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Donnerstag, 09.04.2026
Sascha am 09.04.2026 um 06:24 (UTC)
 Als ich hier vorhin die Jalousien hoch zog und aus dem Fenster geblickt habe, sah ich auf unserer Voliere eine Taube sitzen. Ich bin dann gleich in den Garten gegangen um nachzuschauen was das für ein Tier ist. Kurz gesagt: es ist der erste Zuflieger der Saison 2026. Ein jähriger, blauer Vogel mit Tipes-Ring und Telefonring. Er trägt die laufende Nummer 398. Mehr konnte ich noch nicht erkennen, geschweige denn die Taube fangen. Ich habe der Taube nun erst einmal eine Schale mit Futter hingestellt, denn sie hat augenscheinlich sehr großen Hunger. Vielleicht fliegt die Taube nachher weiter, vielleicht kann ich den Vogel später noch fangen.
Auf jeden Fall ist dieser Vogel einfach eines jener "Opfer", die der frühe Reisebeginn mit sich bringt. Die Taube hat es garantiert nicht deswegen nicht nach hause geschafft, weil sie zu dumm ist 30, 40 oder 50 KM nach Hause zu fliegen, sondern vermutlich deswegen, weil sie nicht fit genug war und ist oder weil ein Greifvogel angegriffen hat oder was auch immer. Wir haben aktuell Temperaturen knapp über 0 Grad Celsius und Tauben, die es dann aus irgendeinem Grund nicht nach hause schaffen, sind im Grunde nach einer Nacht draußen, aber spätestens nach der zweiten Nacht einfach am Ende. Ich hoffe, dass ich das Tier irgendwie fangen und versorgen und melden kann.
Gestern waren hier sehr viele Kabis zu Vorflügen unterwegs. Das Wetter war gut und ich denke, dass die meisten Flüge sehr gut und glatt verlaufen sind. Allerdings muss ich mich manchmal auch sehr wundern und fast ein wenig lachen. Der deutsche Brieftaubensport ist wirklich sehr speziell. Da stehen gestern in einem kleinen Ort im Sauerland drei RVen aus Dortmund mit drei Kabis. Alle drei RVen liegen direkt hintereinander. Wahrscheinlich hätte man bei den heutigen Diesel-Preisen auch gut gemeinsam verladen und transportieren können um Geld zu sparen. Aber der Sprit ist wohl nicht teuer genug für solche Aktionen. Dass diese RVen dann aber noch im Halbstundentakt nacheinander auflassen statt gemeinsam zu starten, das will einfach in meinen Kopf nicht rein. Diese drei RVen sind in ihrer Gesamtheit nicht einmal halb so groß wie unsere RV von der Fläche und trotzdem lässt man die Tauben getrennt auf. Also entweder hat man im Ruhrgebiet inzwischen strunzdumme Tauben oder aber die Züchter spinnen sich irgendetwas wegen Lage und Einflugschneisen usw zurecht. Anders ist dieser Unsinn der getrennten Transporte und Auflässe jedenfalls nicht zu erklären in der heutigen Zeit.
Hier bei uns war gestern endlich mal ein Tag an dem der Greifvogel nicht da war und die Tauben in Ruhe trainieren konnten. Man merkt den Tieren die Angst und Nervosität natürlich extrem an. Sobald hier nur ein Milan, ein Bussard oder die Turmfalken auftauchen erhöhen sie das Tempo oder schrecken vom Dach auf, aber das ist insgesamt ja nicht verwunderlich. Es wäre schön wenn es nun hinsichtlich der -Angriffe ruhiger würde, aber ich fürchte dass das noch nicht so sein wird. Wir haben gestern die Nachricht bekommen, dass es bei uns in der RV Anfang nächster Woche mit den Vorflügen losgehen soll. Es ist alles mindestens eine Woche zu früh, aber hier hat man ja Reisepläne beschlossen, die einfach weit weg von den Realitäten vieler Züchter sind. Auch das ist leider deutschen Brieftaubensport inzwischen ein weit verbreitetes Problem.
 

