, so viel angenehmer ist es, wenn die Tränken bei den Tauen nicht mehr ständig zufrieren und man sich auch wieder etwas länger bei den Tieren aufhalten kann und sie auch wieder sauber machen kann, denn zuletzt war in den Schlägen alles gefroren.
Ein befreundeter Züchter hat in diesem Jahr it einigen wenigen Zuchtpaaren eine kleine Winterzucht durchgeführt, um die Jungtiere aus diesen Verpaarungen zu bestimmten One-Loft-Races zu geben. Die Jungtauben wurden einige Tage nach Neujahr geringt. Selbstverständlich wachsen sie auch auf und werden von ihren Eltern vernünftig versorgt. Aber er berichtete mir auch wie sie doch deutlich unruhiger in ihren Nestern liegen und durch Bewegungen und zittern versuchten sich zu wärmen, wenn ihre Eltern nicht auf dem Nest saßen. Ich denke, dass diese Jungtauben einfach ein wenig langsamer wachsen als Tiere, die im Sommer bei 25 oder 30 Grad in den Nestern liegen. Das ist auch nicht weiter problematisch, aber häufig werben Verkaufsschläge oder Firmen damit, dass Tauben mit der entsprechenden Versorgung einen oder zwei Tage früher geringt werden können und besser aufwachsen. Wenn es so ist, dass ein schnelleres Wachstum für die Tauben im späteren Leben einen Vorteil bietet, dann muss man hinterfragen ob eine Winterzucht immer Sinn macht. Für uns hier in Deutschland sehe ich in einer Winterzucht weiterhin wenig Sinn, wenn man nicht gerade um die Regionalverbands- oder deutsche Jungtaubenmeisterschaft mitspielen möchte. Letzteres funktioniert nur mit Tauben, die einen entsprechenden Federstand durch Verdunkeln und Belichten haben und das ermöglicht natürlich eine klassische Winterzucht. Aber es ist auch mit etwas später gezüchteten Jungtauben machbar sie zu verdunkeln und anschließend zu belichten, wenn man das möchte. Für das deutsche Jungtauben-Reiseprogramm wäre das allemal ausreichend.
Es ist schon ein riesiger Unterschied ob man aktuell Jungtiere aufwachsen lässt oder im Hochsommer. Jeder kennt es: wenn man im Sommer noch hier und da ein paar Gelege aufzieht, dann wachsen die Jungtauben im Nest bei hohen Temperaturen praktisch von alleine. Die Eltern benötigen nur Futter, Wasser und Mineralien und die Jungtiere gehen auf wie die Hefekuchen. Daran ist jetzt um diese Zeit und bei diesen Temperaturen nicht zu denken.
Was mich aber interessieren würde wären Untersuchungen zur Qualität der Tauben, die zu so unterschiedlichen Zeiten gezogen wurden. Unterscheiden sich diese Tiere z.b. hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Krankheiten oder ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit oder hinsichtlich anderer Parameter in ihrem späteren Leben voneinander? Es wird oft darüber geklagt, dass die Tauben immer anfälliger für Krankheiten werden. Dass sie nicht mehr gut nachkommen auf Flügen, wenn sie einmal nicht pünktlich zuhause sind. Dass sie (hier in Deutschland) die weiten Flüge über 600 oder 700 KM und weiter nicht mehr gut bewältigen können. Wenn es so ist, dass die Tauben insgesamt weniger robust sind, dann wäre vielleicht auch ein Zusammenhang dahingehend zu denken, dass es mit der häufig immer früheren Zucht und vielleicht auch den Temperaturen während des Aufwachsens der Jungtauben zusammenhängt. Ich kann das nicht beurteilen. Es sind nur Überlegungen,die mir so durch den Kopf gehen. Wir haben hier noch nie eine Winterzucht durchgeführt und werden es absehbar auch nicht tun, weil es für uns keinen Sinn macht. Trotzdem mache ich mir gerne Gedanken über solche möglichen Zusammenhänge.
 

