| | Der gestrige Flug ab Straubing hat insgesamt doch den erwartet schwierigen Verlauf genommen. Die Konkurszeit ging in Richtung einer Stunde und die Tauben taten sich doch aufgrund der Schwüle und den Temperaturen recht schwer.
Wir hatten unsere Tauben ja gemeinsam mit den Tauben des uns vorgelagerten Regionalverbandes 455 gestartet und so waren es beim Auflass knapp 6.000 Tauben. Für unsere Tiere war das eine völlig neue Erfahrung und ich kann mir vorstellen, dass so manche Taube schon frühzeitig mit Tieren, die vorgelagert ihre Schläge anflogen, herunter gegangen ist, denn die Tauben hatten teilweise doch sehr großen Durst. Man sieht auch dass die Konkurszeiten entsprechend bei kürzerer Entfernung doch um einiges kürzer sind als hier hinten mit der weitesten Vermessung.
So fehlten am Abend auch allenthalben noch Tauben und jetzt akutell am Morgen gewittert es noch in der Strecke, es regnet und ist teilweise stark windig, sodass auch nur wenige der fehlenden Tauben frühzeitig wiederkommen können.
Besonders auffällig war gestern zum wiederholten Male wie die Weibchen inzwischen die Konkurrenzen dominieren. Das ist nicht nur hier so, sondern in sehr vielen RVen deutschlandweit. Speziell bei anspruchsvollen Flügen wie gestern sind die Täubinnen viel besser in der Lage mit den schwierigen Umständen umzugehen.
Gleich mehrere Sportfreunde, die nur mit Witwervögeln reisen und die bisher sehr erfolgreich waren, hatten gestern große Schwierigkeiten ihre Tauben zurück und in die Preise zu bekommen.
Bei uns selbst war es so, dass die Tauben, die bisher überzeugt haben, gestern auch ordentlich in die Preise flogen. Die für Meisterschaften und Medaillen vorbenannten Tauben waren frühzeitig da und flogen überwiegend ihre Preise. Aber es riss dann doch auch stark ab und es fehlten uns noch viel zu viele Tiere von denen dann bis zum späten Abend noch einige wieder heimkehrten. Ich hoffe einfach, dass sich die Vögel, die nun noch fehlen, noch irgendwie durrchschlagen. Aber einfach wird es nicht. Besonders die jährigen Vögel werden sich da schwer tun.
Nach nun etwa der Hälfte der Saison muss man einfach feststellen, dass zu viele Tauben insgesamt fehlen oder verletzt sind und die Taubezahlen schon jetzt viel zu stark sinken. So kommen wir niemals als RV oder FG bis ans Ende der Reise und das ist alles kein Zufall. Meiner Ansicht nach müssen die Reisepläne und gemeinsamen Auflässe usw. ganz anders geplant und gestaltet werden. Auch der Reisebeginn usw.
Obwohl dieses Reisejahr für uns selbst alles andere als glatt verläuft und wir selbst v.a. auch viele verletzte Tauben zu beklagen haben, machen unsere Vögel es insgesamt recht gut. Aktuell liegen wir in der RV-Männchenmeisterschaft vorne, stellen den besten Alt- und den besten jährigen Vogel der RV oder sind auch an erster Stelle in der Regionalverbandsgruppe mit jährigen Männchen. Das ist alles mehr als ich erwartet habe. Gestern gelang es unseren Vögeln auch die Bronzemedaille zu gewinnen, was mich auch sehr gefreut hat. Und trotzdem nerven mich diese Flüge einfach nur, weil immer wieder Tauben fehlen oder verletzt sind. Der ganze Brieftaubensport frisst einfach inzwischen deutlich zu viel Zeit nach meiner Meinung.

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