Mittwoch, 08.04.2026
Sascha am 08.04.2026 um 06:41 (UTC)
 Inzwischen sind wir hier, was die Greifvogelsituation und die Saisonvorbereitung unserer Tauben betrifft völlig ratlos und mit unserem Brieftauben-Latein am Ende. Es ist nur noch frustrierend und für die Tauben schlicht katastrophal.
Am Ostersonntag hatte ich wegen des Feiertags unsere Tauben nicht herausgelassen. Unser Nachbar hatte seine Tauben aber zum Freiflug draußen und wie es der Zufall wollte sah ich auf unserem Badezimmerfenster als der Habicht dort angriff und eine Taube schnappte. Mehr konnte ich dann nicht mehr erkennen, aber mein Nachbar berichtete mir, dass die Taube verloren gegangen sei.
Der Ostermontag verlief dann hier bei uns ohne einen Angriff während mein Nachbar die Tauben im Schlag ließ. Ich muss allerdings feststellen, dass die Tiere so verängstigt sind, dass sie den Schlag längst nicht alle verlassen und ich werde garantiert nicht hingehen und die Tauben heraustreiben und jagen und sie noch ängstlicher machen.
Gestern am Dienstag dann erlebten wir leider den negativen Höhepunkt des Frühjahrs. Der Habicht griff erneut an und schnappte eine Taube unseres Nachbarn. Durch Lärm und Krach konnten wir den Greifer aufschrecken und die Taube konnte entkommen. Allerdings flog der Habicht dann nicht davon, wie wir es eigentlich kennen, sondern landete zwischenzeitlich sogar für einen kurzen Moment auf dem Dach über den Taubenschlägen unseres Nachbarn. Die Tauben waren wirklich völlig verängstigt.
Bei uns war es so, dass die Tauben, die zum Zeitpunkt des Angriffs in der Luft waren schließlich vor Angst kaum landeten und für sicherlich 90 Minuten oder noch länger ununterbrochen in der Luft waren. Die anderen Tiere verkrochen sich im Schlag.
Als ich später die Tauben hereinholte fehlten noch zwei jährige Vögel. Diese landeten schließlich aber auch auf dem Dach. Allerdings benahmen sie sich ganz seltsam und sie wollten nicht zu den Ausflügen herunter fliegen. Als ich in den Garten blickte sah ich auch den Grund für ihr Verhalten: ein Sperber saß tatsächlich oben auf unserer Weibchenvoliere. Nachdem ich hinunter in den Garten gegangen war machte sich der Sperber davon als der Greif mich sah. Die Vögel kamen dann auch letztendlich herein.
Inzwischen ist auch durch die ständigen Angriffe und die Angst der Tauben die Situation so, dass die Vögel am Abend einfach zu wenig fressen. Sie sind so verängstigt, dass sie nur hier und da etwas Futter aufnehmen, aber von einem normalen Fressverhalten ist das alles weit entfernt.
Als ich endlich bei den Tauben alle Arbeiten erledigt hatte schellte es an der Tür. Mein Nachbar war da und zeigte mir eine Taube, die noch lebte, aber vom Greifvogel destaströs zugerichtet war. Weitere Nachbarn, die mit ihren Pferden unterwegs waren, hatten das arme Tier völlig verstümmelt aufgefunden.
Ich weiß, dass es nicht jeder Leser hier gut sehen kann, wenn ich solche Fotos veröffentliche wie hier, aber ich möchte doch einmal dokumentieren wie die Greifvögel die Tauben hier zurichten und dass es unter diesen Umständen für uns hier nicht möglich ist die Tauben einfach nur zum Freiflug herauszulassen oder gar an Vorflügen teilzunehmen. Sollte hier also jemand in Kürze Vorflüge ansetzen, dann bleiben die Tauben zuhause und dann war es das mit der Reisesaison. Zuallererst sind wir hier Brieftaubenliebhaber und wenn wir die Tauben nicht entsprechend trainieren und vorbereiten können, dann sollen alle ihre Tauben reisen wohin sie wollen - wir tun das nicht.