Sonntag, 11.01.2026
Sascha am 11.01.2026 um 05:59 (UTC)
 Gestern nachmittag habe ich nach der Arbeit und nachdem ich die Tauben versorgt hatte unsere RV-Ausstellung besucht. Die Veranstaltung war gut besucht und es waren für mich einige schöne Stunden. Ich konnte mir die ausgestellten Tauben ansehen und wieder einmal feststellen, dass ich das Preisrichterwesen wohl nie verstehen werde. Wenn alte Reisetauben, die sehr gute Leistungen gebracht und eine zweistellige Anzahl an Preisen errungen haben teilweise schlechter bewertet werden als Jungtauben, dann fehlt mir zu diesem Ausstellungswesen einfach der Zugang. Vielleicht sollte man, um Brieftauben-Ausstellungen grundsätzlich wieder attraktiver zu machen, das ganze Bewertungs-System einmal überdenken. Davon abgesehen waren die ausgestellten Tiere aber wieder einmal wunderschön präsentiert in ihren Käfigen und in unserer Einsatzhalle herrschten auch sehr angenehme Temperaturen - im Gegensatz zu der Eiseskälte draußen.
Es fand dann später noch die Siegerehrung des zurückliegenden Reisejahres statt und ich konnte hier und da eine Urkunde und eine Medaille entgegegen nehmen. Da wir die Altreise nur bis zum 9. Flug bestritten hatten und an insgesamt 5 Preisflügen nicht teilgenommen hatte, wir aber trotzdem beispielsweise für eine Platzierung bei der Jährigenmeisterschaft geehrt wurden, musste ich an die Sportfreunde denken, die leider gar keine Auszeichnung bekamen obwohl sie vielleicht bis zum Ende der Reise ihre Tauben gesetzt hatten. Ich denke oft, dass auch da unsere Meisterschaftssysteme nicht so wirklich ideal sind.
Am Abend lief dann die Pre-Auktion unserer Versteigerung aus, die heute dann etwa ab dem Mittagsstunden endgültig abgeschlossen werden soll. Wenn jemand aus dem näheren Umland gerne noch einen Gutschein oder eine Taube ersteigern möchte oder dem Vortrag von dem Vortrag von David Bald (von der neuen Firma Bergerpigeons) lauschen möchte, der ab etwa 10.30 Uhr beginnt, kann er gerne zur Ausstellung kommen. Die Straßen sind frei, geräumt und gestreut. Ein Sportfreund unserer RV ließ sich gestern von der Ausstellung entschuldigen, da er von nachts 4 Uhr an bis nachmittags um 16 Uhr ununterbrochen gearbeitet und für freie Straßen in der Stadt Warstein gesorgt hatte.
Es liegt hier eine sehr kalte Nacht hinter uns und die Temperaturen sind auch heute morgen noch im zweistelligen Bereich unter null Grad. Ich werde, sobald es hell ist, die Tauben versorgen und muss dann leider zur Arbeit, sodass ich nicht mehr zur Ausstellung fahren kann.
Ich weiß nicht wie viele RVen es in Deutschland noch gibt, die solch eine Veranstaltung über drei Tage in völliger Eigenregie auf die Beine stellen. Wenn überhaupt, dann sind es eher Fluggemeinschaften oder ganze Regionalverbände und selbst da finden Ausstellungen, Versteigerungen usw. oftmals nur an einem Tag statt. Unsere Reisevereinigung schafft es dank des Einsatzes vieler Sportfreunde und einer guten Organisation durch den Vorstand immer noch ein solches Event auf die Beine zu stellen und uns auch - das darf man nicht vergessen - damit sehr positiv in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Schon gestern waren auch einige Menschen dort, die selbst gar keinen Bezug zu Brieftauben haben und am heutigen Sonntag sind es traditionell am Nachmittag noch einige mehr, die sich dann Kaffee und Kuchen schmecken lassen. Die Presse war bereits vor Ort und auch heute wird noch einmal jemand die Ausstellungssieger bei der Siegerehrung fotografieren und in den nächsten Tagen gibt es dann einen ausführlichen Pressebericht.
Viele Organisationen beschränken sich leider heute darauf das schnelle Geld mit einer Auktion zu machen und Drumherum sonst nicht viel zu veranstalten. Dabei können auch Ausstellungen, egal in welchem Umfang, eine tolle Sache ein.
Versteigerungen und Vorträge gehören zu so einem Wochenende heutzutage dann auch dazu und es spricht auch überhaupt nichts dagegen, dass dann mit einer solchen Veranstaltung Geld verdient wird. Aber es geht doch auch darum im Winter einfach zusammen zu kommen und, wenn man so will, ein paar "Brieftaubentage" zu verbringen. Unsere Reisevereinigung zeigt in jedem Jahr, dass auch solche Veranstaltungen immer noch reichlich Zulauf haben können.

 

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