Nachdem mein Nachbar mit der verstümmelten Taube wieder gegangen war und ich ein wenig Fußball im TV schauen wollte, erhielt ich die nächste Nachricht von einem Sportfreund, der etwa 5 KM von hier entfernt wohnt. Er schrieb mir folgendes:
"Um 17 Uhr habe ich die Vögel raus gelassen, um 17:12 Uhr war der Habicht das erste Mal dazwischen. Hat aber keine erwischt. Ich habe dann den Ausflug geöffnet und nach 20 Minuten kamen 9 Vögel rein. Vornehmlich alte Vögel.
Danach hat er den Restschwarm nochmal angegriffen, mitten im Angriff hat mein Nachbar seine Vögel gestartet. Der Habicht schlug einen Haken und ging sofort beim Nachbar runter. Hat aber wohl auch nichts erwischt. Der letzte Altvogel kam bei uns um 19:10 Uhr angestochert. Zum Glück alle heil."

Was soll man dazu sagen? Es geht einfach alles nicht. Es macht so weder Spaß, noch Sinn den Tauben Freiflug zu geben. Ich hatte in unserer Frühjahrsversammlung in der RV mehrfach das Thema Greifvögelsituation angesprochen und darauf hingewiesen, dass wir einfach zu früh mit der Reise beginnen. Jetzt fangen in der Umgegend diverse RVen mit den Vorflügen an und ich weiß nun schon, dass es hier auch nicht mehr sehr lange dauert, bis man hier unruhig wird und Vorflüge ansetzt. Auch wenn es für mehrere Züchter überhaupt keinen Sinn macht.
Ein weiterer Sportfreund, der nicht weit von hier wohnt, hat nun vor seinen Ausflügen wieder die Käfige montiert, welche die Tiere im Winter nutzen können. Er will und kann seinen Tauben keinen Freiflug geben. Wir sind vor Allem anderen erst einmal Brieftaubenliebhaber und wenn es nicht möglich ist die Tauben norrmal in den Freiflug zu lassen, dann kann man sie leider nicht reisen. So einfach ist das. Jede Taube ist wichtiger als irgendwelche Vor- oder Preisflüge oder irgendwelche Reisepläne. Unsere Brieftauben sind ein Hobby. Wir möchten Freude daran haben sie beim Freiflug zu beobachten oder sie vom Flug nach hause kommen zu sehen. Das ist derzeit in keiner Weise möglich. Das ist hier leider die Situation.
 

Sonntag, 05.04.2026
Sascha am 04.04.2026 um 23:46 (UTC)
 
 

Freitag, 03.04.2026
Sascha am 03.04.2026 um 17:22 (UTC)
 Jetzt in diesen Tagen, in denen ich Nachtdienst habe, machen sich meine neuen automatischen Futtertröge schon sehr gut. Ich füttere die Tauben am Abend ganz normal. Etwa 15 bis 30 Minuten nach der Fütterung leere ich die Tröge. Zur Fütterung bekommen die Tauben dann auch eine frische Tränke bereit gestellt. Wenn ich morgens vom Nachtdienst nach hause komme, dann ist es derzeit noch dunkel. Die Tröge sind per Zeitschaltuhr so eingestellt, dass das Futter, welches ich abends noch oben einfülle, morgens gegen 8.30 Uhr in den Trog fällt während ich schlafe.Inzwischen habe ich auch ein ganz gutes Gefühl dafür wieviel die Tauben aktuell dann fressen. Wenn ich aufgestanden bin und zu den Tauben gehe, dann liegen nur noch ganz wenige Körner - meistens etwas Gerste - in Trog. Diese entferne ich dann und so habe ich aktuell schon einen ganz guten Takt bei der Versorgung der Tauben, aber nicht sonderlich viel Arbeit. Es erleichtert mir den Umgang mit den Tauben doch ein wenig und ich muss auch nie auf dem Schlag zur Fütterung o.ä. das Licht anstellen.
Die Witwervögel selbst sind aufgrund der Umstände hier leider immer noch sehr unruhig und ängstlich. Ich versuche mich im Schlag sehr vorsichtig zu bewegen und werde, sobald ich die Nachtdienste beendet habe, dann auch dazu übergehen die Tauben in ihren Näpfen in den Zellen mit ein paar Leckereien zu versorgen. Dadurch werden die Tiere erfahrungsgemäß auch ruhiger.
Nachdem hier gestern wieder ein Vogel vom Greif verletzt wurde, hörte ich heute, dass zwei weitere Sportfreunde hier in der Nähe aus ihren recht kleinen Beständen von um die 20 Tieren bereits drei und zwei (plus eine schwer verletzte) Taube verloren haben. Das sind auch alles Tauben, die später dann im Kabi fehlen und das ist am Ende auch Geld was der RV fehlt. Davon abgesehen wie sich diese ganzen Verluste auf die Motivation der Züchter und auf das Verhalten der Tauben auswirken.
Unsere Jungtauben sind nun, bis auf zwei Nachzügler, als erste Runde komplett abgesetzt. Sie erhalten ein Mal am Tag Futter und darin sind auch schon großer Mais, große Erbsen und auch ein paar Nüsse. Die Tiere sollen von Beginn an lernen alle Körner zu fressen. Erst wenn alles aufgefressen ist erhalten sie neues Futter und werden an mein Rufen gewöhnt. Eigentlich würde ich sie in der kommenden Woche schon einmal in den geöffneten Ausflug gehen lassen, sodass sie sich draußen umschauen können. Aber damit werde ich in diesem Jahr ein wenig länger warten müssen. Es eilt aber nicht. Wichtig ist, dass sie erst einmal im Schlag lernen und sich eingewöhnen. Alles weitere kommt von selbst.

Auf dem Bild eine weitere verletzte Taube vom Freiflug am gestrigen Donnerstag. Ich konnte den Vogel unter einem Busch in Sicherheit bringen nachdem er sich in der Luft aus den Fängen des Greifvogels befreien konnte.

 

Donnerstag, 02.04.2026
Sascha am 02.04.2026 um 05:54 (UTC)
 Gestern habe ich im Lauf des Tages noch etwas Reisefutter gekauft, sodass ich nun ausreichend Futter hier habe um die gesamte Saison damit die Reisevögel versorgen zu können. In ein paar Tagen werde ich die Fütterung der Witwer dann auch auf dieses Futter umstellen. Aber ich möchte aktuell noch etwas warten, denn die Situation ist hier immer noch sehr schwierig bzgl. der Freiflüge.
Die Witwerweibchen sind während der Reisesaison in einer überdachten Voliere untergebracht und erhalten während der Woche an drei oder vier Tagen nur Gerste oder Paddy-Reis und werden recht knapp gehalten. Erst zum Flug hin, wenn ich die Weibchen wöchentlich den Witwern vor dem Einsetzen zeige, erhalten die Täubinnen für einen oder zwei Tage gehaltvolleres Futter mit Hanf und Sämereien, um sie etwas "in Stimmung" zu bringen. Gestern habe ich vorerst allerdings darauf verzichtet Paddy-Reis zu kaufen, denn dieser war extrem teuer. Ich kann nicht sagen warum, aber aktuell habe ich mir nur ausreichend Gerste mitgebracht.
Ganz allgemein steht zu befürchten, dass bei den aktuellen Diesel-Preisen so manche RV oder Transportgemeinschaft in diesem Jahr von den Kosten "aufgefressen" wird. Gestern berichtete mir ein Züchter, dass man vorrausschauend und kurzfristig in seiner RV darüber abgestimmt und beschlossen habe, dass man das Korbgeld für die einzelne Taube verdoppelt. Das macht sicherlich Sinn, aber gleichzeitig wird es sich auch auf die Satzzahlen niederschlagen. So mancher Züchter wird spätestens ab Mitte der Saison genau darüber nachdenken welche Taube er noch setzt und welche Taube er aus Kostengründen zuhause lässt.
Hier bei uns kommt hinzu, dass viele Tauben, die für die Reise vorgesehen waren, gar nicht mehr in den Kabi hinein kommen, weil sie nicht mehr Leben. Die Verluste durch die Greivögel sind teilweise enorm, Ein Züchter berichtete mir gestern über die insgesamt siebte Taube, die vom Greif bei ihm geschlagen wurde. Auch bei uns hat es gestern leider ein weiteres Opfer gegeben. Allerdings wurde der jährige Vogel nicht geschlagen, sondern ist bei einem Habichtsangriff in Panik vor eine Scheibe beim Nachbarn geflogen und hat sich das Genick gebrochen. Ich konnte das arme Tier nur noch tot aufsammeln und bestattten.
Später, als unsere Vögel wieder im Schlag waren wurde dann bei unserem Nachbarn noch eine Taube geschlagen. Der Habicht fing das Tier vor eine Buschreihe und ging dort mit der Taube zu Boden. Wir konnten aber durch schnelles hinlaufen und laute Geräusche dafür sorgen, dass der Greif wieder aufflog und dabei konnte sich die Taube aus seinen Fängen lösen und sich im Schlag in Sicherheit bringen. So ist sie immerhin mit dem Leben davon gekommen, aber vermutlich völlig traumatisiert.
Die Folge dieser ständigen Greifvogelangriffe ist leider auch, dass die Tauben völlig verängstigt sind. Sie sind nicht nur beim Freiflug verängstigt oder gehen nur schlecht aus dem Schlag, sondern auch im Schlag sind sie viel zu unsicher und erschrecken sich beim kleinsten Geräusch. Ich bewege mich zwischen den Tauben daher sehr vorsichtig, spreche leise und viel mit ihnen, aber insgesamt merkt man den Tieren die Situation einfach völlig an. Wenn sich die Situation hier nicht bald bessert, dann wird es kaum möglich sein die Tauben in eine angemessene Form für die Flüge zu bringen.

Auf dem Foto unser "828",der gestern leider vor eine Scheibe geflogen und zu Tode gekommen ist.

 

Mittwoch, 01.04.2026
Sascha am 01.04.2026 um 06:31 (UTC)
 Vorgestern nachmittag habe ich die ersten Jungtauben des Jahrgangs 2026 auf den Jungtierschlag abgesetzt. Es ist immer schön die Jungtiere so schön entwickelt und gut gewachsen in die Hand zu nehmen. Ich notiere mir dann gleich immer die Farbe der Tiere und das Geschlecht. Meistens liege ich mit dem Geschlecht auch richtig, weil ich unseren Taubenstamm einfach gut kenne und in der Regel immer sehe ob ich da ein Männchen oder ein Weibchen in der Hand habe. Beim Absetzen steht dann im Jungtierschlag immer auch sofort etwas Zuchtfutter im Trog, über das ich etwas Mineralpulver von Dr. Marien rühre (ohne das Futter anzufeuchten).
Nachdem ich die Jungen in den Korb gesetzt hatte, habe ich auch gleich die Eier des zweiten Geleges der Zuchttauben kontroliiert und ich bin ganz begeistert, dass alle Eier heile und befruchtet sind.
Ich habe in diesem Jahr die Jungtiere in einem etwas jüngeren Alter, d.h. zwei, drei Tage früher als in früheren Jahren abgesetzt. Grund dafür ist, dass ich gelesen habe, dass die Elterntiere sich dann auch etwas länger von der Aufzucht regenerieren können bevor die nächsten Jungtiere schlüpfen. Das erschien mir recht schlüssig und so wurden die Jungtiere mit etwa 24 Tagen abgesetzt.
Nachdem ich die Jungtauben abgesetzt hatte, habe ich mich noch etwas auf dem Schlag aufgehalten und dann aus dem Fenster das Wetter beobachtet, da ich die Witwervögel noch herauslassen wollte, aber immer wieder starke Schauer durchzogen. Plötzlich flog eine Taube panisch ein Nachbardach an und landete. Weder bei uns selbst noch bei unserem Nachbarn waren aber Tauben im Freiflug. Ich habe mir die Taube dann angesehen - sie saß stocksteif und ängstlich auf dem Dach und habe dann einen Sportfreund angerufen, der etwa zwei Kilomete südöstlich von uns wohnt und ihn gefragt, ob er die Tauben draußen hat. Er sagte mir, dass es so sei und der Habicht schon zwei Mal angegriffen habe. Ich beschrieb ihm die Taube und er sagte mir, dass es wahrscheinlich sein Tier sei. Ich habe dann eine ganze Weile gewartet und dann die Ausflüge unseres Schlages für die Witwer geöffnet. Unser direkter Nachbar hatte seinen Tauben inzwischen auch Freiflug gegeben. Als ich gerade die Ausflüge offen hatte und sechs oder sieben Vögel draußen waren, rief mich der Sportfreunde, mit dem ich telefoniert hatte, wieder an und sagte: "Lass bloß die Tauben drin. Das bringt nichts! Der Habicht greift hier fortlaufend an!" Ich habe dann die Fänger des Ausflüge wieder geschlossen und die restlichen Vögel blieben im Schlag. Die wenigen Tiere, die draußen waren sprangen später wieder ein.
Gestern erfolgte der erste Habichtsangriff nicht lange nach dem die Tauben draußen waren und im Schwarm flogen. Unsere Vögel hatten sich mit einigen Tauben unseres Nachbarn gemischt als der Habicht westlich von mir einen Angriff startete. In diesem Fall hilft uns hier die Schreckschusspistole mit Heulern recht gut. Sie lenkt den Greifvogel doch sehr oft ab und so musste er auch dieses Mal ohne Beute abziehen. Einige Zeit später, als von unseren Tauben nur noch wenige in der Luft waren, aber sicherlich noch etwa 20 oder 25 Tiere unseres Nachbarn nahm der Schwarm plötzlich gewaltiges Tempo auf und erneut startete der Habicht eine Attacke. Dieses mal kam er aus dem Nordosten. Ich sah schon früh, dass die Tauben das Tempo so stark erhöhten und konnte dann erneut gezielt den Greifer erschrecken und er zog dann nach Südwesten ab während er auch noch von zwei paarenden Turmfalken geärgert wurde.
Eigentlich möchte ich hier nicht fast täglich über die ständigen Greifvogelattacken schreiben. Es gibt Schöneres im Brieftaubensport. In diesem Jahr hat es aber solche Ausmaße hier bei mehreren Schlägen angenommen, dass man eigentlich gar keine Lust hat zum jetzigen Zeitpunkt Tauben herauszulassen. Sollte unsere RV tatsächlich auf die Idee kommen in knapp zwei Wochen mit den Vorflügen zu starten, dann wäre das eine Katstrophe, weil wir hier mit mehreren Sportfreunden die Tauben gar nicht richtig in die Luft und in Form bekommen. Ich kann nur hoffen, dass man hier irgendwie vernünftig ist und mit den Flügen ausreichend lang wartet. So geht es jedenfalls nicht.
Hinzu kommt gottseidank, dass spätetens ab Ostern viele RVen ihr Vorflugprogramm starten werden. Da gibt es dann reichlich Futter für die Greifvögel. Auch hier in der Gegend werden dann recht zeitnah Flüge gestartet und so schlimm das dann für die Tauben ist und auch für die Züchter, denen Tauben fehlen - hier für uns schafft es oft etwas Erleichterung.
Alles in Allem muss man sich aber nicht wundern, denn die kalten Tage sind dieses Jahr lang und der Winter zäh. An den Bäumen ist hier noch kaum ein grünes Blatt. Viele Bäume sind noch kahl und haben kaum Sprossen. Früher sagte man: so lange macht man keine Vorflüge. Es muss erst grün an die Bäume. Früher war man aber scheinbar auch schlauer und naturverbundener als viele Brieftaubenfreunde heute. Heutzutage können es die RVen und Fluggemeinschaften scheinbar kaum noch abwarten unbedingt los zu fahren. Wohl auch deswegen, weil viele Sportfreunde als Rentner sonst auch wenig zu tun haben und auch deswegen, weil einzelne RVen es für nötig halten schon ab spätestens Mitte März loszufahren und damit ein unnötiger Druck in ganz Deutschland entsteht. Es wäre sinnvoll wenn unser Verband auch diesbezüglich Vorgaben schaffen würde. Keine Vorflüge vor dem 1. April und keine Preisflüge vor dem 1. Mai. So wie man das Ende der Altreise im August festlegt sollte man auch eine Regel für den Anfang festlegen. Wegen der Greifvögel und v.a. auch wegen einer gewissen Chancengleichheit.
 

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